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	<title>Bürgergesellschaft &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Bürgergesellschaft &#8211; politik-digital</title>
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		<title>„Der unsichtbare Mensch“</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Mar 2014 10:45:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Anonymität im Internet ist ein zweischneidiges Schwert. Sie kann Whistleblower bei der Preisgabe von Informationen schützen. Doch die vermeintliche Unsichtbarkeit [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/unsichtbarer-mensch-oben.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large wp-image-138605 alignnone" alt="unsichtbarer mensch oben" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/unsichtbarer-mensch-oben-630x472.jpg" width="630" height="472" /></a>Anonymität im Internet ist ein zweischneidiges Schwert. Sie kann Whistleblower bei der Preisgabe von Informationen schützen. Doch die vermeintliche Unsichtbarkeit wird von Menschen auch missbraucht, die Hass und Gemeinheiten verbreiten. <a href="https://twitter.com/brodnig">Ingrid Brodnig</a>, Leiterin des Medienressorts und Netzpolitik-Journalistin bei der Wiener Wochenzeitung „<a href="http://www.falter.at/">Falter</a>“, diskutiert in ihrem Buch „<a href="http://www.czernin-verlag.com/buch/der-unsichtbare-mensch">Der unsichtbare Mensch</a>“ die Licht- und Schattenseiten von Anonymität. Sie liefert aktuelle Beispiele und erläutert, wie sich Unidentifizierbarkeit auf das menschliche Verhalten auswirken kann. Brodnig motiviert den Leser darüber nachzudenken, wie Anonymität, Meinungsfreiheit, Demokratie und Überwachung zusammenhängen und wie jeder zu konstruktiven Debatten und einem respektvollen Umgang im Netz beitragen kann.<br />
Einleitend (im zweiten Kapitel des Buchs) zeigt die Autorin, wie sich unser Verständnis von Anonymität im Laufe der Zeit verändert hat. Das Neue an Anonymität im Internet ist laut Brodnig, dass die rein textbasierte Kommunikation den Menschen ein Gefühl von „Unsichtbarkeit“ verleiht. Dass man weder gesehen noch gehört wird, kann sich sowohl positiv als auch negativ auf das menschliche Verhalten auswirken. Einerseits gelingen Kollaborationen, wie z. B. das Online-Lexikon Wikipedia, bei dem auch „Halbwissen“ zur Diskussion gestellt wird. Auch kann Anonymität den Schwachen oder Unterdrückten als Instrument dienen, um sich Gehör zu verschaffen. Brodnig schreibt über den Schutz von Informanten wie Whistleblower und investigative Journalisten, die für die Öffentlichkeit relevante Dinge aufdecken.<br />
Ein Großteil des Buchs (das dritte und vierte Kapitel) beschäftigt sich mit den „dunklen Seiten“ der Anonymität im Netz: Mobs, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Troll_(Netzkultur)">Trolle</a> und Kinderpornografie. Brodnig nennt u. a. Cybermobs, die in China als „Menschenfleisch-Suchmaschine“ bezeichnet werden. In einer Art Hexenjagd rächt sich die Meute an anderen. Anonymität in Form einer „gesichtslosen Masse“, die sich unsichtbar durch das Netz bewegt, verleitet häufig Menschen zu aggressivem und rücksichtslosem Verhalten. Viele Menschen trennen zwischen Online- und Offline-Identität und denken beim Verfassen einer Hass-Mail: „Das bin doch nicht ich“.<br />
Manche Gruppen, wie z. B. Antifeministen oder das Kollektiv „Anonymous“ (die beide ausführlich im Buch besprochen werden), sind oft lauter als der durchschnittliche Kommentierende. Sie nutzen die vermeintliche Unsichtbarkeit im Netz, um zahlreicher zu erscheinen als sie tatsächlich sind. Ganze Debatten können sie ins Destruktive lenken, selbst wenn die Mehrheit der Leser anders denken mag.</p>
<h3><b>Stärkt oder schwächt Anonymität im Internet die Demokratie? </b></h3>
<p>Problematisch ist, dass die meisten Trolle oder Hassposter ihr Verhalten oft mit dem Argument der Meinungsfreiheit rechtfertigen. In einer demokratischen Gesellschaft sollte man angstfrei debattieren können. Dass Meinungsäußerungen Angriffsfläche bieten, wird in demokratischen Gesellschaften immer der Fall sein. Viktor Mayer-Schönberger vom Oxford Internet Institute schreibt im Vorwort zu Brodnigs Buch, dass vermehrte Anonymität im Internet ein „effektives Frühwarnsystem unserer Demokratie“ sei. Je weniger die Menschen bereit sind, unter ihrem echten Namen zu diskutierten, desto gefährdeter sei ein freier Diskurs.<br />
Auch Unternehmer wie Mark Zuckerberg oder Arianna Huffington verlangen, dass Menschen unter ihrem echten Namen im Internet verkehren. Das Onlinemedium „Huffington Post“ verbietet anonyme Kommentare, da ihre Gründerin denkt, dass Menschen zu ihrer Meinung stehen und sich nicht „hinter der Anonymität verstecken“ sollten. Zuckerberg hingegen betrachtet mehrere Identitäten als einen „Mangel an Integrität“. Das hört sich vielleicht plausibel an, Brodnig weist in ihrem Buch jedoch darauf hin, dass Geheimdienste, Staaten und Internetkonzerne ein großes Interesse daran haben, zu wissen, wer, was und wo im Internet tut. Meinungsfreiheit und Demokratie könnten demnach als Vorwand für umfangreicheres Datensammeln und eine Kontrolle der Bevölkerung ausgenutzt werden.</p>
<h3><b>Gibt es überhaupt noch echte Anonymität? </b></h3>
<p>Ob es überhaupt noch Sinn mache, über Anonymität zu reden, wird im letzten Teil des Buchs besprochen (Kapitel 5). Denn durch die Bekanntmachung von Überwachungsapparaten und Vorratsdatenspeicherung ist bekannt, dass wir heute weder anonym noch privat im Netz unterwegs sind. Auch als Privatperson kann ich – z. B. anhand der Emailadresse &#8211; herausfinden, woher die  Hass-Poster kommen. Viele Menschen würden ihre Anonymität komplett falsch einschätzen, sagt Brodnig.<br />
Lohnt es sich dann überhaupt, Anonymität im Internet zu schützen? Brodnig zitiert dazu in ihrem Buch den chinesischen Cyberdissidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Anti_(Journalist)">Michael Anti</a> (echter Name: Zhao Jing):  „Es ging nicht um Anonymität, es ging um diese neue Identität &#8230; Als ich meinen Namen wechselte, wurde ich immer mutiger“. In dem Bewusstsein, dass die chinesische Regierung seine Identität stets kannte, kritisierte Anti im Internet unter seinem Pseudonym die kommunistische Führung. Sein Facebook-Profil wurde aufgrund der Klarnamenpflicht des sozialen Netzwerkes 2011 gelöscht. Anonymität bedeutet heute vielleicht eher die Möglichkeit, eine Seite der eigenen Persönlichkeit im Netz auszuleben und nicht komplett unerkannt zu sein. In diesem Sinne ist Identität  also nicht notwendig singulär, sondern passt sich an das Gegenüber an.<br />
<figure id="attachment_138602" aria-describedby="caption-attachment-138602" style="width: 188px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/der-unsichtbare-mensch.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-138602 " alt="der unsichtbare mensch" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/der-unsichtbare-mensch.jpg" width="188" height="302" /></a><figcaption id="caption-attachment-138602" class="wp-caption-text">Ingrid Brodnig: Der unsichtbare Mensch &#8211; Wie die Anonymität im Internet unsere Gesellschaft verändert. Wien: Czernin Verlag, 2013, € 18,90</figcaption></figure><br />
Es gibt weitere Gründe, Anonymität im Internet nicht als Ganzes abzuschaffen. Brodnig liefert erschreckende Beispiele: Ein Realnamen-Gesetz, dass 2007 in Südkorea in Kraft trat, um bösartige Postings zu unterbinden, verpflichtete alle Bürger auf Websites, nur unter ihrem richtigen Namen und mit Nennung ihrer Einwohnernummer zu kommentieren. Kurz darauf wurden die privaten Daten von 70 Prozent der südkoreanischen Bevölkerung von Hackern geklaut.</p>
<h3><b>Der Ton macht die Debatte</b></h3>
<p>In einer Zeit in der on- und offline zunehmend miteinander verschmelzen, kann man nicht mehr von „Cybermobbing“ oder einer „virtuellen Welt“ sprechen. Anfeindungen im Netz sind real und schmerzhaft. Im letzten Teil des Buchs stellt Brodnig Wege für ein soziales Miteinander im Netz vor. Die Moderation von Kommentaren auf „Zeit Online“ wird als Beispiel genannt, wie eine respektvolle und sachliche Diskussion gefördert werden kann. Ein mehrköpfiges Community-Team überprüft jedes einzelne Posting anhand einer „digitalen Hausordnung“. Wird ein Kommentar gelöscht, gibt es eine Begründung wie: „Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion“. Solch eine umfangreiche Moderation ist jedoch teuer und zeitaufwändig.<br />
Die Hervorhebung von nützlichen Kommentaren durch Bewertungen anderer Nutzer, wie auf der Website <a href="http://stackoverflow.com/">Stack Overflow</a>, ist eine preiswertere Möglichkeit, für einen freundlicheren Umgang im Internet zu sorgen. Konstruktive Beiträge werden durch positive Bewertungen belohnt und die Community überwacht sich selbst. Oft hilft es auch, wenn Journalisten oder Verfasser von Texten im Internet sich früh einschalten und mit ihrer Leserschaft diskutieren. „Zeit“-Redakteur David Schmidt sagte Brodnig, dass Artikel oft als ein fertiges, unmenschliches Produkt angesehen würden. Gegen diese „unpersönliche Wand“ ließe es sich leicht argumentieren. „Sobald da aber ein Mensch ist, der sagt, dass er sich Gedanken dazu gemacht hat, gehe ich ganz anders damit um“.<br />
Im Allgemeinen könne aber jeder Einzelne ohne viel Aufwand für einen besseren Ton im Netz sorgen, z. B. indem man sich die Situationen im Internet offline vorzustellt. Die Autorin verweist auf ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=UMpgVRCm9d4">YouTube Video</a>, in dem Studenten den „Online Disinhibition Effect“ schauspielerisch darstellen. Es würde einem schon seltsam vorkommen, wenn Menschen ohne Vorwarnung öffentlich angepöbelt und beschimpft werden.</p>
<h3><b>Fazit</b></h3>
<p>„Der unsichtbare Mensch“ bespricht die historischen, politischen und psychologischen Dimensionen von Anonymität und erläutert die Komplexität des Konzepts im virtuellen Raum. Für Community-Manager und Moderatoren von Nachrichtenseiten oder Foren enthält das Buch eine Reihe von nützlichen Tipps, um besser auf anonyme Poster zu reagieren bzw. mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Das Einbinden von spannenden, aktuellen Beispielen sorgt für eine abwechslungsreiche Lektüre. Die Autorin bezieht zwischendurch immer wieder klar Position, was das Buch persönlich und zugänglich macht. So schreibt sie direkt zu Anfang des Buchs: „Ich plädiere weder für null noch für hundert Prozent Anonymität, sondern für eine komplexere Auseinandersetzung mit diesem Thema“. Was mich betrifft, hat Ingrid Brodnig ihr Ziel erreicht.<br />
Bilder: oben: <a href="http://www.flickr.com/photos/29487767@N02/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Daniela Hartmann</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-SA 2.0)</a>, Buchcover: © <a href="http://www.czernin-verlag.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Czernin Verlag</a><br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></p>
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		<title>Das Beste beider Welten &#8211; Rezension: „Internet und Partizipation“</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Feb 2014 10:21:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Zwischen Fortschrittseuphorie und Technikangst vereint der Sammelband „Internet und Partizipation“ wissenschaftliche Forschung mit Eindrücken aus der Praxis und bietet so [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/7221714496_f69f5f5c05_z.jpg"><img decoding="async" class="size-large wp-image-137851 alignnone" alt="7221714496_f69f5f5c05_z" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/7221714496_f69f5f5c05_z-630x473.jpg" width="630" height="473" /></a>Zwischen Fortschrittseuphorie und Technikangst vereint der Sammelband „Internet und Partizipation“ wissenschaftliche Forschung mit Eindrücken aus der Praxis und bietet so das Beste beider Welten: einen faktenreichen Überblick über die Trends politischer Partizipation im Internet.<br />
Nein, einen umfassenden und systematischen Überblick stelle der Sammelband nicht dar, präzisiert die Herausgeberin Kathrin Voss und grenzt den Band so gleich zu Beginn von jenen Publikationen ab, die mit Versprechungen auf totale Aufklärung locken. Aber unbedeutend sind die Inhalte darum noch lange nicht. Der Band mit dem Untertitel „Bottom-up oder Top-down? Politische Beteiligungsmöglichkeiten im Internet“ verortet sich im Spannungsfeld von Fortschrittseuphorie und Technikangst. Ermöglicht das Instrumentarium des Web 2.0 normalen Bürgern mehr Gewicht bei politischen Entscheidungen? Welche Instrumente sind dazu besonders dienlich, welche weniger? Oder droht vielmehr ein Verfall der politischen Kultur? Dazu sei besonders der Beitrag von Gerhard Vowe empfohlen.<br />
Das erste Kapitel versammelt Beiträge zur Dimension zivilgesellschaftlichen Engagements im Internet. Demgegenüber beschäftigt sich das zweite Kapitel mit internetgestützter Parteimitarbeit und berücksichtigt besonders die SPD, die Grünen und die Piratenpartei. Im letzten Kapitel werden staatlich organisierte Partizipationsangebote, wie BürgerForen, Bürgerhaushalte oder Konsultationen über Gesetzesentwürfe beleuchtet.<br />
<strong>Ein gelungenes Mosaik aus Wissenschaft und Praxis</strong><br />
<figure id="attachment_137853" aria-describedby="caption-attachment-137853" style="width: 183px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IuP-voss-buchcover.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-137853" alt="IuP voss buchcover" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IuP-voss-buchcover-305x435.jpg" width="183" height="261" /></a><figcaption id="caption-attachment-137853" class="wp-caption-text">Voss, Kathrin (Hrsg.): Internet und Partizipation – Bottom-up oder Top-down? Politische Beteiligungsmöglichkeiten im Internet. Reihe: Bürgergesellschaft und Demokratie. Wiesbaden: Springer VS, 2014, € 39,99</figcaption></figure><br />
Der Sammelband überzeugt vor allem mit dem gelungenen Konzept, wissenschaftliche Forschung mit anwendungserprobter Praxis zu verbinden. So ist jedem Kapitel der Aufsatz eines Wissenschaftlers vorangestellt, die oder der den aktuellen Stand der Forschung zum jeweiligen Thema zusammenfasst. Darauf folgen vier bis fünf Aufsätze sowohl von Wissenschaftlern wie Praktikern, die auf einen ausgewählten Aspekt fokussieren. Jeden für sich genommen, böten diese spezialisierten Aufsätze keine Antworten auf die Fragen nach dem politischen Potential des Internets. Zusammengenommen aber ergeben die einzelnen Beiträge, einige davon bereits in renommierten Fachzeitschriften erschienen, eine detaillierte Illustration der wissenschaftlichen Thesen.<br />
<strong>Trend in den Parteien</strong><br />
So pointieren die Beiträge zur Bedeutung des Internets für SPD, Grüne und Piratenpartei im zweiten Kapitel die Thesen des Politikwissenschaftlers Christoph Bieber. Er identifiziert  eine Art digital-partizipatives Wettrüsten der Parteien, hervorgerufen durch die rasante technische Entwicklung sowie die Etablierung der Piraten,  kontinuierlich befeuert durch Wahlkämpfe . Dass daraus aber nicht notwendigerweise echte Partizipationsangebote resultieren, zeigt der Beitrag von Katharina Hanel und Stefan Marschall. Sie nehmen ein Experiment der SPD unter die Lupe und kommen zu dem Schluss, dass die „gelebte […] Öffnung der Partei“ (Aussage der SPD) bis auf Weiteres im Stadium reiner Symbolpolitik verbleibt.<br />
<strong>Warnung vor Zustimmung per Mausklick</strong><br />
Wie gut sich die einzelnen Beiträge teilweise ergänzen, zeigt sich unter anderem, wenn Dieter Rucht bezüglich der Bedeutung von Online-Mobilisierung für Offline-Proteste andeutet, was Kathrin Voss einige Seiten später mit ausgewählten Beispielen konkretisiert. Politische Kampagnengruppen haben im Netz derartig zugenommen, dass ein Konkurrenzkampf um die Aufmerksamkeit der Nutzer entbrannt ist.  Online-Kampagnen seien zur „Massenware auf dem Markt politischer Handlungsaufrufe“ geworden, wie Voss urteilt.<br />
Die vormals geringen Kosten von Online-Protestaufrufen relativieren sich inzwischen. Mit der kontinuierlichen Aktualisierung des eigenen Internetauftritts sowie der Bereitstellung von interaktiven Tools und dem Zwang zur Eigenwerbung steigt der Aufwand für Online-Protestaktionen immer weiter an. Ihrer Überpräsenz wegen wird den „Zustimmungsbekundungen per Mausklick“, wie Kathrin Voss überzeugend erläutert, von politischen Entscheidungsträgern weit weniger Gewicht zugesprochen als Demonstrationen, den etablierten Medien und analogen Unterschriftenlisten. Je größer die Gesamtzahl der Online-Kampagnen, desto geringer erscheint die Wirkung der einzelnen Aktion. Zusammengenommen gelingt es allen Autoren, die Diskussion um Internet und Partizipation um zahlreiche Farbschattierungen jenseits des Schwarz-Weiß-Schemas zu erweitern, in dem die Thematik teilweise immer noch verhandelt wird.<br />
<strong>Fazit</strong><br />
Der Sammelband führt einige der wichtigsten deutschsprachigen Wissenschaftler, wie die Professoren Dieter Rucht oder Herbert Kubicek, mit langjährigen Praktikern zusammen, wie Malte Spitz (Vorstandsmitglied von Bündnis 90/ Die Grünen), oder zebralog-Gründer Matthias Trénel, und bringt die Debatte um die Bedeutung des Internet für die politische Partizipation voran. Als besonders fruchtbar erweist sich das weitgefasste Verständnis von Partizipation, das den Beiträgen zugrunde liegt. Ob Engagement, Mitarbeit, Beteiligung oder Protest: Durch die Integration der verschiedenartigen Facetten des Partizipationsbegriffs bietet die Publikation einen Überblick, der sich als umfassender erweist, als vieles, was bisher auf dem Markt erschienen ist. In diesem Sinne ist vielleicht das Einzige, was man der Herausgeberin vorwerfen kann, übertriebene Bescheidenheit.<br />
Bilder: oben: <a href="http://www.flickr.com/photos/zoonabar/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zoonabar</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-SA 2.0)</a>, Buchcover: © <a href="http://www.springer.com/springer+vs/politikwissenschaft/book/978-3-658-01027-0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Springer VS</a><br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></p>
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		<title>Bürgergesellschaft im Netz</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jul 2003 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[„Bin ich schon drin oder nicht?“ Der Autor des Ratgebers „Virtuelle Netze nutzen lernen“ Christoph Dowe, Geschäftsführer pol-di.net beantwortet diese Frage und stellt den Ratgeber für Inititiven und NGOs vor.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Bin ich schon drin oder nicht?“ Der Autor des Ratgebers „Virtuelle Netze nutzen lernen“ Christoph Dowe, Geschäftsführer pol-di.net beantwortet diese Frage und stellt den Ratgeber für Inititiven und NGOs vor.<!--break--></p>
<p>Ein Internet-Ratgeber für kleine und mittlere Organisationen und Nichtregierungsorganisationen? Ist das nicht fast so etwas wie ein Widerspruch, wie ein anachronistisches oder gar freches Angebot? Schließlich sind es doch gerade solche Organisationen, die das Internet seit Jahren sehr erfolgreich, innovativ und aktivierend nutzen. Hunderttausende Globalisierungs- oder Kriegsgegner gingen inzwischen, ausschließlich über das Netz organisiert, auf die Straße. Tausende von Protestmails überschwemmten politische Akteure aus allen Lagern, vom Gemeinderat bis hin zum Weißen Haus. Unterschriftensammlungen &#8211; auch zu abseitigen Themen &#8211; bringen zehntausende Menschen dazu, ihren Namen im Internet unter ein gemeinsames Dokument zu setzen. Positive Beispiele gibt es massenhaft. Tatsächlich entstand das Netz zum Kommunizieren, und nicht, wie man heute manchmal glauben mag, um Dinge zu verkaufen. Damit entspricht das Internet der Netzwerkstruktur vieler kleiner Grassroot-Organisationen, Bürgerinitiativen oder ideeller Zusammenschlüsse.</p>
<p>                    <strong>Defizite bei Internetauftritten kleinerer Organisationen</strong><br />
                    <br />Die Analyse ist richtig und falsch. Tatsächlich haben gerade Nichtregierungsorganisationen (NRO) früh, schnell und innovativ das Netz für ihre Zwecke entdeckt. Bei genauerem Hinsehen jedoch zeigt sich: Hauptsächlich große Organisationen und solche mit junger Mitgliederstruktur nutzen das Internet verlässlich vorbildlich. Natürlich besitzen Amnesty International, Attac oder Greenpeace hervorragende Auftritte – sie haben entweder das Geld oder das Personal (oder beides) um hochgradig professionell zu sein, um Agenturen marktgerecht zu bezahlen oder um eine Armada von Freiwilligen zu mobilisieren. Aber ein Großteil des Bürgerengagements findet nach wie vor nicht in Massenorganisationen statt, sondern in lokal und thematisch begrenzten Zusammenschlüssen aktiver Bürger. Diese verfügen eher selten über eine ausgereifte und gut ausgestattete Struktur. Das Internet setzen sie dabei aus Scheu oder Nichtwissen eher zurückhaltend für die Arbeit ein. Den Internetauftritten kleinerer Organisationen mangelt es oftmals an klaren Vorstellungen und Zielsetzungen. </p>
<p>                    <strong>Ratgeber für den effizienten Internetauftritt</strong><br />
                    <br />An die Aktivisten dieser kleineren und mittelgroßen Organisationen richtet sich der neue Ratgeber, der von der Stiftung Mitarbeit in Zusammenarbeit mit pol-di.net e.V. /politik-digital.de im Juli 2003 veröffentlicht wurde. Auf 66 Seiten sollen gerade diejenigen Mitstreiter kleiner und mittelgroßer Organisationen angesprochen werden, die sich der Bedeutung des neuen Mediums zwar bewusst sind, sich ansonsten aber eher hilflos gegenüber den neuen Aufgaben fühlen, selbst, wenn vielleicht bereits ein Internetauftritt besteht. Verkürzt werden soll mit dem Ratgeber der Schritt zwischen „Da müssten wir eigentlich mal aktiv werden“ zu „Das packen wir jetzt an!“</p>
<p>Der Ratgeber setzt da an, wo jede Überlegung starten sollte: Ist ein Internetauftritt für meine Organisation sinnvoll? Das Internet als Hilfsmittel taugt ja nicht für jede Organisation, und eine realistische Einschätzung ist nötig, um entscheiden zu können, ob tatsächlich die Mühen den späteren Nutzen lohnen. Wie kann z.B. gerade eine kleine oder mittelgroße, meist nur semi-professionell strukturierte Organisation von den Neuen Medien profitieren? Weitere Kapitel sind den eigenen und fremden Erwartungen an eine Website gewidmet und versuchen, eine Hilfestellung bei der Definition der Zielgruppe zu geben. Der Hauptteil widmet sich den nötigen Schritten, um einen erfolgreichen Netzauftritt zu planen: Aus dem Inhalt:<br />
                    <br />&#8211; Wer sollte einen Internetauftritt planen?<br />
                    <br />&#8211; Woraus besteht ein Redaktionskonzept?<br />
                    <br />&#8211; Ist Design wirklich so wichtig?<br />
                    <br />&#8211; Standard-Anwendungen, Innovative Anwendungen, Killer Applikationen<br />
                    <br />&#8211; Welche rechtlichen Fragen sind wichtig?<br />
                    <br />&#8211; Welche technischen Grundlagen sind nicht vermeidbar?<br />
                    <br />&#8211; Warum braucht jede Seite Marketing?</p>
<p>Ergänzt wird der Ratgeber zudem durch Hinweise für den Umgang mit Agenturen, ein Glossar und eine Checkliste für die wichtigsten ersten Schritte.</p>
<p>Der Ratgeber versteht sich als erste Annäherung an das Thema. Am Ende der Lektüre sollen sich die Leser gerüstet fühlen, die wichtigsten Entscheidungen bei der Erstellung oder Neuerarbeitung einer Internetsite zu fällen und Mitstreiter zu beraten.<br />
                    </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Öffentlichkeitsarbeit, Kampagne, Online-Kampagne, Website, Ratgeber, Bürgergesellschaft, NGO, Bürgerinitiative</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzkampagnenvirt1-shtml-3196/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jul 2003 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Neuer Ratgeber der Stiftung Mitarbeit und pol-di.net e.V. erschienen: Der stellvertretende Geschäftsführer der Stiftung Mitarbeit Hanns-Jörg Sippel erläutert die Problemstellungen für Initiativen und NGOs auf dem Weg zu einem erfolgreichen Internet-Auftritt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Neuer Ratgeber der Stiftung Mitarbeit und pol-di.net e.V. erschienen: Der stellvertretende Geschäftsführer der Stiftung Mitarbeit Hanns-Jörg Sippel erläutert die Problemstellungen für Initiativen und NGOs auf dem Weg zu einem erfolgreichen Internet-Auftritt.<!--break--></p>
<p>Als Mitte der 90er Jahre das Internet am Beginn seiner massenhaften Nutzung stand, verbanden sich mit den neuen Kommunikationstechnologien gerade auch für die Demokratisierung der Gesellschaft die Verheißung völlig neuer Möglichkeiten und Chancen. Ein weltumspannender Raum ohne Zensur, demokratisierte Bürger/innen, die per Mausklick wichtige gesellschaftliche und politische Entscheidungen mitbestimmen, neue Formen der Kommunikation, der demokratischen Beteiligung und Beratung. Prophezeit wurde gar eine »schöne neue Welt«, in der sich jenseits räumlicher und zeitlicher Beschränkungen gesellschaftliche Utopien verwirklichen lassen.</p>
<p>                    <strong>Utopie und Wirklichkeit</strong><br />
                    <br />Die euphorischen Verheißungen sind bekanntlich nicht Wirklichkeit geworden. Spätestens mit dem Ende des Internetbooms und dem Börsencrash wird auch das demokratische Potential des Internet nüchterner betrachtet, die Grenzen des Netzes sind allenthalben kritisch in den Blick geraten. Heute glaubt niemand mehr, allein die interaktiven Möglichkeiten des Netzes – jeder »Informationsempfänger« kann selbst auch »Sender« sein – reichten aus, um aus einer »Zuschauerdemokratie« eine lebendige Bürgergesellschaft zu machen.</p>
<p>                    <strong>Internet als demokratisches und bürgernahes Medium</strong><br />
                    <br />Geblieben ist die Vision einer Informationsgesellschaft, in der nicht die Wirtschaft, Wissenschaft und große Medienunternehmen im Vordergrund stehen, sondern die sich frei und ungehindert informierenden und mit anderen kommunizierenden Bürger/innen. In dieser Bürgergesellschaft geht die Initiative von unten, von den Bürger/innen aus, die sich die besonderen Eigenschaften des Netzes zu nutze machen und im Internet den demokratischen Umgang mit Informationen etablieren und einüben. Und tatsächlich haben sich neue Formen des demokratischen Dialogs zwischen Bürger/innen und politischen Institutionen wie auch innerhalb der Bürgergesellschaft entwickelt. Erste Erfahrungen zeigen, dass das Internet insbesondere die lokale politische Kommunikation intensivieren kann und neue Formen globaler Kommunikation ermöglicht. So ist das Internet mit seinen Vernetzungsmöglichkeiten zu einem wichtigen politischen Werkzeug für weltweit koordinierte politische Kampagnen geworden. Es haben sich neue internetspezifische Kampagnen- und Protest-Formen entwickelt, um netzinterne oder -externe gesellschaftspolitische Themen durchzusetzen.</p>
<p>                    <strong>Vernetzung und politische Aktivierung</strong><br />
                    <br />So begannen sich Ende der 90er Jahre verstärkt Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen wie auch Globalisierungskritiker zu organisieren und ihren Protest auf globaler Ebene zu koordinieren. Zugute kam ihnen dabei, dass es mit Hilfe des Internets – durch die weltweite Vernetzung mit Partnern und Informationsquellen – leicht ist, Kampagnen mit globaler Reichweite durchzuführen. Was früher großen Organisationen vorbehalten war, ist heute selbst kleinen Aktivistengruppen möglich. Es entstehen politische Aktionsgemeinschaften, die durch den virtuosen Einsatz alter und neuer Medien eine effektive, globale Vernetzung und politische Aktivierung erreichen. Die Do-It-Yourself-Medien wie Mailboxen, Internet-Mailinglisten, Newsgroups, Websites, Streaming-Technologien schaffen alternative Öffentlichkeiten und Gemeinschaften, sind vergleichsweise preiswert zu realisieren und relativ frei zugänglich. Zum Symbol für die Kraft eines auf diese Weise organisierten weltweiten Protestes wurde die 3. Konferenz der World Trade Organisation (WTO) Ende 1999 in Seattle. Tausende von Protestierenden reisten in einer großen Mobilisierungswelle aus aller Welt an, um gegen die Wirtschaftspolitik der WTO zu protestieren.</p>
<p>                    <strong>Netzwerkförderung durch „Wegweiser Bürgergesellschaft“</strong><br />
                    <br />Neben diesen spektakulären und medienwirksamen Aktionen stehen die vielfältigen Online-Initiativen von Nicht-Regierungsorganisationen, Verbänden, Zusammenschlüssen, von gesellschaftlichen Initiativen und Projekten. Die Stiftung MITARBEIT hat mit dem »Wegweiser Bürgergesellschaft« (<br />
                    <a href="http://www.buergergesellschaft.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.buergergesellschaft.de</a>) ein Angebot geschaffen, das diese oft voneinander isolierten Internet-Aktivitäten zusammenführt. Das Internetportal für die Bürgergesellschaft will neue Formen des Austauschs und der Kooperation zwischen zivilgesellschaftlichen Netzwerken fördern und in den neuen Medien einen Informationsverbund etablieren, der nah an der Bürgergesellschaft ist und alle Formen der demokratischen Teilhabe nachhaltig fördert. Zugleich können sich Interessierte umfassend über die Möglichkeiten des bürgerschaftlichen Engagements informieren.<br />
                    <br />Seit 40 Jahren unterstützt die Stiftung MITARBEIT (<br />
                    <a href="http://www.mitarbeit.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.mitarbeit.de</a>) bürgerschaftliches Engagement und Selbsthilfeaktivitäten. Dies geschieht durch Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit, Weiterbildungsveranstaltungen, Fachtagungen, Methoden- und Finanzierungsseminare, Projekte zur Demokratieentwicklung und Starthilfeförderung für neue Initiativen. Mit dem »Wegweiser Bürgergesellschaft« überträgt die Stiftung ihre Idee und ihren Auftrag, die »Demokratieentwicklung von unten« zu fördern, ins Internet.</p>
<p>                    <strong>Virtuelle Netze nutzen lernen</strong><br />
                    <br />Mit der Publikation »Virtuelle Netze nutzen lernen. Der erfolgreiche Weg ins Internet« reagiert die Stiftung auf das Problem vieler Non-Profit-Organisationen, Zusammenschlüsse, Initiativen und Projekte, eine erfolgreiche Website zu konzipieren und dann auch umzusetzen. Zwar sind in der ersten Boomphase des Internets, als nach dem Motto »Be fast or be last« ein großer Run auf das neue Medium einsetzte, von vielen Organisationen eigene Websites ins Netz gestellt worden. Manchmal wurden mit diesen Internet-Auftritten auch neue Wege beschritten und erfolgreiche Lösungen für die eigene Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit gefunden. Oft aber wurde auch wenig Wert auf Qualität gelegt. Das Ergebnis: Ein Großteil dieser Websites fristet ein Schattendasein im Niemandsland des Netzes. Ganz zu schweigen von den kleinen Organisationen und Projekten, die aus Mangel an Ressourcen oder technischem Verständnis erst gar nicht den Weg ins Internet suchten.<br />
                    <br />Die Stiftung MITARBEIT und pol-di.net e.V. wollen mit dem Ratgeber die ersten Schritte ins Internet so verständlich wie möglich beschreiben. Am Ende der Lektüre sollen sich die Leser/innen gerüstet fühlen, die wichtigsten Entscheidungen bei der Erstellung oder Überarbeitung einer Internet-Site zu fällen und – falls es einen Etat dafür gibt – mit einer Agentur den Auftritt selbstbewusst zu planen.</p>
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