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	<title>Bürgerjournalismus &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Bürgerjournalismus &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Digitale Presseschau &#8211; KW 45</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Frank Vaccaro]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Nov 2011 14:35:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Staatstrojaner]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
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		<category><![CDATA[Bundesverfassungsgericht]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/linkliste_banner.png" />Ein Rüffel an die Piraten, das ewige Thema Facebook, böses Internet und ein Ausflug zu den Möglichkeiten des Bürgerjournalismus – die Digitale Presseschau der vergangenen Woche. 
<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Rüffel an die Piraten, das ewige Thema Facebook, böses Internet und ein Ausflug zu den Möglichkeiten des Bürgerjournalismus – die Digitale Presseschau der vergangenen Woche.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3 align="center"><strong>Unser Video der Woche<br />
</strong></h3>
<p align="center">[youtube http://www.youtube.com/watch?v=lYDx0Z75rt4&amp;w=480&amp;h=315]</p>
<p>Seit letzter Woche Teil unserer Presseschau: Das „Video der Woche“. In dieser Woche zeigt „Was Facebook über Dich weiß“ in knapp zwei Minuten anschaulich, wie mit den Daten umgangen wird, die das Netzwerk von uns speichert.</p>
<p><strong><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/piratenpartei-vergisst-ihr-gruendungsprinzipien-raubkopierer-in-die-parlamente-1.1183236" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Piratenpartei vergisst Gründungsprinzipien: Raubkopierer in die Parlamente!</a></strong></p>
<p>Auf Platz eins wählten wir eine wohlmeinende Ermahnung an die Piratenpartei. Dirk von Gehlen erinnert in seinem Beitrag auf sueddeutsche.de an die Ursprünge der Freibeuter und ruft deren orginäres Thema &#8211; das Urheberrecht &#8211; wieder ins Gedächtnis.</p>
<p><strong><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/kritik-an-freundschaftsnetzwerk-waechst-wie-datenschuetzer-weltweit-mit-facebook-ringen-1.1183159" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie Datenschützer weltweit mit Facebook ringen</a></strong></p>
<p>Dass nicht nur deutsche Datenschützer mit Facebooks Like-Button ein Problem haben, zeigt dieser Artikel. Außerdem zu erfahren: Wie funktioniert dieses Ding und warum sind auch Internetnutzer betroffen, die nicht bei Facebook angemeldet sind?</p>
<p><strong><a href="http://theeuropean.de/gunnar-sohn/8718-big-brother-datenschutz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Warum der Staat das freie Netz hasst und Facebook liebt</a></strong></p>
<p>Mit dem Staatstrojaner und dem staatlichen Zielkonflikt von innerer Sicherheit und Datenschutz beschäftigt sich Gunnar Sohn. Staatlicher Datenschutz sei &#8220;kein probates Mittel für den Bürger, um seine informationelle Selbstbestimmung durchzusetzen&#8221;, so der Autor auf The European.</p>
<p><strong><a href="http://blog.wiwo.de/ungedruckt/2011/11/07/das-bose-internet-heute-ahnungslose-verfassungsrichter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Verfassungsrichter und das „böse“ Internet</a></strong></p>
<p>In großen Teilen der Netzöffentlichkeit vielleicht der Aufreger der Woche: Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts, bezeichnet die Nutzung von Facebook als &#8220;risikogeneigte Tätigkeit&#8221;. Sebastian Matthes stellt auf wiwo.de in Frage, ob nachweislich netzferne Personen netzpolitische Entscheidungen treffen sollten. Interessant sind auch die Kommentare auf Matthes‘ Artikel.</p>
<p><strong><a href="http://mashable.com/2011/11/10/citizen-journalism-democracy/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie Bürgerjournalismus Medien und Demokratie verändert</a></strong></p>
<p>Über die Bedeutung des Bürgerjournalismus in einem zunehmend globalisierten und monopolisierten Mediensystem schreibt Layla Revis auf mashable.com. Anhand verschiedener Beispiele veranschaulicht die Autorin, wie alternativer Journalismus ein bereicherndes Gegengewicht zu den etablierten Medien bilden kann.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Das Internet als Krisenmedium in Japan</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/das-internet-als-krisenmedium-in-japan-5172/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone Schiedchen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Mar 2011 19:25:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Erdbeben]]></category>
		<category><![CDATA[Krystian Woznicki]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit knapp einer Woche sind die Nachrichten voll von Informationen über die Katastrophe in Japan und wir wissen nicht, was noch passieren wird. Wahrscheinlich ist kein anderes Land der Welt auf die Folgen einer solchen Katastrophe so gut vorbereitet gewesen, und dennoch sind die Auswirkungen so stark, dass der Mensch dem nur wenig bis gar nichts entgegensetzen kann. politik-digital.de bewertet die Rolle des Internet als Krisenmedium in Japan.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit knapp einer Woche sind die Nachrichten voll von Informationen über die Katastrophe in Japan und wir wissen nicht, was noch passieren wird. Wahrscheinlich ist kein anderes Land der Welt auf die Folgen einer solchen Katastrophe so gut vorbereitet gewesen, und dennoch sind die Auswirkungen so stark, dass der Mensch dem nur wenig bis gar nichts entgegensetzen kann. politik-digital.de bewertet die Rolle des Internet als Krisenmedium in Japan.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Auch wenn eine Woche nach dem Erdbeben und dem Tsunami noch längst keine abschließende Bilanz zur Krisenkommunikation gezogen werden kann, bewertet politik-digital.de heute die Rolle des Internet in dieser Notlage sowie die Handlungsmöglichkeiten der einzelnen Akteure.  
</p>
<p>
Auf allen Nachrichtenkanälen wird über die aktuelle Situation in Japan informiert. Fast jede größere Zeitung, jeder TV-Sender hat auf der Homepage einen Live-Ticker eingerichtet, der eine Echtzeitkommunikation möglich macht. Aber &#8211; und das haben wir in dieser Form noch nicht erlebt – auch die sozialen Netzwerke spielen eine zentrale Rolle beim Austausch von Informationen. Japan als stark vernetztes Land konnte insbesondere diese Kanäle für sich nutzen. Trotz des teilweisen Zusammenbruchs des Telefonnetzes konnten Informationen über Twitter versendet werden, die es gleichzeitig erlaubten, die Katastrophe sehr schnell publik zu machen. Hierin kann eindeutig ein Vorteil des Social Media-Netzes gesehen werden, denn anders als beispielsweise nach dem Erdbeben auf Haiti ist eine unvergleichlich größere Informationsdichte möglich und Massen können über diese Netzwerke erreicht werden.
</p>
<p>
Um sich gegenseitig zu informieren und zu vernetzten, nutzen viele Japaner Online-Tools und schaffen sich somit in gewisser Weise eine Unabhängigkeit von den öffentlichen Medien. Es entsteht folglich eine eigenständige Handlungsebene, eine Art Gegenmacht zur Regierung. Zu erwähnen ist insbesondere der <a href="http://japan.person-finder.appspot.com/?lang=en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Personen-Finder</a> von Google, der nach der Katastrophe gelauncht wurde. Daneben werden private Strahlungsmessungen über das Netz öffentlich gemacht, beispielsweise über die Facebook-Gruppe „<a href="http://www.facebook.com/home.php?sk=group_195685977129326&amp;%3Bnotif_t=group_activity" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tokyo Radioactive NOW</a>“. Dadurch wurden Austauschmöglichkeiten geschaffen, die informieren und ermutigen sollen. Der Microblogging-Dienst Twitter wird zum gegenseitigen Austausch aktueller Meldungen, Suchanzeigen und Benachrichtigungen genutzt, er hat zusätzliche Hashtags angelegt, für medizinische Information, für Informationen zur Evakuierung und für Hilferufe. Einen guten thematischen Überblick und Diskussionsverlauf bietet <a href="http://trendistic.com/japan" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Trendistic</a>.
</p>
<p>
Doch neben den enormen Vorteilen, die das Internet als Krisenmedium in dieser Situation bietet, sollte der Aspekt nicht außer acht gelassen werden, dass eine unqualifizierte Masse an Informationen über die Japaner hereinbrach. Stephan Ruß-Mohl, Kommunikationswissenschaftler an der Universität Lugano, macht in seinem bei <a href="http://carta.info/39164/gau/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CARTA</a> erschienenen Artikel darauf aufmerksam, dass manche Facebook-Nutzer &quot;sich selbst mit einer Nachrichtenagentur verwechseln&quot;. Er stellt zur Diskussion, ob hierin nicht eine Herabsetzung des seriösen Journalismus gesehen werden könne und fragt: &quot;Darf man das?&quot; An diesem Punkt setzt auch Krystian Woznicki, Herausgeber der Berliner Gazette, an. In seinen &quot;<a href="http://berlinergazette.de/7-thesen-zum-erdbeben-in-japan-live-internet-crowdsourcing-und-der-disaster-capitalism-complex/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">7 Thesen zum Erdbeben in Japan: Live-Internet, Crowdsourcing und der Disaster-Capitalism-Complex</a>&quot; ruft er  dazu auf, sich aktiv an der Gestaltung seines Textes zu beteiligen, um im Sinne des Bürger- und Prozessjournalismus am gesellschaftlichen Diskurs teilzunehmen. Am Beispiel seines Textes wird ersichtlich, dass durch Crowdsourcing verschiedene Blickwinkel auf die Diskussion gerichtet werden können. So sind seit Erstveröffentlichung von Woznickis Thesen am 12.03. an die 100 Kommentare erschienen, die der Autor inzwischen in drei Updates eingearbeitet hat. 
</p>
<p>
Indem Journalisten und Blogger informieren, können sie  unmittelbaren Einfluss auf das Geschehen in Japan nehmen – jenseits von Panikmache und Betroffenheitsjournalismus. Substanzielle Informationen tragen im Gegenteil dazu bei, die Lage besser einschätzen zu können und den Betroffenen damit die Angst zu nehmen. Bei der Teilhabe durch das Live-Internet sollten nach Woznicki jedoch vier Forderungen erfüllt sein: 1. das Herausstellen der politisch relevanten Fragestellung, 2. die Sicherung der Qualität, 3. die Erstellung moderierter Plattformen, 4. die Initiierung von Informationsnetzwerken für die Kommunikation der Betroffenen und der Außenwelt. Im Gespräch mit politik-digital.de fordert Woznicki die breite Masse auf, Öffnungen innerhalb der Massenmedien zu nutzen, um aktiv am Geschehen teilzunehmen.
</p>
<p>
Schließlich stellt sich die Frage, wie die japanische Regierung das Internet für die Krisenkommunikation nutzt. Die Menschen fühlen sich nicht ausreichend informiert und viele, gerade außerhalb Japans, halten die Informationspolitik der Regierung und des Atomkraftwerkbetreibers von Fukushima, Tepco, für wenig transparent. Diesbezüglich  bemerkt Woznicki gegenüber politik-digital.de, dass die Informationen durch die Beschleunigung früher und umfassender vorliegen, wodurch Medien und Regierung der Annahme unterliegen, die Kontrolle zu haben. Doch gerade mit dem Mittel des Ausnahmezustands setzt die Regierung ein zutiefst undemokratisches Mittel zur Kontrolle ein. Beide Seiten unterschätzen somit nicht nur die Katastrophe, sondern auch das Internet und hierbei besonders die Bedeutung sozialer Netzwerke. Woznickis Fazit besteht in der notwendigen Zusammenarbeit von Regierung und Medien: &quot;Erst die umfassende Kollaboration ermöglicht es Regierung und Massenmedien, von der Beschleunigung durch das Internet zu profitieren.&quot; An dieser Win-win-Situation könne auch die Zivilbevölkerung Anteil nehmen.
</p>
<p>
Zur Erklärung des Handelns der Regierung führt Woznicki mehrere Begründungen an, unter anderem die Komplexität der Situation, die eine gewisse Zeit für die Reaktion beanspruche – ohne dass er das Verhalten der Regierung rechtfertigt. Gegenüber politik-digital.de ordnet er das Handeln der japanischen Regierung auch im kulturellen Zusammenhang ein: Die Regierung sei nicht unvorbereitet, sondern gefasst, und es gelte, das Gesicht zu wahren.
</p>
<p>
Auch der Krisenforscher Frank Roselieb <a href="http://oe1.orf.at/artikel/272313" target="_blank" rel="noopener noreferrer">meint</a>, dass die japanische Regierung angemessen gehandelt habe, da sie eine Verantwortung gegenüber der Bevölkerung habe und bei einer solchen Katastrophe nicht vorschnell<br />
der Alarmzustand ausgerufen werden dürfe. Spätestens eine Woche nach dem Unglück solle die Regierung jedoch mehr Informationen herausgeben und die Bevölkerung in &quot;Echtzeit&quot; über das Geschehen unterrichten – das Verschweigen von Tatsachen sei dabei nicht akzeptabel. 
</p>
<p>
Japan hat die Chance, das Internet als das zentrale – auch grenzübergreifende &#8211; Krisenmedium zu nutzen und sich der Welt zu öffnen. Das Ausland hat dem gegenüber die Möglichkeit, mithilfe des Internet nicht mehr länger nur passiv, sondern – neben Spenden und logistischer Unterstützung &#8211; auch aktiv  über das Internet Anteil zu nehmen, etwa durch Web-Initiativen wie das <a href="http://love4japan.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Home Project</a>, das Erdbebenopfern ein Bett in Berlin über das Netz anbietet. Das Nutzen sozialer Netzwerke und weiterer Online-Tools ermöglicht einen umfassenden und vielschichtigen Informationsfluss, um die Situation differenziert bewerten und entsprechend handeln zu können. Ob diese Chance in ihrer ganzen Dimension genutzt werden wird, wird sich erst zeigen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Südkorea: Auf- und Abstieg des Bürgerjournalismus</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/suedkorea-auf-und-abstieg-des-buergerjournalismus-5063/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Philipp Albrecht]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Nov 2010 16:57:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Südkorea]]></category>
		<category><![CDATA[Oh Yeon-ho]]></category>
		<category><![CDATA[OhmyNews]]></category>
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					<description><![CDATA[Die von Bürgerreportern geschriebene südkoreanische Online-Zeitung OhmyNews hat sich nach ihrer Gründung 2000 schnell zu einem ernsthaften Konkurrenten der etablierten regierungsnahen Blätter entwickelt. Sie galt lange Zeit als Zukunftsmodell der Medien. Doch die Finanzkrise traf auch dieses Zeitungsportal. Zehn Jahre nach dem Launch kämpft OhmyNews nun ums Überleben.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die von Bürgerreportern geschriebene südkoreanische Online-Zeitung OhmyNews hat sich nach ihrer Gründung 2000 schnell zu einem ernsthaften Konkurrenten der etablierten regierungsnahen Blätter entwickelt. Sie galt lange Zeit als Zukunftsmodell der Medien. Doch die Finanzkrise traf auch dieses Zeitungsportal. Zehn Jahre nach dem Launch kämpft OhmyNews nun ums Überleben.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Das Prinzip von <a href="http://www.ohmynews.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OhmyNews</a> basiert auf modernem Bürgerjournalismus: Hobby-Journalisten schreiben über ihre Beobachtungen, Erfahrungen und Erlebnisse, eine professionelle Redaktion überarbeitet die Berichte und stellt sie online. Gründer Oh Yeon-ho begann das Projekt mit vier Festangestellten und 727 Bürgerjournalisten, heute redigieren nach <a href="http://english.ohmynews.com/articleview/article_view.asp?menu=c10400&amp;no=386067&amp;rel_no=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ohs Angaben</a> 70 Festangestellte die Beiträge von 70.000 Schreibern. Zwischenzeitlich schaffte es OhmyNews unter die <a href="http://www.waccglobal.org/en/20041-media-reform/611-Internet-newspapers-as-Alternative-Media-The-Case-of-OhmyNews-in-South-Korea.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Top Ten</a> der koreanischen Medien.
</p>
<p>
Begünstigt wurde der Aufstieg der Online-Zeitung durch die hohe Affinität der Südkoreaner zum Internet – lange Jahre war Südkorea das Land mit den prozentual meisten <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Island-ueberholt-Suedkorea-in-der-Breitband-Rangliste-der-OECD-117183.html." target="_blank" rel="noopener noreferrer">Breitband-Anschlüssen</a>.<br />
OhmyNews prägte auch den Präsidenten-Wahlkampf 2002, aus dem der von ihr unterstützte Kandidat Roh Moo-hyun als Sieger hervorging. 2004 entstand ein internationaler Ableger, 2006 folgte eine japanische Ausgabe.
</p>
<p>
<b>Klassische Medien unter staatlichem Einfluss<br />
</b>
</p>
<p>
Dass der Journalist Oh Yeon-ho mit diesem Modell anfangs einen derart durchschlagenden Erfolg erzielen konnte, lag aber nicht nur an den vielen Autoren und der netzaffinen Leserschaft, sondern vor allem an der Medienlandschaft Südkoreas. Zwar herrscht in Südkorea offiziell Pressefreiheit, viele Massenmedien unterliegen dennoch dem Einfluss der Regierung.
</p>
<p>
So wird kritischen Journalisten oft die Akkreditierung zu staatlichen Pressekonferenzen verweigert, während linientreue Kollegen sich berechtigte Hoffnung auf Präsente, bevorzugte Behandlung und gut dotierte Posten in der Regierung machen können. Dementsprechend unkritisch ist oftmals die innenpolitische Berichterstattung im Lande.
</p>
<p>
<b>Stagnation und Verluste<br />
</b>
</p>
<p>
Zehn Jahre nach der Gründung allerdings steht OhmyNews kurz vor dem Aus. 2009 wurde das japanische Schwesterblatt eingestellt, 2010 die englischsprachige Seite in ein Forum über Graswurzel-Journalismus umgewandelt. Durch die Wirtschaftskrise, aber auch wegen der Konkurrenz durch andere Social-Media-Plattformen, schreibt OhmyNews mittlerweile <a href="http://www.mediencity.de/Buergerjournalismus-Ohmynews-stellt.6229.0.2.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verluste</a>.
</p>
<p>
Versuche, diese durch eine Kombination aus Werbung, freiwilliger Artikel-Honorierung und den Geldern aus einem Unterstützer-Kreis zu kompensieren, hatten bisher keinen nachhaltigen Erfolg. Und auch die täglichen Klicks erreichen nicht mehr die Spitzenwerte früherer Jahre. Dennoch: Im Schnitt greifen immer noch <a href="http://www.forbes.com/forbes/2009/0330/050-oh-my-revenues.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">2,5 Millionen User</a> täglich auf die Seite zu.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die Probleme von Malaysias digitaler Elite</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/die-probleme-von-malaysias-digitaler-elite-4753/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Syafique Shuib]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 14:33:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen Euphorie und Zensur]]></category>
		<category><![CDATA[E-Developement]]></category>
		<category><![CDATA[Malaysia]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Politics en Blog]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein bloggender Premier und ein Innenminister, der Blogger verhaftet: Der Journalist Syafique Shuib schreibt über das Potential und die Probleme der internetaffinen Bewohner von Malaysia.<br />
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein bloggender Premier und ein Innenminister, der Blogger verhaftet: Der Journalist Syafique Shuib schreibt über das Potential und die Probleme der internetaffinen Bewohner von Malaysia.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Täglich teile ich meine Gedanken mit den Lesern meines Blogs, meinen Facebook-Freunden (von denen ich die meisten noch nie gesehen habe) und schreibe 140-Zeichen Mitteilungen via Twitter. Vor einigen Jahre wären solche Plattformen der freien Meinungsäußerung noch undenkbar gewesen. Jetzt formiert sich in Malaysia eine neue Generation junger Blogger – die digitale Elite, die sogenannte Generation Y. Sie wollen gehört werden und das Land ein klein wenig verbessern.
</p>
<p>
<b>Internetaffine Malaysier</b>
</p>
<p>
Laut dem <a href="https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/my.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CIA World Factbook</a> haben rund 17 Millionen Menschen in Malaysia Zugang zum Internet, das entspricht einer Abdeckung von gut 66 Prozent der Landesbevölkerung. Dank erschwinglicher PCs und Laptops und leichterem Zugang zu Breitband-Internet werden es zusehends mehr. Die meisten aktiven Nutzer Sozialer Medien kommen aus der Stadt, doch auch die Zahl der User aus ländlichen Gebieten vergrößert sich stetig.
</p>
<p>
Eine <a href="http://www.comscore.com/ger/Press_Events/Presentations_Whitepapers/2010/The_State_of_Social_Networks_in_Asia_Pacific_with_a_Focus_on_Malaysia" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie des Marktforschungsunternehmens comScore</a> fand heraus, dass sich von den aktiven, über 15-jährigen Nutzern im Jahr 2009 rund 78 Prozent regelmäßig in Sozialen Netzwerken bewegt haben. Das entspricht einem Anstieg von 10 Prozent im Vergleich zu 2008. Und die Zahlen werden 2010 weiter steigen. Damit weist Malaysia im Verhältnis eine ebenso hohe Soziale Medien-Nutzung auf wie einige westliche Industrieländer.
</p>
<p>
<b>Twitternder Premier</b>
</p>
<p>
Sogar der Premierminister von Malaysia, Najib Abdul Razak, <a href="http://www.1malaysia.com.my/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bloggt</a>, hat einen eigenen <a href="http://www.twitter.com/najibrazak" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitteracount</a> und einen <a href="http://www.youtube.com/mohdnajibrazak" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Youtube-Kanal</a>. Und natürlich haben viele in der Szene die Hoffnung, dass ein twitternder Premier auch weitere Kabinettskollegen und Politiker zur Nutzung der Sozialen Medien motivieren könnte.
</p>
<p>
Allerdings sind nicht alle Regierungsmitglieder so internetaffin wie Razak. Der Kommunikations- und Kulturminister Rais Yatim zum Beispiel warnte noch vor kurzem vor den Gefahren der Online-Kultur. Sas Internet sei ein Wirtschaftsmodell des Westens, so Yatim. &quot;Wir sagen nicht, dass Malaysier Facebook oder Twitter nicht nutzen dürfen, aber wenn sie das tun, dann müssen sie dabei die vom Islam, Buddhismus oder des Christentums vermittelten Werte aufrecht erhalten, um unsere Kultur zu bewahren,&quot; <a href="http://www.mysinchew.com/node/34079" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sagte</a> er gegenüber der malaysischen Nachrichtenagentur Bernama.
</p>
<p>
<b>Unabhängige Informationen sind rar</b>
</p>
<p>
Die Mainstream-Medien in Malaysia werden von der Regierung kontrolliert und die großen Zeitungen gehören zu Teilen den politischen Parteien. Deshalb sind ihre Berichte meist unkritisch und einseitig. Doch die technisch versierten Malaysier beziehen ihre Informationen auch aus anderen Quellen und wünschen sich Alternativen zu unserer bestehenden Medienlandschaft,  sehnen sich nach mehr unabhängigen Informationen.
</p>
<p>
Die Sozialen Medien bieten eine solche Alternative, insbesondere weil die Inhalte von den Bürgern für die Bürger geschaffen worden sind. Diese Art des &quot;Bürgerjournalismus&quot; erlaubt es den Menschen, Informationen zu verbreiten, die in der Mainstream-Berichterstattung nicht enthalten sind. Und weil Facebook und Twitter auch über Mobiltelefone zu bedienen sind, ist es einfacher geworden, über Ereignisse zu berichten, sobald sie passieren.
</p>
<p>
<b>Meinungsfreiheit – wie lange noch?</b>
</p>
<p>
Bisher können die Blogger noch schreiben, worüber sie wollen. Die Regierung beobachtet lediglich Blogs, die als &quot;heikel&quot; eingestuft werden. Es gibt allerdings keine eindeutige Definition von &quot;heikel&quot;. Am 25. Januar zum Beispiel wurde ein Blogger verhaftet, weil er eine angeblich beleidigende Bemerkungen über den Tod des Sultans von Johor machte – ein Staat Malaysias, der an Singapur grenzt. &quot;Dieser Fall soll eine Warnung sein an andere, die denken, sie könnten ohne Konsequenzen sagen, was sie wollen&quot;, sagte Innenminister Datuk Seri Hishammuddin Tun Hussein als Reaktion auf die Festnahme.
</p>
<p>
Dennoch: Die Sozialen Medien haben mein Land überrannt und sind gekommen, um zu bleiben. Meine Gedanken und Wörter alleine werden das Land über Nacht nicht verändern. Aber die Generation Y als Ganzes wird gehört und kann vielleicht die Zukunft unseres Landes ein wenig mitgestalten.<i></i>
</p>
<p>
<i>Übersetzt aus dem Englischen von politik-digital.de. Demnächst in der Serie &quot;Politics en Blog&quot;: Berichte aus dem Libanon, Ägypten, Russland, Bolivien u.a.</i></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Linkliste: Mehr Bürgerbeteiligung fördern</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/linkliste-mehr-buergerbeteiligung-foerdern-4634/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Roleff]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 13:52:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Mehr e-Demokratie wagen]]></category>
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		<category><![CDATA[Bürgeriniative]]></category>
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					<description><![CDATA[Vom staatlich geförderten Ideenwettbewerb bis hin zum Internet-Ratgeber: Webseiten, die lokales Bürgerengagement fördern wollen, verfolgen oft sehr unterschiedliche Ansätze. Dafür ähneln sie sich meist in ihrer technischen Realisierung: einfach und schlicht – eben das Internet für jeden.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vom staatlich geförderten Ideenwettbewerb bis hin zum Internet-Ratgeber: Webseiten, die lokales Bürgerengagement fördern wollen, verfolgen oft sehr unterschiedliche Ansätze. Dafür ähneln sie sich meist in ihrer technischen Realisierung: einfach und schlicht – eben das Internet für jeden.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<a href="http://www.whatdotheyknow.com" target="_blank" title="whatdotheyknow.com" rel="noopener noreferrer">Was wissen die schon? </a><br />
<br />
Dieses britische Webseite ermöglicht den Bürgern die Kontaktaufnahme mit Behörden über das Netz. Sowohl Bürgeranfragen als auch (eventuelle) Antworten werden transparent gemacht. Diese Herstellung von Öffentlichkeit soll Druck auf Seiten der Behörden erzeugen, sich mit den eingereichten Problemen zu befassen.
</p>
<p>
<a href="http://www.whatdotheyknow.com" target="_blank" title="whatdotheyknow.com" rel="noopener noreferrer"><br />
</a>
</p>
<div style="text-align: center">
<a href="http://www.whatdotheyknow.com" target="_blank" title="whatdotheyknow.com" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/WhatDoTheyKnow.jpg" alt="Whatdotheyknow.com" title="Whatdotheyknow.com" border="4" height="92" width="152" /><br />
</a>
</div>
<p align="center">
<i>whatdotheyknow.com</i> 
</p>
<p>
<a href="http://www.kingscrossenvironment.com/" target="_blank" title="kingscrossenvironment.com" rel="noopener noreferrer">Die Nachbarschaft verbinden</a> <br />
KingsCrossEnviroment ist eine lokale Nachbarschaftsplattform in London, erschaffen und unterhalten von den Bürgern aus King&#8217;s Cross für die Bürger aus King&#8217;s Cross. Die Seite dokumentiert die Bemühungen, die Nachbarschaft &quot;sauber und lebenswert&quot; zu halten.
</p>
<div style="text-align: center">
<a href="http://www.kingscrossenvironment.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Kings_Cross_Local_Environment.jpg" alt="Kings Cross Local Environment" title="Kings Cross Local Environment" height="98" width="151" /></a></p>
<div style="text-align: center">
</div>
<div style="text-align: center">
</div>
<p><i>kingscrossenvironment.com</i>
</div>
<p>
<a href="http://www.showusabetterway.co.uk/" target="_blank" title="showusabetterway.co.uk" rel="noopener noreferrer">Einen besseren Weg zeigen </a><br />
Dieser Ideenwettbewerb wurde von der britischen Regierung ins Leben gerufen, um die öffentliche Kommunikation der Behörden in England zu verbessern. Dem Gewinner winken 20.000 Pfund, um das eingereichte Projekt umzusetzen.
</p>
<div style="text-align: center">
<a href="http://www.showusabetterway.co.uk" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Show_Us_a_Better_Way2.jpg" alt="showusabetterway.com" title="showusabetterway.com" height="100" width="154" /></a>
</div>
<div style="text-align: center">
</div>
<div style="text-align: center">
<i>showusabetterway.co.uk<br />
</i>
</div>
<div style="text-align: center">
</div>
<p>
<a href="http://www.muurkrant.nl/" target="_blank" title="www.muurkrant.nl" rel="noopener noreferrer">Nachbarschafts-TV</a> <br />
Dieses Portal bietet Unterstützung für Bürger an, die über kommunale Ereignisse journalistisch berichten wollen. Unterstützt werden Print-, Radio- und auch Video-Beiträge.
</p>
<div style="text-align: center">
<a href="http://www.muurkrant.nl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Vereniging_de_Muurkrant.jpg" alt="Vereniging de Muurkrant" title="Vereniging de Muurkrant" height="103" width="158" /></a></p>
<div style="text-align: center">
</div>
<div style="text-align: center">
</div>
<p><i>muurkrant.nl<br />
</i>
</div>
<div align="center">
</div>
<p>
<a href="http://talkaboutlocal.com/" target="_blank" title="talkaboutlocal.com" rel="noopener noreferrer">Simples Internet</a><br />
Talkaboutlocal.com bietet Interessierten alles Wissenswerte und technische Hilfe rund um das Publizieren im Web-2.0. Dadurch soll engagierten Bürgern die Angst vor der technischen Realisierung von Nachbarschaftsprojekten im Netz genommen werden.
</p>
<div style="text-align: center">
<a href="http://talkaboutlocal.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/talkaboutlocal.jpg" alt="talkaboutlocal.com" title="talkaboutlocal.com" height="101" width="158" /></a>
</div>
<div style="text-align: center">
<i>talkaboutlocal.com</i>
</div>
<div style="text-align: center">
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<i>Unter Mitarbeit von Matthias Kemmerich und Jasmin Reitzig.</i></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Grassroot-Berichte von Terroranschlägen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/grassroot-berichte-von-terroranschlaegen-4168/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[esnakker]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2008 15:58:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Grassroot]]></category>
		<category><![CDATA[Mumbai]]></category>
		<category><![CDATA[Terroranschläge]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie das Technologie-Magazin Wired in seinem <a href="http://blog.wired.com/defense/2008/11/first-hand-acco.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a> berichtet, hat es bereits kurz nach den Terroranschlägen in Mumbai am 26.11.2008 eine ausführliche Berichterstattung im Internet gegeben. 
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie das Technologie-Magazin Wired in seinem <a href="http://blog.wired.com/defense/2008/11/first-hand-acco.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a> berichtet, hat es bereits kurz nach den Terroranschlägen in Mumbai am 26.11.2008 eine ausführliche Berichterstattung im Internet gegeben.<br />
<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Auf Twitter wurden im Sekundentakt <a href="http://search.twitter.com/search?q=mumbai" target="_blank" rel="noopener noreferrer">neue<br />
Tweets</a> eingestellt, die live das Geschehen aus Mumbai<br />
wiedergaben. Auch auf YouTube sind <a href="http://www.youtube.com/results?search_query=Mumbai&amp;search_sort=video_date_uploaded" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zahlreiche<br />
Videos</a> zum Thema zu finden. Auf Flickr hat ein User eine <a href="http://flickr.com/photos/vinu/sets/72157610144709049/comments/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reihe<br />
von Fotos</a> der Schauplätze nach den Anschlägen eingestellt.
</p>
<p>
Die englischsprachige Version von<br />
Wikipedia ist bereits mit einem <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/26_November_2008_Mumbai_attacks" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel</a><br />
über die Anschläge versehen, der laufend aktualisiert wird. Ebenso<br />
wurde auf Googlemaps ein <a href="http://maps.google.com/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=en&amp;msa=0&amp;ll=18.922445,72.832242&amp;spn=0.007054,0.007864&amp;z=17&amp;msid=105055855763538009401.00045c9d8b16af3ad1008" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eintrag</a><br />
erstellt, in dem die betroffenen Orte in Mumbai auf einer Karte<br />
markiert sind.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>And the winners are&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2008 12:12:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Live-Bloggen]]></category>
		<category><![CDATA[Best of the Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Live-Stream]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Libanon]]></category>
		<category><![CDATA[Reporter ohne Grenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Welle]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Preisträger des Best of Blogs Award von der Deutschen Welle werden am 27. November um 20 Uhr im Berliner Museum für Kommunikation verkündet. Die <a href="http://www.thebobs.com/index.php?l=de&#38;s=1219157412998464CFSXZXOW" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verleihung der BOB´</a>s wird live gestreamt, außerdem wird vor Ort gebloggt. In jeder der <a href="http://www.thebobs.com/index.php?l=de&#38;s=1153214307061884SQCELVUT-NONE" target="_blank" rel="noopener noreferrer">16 Preiskategorien</a> werden zwei Gewinner gekürt: Der eine durch die Jury, der andere durch Online-Voting. Die Publikumsgewinner stehen bereits fest.
<p>
<img src="/sites/politik-digital.de/files/BOBs_250x186.jpg" height="188" width="250" />]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Preisträger des Best of Blogs Award von der Deutschen Welle werden am 27. November um 20 Uhr im Berliner Museum für Kommunikation verkündet. Die <a href="http://www.thebobs.com/index.php?l=de&amp;s=1219157412998464CFSXZXOW" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verleihung der BOB´</a>s wird live gestreamt, außerdem wird vor Ort gebloggt. In jeder der <a href="http://www.thebobs.com/index.php?l=de&amp;s=1153214307061884SQCELVUT-NONE" target="_blank" rel="noopener noreferrer">16 Preiskategorien</a> werden zwei Gewinner gekürt: Der eine durch die Jury, der andere durch Online-Voting. Die Publikumsgewinner stehen bereits fest.</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/BOBs_250x186.jpg" height="188" width="250" /><!--break-->
</p>
<p>
Neben dem obligatorischen Preis für das beste Weblog, werden in den 11 Wettbewerbssprachen  Awards vergeben. Gesucht sind außerdem die besten Videoblogs und Podcasts. Auch die Reporter ohne Grenzen vergeben Preise an die Blogs, die sich besonders für freie Meinungsäußerung einsetzen.
</p>
<p>
Unter den deutschen Blogs ist <a href="http://alsharq.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alsharq</a> der Favourit der User, auf dem rund um den Mittleren und Nahen Osten, sowie Nordafrika gepostet wird.Während der jüngsten Libanonkrise veröffentlichte das Blog Mails mit Erlebnisberichten von Libanesen in dem Krisengebiet.
</p>
<p>
Auf Platz vier in der Kategorie bester Videoblog schaffte es schlussendlich <a href="http://voicesofafrica.africanews.com/site" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Voices of Africa“</a>, der lange Zeit der Spitzenreiter war. Auf diesem Blog können Bürger, die die Nachrichtenseite <a href="http://www.africanews.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AfricaNews.com </a>mit Smartphones ausgestattet hat, eigene Videobeiträge erstellen. Die Bürgerjournalisten haben so schon die Wahl in Kenia dokumentiert.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>E-Participation für familienfreundliches Berlin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Nov 2008 16:11:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[E-Participation]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf dem Portal <a href="http://www.zusammenleben-in-berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zusammenleben-in-Berlin.de</a> können die Bürger der Hauptstadt noch bis zum 10. Dezember 2008 über die Familienfreundlichkeit ihrer Metropole diskutieren. Die Empfehlungen der User fließen direkt in den offiziellen Familienbericht des <a href="http://www.familienbeirat-berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner Beirats für Familienfragen</a> ein. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf dem Portal <a href="http://www.zusammenleben-in-berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zusammenleben-in-Berlin.de</a> können die Bürger der Hauptstadt noch bis zum 10. Dezember 2008 über die Familienfreundlichkeit ihrer Metropole diskutieren. Die Empfehlungen der User fließen direkt in den offiziellen Familienbericht des <a href="http://www.familienbeirat-berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner Beirats für Familienfragen</a> ein. <!--break--></p>
<p>
In der ersten von drei Projektphasen sind Verbesserungsvorschläge gesammelt und die Diskussionen von Moderatoren zusammengefasst worden. In der zweiten Phase lassen sich nun die Top-Themen in einzelnen Foren besprechen. Ob störende Müllabfuhr, die einen um 6 Uhr aus der Nachtruhe reißt, die schwierige Verkehrssituation der Berliner Fahrradfahrer oder fehlende und dreckige Spielplätze: hier können die Berliner ihrem alltäglichen Ärger Luft machen. Die Ergebnisse der Diskussionen werden anschließend in Wikis gesammelt.
</p>
<p>
Da meckern alleine jedoch nicht hilft, können die Bürger auch konkrete Vorschläge einbringen. Die Ideen zur Verbesserung der Familienfreundlichkeit der Hauptstadt werden in einer Checkliste gesammelt und können von anderen Usern bewertet werden. Bisher am höchsten bewerteter Vorschlag: die flächendeckende Einführung von Gemeinschaftsschulen. Der Familienbericht soll im Jahr 2010 veröffentlicht werden.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Weblogs &#8211; Kopfjäger oder journalistische Avantgarde</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/weblogs_kopfjaeger_oder_journalistische_avantgarde-110/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:48:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Subkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Armborst]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><span class="fett">(Buchbesprechung, 10.08.2006)<font size="2"></font>        Matthias Armborst ist Journalist, Wissenschaftler und Blogger. In        seinem Buch "Kopfjäger im Internet oder publizistische        Avantgarde? Was Journalisten über Weblogs und ihre Macher wissen        sollten" untersucht er das Verhältnis von Journalismus        und Blogosphäre.<br />       <br />       </span>Wer die jüngst erschienene Monografie von Matthias Armborst        aufschlägt, dem fallen folgende Sätze ins Auge: &#8222;Wir        sind Guerilla-Publizisten. Wir sind Blogger. Wir sind kleine, mobile        Einheiten. Wir fliegen unterhalb des Radars der Verlage und Meinungsindustrie.&#8220;<br />       <br />       Dieses eigenwillige Statement eines Webloggers beschreibt die Beziehung        zwischen Blogs und Journalismus, die der Autor in seinem Buch untersucht.        Armborst ist selbst Journalist und Autor; das Buch basiert auf seiner        Diplomarbeit, in der er sich mit alternativem Journalismus in der        Weblog-Kommunikation auseinandersetzt. Diese wissenschaftliche Herkunft        merkt man dem Buch an. Schon in der Einleitung liefert eine Fülle        an Fußnoten zahlreiche Zusatzinformationen. Wer meint, dass        dies den inhaltlichen Fluss beeinträchtigt, irrt. </p>      <p><strong>Schleichende publizistische Revolution]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="fett">(Buchbesprechung, 10.08.2006) Matthias Armborst ist Journalist, Wissenschaftler und Blogger. In seinem Buch &#8220;Kopfjäger im Internet oder publizistische Avantgarde? Was Journalisten über Weblogs und ihre Macher wissen sollten&#8221; untersucht er das Verhältnis von Journalismus und Blogosphäre.</span><br />
Wer die jüngst erschienene Monografie von Matthias Armborst aufschlägt, dem fallen folgende Sätze ins Auge: „Wir sind Guerilla-Publizisten. Wir sind Blogger. Wir sind kleine, mobile Einheiten. Wir fliegen unterhalb des Radars der Verlage und Meinungsindustrie.“<br />
Dieses eigenwillige Statement eines Webloggers beschreibt die Beziehung zwischen Blogs und Journalismus, die der Autor in seinem Buch untersucht. Armborst ist selbst Journalist und Autor; das Buch basiert auf seiner Diplomarbeit, in der er sich mit alternativem Journalismus in der Weblog-Kommunikation auseinandersetzt. Diese wissenschaftliche Herkunft merkt man dem Buch an. Schon in der Einleitung liefert eine Fülle an Fußnoten zahlreiche Zusatzinformationen. Wer meint, dass dies den inhaltlichen Fluss beeinträchtigt, irrt.<br />
<strong>Schleichende publizistische Revolution<!--break--></strong><br />
Vielmehr schreibt Armborst klar verständlich und bezieht schon zu Beginn Stellung. Für ihn sind Weblogs eine „schleichende publizistische Revolution“, deren „explosionsartige Verbreitung“ durch die Schwächen der traditionellen Medien begünstigt wird. Erst durch die Mängel der traditionellen Medien werde der Bedarf an alternativen Formaten wie Weblogs erklärbar, schreibt Armborst. In seinen Aussagen über Weblogs beziehe er sich daher immer wieder auf den klassischen Journalismus.<br />
Armborst untersucht die Wechselwirkungen zwischen Weblogs und traditionellem Journalismus und versucht empirisch zu überprüfen, ob Weblogger sich an journalistischen Handlungsweisen orientieren. Dieses Ziel verfolgt der Autor in kleinen Schritten, die es leicht machen, seine Gedankengänge nachzuverfolgen.<br />
Zunächst wird der Weblog-Begriff erklärt, um den Leser auf den zum Verständnis notwendigen Kenntnisstand zu bringen. Weblogs werden als „innovatives Medienschema“ definiert, weil sie im Gegensatz zum traditionellen Journalismus die technischen Potentiale des Internet nutzen. So würden die klassischen Medien vorwiegend bestehende Strukturen ins Netz übertragen, Artikel der Printausgabe würden häufig 1:1 auch online verwendet.<br />
<strong>Klassische Journalisten verlieren ihr Informationsmonopol</strong><br />
Die Massenkommunikation, resümiert Armborst, habe den Strukturwandel des 21. Jahrhunderts also nicht vollständig vollzogen. Während das WWW durch Reflexivität und Wechselseitigkeit gekennzeichnet sei, beschränkten sich die traditionellen Medien vielfach noch auf „Einweg-Kommunikation“. Durch ihre polydirektionalen, verlinkten Informationsnetzwerke sei Onlinekommunikation auf dem Weg, den Massenmedien den Rang abzulaufen: Die klassischen Journalisten seien dabei, ihr Informationsmonopol zu verlieren.<br />
Trotz der vielen Vorteile der Weblog-Kommunikation bestehen auch Gefahren. Die Öffentlichkeit zersplittert zusehends, da es immer mehr Angebote zur Auswahl gibt. Darüber hinaus haben nicht alle Menschen einen Netz-Zugang – auch Weblogs tragen also dazu bei, die digitale Spaltung zu vertiefen. Armborst kommt deshalb zu dem Schluss, dass „Informationsgesellschaft nicht mit informierter Gesellschaft gleichzusetzen“ sei.<br />
Armborst ist darauf bedacht, immer wieder die distanzierte Perspektive des Wissenschaftlers einzunehmen und kritisch zu reflektieren. Und das, obwohl er selbst ein „Blog-Beginner“ ist – seit einiger Zeit führt er ein <a href="http://www.matthias-armborst.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eigenes Weblog</a>.<br />
Aus Sicht eines Wissenschaftlers und Bloggers kann er in Kapitel 3 einen detaillierten Einblick in die Blogosphäre geben, indem er ausführlich über Merkmale und Typen von Weblogs referiert. Was als Vertiefung der Thematik geplant ist, mag für Neueinsteiger sinnvoll sein. Kennern der Weblog-Szene liefert Armborst hier jedoch keine neuen Erkenntnisse. Dafür setzt er sich im vierten Kapitel mit der entscheidenden Frage auseinander: Ist Bloggen Journalismus?<br />
<strong>Ist Bloggen Journalismus?</strong><br />
Diese Frage wird in der Literatur oft als irrelevant etikettiert, weil sie auf falschen Prämissen beruht. Nur wenige Weblogger haben überhaupt den Anspruch, Journalisten zu sein. Armborst geht es folgerichtig auch nicht darum, eine eindeutige Antwort zu finden, sondern die Motivationen der Blogger aufzuspüren. Seine Frage, ob diese Motivationen einen journalistischen Hintergrund haben, hält der Autor für berechtigt. Seine Antwort überrascht nicht: Er sieht Weblogger als Kritiker und Konkurrenten der Medien, aber auch als Bereicherung.<br />
Dieses Fazit wird durch die Ergebnisse der empirischen Studie bekräftigt, die der Autor für seine Diplomarbeit durchgeführt hat. Aus einer Befragung von rund 150 Webloggern schließt der Autor, dass Weblogs zwar keine Bedrohung der klassischen Medien sein können, jedoch keinesfalls ignoriert werden sollten. Der traditionelle Journalismus müsse auch in Zukunft mit dem neuen Format rechnen, weil die rasante Blog-Entwicklung den Netzjournalismus nicht unberührt lassen werde.<br />
Vor dem Hintergrund dieser Prognose stelle sich die Frage, was Journalisten zukünftig mit Weblogs anfangen sollen. Armborst schlägt vor, das neue Format als Themenreservoir und Experimentierfeld zu nutzen. Bloggende Journalisten könnten damit in Kontakt zu ihren Lesern treten und sich ein schärferes Profil geben. Damit stellt Armborst keine provozierenden Thesen auf. Dennoch trägt sein Buch zur aktuellen Forschungsdiskussion bei, gerade weil er die deutschsprachige Blogosphäre zum Gegenstand seiner empirischen Untersuchung macht. Solche Studien sind bislang Mangelware.<br />
<strong>Verständliche Sprache und informatives Glossar</strong><br />
Darüber hinaus bietet das Buch einen sinnvollen Anhang: Das umfangreiche Glossar lässt auch beim unerfahrenen Leser keine Fragen offen. Zehn zentrale Thesen, die auf Armborsts Diplomarbeit basieren, können Ausgangspunkt für weitere Weblog-Studien sein. Sie beziehen sich auf das Verhältnis zwischen Weblogs und Journalismus und werden ausdrücklich „zur Diskussion gestellt“.<br />
Auch für Weblog-Kenner und Wissenschaftler bietet der Autor interessante Ansätze. Sein Werk ist eine gelungene Zusammenfassung, die viele relevante Aspekte zumindest anschneidet. Auch der unerfahrene Leser wird durch den verständlichen Sprachstil angesprochen. Armborst greift immer wieder Zitate von Bloggern auf, die seine Ausführungen stützen oder in eigenen Worten umschreiben. Dadurch kann der Leser den Kontrast zwischen der saloppen Blogger-Sprache und dem wissenschaftlichen Schreiben des Autors erkennen. Ein Beispiel: während sich Armborst mit der Blogosphäre als sanktionierende Instanz und Korrektiv beschäftigt und sich mit Modellen der externen Qualitätssicherung auseinandersetzt, ist im gleichen Zusammenhang ein Zitat des Weblogger Christopher Allbritton aufgeführt, das Armborsts Ausführungen kurz und prägnant auf den Punkt bringt: „I didn’t have one editor to answer to, I had thousands“.<br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wir sind das Netz: Kommentar des Autors</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/wir_sind_das_netz_kommentar_des_autors-38/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:42:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornographie]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[investigativer Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenöffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Pornographie]]></category>
		<category><![CDATA[Waffenhandel]]></category>
		<category><![CDATA[Wikinews]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wir_sind_das_netz_kommentar_des_autors-38/</guid>

					<description><![CDATA[<strong>Die auf politik-digital.de       erschienene <a href="bonin050913.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Besprechung</a> des Buches       &#8220;Die heimliche Medienrevolution. Wie Weblogs, Wikis und freie       Software die Welt verändern&#8220; von Sonja Bonin kommentiert       der Autor Erik Möller.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die auf politik-digital.de erschienene <a href="bonin050913.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Besprechung</a> des Buches “Die heimliche Medienrevolution. Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern“ von Sonja Bonin kommentiert der Autor Erik Möller.<!--break--> </strong><br />
Kritisch merkt Sonja Bonin an, dass im Buch die alten Medien<br />
&#8220;verteufelt&#8221; werden, und die &#8220;klassischen Medien mit nichts anderem als Zensur und Manipulation beschäftigt zu sein scheinen.&#8221;<br />
Zweifellos haben Medien in der Vergangenheit fantastische<br />
Aufklärungsarbeit geleistet. Nicht umsonst findet sich im ersten Kapitel eine Vorstellung der Undercover-Journalistin Nellie Bly, die Ende des 19. Jahrhunderts die furchtbaren Zustände in einem amerikanischen Irrenhaus aufdeckte. Auch die Arbeit Günter Wallraffs wird beispielhaft beschrieben, ebenso nehme ich Bezug auf frühe Untergrundmedien wie Samisdat und auf Pioniere der Medientheorie.<br />
Eine ausführliche Geschichte des investigativen Journalismus würde ich auch gerne einmal lesen &#8211; Buchtipps nehme ich dankbar entgegen. Doch diese vereinzelten Erfolge zu sehr in den Vordergrund zu stellen, wäre grob irreführend in einer Welt, in der Krieg, Hunger, Epidemien, Umweltzerstörung, Genozid, Totalitarismus, religiöser Fundamentalismus und die Bedrohung durch Megatonnen-Wasserstoffbomben und biologische Waffen nach wie vor existieren. Resignation oder gar Selbstzufriedenheit sind nicht angebracht. Der schöne Schein muss zerschlagen werden, die Arroganz und Naivität der eigenen gefühlten Sicherheit muss einem globalen Problembewusstsein weichen.<br />
Denn ohne Zweifel für jeden kritischen Medienbeobachter stellt die<br />
massive Machtkonzentration der Medien in den Händen weniger eine<br />
Bedrohung für die freie Meinungsbildung dar. Diese Feststellung, die im Buch auch empirisch untermauert wird, als &#8220;naiv&#8221; oder abgedroschen abzukanzeln, sehe ich als Beispiel für die tatsächlich naive Präferenz für eine Scheinwelt, in der offensichtliche Probleme mit kindlicher Insistenz geleugnet oder ausgeblendet werden.<br />
Deshalb habe ich im ersten Kapitel dann auch Themen genannt, die ganz konkret in den traditionellen Medien zu kurz kommen, vom internationalen Rüstungshandel über den Alltag in Entwicklungsländern zur politischen und wirtschaftlichen Einflussnahme der Ölindustrie, etwa bei der Unterstützung für Diktatoren und Todesschwadronen. Es fällt mir auf, dass diese Liste im ersten Kapitel bisher in keiner Rezension aufgegriffen worden ist.<br />
Das zeigt mir schon deutlich, dass es hier auch um Tabus geht. Ich bin mir sicher, dass der eine oder andere Leser eine solche Aufzählung im Wortsinne &#8220;peinlich&#8221; finden dürfte, sich also wirklich unangenehm berührt fühlt. Wer aber beim Lesen einer Liste verschwiegener Probleme Bauchschmerzen bekommt, sollte sich einmal fragen, woher dieses Gefühl stammt &#8211; und ob es nicht mitunter deckungsgleich mit den Interessen der Problemverursacher ist.<br />
Wer den tatsächlichen Einfluss und &#8220;Bias&#8221; der Medien auf solider<br />
empirischer Basis verstehen und ergründen möchte, dem empfehle ich als Einstiegslektüre &#8220;Manufacturing Consent&#8221; von Noam Chomsky. Kein anderes mir bekanntes Buch zeigt mit derartiger Akribie &#8211; detaillierte Tabellen vergleichen, mit wie vielen Zeitungszentimetern welches Thema behandelt wird &#8211; wie zumindest die amerikanischen Medien systematisch bestimmte Themen ignorieren. Und wer eine Prise medialer Realität in Deutschland möchte, der gebe doch einfach einmal bei news.google.de die Phrase &#8220;notwendige Reformen&#8221; ein: beeindruckend, wie viele Medien der Tages- und Wochenpresse sich diese ganz und gar nicht objektive Darstellung zu eigen machen. Auch ein bisschen googeln nach der &#8220;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&#8221; fördert Interessantes zu Tage.<br />
Sicherlich kann mein Buch hier nur Denkansätze liefern. Ich halte es<br />
aber umgekehrt für höchst naiv und gefährlich, sich nicht eingehend mit dieser Problematik zu befassen. Genau darin liegt die Hauptgefahr für die &#8220;Civil Society&#8221; &#8211; und nicht in den von der Rezensentin im nächsten Satz genannten Themen:<br />
&#8220;Probleme wie Pornographie und Waffenhandel im Internet werden nur am Rande gestreift.&#8221;<br />
Dann streife ich sie jetzt einmal etwas ausführlicher. Zunächst einmal<br />
ist Pornographie für Erwachsene legal. Man kann sie mögen oder nicht, aber unsere moderne Gesellschaft akzeptiert sie schon seit langem. Das gilt sogar in den prüden USA, wo die Zugangsbeschrän-kungen lockerer gehandhabt werden als in Deutschland.<br />
Was die Wirkung von Pornographie auf Kinder und Jugendliche angeht, so habe ich mich bereits in der Vergangenheit intensiv mit der Thematik befasst, unter anderem in Vorträgen vor der Humanistischen Union in Mainz und dem Kongress der European Federation of Sociology in Berlin. Dabei referierte ich auf der Basis einer von mir durchgeführten Analyse die Ergebnisse der Medienwirkungsforschung der vergangenen 30 Jahre. Die Zusammenfassungen können auf meiner Homepage nachgelesen werden (<a href="http://scireview.de/efs/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">scireview.de/efs/,</a> <a href="http://scireview.de/vortrag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">scireview.de/vortrag/</a>).<br />
Um es kurz zu machen &#8211; die Beweislage, dass ein Kind oder ein<br />
Jugendlicher durch das Betrachten eines (gewaltfreien) Sexualakts<br />
irgendeinen Schaden nimmt, ist mit Verlaub gesagt äußerst dürftig.<br />
Insofern weigere ich mich, mir die Problematisierung der Pornographie als Ganzes zu eigen zu machen. Wenn die Autorin an Kinderpornographie dachte und &#8220;Pornographie&#8221; schrieb (ein häufiger Fehler), ist die Sachlage natürlich anders.<br />
Aber auch hier pflege ich eine differenzierte und kritische Ansicht, die<br />
sich z.B. in meinen Artikeln &#8220;Computer sind Waffen&#8221; und &#8220;Kinder sind<br />
Pornos&#8221; niederschlug, in denen ich über eine Tagung der damals noch &#8220;Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften&#8221; genannten Institution berichtete (<a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/4/4147/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Link 1;</a> <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/4/4158/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Link 2</a>).<br />
Zunächst einmal wird das Thema massiv seitens der Politik<br />
instrumentalisiert, um Zensur und Kontrollen, gerade im Internet,<br />
durchzusetzen. Da es sich um ein Tabuthema handelt, ist es ideal dazu geeignet. Und das Beste: Man kann danach sagen, die Bürger hätten es ja so gewollt &#8212; schließlich haben die Medien zuvor durch eine oftmals hysterische und sachlich falsche Berichterstattung für Stimmung gesorgt.<br />
Natürlich ist die sexuelle Misshandlung von Kindern ein grauenvolles<br />
Delikt. Das gleiche gilt übrigens für die nichtsexuelle Misshandlung von Kindern, die bis auf wenige Ausnahmefälle weit geringere Aufmerksamkeit erfährt. Weder kriminologische Untersuchungen noch therapeutische Erfahrungen bestätigen jedoch das Vorurteil, die Situation habe sich durch das Internet signifikant verschlimmert. Was sich zweifellos erhöht hat, ist die Verbreitung kinderpornographischer Inhalte. Das hängt aber auch nicht allein mit dem Internet zusammen, sondern insgesamt mit dem technologischen Fortschritt, etwa der Möglichkeit, Tausende von Bildern auf eine DVD zu brennen.<br />
Die These, die Verbreitung von Kinderpornographie führe zwangsläufig zu höheren Inzidenzraten sexueller Delikte, ist bislang ohne Beleg. Man könnte sogar umgekehrt spekulieren, dass die große Verfügbarkeit von kinderpornographischem Material im Gegenteil die Nachfrage nach neuem Material senkt, da die pädophilen Konsumenten nicht wie zuvor direkt mit Produzenten in Kontakt treten müssen, sondern sich z.B. in Peer-to-Peer-Netzen Fotos und Videos herunterladen. Eine Analogie zu anderen Inhalten wäre geschmacklos, aber nicht falsch. Die Probleme mit der &#8220;Anfix-Hypothese&#8221;, Konsumenten von Kinderpornographie steigerten<br />
sich zu immer härteren Materialien, habe ich im Übrigen in den o.g.<br />
Artikeln diskutiert.<br />
Schließlich bin ich der Meinung, dass man auch darüber reden können muss, was Kinderpornographie eigentlich ist: Nacktfotos von 13jährigen? Gewalttätige sexuelle Misshandlungen von kleinen Kindern? Virtuelle 3D-Bilder oder Photoshop-Ergebnisse, bei deren Produktion kein Kind zu Schaden kam? Leider werden diese völlig verschiedenen Arten kinderpornographischer Inhalte oft in der Presse gleichgestellt. Wenn man realisiert, dass Pädophile auch eigene Fantasien einfach als Geschichten niederschreiben, oder sich im Katalog Babyfotos ausschneiden können, wird klar, wie absurd diese Vermischung ist.<br />
Natürlich ist es abartig, wenn Erwachsene kleine Kinder sexuell begehren oder gar Gewaltfantasien hegen. Es muss aber doch immer an allererster Stelle die Frage stehen: Wie können Kinder am besten vor sexueller Misshandlung geschützt werden? Ich glaube nicht, dass Medien oder Politik ein ernsthaftes Interesse daran haben, auf diese Frage eine Antwort zu geben. Aller Wahrscheinlichkeit nach besteht die Antwort nicht in einer verschärften Zensur des Internet.<br />
Wir müssen verstehen, warum Pädophile pädophil sind, und wie sie durch Therapie von der Misshandlung von Kindern abgehalten werden können. Dass die dafür notwendige Versachlichung des Themas nicht stattfindet ist wiederum primär das Verschulden der Medien. Statt dessen fördern sie eine &#8220;Schwanz-ab&#8221;-Mentalität, die dann wiederum von der Politik mit entsprechenden Gesetzentwürfen nach Schily-Manier beantwortet werden kann.<br />
So traurig das Thema ist, das nachfolgende Beispiel der Rezensentin<br />
entlockte mir dann doch ein leichtes Schmunzeln: &#8220;Waffenhandel im<br />
Internet&#8221;. (Witzig: die Rezension auf politik-digital.de ist derzeit in<br />
Google an erster Stelle für diese Suchabfrage.) Man sollte vielleicht<br />
doch einmal einen Blick auf die Liste der größten Rüstungsexporteure der Welt werfen und sich die Frage stellen, woher etwa Saddam Hussein seine chemischen Waffen bekam, für deren Gebrauch er jetzt vor Gericht steht.<br />
Rüstungskontrolle ist gerade in Deutschland zu allererst ein ganz und<br />
gar innenpolitisches Thema, das mit dem Internet nun wirklich nicht viel zu tun hat. Das ist offensichtliche Stimmungsmache, und diese zu<br />
übernehmen, ohne das um Größenordnungen bedeutsamere Thema<br />
Rüstungsexport (und Umgehung von Exportkontrollen) auch nur<br />
anzuschneiden (schon ein Hinweis etwa auf die immer noch ausstehende Ächtung von Landminen durch die USA oder den florierenden globalen Kleinwaffenhandel hätte ja genügt), ist genau das, was mir die Rezensentin unterstellt: &#8220;naiv und unkritisch&#8221;. Wer wissen will, wie schamlos auf dem internationalen Parkett mit Waffen und Söldnern Handel betrieben wird, dem empfehle ich die Lektüre z.B. von &#8220;Private Warriors&#8221; von Ken Silverstein.<br />
Ich lasse mir viele Vorwürfe machen &#8212; etwa Tabulosigkeit, Zynismus,<br />
Pathos und den übermäßigen Gebrauch von Passiven. Naiv und unkritisch zu sein gehört nicht dazu. Auch nicht bei den Entwicklungen, die ich bespreche. Ich habe im Buch beispielsweise sehr deutlich gemacht, dass ich mir unter einer Medienrevolution mehr vorstelle als<br />
Pubertäts-Tagebücher oder einfallsloses Wiederkäuen von Nachrichten bestehender Medien. Und es dürfte wohl keinen anderen ausführlichen Artikel über GNU/Linux im Netz geben, der als Beispiel für die mitunter zu findende idiotische Verblendung innerhalb der Open-Source-Bewegung ein Foto einer öffentlichen Verbrennung von Microsoft-Handbüchern zeigt und auch einzelne Fanatiker beim Namen <a href="http://www.humanist.de/erik/rza/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nennt</a>.<br />
Ganz wie beim oben angesprochenen Thema investigativer Journalismus wäre es aber grob irreführend, etwa den gerichtlich nachgewiesenen massiven und wiederholten Monopolmissbrauch durch Microsoft und die von wahnwitzigen Patenten auf einfachste Mechanismen ausgehende Bedrohung für Entwickler freier Software nicht in aller Klarheit und Deutlichkeit zu dokumentieren. Es geht dabei niemals um blinde Verteufelung, sondern wieder um die Zerstörung von schönen heilen Scheinwelten.<br />
Auch an Wikipedia habe ich schon viel harte Kritik geübt, meist jedoch<br />
in Form konstruktiver Lösungsvorschläge, da das Projekt dafür in der<br />
Regel offen ist. Trotzdem ist es z.B. bemerkenswert, dass es auch nach fast 5 Jahren immer noch nicht den schon sehr früh beschworenen Peer-Review-Mechanismus für Artikel gibt. Die Qualität der Artikel hat eine enorm große Schwankungsbreite, und manchmal ist der Einfluss von Lobbygruppen deutlich spürbar. Wikipedia ist in dieser Hinsicht jedoch sehr selbstkritisch. So findet sich etwa in der englischen Ausgabe ein harter Text mit dem Titel &#8220;Criticism of Wikipedia&#8221;, der auch Außenseiterpositionen ausführlich <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Criticism_of_Wikipedia" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wiedergibt</a>.<br />
Schließlich begleite ich auch das von mir initiierte Projekt Wikinews<br />
analytisch und habe versucht, Stärken und Schwachstellen auszuloten. Um es ganz klar zu sagen: Ich bin weder mit der Technik noch mit den Inhalten von Wikinews zufrieden &#8212; wir müssen hier noch deutlich besser werden, um eine Alternative darzustellen. Ob das mit diesem Modell überhaupt möglich ist, wage ich noch nicht zu prognostizieren. Ich finde aber Wikinews persönlich spannender als viele andere Bürgerjournalismus-Projekte, die auf sachliche Richtigkeit, Objektivität und Stil oft wenig Wert legen.<br />
Und zur nahe liegenden Frage, warum ich als Autor nicht selbst die<br />
&#8220;Geschenke-Ökonomie&#8221; für die Veröffentlichung meines Buches nutze: ganz einfach &#8211; weil sie noch nicht existiert. Gerade in Deutschland mangelt es an der Verbreitung der dazu erforderlichen elektronischen<br />
Zahlungssysteme, wie aber auch an Plattformen, die zur Verbreitung und Bewertung von freien Inhalten genutzt werden könnten. Dieser Wandel vollzieht sich nur sehr langsam, und je aufwändiger ein Werk ist, desto schwieriger ist es, von klassischen Verwertungsmodellen Abstand zu nehmen. Die Entscheidung für eine freie Lizenz etwa ist nicht allein mir überlassen &#8211; der Verlag möchte da ein Wörtchen mitreden. Wir verhandeln hier schon seit einiger Zeit über eine beiderseitig akzeptable Lösung und werden hoffentlich bald zu einer Übereinkunft kommen.<br />
Vor fünf jahren ging ich davon aus, dass die neue Ökonomie der<br />
Freiwilligkeit und Gegenseitigkeit schon viel früher entstehen wird.<br />
Während es vor allem in den USA einige beeindruckende Erfolgsgeschichten gibt (vielleicht Material für ein neues Buch oder zumindest eine tiefgreifendere Analyse), kann von einer eigenständigen Ökonomie noch kaum eine Rede sein. Ob diese möglich ist, wird sich zeigen. Ich bin davon überzeugt, bin aber auch bereit, meine Ansichten zu revidieren. Auch alternative Vorschläge existieren, bei denen kein Teenager wegen &#8220;Raubkopien&#8221; ins Gefängnis wandern muss &#8212; etwa die &#8220;Kultur-Flatrate&#8221;, eine monatliche Abgabe, die zur freien Nutzung von Inhalten aller Art ermächtigen würde und deren Gesamtsumme entsprechend eines intelligenten<br />
Schlüssels verteilt würde.<br />
So schwierig es manchmal ist, einen gewissen Optimismus gönne ich mir dennoch. Das mag man für naiv halten &#8212; oder aber auch staunend feststellen, wie unterschiedlich die Welt 2005 doch schon von der Welt 1985 ist, und dass uns möglicherweise noch weitaus tiefgreifendere Umwälzungen in den nächsten 20 Jahren bevorstehen. Wikipedia ist das beste Beispiel dafür, wie fundamental Neues praktisch aus dem Nichts entstehen kann. Im letzten Kapitel habe ich deutlich gemacht, dass es kaum möglich ist, realistische Prognosen über positive oder negative Technikfolgen abzugeben.<br />
Optimismus ist deshalb natürlich nicht unbedenklich. Solange man ihn als Chance auf positive Veränderung begreift und nicht als ihre<br />
Unvermeidlichkeit (und damit als Rechtfertigung für die eigene<br />
Untätigkeit), halte ich ihn dennoch für eine sehr gesunde und<br />
motivierende Geisteshaltung.<br />
Mit dieser Replik möchte ich im Übrigen keineswegs den insgesamt<br />
positiven Ton der Buchbesprechung ins Gegenteil interpretieren. Vielmehr ist es mir wichtig, deutlich zu machen, dass ich mir der verschiedenen Problem- und Spannungsfelder durchaus bewusst bin und ich auch keineswegs schon jubelnd dabei bin, die Revolutionsfahne zu hissen. Den kritischen Blick zu schärfen, sowohl für die &#8220;neue Welt&#8221; als auch für die alte, das ist eines der Anliegen meines Buches.</p>
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