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	<title>Christian Wulff &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Christian Wulff &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Wer kann Transparenz?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Feb 2012 13:36:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Christian Wulff]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[Joachim Gauck]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach dem vorzeitigen Ende der Amtszeit von Christian Wulff geben sich derzeit viele Bewohner der „Berliner Republik“ erleichtert und fühlen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wer-kann-transparenz/joachim_gauck/" rel="attachment wp-att-11639"><img fetchpriority="high" decoding="async" class=" wp-image-11639 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/joachim_gauck.png" alt="" width="381" height="248" /></a>Nach dem vorzeitigen Ende der Amtszeit von Christian Wulff geben sich derzeit viele Bewohner der „Berliner Republik“ erleichtert und fühlen sich in ihren – meist jedoch nie offen ausgesprochenen – Rücktrittsforderungen bestätigt. Doch schon der Beginn der Kandidatensuche zeigt, dass nach der monatelang schwelenden „Affäre Wulff“ nun ein nahtloser Übergang in eine Phase der Unsicherheit stattgefunden hat. Die Parteien vergeben bei der Nominierung von Joachim Gauck als zukünftigen Bundespräsidenten die Chance auf ein transparentes Vorgehen.</p>
<p>Die bekannten Akteure des politischen Berlins führen dabei Routinen und Rituale auf: Statements vor Mikro und Kamera (Merkel, Rösler, Ernst), Beratungen im kleinen Kreis (Merkel, Rösler, Seehofer), gemeinsame Stellungnahmen (Gabriel, Künast, Özdemir, Steinmeier). Auch wenn stets der Wunsch nach „Konsenskandidaten“ geäußert wird und man „gemeinsam“ auf die Suche gehen möchte, zeigen die ersten Aktivitäten doch vor allem, dass nach wie vor die Spannungen und Bruchpunkte des Parteienwettbewerbs die wichtigsten Variablen bei der Kandidatenauswahl sind. Die Regierungsparteien pochen auf ihr Vorschlagsrecht (und ihre noch gerade so intakte Mehrheit in der Bundesversammlung), sie deuten bestenfalls „Gesprächsbereitschaft“ an.</p>
<p>Die Oppositionsparteien schließen die Schultern und verweisen damit wenig subtil auf eine alternative Machtkonstellation (leidlich gestützt von der Sonntagsfragen-Demokratie). Die Linkspartei bleibt isoliert. Bislang nicht eingerechnet ist die schleichende Rochade zwischen Liberalen und Piraten – die Suche nach dem Bundespräsidenten könnte für eine ganze Weile die letzte größere Entscheidung sein, an der die FDP beteiligt ist, während die Piratenpartei aufgrund ihrer nur außerparlamentarisch (also: virtuell) starken Stellung überhaupt nicht in den Diskussionsprozess eingebunden ist. Doch nicht allein die etwas seltsame „Entscheidungskonstellation“ wird den Auswahlprozess erschweren, vor allem leisten dies die während des zähen, von Christian Wulff selbst entschleunigten Auszugs aus Bellevue formulierten Ansprüche an Deutschlands nächstes Staatsoberhaupt. Gerade die in der Wulff-Affäre zu Tage getretenen Beziehungsnetzwerke zwischen Politik und Wirtschaft, aber auch in Richtung der Medien und der sogenannten „Society“ werden ein wesentliches Kriterium für künftige Kandidatinnen und Kandidaten sein – gibt es private Bekanntschaften, Geschäftsbeziehungen oder anderweitige Verflechtungen, die möglicherweise gegen eine Nominierung sprechen? Wie verliefen bisherige Karrierewege, handelt es sich um einen „Polit-Profi“ oder eine „Quereinsteigerin“?</p>
<p>Und wo finden sich überhaupt derart „unbefleckte“ Anwärter auf ein Amt, das nicht durch das individuelle Fehlverhalten des letzten Amtsinhabers, wohl aber durch die bisweilen kurzsichtige und zügellose öffentliche Debatte darüber Schaden genommen hat? Es ist kein Zufall, dass Vertreter aus politikfernen Bereichen als aussichtsreiche Wahl gelten – doch über die Folgen einer solchen Wahl wird bisher noch kaum nachgedacht. Kurzum: der Auswahlprozess kreist zu stark um die Grundkonstellation im politischen System, die in der Theorie formulierte „Enthebung aus dem Parteienwettbewerb“ ist in der Praxis kaum zu realisieren. Die zentralen Akteure kündigen zwar Umdenken und Kooperation an, handeln aber (noch) nicht so.</p>
<p>Einen Ausweg liefern könnte der gelegentlich fast vergessene Kern der Wulff-Affäre mit den Anschuldigungen um „Vorteilsnahme bzw. Vorteilsgewährung“. Hier liegt der zentrale Ansatzpunkt für ein Generalthema der nächsten Amtszeit. Noch im Fernsehinterview zu Jahresbeginn hatte Wulff angekündigt, die „Transparenz weitertreiben“ zu wollen und „wenn es das in Zukunft immer gibt, wird es auch unsere Republik offenkundig auch zu mehr Transparenz positiv verändern.“ Mit Blick auch auf andere Entwicklungen könnte Transparenz tatsächlich eine Art Leitmotiv für die Arbeit des nächsten Bundespräsidenten (oder der ersten Bundespräsidentin) sein. Die offene Auseinandersetzung mit den Problemen einer an vielen Stellen intransparenten Politik, die in der Bevölkerung für Unmut, Kritik und Entfremdung sorgt, ließe sich sehr gut mit den symbolischen Machtressourcen des Amtes verbinden. Zugleich ließen sich so die Schatten vertreiben, die die Wulff-Präsidentschaft nicht nur auf Bellevue, sondern die gesamte „Berliner Republik“ geworfen hat. Dazu zählt auch die enge Beziehung zu den Hauptstadtmedien, die im Laufe der Affäre längst nicht immer ihrer Funktion als demokratische Kontrollinstanz nachgekommen sind.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach Deutschlands nächstem Staatsoberhaupt etwas anders – im Mittelpunkt stünde dann nicht mehr die persönliche Eignung relativ zu den Koordinaten des politischen Bezugssystems, sondern die Fähigkeit, Transparenz als neues politisches Leitthema zu markieren, inhaltliche Impulse zu entwickeln und einer breiten Öffentlichkeit ebenso zu vermitteln wie den Akteuren im politischen Wettbewerb selbst. Klar ist dabei allerdings auch: Das ist nicht möglich mit Radikalpositionen, wie sie etwa im Umfeld der Piratenpartei vertreten werden – vielmehr geht es um die Vermessung und Verortung von Transparenz im Rahmen vorhandener demokratischer Strukturen, Prozesse und Normen.</p>
<p>Ironischer Weise wäre Christian Wulff jemand, der sich dieser Aufgabe hätte stellen können – nicht mehr in der unsäglichen Spätphase seiner Aussitz-Kampagne, wohl aber unmittelbar zu Jahresbeginn. Eine deutliche Positionierung als „Transparenzakteur“ hätte seine Amtszeit vielleicht retten können, Wulff hat diese Chance mit einer Mischung aus Arroganz und falscher Souveränität verstreichen lassen. Nun ist er weg, das Thema aber bleibt. Die Leitfrage für die Kandidatenwahl sollte daher lauten: Wer kann Transparenz?</p>
<p><strong>UPDATE vom 20.2.2012:</strong></p>
<p>Das ging schnell &#8211; seit dem späten Sonntag Abend steht Joachim Gauck als Allparteien-Kandidat für die Bundesversammlung fest. Doch zwischen &#8220;Gauck I&#8221; und &#8220;Gauck II&#8221; bestehen große Unterschiede &#8211; den Nimbus des &#8220;Bürgerpräsidenten&#8221;, mit dem Gauck in die 2010er Wahl gezogen war, hat er eingebüßt. Nicht so sehr aufgrund der öffentlichen Sprecherrolle als &#8220;informeller Gegenpräsident&#8221;, die ihm nach dem Scheitern im dritten Wahlgang zugewiesen wurde, sondern vielmehr aufgrund der geschlossenen Nominierung durch (fast) alle Bundestagsparteien. Damit ist Joachim Gauck nun zu einem Kandidaten des Establishments geworden &#8211; so sieht also ein &#8220;Befreiungsschlag&#8221; aus, der nach dem doppelten Scheitern der Kandidaten Köhler und Wulff frischen Wind nach Bellevue bringen soll? Die Person Gauck wird diesen Anspruch vermutlich erfüllen können, doch tut er dies nicht mehr als &#8220;externer&#8221; Kandidat, der dem Parteienwettbewerb enthoben ist. Wie sollte er auch &#8211; aus dem rot-grünen Lagerkandidaten von 2010 ist nun ein schwarz-gelb-rot-grüner Superlagerkandidat geworden.</p>
<p>Bereits einen Tag nach der Nominierung kündigt sich gar nicht so zaghafte Kritik an &#8211; vor allem in diesem widerborstigen Internet. Das ist alles andere als verwunderlich, und man muss gar nicht mal das kontinuierlich erstarkende &#8220;virtuelle Lager&#8221; rund um die Piratenpartei dafür verantwortlich machen. Die Intransparenz des abgekapselten Selektionsverfahrens der Standardakteure der Berliner Republik tut ein übriges, um den Gegenwind im Netz zu entfachen. Ganz nach dem Muster der ACTA-Proteste oder auch der unsäglichen Diskussion um den Staatstrojaner oder dem weitgehend ignoranten Umgang mit den Occupy-Aktivitäten sorgt die Abkopplung der Altparteienpolitik für Unmut bei jenen, die in den letzten Monaten eine Ahnung davon bekommen haben, dass sich in der Politik vielleicht doch etwas ändern könnte. Und so dürfte dem Kandidaten Gauck, aber auch der hinter ihm stehenden übergroßen Koalition, bis zur Bundesversammlung am 18. März eine nicht unspannende Diskussion zu dieser übereiligen Nominierung ins Haus stehen.</p>
<p>Es ist nicht nur schade, es ist bedenklich, dass diese so wichtige Debatte um die künftige Positionierung und die Funktionen des Bundespräsidentenamtes erst &#8220;post festum&#8221; beginnt. Es hätte den Bewohnern der &#8220;Berliner Republik&#8221; gut zu Gesicht gestanden, wenn dies vor der Festlegung auf einen Kandidaten (oder eine Kandidatin bzw. ein Thema) geschehen wäre.</p>
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		<title>Der Vorleser</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/der-vorleser-5925/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 18:20:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[GuttenPlag-Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wulff]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[YouTube]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Christopher Lauer]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/Lauer4_0.jpg" alt="C. Lauer" height="136" width="96" align="left" />Bundespräsident Christian Wulff bleibt auch in dieser Woche in den Schlagzeilen. Die vorerst letzten medialen Höhepunkte waren das Fernsehinterview mit ARD und ZDF sowie die (medien-)politischen Konsequenzen seines Anrufs auf der Mailbox des &#34;Bild&#34;-Chefredakteurs. Der Berliner Piraten-Politiker Christopher Lauer hat die bekannten Teile dieses Textes als Audiofile ins Netz gestellt. politik-digital.de hat ihn nach seinen Motiven gefragt.
<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-6596" title="Christopher Lauer" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/christopher_lauer1.png" alt="" width="195" height="232" />Bundespräsident Christian Wulff bleibt auch in dieser Woche in den Schlagzeilen. Die vorerst letzten medialen Höhepunkte waren das Fernsehinterview mit ARD und ZDF sowie die (medien-)politischen Konsequenzen seines Anrufs auf der Mailbox des &#8220;Bild&#8221;-Chefredakteurs. Der Berliner Piraten-Politiker Christopher Lauer hat die bekannten Teile dieses Textes als Audiofile ins Netz gestellt. politik-digital.de hat ihn nach seinen Motiven gefragt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Hohn und Spott bereiteten sich in vielfältiger, <a href="http://www.monero.de/geld-sparen/verbraucherrecht/rechtsexperte-warnt-praesidenten-witze-koennen-teuer-kommen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">rechtlich jedoch teilweise umstrittener Form</a> bereits in einem recht frühen Stadium der Affäre über den Bundespräsidenten in Blogs und sozialen Netzwerken aus. Das Zutagefördern von immer neuen Details blieb jedoch bisher weitestgehend den klassischen Medien vorbehalten. Gleichwohl haben sich zu verschiedenen Teilaspekten der Affäre inzwischen Internetnutzer zusammengetan. Mit Hilfe von <a href="http://de.wulffplag.wikia.com/wiki/Wulffplag_Wiki" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;WulffPlag&#8221;</a> sammeln sie im Stil des <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GuttenPlag-Wikiki</a> Ermittlungsstände, Äußerungen, Fakten oder Verdächtigungen. Eine studentische Initiative hat überdies das Portal <a href="http://www.direktzu.de/wulff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Direkt zu Christian Wulff&#8221;</a> ins Leben gerufen.</p>
<p>Nachdem der Inhalt des von ARD und ZDF produzierten Interviews bereits vor Ablauf der Sperrfrist als Audiodatei <a href="https://netzpolitik.org/2012/preview-das-wulff-interview-als-audio/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">geleakt</a> worden war, machten sich Netzaktivisten im <a href="http://piratenpad.de/wulff-ard-transkript" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Piratenpad</a> der Piratenpartei daran, noch vor der Ausstrahlung des Gesprächs der Journalisten Bettina Schausten und Ulrich Deppendorf mit dem Bundespräsidenten eine wörtliche Abschrift des <a href="http://www.theeuropean.de/christoph-bieber/9463-deutschlands-erste-presidential-debate" target="_blank" rel="noopener noreferrer">medial breit rezipierten Gesprächs</a> zu erstellen.</p>
<p>Dieses Interview sowie Fragmente des bislang noch immer geheimnisumwitterten Anrufs auf der Mailbox von &#8220;Bild&#8221;-Chef Kai Diekmann sind im Laufe der vergangenen Woche nicht nur Gesprächsthema in Medien und an Stammtischen der Republik gewesen, sie haben auch den Piraten Christopher Lauer, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, zu zwei eher ungewöhnlichen Aktionen animiert. Lauer erstellte neben einem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=0FYN7z1uDCo" target="_blank" rel="noopener noreferrer">YouTube-Video, in dem er das Transkript des Fernsehinterviews vorliest</a>, auch ein <a href="http://soundcloud.com/soundblogfm/lauer-liest-wulff" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tondokument</a> der <a href="http://de.wulffplag.wikia.com/wiki/Vorwurf_der_N%C3%B6tigung_von_Redaktionen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bislang publik gewordenen Fragmente</a> des Mailbox-Anrufs.</p>
<p>Gegenüber politik-digital.de hat <a href="http://www.christopherlauer.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christopher Lauer</a> sich zu seinen neuen Herausforderungen geäußert.</p>
<div align="center">[youtube http://www.youtube.com/watch?v=0FYN7z1uDCo]<strong>Lauer liest Schausten, Deppendorf und Wulff</strong></div>
<div align="center"></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hallo Herr Lauer! Sie haben vor dem teilweise rekonstruierten Inhalt der Diekmann-Mailbox bereits das<br />
Präsidenten-Gespräch mit Frau Schausten und Herrn Deppendorf eingelesen.<br />
Was war &#8211; inhaltlich und stilistisch &#8211; anspruchsvoller?</strong></p>
<p>Ich habe das in erster Linie einfach nur vorgelesen, sowohl das Video<br />
als auch die Audiodatei sind die jeweils ersten Versionen. Durch mein<br />
langjähriges Engagement in einer freien Theatergruppe in Bonn fiel mir<br />
das nicht so schwer.</p>
<p><strong>Bei der Nachricht auf Kai Diekmanns Mailbox handelt es sich ursprünglich um eine Botschaft, die ja nicht für die breitere<br />
Öffentlichkeit bestimmt gewesen ist. Haben Sie diese Tatsache vor Ihrem<br />
neuerlichen Einsatz als „Vorleser“ problematisiert?</strong></p>
<p>Nein. Abgesehen davon ist diese Nachricht meiner Meinung nach von<br />
öffentlichem Interesse. Wenn ich Herr Wulff wäre, dann hätte ich sie<br />
schon längst veröffentlicht, um Spekulationen zu vermeiden. Wahrscheinlich wird sie früher oder später eh im Internet auftauchen.</p>
<p><strong>Kollaborative Web-Aktionen haben ja gerade Jahrestag. Vor bald<br />
einem Jahr stürzte Karl Theodor zu Guttenberg über einige, naja,<br />
Ungenauigkeiten in seiner Doktorarbeit. Was können nach Ihrer Ansicht<br />
solche Aktionen für den politischen Betrieb generell leisten?</strong></p>
<p>Wir sehen hier grade erst den Anfang. Ich hoffe, dass solche Initiativen<br />
im Zusammenhang mit Open Access und Open Data zukünftig einen<br />
gesamtgesellschaftlichen Nutzen entfalten werden und nicht nur Politiker<br />
zu Fall bringen.</p>
<p><strong>Sie sind &#8211; neben Ihrer Tätigkeit als Vorleser &#8211; auch Mitglied des<br />
Abgeordnetenhauses von Berlin und somit aktiver Politiker. Welche<br />
konkreten politischen Folgen erhoffen oder wünschen Sie sich von Ihren<br />
Vertonungen?</strong></p>
<p>Eigentlich keine. Ich mache das als Zeitvertreib neben meiner doch recht<br />
anstrengenden Parlamentsarbeit.</p>
<p><strong>Und was können Sie vom Umgang des Bundespräsidenten mit der gesamten<br />
Affäre für Ihre eigene politische Arbeit lernen?</strong></p>
<p>Ich persönlich habe nicht vor, in eine solche Situation zu kommen. Dafür<br />
braucht es allerdings auch die Fähigkeit, in unangenehmen Situationen<br />
verantwortlich zu seinem Handeln zu stehen. Das ist natürlich nicht einfach.</p>
<p><strong>Richten wir den Blick noch kurz in die Zukunft. Was wäre denn, nachdem<br />
Sie bereits das Staatsoberhaupt und zwei hochrangige Fernsehjournalisten<br />
vertont haben, eine weitere Herausforderung für Sie?</strong></p>
<p>Wenn ich mir etwas aussuchen könnte, würde ich gerne mit anderen Menschen<br />
an einem Berliner Theater berühmte Interviews und Pressekonferenzen &#8211; zum<br />
Beispiel die von Barschel &#8211; vorlesen.</p>
<p><strong>Zum Schluss haben wir eine Bitte, Herr Lauer. Würden Sie auch dieses<br />
Interview &#8211; „Christopher Lauer im Gespräch mit politik-digital.de“ &#8211; für uns<br />
einlesen?</strong></p>
<p>Würde ich gerne machen, allerdings muss ich noch die Plenarsitzung zu<br />
morgen vorbereiten. Es fehlt mir die Zeit.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Wir brauchen eine Schuldenbremse&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Roleff]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2009 10:42:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[tagesschau.de]]></category>
		<category><![CDATA[Video-Chat]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesschau]]></category>
		<category><![CDATA[Niedersachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wulff]]></category>
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					<description><![CDATA[Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) stellte sich am 4. Mai 2009 im <a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll498.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau-Videochat</a> in Zusammenarbeit mit 
politik-digital.de den Fragen der User. Diskutiert wurde u.a. über die Themen Steuerreform, Neuverschuldung und die Zukunft der Automobilbranche.
<p>
&#160;
</p>
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) stellte sich am 4. Mai 2009 im <a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll498.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau-Videochat</a> in Zusammenarbeit mit<br />
politik-digital.de den Fragen der User. Diskutiert wurde u.a. über die Themen Steuerreform, Neuverschuldung und die Zukunft der Automobilbranche.</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p align="center">
<a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll498.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/wulffchat.jpg" alt="Christian Wulff im Video-Chat" title="Christian Wulff im tagesschau-Videochat" height="192" width="320" /></a>
</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<i>Wenn Sie den Chat noch einmal sehen möchten, klicken Sie bitte auf das Bild.</i></p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Ich bleibe in Niedersachsen&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/ich-bleibe-in-niedersachsen-216/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[kbeutel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 May 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wulff]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/ich-bleibe-in-niedersachsen-216/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b><b>Christian Wulff, Ministerpräsident 
in Niedersachsen, war am 23. Mai zu Gast im tacheles.02 Live-Chat 
von tagesschau.de und politik-digital.de. Der Chat stand ganz im 
Zeichen der nordrhein-westfälischen Landtagswahl und der Ankündigung 
Schröders, Neuwahlen zu erzwingen. Wulff beantwortete Fragen 
zu einer möglichen schwarz-gelben Bundesregierung, einem CDU/CSU-Kanzlerkandidaten 
und zu seinen eigenen bundespolitischen Ambitionen.</b></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b><b>Christian Wulff, Ministerpräsident<br />
in Niedersachsen, war am 23. Mai zu Gast im tacheles.02 Live-Chat<br />
von tagesschau.de und politik-digital.de. Der Chat stand ganz im<br />
Zeichen der nordrhein-westfälischen Landtagswahl und der Ankündigung<br />
Schröders, Neuwahlen zu erzwingen. Wulff beantwortete Fragen<br />
zu einer möglichen schwarz-gelben Bundesregierung, einem CDU/CSU-Kanzlerkandidaten<br />
und zu seinen eigenen bundespolitischen Ambitionen.</b></b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b><b>Moderatorin:</b></b> Liebe<br />
Politik-Interessierte, willkommen im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe<br />
tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
und wird unterstützt von tagesspiegel.de. Zum Chat ist heute<br />
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff ins ARD-Hauptstadtstudio<br />
gekommen. Er ist zugleich CDU-Vize und CDU-Kandidat der Herzen &#8211;<br />
zumindest für die Bürger. Mal sehen, ob das auch für<br />
unsere User gilt. Herr Wulff, sind Sie bereit für den 60-Minuten-Chat?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Allzeit bereit.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Was haben Sie gestern Abend gedacht?<br />
Zweimal hat Gerhard Schröder gegen Sie bei Landtagswahlen gewonnen<br />
und nun trägt er mit seinem Neuwahlen-Coup Angela Merkel quasi<br />
auf Händen zur Kanzler-Kandidatur? Jetzt mal Hand aufs Herz:<br />
Ist er Ihr persönliches Schreckgespenst?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Er ist sicher entzaubert und<br />
hat diese Entscheidung unter enormen Druck von Franz Müntefering<br />
getroffen mit der schlechten Alternative eines Endes mit Schreckens<br />
als eines Schrecken ohne Ende.
</p>
<p>
<b>Angela:</b> Herr Wulff, sind Sie bereit, als Kanzlerkandidat<br />
anzutreten. Sie würden sehr viele Stimmen erhalten. Als Hinweis<br />
möchte ich sagen, ich lebe in Bayern und gehöre zu Ihren<br />
Anhängern.
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Vielen Dank für das Vertrauen.<br />
Ich werde mich aktiv einbringen damit wir in Berlin einen neuen<br />
Anfang wagen können. Allerdings möchte ich in den nächsten<br />
Jahren im Übrigen als niedersächsischer Ministerpräsident<br />
arbeiten, dafür gibt es ganz verschiedene Gründe.
</p>
<p>
<b>Tobias Meis:</b> Sehr geehrter Herr Wulff, würden<br />
Sie, falls von der CDU-Spitze gewünscht, für das Amt des<br />
Bundeskanzlers kandidieren?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Nein. Es gibt in Berlin versiertere,<br />
erfahrenere und ich bin ja erst zwei Jahre Ministerpräsident.<br />
Darauf habe ich lange hingearbeitet und das möchte ich jetzt<br />
möglichst gut machen.
</p>
<p>
<b>Freezy:</b> Hallo Herr Wulff, wie sehen Sie die Chancen<br />
von Frau Merkel bei einer vorgezogenen Bundestagswahl?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Sie wird die Wahl gewinnen, weil<br />
sie alles auf Wachstum und mehr Arbeitsplätze ausrichtet. Und<br />
hier liegt zu Recht der Schwerpunkt der Politik auf Bundesebene.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Noch mal nachgehakt:
</p>
<p>
<b>twg:</b> Hallo Herr Wulf, ich bin Unionswähler<br />
und freue mich über die Chance ROT-GRÜN weg zu wählen,<br />
habe aber ein Problem mit einer Kanzlerkandidatin Merkel. Warum<br />
kann eine CDU die Stimme des Volkes nicht erhören und einen<br />
Kanzlerkandidaten Wulf nominieren?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Vielfach kann man sich erst wirklich<br />
in dem Staatsamt zeigen. Zu mir gab es in Zeiten meiner Oppositionstätigkeit<br />
auch sehr viel kritische Einlassungen, die sich aus heutiger Sicht<br />
insgesamt als unbegründet erwiesen haben dürften.
</p>
<p>
<b>Geier:</b> Ob die CDU-Basis hinter Frau Merkel steht<br />
ist mehr als fraglich. Was halten Sie von einer Mitgliederbefragung,<br />
ähnlich wie dies in Baden-Württemberg um die Teufel-Nachfolge<br />
durchgeführt wurde?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Wenn es mehrere Bewerber gibt<br />
halte ich viel von einer Mitgliederbefragung. Angesichts der jetzt<br />
kurzfristig stattfindenden Wahl empfehle ich uns sehr, dass wir<br />
am kommenden Montag eine einmütige Entscheidung treffen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Wir bleiben weiter bei Personalien:
</p>
<p>
<b>Paul:</b> Guten Tag Herr Wulff, was machen Sie, wenn<br />
die CDU mit Angelika Merkel die Wahl verliert?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Wer sich über so etwas Gedanken<br />
macht, verschwendet Zeit, die wir für den Kampf um die Mehrheit<br />
und den Wahlsieg dringend brauchen.
</p>
<p>
<b>Sebastian:</b> Herr Wulff, wie weit sind die Personalfragen<br />
innerhalb der Union geklärt, außer Merkel und Stoiber<br />
hat sich ja noch niemand für einen Regierungsposten wirklich<br />
herauskristallisiert?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Hier muss ich tatsächlich<br />
ausweichend antworten, weil es das Vorrecht der Spitzenkandidatin<br />
ist ein Personaltableau zu präsentieren aber es gibt viele<br />
qualifizierte Persönlichkeiten innerhalb der Bundestagsfraktion<br />
der CDU/CSU.
</p>
<p>
<b>reporter: </b>Kann eine Ostfrau im Westen wirklich<br />
punkten?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Die Frage Ost oder West, die<br />
Frage Mann oder Frau darf keine entscheidende Frage sein, sondern<br />
es geht um die Inhalte und die Qualifikation.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Kommen wir zum Inhaltlichen: Sie<br />
müssen eine ganze Menge inhaltlicher Fragen klären, für<br />
die sie eigentlich noch ein Jahr Zeit gehabt hätten. Nun brauchen<br />
sie einen &quot;Zeitraffer-Plan&quot;. Wo packen sie jetzt zuerst<br />
an damit Ihnen Bundeskanzler Schröder mit seinem Sprint nicht<br />
wieder davon läuft!
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Ich war in der Schule immer am<br />
Besten wenn sich die zur Verfügung stehende Zeit dem Ende zuneigte<br />
und war am wenigsten effektiv, wenn noch viel Zeit zur Bearbeitung<br />
zur Verfügung stand. Dies macht mich zuversichtlich, dass man<br />
die wenigen noch offenen Fragen jetzt kurzfristig ineinander fügt.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Sie sind ausgewichen:
</p>
<p>
<b>justin:</b> Was sehen Sie als wichtigste Punkte an,<br />
um in Deutschland dieses Gefühl der Angst (Arbeitsplatz, Rente,&#8230;),<br />
das allgegenwärtig ist, zu überwinden und daraus wieder<br />
ein Gefühl der Sicherheit und Zuversicht zu machen.
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Was gesagt wird, muss gemacht<br />
werden und was gemacht wird muss funktionieren. Das betrifft die<br />
große Steuerreform, die Flexibilisierung des Arbeits- und<br />
Tarifrechts, die Kommunalisierung aktiver Arbeitmarktpolitik sowie<br />
die Entkoppelung sozialer Sicherungssysteme vom Faktor Arbeit. Wenn<br />
dies ineinander greift, werden die Menschen diesen Weg mitgehen<br />
und es wird sich Erfolg einstellen.
</p>
<p>
<b>Seekorn:</b> Eine Frage zur Bundespolitik: Im Falle<br />
eines Wahlsieges wird die Union sicherlich Subventionen streichen,<br />
Tarifverträge lockern, Bürokratie abbauen, was ich auch<br />
durchaus für richtig halte, aber: Kann das überhaupt reichen<br />
eine Kehrtwende zu schaffen? Müsste man eine Reform nicht viel<br />
tiefgreifender gestalten ohne die offensichtlichen Nachteile eines<br />
Maßnahmenstaates zu bekommen?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Es muss tiefgreifend sein mit<br />
einem klaren Bekenntnis zu mehr Eigenverantwortung mehr Freiräumen,<br />
mehr Wettbewerb und mehr Mut statt staatlicher Bevormundung und<br />
starrer Regelungswerke. Es geht letztlich um die Frage, ob wir uns<br />
den Wettbewerb zutrauen oder Deutschland nur noch abwickeln wollen.<br />
Klar, dass ich für Ersteres kämpfe.
</p>
<p>
<b>hhorst:</b> Hallo Herr Wulff, bisher hat die Union<br />
noch nicht viel Konkretes in Sachen Wahlkampfprogramm. Ein Steuermodell<br />
von Merz, den es nicht mehr gibt und das sich nicht rechnet etc.<br />
Was ist das Erste was sie angehen?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Die Grundüberlegung von<br />
Friedrich Merz, die Ausnahmen auf Wenige zu begrenzen (Familienförderung,<br />
Altersvorsorge, Ehrenamt, Nettoprinzip, etc.) und damit die Bemessungsgrundlage<br />
zu verbreitern um das Steuerrecht zu vereinfachen und die Steuersätze<br />
zu verringern, ist schlicht vorbildlich und wird weiter von uns<br />
verfolgt. So etwas macht Deutschland für Kapital wieder attraktiv.
</p>
<p>
<b>Löwe:</b> Wie sehen konkrete Konzepte zur Umkehrung<br />
der demographischen Krise aus? Wie soll die Förderung von Familien<br />
aussehen (Elterngeld/Kinderbetreuung) und wird man dem Missglauben<br />
nachhängen, eine ausgeweitete Zuwanderung könne das Problem<br />
lösen?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Wir brauchen schlichtweg mehr<br />
Bekenntnisse zu Kindern, dazu bedarf es besserer Zukunftserwartungen<br />
und besserer Vereinbarkeit von Karriere und Kindern. Hier sind die<br />
Arbeitgeber mit familienfreundlichen Rahmenbedingungen und die öffentliche<br />
Hand mit entsprechen flexiblen Betreuungsangeboten stark gefordert.<br />
Leider ist das Thema Bevölkerungspolitik in Deutschland stark<br />
tabuisiert aber es muss deutlich werden, dass ein Land ohne Kinder<br />
keine Zukunft hat.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Nachfrage zum Arbeitsmarkt:
</p>
<p>
<b>studi:</b> Ist unter &quot;Flexibilisierung des Arbeits-<br />
und Tarifrechts&quot; ein weiterer Abbau der Arbeitnehmerrechte<br />
zu verstehen?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Wenn mehr Menschen Beschäftigung<br />
finden, ist das die bestmögliche Stärkung der Arbeitnehmerseite.<br />
Wenn Rechte sich als für Arbeitslose unüberwindbare Mauern<br />
um einen Arbeitsplatz herum erweisen, ist das unsozial. Ich kenne<br />
Arbeitslose, die im Metallbereich gerne 40 Stunden arbeiten würden,<br />
denen aber gesagt wird, dass sie nur 35 Stunden arbeiten dürfen<br />
und es dafür keine Arbeit gibt und sie deshalb nicht arbeiten<br />
dürfen. Also will ich mehr betriebliche Bündnisse für<br />
Arbeit wo die Arbeitnehmer flexibel von Tarifverträgen zur<br />
Sicherung von Arbeitsplätzen abweichen dürfen.
</p>
<p>
<b>Desperado: </b>Wird eine CDU/FDP-Regierung das Ende<br />
der Flächentarifverträge in Deutschland einläuten?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Wir brauchen den Flächentarif<br />
als Korridor und die Allgemeinverbindlichkeit kann man dadurch sichern,<br />
dass die Gewerkschaften den betrieblichen Bündnissen widersprechen<br />
können müssen.
</p>
<p>
<b>guido:</b> Wie steht’s denn bei Hartz IV. Bleibt<br />
das unverändert so hart wie es ist, oder wird es sogar weiter<br />
verschärft, wenn Sie an die Macht kommen?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Wir brauchen eine Entwicklung<br />
zu einem Niedriglohnsektor, wo der Übergang von Transfereinkommen<br />
in eine Beschäftigung in den ersten Arbeitsmarkt fließend<br />
erfolgt und sich die Aufnahme von Arbeit, die nicht so hoch bezahlt<br />
ist, für den Hartz-IV-Empfänger tatsächlich lohnt.<br />
Ganz offensichtlich ist das im Moment nicht der Fall und deshalb<br />
müssen wie die Erfahrungen mit Hartz IV offen auswerten.
</p>
<p>
<b>master:</b> Arbeit muss bezahlbar sein &#8211; wie will<br />
die CDU/CSU den hohen Lohnkosten entgegentreten?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Die Gesundheitsprämie entkoppelt<br />
die Beitragszahlung vom Faktor Arbeit und das ist ein wichtiger<br />
Schritt zur Konkurrenzfähigkeit sozialversicherungspflichtiger<br />
Beschäftigungsverhältnisse.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Herr Wulff war gerade in China &#8211;<br />
der Mann weiß wovon er spricht:
</p>
<p>
<b>sk:</b> Deutschland ist im Bereich niedrig qualifizierter<br />
Arbeit nicht mit Billiglohnländern konkurrenzfähig &#8211; doch<br />
was möchten Sie gegen die zunehmende Verlagerung hochqualifizierter<br />
Jobs (samt Know-how) ins Ausland unternehmen?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Das Know-how muss bei uns eingesetzt<br />
werden. Das gilt vom Transrapid über die Flugzeugindustrie<br />
bis zur Pharmazie und Gentechnik. Wir müssen einfach begreifen,<br />
dass Innovationen und technische Vorsprünge unser Land stark<br />
gemacht haben und nicht die lohnintensive Massenfertigung. Forscher<br />
und Entwickler, Ingenieure und Techniker müssen einfach als<br />
Vorbilder gelten, wie Sportler und Musiker.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Zurück zur Gesundheit:
</p>
<p>
<b>Herr Paulus: </b>Herr Wulff, sie erwähnten die<br />
Entkoppelung der Sozialleistungen vom Produktionsfaktor Arbeit,<br />
herrscht in der Union Einheit über eine Reform der Kassenfinanzierung<br />
oder bleibt dies ein ungelöster Streitpunkt zwischen Gesundheitsprämie<br />
(CDU) und dem Modell von Horst Seehofer (CSU), der die Einbeziehung<br />
aller Bürger &#8211; ähnlich einer Bürgerversicherung &#8211;<br />
fordert?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Auf diesem Feld hat sich die<br />
Union aus guten Gründen gegen die Überlegungen von Horst<br />
Seehofer entschieden.
</p>
<p>
<b>chris: </b>Hallo Herr Wulff, wie wahrscheinlich ist<br />
es, dass die Kopfpauschalen die GKV ersetzt und die PKV in ihrer<br />
jetzigen Form erhalten bleibt?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Auf jeden Fall muss es Wechselmöglichkeiten<br />
geben, z.B. für Beamte in das Prämienmodell und für<br />
alle in bestimmte Angebote privater Versicherer. Zu dieser Frage<br />
würde ich allerdings auch gerne noch einmal auf meine Gesundheitsexpertin<br />
Ursula von der Leyen verweisen.
</p>
<p>
<b>herr pess: </b>Herr Wulff wie stehen sie zu dem Thema<br />
Mindestlöhne?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Im Bereich der Entsenderichtlinie<br />
sollten wir dies auf mehr Branchen erweitern. Aber Mindestlöhne<br />
erschweren den Zugang zu Beschäftigungsverhältnissen für<br />
Unqualifizierte, z.B. Schulabgänger ohne Abschluss.
</p>
<p>
<b>BSch:</b> Wäre es nicht vielleicht eine Alternative<br />
zur Kostensenkung im Gesundheitsbereich, wenn Bürger zumindest<br />
Durchschläge der Arztrechnungen erhielten? Seit mein Mann privatversichert<br />
ist, sind wir ganz schockiert, was Ärzte so alles abrechnen,<br />
was eigentlich nie stattgefunden hat!
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Dies ist eine alte Forderung<br />
der CDU und ich hoffe, dass es bald zu dieser Transparenz kommt.
</p>
<p>
<b>Löwe:</b> Wird der Kombi-Lohn-Vorschlag von Pofalla<br />
weiterverfolgt, bzw. bei einer Regierungsübernahme umgesetzt?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Diese &quot;win-win&quot;-Situation<br />
für Alle muss bei dem Niedriglohnsektor gelöst werden,<br />
der Beschäftigte hat mehr als wenn er arbeitslos ist, der Staat<br />
zahlt weniger als bei der Finanzierung der Arbeitslosigkeit und<br />
die Wirtschaft kann mehr Beschäftigungsverhältnisse im<br />
Niedriglohnbereich anbieten. Um die Umwandlung solcher Beschäftigungsverhältnisse<br />
zu vermeiden sollte der Kombilohn an den Betroffenen und nicht an<br />
den Arbeitgeber gezahlt werden.
</p>
<p>
<b>BSch:</b> Ich frage mich steuerrechtlich immer, wo<br />
denn noch Erleichterungen geschaffen werden müssen, damit Unternehmen<br />
wieder mehr in den Standort Deutschland investieren. Lohnnebenkosten,<br />
das ist klar, aber steuerlich sehe ich echt schon sehr niedrige<br />
Kosten für Unternehmen. Wie stehen Sie dazu? Was könnte<br />
Deutschland tun, damit sich wieder mehr Firmen hier ansiedeln?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Das erste ist Bürokratieabbau,<br />
weniger Regulierung, besseres Ausbildungssystem für den Nachwuchs<br />
sowie mehr Investitionen in den Bau- und Infrastrukturbereich.
</p>
<p>
<b>theglobetrotter:</b> Finden Sie nicht auch, dass deutsche<br />
Unternehmenschefs zum Standort Deutschland bekennen müssen<br />
anstatt Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Natürlich sollten Unternehmer<br />
ihre Verantwortung für ihr Land erkennen aber am Ende sind<br />
die Arbeitsplätze nur zu sichern, wenn sie sich am hiesigen<br />
Standort gegen den Konkurrenten rechnen.
</p>
<p>
<b>Annette:</b> Herr Wulff, was denken Sie über<br />
eine Mehrwertsteuererhöhung?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Ich halte Steuererhöhungsdiskussionen<br />
für schädlich, weil 50 Prozent der Wirtschaft Psychologie<br />
sind und die Menschen schon genug verunsichert worden sind.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Wir haken noch mal nach &#8211; Unternehmenskultur<br />
in Deutschland:
</p>
<p>
<b>Schledi HGW:</b> Die Unternehmen gewinnen doch und<br />
entlassen trotzdem. Wie kann dem vorgebeugt werden?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Das betrifft vornehmlich Aktiengesellschaften,<br />
bei denen die Aktionäre täglich neu entscheiden, wo sie<br />
mit welcher Rendite ihr Kapital anlegen.
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Bei zu geringen Gewinnen ist<br />
die Börsenwertkapitalisierung so gering, dass diese Unternehmen<br />
akut übernahmegefährdet wären. Ein Unternehmer hat<br />
aber nicht nur auf Gewinne zu achten, sondern hat Verantwortung<br />
für seine Mitarbeiter und seine Produkte. Dies ist die Ethik<br />
der sozialen Marktwirtschaft und unterschiedet diese vom Kapitalismus.
</p>
<p>
<b>studi:</b> Wird die Ökosteuer von ihnen wieder<br />
abgeschafft?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Leider ist das Land so ruiniert,<br />
dass diese Möglichkeit so nicht besteht. Allerdings müssen<br />
wir für energieintensive Branchen Sonderregelungen treffen,<br />
damit diese nicht ins Ausland abwandern, z.B. die Zink- oder die<br />
Aluminiumhütten.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Was passiert mit den ganzen Windkrafträdern<br />
in Niedersachsen? Die Aktienkurse sind heute rapide gesunken.
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Die leisten einen wichtigen Beitrag<br />
zur Energieversorgung aus regenerativen Energien und belasten die<br />
Umwelt außer vorübergehender Beeinträchtigung des<br />
Landschaftsbildes nicht. Inzwischen sind wir Exportweltmeister und<br />
bei der Firma Enercon wird mehr Stahl verarbeitet als auf der Meierwerft.<br />
Windkraftanlagenbauer haben tausende Arbeitsplätze geschaffen<br />
und entwickeln sich technisch ständig weiter. Die Offshore-Anlagen<br />
im Meer stehen wegen der Steuerpläne der Bundesregierung im<br />
Moment etwas in der Diskussion und das könnte Grund für<br />
die Aktienkurse sein.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Nachfrage zur Steuer: Heißt<br />
das, dass es keine Mehrwertsteuererhöhung geben wird?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Ich bin dagegen.
</p>
<p>
<b>Alex1973:</b> Wird sich die Politik in punkto Atomkraft<br />
ändern?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Ja. Wir müssen angesichts<br />
der Endlichkeit der Rohstoffe und der Energieversorgungsnotwendigkeiten<br />
Kernkraftwerke mit dem neuesten Stand der Technik noch länger<br />
weiter betreiben, als sie aus ideologischen Gründen abzuschalten.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Kommen wir zum Schluss zurück<br />
zum Wahlkampf:
</p>
<p>
<b>Doug3:</b> Wie gedenken sie ihren Wahlkampf zu führen:<br />
Sagen sie den Menschen deutlich, dass es zu starken Einschnitten<br />
kommen wird oder werden sie weiter Versprechungen machen und damit<br />
der rot-grünen Wahlkampftaktik folgen?
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Wir sollten sehr präzise<br />
die notwendigen Veränderungen darlegen; dies aber mit der Verheißung<br />
verbinden, dass wir unsere Probleme lösen können und Wachstumsraten<br />
wie in anderen europäischen Ländern zu erreichen sind.<br />
Das IFO-Institut hat dargelegt, dass die Weltwirtschaft wie seit<br />
28 Jahren nicht boomt, die deutsche Wirtschaft daran aber keinen<br />
Anteil hat. Das erinnert mich an den großen Göttinger<br />
Philosophen Georg Christoph Lichtenberg &quot;Was nützt der<br />
schönste Sonnenaufgang, wenn man nicht aufgestanden ist&quot;.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Die Union wird nach den Worten von<br />
CSU-Chef Edmund Stoiber bis Ende Juli ihr gemeinsames Regierungsprogramm<br />
für die Neuwahlen zum Bundestag vorlegen. Schwerpunkte: Arbeitsmarktreform,<br />
die Reform der sozialen Sicherungssysteme, Steuervereinfachungen<br />
und die Energiepolitik. Wird es beim Fahrplan bleiben?
</p>
<p>
<b><b>Christian Wulff:</b></b> Bis Ende Juli<br />
ist das alles zu schaffen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Unsere Zeit ist bereits um. Vielen<br />
Dank an alle User für das große Interesse. Etliche Fragen<br />
sind leider unbeantwortet geblieben. Vielen Dank, Herr Wulff, dass<br />
Sie sich Zeit für den Chat genommen haben. Das Transkript dieses<br />
Chats finden Sie auf den Seiten der Veranstalter. Den nächsten<br />
Chat gibt es am nächsten Mittwoch, dem 25. Mai, ab 13.00 Uhr<br />
mit dem SPD-Fraktionschef im Niedersächsischen Landtag, Sigmar<br />
Gabriel. Das tacheles.02-Team wünscht allen noch einen angenehmen<br />
Tag!
</p>
<p>
<b>Christian Wulff:</b> Vielen Dank für die wirklich<br />
nicht einfachen Fragen. Herzliche Grüße, Christian Wulff.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Chat mit Niedersachsens CDU-Vorsitzenden Christian Wulff</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jmau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jan 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Niedersachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wulff]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"></span><b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Moderator:</span></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> 
Sehr geehrte Damen und Herren! Herzlich willkommen im <b>tacheles.02 
Live-Chat</b>. tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de 
und wird unterstützt von Der Tagesspiegel. Unser heutiger Gast in 
Hannover ist Christian Wulff, Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl 
in Niedersachsen am 2. Februar. </span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Herr Wulff, sind Sie bereit für sechzig 
Minuten Diskussion mit unseren Nutzern?</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"></span><b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Moderator:</span></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
Sehr geehrte Damen und Herren! Herzlich willkommen im <b>tacheles.02<br />
Live-Chat</b>. tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
und wird unterstützt von Der Tagesspiegel. Unser heutiger Gast in<br />
Hannover ist Christian Wulff, Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl<br />
in Niedersachsen am 2. Februar. </span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Herr Wulff, sind Sie bereit für sechzig<br />
Minuten Diskussion mit unseren Nutzern?</span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Ich grüße die Chat-Teilnehmer. &#8230; Ich bin<br />
bereit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Herr Wulff, eine erste Frage von uns: &quot;Besser&quot; ist das Leitmotiv<br />
der CDU-Kampagne in Niedersachsen. Klar, dass Sie alles besser machen<br />
wollen. Aber mal anders herum gefragt: Was würden Sie nicht verändern,<br />
falls Sie die Regierung in Niedersachsen übernähmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Die Motivation der Mittelständler, der Beamten vor<br />
allem der Lehrer und der Polizisten werde ich erhalten und nachhaltig<br />
unterstützen. Im übrigen gibt es schöne Erfahrungen im<br />
Land, die sich auch durch die 13 Jahre SPD nichts haben anhaben lassen.</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kritische<br />
Fragensteller:</b> Was hat Sie veranlasst zum dritten Mal bei den<br />
Landtagswahlen in Niedersachsen anzutreten?</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/cwulff.jpg" alt="Christian Wulff" align="left" height="113" width="87" /></b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Die Überzeugung, mehr aus Niedersachsen machen zu<br />
können. Als Verlierer gegen Schröder als Medienkanzler bin ich<br />
leider in guter Gesellschaft.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ulff:</b><br />
Sie haben laut dem Göttinger Parteienforscher Peter Lösche &quot;das<br />
Image des ewigen Wahlverlierers und des Milchreisbubis&quot;. Wie kommt<br />
es trotzdem zu diesen hohen Umfragewerten für Sie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Wenn Sie heute in der &quot;Welt&quot; lesen, was Lösche<br />
dort gesagt hat, dann sehen Sie die Antwort, dass ich nämlich unterschätzt<br />
wurde und das Vertrauen ständig zugenommen hat. Die Menschen sind<br />
an Lösungen und weniger an Show interessiert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>alte_möhre:</b><br />
Ist es denn Ihr Verdienst, so super Meinungsumfrage-Ergebnisse zu bekommen?<br />
Bei der Wahl im September hat die CDU doch noch relativ schwach abgeschnitten…</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Ich stand im September nicht zur Wahl. Es ist jetzt das<br />
Verdienst der CDU und das Scheitern von Rot-Grün insbesondere auf<br />
dem Feld der Wirtschaftspolitik.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
So und hier nun eine Frage von Frau Adler:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>irene_adler:</b><br />
Sind Sie der Bundes-SPD dankbar für deren Kuddelmuddel nach der letzten<br />
Bundestagswahl?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Für unser Land ist es mehr als schade. Die besseren<br />
Auffassungen der CDU sind so allerdings tatsächlich leichter zu vermitteln.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Eine weitere Frage, die sich mit den Umfrageergebnissen und einer Interpretation<br />
befasst:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Erzengel G.:</b><br />
Herr Wulff: Wenn man sich die Berichterstattung anschaut, dann wird im<br />
niedersächsischen Wahlkampf viel über Gabriels Pech mit der<br />
Bundes-SPD etc. geredet. Ihre guten Umfragewerte scheinen sich nur aus<br />
dem schlechten bzw. angeschlagenen Gegner ergeben. Ist das nicht frustrierend?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Ganz gewiss nicht. Es hat in Deutschland meines Wissens<br />
noch nie eine Situation gegeben, dass der Amtsinhaber bei Sympathiewerten<br />
und bei der Direktwahlfrage hinter seinem Herausforderer liegt. Das ist<br />
enorm motivierend.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Hier zeichnen sich durch die eingehenden Fragen bereits weitere Fragekomplexe<br />
ab: Bildungspolitik und Finanzpolitik. Wir werden nach den Fragen zur<br />
Demoskopie darauf zurückkommen, schlage ich vor.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kritische<br />
Fragensteller:</b> Sehen Sie Ihre hohen Umfragewerte als den Verdienst<br />
der CDU oder der SPD?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Meine Werte sehe ich als Anerkennung eines verlässlichen<br />
und berechenbaren Weges. Die SPD und Gabriel haben durch Sprunghaftigkeit<br />
und Dilletantismus einen Kontrast geboten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JuLi-Burgwedel:</b><br />
Wie sicher ist eine Koalition mit der FDP? würde die CDU bei minimaler<br />
Mehrheit alleine das Land regieren oder trotzdem eine Koalition eingehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">C<b>hristian<br />
Wulff:</b> Ich wünsche eine CDU-FDP-Koalition seit vielen Jahren.<br />
Dafür arbeite ich. Über die Konstellationen muss man nach dem<br />
Wahltag in Ansehung des Wahlergebnisses reden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sigmar:</b><br />
In den Medien werden Sie bei einem möglichen Wahlsieg schon als neuer<br />
Kanzlerkandidat gehandelt. Lassen wir mal die &quot;Ich-will-jetzt-nur-Niedersachsen-wieder-auf-Vordermann-bringen&quot;-Rhetorik<br />
bei Seite. Halten Sie einen Kanzler Wulff für möglich?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Bei mir ist es nicht nur Rhetorik 🙂 Mein Ziel ist Ministerpräsident<br />
in Niedersachsen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Kommen wir zunächst zur Bildungspolitik. Vermutlich werden uns die<br />
Umfragewerte später noch einmal beschäftigen. Hier zunächst<br />
diese Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kritische<br />
Fragensteller:</b> Würden Sie in Niedersachsen das Gymnasium<br />
wieder ab der 5. Klasse einführen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sigmar:</b><br />
Hat die Gesamtschule in Niedersachsen noch eine Zukunft?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Alle bestehenden Gesamtschulen können ihre Arbeit<br />
fortführen. Wir brauchen Wettbewerb zwischen Schulsystemen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Osna:</b><br />
Thema Bildung: Warum sollen die Orientierungsklassen (5-6) gestrichen<br />
werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Die Förderung von Schülern in diesem Alter sollte<br />
ohne zweifachen Schulwechsel in homogenen Lerngruppen stattfinden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JuLi-Burgwedel:</b><br />
Wenn die Orientierungsstufe abgeschafft wird &#8211; ist dann das Abi nach 12<br />
Jahren möglich?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Genau, dann kann man das Abitur zwischen Klasse fünf<br />
und zwölf vermitteln.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Hafner<br />
( LGH ):</b> Berlin hat angeblich das beste Schulsystem bundesweit.<br />
Mir wurde vor kurzem ein Fall geschildert, in dem ein Schüler erhebliche<br />
Probleme hatte, als er aus der 6. Grundschulklasse in Berlin, an eine<br />
Oberschule in Hessen wechseln musste. Welchen Weg werden Sie hier gehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Das beste Schulsystem haben Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg<br />
laut PISA. Die Kultusminister-Konferenz muss die Vergleichbarkeit der<br />
Bundesländer verbessern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Was macht den Baden-Württemberg besser als Niedersachsen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Dort sind die Lehrer stärker unterstützt, die<br />
Schulen besser ausgestattet und man hat nicht jede Reformidee sogleich<br />
in den Schulen eingeführt. Vor allem gibt es das differenzierte begabungsgerechte<br />
Schulwesen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thorsten:</b><br />
Das stimmt nicht, PISA sagt nur, dass hier die besten Ergebnisse in Deutschland<br />
erzielt wurden, das muss aber nicht heißen, dass die Schulsysteme<br />
besser sind. Schließlich kommt es auch auf gegebene Faktoren an,<br />
wie z.B. den Anteil von Kindern nichtdeutscher Herkunft.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Ein Gegenargument zur These, dass Pisa etwas über das Schulsystem<br />
aussagt. Können Sie zum Kommentar von Thorsten Stellung nehmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Die Lernbedingungen sind dort besser. Selbst fünfzehnjährige<br />
Migranten-Kinder haben dort im Fach Deutsch besser abgeschnitten als deutsche<br />
Kinder in Niedersachsen. Gerade die Schwachen werden in SPD-Ländern<br />
vernachlässigt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Hafner<br />
( LGH ):</b> Die SPD behauptet jedoch etwas anderes in ihren Anzeigen<br />
in der &quot;Braunschweiger Zeitung&quot;. Dort wird behauptet, Niedersachsen<br />
sei einen großen Schritt in die richtige Richtung in der Schulpolitik<br />
gegangen. Was sagen Sie hierzu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Das ist leider falsch. PISA ist dafür ein Beleg.<br />
Wir haben heute weniger Lehrer auf 1000 Schüler als zu CDU-Zeiten,<br />
weniger Unterricht und größere Klassen. Lehrer werden von der<br />
Regierung eher als Gegner als als Partner gesehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wir kommen langsam zum nächsten Thema, dem Einfluss des drohenden<br />
Irak-Krieges auf die Landtagswahl&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sigmar:</b><br />
Wieso spielt ein möglicher Irak-Krieg so eine große Rolle im<br />
Landtagswahlkampf?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Die Niedersachsen wissen, dass die Außen- und Sicherheitspolitik<br />
allein Sache des Bundes und nicht des Bundesrates ist. Deshalb wird die<br />
Landtagswahl nicht missbraucht werden können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sachsophil:</b><br />
Sie sagen, dass die SPD mit dem Schüren von Kriegsängsten die<br />
Wahl gewonnen habe. Aber diese Ängste sind sehr real für die<br />
Bürger. Oder nehmen Sie die nicht ernst?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Ich nehme Ängste sehr ernst und halte Gemeinsamkeit<br />
der Demokraten zum wichtigsten Thema Krieg und Frieden für besonders<br />
notwendig. Wenn Gabriel behauptet, dass deutsche Soldaten in den Irak<br />
entsandt werden sollten, ist dies schlicht gelogen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JU-Alstertal:</b><br />
Denken Sie, dass Deutschland einem Krieg der USA in den Irak folgen und<br />
mit eigenen Bundeswehr-Soldaten unterstützen sollte?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Nein. Darum geht es nicht. Jetzt wollen die UN Druck auf<br />
den Irak verstärken, damit es zur Abrüstung kommt. Dieser UN-Resolution<br />
hat Deutschland zugestimmt. Die Gefährdung geht von Hussein aus,<br />
nicht von den USA. Dies haben die Kirchen dankenswerter Weise auch noch<br />
einmal beschlossen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thorsten:</b><br />
Derzeit stellt Herr Blix seinen Bericht vor, der die Forderung enthält,<br />
die Untersuchungen weiterzuführen. Wie stehen Sie dazu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Ich bin seit Wochen dafür, dass die diplomatischen<br />
Bemühungen und die Inspektionen fortgeführt werden, denn ein<br />
Krieg muss verhindert werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Also eine Verlängerung für Blix?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gerd S.:</b><br />
Wenn Sie nicht denken, dass deutsche Soldaten in den Irak geschickt werden<br />
sollten, welche Rolle sollten diese Ihrer Meinung nach spielen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Die Linie der Bundesregierung scheint mir vernünftig.<br />
Also AWACS, Fuchs, Sicherung amerikanischer Einrichtungen. Mehr ist nicht<br />
zu leisten und auch nicht verlangt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jens Lgh:</b><br />
Könnte es für die Regierung noch andere Gründe geben, warum<br />
sie gegen einen Krieg sind, wirtschaftliche etwa?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Die UN droht nur deshalb mit Krieg, um Gewalt zu verhindern.<br />
Hussein hat zwei Kriege begonnen und tritt die Menschenrechte mit Füßen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Ich lasse noch eine letzte Frage zu diesem Thema zu, denn ein Nutzer findet:<br />
&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ralf:</b><br />
Hallo Leute, so wichtig der Irak-Konflikt auch ist, wir haben in Niedersachsen<br />
wahrlich genug Themen und Probleme !!!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Johann66:</b><br />
Wie sehen Sie Deutschlands militärische und politische Verpflichtungen<br />
gegenüber Israel, insbesondere in Bezug auf einen drohenden Irak<br />
Krieg?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Schröders Entscheidung, Abwehrraketen zur Verfügung<br />
zu stellen, ist historisch richtig.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Nun werden wir für kurze Zeit mit einzelnen Fragen verschiedene Themen<br />
streifen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ralf:</b><br />
Wie stehen Sie zum Projekt Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven, sind das<br />
nicht ein wenig viel Subventionen pro geschaffenem Arbeitsplatz?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Wir können Amsterdam-Rotterdam und Antwerpen an der<br />
deutschen Nordseeküste Konkurrenz machen, um Arbeitsplätze in<br />
diese strukturschwache Region zu bringen. Wilhelmshaven hat bereits den<br />
deutschen Tiefwasserhafen, bisher für Öl, demnächst für<br />
den Wachstumsmarkt &quot;Containerverkehre&quot;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jens Lgh:</b><br />
Angeblich plant die CDU Gentests für Schwarzfahrer und Graffiti-Sprayer?<br />
Stimmt das so?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Wir wollen Gentests nicht nur bei schweren Straftaten,<br />
sondern auch bei anderen Straftaten und ungünstiger Prognose, die<br />
der Richter im Urteil festhält.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>irene_adler:</b><br />
&quot;ungünstiger Prognose&quot;, was meinen Sie damit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Die Grenzziehung muss dann mit Experten festgelegt werden.<br />
Das Foto aus dem 19. Jahrhundert und der Fingerabdruck des 20. Jahrhunderts<br />
werden im 21. Jahrhundert ergänzt durch den genetischen Fingerabdruck<br />
zur Identitätsfeststellung. Denn bei Exhibitionisten folgen häufig<br />
Sexualstraftaten gegen Frauen und Kinder. Hier muss die Aufklärungsquote<br />
nachhaltig gesteigert werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>irene_adler:</b><br />
Das klingt mir dann doch etwas nach Überwachungsstaat…für<br />
Schwarzfahren in der U-Bahn und im Zug? Etwas teuer, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Es spricht einiges dafür, solche Straftaten nicht<br />
zu erfassen. Einverstanden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Weiter im Ritt durch die Themen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Harzer:</b><br />
Wird unter Ihrer Regierung das Ehrenamt gestärkt und welche Maßnahmen<br />
sind vorgesehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Wir wollen eine Versicherung für ehrenamtlichen Mitarbeiter<br />
und haben dazu gerade einen Antrag in den Landtag eingebracht. Wir haben<br />
erreicht, dass ehrenamtliches Engagement im Zeugnis vermerkt wird. Die<br />
Tage der Ehrenamtlichen sind jetzt von Bedeutung und die 400 Euro-Minijobs<br />
sind wieder eingeführt!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
So, wir haben noch wenige Minuten; zum Schluss möchten wir noch auf<br />
einige Aspekte der Finanz- und Wirtschaftspolitik zu sprechen kommen,<br />
wenn Sie erlauben &#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Escargotte:</b><br />
Hallo Herr Wulff, ich bin neu dabei im Chat und weiß nicht, ob sie<br />
bereits Stellung genommen haben zur niedersächsischen Automobilindustrie.<br />
Was würde sich denn in ihrer Regierungszeit im Verhältnis zu<br />
VW ändern? Was würden/werden sie und ihre Regierung tun, um<br />
die Arbeitsplätze im Land zu halten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Als Erstes muss die unselige Firmenwagensteuererhöhung<br />
weg. Dann gehört wieder mehr Geld in die Taschen der Bürger<br />
statt in die staatlichen Kassen, denn Bürger sollen Autos kaufen.<br />
Mein Verhältnis zu VW ist super und bleibt hervorragend.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>irene_adler:</b><br />
Wird VW dann privatisiert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Nein. Wir standen und stehen zur Landesbeteiligung. Das<br />
galt für alle CDU-Landes- und Bundesregierungen. Die SPD steht mit<br />
dem Rücken zur Wand und kommt mit einer Lügenkampagne daher.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
So, wir kommen zur vorletzten Frage&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ralf:</b><br />
Ich bin Ratsmitglied in einer Gemeinde im &quot;Speckgürtel&quot;<br />
von Bremen, selbst uns geht es finanziell schon sehr besch… Wie,<br />
denken Sie, könnte man die Kommunen wieder finanziell stärken?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Das ist eine Herkulesaufgabe. Die Wirtschaft muss belebt<br />
werden. Die Steuerreform und die Gemeindefinanzreform müssen gelingen.<br />
Die Gewerbesteuerumlage muss wieder gesenkt werden und die den Kommunen<br />
übertragenen Aufgaben müssen durchforstet werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Und hier die letzte Frage, noch mal zum Thema Bremen &#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Dittmeier:</b><br />
Hallo Herr Wulff, sind Sie für eine Fusion von Niedersachsen mit<br />
Bremen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Wer zwei Kranke zusammenlegt, hat keinen Gesunden. Wir<br />
sollten die Zusammenarbeit vertiefen und gemeinsame Strukturen ausbauen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Gäste! Unsere Zeit ist leider bereits abgelaufen. Im Namen<br />
der Veranstalter tagesschau.de und politik-digital.de sowie des Unterstützers<br />
tagesspiegel.de wünschen wir allen Beteiligten einen schönen<br />
Abend. Vielen Dank besonders an Sie, Herr Wulff! Wir würden uns freuen,<br />
Sie bei unseren nächsten Chats begrüßen zu dürfen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christian<br />
Wulff:</b> Ich hoffe, dass einige Antworten okay sind und bin auch<br />
außerhalb des Chat zu Auskünften über E-Mail bereit. Alles<br />
Gute allen im Chatroom.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Einen schönen Abend noch! Herr Wulff hat seine Website unter der<br />
Adresse <a href="http://www.christianwulff.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.christian-wulff.de</a></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Unsere nächsten Termine:</b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
28.1. (Di) 17.00-18.00 Uhr: Rainer Funke, rechtspolitischer Sprecher der<br />
FDP<br />
29.1. (Mi) 15.00-16.00 Uhr: Christean Wagner, CDU-Justizminister Hessen<br />
30.1. (Do) 17.00-18.00 Uhr: Wolfgang Jüttner, SPD-Umweltminister<br />
Niedersachsen<br />
3.2. (Mo) 17.00-18.00 Uhr: Christian Ströbele, stellv. Fraktionsvorsitzender,<br />
Grüne<br />
5.2. (Mi) 17.00-18.00 Uhr: Angela Merkel, Vorsitzende der CDU/CSU<br />
12.2. (Mi) 17.30-18.30 Uhr: Friedbert Pflüger, außenpol. Sprecher<br />
der CDU/CSU</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
tacheles.02 ist ein Format von <a href="http://www.tagesschau.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau.de</a><br />
und <a href="http://www.politik-digital.de/index.shtml">politik-digital.de</a> und<br />
wird unterstützt von <a href="http://www.tagesspiegel.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesspiegel.de</a>.</span></p>
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