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	<title>Bundesfamilienministerium &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Bundesfamilienministerium &#8211; politik-digital</title>
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		<title>&#034;Digital Natives&#034;: Von Ureinwohnern und Einwanderern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Rieder]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Aug 2014 14:35:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Gerne behauptet und doch nie schlüssig belegt, geistert das Begriffspaar von „digitalen Ureinwohnern“ und „digitalen Einwanderern“ seit mehr als zehn [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/girl_pc_bearb.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145433" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/girl_pc_bearb.jpg" alt="girl_pc_bearb" width="640" height="280" /></a>Gerne behauptet und doch nie schlüssig belegt, geistert das Begriffspaar von „digitalen Ureinwohnern“ und „digitalen Einwanderern“ seit mehr als zehn Jahren durch Internet und analoge Welt. Es ist an der Zeit, die Buzzwords beiseite zu legen und sich endlich mit den Inhalten zu beschäftigen.<b> </b><br />
Vor Kurzem veröffentlichte der Schweizer Blogger und Lehrer Philippe Wampfler einen Aufruf: „Bitte verzichtet auf den Begriff &#8216;digital natives&#8217;!“– und traf damit einen Nerv<b>. </b>Der Begriff „Digital Natives“ ist eigentlich ein alter Hut. Geprägt wurde er 2001 von dem Manager und Pädagogen Marc Prensky, der in einem Aufsatz mit dem Titel <a href="http://www.marcprensky.com/writing/Prensky%20-%20Digital%20Natives,%20Digital%20Immigrants%20-%20Part1.pdf">„Digital Natives, Digital Immigrants“</a> forderte, Lehrer müssten sich auf eine Generation einstellen, die ihr ganzes Leben „umgeben von Computern, Videospielen, Handys und all den anderen Spiel- und Werkzeugen der Digitalen Ära“ verbracht hat. Prensky behauptete, Digital Natives verfügten als „Muttersprachler“ der digitalen Sprache nicht nur über profunde Kenntnisse im Umgang mit Technologie, sondern verarbeiteten Informationen auch fundamental anders als alle Generationen vor ihnen. Auch wenn Prensky seine Behauptungen nicht belegte und sich der Artikel vor allem wie ein Werbetext für die von ihm propagierte Methode des „Digital Game-based Learning“ liest, wurde die Unterscheidung zwischen Digital Natives und Digital Immigrants zu einem beliebten Aufhänger für Diskussionen über die Implikationen der Digitalisierung.<br />
Bis heute wird mit Vorliebe ein Generationenkonflikt heraufbeschworen zwischen denen, für die eine Trennung zwischen online und offline vermeintlich nicht mehr existiert, und denen, die nicht wie selbstverständlich bloggen, posten, twittern und chatten. Doch wie steht es eigentlich um die Fakten? Geht die „Netzgeneration“ wirklich so selbstverständlich und kompetent mit Technologie um? Und unterscheidet sich ihr Mediennutzungsverhalten tatsächlich grundsätzlich von dem der älteren User?</p>
<h3>Der Mythos bröckelt</h3>
<p>Laut <a href="http://www.initiatived21.de/2013/04/pressemitteilung-nonliner-atlas-2013-zahl-der-internetnutzer-steigt-wieder-nur-geringfugig-datenschutz-und-sicherheitsbedenken-sind-haufige-grunde-fur-nichtnutzung/">(N)Onliner Atlas 2013</a> haben 97 Prozent der unter 30-jährigen Deutschen einen Internetzugang, von den 60- bis 69-Jährigen nutzen fast zwei Drittel das Netz, und bei den über 70-Jährigen sind die Offliner mit 70 Prozent deutlich in der Mehrheit. Dass jüngere Menschen das Internet stärker nutzen, ist also nicht abzustreiten. Die Studie fand allerdings noch mehr Ungleichheiten: zwischen Stadt und Land, Männern und Frauen, Menschen mit hohem und solchen mit niedrigem Bildungsabschluss, Armen und Reichen. Nicht nur das Alter hat einen Einfluss darauf, ob und wie man im Netz unterwegs ist, sondern eine Vielzahl sozioökonomischer Faktoren.<br />
Nun macht einen Menschen allein der Fakt, dass er einen Internetzugang besitzt, noch lange nicht zu einem Digital Native. <a href="http://www.manager-magazin.de/unternehmen/it/a-625126-2.html">Begeisterte Anhänger</a> des Begriffs preisen die „neue Generation“ als eine, für die das Internet nicht nur Kommunikationsmittel, sondern ein Kulturraum sei, den sie durch selbst generierte Inhalte, soziale Vernetzung und pausenlose Partizipation immer weiter ausbaue. Digital Natives hätten nicht nur eine ganz eigene Vorstellung von Freundschaft, Privatheit und Identität, sondern nutzten wie selbstverständlich die Möglichkeiten des Netzes, um ihre Meinung kund zu tun und aktiv Einfluss auf das Weltgeschehen zu nehmen. Ein wirkmächtiges Bild &#8211; nur gibt es auch zur Mediennutzung junger Menschen mittlerweile zahlreiche Studien, die ganz deutlich dafür sprechen, dass es an der Zeit ist, den Begriff Digital Natives zu entmystifizieren.<br />
Zwar verbringen Jugendliche immer mehr Zeit im Netz, die Onlineaktivitäten ersetzen jedoch lediglich den Konsum klassischer Medien und nicht andere Freizeitaktivitäten. Nichtmediale Aktivitäten wie Treffen mit Freunden und Unternehmungen mit der Familie spielen weiter eine große Rolle. Wenn man die Nutzung des Netzes durch junge Menschen genauer betrachtet, wird außerdem deutlich, dass sie es eben nicht so proaktiv und andersartig anwenden, wie von Anhängern des Digital Natives-Konzepts behauptet. Den größten Stellenwert hat laut <a href="http://www.mpfs.de/?id=613">JIM-Studie 2013</a> der kommunikative Austausch über E-Mails, Chats und soziale Medien. Die kreative Produktion von Content ist im Alltag der jungen Generation unterdessen nur von marginaler Bedeutung.<br />
Es kann also keine Rede davon sein, dass die Nutzung des Internets durch alle seit 1980 Geborenen sich fundamental von der Nutzung durch ältere Menschen unterscheidet. Die Attribute, die den Digital Natives zugeschrieben werden, treffen höchstens auf eine kleine gesellschaftliche Elite zu, die sich nicht durch ihr Alter, sondern durch eine intensive Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des Internets auszeichnet. Einige „Silversurfer“ bewegen sich genauso sicher im Netz wie „Screenager“, entscheidend sind vor allem individuelle Interessen und sozioökonomische Faktoren.</p>
<h3>Digitale Kompetenz geht alle Altersgruppen etwas an</h3>
<p>Die Einteilung in Digital Natives und Digital Immigrants ist aber nicht nur faktisch falsch, sondern auch konzeptuell problematisch. Sie betreibt ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Othering">„Othering“</a> und stellt unüberwindbare Gegensätze her, wo keine existieren. Nicht alle jungen Menschen lassen sich in eine Schublade stecken, <a href="http://henryjenkins.org/2007/12/reconsidering_digital_immigran.html">es gibt nicht die eine einzige Erfahrungswelt oder Identität</a>, die alle teilen. Vielmehr existieren in der Generation der vermeintlichen Digital Natives genauso wie im Rest der Gesellschaft Unterschiede im Bezug auf Online-Kompetenzen, Erfahrungen und Identitäten. Nur weil Menschen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, möglicherweise weniger Hemmungen im Umgang mit neuen Medien haben, heißt das noch lange nicht, dass sie sie auch kompetent anwenden können.<br />
Und das ist das eigentliche Problem an der Unterscheidung zwischen Digital Natives und Digital Immigrants: Sie täuscht darüber hinweg, dass sich Kompetenzunterschiede im Umgang mit Medien durch das Nachrücken jüngerer Generationen nicht einfach von selbst erledigen, und sie vermittelt Älteren das Gefühl, sie seien qua Geburtsjahr vom technologischen Wandel ausgeschlossen. Bei all der berechtigten Euphorie über die Möglichkeiten neuer Informationstechnologien darf aber nicht vergessen werden, dass das Wissen um die Potentiale, die die digitale Welt bietet, niemandem in die Wiege gelegt wird, sondern Jung wie Alt vermittelt werden muss. Womit wir beim Thema digitale Medienkompetenz oder „Digital Literacy“ angelangt wären – einem Bildungsbereich, der noch immer sträflich vernachlässigt wird.<br />
Digital Literacy meint die Fähigkeit, Inhalte und Kommunikationsprozesse in den digitalen Medien zu verstehen und einzuordnen. Natürlich stellt sich die Frage, welche Fähigkeiten im Umgang mit Medien wertvoll sind &#8211; damit ist der Medienkompetenzbegriff immer normativ. Bei der Vermittlung eines kompetenten Umgangs mit dem Internet darf es deshalb auch nicht darum gehen, aus einer elitären Perspektive heraus Menschen zu verurteilen, die kein Tech-Blog oder Twitteraccount betreiben und stattdessen lieber den neusten Promiklatsch lesen oder Kochrezepte herunterladen. Zu welchem Zweck und in welchem Umfang das Internet genutzt wird, ist schließlich immer noch Geschmackssache. Ziel muss es viel mehr sein, Menschen, jung wie alt, nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch Mündigkeit im Umgang mit dem Medium Internet, also die kritische Rezeption der Inhalte und das Wissen über die Möglichkeit, selbst Inhalte zu produzieren, zu vermitteln. Denn obwohl das Erstellen von Content sicher nicht die einzig sinnvolle Nutzung des Netzes darstellt, gilt in der digitalen Welt genau wie in der analogen: Nur wer partizipiert, kann sich und seinem Anliegen Gehör verschaffen.</p>
<h3>Es fehlt ein schlüssiges Konzept</h3>
<p>Erst vor einigen Tagen erklärte die Bundesregierung in der <a href="http://politik-digital.de/14-berliner-hinterhofgespraech-alles-oder-nichts-die-digitale-agenda-der-bundesregierung-2014-2017/">Digitalen Agenda</a>, die digitale Medienkompetenz aller Generationen stärken zu wollen, damit „sich jede und jeder Einzelne sicher, informiert und aktiv in der digitalen Gesellschaft verwirklichen kann“. An koordinierten Programmen mangelt es aber bisher und die Digitale Agenda bietet auch nicht mehr als Absichtserklärungen. Einzig die Initiative „Ein Netz für Kinder“, die kindgerechte digitale Angebote fördert, wird als konkretes Projekt in dem Papier erwähnt. „Sichere Surfräume“ für Kinder zu schaffen, wie es das <a href="http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/kinder-und-jugend,did=131814.html">Bundesfamilienministerium</a> formuliert, ist eine nette Idee, viel relevanter wäre es jedoch, generationenübergreifend Kompetenzen für ein aufgeklärtes Surfen auch außerhalb von Schutzräumen zu vermitteln. Bereits im Oktober 2011 hatte die Internet-Enquete in einem Zwischenbericht angemahnt, die Förderung von Medienkompetenz sei eine wichtige staatliche und gesellschaftliche Aufgabe, und hatte eine bessere Vernetzung einzelner geförderter Initiativen sowie neue Bildungskonzepte und Aufklärungskampagnen gefordert. Doch seither hat sich wenig getan. Dazu, wie Jugendlichen von klein auf ein aufgeklärter Umgang mit digitalen Medien mitgegeben werden kann oder wie ältere Menschen für digitale Entwicklungen begeistert werden können, fehlen kohärente Konzepte. Die Förderung der Medien- und Informationskompetenz in der Praxis wird weitgehend den Landesmedienanstalten, privaten Vereinen und einzelnen Initiativen überlassen. Inwieweit und vor allem wie tiefgreifend digitale Medienkompetenz in Schulen vermittelt wird, ist ebenfalls Glückssache und hängt häufig von den Kenntnissen und vom Einsatz einzelner Lehrer ab.<br />
Dabei wäre ein schlüssiges Konzept zur Kompetenzvermittlung für alle Altersschichten wichtiger denn je. Allein der Umstand, dass immer mehr Informationen nur noch online verfügbar sind, sei es zu Anträgen beim Jobcenter oder zu Versicherungspolicen, und Entscheidungs- wie Beteiligungsprozesse durch Online-Petitionen, Bürgerhaushalte oder öffentliche Konsultationen zunehmend digitalisiert werden, macht deutlich, wie wichtig ein kompetenter Umgang mit den neuen Medien wirklich ist. Zudem ist die Vermittlung von Medienkompetenz die einzig praktikable Antwort auf viele „Gefahren“ des Netzes wie Identitätsdiebstahl, Betrug und Falschinformationen, die durch technische Mittel schwer zu bannen sind. Deshalb reicht es nicht, auf binäre Kategorien zurückzugreifen und sich damit abzufinden, dass einige nun mal Digital Natives und andere Digital Immigrants sind. Bildungsangebote und ein gleicher Ressourcenzugang für alle können dafür sorgen, dass jeder im Netz „heimisch“ werden kann.<br />
Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/benchan/10904338893" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Benjamin Chan</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Videos für mehr Toleranz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rita Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 11:09:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[YouTube]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesfamilienministerium]]></category>
		<category><![CDATA[361 Grad Respekt]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendwettbewerb]]></category>
		<category><![CDATA[Respekt]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Schülerwettbewerb „361 Grad Respekt“ geht in die zweite Runde. Mit kurzen Video-Clips sollen Jugendliche sich mit den Themen Diskriminierung und Ausgrenzung auseinander setzen. Das Bundesfamilienministerium wirbt dabei mit einer Reihe von Prominenten und Partnern für mehr Offenheit und Akzeptanz in der Gesellschaft.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Schülerwettbewerb „361 Grad Respekt“ geht in die zweite Runde. Mit kurzen Video-Clips sollen Jugendliche sich mit den Themen Diskriminierung und Ausgrenzung auseinander setzen. Das Bundesfamilienministerium wirbt dabei mit einer Reihe von Prominenten und Partnern für mehr Offenheit und Akzeptanz in der Gesellschaft.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<a href="http://www.youtube.com/361grad?gl=DE&amp;hl=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/361_Grad_Sch__lerwettbewerb_Logo_1.jpg" align="right" height="95" width="150" /></a>
</p>
<p>
<a href="http://www.lautgegennazis.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Kampagne „Laut gegen Nazis“</a>, <a href="http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/start/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Amadeu-Antonio-Stiftung</a> und Youtube veranstalteten bereits im vergangenen Jahr zum ersten Mal den Schülerwettbewerb &quot;361 Grad Respekt &#8211; Der Youtube Jugendwettbewerb gegen Ausgrenzung&quot;. Aufgrund der großen Resonanz geht das Projekt nun in die nächste Runde. Schülerinnen und Schüler ab 13 Jahren können bis zum 16. Oktober Video-Clips in dem dafür eingerichteten <a href="http://www.youtube.com/361grad?gl=DE&amp;hl=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Youtube-Kanal</a> hochladen. Themenschwerpunkte sind Ausgrenzung, Rassismus, Homophobie und Cyber-Mobbing. Alleine oder mit maximal fünf Personen können die Schüler Videos für eine der Sparten „Music&quot;, „Freestyle&quot;, „Shortstory&quot; oder „Support&quot; produzieren.
</p>
<p>
Schirmherrin des Projekts ist die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU). Prominente Paten sind u.a. die Bands „Die Fantastischen Vier“ und „Silbermond“ sowie der Schauspieler Daniel Brühl, Fußballnationalspieler Philipp Lahm und der ehemalige Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert. Zu gewinnen gibt es ein exklusives Treffen mit den „Fantastischen Vier“ inklusive Konzertbesuch.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Nach wie vor haben Mütter oft Nachteile im Beruf&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/nach-wie-vor-haben-muetter-oft-nachteile-im-beruf-4141/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[esnakker]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Nov 2008 09:30:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Familienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[ProDialog]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesfamilienministerium]]></category>
		<category><![CDATA[BMFSFJ]]></category>
		<category><![CDATA[Tag des Dialogs]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Metker]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/nach-wie-vor-haben-muetter-oft-nachteile-im-beruf-4141/</guid>

					<description><![CDATA[Zum &#34;Tag des Dialogs&#34; am 11. November 2008, lud die Initiative ProDialog Dr. Thomas Metker zum Chat ein. Der Referatsleiter - „Grundsatzangelegenheiten, Familienbezogene Leistungen“ - im Bundesfamilienministerium beantwortete die Fragen der Chatgäste zum Thema: „Wem hilft was? Unterstützung und Mittelverteilung in der deutschen Familienpolitik“.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zum &quot;Tag des Dialogs&quot; am 11. November 2008, lud die Initiative ProDialog Dr. Thomas Metker zum Chat ein. Der Referatsleiter &#8211; „Grundsatzangelegenheiten, Familienbezogene Leistungen“ &#8211; im Bundesfamilienministerium beantwortete die Fragen der Chatgäste zum Thema: „Wem hilft was? Unterstützung und Mittelverteilung in der deutschen Familienpolitik“.<!--break--> </p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Maggie:</b><br />
Was macht das Bundesfamilienministerium gegen Kinderarmut in<br />
Deutschland? Warum ist die Zahl von Kindern in Armut in einem so<br />
reichen Land wie Deutschland so hoch und steigt dazu noch die ganze<br />
Zeit?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Das Thema Armut muss man sehr differenziert betrachten. Es ist in der<br />
Tat richtig, dass es in einem so reichen Land wie Deutschland schwer<br />
verständlich ist, dass es arme Menschen geben kann. Wenn wir uns die<br />
Ursachen der Armut ansehen, dürfen wir nicht nur auf Geldleistungen<br />
schauen, sondern wir müssen uns die verschiedenen Facetten von Armut<br />
ansehen. Wichtig ist, dass es in der Familie Erwerbseinkommen gibt,<br />
weil ein Staat nicht auf Dauer wegfallendes Einkommen ersetzen kann.<br />
Insofern ist der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit wichtig um den<br />
Familien wirtschaftliche Sicherheit zu geben.  Darüber hinaus ist<br />
das Thema Infrastruktur wichtig, wie z.B. der Ausbau der<br />
Kinderbetreuung, was nicht nur für die Bildung der Kinder wichtig<br />
ist und somit präventiv wirkt, sondern auch für die Vereinbarkeit<br />
von Beruf und Familie von Bedeutung ist.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Grit:</b><br />
Mein Sohn ist acht Monate alt und mein Mann sieht ihn in der Woche<br />
quasi nicht, weil er so lange arbeitet. Sich wirklich um Kinder zu<br />
kümmern bedeutet für ihn und für viele Väter einen Karriereknick.<br />
Herr Metker, sind die Vätermonate da nicht nur ein Feigenblatt und<br />
was tut die Politik sonst noch?</p>
<p><b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Nun, wir müssen sehen, was sich in den letzten Jahren in puncto<br />
Vereinbarkeit von Familie und Beruf verändert hat. Trotzdem müssen<br />
wir dort immer noch viel machen. Wir haben in den vergangenen Jahren<br />
für unsere Aktivitäten viele starke Partner gewinnen können, die<br />
uns unterstützen. Dazu gehören auch die Wirtschaftsverbände, die<br />
sich in den letzten Jahren zunehmend für das Thema geöffnet haben.<br />
Das Elterngeld ist familienpolitisch eine gute Maßnahme und bringt<br />
den Familien wirtschaftliche Sicherheit im ersten Jahr nach der<br />
Geburt eines Kindes. Die Partnermonate sind Motivation des jeweils<br />
Anderen &#8211; meistens des Vaters &#8211; für eine Zeit aus dem Beruf<br />
auszusteigen und sich um das Kind zu kümmern. Wir beobachten<br />
erfreut, wie die Zahl der Väter, die Elterngeld beantragen, deutlich<br />
gestiegen ist. Während das Erziehungsgeld von nur 3,5 Prozent der<br />
Väter in Anspruch genommen wurde, sind es mittlerweile knapp 15<br />
Prozent der Väter, die Elterngeld in Anspruch nehmen. Den<br />
Mentalitätswandel können wir aber nicht per Gesetz verordnen. Hier<br />
sind zum Einen auch die Väter gefragt, ihre Interessen<br />
durchzusetzen, so, wie die Frauen das schon seit Jahrzehnten mussten.<br />
Zum Anderen wird der demographische Wandel und der Fachkräftemangel<br />
auch die Unternehmen zunehmend zum Umdenken bewegen.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Unsere Chatterinnen und Chatter konnten vorab bereits Fragen stellen<br />
und über diese abstimmen. Folgende war darunter:</p>
<p><b>Gunna:</b><br />
Was macht aus Ihrer Sicht mehr Sinn? Eine Kindergelderhöhung oder<br />
die Einbehaltung eines Mehrbetrages zur Schaffung von Krippenplätzen?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Wir können das Eine nicht gegen das Andere ausspielen. Eltern und<br />
Kinder benötigen beides. Die Einführung des Elterngeldes und der<br />
Ausbau der Kinderbetreuung waren erste wichtige Schritte für die<br />
wirtschaftliche Stabilisierung der Familie und eine bessere<br />
Vereinbarkeit. Wir wissen, dass mit wachsender Kinderzahl bestimmte<br />
Kosten sprunghaft steigen, z.B. größere Wohnung, größeres Auto,<br />
länger laufende Waschmaschine. Ein Kindergeld in der gestaffelten<br />
Form, wie es vom Bundeskabinett verabschiedet worden ist, unterstützt<br />
Familien ganz gezielt. Deshalb brauchen Familien die<br />
Kindergelderhöhung UND die Schaffung von Krippenplätzen.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Eine Nachfrage:</p>
<p><b>alcatraz:</b><br />
Und wieso dauert die Auszahlung des Elterngeldes so lange? Zum Teil<br />
müssen die Menschen ja monatelang darauf warten.</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Das Elterngeld wird von Stellen, die von den Landesregierungen<br />
bestimmt worden sind, ausgezahlt. Die Neueinführung des Elterngeldes<br />
war sicher für die Verwaltung eine große Herausforderung. Die<br />
Bearbeitungszeiten in den Bundesländern sind nach unseren Abfragen<br />
sehr unterschiedlich. Insofern können wir nicht davon sprechen, dass<br />
es ständig zu langen Wartezeiten kommt. Diese kommen sicherlich aber<br />
vereinzelt vor.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Franky:</b><br />
Was spricht eigentlich dagegen den Zeitraum für das Elterngeld zu<br />
verlängern? Thanx.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Das Elterngeld soll wegfallendes Einkommen zu 67 Prozent ersetzen.<br />
Bei der Geburt des ersten Kindes sind Frauen heute im Schnitt knapp<br />
unter 30 Jahre alt. Fast immer sind sie zuvor erwerbstätig und haben<br />
eigenes Einkommen. Die Geburt eines Kindes führt dazu, dass ein<br />
Einkommen wegfällt. Diesen Einkommenseinbruch soll das Elterngeld<br />
abfedern. Wenn man sich Befragungen anschaut, wollen die meisten<br />
Mütter und Väter auch schnell wieder in den Beruf, um den Anschluss<br />
nicht zu verlieren. Deshalb bietet das Elterngeld eine einjährige<br />
Schonfrist und der Ausbau der Kinderbetreuung ermöglicht es den<br />
Eltern, wieder erwerbstätig zu sein und ihre Kinder gut aufgehoben<br />
zu wissen.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>alcatraz:</b><br />
Aber es war doch keine Überraschung, dass das Elterngeld eingeführt<br />
wird! Wie können die Bearbeitungszeiten so lang sein?</p>
<p><b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Wenn man sich das Gesetzgebungsvorhaben ansieht und die Abstimmung<br />
mit den Ländern, waren die notwendigen vorbereitenden Arbeiten in<br />
den zuständigen Behörden schon sehr herausfordernd. Da z.B. auch<br />
Software neu geschrieben werden musste und die Sachbearbeitungen sich<br />
intensiv einarbeiten mussten. Nach unseren Erkenntnissen sind dies<br />
Anfangsschwierigkeiten. Das wird zunehmend besser werden.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Vincent:</b><br />
Wie kann das Familienministerium die Zahl der Betreuungsplätze für<br />
unter Dreijährige erhöhen? Die Kindergartenplätze liegen doch im<br />
Aufgabenbereich der Kommunen?</p>
<p><b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Der Ausbau der Kinderbetreuung ist originär eine Aufgabe von Ländern<br />
und Kommunen.
</p>
<p>
Wir<br />
haben nach dem Tagesbetreuungsausbaugesetz jedoch festgestellt, dass<br />
der Ausbau nicht in dem Maße voranschreitet, wie wir uns das<br />
gewünscht hätten. Deshalb hat Frau von der Leyen sich so stark für<br />
den Ausbau eingesetzt und in einem Kraftakt nicht nur Geld des Bundes<br />
zur Verfügung stellen können, sondern sich auch noch mit den<br />
Ländern und Kommunen auf gemeinsame Ziele verständigen können.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Pamela:</b><br />
Ich bin junge Mutter und Studentin. Ganz ehrlich: Ich lebe am<br />
Existenzminimum, weil ich nicht genug finanzielle Unterstützung<br />
erhalte. Aber was mir das alles erschwert ist die Krippensituation,<br />
denn ich kriege einfach keinen Platz für mein Kind an der Nähe der<br />
Uni. Müsste ich nicht als junge, alleinerziehende Mutter da<br />
vorgezogen werden? </p>
<p><b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Die Situation von alleinerziehenden Studierenden ist in der Tat oft<br />
schwierig. Die Hochschulen bieten sehr unterschiedliche<br />
Unterstützungsmöglichkeiten an, z.B. gibt es Teilzeitstudiengänge<br />
oder bei der Vergabe von Betreuungsplätzen Prioritätensetzungen.<br />
Insofern wäre es sicherlich gut, wenn die Studierendenvertretungen<br />
auch auf die besonderen Bedürfnisse von Studierenden mit Kindern und<br />
alleinerziehenden Studierenden stärker eingehen würden. Unabhängig<br />
davon stehen Ihnen natürlich die üblichen Familienleistungen, wie<br />
z.B. Kindergeld etc., zur Verfügung.</p>
<p><b>Andrea<br />
Kaise:</b><br />
Die üblichen Betreuungszeiten von Kindergärten sind viel zu<br />
unflexibel. Kann das Familienministerium nicht Anreize schaffen, dass<br />
die Einrichtungen die Öffnungszeiten flexibler gestalten?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Da die Kinderbetreuung in die Zuständigkeit der Länder und Kommunen<br />
fällt, haben wir nur sehr begrenzte Möglichkeiten, einzuwirken. Wir<br />
haben allerdings vor einigen Jahren z.B. die Initiative Lokale<br />
Bündnisse für Familie auf den Weg gebracht. Davon gibt es<br />
mittlerweile bundesweit über 500, die sich zur Aufgabe gemacht<br />
haben, für bestimmte Fragen, die vor Ort auftreten, geeignete<br />
Lösungen zu finden. In den lokalen Bündnissen gibt es gute<br />
Beispiele, wie die Verantwortlichen in den Kommunen sich<br />
zusammensetzen und eine bessere Abstimmung von Öffnungszeiten der<br />
Kinderbetreuungseinrichtungen und Arbeitszeiten der Eltern erreicht<br />
haben.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Damit ist vielleicht auch schon diese Rückmeldung zum Thema Studium<br />
und alleinerziehende Eltern in Teilen beantwortet:</p>
<p><b>Pamela:</b><br />
Alles schön und gut. Aber ich will ja gerade mein Studium<br />
rechtzeitig abschließen, um dem Staat nicht länger auf der Tasche<br />
zu liegen. Aber das wird mir allein schon dadurch erschwert, dass die<br />
Kindergärten nicht so lange aufhaben, wie die Seminare in der Uni<br />
gehen.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Wenn die Öffnungszeiten flexibel genug gestaltet sind, ist es<br />
sicherlich auch möglich, im Rahmen des &quot;normalen&quot;<br />
Universitätsbetriebs das Studium zu beenden. Auf der anderen Seite<br />
sollten Sie aber auch sehen, dass Sie zwei wichtige Aufgaben zu<br />
erfüllen haben, nämlich die Erziehung Ihres Kindes und den<br />
Abschluss des Studiums. Da dürfen Sie sich nicht überfordern.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Ben:</b><br />
&quot;Herdprämie&quot;, &quot;Wickelvolontariat&quot;, &quot;Gedöns&quot;?<br />
Familienpolitik wird in Deutschland schnell lächerlich gemacht. Was<br />
tut die Politik, damit mehr Leute und Unternehmen das vermeintliche<br />
&quot;weiche&quot; Thema endlich ernst nehmen und mit anpacken?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Ich denke, wenn wir die familienpolitische Diskussion in den<br />
vergangenen Jahren verfolgen, wird deutlich, dass Familienpolitik<br />
durchaus als hartes Politikfeld gesehen wird. Wir arbeiten mit den<br />
Wirtschaftsverbänden zusammen, haben zahlreiche Studien in Auftrag<br />
gegeben, die belegen, dass familienfreundliche Maßnahmen auch für<br />
die Unternehmen Rendite bringen.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>hans:</b><br />
Gute Kinderbetreuung braucht qualifizierte Erzieher/innen. Was tut<br />
das Familienministerium, um vor allem die Tagesmütter besser<br />
auszubilden?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Beim geplanten Ausbau der Kinderbetreuung spielt die<br />
Kindertagespflege eine herausragende Rolle. Als Ziel sollen 30<br />
Prozent des Ausbauangebotes in Form von Kindertagespflege<br />
bereitgestellt werden. Das Bundesfamilienministerium hat ein<br />
Aktionsprogramm ausgearbeitet, durch das gezielt die<br />
Kindertagespflege gefördert werden und das flexibel auf die<br />
spezifischen Anforderungen eingehen soll. Als Bund haben wir<br />
Leuchtturmprojekte initiiert und zusammen mit dem deutschen<br />
Jugendinstitut ein Curriculum zur Kindertagespflege erarbeitet. Die<br />
Länder sind bei dieser Aufgabe aber stärker gefragt.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Larissa:</b><br />
Wie sehen Sie die Familienfreundlichkeit Deutschlands in europäischen<br />
Vergleich, z.B. mit Schweden oder Finnland?</p>
<p><b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Die Frage muss man differenziert beantworten. Hinsichtlich des<br />
finanziellen Transfers steht Deutschland im internationalen Vergleich<br />
im oberen Drittel. Bezüglich der Infrastruktur (z.B.<br />
Kinderbetreuung, familienunterstützende Dienstleistungen) ist uns<br />
eine Reihe von Nachbarstaaten voraus. Wir haben uns bei unseren<br />
familienpolitischen Maßnahmen immer auch im Ausland umgeschaut,<br />
welche beispielhaften Lösungen es gibt. Beispielsweise haben wir<br />
beim Elterngeld nach Skandinavien geschaut. Bezüglich verschiedener<br />
Gutscheinsysteme für familienunterstützende Dienstleistungen können<br />
wir nach Frankreich sehen, wo es auch im Bereich der Kinderbetreuung<br />
gute Bespiele gibt.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Wollen wir einige Minuten verlängern, Herr Metker?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Ja, gerne, ich habe noch 10 Minuten Zeit.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Clara:</b><br />
Wie soll die Gleichstellung berufstätiger Frauen / Mütter umgesetzt<br />
werden, die in ihrer Berufstätigkeit nach wie vor mit<br />
Einschränkungen leben oder zu rechnen haben? Wie wird der berufliche<br />
Wiedereinstieg gefördert und vereinfacht? Wie soll konkret umgesetzt<br />
werden, dass Frauen nicht länger weniger verdienen und bereits beim<br />
Berufseinstieg geringere Chancen bekommen, wenn sie Kinder haben?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Es ist richtig, nach wie vor haben Mütter oft Nachteile im Beruf.<br />
Wenn wir uns den internationalen Vergleich ansehen, wird vor allen<br />
Dingen deutlich, dass in Deutschland Mütter mit mehreren Kindern<br />
sehr große Schwierigkeiten haben, in den Beruf zurückzukehren und<br />
Mütter, die lange aussetzen. Wer<br />
lange aussetzt, hat auch immer noch Nachteile bei der Höhe des<br />
Erwerbseinkommens. Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen<br />
in Deutschland liegen bei über 20 Prozent. Um Müttern den<br />
Wiedereinstieg zu erleichtern, hat Frau von der Leyen, zusammen mit<br />
der Bundesagentur für Arbeit, ein gemeinsames Programm aufgelegt.<br />
Details dazu kann<br />
man unter www.bmfsfj.de nachlesen.</p>
<p>
<b>Herbert:</b><br />
Warum wird nur die Ehe steuerlich gefördert, obwohl es längst<br />
andere auf Dauer angelegte Lebensformen gibt?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Im Einkommensteuerrecht wird grundsätzlich jede und jeder<br />
Steuerpflichtige mit ihrem bzw. seinem zu versteuernden Einkommen<br />
nach dem Einkommensteuergrundtarif besteuert. Lediglich für nicht<br />
dauernd getrennt lebende Ehegatten besteht die Möglichkeit der<br />
Zusammenveranlagung unter Anwendung des Splitting-Verfahrens.<br />
Hinsichtlich der steuerlichen Berücksichtigung von Kindern werden<br />
alle Eltern gleich behandelt. Bei der Besteuerung der Eltern wird ein<br />
Betrag in Höhe des Existensminimums ihrer Kinder steuerfrei<br />
belassen. Dies wird durch Kindergeld bzw. die Freibeträge für<br />
Kinder bewirkt.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>dimi_s:</b><br />
Was sind Kindergartenplätze so teuer? Wer sich das nicht leisten<br />
kann, muss zu Hause bleiben, und kann nicht arbeiten gehen!
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Die Gebühren für Kindergartenplätze werden in den Kommunen<br />
gestaltet und sind sehr unterschiedlich. Einige Kommunen haben eine<br />
sehr differenzierte Staffelung nach dem Elterneinkommen, andere sind<br />
da weniger differenziert.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
So, wir sind auch kurz vor Ende unseres Chats zum Tag des Dialogs.<br />
Leider die letzte Frage für heute:
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>albert<br />
Z.:</b><br />
Als Vater ist es immer noch schwierig für eine bestimmte Zeit aus<br />
dem Beruf aus- und dann wieder einzusteigen. Kann das Ministerium<br />
nicht mal Aktionen machen, die das Ansehen von Vätern stärkt, die<br />
den Schritt wagen?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Thomas<br />
Metker</b>:<br />
Ich denke, dass wir durch die Diskussionen zum Elterngeld und durch<br />
unsere Evaluationsschritte für dieses Gesetz eine Menge öffentlicher<br />
Reaktionen erreicht haben. Das führt dazu, dass sich alle<br />
gesellschaftlichen Gruppen auch mit dem Rollenverständnis von<br />
Müttern und Vätern auseinandersetzen. Ich glaube, wir sind auf<br />
einem guten Weg, dass Väter nicht mehr nur als Ernährer ihrer<br />
Familie gesehen werden, sondern auch in ihrer wichtigen Aufgabe für<br />
die Betreuung und Erziehung ihrer Kinder zunehmend akzeptiert werden.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Das war unser Chat zum Tag des Dialogs. Einen ganz besonderen Dank an<br />
unseren Gast Thomas Metker für die kompetenten Antworten und vielen<br />
Dank an die Chatterinnen und Chatter für die vielen Fragen. Wir<br />
entschuldigen uns bei denjenigen, deren Fragen wir aus Zeitgründen<br />
nicht stellen konnten. Das Chatteam wünscht allen Beteiligten noch<br />
einen schönen Tag.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Doppelchat: Tag des Dialogs</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/projekt/doppelchat-tag-des-dialogs-4124/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Nov 2008 16:41:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[Projektvorstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesumweltministerium]]></category>
		<category><![CDATA[ProDialog-Chat]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Familienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Energiepolitik]]></category>
		<category><![CDATA[ProDialog]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesfamilienministerium]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/doppelchat-tag-des-dialogs-4124/</guid>

					<description><![CDATA[Am Tag des Dialogs am 11. November sind ab 11 Uhr zwei Vertreter aus Bundesministerien zu Gast im Chat der Initiative ProDialog. <a href="http://www.t88198792.de/chat/index.php?cid=196&#38;id=prodialog#" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Diskutieren Sie hier aktuelle Fragen der Bundespolitik!</a> ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Tag des Dialogs am 11. November sind ab 11 Uhr zwei Vertreter aus Bundesministerien zu Gast im Chat der Initiative ProDialog. <a href="http://www.t88198792.de/chat/index.php?cid=196&amp;id=prodialog#" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Diskutieren Sie hier aktuelle Fragen der Bundespolitik!</a> <!--break--></p>
<p>
Wie können politische Inhalte besser vermittelt und drängende Fragen der Bürgerinnen und Bürger besser beantwortet werden? Um das herauszufinden, hat die Initiative ProDialog den Tag des Dialogs ins Leben gerufen. Am 11. November können Sie gleich zu zwei wichtigen Themen mitreden:
</p>
<p>
<b>Das sind die Gäste:</b>
</p>
<p>
11-12 Uhr: Franzjosef Schafhausen, Bundesumweltministerium zum Thema „Bleibt Energie bezahlbar? Explodierende Energiepreise als umweltpolitische Herausforderung“
</p>
<p>
12-13 Uhr: Dr. Thomas Metker, Bundesfamilienministerium zum Thema „Wem hilft was? Unterstützung und Mittelverteilung in der deutschen Familienpolitik“</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>PC-Spiele: Jugendschutz verschärft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/pc-spiele-jugendschutz-verschaerft-3664/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Dec 2007 08:56:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Killerspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesfamilienministerium]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeskabinett]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Computerspiel]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Bundeskabinett hat beschlossen, den Katalog jugendgefährdender Computerspiele auszuweiten. Am Mittwoch, dem 19.12.2007, stimmte das Kabinett dem Entwurf (<a href="http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Internetredaktion/Pdf-Anlagen/aenderungen-juschg,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PDF</a>) zur Änderung des <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/juschg/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jugendschutzgesetzes</a> zu, den das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eingereicht hatte. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Bundeskabinett hat beschlossen, den Katalog jugendgefährdender Computerspiele auszuweiten. Am Mittwoch, dem 19.12.2007, stimmte das Kabinett dem Entwurf (<a href="http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Internetredaktion/Pdf-Anlagen/aenderungen-juschg,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PDF</a>) zur Änderung des <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/juschg/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jugendschutzgesetzes</a> zu, den das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eingereicht hatte. <!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Durch die Änderung sollen Kinder besser vor medialer Gewaltdarstellung geschützt werden, schreibt das Familienministerium in einer <a href="http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Kategorien/Presse/pressemitteilungen,did=104428.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressemitteilung</a>. Bundestag und Bundesrat müssen den Änderungen noch zustimmen. Das Gesetzgebungsverfahren soll Mitte 2008 abgeschlossen sein. </p>
<p>Hersteller und Händler dürfen demnach nicht für Computer- und Konsolenspiele werben oder diese vertreiben, wenn diese &quot;besonders realistische, grausame und reißerische Gewaltdarstellungen und Tötungshandlungen beinhalten, die das mediale Geschehen selbstzweckhaft beherrschen&quot;.</p>
<p>Weiterhin sollen die Indizierungskriterien ausgeweitet werden: Als jugendgefährdend gelten demnach Medien, in denen &quot;Gewalthandlungen wie Mord- und Metzelszenen selbstzweckhaft und detailliert dargestellt werden oder Selbstjustiz als einzig bewährtes Mittel zur Durchsetzung der vermeintlichen Gerechtigkeit nahe gelegt wird,&quot; heißt es in dem Entwurf.</p>
<p>Zudem sollen Käufer leichter erkennen können, für welche Altersgruppen die Spiele freigegeben sind. Dafür schreibt der Entwurf eine Mindestgröße vor, in der die Kennzeichnung von Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (<a href="http://www.usk.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">USK</a>) und der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (<a href="http://www.spio.de/index.asp?SeitID=2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FSK</a>) auf der Vorderseite der Spieleverpackung sowie auf dem Medienträger anzubringen ist.</p>
<p>Gleichzeitig möchte die Bundesregierung die deutschen Computerspielehersteller auch fördern. <a href="/bundestag-freigabe-fuer-computerspielaward" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie wir berichteten</a>, soll zukünftig ein eigener Preis pädagogisch wertvolle Spiele aus Deutschland auszeichnen.</p>
]]></content:encoded>
					
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