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	<title>Bürgerschaftswahl 2015 &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Bürgerschaftswahl 2015 &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Netzpolitik in Bremen: Wahlprogramme der Parteien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julie Rothe]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Apr 2015 08:19:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 10. Mai wird am Deich die 19. Bremische Bürgerschaft gewählt. Mit dem Start des Wahl-O-Mat zur Bremenwahl in der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/HB_stadmusikanten_bearb.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145437" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/HB_stadmusikanten_bearb.jpg" alt="HB_stadmusikanten_bearb" width="640" height="280" /></a>Am 10. Mai wird am Deich die 19. Bremische Bürgerschaft gewählt. Mit dem Start des Wahl-O-Mat zur Bremenwahl in der letzten Woche hat die heiße Phase im Wahlkampf nun begonnen. Wir haben uns angesehen, welche netzpolitischen Pläne die Parteien für die kommende Legislaturperiode an der Weser haben.</p>
<h3>SPD</h3>
<p>Die rot-grüne Landesregierung, die seit 2011 im Amt ist, hat im Bereich der öffentlichen Verwaltung bereits in den vergangenen Jahren eine Open-Data-Strategie gestartet und mit der Creative Commons-Lizenzierung von Publikationen der Behörden begonnen. Diesen Kurs wollen beide Parteien fortführen. Die <a href="http://www.spd-land-bremen.de/Binaries/Binary_13070/SPD-Regierungsprogramm_2015...pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SPD</a> hat aber auch Ambitionen, neue Wege zu gehen. Im schulischen Bereich setzt die Partei verstärkt auf Medienbildung und die Nutzung digitaler Medien im Unterricht. Die Schulen sollen hierfür technisch besser ausgestattet und mit WLAN versorgt werden, um allen Kindern einen Zugang zu digitalen Medien bieten zu können.</p>
<p>Auch den Breitbandausbau will die Partei des Bürgermeisters Jens Böhrnsen in Bremen und Bremerhaven voranbringen und sich für eine gesetzliche Verankerung der Netzneutralität einsetzen. In der anhaltenden Urheberrechtsdiskussion wird ein Ausgleich zwischen Nutzern und Urhebern angestrebt. Dadurch soll das ausschweifende Abmahnwesen eingedämmt werden.</p>
<p>Die SPD kritisiert in ihrem Wahlprogramm die Aufweichung der europäischen Datenschutzgrundverordnung in den noch laufenden Verhandlungen durch die massive Lobbyarbeit aus der Wirtschaft und will sich für ein Grundrecht auf Datenschutz stark machen. Klare Position bezieht die Partei auch bei den Verhandlungen zum Freihandelsabkommen TTIP: Geheimverhandlungen werden abgelehnt und die Einhaltung der europäischen Grundrechtecharta gefordert. Das Rundfunkbeitragssystem will die Partei im bald beginnenden Evaluationsverfahren kritisch prüfen und sich auch für Änderungen in der Depublikationspflicht der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zugunsten der Beitragszahler einsetzen, damit bereits ausgestrahlte Programme länger in den Mediatheken verfügbar sind.</p>
<h3>Bündnis 90/ Die Grünen</h3>
<p>Die <a href="http://gruene-bremen.de/userspace/HB/lv_bremen/Dokumente/BB_15/2015-WAHLPROGRAMM.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grünen</a> wollen gemeinsam mit der SPD den begonnen Weg fortsetzen und im öffentlichen Dienst die Nutzung von Creative Commons-Lizenzen und Open-Data-Prinzipien weiter ausbauen. In vielen Punkten &#8211; beispielsweise beim Urheberrecht und der europäischen Datenschutzgrundverordnung &#8211; formulieren die Grünen die gleichen Ziele wie die SPD.</p>
<p>Der Ausbau der Medienbildung an Schulen soll auch durch das Mitbringen eigener Laptops und Tablets und den Aufbau einer WLAN-Infrastruktur an Schulen ermöglicht werden. Ein besonderes Augenmerk legen die Grünen auf die generationenübergreifende Medienkompetenzvermittlung an Schulen, Hochschulen und in Bürgerhäusern. Um den Ausbau von freien WLAN-Zugängen zu ermöglichen, soll die Störerhaftung abgeschafft werden. Öffentlich geförderte Forschung will die Partei nach Open-Data-Prinzipien frei zugänglich machen und sich für die Entwicklung eines „Bremer IT-Siegels“ für die Einhaltung von Datenschutzgrundsätzen in Unternehmen stark machen.</p>
<h3>CDU</h3>
<p>Die <a href="http://www.cdu-bremen.de/index.php?ka=2&amp;ska=135" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CDU</a> fordert eine „Agenda Digitale Bildung“, um die altersgerechte Nutzung digitaler Medien an den Schulen zu forcieren und diese technisch besser auszurüsten. Vor allem die Sensibilisierung für den Datenschutz und mögliche Gefahren im Netz soll an Schulen verbindlicher Bestandteil des Unterrichts werden. Der Anspruch nach mehr Sicherheit im Netz findet sich auch bei der Polizei wieder, die nach dem Willen der CDU besser für den Kampf gegen Cyberkriminalität ausgerüstet werden soll und sich über die Landesgrenzen hinweg auch besser vernetzen soll.</p>
<p>Die <a title="Rebranding: Aus #VDS wird Höchstspeicherfrist" href="http://politik-digital.de/rebranding-aus-vds-wird-hoechstspeicherfrist" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vorratsdatenspeicherung</a> möchte die CDU unter Berücksichtigung der Urteile des EuGH und des Bundesverfassungsgerichts als Mittel der Kriminalitätsbekämpfung wieder einführen. Mithilfe eines E-Government-Programms sollen die Kommunikation zwischen Bürgern und Verwaltung sowie der Zugang zu Dienstleistungen der Behörden vereinfacht werden. Durch die Schaffung von Rechtssicherheit für die Anbieter will die Partei den Ausbau von freiem, öffentlichen WLAN ermöglichen. Wie auch SPD und Grüne plant die CDU, die Depublikation von öffentlich-rechtlichen Produktionen auf den Prüfstand zu stellen und den Ausbau des Breitbandnetzes voranzubringen. Hierfür werden im Unterschied zu den anderen Parteien aber explizit zunächst die Telekommunikationsunternehmen in der Verantwortung gesehen.</p>
<h3>Die Linke</h3>
<p>Die netzpolitischen Forderungen der <a href="http://www.dielinke-bremen.de/fileadmin/user_upload/Wahlen_2015/Wahlprogramm_2015/LinkeBRE_LTW15_Langwahlprogramm_Web.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Linkspartei</a> ähneln stark denen von SPD und Grünen. Auch bei ihnen finden sich eine gesetzliche Garantie der Einhaltung der Netzneutralität, die Abschaffung der Störerhaftung zur Ermöglichung freier WLAN-Angebote, die Eindämmung des Abmahngeschäfts und das Ende der Depublikationspflicht wieder. Die Linke fordert darüber hinaus, bei der Entwicklung digitaler Bürgerbeteiligungsprozesse auf niedrige Zugangshürden und Verständlichkeit der Prozesse und Methoden zu achten, um eine digitale Spaltung vermeiden.</p>
<h3>Piratenpartei</h3>
<p>Überraschenderweise bleibt das Programm der <a href="https://bremenwahl.piratenpartei.de/wp-content/uploads/sites/11/2015/03/piraten_wahlprogramm2015.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Piraten</a> im Bereich Netzpolitik sehr blass. Ein Schwerpunkt liegt auf der Nutzung von Open Source-Software an den Bremer Hochschulen und der Freistellung von öffentlich finanzierter Wissenschaft und Forschungsergebnisse in einer Open Access-Strategie. Die Partei spricht sich zudem ebenfalls für die Ermöglichung eines freien, öffentlichen WLAN-Angebots aus.</p>
<h3>FDP</h3>
<p>Die Freien Demokraten beziehen in ihrem Programm erneut klar Stellung gegen die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung, fordern aber die Bildung von Spezialeinheiten zur Bekämpfung von Cyberkriminalität bei der Polizei. Mit welchen Kompetenzen diese ausgestattet werden sollen, bleibt allerdings offen. Auch die <a href="http://www.fdp-bremen.de/backend/uploads/fdp-_wahlprogramm_2015_fuer_bremen_und_bremerhaven_index.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FDP</a> fordert den Ausbau der digitalen Medienbildung und des Breitbandnetzes sowie die Abschaffung der Störerhaftung.</p>
<h3>Bürger in Wut</h3>
<p>Die Wählerinitiative ist seit der Bürgerschaftswahl 2011 mit zwei Abgeordneten im Landtag vertreten. Da bislang noch kein Wahlprogramm für die Wahlen am 10. Mai vorliegt und auch im Parteiprogramm keine netzpolitischen Ziele deutlich werden, können wir an dieser Stelle leider keine Inhalte wiedergeben.</p>
<h3>Alternative für Bremen (AfD)</h3>
<p>Das netzpolitische Kernanliegen der <a href="http://www.alternativefuer-bremen.de/wp/wp-content/uploads/2015/01/2015-01-13_AfD-Bremen_Wahlprogramm-2015_V2.6.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AfD</a>, wenn man es so nennen möchte, ist die Unabhängigkeit der Verwaltung von eventuell manipulierter und überwachungsfährdeter Software. Open Source-Lösungen sollen hier Abhilfe schaffen und Sicherheit vor Zugriffen aus dem Ausland bieten. Die Forschung von Ende-zu-Ende-Veschlüsselung soll an den Hochschulen fortgesetzt werden, um technisch gute, leicht nutzbare Lösungen zu ermöglichen.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/saigneurdeguerre/11053632495" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Antonio Ponte</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Digitale Bürgersprechstunde mit Olaf Scholz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jan 2015 10:06:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Bürgersprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[Olaf Scholz]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerschaftswahl 2015]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Freitag, den 23. Januar, diskutierte der Erste Bürgermeister von Hamburg Olaf Scholz in einer Spezialausgabe der Digitalen Bürgersprechstunde zur [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2001_scholzPoldi.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-144421" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2001_scholzPoldi.jpg" alt="2001_scholzPoldi" width="640" height="280" /></a>Am Freitag, den 23. Januar, diskutierte der Erste Bürgermeister von Hamburg Olaf Scholz in einer Spezialausgabe der Digitalen Bürgersprechstunde zur Bürgerschaftswahl 2015 mit Schülerinnen und Schülern der Max-Brauer-Schule aus Hamburg-Altona. Ab 14 Uhr stellte sich der Spitzenkandidat der SPD den Fragen des Politikkurses der 12. Klasse.</p>
<p>Auf Augenhöhe, live und ungeschnitten, konnten dabei die Schülerinnen und Schüler die Fragen stellen, die ihnen unter den Nägeln brannten. Ob es dabei um die aktuelle Flüchtlingssituation in der Hansestadt ging, um Stadtentwicklung und wachsende Armut, um die Elbvertiefung oder das Freihandelsabkommen TTIP &#8211; Olaf Scholz beantwortete alle Fragen der Schülerinnen und Schüler live.</p>
<p>Fragen konnten über <a href="mailto:buergersprechstunde@politik-digital.de">buergersprechstunde@politik-digital.de</a>, das Fragetool des begleitenden Hangout-Chats oder die sozialen Medien  über den Hashtag #Bürgersprechstunde gestellt werden. Es wurde sich bemüht diese in die Diskussionsrunde einzubringen.</p>
<p>Die gesamte Digitale Bürgersprechstunde sehen Sie hier:</p>
<p>[youtube https://www.youtube.com/watch?v=6loaiFAGUvQ]</p>
<p>Bild: SPD-Hamburg</p>
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		<title>Netzpolitik an der Waterkant: Die Wahlprogramme zur Hamburger Bürgerschaftswahl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jan 2015 09:59:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Hamburg ist Spitzenreiter – zumindest bei der Zahl der InternetnutzerInnen. Bei der anstehenden Bürgerschaftswahl am 15. Februar kämpfen die Parteien um [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/river-building-storehouse-town-by-unsplash-via-pixabay-licensed-under-CC0-Public-Domain.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-148887" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/river-building-storehouse-town-by-unsplash-via-pixabay-licensed-under-CC0-Public-Domain-630x276.png" alt="river building storehouse-town by unsplash via pixabay licensed under CC0 Public Domain" width="630" height="276" /></a></p>
<p>Hamburg ist Spitzenreiter – zumindest bei der Zahl der InternetnutzerInnen. Bei der anstehenden Bürgerschaftswahl am 15. Februar kämpfen die Parteien um jede Wählerstimme. Ein wahlentscheidendes Thema für viele – vor allem junge &#8211; WählerInnen werden dabei die Pläne und Ideen der Parteien zur digitalen Zukunft der Hansestadt sein.</p>
<p>„<a href="http://www.spd-hamburg.de/scalableImageBlob/126100/data/spd-regierungsprogramm-2015-2020-data.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hamburg weiter vorn</a>“, betiteltet die <strong>SPD</strong> ihr Programm für den Wahlkampf. Die Partei, die in den vergangenen vier Jahren die Geschicke der Elbstadt unter dem Ersten Bürgermeister Olaf Scholz im Alleingang entscheiden konnte, sieht die Digitalisierung in Zukunft als Voraussetzung für wirtschaftliche Innovationen und als eine der vier Leitlinien für ihre Wirtschaftspolitik. In einem eigenen Unterpunkt behauptet die SPD kühn, Hamburg werde zu einem „Standort der Industrie 4.0“. Auch soll der grundlegende Zugang der HamburgerInnen zu Breitband-Netzangeboten und öffentlichen WLAN-Angeboten weiter ausgebaut werden. Bislang hat die SPD es in vier Jahren Alleinregierung anscheinend nicht geschafft, die Verwaltungsangebote stärker zu digitalisieren. Das soll nun in der nächsten Wahlperiode geschehen. Als Beispiel für ein funktionierendes digitales Angebot wird die Online-Kfz-Anmeldung angeführt.</p>
<p>Für den Themenbereich digitales Lernen bringt die SPD ebenfalls konkrete Vorschläge. Als Beispiel führt sie dabei sogenannte MOOCs („Massive Open Online Courses“) an und will die Hochschulen in der Entwicklung von Digitalem Lernen und Lehren unterstützen. Die Sozialdemokraten versprechen, für alle SchülerInnen verständlichen Informatikunterricht einrichten zu wollen. Zudem wollen sie den Datenschutzbeauftragten stärken und in Sachen Unabhängigkeit mit RichterInnen gleichstellen. Die Datenschutzrichtlinien sollen auf allen Ebenen so ausgestaltet werden, dass alte und neue digitale Geschäftsmodelle nebeneinander betrieben werden können. Konkrete Vorschläge zur Umsetzung bleibt die Partei jedoch schuldig.</p>
<p>Die SPD hat in ihrem Wahlprogramm zu vielen netzpolitischen Themen Stellung bezogen, aber auch vieles unbeachtet gelassen. Keine Position findet sie zu den Themen Netzneutralität und Vorratsdatenspeicherung, die in den vergangenen Monaten heftig diskutiert wurden und weiterhin werden.</p>
<h3>Bei der CDU sieht es schwarz aus für die Digitalisierung</h3>
<p>Unter dem Titel „<a href="http://cduhamburg.de/pdf/Wahlprogramm_2015%20CDU%20Hamburg.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hamburg kann mehr</a>“ versucht die <strong>CDU</strong> zu überzeugen. Doch nach Lektüre des Wahlprogramms fragt man sich, was die Partei, die die Geschicke der Hansestadt von 2001 bis 2011 ein Jahrzehnt lang leiten durfte, in Sachen Netzpolitik kann. „Ein neuer Schwerpunkt wird die Digitalisierung und Online-Wirtschaft, die gerade alle Lebensbereiche revolutioniert.“ Mehr fällt der „Partei der Mitte“ zur seit Jahren voranschreitenden digitalen Entwicklung nicht ein. Auch Datenschutz ist für sie kein Thema – schlimmstenfalls soll „in Verdachtsfällen […] der Datenschutz ausgesetzt“ werden.</p>
<h3>Grüne alternative Wahlmöglichkeit für die Netzpolitik</h3>
<p>Die <strong>Grünen</strong> haben mit einem über 200 Seiten langen Dokument das mit Abstand ausführlichste <a href="http://hamburg.gruene.de/sites/default/files/Wahlprogramm_Buescha2015_WEB.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlprogramm</a>. Und schon in der Präambel stellen sie sich hinter die Bürgerrechte der HanseatInnen und wollen diese „gegen die NSA, private Großkonzerne im Netz oder vor ihrer eigenen Politik“ schützen. Die Grünen verstehen Hamburg als digitale Metropole und fordern stärkeren Schutz und Sparsamkeit im Umgang mit Daten der BürgerInnen sowie mehr Mittel für den Landesdatenschutzbeauftragten. Weiterhin fordern sie einen Ausbau der digitalen Dienste der Stadt, mehr mobile Web- und App-Angebote und explizit Open Source-Software statt Microsoft in den Behörden.</p>
<p>Der Ausbau von Open Government-Maßnahmen soll die Teilhabe der BürgerInnen am politischen Geschehen erhöhen und gemeinsam mit einem entsprechenden Transparenzgesetz „einer digitalen Spaltung“ der Stadt entgegenwirken. Auch wird der Ausbau von stadtgebietsweitem offenem WLAN als Partizipationsgrundlage für mündige BürgerInnen gefordert. Die grüne Partei bekennt sich klar zur Netzneutralität und lehnt die Vorratsdatenspeicherung genauso ab wie den Einsatz sogenannter Staatstrojaner sowie die Störerhaftung.</p>
<h3>FDP legt bei digitalen Themen vor</h3>
<p>Um die <strong>FDP</strong> – nicht zu verwechseln mit „Die Liberalen“ – ist es in den letzten Monaten stiller geworden, doch in ihrem Wahlprogramm „<a href="http://www.fdphamburg.de/wp-content/uploads/Wahlprogramm-FDP-Hamburg-2015.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hamburg gibt die Richtung vor</a>“ möchten die Freien Demokraten zeigen, wohin es ihrer Meinung nach gehen sollte. In Sachen Digitalisierung hat die Partei sich mit verschiedenen Themen beschäftigt hat – und ein besonderes Augenmerk auf die netzpolitischen gerichtet. Die Digitalisierung wird als große Chance für Hamburgs innovative und kreative Branchen gesehen, und den damit einhergehenden Wandel will die FDP mitgestalten. Sie sieht in der voranschreitenden Digitalisierung Chancen für mehr Partizipation der BürgerInnen am politischen und sozialen Leben.</p>
<p>Als Voraussetzungen dafür fordert die FDP flächendeckend schnellere Internetzugänge und die strikte Wahrung der Netzneutralität. Auch spricht sich die Partei gegen Zensur und Vorratsdatenspeicherung auch durch Unternehmen aus. Im Bereich der Datensicherheit sieht sie eine Bedrohung durch das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP gegeben und fordert eine bessere Ausstattung des Landesdatenschutzbeauftragten sowie eine Reform des hamburgischen Datenschutzgesetzes. Das Wahlprogramm setzt den Schwerpunkt auch bei den digitalen Themen eindeutig auf die Freiheit (umgesetzt im Datenschutz). Schuldig bleiben die Freien Demokraten dabei Antworten zur digitalen Bildung und zum eGovernment.</p>
<h3>Die Piratenpartei zeigt, was geht</h3>
<p>Die ursprünglich als Internetpartei angetretenen <strong>Piraten</strong> haben sich weiterentwickelt und in den vergangenen Jahren Standpunkte zu verschiedenen Themenbereichen bezogen. Doch das Digitale bildet immer noch eine wichtige Säule ihres Parteiverständnisses und ist prominent in ihrem <a href="https://hamburgwahl.piratenpartei.de/wp-content/uploads/sites/7/2015/01/BWahlProgramm2015.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Programm</a> vertreten. Die Piratenpartei erachtet die „individuellen Freiheiten“ als Menschenrechte und findet, dass „Infrastruktur, die zum Leben und der sozialen Teilhabe notwendig ist“, „allen Bürgern zugänglich sein“ soll. Dazu zählt sie das Internet und fordert dementsprechend registrierungsfreies, flächendeckendes und kostenloses WLAN in ihrem aktuellen Wahlprogramm.</p>
<p>Die Piratenpartei verwebt in ihren Standpunkten digitale Aspekte mit weiteren Themenkomplexen. Für sie ist beispielsweise Software ein Kulturgut und ebenso schützenswert wie Bücher und Kunst. Auch fordert sie die Digitalisierung von Buchbeständen und den Ausbau von digitaler Lehre und Informationen auf allen Ebenen, um Chancengleichheit unabhängig von Herkunft und sozialem Hintergrund herzustellen. Um die Partizipationshürden auch im politischen Bereich zu senken, fordern die Piraten, Bürgerbefragungen oder die Einführung einer offenen Online-Partizipationsplattform.</p>
<p>Wie auch die anderen Parteien wollen die Piraten den Datenschutzbeauftragten finanziell besser ausstatten. Sie lehnen die Vorratsdatenspeicherung ab und weiten ihre Kritik am aktuellen Zustand des Datenschutzes auf weitere Beispiele aus, u.a. auf die fragwürdige Einführung von sogenannten „Nacktscannern“ am Hamburger Flughafen oder die anlasslose und pauschale Videoüberwachung im öffentlichen Raum. Damit zeigt die Piratenpartei auch zur Bürgerschaftswahl 2015, dass Netzpolitik immer noch eines ihrer Steckenpferde ist, denn auf diesem Gebiet deckt sie alle relevanten Themengebiete ab.</p>
<h3>Die Linke bleibt netzpolitisch schmallippig</h3>
<p><strong>Die Linke</strong> will mit ihrem Parteiprogramm „<a href="http://www.die-linke-hamburg.de/fileadmin/Wahlen_2015/Dokumente/DIE_LINKE_Hamburg_Wahlprogramm_2015.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Für eine Politikwende</a>“ eintreten. Beim Thema Digitalisierung scheint davon aber nicht viel angekommen zu sein. Die Partei stellt lediglich fest, dass „die Medien […] zunehmend miteinander verzahnt“ seien. Sie spricht sich gegen Videoüberwachung, Vorratsdatenspeicherung und „andere unkontrollierte Überwachungsinstrumente“ aus und fordert, dass diese zurückgebaut und der Datenschutz gestärkt werden müssen. Konkreter wird sie dabei aber nicht und bleibt schmallippig. Unberücksichtigt bleiben Themenfelder wie eGovernment, offenes WLAN oder konkrete Ideen für die zukünftige Digitalisierung Hamburgs.</p>
<h3>Keine Alternative (Netzpolitik) bei der AfD</h3>
<p>Die selbsternannte <strong>Alternative für Deutschland</strong> (AfD) tritt zum ersten Mal in Hamburg zur Bürgerschaftswahl an. Ihr <a href="https://alternative-hamburg.de/wp-content/uploads/2014/12/B%C3%BCrgerschaftswahl-Programm-D.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlprogramm</a> bietet im Bereich der Digitalisierung wenig Alternativen. Klare Kante zeigt sie lediglich beim Thema Vorratsdatenspeicherung: Sie befürwortet „die sogenannte Verbindungsdatenspeicherung zur Verhinderung und besseren Aufklärung [von] Straftaten“ sowie die Nutzung von Daten nur auf richterliche Anordnung. Eigene netzpolitische Ideen für die Hansestadt hat die Partei nicht.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Die aktuell regierende SPD ist bislang einige Antworten in Sachen Digitalisierung schuldig geblieben, stellt sich nun netzpolitisch aber gut auf und zeigt anhand vieler Beispiele, wie sie die digitale Zukunft der Hansestadt gestalten möchte. Bei der CDU hingegen sind Netzpolitik und Datenschutz keine relevanten Themen und werden in wenigen Sätzen abgehandelt. Konkrete Ideen und Konzepte für die digitale Zukunft bringen die Grünen und die FDP in ihren Wahlprogrammen vor. Sie zeigen genauso wie die Piratenpartei, was in Sachen Netzpolitik alles möglich ist und wo noch Nachholbedarf besteht. Netzpolitisch abgeschlagen und sehr schmallippig zeigt sich die Linke. Schlusslicht ist jedoch die Alternative für Deutschland, die lediglich die Vorratsdatenspeicherung befürwortet, ansonsten das Themenfeld der Netzpolitik mit keinem Wort in ihrem Programm erwähnt.</p>
<p>Bild: <a href="https://pixabay.com/en/river-buildings-storehouse-town-690374/">River-Building Store House</a> by  <a href="https://pixabay.com/en/users/Unsplash-242387/">Unsplash</a> via <a href="https://pixabay.com/">Pixabay</a> licensed by <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en">CCOPublic Domain</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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