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	<title>Cem Özdemir &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Cem Özdemir &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Digitale Bürgersprechstunde mit Cem Özdemir</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Mar 2015 09:28:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Cem Özdemir]]></category>
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					<description><![CDATA[In einer Spezialausgabe der Digitalen Bürgersprechstunde diskutierte der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir, mit Schülerinnen und Schülern aktuelle [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Cem-AB_.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft  wp-image-144955" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Cem-AB_.jpg" alt="Cem-AB_" width="655" height="407" /></a>In einer <a href="http://digitale-buergersprechstunde.de/cem-oezdemir/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spezialausgabe der Digitalen Bürgersprechstunde</a> diskutierte der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, <a href="http://www.oezdemir.de/home.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cem Özdemir</a>, mit Schülerinnen und Schülern aktuelle Themen. Am Mittwoch, den 4. März 2015, beantwortete der Spitzenpolitiker die Fragen von Schülern der <a href="http://www.ardenne-schule.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Manfred-von-Ardenne Schule</a> in Berlin-Lichtenberg. <img decoding="async" class="mce-wp-more mceItemNoResize" title="Weiterlesen …" src="http://digitale-buergersprechstunde.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" />Das Video ist abrufbar.</p>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&amp;v=RGZ7iXDLe9A" title="Schul-Spezial mit Cem Özdemir" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/RGZ7iXDLe9A?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h3>Über die Spezialausgabe der Digitalen Bürgersprechstunde:</h3>
<p>Kommunikation über das Internet gehört für Schülerinnen und Schüler mittlerweile zum Alltag – in ihrer Freizeit schreiben sie E-Mails über das Smartphone, pflegen ihre Profile bei Facebook &amp; Co oder spielen mit ihren Freunden interaktive Games. Mit unserem Schul-Spezial der Digitalen Bürgersprechstunde geben wir ausgewählten Schulklassen die Möglichkeit, in einem digitalen Dialogformat auch über Politik zu diskutieren – und zwar mit gewählten Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Finden sie die Antworten der Politiker unverständlich oder ausweichend, können sie direkt nachhaken oder widersprechen.</p>
<p><a href="http://digitale-buergersprechstunde.de/bilder/2015/02/cem-FB.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-1350" style="alignleft;float: left; padding-right: 20px;" src="http://digitale-buergersprechstunde.de/bilder/2015/02/cem-FB-300x111.png" alt="cem FB" width="300" height="111" /></a>Bereits in unserem ersten <a href="http://digitale-buergersprechstunde.de/gregor-gysi/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schul-Spezial </a>debattierten Schülerinnen und Schüler der <a href="http://www.beethoven-schule.de/cms/front_content.php?idcat=21&amp;lang=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beethoven Schule</a> in Berlin-Zehlendorf auf Augenhöhe und ungefiltert mit Gregor Gysi. Wir freuen uns auch dieses Mal über ein lebendiges Gespräch über politische Themen, die junge Leute interessieren.</p>
<p><em>Gefördert wird die Spezialausgabe der Digitalen Bürgersprechstunde durch die <a href="http://www.mabb.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Medienanstalt Berlin-Brandenburg</a> (mabb)</em></p>
<p>Bilder: <a href="http://www.oezdemir.de/service-fuer-journalisten.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikelbild</a>: Sedat Mehder, Bild im Text: <a href="https://www.facebook.com/Cem/photos_stream" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook Cem Özdemir</a></p>
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		<title>Peter Schaar zum Abschied: &#034;Diese Liebe brauchen wir nicht&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/peter-schaar-zum-abschied-diese-liebe-brauchen-wir-nicht-135690/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Dec 2013 14:56:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Zehn Jahre war Peter Schaar Deutschlands oberster Datenschützer. In seiner Zeit ist das Amt vom verwaltenden Beamtenposten zum Politikum geworden. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Freund-hört-mit_hise42_cc-by-nc-sa_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-135692" alt="Freund hört mit_hise42_cc-by-nc-sa_bearb" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Freund-hört-mit_hise42_cc-by-nc-sa_bearb-630x420.jpg" width="630" height="420" /></a>Zehn Jahre war Peter Schaar Deutschlands oberster Datenschützer. In seiner Zeit ist das Amt vom verwaltenden Beamtenposten zum Politikum geworden. Inmitten der Offenlegung des umfassendsten Überwachungsskandals in der Geschichte endet heute seine Amtszeit. Die Grünen haben ihn in der vergangenen Woche mit einer Mischung aus Diskussionsveranstaltung und Empfang verabschiedet.<br />
Nahezu die gesamte Prominenz der Partei war vergangenen Mittwoch angetreten, um mit dem Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit einen Rückblick auf dessen Amtszeit zu wagen und über die Zukunft von Datenschutz und Demokratie zu diskutieren. Katrin Göring-Eckardt, Vorsitzende der Bundestagsfraktion, leitete den Abend mit dem Titel <a href="http://www.gruene-bundestag.de/themen/datenschutz/freund-hoert-mit_ID_4390337.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Freund hört mit!?“</a> im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus ein. Ihr Ko-Vorsitzender Anton Hofreiter hielt die Laudatio und der Netzpolitiker Konstantin von Notz kümmerte sich um die Moderation. Auch Renate Künast, Cem Özdemir und Christian Ströbele waren zum Abschied von Schaar gekommen.</p>
<h3>Teilerfolge trotz Abhängigkeit</h3>
<p>Peter Schaar ist studierter Volkswirt und hatte bereits Ämter als Vorstandssprecher der Grünen Hamburg und stellvertretender Datenschutzbeaufragter der Hansestadt inne, bevor er 2003 auf Vorschlag der Partei unter der rot-grünen Koalition zum Bundesbeauftragten für Datenschutz gewählt wurde. 2008 wurde er dann mit einer großen Mehrheit wiedergewählt. Diese breite Unterstützung bröckelte zuletzt, da Schaar sich gerade im Laufe des von Edward Snwoden offen gelegten Überwachungsskandals in starker Opposition zu der Regierung und vor allem zum Innenministerium positionierte. Dabei ist sein Amt personell wie finanziell von diesem abhängig. Rückblickend meinte Schaar an dem Abend, dass er zwar viele Entwicklungen habe beeinflussen können, allerdings nicht genügend Ressourcen und die nötige Unabhängigkeit zur Verfügung gehabt habe, um wirklich effektiv arbeiten zu können. Dennoch, der elektronische Personalausweis musste wegen Schaar ohne Fingerabdruck auskommen, und auch bei der neuen Gesundheitskarte konnte er Teilerfolge erringen, wie er in einem ausführlichen <a href="http://www.deutschlandfunk.de/interview-der-woche-schaar-snowden-sollte-aufenthaltsrecht.868.de.html?dram:article_id=272080" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview mit dem Deutschlandfunk</a> betonte.<br />
Sowohl in diesen beiden Fällen, als auch beim ersten Beschluss einer Vorratsdatenspeicherung 2007 stellte Schaar sich nicht grundsätzlich dagegen, sondern bemühte sich um Kompromisse, was ihm auch viel Unmut einbrachte. „Ich habe mir da viel Kritik anhören müssen“, erinnert sich der scheidende Bundesbeauftragte in seiner Abschiedsrede.</p>
<h3>Es geht um Grundrechte und Selbstbestimmung</h3>
<p>Dass Schaar dennoch insgesamt parteiübergreifend viel Respekt entgegengebracht wurde, beweist auch die Auszeichnung seines Buches <a href="http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-Ende-der-Privatsphaere-Der-Weg-in-die-UEberwachungsgesellschaft/Peter-Schaar/e274320.rhd" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Das Ende der Privatsphäre“</a> zum <a href="http://www.fes.de/daspolitischebuch/preistraeger.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politischen Buch</a> des Jahres 2008 durch die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung. In diesem warnt er vor der Bedrohung der Privatsphäre durch staatliche Überwachung. Auch bei seinem Abschied ist es ihm wichtig zu betonen, dass Privatsphäre nicht mit „allein gelassen werden“ gleichgesetzt werden dürfe, sondern eine wichtige Voraussetzung für Selbstbestimmung sei. Für Schaar verdecken die Begriffe Datenschutz und Privatsphäre mit ihrer trockenen Sperrigkeit die Themen, um die es geht: Grundrechte und Selbstbestimmung.<br />
Allerdings wirkt auch der Verwaltungsmensch Schaar selbst im Vergleich zu seinen Ko-Diskutanten, Rena Tangens vom <a href="https://digitalcourage.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalcourage e.V.</a> und Netzaktivist Jacob Appelbaum, recht bürokratisch-sachlich. Nichtdestotrotz ist es wohl auch zu einem gutem Teil dem Bundesbeaufragten zuzuschreiben, dass der US-Aktivist Appelbaum erstaunt konstatieren kann, „wie informiert die Bevölkerung, und wie uninformiert die Bundesregierung ist“.</p>
<h3>Blick in die Zukunft</h3>
<p>Mit Blick auf die Zukunft sieht der Gewürdigte an diesem Abend vor allem drei Baustellen für den oder die Nachfolger/in: Es müsse mehr Verschlüsselung gefördert und eingesetzt und in diesem Zusammenhang auch über die Pflichten von Anbietern von Telekommunikationsleistungen neu diskutiert werden. Zudem sei die Arbeit am bestehenden Recht wichtig, doch müsse diese notwendigerweise inter- oder supranational geschehen. Schaar betont dabei vor allem die EU-Datenschutzverordnung und die UN-Resolution zum Schutz der Privatsphäre, die er als „erste Schritte in die richtige Richtung“ bezeichnet.<br />
Die Beweispflicht müsse dabei stets bei denjenigen liegen, die Grundrechte einschränken wollten, und nicht andersherum. Gerade das „Anlasslose“ bereite ihm Sorgen, meint Schaar in Richtung der Sicherheitspolitiker und Geheimdienste und moniert eine schlicht nicht funktionierende Kontrolle der Geheimdienste: „Niemand hat ein vollständiges Bild“. Eine öffentliche Kontrolle der Geheimdienste sei unabdingbar, denn „deren Liebe brauchen wir nicht“, wie Schaar mit Verweis auf den Ausspruch des früheren Stasi-Chefs Erich Mielke ruft.<br />
Besonders bemerkenswert ist Schaars Forderung nach dem Schutz aller Menschen vor der „Liebe“ der Geheimdienste unabhängig von ihrer Herkunft und Staatsangehörigkeit. Da Geheimdienste nach aktuellem Recht sowohl Nicht-Bürger ohne Einschränkung überwachen, als auch Daten miteinander austauschten dürften, sei ein effektiver Schutz notwendigerweise universell und nicht auf die eigenen Bürger beschränkt.<br />
Die Anforderungen an den oder die Nachfolger/in sind also sehr hoch: internationale Datenschutzabkommen, öffentliche Kontrolle der Geheimdienste, universeller Schutz vor Überwachung. Und dann ist da ja noch der andere Teil des Amtes, die Informationsfreiheit. Peter Schaar macht an dem Abend deutlich, dass diesen Anforderungen seiner Erfahrung nach nur ein/e Bundesbeauftragte/r entsprechen könne, der oder die nicht mehr abhängig vom Bundesinnenministerium und den dortigen Sicherheitspolitikern sei.<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/64016652@N02/11309680903/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hise42</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-SA 2.0)</a><br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Rot-Grün ist klare erste Präferenz&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/rot-gruen-ist-klare-erste-praeferenz-4792/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina Schröter]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 17:13:11 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[NRW-Wahl]]></category>
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					<description><![CDATA[Cem Özdemir war am Montag, den 08. März 2010 zu Gast im
tagesschau-Videochat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Die User diskutierten mit dem Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen unter anderem über mögliche Koalitionen nach der NRW-Wahl, die Einführung von Mindestlöhnen, den Atomausstieg und den EU-Beitritt der Türkei.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Cem Özdemir war am Montag, den 08. März 2010 zu Gast im<br />
tagesschau-Videochat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Die User diskutierten mit dem Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen unter anderem über mögliche Koalitionen nach der NRW-Wahl, die Einführung von Mindestlöhnen, den Atomausstieg und den EU-Beitritt der Türkei.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<center><a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll548.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/videochat___zdemir.jpg" height="242" width="400" /></a></center><br />
Wenn Sie den Videochat noch einmal sehen wollen, klicken Sie einfach auf das Bild. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Deutsch muss die erste Sprache sein&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/deutsch-muss-die-erste-sprache-sein-4162/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Nov 2008 16:08:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
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					<description><![CDATA[Cem Özdemir war am 26. November zu Gast im tagesschau-Chat, in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Der Grünen-Parteivorsitzende bezog klar Stellung zur Bonusmeilen-Affäre, einer Zusammenarbeit mit der CDU auf Bundesebene und Türkisch-Unterricht in Schulen.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Cem Özdemir war am 26. November zu Gast im tagesschau-Chat, in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Der Grünen-Parteivorsitzende bezog klar Stellung zur Bonusmeilen-Affäre, einer Zusammenarbeit mit der CDU auf Bundesebene und Türkisch-Unterricht in Schulen.<br />
<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Herzlich willkommen beim<br />
tagesschau-Chat im ARD-Hauptstadtstudio. Mein Name ist Corinna<br />
Emundts. Zu Gast heute ist der frischgewählte Parteivorsitzende der<br />
Grünen, Cem Özdemir. Herzlich willkommen auch an Sie, Herr Özdemir<br />
&#8211; und danke, dass Sie sich Zeit genommen haben, hierher zu kommen!<br />
Können wir loslegen?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Absolut, danke für den<br />
freundlichen Empfang!
</p>
<p>
<b>Moderatorin: </b>Vor nicht allzu langer Zeit haben<br />
Sie gesagt, Sie trauten sich das Amt des Grünen-Parteivorsitzenden<br />
nicht zu. Was führte zu dem Sinneswandel?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Das Amt des Parteivorsitzenden<br />
generell, aber im Besonderen bei mir in der Partei, ist ein sehr<br />
Anspruchsvolles und es will gut überlegt sein. Und ich habe es mir<br />
gut überlegt und mich dann entschlossen, dass ich Parteivorsitzender<br />
werden möchte. Nachdem für mich auch klar war, dass sich das mit<br />
meinen Pflichten als Vater vereinbaren lässt.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Das sagt einer der Partei, die lange<br />
schon für Vereinbarkeit von Familie und Beruf kämpft?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Anspruch und Wirklichkeit klaffen<br />
bei jemandem mit einer 70-Stunden-Woche gelegentlich auseinander.<br />
Umso wichtiger ist es, dass man vorher gut plant und es sich vor<br />
allem gründlich überlegt. Ich gehöre zu einer Generation, die<br />
beides zusammenbringen möchte. Beide Elternteile berufstätig und<br />
dennoch mit dem Anspruch, genug Zeit für sich und für das Kind zu<br />
haben. Im Grunde bin ich doch sogar eigentlich privilegiert im<br />
Verhältnis zu vielen anderen in der Gesellschaft, da ich<br />
beispielsweise morgens meine Tochter selber in den Kindergarten<br />
bringen und anschließend zur Arbeit gehen kann. Viele Menschen haben<br />
eine solche Möglichkeit nicht, weil es entweder von der Arbeitszeit<br />
her nicht geht oder die entsprechende Kinderbetreuungseinrichtung<br />
fehlt.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Im Prechat wurde häufig für die<br />
Frage gestimmt, warum Sie nach der Bonusmeilenaffäre wieder auf die<br />
politische Bühne gegangen sind?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Die Logik kann, glaube ich, nicht<br />
so funktionieren, dass derjenige, der Verantwortung übernimmt,<br />
lebenslänglich bekommt und derjenige, der auf Durchzug schaltet,<br />
sich damit zu Höherem berufen zeigt. Zumindest wäre dies nicht<br />
meine Logik. Ansonsten ist es aber so, dass ich nach 2002 ernsthafter<br />
aus der Parteipolitik schon draußen war und auch nicht so schnell<br />
vorhatte, wieder aus den USA zurückzukehren. Reinhard Bütikofer und<br />
Daniel Cohn-Bendit, die ich bei ihren USA-Reisen getroffen habe,<br />
haben mich aber überzeugt, für das Europa-Parlament 2004 zu<br />
kandidieren.
</p>
<p>
<b>IK:</b> Befürchten Sie nicht ein<br />
Glaubwürdigkeitsproblem nach der versäumten Steuerpflicht, der<br />
Hunzigeraffäre und dem Bonusmeilenskandal? Alles vergeben und<br />
vergessen?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Ich habe meine Steuerpflicht nicht<br />
versäumt &#8211; sondern erfüllt. Und in Sachen Hunzinger meinte der in<br />
dieser Frage wohl eher unverdächtige Hans-Christian Ströbele, zum<br />
Zeitpunkt der Aufnahme des Darlehens hätte er mir auch nicht davon<br />
abraten können. Bei den Bonusmeilen habe ich private und dienstliche<br />
nicht geteilt, so wie viele andere auch, und dies nicht aus<br />
Böswilligkeit, sondern weil ich davon ausging, dass ich genug privat<br />
erworbene Meilen habe. Für all dieses habe ich Verantwortung<br />
übernommen, indem ich &#8211; wie angekündigt &#8211; das Mandat nicht<br />
angenommen habe, nachdem ich für den Bundestag wiedergewählt worden<br />
war. Dies gibt mir jetzt allerdings auch die Möglichkeit, an dem<br />
gemessen zu werden, was ich zuvor gemacht habe und vor allem aber,<br />
was ich seither mache. Man wird verstehen, dass ich doppelte<br />
Standards nicht akzeptiere, auch in dieser Frage nicht. Dass es immer<br />
wieder welche geben wird, die mir Fragen stellen, die sie anderen<br />
nicht stellen, ist mir nicht ganz unvertraut.
</p>
<p>
<b>Moderatorin: </b>Wieso?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Es hat sich auch nicht jeder<br />
darüber gefreut, dass jemand wie ich da ist, wo er heute ist.
</p>
<p>
<b>Dennis:</b> Auf die Landesliste wollte man Sie nicht<br />
wählen. Warum glauben Sie, dass Ihnen die Partei als Vorsitzender<br />
folgen wird?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Weil diejenigen, die mich auf die<br />
Landesliste in Baden-Württemberg nicht gewählt haben, mir auch dort<br />
schon gesagt haben, dass sie mich als Bundesvorsitzenden wollen. Und<br />
das Ergebnis auf dem Bundesparteitag, das für grüne Verhältnisse<br />
(bei uns gibt es keine 90-Prozent-Ergebnisse für Vorsitzende) sehr<br />
gut war, zeigt, wie breit die Unterstützung in der Partei ist. Die<br />
Landespartei in Baden-Württemberg tut sich traditionell schwer mit<br />
der Vereinbarkeit von Amt und Mandat. Dies muss man verstehen vor dem<br />
Hintergrund unserer Tradition: Traditionell wollen viele bei uns<br />
vermeiden, dass Einzelne in der Führung zu viele Aufgaben und zu<br />
viel Macht in einer Person konzentrieren.
</p>
<p>
<b>Alessandra:</b> Lieber Cem! Was hast du in deiner<br />
Zeit im europäischen Ausland gelernt und wie wirkt sich diese<br />
Erfahrung nun auf dein politisches Engagement aus?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>In einem Parlament mit 27<br />
Mitgliedsländern bleibt es nicht aus, dass man viel lernt über die<br />
Hintergründe der anderen Kollegen. Um nur ein Beispiel zu nennen:<br />
Die Länder, die diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs waren,<br />
haben beispielsweise oft einen ganz anderen Zugang zum Verhältnis zu<br />
Russland. Spannend für mich ist auch, dass das Europäische<br />
Parlament im Gegensatz zu nationalen Parlamenten nicht über einen<br />
strengen Fraktionszwang verfügt. Das heißt, bei uns suchen sich die<br />
Themen ihre Mehrheiten. Für den einzelnen Abgeordneten bedeutet das,<br />
dass er mal mit konservativen Kollegen und mal mit Kollegen von der<br />
Linkspartei bei bestimmten Themen zusammenarbeitet. Etwas von dieser<br />
Flexibilität und Offenheit in den etwas robusteren Alltag von Berlin<br />
rüberzuretten, würde ich gerne versuchen. Was sicherlich bleiben<br />
wird, ist meine Begeisterung für Europa.
</p>
<p>
<b>pp:</b> Cem, was muss geschehen, damit Dein<br />
Migrationshintergund nicht mehr im Vordergrund steht, sondern die<br />
politischen Inhalte, für die Du stehst?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Nicht ohne Grund habe ich in meiner<br />
Rede auf dem Bundesparteitag in Erfurt das Thema &quot;Migration&quot;<br />
mit keinem Wort erwähnt, sondern, als es beispielsweise um das Thema<br />
&quot;Bildung&quot; ging, von Arbeiterkindern gesprochen. Denn<br />
schließlich haben deutsche Arbeiterkinder keine grundlegend anderen<br />
Probleme als türkischstämmige Arbeiterkinder, die an den<br />
unsichtbaren Mauern des deutschen Schulsystems &#8211; das genau diese<br />
soziale Schicht systematisch von höheren Schulen und damit von<br />
Zugang zu den Universitäten ausschließt &#8211; scheitern. Mein Wunsch<br />
ist, dass wir eines Tages in einer farbenblinden Gesellschaft leben.<br />
Dass die Menschen nicht danach beurteilt werden, welcher<br />
Religionsgemeinschaft sie angehören oder wo ihre Vorfahren<br />
herkommen, sondern danach, was sie zu sagen haben und was sie machen.<br />
Dies wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Da würde ich gerne nachhaken: Wieso<br />
haben Sie dann gleich quasi als erste Amtshandung das &quot;Türkisch<br />
in der Schule&quot;-Thema in der &quot;Bild&quot;-Zeitung gespielt?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Meine Ansage war doch eigentlich<br />
sehr klar: Deutsch muss die erste Sprache sein und wenn neben<br />
Englisch, Französisch, Russisch und anderen Sprachen, die bei uns<br />
angeboten werden, auch Türkisch als weiteres Fach angeboten wird,<br />
kann dies der Gesellschaft eigentlich nur gut tun. Nochmal: Grundlage<br />
sind gute Deutschkenntnisse für alle. Dies gilt auch für den<br />
Schwaben Cem Özdemir, der schließlich auch Hochdeutsch lernen<br />
musste. Spannend ist allerdings, was die Zeitungen und vor allem<br />
Agenturen aus dem, was ich gesagt habe, gemacht haben. Dies fängt<br />
schon bei der Überschrift der Bild-Zeitung an und hört bei den<br />
Reaktionen noch nicht auf. Es zeigt mir eigentlich nur, dass man<br />
künftig bei der PISA-Studie nicht mehr nur 15-Jährige, sondern auch<br />
den Berufsstand der Politiker und möglicherweise auch der<br />
Hauptstadtjournalisten und vor allem derjenigen, die Agenturmeldungen<br />
machen, mit einbeziehen sollte. Ich bin mir allerdings nicht ganz<br />
sicher, ob die möglichen Resultate so wären, wie wir uns das alle<br />
wünschen.
</p>
<p>
<b>Simon:</b> Sehr geehrter Herr Özdemir, welches Motiv<br />
vermuten Sie hat die &quot;Bild&quot;, dass sie so gegen Sie wettert?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Ich würde nicht sagen dass die<br />
&quot;Bild&quot; gegen mich wettert, denn in der Reaktion am nächsten<br />
Tag wurde ja auch wiedergegeben, dass es unterschiedliche<br />
Rückmeldungen gab. Die Bild ist die Bild und die Bild will sich<br />
verkaufen und braucht dafür eine gute Schlagzeile. Und wenn ich sie<br />
nicht liefere, dann muss man eben etwas zuspitzen. Viel<br />
bemerkenswerter ist, dass seriöse Medien, die dieses eigentlich<br />
wissen sollten, ausschließlich die Überschrift zitieren und damit<br />
eine virtuelle Debatte entfachen, zu der sich dann wiederum virtuelle<br />
Politiker äußern und so weiter. Eigentlich sollte der Ernst der<br />
PISA-Studie und ihre Ergebnisse dazu führen, dass man an ein solches<br />
Thema mit etwas mehr Tiefgang herangeht. Aber vielleicht hat meine<br />
Erwartungshaltung auch damit zu tun, dass ich noch immer etwas von<br />
dem Stil in Brüssel &quot;verdorben&quot; bin.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Die folgende Frage an Sie ist<br />
zugleich eine, die viele User vorab für besonders wichtig bewertet<br />
haben.
</p>
<p>
<b>Nichttürkischer Ausländer:</b> Finden Sie nicht,<br />
dass der Türkischunterricht an deutschen Schulen zu einer<br />
Zweiklassen-Ausländerschaft führt? Warum sind Sie für Sonderrechte<br />
für Türken? Warum missachten Sie die anderen Kulturen?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Es ist immer schwierig, Positionen<br />
zu verteidigen, die man nie vertreten hat. Dies meine ich mit<br />
virtuellen Diskussionen. Ich setze mich dafür ein, dass neben der<br />
deutschen Amtssprache und den wichtigsten Fremdsprachen auch andere<br />
Sprachen in unserer Gesellschaft unterrichtet werden, wo immer es<br />
entsprechende Nachfrage gibt. Dies bedeutet für meine Tochter<br />
beispielsweise, dass sie auf einen spanisch-deutschen Kindergarten<br />
geht, weil ihre Mutter Argentinierin ist. Für andere mag es<br />
bedeuten, dass sie neben Deutsch auch Kurdisch, Arabisch, Persisch<br />
oder was auch immer lernen. Es gibt ein schönes anatolisches<br />
Sprichwort, das heißt: Eine neue Sprache ist wie ein neuer Mensch.<br />
Dem kann ich nicht viel hinzufügen außer der Verwunderung darüber,<br />
wie schwer man sich in Deutschland mit der Mehrsprachigkeit tut.
</p>
<p>
<b>banjo:</b> Zudem ist ein Zweitsprachenerwerb<br />
erwiesenermaßen nur dann möglich, wenn die Muttersprache<br />
ausreichend beherrscht wird. Erst dann kann auf dieser aufgebaut<br />
werden. Warum wird so wenig auf dieser Grundlage diskutiert? Ich<br />
begrüße Ihre Wahl. Mit welchen Konzepten wollen Sie die Integration<br />
in unserer Gesellschaft voranbringen?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Es ist nicht zwingend so, dass man<br />
erst die Muttersprache gelernt haben muss. Wichtig ist vor allem,<br />
dass man eine Sprache richtig gut lernt. Die Eltern sollten die<br />
Sprache vermitteln, die sie am besten können. Deshalb ist es auch<br />
Quatsch, wenn einige &quot;Experten&quot; sagen, die Eltern sollen in<br />
jedem Fall deutsch mit ihren Kindern sprechen. Wenn es fehlerhaftes<br />
Deutsch ist, versündigt man sich an den Kindern eher.
</p>
<p>
<b>mahdi1:</b> Guten Tag, Cem Özdemir. Ich möchte Sie<br />
fragen, was Sie für Muslime in Deutschland tun werden, um deren<br />
Rechte zu stärken und dafür zu sorgen, dass trotz einer Integration<br />
(die sein muss), der Islam trotzdem ausgelebt werden kann? Ich wäre<br />
sehr dankbar für Ihre Antwort.
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Ich mache keine spezielle Politik<br />
für eine Religion. Der Islam und damit auch die Muslime sind Teil<br />
unserer Gesellschaft. Dazu gehört auch der Bau von Moscheen und<br />
damit der Abschied von den Hinterhöfen. Oder das Thema<br />
Religionsunterricht: Es ist mir schließlich lieber, wenn hier<br />
ausgebildete Religionslehrer in Deutsch muslimische Kinder<br />
unterrichten und nicht irgendwelche radikalen Prediger.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Ich bitte um Verständnis, dass wir<br />
nun von den politischen Fragen zu den Grünen wechseln, dazu sind<br />
hier live in diesen Minuten bereits sehr viele Fragen eingetroffen.
</p>
<p>
<b>Laurens:</b> Ich habe große Sorge, dass Sie eines<br />
der Kernthemen der Grünen, den Umweltschutz und insbesondere den<br />
Klimaschutz, unter den Tisch fallen lassen oder auf Kuschelkurs mit<br />
der halbherzigen Unionspolitik gehen. Warum widmen Sie diesen<br />
wichtigen Themen so wenig Aufmerksamkeit?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Wie kommen Sie darauf, dass ich dem<br />
Thema wenig Aufmerksamkeit widmen würde? Es ist praktisch in jeder<br />
Rede Kernbestandteil und einen Kuschelkurs mit der Union kann ich bei<br />
bestem Willen nicht erkennen. Sie müssten dies schon belegen. Die<br />
Grünen haben eine sehr klare Position in Sachen Atomausstieg und die<br />
Union muss wissen, dass es da nichts zu verhandeln gibt. Und auch der<br />
Bau neuer Kohlekraftwerke zusätzlich zu den bereits bestehenden und<br />
in Bau befindlichen ist mit uns nicht zu machen.
</p>
<p>
<br />
<b>Moderatorin:</b> Bei folgender sehr umfassenden<br />
Frage bitte ich um eine KURZE Antwort im Interesse aller anderen noch<br />
Fragenden!
</p>
<p>
<b>Peter Klaus:</b> Was sind Ihre Ziele für den<br />
Bundestagswahlkampf 2009 und mit wem wollen Sie eine Koalition<br />
eingehen und warum gerade mit diesem?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Ich kann verstehen, dass viele die<br />
Koalitionsfrage interessiert. Mich interessiert aber vor allem, dass<br />
die Grünen gestärkt in diese Wahlauseinandersetzungen gehen und<br />
gute Ergebnisse einfahren. Über Koalitionen wird nicht entlang<br />
arithmetischer Mehrheiten entschieden, sondern es geht hier um<br />
Inhalte. Und zwar grüne Inhalte. Und dann schauen wir, mit wem wir<br />
sie am besten umsetzen können.
</p>
<p>
<b>Laurens:</b> Auf ihrer Homepage ist das Thema kaum<br />
erwähnt.
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Es ist die Homepage des<br />
Europa-Abgeordneten Cem Özdemir und sie gibt insofern die Arbeit des<br />
Europa-Abgeordneten Cem Özdemir wieder und Cem Özdemir ist im<br />
Europa-Parlament außenpolitischer Sprecher der Grünen. Wenn Sie<br />
aber schauen, es findet sich auch auf meiner Website, welche<br />
Interviews ich im letzten halben Jahr zu welchen Themen gegeben habe.<br />
Dann ist es glaube ich sehr eindeutig, oder?
</p>
<p>
<b>kayboard:</b> Sehr geehrter Herr Özdemir, ich würde<br />
gerne weg von der Nationalitätenfrage und wechseln zu einem Thema,<br />
welches sehr präsent ist: Politikverdrossenheit der Wähler,<br />
Rezession. Überzeugen Sie mich bitte in wenigen Worten, warum ich<br />
Ihre Partei als voraussichtlicher Koalitionspartner der CDU bei der<br />
nächsten Bundestagswahl wählen soll?
</p>
<p>
<b>Fr. Vogt:</b> Mit welcher Koalitionsaussage gehen Sie<br />
in die Bundestagswahl 2009? Ich gehe nämlich davon aus, dass, wenn<br />
Sie sich mit der Union zusammentun würden, immer weniger Bürger die<br />
Grünen wählen würden. Auch in Hamburg haben Sie damit viele<br />
Stimmen verloren. Sehr viele ehemals links-alternative Wählerinnen<br />
und Wähler wandern ab zur Linkspartei. Was sagen Sie dazu?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Ich sehe nicht, dass wir<br />
Koalitionspartner der Union werden sollen. So wie Frau Merkel sich<br />
gegenwärtig von ihren hehren Zielen des Klimaschutzes verabschiedet<br />
hat und bedauerlicherweise mit Umweltminister Gabriel zusammen in<br />
Brüssel jede Art von Fortschritt in Sachen &quot;Reduzierung des<br />
CO2-Ausstoßes im Automobilverkehr&quot; verhindert, geht da nicht<br />
sehr viel mit uns. Wer sich gegen ein Tempolimit wendet und eine<br />
CO2-basierte-Kfz-Steuer nicht einführt, meint es nicht ernst mit dem<br />
Klimaschutz. Ich hoffe, dies war klar genug. In Hamburg geht es um<br />
eine Landeskoalition und Landeskoalitionen werden bei uns von den<br />
Landesverbänden entschieden und die grüne Handschrift ist dort klar<br />
zu erkennen.
</p>
<p>
<b>Sealand:</b> Sehr geehrter Herr Özdemir, wie<br />
beurteilen Sie die Situation der Grünen in Hessen in Hinblick auf<br />
die anstehenden Neuwahlen?
</p>
<p>
<b>Spiegelturm:</b> Welche Lehren ziehen Sie aus den<br />
Vorgängen in Hessen?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Ich ärgere mich über den<br />
Ypsilanti-Walter-Chaosladen, der das Projekt &quot;Eine Mehrheit<br />
jenseits von Roland Koch&quot; an die Wand gefahren hat. Jetzt ist<br />
aber auch klar, worum es in Hessen geht. Wer möchte, dass derjenige,<br />
der Minderheiten in früheren Wahlkämpfen stigmatisiert hat und<br />
Umweltschutz für einen Standortnachteil für die hessische<br />
Wirtschaft hält, Ministerpräsident bleibt, der muss Roland Koch<br />
wählen. Und wer einen Politikwechsel möchte, dessen Kandidat heißt<br />
Tarik &#8211; ach, ich schreib&#8217;s türkisch &#8211; mit e&#8230; Tarek Al-Wazir!
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Nochmal zum Bund:
</p>
<p>
<b>Pete: </b>Wenn Sie mit der CDU nicht koalieren wollen<br />
oder können, bliebe nur die SPD/FDP als Dreierkoalition. Lehnen Sie<br />
eine Koalition mit der Linkspartei auch ab oder werden Sie sich vor<br />
der Wahl nicht festlegen?
</p>
<p>
<b>alfredo:</b> Guten Tag Herr Özdemir, wie sehen Sie<br />
persönlich das politische Verhältnis der Grünen zur neuen Partei<br />
&quot;Die Linke&quot;? Übereinstimmungen in den Parteiprogrammen<br />
sehe ich. Aber mich würde interessieren, wie nahe sich die Grünen<br />
und die Linken wirklich kommen wollen, auch gesehen auf die<br />
bevorstehende Bundestagswahl im kommenden Jahr. Ich persönlich würde<br />
es begrüßen!
</p>
<p>
<b>M_Linke:</b> Können Sie sich vorstellen, mit der<br />
Linken unter einem Lafontaine zu koalieren?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Zur letzten Frage noch ein kurzer<br />
Nachtrag: Die anderen Namen muss man sich nicht merken. Eine<br />
Koalition mit der Union schließt die Union de facto aus durch ihren<br />
klimafeindlichen Kurs. Zur Linken: Mal ganz abgesehen davon, dass sie<br />
selber eine Regierungsbeteiligung 2009 ausschließen, sehe ich nicht,<br />
wie wir mit einer europafeindlichen (sie haben den EU-Vertrag<br />
abgelehnt) und populistischen (&quot;Fremdarbeiter&quot;) Partei<br />
zusammen kommen sollen, die allen alles verspricht, so lange die<br />
anderen sich um die Finanzierung kümmern. 2009 sehe ich dafür keine<br />
Möglichkeit. Übrigens schließt dieses auch die SPD ausdrücklich<br />
aus.
</p>
<p>
<b>Kuehl:</b> Sehen Sie die Grünen eher als eine<br />
Oppositionspartei?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Wir sind in der Opposition,<br />
insofern ist unser Job klar definiert. Wir müssen Alternativen<br />
formulieren zur Großen Koalition. Da ist Manndeckung gefragt und<br />
gegenwärtig deutliche Kritik.
</p>
<p>
<b>tomkrishan:</b> Sehr geehrter Herr Özdemir, unter<br />
Rot-grün wurde die Agenda 2010 verabschiedet. Denken Sie unter Ihrer<br />
persönlichen Regierungsbeteiligung wird die Entrechtung der<br />
Arbeitslosen weiter ausgebaut bzw. die Niedriglohnpolitik weiter<br />
forciert?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Die Agenda 2010 war im Prinzip<br />
richtig. Allerdings gab es dabei auch handwerkliche Fehler und<br />
wichtige Versäumnisse. Ich denke beispielsweise an die<br />
Altersrückstellungen, da konnten wir uns damals leider gegen die SPD<br />
nicht durchsetzen. Eines ist allerdings auch klar: Wir brauchen<br />
dringend Mindestlöhne, die es ja schließlich in Großbritannien<br />
auch gibt. Es darf nicht weiter auseinander gehen zwischen oben und<br />
unten in dieser Gesellschaft.
</p>
<p>
<b>vyasa:</b> Möchten Sie den Niedriglohnsektor<br />
bekämpfen? Und wenn ja, wie?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Wir wollen, dass die Friseurin<br />
beispielsweise von ihrer Arbeit menschenwürdig leben kann. Dazu ist<br />
neben dem Mindestlohn auch eine Änderung der Besteuerung notwendig.
</p>
<p>
<b>Sparro: </b>Sehr geehrter Herr Özdemir, was ist Ihre<br />
Lösung für die bevorstehende Rezession? Wollen Sie weiterhin die<br />
Banken retten und somit den eigentlich Schuldigen weiterhelfen? Oder<br />
doch den Markt seine Arbeit machen und die Guten von den Schlechten<br />
trennen lassen.
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Wir haben zur Zeit nicht nur eine<br />
Finanzmarktkrise und Wirtschaftskrise sondern immer noch und vor<br />
allem bleibend eine Klimakrise. Die Lösung kann nur in der<br />
Verknüpfung der beiden Themen bestehen. Das heißt, wir müssen<br />
jetzt Energie sparen und Investitionen in erneuerbare Energien,<br />
Energieeffizienz (Altbausanierung) und intelligente Mobilität<br />
(Autos, die weniger als 120g CO2 ausstoßen) tätigen.
</p>
<p>
<b>greenworld:</b> Beziehen Sie Ökostrom?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Ja, aus Schönau, schließlich komm<br />
ich ja aus dem Ländle.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Noch eine Frage aus dem Prechat<br />
dazu:
</p>
<p>
<b>cem:</b> Aus welcher Stadt der Türkei stammen Sie?
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Apropos &quot;Ländle&quot; 🙂
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Die Stadt heißt &quot;Bad Urach&quot;<br />
und liegt zumindest bislang immer noch in Baden-Württemberg.
</p>
<p>
<b>Moderatorin: </b>Zwei außenpolitische Fragen:
</p>
<p>
<b>hadi112:</b> Wie stehen Sie zum EU-Beitritt der<br />
Türkei?
</p>
<p>
<b>Sebastian: </b>Wollen Sie Außenminister einer<br />
schwarz-grünen Koalition werden?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Zu hadi112: Wenn die Türkei die so<br />
genannten Kopenhagener Kriterien erfüllt, also beispielsweise die<br />
Menschenrechte nachprüfbar einhält und die Lebensumstände<br />
innerhalb der Türkei sich angleichen, dann soll die Türkei nicht<br />
anders behandelt werden als andere Länder, die vor der Türkei<br />
Mitglied geworden sind. zu Sebastian: Ich bin Parteivorsitzender und<br />
nicht Spitzenkandidat. Insofern sind unsere Kandidaten für<br />
Ministerämter unsere beiden Spitzenkandidaten Renate Künast und<br />
Jürgen Trittin, die sich allerdings auch nicht für eine<br />
schwarz-grüne Koalition einsetzen, sondern für starke Grüne.
</p>
<p>
<b>Shrek the Ogger:</b> Eine CDU, die Klimapolitik zur<br />
Chefsache erklärt, eine Linke, die soziale Gerechtigkeit fordert.<br />
Grüne Themen sind nicht mehr (ausschließlich) grün. Welches Thema<br />
bleibt den Grünen noch als Alleinstellungsmerkmal?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Erst einmal ist es ja keine<br />
schlechte Nachricht, wenn die Themen, für die wir früher belächelt<br />
worden sind, mittlerweile immerhin dazu führen, dass die anderen<br />
Parteien ihre Überschriften geändert haben. Wenn es allerdings ums<br />
Handeln geht, dann sehen wir aktuell ja bei der Kanzlerin, wie sie<br />
den Lobbyinteressen der deutschen Automobilindustrie nachgibt. Ich<br />
bin mir sicher, dass das Original im Zweifelsfall den Vorzug erhält.<br />
Aber: Wir Grünen wissen, dass wir klar machen müssen, worin der<br />
Unterschied besteht.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Wir kommen in die letzte Runde, was<br />
unsere Chat-Zeit angeht. Hier sind noch ein paar Fragen zur Person<br />
gekommen &#8211; Spielregel jetzt: Sie haben jeweils einen Satz pro<br />
Antwort! (Dann kriegen wir mehr unter)
</p>
<p>
<b>Cihat:</b> Herr Özdemir, ich bin 17, Gymnasiast<br />
türkischer Abstammung. Und ich frage mich, was Sie bewegt hat,<br />
gerade bei den Grünen aktiv zu werden?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Ich bin in der Schule aktiv<br />
geworden und über die Umwelt und Friedenspolitik zu den Grünen<br />
gekommen.
</p>
<p>
<b>Schwabe: </b>Warum nennen Sie sich anatolischer<br />
Schwabe, wenn sie doch in Bad Urach geboren sind? Sollte es nicht<br />
selbstverständlich sein, dass Sie Schwabe sind wie die anderen Bad<br />
Uracher auch?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Als ich 1994 in den Bundestag<br />
gewählt worden bin, wurde ich mal Spätzle-Türke genannt, dann<br />
wieder Deutsch-Türke und so weiter und irgendwann habe ich dann eben<br />
gedacht, ich kreiere selber einen Begriff, bevor es andere tun.
</p>
<p>
<b>JaneJones:</b> Sie sagen, dass deutsche<br />
Arbeiterkinder keine anderen Probleme als türkischstämmige<br />
Arbeiterkinder haben. Viele Freunde von mir mit Migrationshintergrund<br />
haben große Probleme damit, sich selbst innerhalb der verschiedenen<br />
Kulturen zu verorten. Obwohl Sie in Deutschland geboren sind, sehen<br />
Sie sich nicht als Deutscher und wenn Sie es doch versuchen, werden<br />
Sie sehr schnell in Ihre Schranken verwiesen. Wie kann dies Ihrer<br />
Meinung nach geändert werden und wäre das Ihrer Ansicht nach<br />
überhaupt sinnvoll?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Wichtig ist, dass man trotz aller<br />
Hindernisse sich selbst als Inländer sieht und sich nicht selbst zum<br />
Ausländer macht bzw. machen lässt.
</p>
<p>
<b>Salim Spohr:</b> Lieber Cem, bist du eigentlich<br />
Muslim?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Ich komme aus einer muslimischen<br />
Familie.
</p>
<p>
<b>MadMax:</b> Herr Özdemir, könnten Sie sich<br />
vorstellen, Bundeskanzler der BRD zu sein?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Es dürfte etwas dauern, bis meine<br />
Partei die Mehrheit in Deutschland stellt und sich daraus auch der<br />
Anspruch ergibt, den Bundeskanzler zu stellen &#8211; wenn es soweit ist<br />
und ich noch lebe, werde ich sehen, was dann wird.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Das Ergebnis unserer Chat-Umfrage<br />
ist da: (&quot;Können Sie sich eine schwarz-grüne Koalition auf<br />
Bundesebene vorstellen, wenn der Atomausstieg beibehalten wird?&quot;)<br />
43 Prozent haben ja gesagt, 57 Prozent nein &#8211; Wollen Sie kurz darauf<br />
reagieren?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir: </b>Der Atomausstieg alleine würde mir<br />
auch nicht genügen. Schließlich geht es auch um die anderen<br />
Politikfelder, wo wir uns verständigen müssten.
</p>
<p>
<b>pp:</b> Cem, ist die Spaltung der Grünen in Fundis<br />
und Realos noch zeitgemäß und wie möchtest Du die Lager innerhalb<br />
der Partei näher zusammen bringen?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Eines ist jedenfalls klar: Die<br />
beiden Bundesvorsitzenden sind grüne Bundesvorsitzende und nicht<br />
Flügelvorsitzende. Ich bekomme auch mit, wie immer mehr jüngere<br />
Mitglieder bei uns mit den klassischen Flügeln nicht mehr viel<br />
anfangen können. Dies muss kein Schaden sein.
</p>
<p>
<b>werner:</b> Wer ist politisch Dein Vorbild und warum?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Aktuell war und ist es mein<br />
ermordeter Freund Hrant Dink, der türkisch-armenischer Journalist<br />
war.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Eine persönliche Frage unsererseits<br />
zum Schluss: Berufspolitiker werden ja oft kritisiert als zu<br />
unerfahren in anderen Bereichen. Sie sind jung in die Politik<br />
gekommen. Wollen Sie in diesem Beruf auch auch alt werden, also<br />
Berufspolitiker bleiben?
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Ich hatte mich ja schon einmal<br />
verabschiedet von der Berufspolitik. Diese Erfahrung, sich in einem<br />
Land mit einer anderen Sprache zurecht finden zu müssen, war für<br />
mich spannend und hat mir gezeigt, dass ich meine Brötchen auch<br />
außerhalb der Parteipolitik verdienen kann. Ansonsten habe ich ja<br />
auch noch einen bürgerlichen Beruf. Ich bin Erzieher und<br />
Sozialpädagoge.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Das war bereits eine gute Stunde<br />
hier im tagesschau-Chat. Herzlichen Dank, Cem Özdemir, dass Sie sich<br />
Zeit für die Diskussion mit den Lesern von tagesschau.de und<br />
politik-digital.de genommen haben. Ein Dankeschön auch an unsere<br />
User für die vielen Fragen, die wir leider nicht alle stellen<br />
konnten. In kurzer Zeit finden Sie das Protokoll dieses Chats auf<br />
unserer Homepage. Das tagesschau.de-Team wünscht allen noch einen<br />
schönen Tag.
</p>
<p>
<b>Cem Özdemir:</b> Ich danke allen die sich am Chat<br />
beteiligt haben &#8211; Keep it real!
</p>
<p>
<i>Der Chat wurde moderiert von Corinna Emundts, tagesschau.de.</i></p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Sicher oder frei?&#8221;: Chatduell mit Günther Beckstein und Cem Özdemir</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jul 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/gbeckstein.jpg" alt="Günther Beckstein" align="left" height="90" width="80" /></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/coezdemir.jpg" alt="Cem Özdemir" align="left" height="90" width="80" /><a href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/beckoez.shtml#ta">tacheles.02 
spezial</a>: Chatduell am 23. Juli 2002</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/gbeckstein.jpg" alt="Günther Beckstein" align="left" height="90" width="80" /></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/coezdemir.jpg" alt="Cem Özdemir" align="left" height="90" width="80" /><a href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/beckoez.shtml#ta">tacheles.02<br />
spezial</a>: Chatduell am 23. Juli 2002</b></span><!--break--><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
</b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Sicher oder frei &#8211; das Thema heute in unserem Chat tacheles.02 spezial, zu dem<br />
ich den bayerischen Innenminister Günther Beckstein (CSU) und den innenpolitischen<br />
Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen, Cem Özdemir, sowie alle<br />
Interessierten herzlich begrüße. </span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Herr<br />
Beckstein ist bereit, sind Sie es auch, Herr Özdemir?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Bin ebenfalls bereit und begrüße Herrn Beckstein und alle Chat-Teilnehmer/innen.<br />
Kann verstehen, dass viele die aktuelle Auseinandersetzung um mein Darlehen<br />
interessiert. Heute ist allerdings das Thema Innere Sicherheit. Bin bei anderer<br />
Gelegenheit gerne bereit alle Fragen dazu &#8211; wie auch in den letzten Tagen in<br />
den Medien &#8211; zu beantworten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Sicherheit<br />
&#8211; sie gilt als das erste Bedürfnis der Bürger in einem Staat. Muss<br />
nicht der Einzelne Einschränkungen der Freiheit hinnehmen, wenn die Sicherheit<br />
der Menschen und des Staates mehr gefährdet sind? Beginnen Sie, Herr Özdemir?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Es<br />
kommt darauf an, dass wir bei allen Einschränkungen für die Sicherheit<br />
das andere Gut, nämlich unsere Freiheit nicht auf&#8217;s Spiel setzen. Beides<br />
gehört zusammen. Jede &quot;Sicherheitsmaßnahme&quot; muss sich an<br />
ihrer Notwendigkeit, Wirksamkeit und dem Preis, den wir dafür zahlen, messen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Sicherheit ist Voraussetzung für Freiheit: Nur in einem Land, in dem die<br />
Bürger sicher leben, können sie ihre Freiheit entfalten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>So<br />
weit, so gut. Für uns bedeutet diese Feststellung bspw. ein klares Nein<br />
zur Bundeswehr im Inland, Herr Beckstein. Sind Sie damit einverstanden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:<br />
</b>Bei Terrorwarnung ist die Polizei schnell personell überfordert, deshalb<br />
soll zum Objektschutz auch die Bundeswehr herangezogen werden können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Bundesgrenzschutz, Bundeskriminalamt und die Länderpolizeien sind bei uns<br />
&#8211; im Regelfall &#8211; gut ausgestattet und speziell dafür ausgebildet &#8211; sicher<br />
auch in Bayern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Wir hatten nach dem 11. September gleichzeitig 330 Objekte in Bayern zu schützen,<br />
zum Teil rund um die Uhr. Dies kann die Polizei längerfristig nicht leisten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Längerfristig ist es hoffentlich auch nicht notwendig. Wir brauchen gut<br />
ausgebildetes Personal, keine Notlösungen. Auch keine Panikstimmung im<br />
Inland. Die Bundeswehr hilft dort, wo sie sehr hilfreich sein kann. Bsp: Oderbruch.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Da haben<br />
auch die User Probleme, Herr Beckstein: Es fragt apuzzili: Das ist unlogisch,<br />
Herr Beckstein, die Bundeswehr kann doch nicht die Polizei ersetzen!?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:<br />
</b>Die Polizei wird nicht ersetzt, sondern nur unterstützt. Zur Unterstützung<br />
im Objektschutz und bei Sicherheitskatastrophen, ebenso wie im ABC-Bereich hat<br />
die Bundeswehr Möglichkeiten, die über die Polizei hinausgehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> sebastian<br />
fragt: Herr beckstein möge bitte einmal erläutern, wieso es nicht<br />
auch eine bessere personelle Ausstattung der Polizei tun kann, wenn diese denn<br />
überfordert mit ihren Aufgaben sein soll. Es geht immerhin um eine Grundgesetzänderung.<br />
Was also kann die BW besser als die Polizei? Und wer kontrolliert die Bundeswehr<br />
dann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:<br />
</b>Welchen Sinn soll es machen, dass die Bundeswehr weltweit im ABC-Abwehrbereich<br />
tätig ist, aber nicht in Deutschland.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Noch eine Frage: Ist es nicht auch besser die Polizei, die spezielle Qualifikationen<br />
mitbringt, anstelle verstärkter privater Sicherheitsdienste, einzusetzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:<br />
</b>Personal bei der Polizei kann nicht für absolute Sicherheitskrisen<br />
dauerhaft vorgehalten werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Manchmal<br />
habe ich das Gefühl, wir bekommen eher weniger, als mehr Sicherheit durch<br />
die Zunahme der bislang häufig wenig qualifizierten privaten Sicherheitsdienste!<br />
Deshalb unterstützen wir die Forderungen der Gewerkschaft der Polizei,<br />
deren Ausbildungsanforderungen zu verschärfen!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:<br />
</b>Private Sicherheitsdienste dürfen Polizei nicht ersetzen&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Genau!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
&#8230; sondern erfüllen lediglich spezielle private Sicherheitsinteressen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Vielleicht<br />
sollten wir etwas konkreter beim Begriff Sicherheit werden. Wie ist die Sicherheitslage<br />
&#8211; zunächst bezogen auf die Bedrohung durch den weltweiten Terrorismus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Die<br />
unmittelbare Bedrohung nach dem 11.September ist einer erhöhten Aufmerksamkeit<br />
gewichen, die leider auch in Zukunft noch notwendig ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Bedrohung durch weltweiten Terrorismus wird bei uns unterschätzt. Wir sind<br />
Ruheraum, Vorbereitungsraum für islamistische Terroristen.Es kann nicht<br />
ausgeschlossen werden, dass wir auch Ausführungsraum werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Eine Gesellschaft kann nicht im dauernden Ausnahmezustand leben. Neben Innerer<br />
Sicherheit geht es auch um Prävention, eine vernünftige Aussenpolitik,<br />
Entwicklungshilfe etc.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Für Sicherheit auf öffentlichen Plätzen wollen wir nur Polizei<br />
qualifiziert ausgebildet, wie in Bayern. Wie soll Prävention gegenüber<br />
Bin Laden aussehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Die<br />
toll ausgestatteten Dienste der USA konnten den 11.September leider nicht verhindern.<br />
Eine vernünftige Bezahlung des Flughafenpersonals hätte auch schon<br />
einiges geholfen. Ansonsten hilft auch eine vermehrte Koordination. Spannend,<br />
dass die Dienste jetzt vermehrt Islamwissenschaftler einstellen. Bei Ihnen auch?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:<br />
</b>Doppelte Bezahlung hätte nichts verhindert. Wichtig ist Überprüfung<br />
des Flughafenpersonals durch den Verfassungsschutz. Dies wurde von den Grünen<br />
bisher bekämpft. In unserem Sicherheitspaket haben wir 600 Stellen mehr,<br />
einige auch für Islamwissenschaftler. Nötig ist, die Bereitschaft<br />
Mitglieder gefährlicher Organisationen auszuweisen. Unterstützen das<br />
die Grünen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Nicht auf Verdacht, Herr Minister! Bei Vorliegen konkreter Beweise und unter<br />
Berücksichtigung geltenden Rechts (Schutz vor Folter und Todesstrafe oder<br />
unmenschlicher Behandlung!)</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Terroristische Straftaten müssen verhindert werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>WIR<br />
als Bundesregierung haben die Sicherheitsanforderungen verschärft und bspw.<br />
Sky-Marshalls eingeführt. Ansonsten sind unsere Sicherheitsvorkehrungen<br />
auch vor dem 11.Sept.(!) höher gewesen, wie in den USA.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Bei biometrischen Daten für Visa aus Schurkenstaaten, Fehlanzeige. Sicherheitspakete<br />
I und II wurden durch die Grünen massiv verwässert. Datenaustausch<br />
zwischen BAFL bzw. BAMF und den Landesbehörden wurde durch die Grünen<br />
gestrichen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Verbessert, Herr Beckstein! Nicht verwässert. Wir nehmen unsere Rolle als<br />
Wächter im Rechtsstaat sehr ernst.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Es darf nicht erst nach Verurteilung bei begangenen Straftaten gehandelt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Geheimdienstliche Zusammenarbeit mit Rechtsstaaten ja. Ansonsten sind sie hoffentlich<br />
auch dagegen!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Chatalias<br />
fragt Herr Beckstein mit Bezug auf die Ausweisung von Mitgliedern gefährlicher<br />
Organisationen: Was sind &quot;gefährliche&quot; Organisationen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:<br />
</b>z.B. El Qaida, Kalifatstaat, Hamas, Hisbollah, GIA u.ä.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Stimmt. Die werden bei uns alle observiert und wie im Falle von &quot;Kalifatsstaat&quot;<br />
verboten und eingesperrt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:<br />
</b>Wie stehen Grüne jetzt zum Verfassungsschutz? Observation von Gefährdern<br />
reicht nicht aus, da gerade im arabischen-islamistischen Milieu schwierig.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Wir<br />
akzeptieren die Notwendigkeit von rechtsstaatlichen Diensten, allerdings müssen<br />
die Pannen um die V-Leute und die Peinlichkeiten um die Koordination zwischen<br />
den Landesämtern und dem Bundesamt Konsequenzen nach sich ziehen: Reform<br />
der Dienste, Verkleinerung und mehr Effizienz.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Es waren nicht Koordinationspannen sondern skandalöse Unfähigkeit<br />
des Bundesinnenministeriums. Mehr Effizienz ja, Verkleinerung ist abwegig. Im<br />
Islamistenbereich hatten die meisten Verfassungsschutzbehörden nur minimale<br />
Kompetenzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Zu lange Kalter Krieg, zu spät neue Bedrohungen analysiert? </span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
Ich will nicht nachkarten. Aber Pannen gab es vor allem bei den &quot;Meldungen&quot;<br />
der Landesämter. Reden Sie doch mal mit den Prozessbevollmächtigten<br />
im NPD-Verfahren. Schwamm drüber, jetzt muss der Prozess gewonnen werden<br />
&#8211; oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Kampf gegen organisierte Kriminalität, gegen Drogenhandel, Menschenschlepperei<br />
erfordert hochkarätige Anstrengungen. Einschließlich technische Überwachungsmöglichkeiten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Genau<br />
das tun wir auf allen Ebenen. Außen- und Innenpolitik. Nicht nur die Dienste!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Wird das jetzt so lange noch in der Regierung akzeptiert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Diese<br />
Regierung hat vielleicht manchen Fehler gemacht, mich als MdB eingeschlossen.<br />
Aber in der Frage der Sicherheit gab und gibt es wohl nichts, wo wir Versäumnisse<br />
hätten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Was tut die Außenpolitik gegen organisierte Kriminalität?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Meistens<br />
haben sie unseren Dingen im Bundesrat doch zugestimmt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Nachdem Schily sie von uns übernommen hatte.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Wir<br />
stabilisieren Menschenrechtsbewegungen, fördern die Demokratie und bekämpfen<br />
die Armut. Eines der besten Rezepte gegen Gefahren für die Sicherheit!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Stimmen Sie Videoüberwachungen an Angsträumen zu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Videoüberwachung ersetzt doch nicht den Schutzmann. Wollen Sie englische<br />
Verhältnisse?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Was bitte<br />
ist ein Angstraum?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Die<br />
bayerische Staatskanzlei?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:<br />
</b>Die Bayerische Staatskanzlei soll Grünen Angst machen vor Verlust ihrer<br />
Regierungsbeteiligung. </span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
Angsträume sind Schwerpunkte der Kriminalität, Videoüberwachung<br />
ergänzt den Schutzmann.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Experten<br />
sagen, vielfach sei die Wirksamkeit von Videoüberwachung nicht bewiesen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>An<br />
ausgesuchten Orten, wie Bahnhöfen, in Kooperation mit der Polizei und Sicherheitsräten<br />
vor Ort: Ja. In der Fläche: Nein! Zugegeben: Die bayerische Staatskanzlei<br />
hat sich bislang als sturmresistent gegenüber Angriffen der Opposition<br />
erwiesen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Ihre Haltung ist ein Fortschritt gegenüber der Totalverweigerung durch<br />
die Grünen im Bayerischen Landtag.Flächendeckende Überwachung,<br />
weder möglich noch gewünscht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Das<br />
Kanzleramt bleibt allerdings rot-grün.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:<br />
</b>Sie glauben wohl an den Weihnachtsmann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Sie etwa nicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Noch einmal<br />
zum Thema: Alle genannten Dinge schränken Bürger in ihrer persönlichen<br />
Freiheit ein. Wieviel ist nötig, was darf noch sein &#8211; und konkret: Brauchen<br />
wir wirklich das Iris-Abbild oder den Fingerabdruck im Pass oder ähnliche<br />
biometrische Daten? Bitte zunächst Herr Özdemir</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Wir haben verhindert, dass der Fingerabdruck oder das biometrische Merkmal per<br />
Rechtsverordnung kommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Freiheit setzt Sicherheit voraus, die meisten Bürger haben nicht Angst<br />
vor der Polizei, wie die Grünen, sondern Angst, dass die Polizei mit den<br />
Kriminellen nicht mehr fertig wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Wir haben auch keine Angst vor ihr, sondern arbeiten eng mit ihr zusammen! Fragen<br />
Sie doch mal die Gewerkschaft der Polizei!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:<br />
</b>Wo Identifizierung erfolgen soll, ist Fingerabdruck eine Möglichkeit,<br />
Fälschung zu verhindern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Damit<br />
werden sich Experten ausführlich beschäftigen. Keine unüberlegten<br />
Schnellschüsse mit uns.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Verwendung von Biometrie sollte in einem High-Tech-Land eher erfolgen als in<br />
einem Dritte-Welt-Land. Nur mit High-Tech werden wir mit der internationalen<br />
Kriminalität fertig.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Kommt darauf an, was Sie vor haben. Iris und Videoüberwachung: Nicht mit<br />
uns. Dann sind wir in einem anderen Land.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Bakunin<br />
fragt: Herr Özdemir, warum akzeptiert die Bundesregierung Beschneidungen<br />
grundlegender freiheitlicher Rechte durch die NSA (US-Geheimdienst, d. Red.)-<br />
selbst dieser Chat geht wahrscheinlich durch die Filter des Echelon-Abhörsystems?!?!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Wir grüßen unsere Freunde bei der NSA! Spaß beiseite: Wir müssen<br />
mit unseren US-amerikanischen Freunden nicht nur über dieses Thema noch<br />
einiges bereden. Denke da auch an den Internationalen Strafgerichtshof.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:<br />
</b>Neues Thema: Drogenpolitik.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Bin gespannt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Die Diskussion über Freigabe von Haschisch durch die Grünen ist verheerend.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Wollen Sie den Irrsinn nicht endlich beenden, die Alltagsdrogen Nikotin, Medikamentenmissbrauch<br />
und Alkohol zu verharmlosen und den Gebrauch von Cannabis-Produkten zu kriminalisieren.<br />
Wir wollen die Entkriminalisierung. Die Schweiz macht es uns vor. Sind die weniger<br />
klug wie wir?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:<br />
</b>Prävention, Repression und Hilfe auch zum Ausstieg sind Kernpunkte<br />
der Drogenpolitik. Schweiz und Niederlande sind wichtigste Lieferländer<br />
nicht nur für Haschisch sondern auch Heroin. Haschisch ist eine gefährliche<br />
Einstiegsdroge.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Die<br />
Wissenschaft sagt etwas anderes!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Wir beiden werden die Umkehr in der Cannabis-Politik in Deutschland noch genauso<br />
erleben, wie die Anerkennung der eingetragenen Lebenspartnerschaft gekommen<br />
ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Die Prävention gegenüber Alltagsdrogen ist wichtig, darf aber nicht<br />
dazu führen, weitere Drogen zu verbreiten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Denken Sie dabei ans Oktoberfest?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Eine weitere<br />
Frage an die beiden Kontrahenten auf dem virtuellen Podium: zap: Welche Freiheitsrechte<br />
dürfen auf keinen Fall durch eine schärfere Sicherheitspolitik eingeschränkt<br />
werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Zu zap: Die Freiheit des Einzelnen ist ein heiliges Gut in unserer Demokratie.<br />
Einschränkungen bei unserer Verfassung gibts mit uns nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Verhältnismässigkeitsprinzip hat höchsten Rang. Der Grundrechtskatalog<br />
ist unser Maßstab, aber auch mehr an die Opfer von Kriminalität denken.<br />
Die Freiheit des Kriminellen muss eingeschränkt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Es gibt<br />
auch eine Zeit vor der Gefährdung. Was kann Prävention leisten? Tmachui<br />
fragt: Nach dem 11. September wird viel über die Präventionsstrategien<br />
nachgedacht. Sehen Sie Gefahren für den Rechtsstaat und Demokratie aufgrund<br />
zunehmender Befugnisse des Staates in individuelle Rechte einzugreifen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Zu tmachui: Nein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Bin froh, dass die Bundesregierung in ihrem jährlichen Sicherheitsbericht<br />
vor allem auf die Prävention abhebt.</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
Einige der Befugnisse für die Dienste im Sicherheitspaket haben wir bewußt<br />
zeitlich befristet. So können wir schauen, ob sie noch notwendig sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Nach dem<br />
11.September 2001, Sicherheitspaket I und II etc. stellt sich eine Frage dringlicher<br />
als je: Wer kontrolliert die Kontrolleure? Bitte Herr Beckstein zuerst.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Dienstaufsicht, Parlament, Gerichte und Öffentlichkeit. Daran hat sich<br />
nichts geändert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Endlich gibt es starke Kontrollrechte im Parlament. Wie sieht es im bayerischen<br />
Landtag aus? Die Oppositionspartei Grüne darf nicht kontrollieren!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Jeder nach seinen Fähigkeiten und Stärken.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Ein tolles Demokratieverständnis Herr Minister!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
Wie vom Verfassungsgericht bestätigt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Macht es nicht besser.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Noch einmal<br />
die Frage. Die Union will ein Sicherheitspaket III: Reichen nicht die bisherigen<br />
Gesetze aus. Werden Sie vielleicht nur nicht konsequent genug angewandt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:<br />
</b>Vollzug muss perfektioniert werden aber es verbleiben gesetzliche Lücken,<br />
die wir uns nicht leisten können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Die<br />
Union wird immer neue Sicherheitspakete fordern. Ihr Konzept beschränkt<br />
sich leider weitgehend auf Gesetzesverschärfungen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:<br />
</b>Dass wir von Sicherheit etwas verstehen &#8211; im Unterschied zu den Grünen<br />
&#8211; ist Allgemeingut.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Allgemein<br />
ja, aber gut?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:<br />
</b>In Bayern lebt man sicher und frei, deswegen fühlen sich so viele Menschen<br />
bei uns wohl, auch Ausländer.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Liebe<br />
Podiumsgäste! Die Zeit für das erste tacheles.02spezial Duell ist<br />
leider bereits abgelaufen. Wir bedanken uns im Namen von tagesschau.de, WAHLTHEMEN.DE<br />
und politik-digital.de für Ihre Teilnahme sowie die vielen Fragen und Kommentare.<br />
Herzlichen Dank besonders an Herrn Minister Dr. Günther Beckstein und Cem<br />
Özdemir für Ihre Bereitschaft, an diesem &quot;virtuellen Podium&quot;<br />
teilzunehmen. Wir hoffen, dass es auch für Sie interessant war! Wer Interesse<br />
hat, weiter zu diskutieren, ist herzlich eingeladen, am Debatten-Forum zum Thema:<br />
&quot;Sicher oder frei?&quot; bei WAHLTEHMEN.DE teilzunehmen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günther Beckstein:</b><br />
An alle Chat-Teilnehmer besten Dank.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Bis zum nächsten &quot;Treffen&quot; Herr Beckstein. Nach vielen gemeinsamen<br />
Streitgesprächen war dies unser erster Chat, wenn ich mich nicht irre.<br />
Hoffe es war auch für die Chatter interessant. Dank auch an die Veranstalter.<br />
Ciao!</span>
</p>
<p>
<a title="ta" name="ta"></a>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">tac</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000">heles.02-Spezial<br />
ist ein Format von <a href="http://www.tagesschau.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau.de</a><br />
und <a href="http://www.politik-digital.de/index.shtml">politik-digital.de</a> und findet<br />
im Rahmen des Debattenforums <a href="http://www.wahlthemen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;WAHLTHEMEN.DE&quot;</a><br />
statt, einem Projekt der <a href="http://www.bpb.de/">Bundeszentrale für<br />
politische Bildung</a> in Kooperation mit dem <a href="http://www.zmi.uni-giessen.de/">Zentrum<br />
für Medien und Interaktivität</a> und politik-digital.de.</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/sicher-oder-frei-chatduell-mit-guenther-beckstein-und-cem-oezdemir-332/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Deutschland ist nicht Legoland&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Jun 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Cem Özdemir]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/coezdemir1.jpg" alt="Cem Özdemir" align="left" height="100" width="82" /></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>tacheles.02: Chat mit Cem Özdemir am 18. Juni 2002</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/coezdemir1.jpg" alt="Cem Özdemir" align="left" height="100" width="82" /></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>tacheles.02: Chat mit Cem Özdemir am 18. Juni 2002</b></span><!--break--><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><br />
<br />
</b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Herzlich Willkommen beim tacheles.02 &#8211; Chat von tagesschau.de und<br />
politik-digital.de! Unser heutiger Gast ist Cem Özdemir, der<br />
innenpolitische Sprecher der Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen im<br />
Bundestag. In der kommenden Stunde haben Sie die Gelegenheit, Herrn<br />
Özdemir zu befragen: Wahlkampf, CDU-Parteitag, Zuwanderung &#8211; Sie haben<br />
das Wort. Wir bitten ab jetzt um Ihre Fragen. Das Chat-Format<br />
tacheles.02 wird unterstützt von: Der Tagesspiegel. Also: Hallo Herr<br />
Özdemir, sind Sie bereit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Cem Özdemir:</b> Yeah!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Eine erste Frage von unserer Seite: Sie haben gestern in einer<br />
Pressemitteilung Helmut Kohl als &quot;Störfall der Einheit&quot; bezeichnet, da<br />
er eine fraktionsübergreifende Einigung der Parteien über eine Reform<br />
des Stasi-Unterlagengesetzes &quot;hintertrieben&quot; habe. Sie sagen auch, dass<br />
Kohl Druck auf seine Fraktion ausgeübt haben soll, um eine Einigung zu<br />
verhindern. Wie sah dieser Druck nach Ihren Erkenntnissen denn aus?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Viele Abgeordnete aus den Neuen Ländern in der Union wollen mit der<br />
Regierung dafür sorgen, dass die Stasi-Akten offen bleiben. Kohl hat<br />
über das Urteil dafür gesorgt, dass sich jetzt die DDR-Funktionäre<br />
hinter seinem breiten Rücken verstecken dürfen. Und so einer spricht<br />
zum 17.Juni. Eine Verhöhnung all derer, die sich für die Einheit<br />
eingesetzt haben und in den Stasi-Folterkellern saßen.<br />
</span>
</p>
<p>
<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">mortimer:</span></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Warum will die Union das Stasiunterlagengesetz lockern?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Weil Herr Dr. Kohl einen Prozess angestrengt hat, um seine eigene Akte<br />
geschlossen zu halten. Er gewann und macht jetzt Druck auf seine<br />
Fraktion. Konsequenz: Die Stasi-Verbrecher bedanken sich bei der Union!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DerGrüne:</b> Sollte man bei der Frage der Stasi-Akten nicht zwischen Opfern und Tätern unterscheiden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b> Opfer sind diejenigen, deren Leben von der Stasi und der DDR zerstört worden ist!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>katja22:</b> Wen Interessieren die Stasiunterlagen überhaupt noch?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Die vielen Tausenden von Menschen, die regelmäßig in ihre Akten<br />
Einsicht haben wollen. Beispielsweise auch jetzt aktuell Forscher zum<br />
17.Juni.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>lucille:</b> Wie fanden Sie Kohls Rede?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b> Es wurde im Fernsehen übertragen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Und was hielten Sie davon?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b> Der Mann hat (höflich formuliert!) seinen Platz in der Geschichte. Da soll er auch bleiben<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DeadPoet:</b><br />
Noch mal zum Thema Kohl: Sicher hat er aber als Politiker viel getan<br />
und sicher hat jeder (!!) seinen Dreck am Stecken. Wollen Sie denn auf<br />
die Ratschläge eines solch erfahrenen Mannes in der Politik verzichten?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Ich wünsche mir, dass die Europapolitik für die Helmut Kohl stand, auch<br />
weiterhin für die Union Gültigkeit besitzt. Da bin ich mir nicht immer<br />
so sicher, mit der Europatreue.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Zum Thema Rechtsextremismus:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DerGrüne:</b><br />
Herr Özdemir! Was sagen Sie zu den Urteilen gestern beim Lichtenhagener<br />
Brandstifterprozess (Anm. d. Red.: Brandanschläge in<br />
Rostock-Lichtenhagen 1992)? Wurden seit den Vorkommnissen vor 10 Jahren<br />
genug Konsequenzen gezogen, um so etwas vorzubeugen oder gar zu<br />
verhindern? Kann man solche Geschehnisse eigentlich verhindern?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Niemand kann nachempfinden, was die Menschen damals in ihrer Todesangst<br />
empfunden haben. Nur drei Menschen standen vor Gericht. Das sagt alles!<br />
Die Strafe ist nicht so wichtig. Aber es ist zu spät.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Ein weiteres Thema, zu dem bereits einige Fragen hier eingegangen sind,<br />
ist die Bildungspolitik; auch wenn Sie nicht bildungspolitischer<br />
Sprecher sind, möchte ich die Gelegenheit nicht versäumen:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b> Warum nicht?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>peter66:</b><br />
Nach der PISA-Studie entscheidet in kaum einem anderen Land die soziale<br />
Herkunft so sehr über die spätere Bildung eines Menschen. Ist Ihrer<br />
Meinung nach unter anderem die bisherige Integrationspolitik schuld?<br />
Und was sollte dagegen getan werden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Bayern ist übrigens neben Baden-Württemberg Spitze! Und zwar in der<br />
sozialen Ausgrenzung. D.h. Arbeiterkids und Migrantenkinder haben<br />
deutlich weniger Aufstiegschancen als Akademikerkinder. Wir brauchen<br />
mehr Ganztagsschulen, kleinere Klassen in Problemstadtteilen etc.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>petra:</b> Der<br />
Kanzler hat ja Bildungspolitik kurzerhand zur Chefsache erklärt. Wird<br />
sich jetzt was ändern an der deutschen Bildungsmisere? Und welche<br />
Vorschläge haben Sie?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Erst mal müssen wir dafür sorgen, dass bayerische Verhältnisse nicht<br />
bundesweit Einzug halten. Wir wollen, dass jeder und jede nach der<br />
Begabung ausgebildet wird, nicht nach der sozialen Herkunft oder nach<br />
der Muttersprache der Eltern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mürik gümüsdürü:</b> Was wollen Sie tun gegen die Diskriminierung von Türken in Deutschland?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Wir wollen ein Antidiskriminierungsgesetz. Leider hat es diesmal nicht<br />
mehr geklappt. Auch ein Grund mehr, dass wir nach dem 22.September<br />
weiterregieren!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hanspeter:</b> Herr Özdemir, wie verhalten Sie sich wenn Johannes Rau das Zuwanderungsgesetz nicht unterzeichnet?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Ich springe hinter den Zug oder aus dem Kellerfenster heraus.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Mal ernst: Haben Sie einen Plan B?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b> Arbeite gerade bereits an Plan C!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>35grad:</b> Halt! Halt! Halt! wie lauten Plan B und C?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Ich arbeite ja gerade noch daran.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dudi:</b> Was sind die innenpolitischen Themen, die Sie vertreten wollen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Wir<br />
brauchen dringend ein Informationsfreiheitsgesetz<br />
(Akteneinsichtsrechte) wie in fast allen westlichen Ländern üblich.<br />
Leider war es gegen die Ministerialbürokratie nicht durchsetzbar.<br />
Deshalb den 22.September nicht vergessen!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hansi:</b> Was macht das Informationsfreiheitsgesetz bzw. warum wurde es nicht verabschiedet?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Es<br />
schläft. Aber wir wollen es bald wieder erwecken. Unser<br />
Koalitionspartner hatte nicht ganz so viel Mut. Deshalb (u.a.) müssen<br />
wir stärker werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sriptkid: </b>Wer wollte Ausnahmeregelungen haben beim Infogesetz?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b> Fast alle Ministerien (außer den Grünen, die wollten z.T. sogar weiter gehen). Verteidigung, die Dienste, Wirtschaft.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DeadPoet:</b> Vielleicht nicht weniger Mut aber mehr Weitsicht?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Es würde auch unseren Partnern helfen: Korruptionsbekämpfung.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DerAufrechte: </b>Planen Sie in der nächsten Legislaturperiode weitere Waffengesetz-Verschärfungen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Erst mal nicht. Aber wenn die Waffenlobby mich weiter ärgert könnte ich es mir ja noch mal überlegen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DerAufrechte: </b>Wie sollen die Schießsportverbände ihre Vereine überwachen? Dies ist im Ehrenamt nicht zu leisten!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Die seriösen Schießsportvereine arbeiten mit der Bundesregierung zusammen und begrüßen das Waffengesetz!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DerAufrechte:</b><br />
Herr Özdemir, Sie wissen doch, dass die FDP am 26.4. gegen das<br />
Waffengesetz war, weil es zu kompliziert ist. Warum behaupten Sie<br />
ständig, die FDP wolle, dass jeder eine Waffe haben könne?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Es war ihnen nicht zu kompliziert, sondern zu restriktiv (genauso übrigens, wie der PDS!!!). Die Waffenlobby lässt grüßen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Wo wir gerade bei der FDP sind &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>duden:</b> 5 Stichworte zu Möllemann und der ganzen Affäre<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Brech, Würg, Übergeb, Abführ, Spei!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>duden: </b>Wie konnte Karsli solange Mitglied der Grünen sein?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Weil<br />
er sich erst im Laufe der Jahre verändert hat, mit jeder Reise nach<br />
Syrien. Übrigens ist Karsli nur ein Bauernopfer. Das Problem ist<br />
Möllemann und andere. Der Fisch stinkt vom Kopf her.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>aliyah: </b>Wie lange war Karsli Mitglied der Grünen und wie war er?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Weiss ich nicht genau. Er stand nach einer unsäglichen Presseerklärung<br />
vor dem Rauswurf. Dem kam er zuvor. Davor hatte er einen skandalös<br />
verharmlosenden Bericht über den Irak geschrieben und dafür die gelbe<br />
Karte gezeigt bekommen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>bob:</b> War die Antisemitismus Debatte der FDP-Absicht, wer steckt dahinter?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Die Absicht ist, Stimmen am rechten Rand einzusammeln. Theodor Heuss<br />
würde sich im Grabe umdrehen, wenn er Westerwelle, Möllemann etc. sehen<br />
könnte.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dylan:</b> Wie viel Stimmen gibt es am rechten Rand?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Zu viele. Aber nichts davon lohnt es, die Seele zu verkaufen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dylan:</b> Was will Möllemann erreichen, ein Ministeramt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>18 Prozent und eine kaputte Gesellschaft. Wer es zulässt ist selbst schuld!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>bob:</b> Ist Westerwelle der Herr im Haus?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Zumindest ist er nicht allein zu Haus!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Und wie groß ist das Abwanderungspotenzial bei den Grünen, rüber zur FDP aus Ihrer Sicht? Es gibt ja auch Gemeinsamkeiten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Gleich<br />
null. Die Wählerschaft ist sehr unterschiedlich. Die einzige Konkurrenz<br />
(dort allerdings sehr schmerzhaft) ist die Jugend, insbesondere<br />
Erstwähler. Die dürfen nicht bei der Big-Brother-Fallschirm-Partei<br />
landen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DerGrüne:</b> Sehr geehrter Herr Özdemir! Wie beurteilen Sie die verschiedenen Umfrageergebnisse einiger Meinungsforschungsinstitute?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b> Es ist zumindest wieder eine offene Situation. Die Messe ist noch nicht gelesen. Jetzt muss um jede Stimme gekämpft werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Was müssen die Grünen jetzt besser machen, um noch ein paar Punkte aufzuholen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Professioneller Wahlkampf. Fischer, Künast und andere Promis so oft wie<br />
möglich zeigen, Programm bis 22. September verbreiten und erklären und<br />
all dies mit einem Bruchteil der Gelder, die die FDP beispielsweise hat!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>champion: </b>Wie wollen sie eine niedrige Wahlbeteiligung wie in Frankreich verhindern?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Schwierig. Aber jeder muss wissen, was auf dem Spiel steht. Deutschland<br />
ist nicht Legoland. Westerwelle-Möllemann-Stoiber wären abträglich für<br />
das internationale Ansehen unseres Landes und für den inneren<br />
Zusammenhalt der Gesellschaft gefährlich. Persönlich werde ich mich<br />
ganz gezielt um Erstwähler bemühen (z.B. als DJ.).<br />
Moderator: Zu Ihrem Engagement als DJ kam hier ebenfalls eine Nachfrage:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dj tonka: </b>Welche Musik willst du denn auflegen und wo?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Hi DJ Tonka. Bin absoluter Amateur. Aber mein Sortiment an Oriental ist<br />
nicht schlecht. Für Latin berät mich meine Freundin. Habe bei Radio<br />
Multikulti mal eine Weile Aziza-A vertreten und einmal in der<br />
Kalkscheune aufgelegt. Vielleicht später mal wieder.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Hier die Kanzlerfrage:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kelly:</b> Wie sehen sie die Siegchancen von Stoiber?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Er hat eine realistische Chance. Aber Schröder und Fischer sind harte<br />
Wahlkämpfer und die Union verteilt das Fell des Bären bereits bevor er<br />
erlegt wurde.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>KarlMarx:</b> Was macht Gerhard besser als @mund?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>So<br />
ziemlich alles: Rot-Grün hat aus Deutschland wieder ein Land gemacht,<br />
das in Europa nicht mehr Schlusslicht ist. Ein modernes<br />
Staatsangehörigkeitsrecht, Gleiche Rechte für Schwule und Lesben,<br />
Steuersenkung, Klimaschutz und schließlich Fischers Rolle im Nahen<br />
Osten. Alles steht auf dem Spiel wenn Stoibers Mannes dieses Land mit<br />
Freund Möllemann/Westerwelle regieren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Zu Ihrer eigenen Positionierung im politischen Geflecht:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>clarazetkin: </b>Vertreten sie noch die Linke in Deutschland oder sind sie auch Mitte?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Links im Epplerschen Sinne: Ja. Eine demokratische Linke, die sich für<br />
eine offene Republik einsetzt: Ja, genau so wollen wir unser Land!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Eine Frage zur Tagespolitik:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>clarazetkin: </b>Was ist ihre Meinung zum Streik der Bauarbeiter?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b> Hoffe es gibt eine gute Einigung für beide Tarifparteien. Wäre gut für die Wirtschaft.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dj tonka: </b>Wie sieht denn eine Einigung aus bezogen auf den Streik?<br />
</span>
</p>
<p>
<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Cem Özdemir:</span></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
Ich mische mich nicht in die Tarifautonomie ein. Aber es ist schon der<br />
Hammer, dass Bayern einen Konsens im Bundesrat zum Tariftreuegesetz<br />
sabotiert hat. Sieht so der bayrische Schutz für unsere Bauarbeiter aus?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>KarlMarx:</b> Was sagen sie zur Blockade des Tariftreuegesetzes der Union?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Ätsch. Ich war schneller! Karl Marx war langsamer.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>J.Freudenberg:</b><br />
Ist es nicht so, dass Sie nun einige Punkte an der Peripherie<br />
herausgreifen, um die Leistungen der derzeitigen Regierung zu<br />
untermauern, der Kanzler jedoch in wichtigen Wirtschaftsfragen an der<br />
Nadel der Gewerkschaften hängt und somit nicht die Voraussetzungen für<br />
ein wirtschaftliches Vorankommen geschaffen werden können?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Die umfangreichste Steuersenkung in einer Legislaturperiode haben ja<br />
nicht die Schwarzen oder Bläulich-Gelben gemacht, sondern WIR! Die<br />
Vorgängerregierung hat uns einen hoch verschuldeten Staat überlassen.<br />
Wir müssen Schulden abbauen und gleichzeitig Reformen durchführen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Noch einmal zum Thema Wahlkampf, Show oder Demokratie?:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DerGrüne:</b> Ist die DJ-Geschichte nicht genauso zu beurteilen wie der Auftritt von Westerwelle bei Big Brother?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Big Brother ist eine Verrohung unserer Gesellschaft. Menschen werden in<br />
einen Container eingesperrt, damit sie Geld verdienen und wir uns<br />
amüsieren. Die alten Römer hätten ihre Freude daran gehabt!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hanspeter: </b>Herr Özdemir, Ihre Webseite <a href="http://www.oezdemir.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.oezdemir.de</a> erinnert eher an die Seite eines Entertainers oder Pop Stars &#8211; politische Inhalte sind in der Unterzahl -ist das Ihr Konzept?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Mein Newsletter hat bereits mehrere hundert Abonnenten. Da geht es um<br />
knallharte Politik. In der Website finden sie alles über Anfragen,<br />
Pressetexte, Artikel etc. Fotos usw. dienen dazu, sich den Politiker<br />
besser vorzustellen. Übrigens: Man kann meinen Newsletter abonnieren.<br />
Moderator: Eine weitere Frage zum Thema Zuwanderung:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fachbesucher02: </b>Was ist für Sie der wichtigste Schritt hin zur Integration der hier lebenden Migrantinnen und Migranten?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Sprachkenntnisse<br />
erwerben, in das soziale und gesellschaftliche System der Republik<br />
eingeführt werden und schließlich schulischer Erfolg!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kölle:</b> Warum sagen die Grünen so wenig zum SPD-Finanzskandal in NRW?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Tun<br />
wir, wir fordern Aufklärung und begrüßen die Ausschlüsse aus der SPD.<br />
Ansonsten ärgern wir uns darüber, dass wir kein scharfes<br />
Infofreiheitsgesetz haben.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DerGrüne:</b><br />
Wie sehen Sie das Gewaltpotenzial bei türkischen Rechtsextremisten?<br />
Haben die Deutschen nicht allzu lange geschlafen, um deren Kontakte zu<br />
anderen derartigen Organisationen nachzuvollziehen oder deren Struktur<br />
zu erkennen? Sehen Sie dort eine Gefahr?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Stimmt. Die Grauen Wölfe müssen schärfer angegangen werden. Sie<br />
manipulieren türkische Jugendliche in Deutschland. In den Stadien<br />
werben sie für ihren faschistoiden Blödsinn.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fran: </b>Ist es gefährlich für Sie als Politiker in Deutschland zu leben?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Meistens nicht. Es gibt aber natürlich einige, die meine Existenz nicht<br />
nur begrüßen. Siehe meine Website und die Gästebucheinträge.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Ich höre gerade, das es morgen einen Pressebericht gibt, wonach Sie von<br />
türkischen Extremisten angegriffen wurden. Was ist da geschehen und wie<br />
bewerten Sie den Vorfall?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Wie<br />
bereits gesagt. Die Anhänger der Grauen Wölfe treten immer<br />
unverhohlener auf. Sie sind im Grunde Brüder im Geiste der Skins und<br />
Deutschen Neonazis. Der Einsatz für eine offene Gesellschaft darf nicht<br />
darüber hinwegtäuschen, dass es Extremismus auch unter einigen Türken<br />
gibt. Ich werde mir aber weiterhin die Freiheit nehmen, zu sagen, was<br />
ich denke.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Würden Sie fordern, solche Gruppen strenger durch Sicherheitsdienste überwachen zu lassen oder reicht die Kontrolle aus?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Es ist jedenfalls bezeichnend, dass man von Herrn Stoiber stets etwas<br />
zur muslimischen Organisation Milli Görüs hört, nie jedoch zu den<br />
Grauen Wölfen. Warum eigentlich nicht Herr Stoiber?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>marion:</b> Verfolgen Sie die WM-Spiele live im Fernsehen? Und erlauben Sie es Ihren Mitarbeitern?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b><br />
Einige meiner Mitarbeiter sind große Fußballfans. Wir schauen uns die<br />
Spiele meistens ZUSAMMEN an, macht mehr Spaß. Ansonsten ärgern wir uns<br />
über Herrn Kirch und darüber, dass man bei so wenig Spiele im Free-TV<br />
sieht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jens33:</b> Sind Sie für die Türkei oder für Deutschland (oder etwa für beide!?)?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b> War eigentlich für beide UND für Argentinien. Die hätten es gut gebrauchen können. Aber selbst schuld.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Wir kommen zur letzten Frage:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>35grad:</b> Nach dem 22. September werden sie erst mal&#8230;?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir:</b> Urlaub machen mit meiner Freundin. Nachdem ich vorher bei den Koalitionsverhandlungen mitgewirkt habe. Dann sehen wir weiter.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Sehr geehrter Herr Özdemir, liebe Chatter und Chatterinnen! Unsere Zeit<br />
ist bereits wieder abgelaufen. Das tacheles.02-Team möchte sich im<br />
Namen von tagesschau.de, politik-digital.de und dem Unterstützer<br />
Tagesspiegel.de herzlich für die vielen spannenden Fragen bedanken und<br />
natürlich ebenso bei Herrn Özdemir, da er sich Ihren Fragen gestellt<br />
hat. Wir konnten leider wieder einmal nicht alle Fragen beantworten, da<br />
sehr viel mehr hier eingingen, als bearbeitet werden konnten. Wir<br />
hoffen auf eine Wiederholung Herr Özdemir! Müssen Sie jetzt noch<br />
arbeiten oder dürfen Sie eine Apfelsaftschorle trinken?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cem Özdemir: </b>Jetzt<br />
beginnt quasi der Feierabend. Ich treffe mich mit meinen<br />
Mitarbeiter/innen in einem eriträischen Restaurant, um meinen<br />
Praktikanten zu verabschieden. Hosca kalin (Tschüß)!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Na wunderbar! Schönen Abend an alle!</p>
<p></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
Hier finden sie ein altes  Transcript mit Cem Özdemir:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><a href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/coezdemir.shtml">24. Mai 2000</a></span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Chat mit Cem Özdemir</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat-mit-cem-oezdemir-475/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 May 2000 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Ausländerpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Cem Özdemir]]></category>
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					<description><![CDATA[<table border="0">
	<tbody>
		<tr valign="top">
			<th align="right">CemOezdemir:</th>
			<td>cem ist jetzt da, es kann losgehen<br />
			</td>
		</tr>
		<tr valign="top">
			<th align="right">Moderator:</th>
			<td>wunderbar ;-)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<table border="0">
<tbody>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>cem ist jetzt da, es kann losgehen
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>wunderbar 😉
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Hallo Herr Oezdemir, im Namen von Tomorrow und politik-digital moechte<br />
			ich Sie zu unserem heutigen Promi-Chat begruessen. Hoffe auf viele<br />
			interessante Fragen!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Hallo! Alles im Lack?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Alles im Lack 😉 Erste Frage:
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">sonja:</th>
<td>Herr Oezdemir, seit wann sind Sie Parteimitglied bei Buendnis90/Die<br />
			Gruenen? Und was hat Sie an dieser Partei so begeistert?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>1981 bin ich eingetreten. Gründe: Die haben erkannt, daß es keinen<br />
			Gegensatz zwischen Wirtschaft und Umweltschutz geben darf, wenn es auch<br />
			für künftige Generationen noch lebenswert sein soll auf der<br />
			Erde.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Brueggemann:</th>
<td>Harr Özdemir, neiden Ihnen die Parteikollgen ihre (für einen Grünen)<br />
			überdurchschnittliche Popularität?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Was soll ich jetzt sagen? Ich schweige vornehm&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>😉
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">heinz:</th>
<td>Was halten Sie von der Rede des Bundespräsidenten im Haus der Kulturen<br />
			der Welt?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Ich kann zustimmen, wundere mich aber darüber, daß alle Parteien und<br />
			Politiker in Begeisterungsstürme ausbrechen. Entweder sind sich alle einig<br />
			oder jeder sucht sich raus, was ihm passt.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">muffin:</th>
<td>Sie sind in Deutschland als Sohn türkischer Eltern geboren, wie<br />
			wichtig ist Ihnen die türkische Herkunft, wie ist ihr persönliches<br />
			Verhältnis zur Türkei?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Ich habe in der Türkei Verwandte, Freunde und Leute, die mir sehr<br />
			wichtig sind. Aber ich habe auch immer klar gemacht: Ich bin hier geboren<br />
			und aufgewachsen und Abgeordneter dieses Landes. Also: Deutschland ist<br />
			meine erste Heimat, die Türkei die zweite und Europa hoffentlich bald<br />
			unsere gemeinsame&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>dementsprechend:
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">123fun:</th>
<td>Die Türkei hat die EU-Mitgliedschaft beantragt, bis zur Aufnahme wird<br />
			aber noch ein langer Weg zu beschreiten sein. Gehört die Türkei in die<br />
			EU?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Eine demokratische Türkei, die sich an die sog. Kopenhager Kriterien<br />
			hält (gilt für alle Beitrittsaspiranten!) gehört in die Europäische Union.<br />
			Die heutige Türkei hat aber noch einen langen Weg vor sich. Vielleicht<br />
			sollten sich die Politiker in Ankara Galatasaray zum Vorbild nehmen. Die<br />
			haben auch keine Probleme mit intern. Regeln.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>zu galatasaray später! 😉
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">treino:</th>
<td>Glauben Sie, dass sich in der Türkei die Lage der Menschenrechte vor<br />
			dem Hintergrund der angestrebten EU-Mitgliedschaft verbessern<br />
			wird?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Sie muß sich ändern. Sonst gibt es auch keine Annäherung. Immerhin<br />
			spricht der neue Staatspräsident die Probleme offen an und auch der<br />
			Menschenrechtsausschuß des Parlaments hat einen sehr klaren Bericht über<br />
			Folter in Gefängnissen vorgelegt. Jetzt muß es nur noch endlich umgesetzt<br />
			werden.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">ollip.:</th>
<td>Was sind für Sie die Grundvoraussetzungen für einen Beitritt der<br />
			Türkei in die EU
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Demokratisierung (d.h. eine neue Verfassung, die Meinungsfreiheit<br />
			gewährleistet, ein neues Parteiengesetz ohne 10 % Hürde etc.) und weitere<br />
			wirt. Reformen (Privatisierungen) etc.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">clever:</th>
<td>Von welchen Werten der türkischen Gesellschaft können wir lernen? Was<br />
			können sich die Türken bei uns abgucken?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Wenn man sich daran erinnert, daß es Zeiten während der ersten<br />
			Besiedlung Anatolien durch die Türken gab, in denen relative<br />
			Religionsfreiheit herrschte und vor über 500 Jahren, der osman. Sultan die<br />
			aus Spanien vertriebenen Juden aufgenommen hat, sieht man, wie weit die<br />
			Türkei schon mal war&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Andererseits wäre die Türkei gut beraten, von der Dezentralisierung<br />
			und kommunalen Selbstverwaltung, wie sie in Deut. und der EU üblich sind<br />
			zu lernen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">muffin:</th>
<td>Integration mal andersrum: Wie sieht es eigentlich mit der Integration<br />
			von sog. Deutsch-Türken bei einer Rückkehr in der Türkei aus?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Ist nicht immer einfach. Vieles in der Türkei hat sich in den letzten<br />
			40 Jahren sehr geändert. Deshalb wollen gerade viele Jugendliche, die mit<br />
			den Eltern in die Türkei gezogen sind, wieder nach Deutschland.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">sunny:</th>
<td>Sie setzten sich für Integration hier lebender Ausländer ein, was<br />
			genau umfasst ihrer Meinung nach Integration? Wo hört sie auf? Was muss in<br />
			Deutschland konkret passieren, um eine bessere Integration hierlebender<br />
			Ausländer zu gewährleisten?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Vor allem zwei Dinge: Jeder muß sich an die Gesetze halten, ans<br />
			Grundgesetz und an die Werte dieser Gesellschaft (die mehr oder weniger<br />
			auch anderswo gelten!), wie z.B. die Gleichberechtigung von Mann und Frau<br />
			(!) und schließlich sollte man die Amtssprache (Deutsch, manchmal auch<br />
			Dialekt) beherrschen. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">littlesister:</th>
<td>Herr Özdemir, wie stehen Sie zu der damaligen &quot;Abschiebungs&quot;-Strategie<br />
			beim Fall &quot;Mehmet&quot;?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Ich finde es schlimm, was der &quot;Mehmet&quot; alles ausgefressen hatte und<br />
			wie seine Eltern ganz offensichtlich überfordert waren mit seiner<br />
			Erziehung. Aber Abschiebung ist keine Lösung. Es gibt ja auch Deutsche<br />
			Straftäter. Was machen wir mit denen? Auf den Mond?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Christoph:</th>
<td>Ich hätte eine Frage zu einem anderen Thema. Warum ist ihre Partei so<br />
			entschieden gegen die Beibehaltung der Wehrpflicht?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Bass:</th>
<td>Sind Sie mit der Einschränkung der Wehrpflicht einverstanden
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Es passt nicht mehr in unsere Zeit, Zwangsdienste zu haben.<br />
			Frankreich, GB und die USA haben sich auch für die Berufsarmee<br />
			entschieden. Dort besteht auch keine Putschgefahr! Die neuen Aufgaben der<br />
			Bundeswehr erfordern Profis.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Norbert:</th>
<td>Was sagen Sie zum Vorschlag von Stoiber &quot;Ökosteuer<br />
			aussetzen&quot;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Ein echter Stoiber eben. Wenn er jetzt noch sagt, wie wir etwas gegen<br />
			die drohende Klimakatastrophe machen; die Lohnnebenkosten senken, um<br />
			Arbeitsplätze zu senken, wäre ich ihm echt dankbar. Aber darüber muß er<br />
			sich ja keinen Kopf zerbrechen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Es muß natürlich Arbeitsplätze schaffen heißen. Sorry!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>😉
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">littlesister:</th>
<td>Welches politisches Vorbild haben Sie?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Schwierig. Keine lebenden Menschen. Martin Luther King finde ich<br />
			bewundernswert. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>nochmal zur ökosteuer:
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">uwe1964:</th>
<td>Warum muß der Autofahrer immer tiefer in die Tasche Greifen<br />
			?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Da empfehle ich, die Frage an die Mineralölkonzerne zu stellen. Unsere<br />
			6 (in Worten sechs!) Pfennige sind jedenfalls garantiert nicht der<br />
			Grund.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Kalle:</th>
<td>Herr Özdemir, die Grünen haben kaum noch Anziehnungskraft bei der<br />
			Jugend. Wie kann man das ändern?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Das ärgert mich auch. Wir wirken manchmal, als ob wir alles verbieten<br />
			wollten was Spaß macht. Außerdem ist unser Erscheinungsbild in Talkshows<br />
			etc. häufig sehr negativ. Etwas mehr Freundlichkeit und Schnelligkeit bei<br />
			der Besetzung neuer Themen wie Internet würde uns helfen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>und nochmal zum vorbild! 😉
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">littlesister:</th>
<td>Es gibt keinen &quot;lebenden&quot;, der Sie beeindruckt, prägt? 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Na ja, Mandela finde ich auch sehr faszinierend. Willy Brandt hat mir<br />
			auch immer imponiert.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Brueggemann:</th>
<td>Herr Özdemir, welche Politikfelder werden die Grünen in zehn Jahren<br />
			besetzen können &#8211; das grüne Profil wird ja immer mehr von den anderen<br />
			Parteien absorbiert und in den eigenen Programmen verbraten.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Wir müssen die Modernisierer der Gesellschaft sein, die sich trauen,<br />
			auch unbequeme Wahrheiten anzusprechen: Integrationspoltik und<br />
			Einwanderung ohne Ideologie; Bildungspolitik, die den Schulen und<br />
			Hochschulen mehr Autonomie gewährt und schließlich Renten- und<br />
			Sozialstaatskonzepte, die auch morgen noch zukunftsfähig sind.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">julia:</th>
<td>Herr Özdemir &#8211; Sie nutzen dieses Forum aus bestimmten Gründen, davon<br />
			gehe ich einmal aus. Mich interessiert die Verflechtung von Medien und<br />
			Politik. Wie sehen Sie die Zukunft der Politik auf der Basis von so<br />
			kulturpessimistischen Ansätzen wie &quot;Politikzirkus&quot;? Wie wichtig wird<br />
			Publicity?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Die Möllemania wird sich auch wieder legen. Inhalte sind immer noch<br />
			wichtig. Aber das &quot;Verkaufen&quot; wird immer wichtiger! Beiden zusammen<br />
			entscheidet über den Erfolg.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">GerdNitsche:</th>
<td>Herr Özdemir, können sie mir sagen, wie warscheinlich eine Koalition<br />
			zwischen ihnen und der SPD in NRW ist???
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Leider nicht. Möllemann wäre sicher der einfachere Koalitionspartner<br />
			für die SPD in NRW. Statt einer Entflechtung von Landesunternehmen und<br />
			Landesregierung heißt seine Botschaft: Wir wollen auch an die<br />
			Fleischtöpfe.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">SommerJr.:</th>
<td>Herr Oezdemir: Für wie wichtig halten sie eine weite Verbreitung des<br />
			Internet bei der deutschen Bevölkerung? Ist eine hohe Internetnutzungsrate<br />
			Ihrer Meinung nach notwendig, damit möglichst viele an den Vorteilen der<br />
			New Economy und bspw. E-Gerventment teilhaben können?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Absolut. Wir hinken immer noch hinterher, gemessen an die USA. Langsam<br />
			kommt der Zug auch bei uns in Fahrt. Internet-Zugang an jeder Schule ist<br />
			ein Anfang. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">bigbrother:</th>
<td>Wie wichtig ist den Das Internet für sie??
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Die Bedeutung wächst ständig. Mails beantworte ich häufig selbst.<br />
			Meine HOmepage wird stark genutzt und dient zur<br />
			Informationsarbeit.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">bigbrother:</th>
<td>Ich habe gehört es wird einen relaunch ihrer homepage geben. die alte<br />
			ist doch in ordnung, was soll denn besser werden??
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>So ist es. Gut ist nicht gut genug. Mit meinem Webmaster bereiten wir<br />
			eine echte Überraschung vor. Es wird der Hammer: Danach wird man das Thema<br />
			Homepage wohl neu definieren müssen &#8230; Tipp: www.oezdemir.de
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>danke! 😉
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">carsten:</th>
<td>addresse der homepage???
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">SommerJr.:</th>
<td>Glauben Sie, dass ein notwendiger Schritt zur weiteren Verbreitung des<br />
			Internet die Etablierung eines erschwinglichen Pauschalzugangs (Flatrate)<br />
			ist, um somit möglichst vielen Menschen das Kostenhemmnis zu nehmen? Wie<br />
			ist ein solcher Zugang zu realisieren? 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>www.oezdemir.de Einfacher geht es nicht mehr &#8211; oder?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>ne, wirklich nicht!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Absolut. Ohne eine Senkung der Preise, keine Masse!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Monopole (Telekom) sind stets ein Problem. Siehe USA
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pope:</th>
<td>Was braucht &quot;Grün&quot; am dringendsten &#8211; Visionen, Realismus, Marketing,<br />
			Strategien, frische Köpfe, &#8230;?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Alles zusammen wäre ideal. Also eine personelle und inhaltliche<br />
			Erneuerung.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Claudio_JU_:</th>
<td>Herr Özdemir: Wie ist Ihre Stellung zum Atomausstieg?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Ideal wäre im Konsens mit der Industrie. Wenn die Industrie sich<br />
			allerdings dem Willen der Parlamentsmehrheit entgegenstellt, muß es mit<br />
			einem Gesetz gehen. In spätestens 15 bis 18 Jahren ist dann hoffentlich<br />
			das letzte AKW vom Netz!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Antonia:</th>
<td>Herr Oezdemir: Was ist ihr wichtigstes politisches Anliegen im<br />
			Moment?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Es sind so viele Gleichzeitig, um die ich mich kümmere (Kampfhunde,<br />
			Datenschutz, Green Card, Arbeitserlaubnis für Asylbewerber&#8230;). Z.Zt. wohl<br />
			das Thema Integration.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">littlesister:</th>
<td>Herr Özdemir, wie fühlt man sich eigentlich, wenn man als deutscher<br />
			Politiker Personenschutz braucht und Interessen für Deutschland &quot;sicher&quot;<br />
			vertreten zu können?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Ohne wäre mir lieber. Aber es ist halt der Preis für meinen Job und<br />
			die Positionen, die ich vertrete.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">chatty:</th>
<td>Allgemein wird behauptet, dass ein hoher Ausländeranteil auch höhere<br />
			Kriminalitätsraten mit sich bringt. In Berlin-Kreuzberg ist es meines<br />
			Wissens genau andersherum, wie kommt das?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>So pauschal ist es sicher falsch. Nichtdeutsche sind jünger als die<br />
			durchschnittliche deutsche Bevölkerung. Jugendliche sind wiederum häufiger<br />
			Täter als beispielsweise die Oma und der Opa.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Yusuf:</th>
<td>Herr Özdemir, Wie sehen Sie die Chancen in der Zukunft für die<br />
			doppelte Staatsangehörigkeit
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Kurzfristig schwierig. Mittel- und Langfristig glaube ich natürlich,<br />
			daß es sinnvoll ist für die erste Generation eine bessere Lösung zu<br />
			erreichen, die ihnen die doppelte Staatsbürgerschaft ermöglicht. Die<br />
			Einführung des Geburtsrechtes betrachte ich allerdings als wichtige<br />
			Änderung in Deutschland.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">bigbrother:</th>
<td>Wie wichtig ist die doppelte staatsbürgerschaft, die einbürgerung ist<br />
			doch vereinfacht worden dass ist doch schon mal was oder?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Ja. Aber für viele Angehörigen der ersten Generation ist die doppelte<br />
			Staatsb. wie das Foto der Eltern im Schlafzimmer. Und wenn man ihnen sagt:<br />
			Gib das Foto auf dem Rathaus ab, dann bekommst Du einen deutschen Paß,<br />
			sagen sie nein. So, wie auch Deutsche im Ausland entscheiden!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">uwe1964:</th>
<td>Wie ist Ihr Meinung , zum Beschluß der Bundesregierung außländische &quot;<br />
			Spezialisten einzuschleusen &quot; ?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Wir schleußen sie nicht ein, sondern werben um sie, da wir in<br />
			unmittelbarer Konkurrenz zu den USA und Kanada stehen. Dafür braucht man<br />
			gute und unbürokratische Bedingungen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Eckhard:</th>
<td>Finden sie es nicht problematisch für Ihre eigene politische Kariere,<br />
			so stark mit nur einem politischen Thema (Ausländerpolitik) verbunden zu<br />
			sein?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Ich bin nicht der Ausländerbeauftragte der Bundesreg., sondern<br />
			innenpolitischer Sprecher meiner Fraktion. Ich äußere mich zum Waffenrecht<br />
			genauso, wie zum Thema Akteneinsichtsrechte, aber eben auch Integration.<br />
			In der Öffentlichkeit werde ich natürliche noch immer sehr stark mit<br />
			&quot;Ausländerthemen&quot; in Verbindung gebracht. Wahrscheinlilch ist es eine<br />
			Frage der Zeit, bis es sich ändert.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Die Zeit ist nun leider fast um ;-( Deshalb die vorletzte<br />
			Frage:
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">julia:</th>
<td>Verspüren Sie denn eine negative Veränderung Ihres politischen<br />
			Idealismus, je länger Sie im &quot;Zirkus&quot; sind? Können Sie noch Ihre &quot;Krallen&quot;<br />
			zeigen? 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Ich versuche es zumindest. Solche Chats helfen mir dabei. Weil ich ein<br />
			Feed-back kriege und weiß was &quot;draußen&quot; so gedacht wird. Solange ich den<br />
			Spaß nicht verliere bleibe ich dabei (wenn ich natürlich gewählt werde).<br />
			Ansonsten sollte man aufhören.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>&#8230; letzte Frage und die noch wie verspochen zu Galatasaray!<br />
			😉
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">uefa:</th>
<td>Galatasaray Istanbul hat den Uefa-Cup gewonnen. Haben Sie sich darüber<br />
			gefreut? Was heisst eigentlich Galatasaray?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Galatasaray ist ein Stadtteil von Istanbul, so wie Besiktas und<br />
			Fenerbahce. Ich war in einer Berliner türkischen Bar mit Freunden zusammen<br />
			feiern. Es war ein nervenzehrender Krimi. Am Ende hat sich die Aufregung<br />
			gelohnt. Ein super Spiel mit einem glänzenden Sieger!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Herr Oezdemir, wir moechten uns bei Ihnen ganz herzlich fuer die<br />
			letzten 60 Minuten bedanken. Es hat uns sehr viel Spass gemacht!<br />
			Hoffentlich trifft man sich im Chat bald mal wieder! 🙂
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Mir hat es auch Spaß gemacht. Vielleicht auf bald mal wieder. Alles<br />
			Gute und haltet die Ohren steiff (sagt man doch so &#8211; oder?).
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>das geht schon so ok! 😉
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>also dann bis bald!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>schoene gruesse nach berlin!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">bigbrother:</th>
<td>ciao
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Willi:</th>
<td>gg
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">CemOezdemir:</th>
<td>Grüße an alle. Ciao
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">makarna:</th>
<td>bye
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">sonja:</th>
<td>vielen dank!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Antonia:</th>
<td>Tschüß</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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