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	<title>Carnivore &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Carnivore &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Das Ende der freien Kommunikation?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sdalferth]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Carnivore]]></category>
		<category><![CDATA[E-Mail]]></category>
		<category><![CDATA[FBI]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Ist das endgütige Ende der Freiheit im Internet gekommen? Wird die Orwellsche Vision des totalen
Überwachungsstaates Realität? Diese Fragen können einem in den Sinn kommen, wenn man die neusten
Pläne der amerikanischen Regierung zur Überwachung der eMail-Kommunikation betrachtet. Doch auch
wenn die Regierungen vieler Staaten gerne eine weitergehende Kontrolle über das Internet hätten, als bisher
möglich, so ist abzuwägen wie groß die Gefahr wirklich ist.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Ist das endgütige Ende der Freiheit im Internet gekommen? Wird die Orwellsche Vision des totalen<br />
Überwachungsstaates Realität? Diese Fragen können einem in den Sinn kommen, wenn man die neusten<br />
Pläne der amerikanischen Regierung zur Überwachung der eMail-Kommunikation betrachtet. Doch auch<br />
wenn die Regierungen vieler Staaten gerne eine weitergehende Kontrolle über das Internet hätten, als bisher<br />
möglich, so ist abzuwägen wie groß die Gefahr wirklich ist.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das FBI hat nach Informationen der Online-Ausgabe des <a href="http://interactive.wsj.com/">Wall Street<br />
Journal</a> vor, ein neues Computersystem zur Filterung von eMails zu installieren(Der Artikel befindet sich<br />
auch auf<a href="http://cryptome.org/fbi-sucks.htm"> cryptome.org</a>) . Dieser Plan hat einen wahren Orkan<br />
der Empörung ausgelöst. Vor allem in den USA ist das beachtlich, da dort der Datenschutz nicht sonderlich<br />
groß geschrieben wird. So ist es möglich von persönlichen Daten bis zu Vorstrafenregistern fast alles im<br />
Internet zu recherchieren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das System benötigt einen Computer, der an den Server des Providers angeschlossen wird. Alternativ kann<br />
der Computer auch direkt an einen großen Netzknoten (Internet Exchange) angehängt werden. Von dort aus<br />
ist er in der Lage &quot;Millionen von eMails pro Sekunde&quot; zu kontrolllieren. Der Name des Systems soll &quot;Carnivore&quot;<br />
sein, &quot;Fleischfresser&quot;, da es aus der unüberschaubaren Masse von eMails das &quot;Fleisch&quot;, die für das FBI<br />
relevanten Artikel, herausfiltert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Doch einmal abgesehen von der prinzipiellen Problematik derartiger Abhöraktionen ist das grosse Problem bei<br />
einer solchen Installation, dass die mögliche Überwachung nicht nur bei eMails möglich ist, sondern sich ohne<br />
nennenswerten technischen Aufwand auf jegliche Datenkommunikation ausgeweitet werden kann.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Daher ist heftig umstritten, ob diese Überwachung angemessen und durch legale Besstimmungen gedeckt ist.<br />
So ist die Aufgabe von &quot;Carnivore&quot; die Überwachung  der elektronischen Kommunikation bekannter Straftäter<br />
bzw. bekannter Straftäter. Die <a href="http://www.aclu.org/">American Civil Liberty Union</a> schrieb daraufhin<br />
einen Protestbrief an den für Verfassungsfragen zuständigen Ausschuss des US-Repräsentantenhauses<br />
(Constitution Subcommittee). Darin wird der Fleischfresser mit der Erlaubnis für das FBI alle Postsäcke<br />
und Briefe zu öffnen und zu lesen, um die Kommunikation eines Kriminellen, dessen Adresse bekannt ist,<br />
zu überwachen, verglichen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Um einer solchen staatlichen Kontrolle zu entgehen, hat sich zum Beispiel die &quot;Inselrepublik&quot; Sealand, eine<br />
besetzte ehemalige Bohrinsel in der Nordsee, als Standpunkt zur Gewährleistung unkontrollierter<br />
Datenkommunikation angeboten. Auf Sealand sollen Server aufgestellt werden, auf die keine Regierung<br />
zugreifen kann. Diese &quot;Insel&quot;-Idee gewinnt immer mehr Anhänger. Doch es bleibt abzuwarten, ob derartige<br />
Freiheitsräume überhaupt nötig sind.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Denn das FBI schränkte nach Angaben von <a href="http://www.spiegel-online.de/">Spiegel-online</a> ein, dass<br />
das System durch Verschlüsselungen von eMails behindert werde. Allerdings sehen Datenschutzvertreter<br />
darin keinen ausreichenden Grund, dem System Harmlosigkeit zu bescheinigen. Im Gegenteil berge diese<br />
Einschränkung vor allem Gefahr für Privatpersonen, da diese im Gegensatz zu Kriminellen in der Regel Ihre<br />
eMails nicht verschlüsseln. Auch die Beschränkung auf die Überwachung von eMails lässt sich nach Ansicht<br />
der American Civil Liberties Union nicht kontrollieren, da ausschliesslich Mitarbeiter des FBI Zugriff auf die<br />
gewonnen Daten haben. Denn es bedarf keiner weiteren technischen Installationen, um den Bereich der<br />
Überwachung auszudehnen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Von Seiten der Provider werden auch Bedenken gemeldet. Abgesehen von den datenschutzrechtlichen<br />
Bedenken melden sie Kritik an der geplanten Installation an. So bekommen viele Bauchschmerzen, wenn sie<br />
daran denken, dass fremde Software in ihre Systeme eingespielt werden sollen. Bisher besitzt das FBI<br />
zwanzig Carnivore Systeme, die in einem verschlossenen Käfig im Gebäude des Internetproviders untergebracht<br />
würden. Ein dauerhafter Betrieb ist noch nicht Realität, doch hat das System schon etwa hundert Einsätze hinter<br />
sich. Diese umfassten nach Informationen des Online-Magazins <a href="http://www.heise.de/">heise-online</a><br />
neben der Jagd auf Hacker und Maßnahmen zur Bekämpfung von Terrorismus und Drogenhandel vor allem<br />
den &quot;Schutz der Infrastruktur&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Doch mit dem Wunsch nach Überwachung der elektronischen Kommunikation stehen die amerikanischen<br />
Behörden nicht allein. Auch die Europäer denken schon seit Jahren über eine derartige Kontrolle nach. Die<br />
Briten stehen ganz vorne bei diesen Bemühungen. So wurde in diesem Monat ein Gesetzentwurf in das<br />
Oberhaus eingebracht, demgemäß bei jedem Internet Provider eine &quot;black box&quot; installiert werden sollte, die die<br />
elektronische Kommunikation kontrolliert. Ebenso würde das Verschlüsseln von elektronischer Kommunikation<br />
verboten beziehungsweise der Zwang zur Freigabe von Passwörtern bei &quot;hinreichendem Verdacht&quot; seitens der<br />
Polizei festgeschrieben. Dieser Gesetztesentwurf hatte grosse Widerstände auf Seiten der Lords und den<br />
verschiedenen Interessenverbänden hervorgerufen. Sie artikulierten Befürchtungen, dass dieses Gesetz zu einer<br />
flächendeckenden Überwachung des Internetverkehrs führen würde. Deshalb wurden Forderungen laut, das Gesetz<br />
nicht nur aufzuschieben, sondern ganz aus dem Prozess der Gesetzgebung herauszunehmen.<br />
</span></p>
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