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	<title>Chronik &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Chronik &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Dem Netz den Teufel austreiben &#8211; Digitale Presseschau 45/2013</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Nov 2013 17:12:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Überwachungsskandal gerät ins Uferlose. Zwei neue Chroniken können helfen, nicht den Überblick zu verlieren. Derweil häufen sich die konkreten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Überwachungsskandal gerät ins Uferlose. Zwei neue Chroniken können helfen, nicht den Überblick zu verlieren. Derweil häufen sich die konkreten Vorschläge für Maßnahmen, die der „digitale Tölpel“ Deutschland unternehmen muss, um sich und seine Bewohner vor Überwachung zu schützen. Eine Idee: Datenschutz und Netzpolitik aus der Sicherheitsklammer des Innenministeriums befreien. Oder benötigen wir vielmehr ein nachrichtendienstliches Aufrüsten auf europäischer Ebene? Manche scheinen einer staatlichen Lösung kaum Vertrauen entgegenzubringen. Sie üben sich in Kryptografie oder verkaufen gar ihr Genom an einen privaten Konzern in Kalifornien…</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=pLoz1jYp50o&amp;feature=youtu.be&amp;hd=1" title="Netzdebatte. Schwerpunkt Überwachung: Interview mit Stephan Noller" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/pLoz1jYp50o?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
bpb Netzdebatte. Schwerpunkt Überwachung: Interview mit Stefan Noller zum Thema Algorithmen<b><br />
</b><br />
&nbsp;</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/2013/46/internetpolitik-datenschutz-nsa/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der digitale Tölpel erhebt sich</a></h3>
<p>Für Götz Hamann und Stefan Schmitt ist Deutschland ein &#8220;digitaler Tölpel&#8221;, der bis in die Machtspitzen von ausländischen Geheimdiensten belauscht wird und selber keine nennenswerte IT-Industrie besitzt. Jedoch würden die Parteien, die zu den Koalitionsverhandlungen angetreten sind, zum ersten Mal das Thema ernst nehmen. Wird der Tölpel also fliegen? Daran äußern die Autoren in ihrem Artikel auf Zeit Online Zweifel. Denn die Großkoalitionäre verstünden Netzpolitik vor allem als Wirtschaftsförderung, während Fragen der Spionage und Überwachung für sie &#8220;politisches Neuland&#8221; seien. Zudem verhindere der Interessenkonflikt im Innenministerium zwischen nationaler Sicherheit und der Privatsphäre der Menschen das entschlossene Handeln gegen die Überwachung Einzelner. Um also fliegen zu können, müsste der Tölpel Innenministerium und Netzpolitik trennen.</p>
<h3><a href="http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/loechriges-deutsches-sicherheitsnetz-1.18181350" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vergesst die Moral, lasst uns über Versagen reden!</a></h3>
<p>Für Ulrich Schmid hingegen stellt vor allem die deutsche Spionageabwehr den ungelenken Vogel dar. Im Online-Angebot der NZZ lässt der Autor die Moral mal ruhen, der Schuldige sei das Bundesamt für Verfassungsschutz. Dieses habe wie schon bei den NSU-Morden „kläglich“ versagt, da es die Aktivitäten ausländischer Geheimdienste nicht aufdecken konnte. Zudem sei es abhängig vom NSA und leide daher eventuell nicht nur an einem blinden Auge. Aus diesen Gründen sieht Schmid die Lösung nur im Ausbau der nachrichtendienstlichen Kapazitäten auf europäischer Ebene, um der Abhängigkeit von den USA und einem Ungleichgewicht entgegenzuwirken. Die Chancen stünden nicht schlecht, denn „versagende Behörden erhalten stets noch mehr Mittel“.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/2013/45/ueberwachung-nsa-nichtwissen-big-data/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wir haben unsere Schatten verkauft</a></h3>
<p>Das Internet ist nicht nur Medium der Freiheit, sondern auch Technologie der Macht. Für die Verbreitung dieser Erkenntnis ist Thomas Assheuer dem NSA-Skandal zutiefst dankbar, denn die Utopie eines anonymen und freien Internets in einer überwachten analogen Welt sei schon lange tot. Internet-Konzerne wie Google und Facebook hätten, in den Worten des Soziologen Zygmunt Bauman, das Beobachtetwerden schon lange &#8220;von einer Drohung in eine Verheißung&#8221; umgewandelt. Mit dieser &#8220;verschmusten Partnerschaft&#8221; zwischen Nutzer und Konzern sei es, so Assheuer auf Zeit Online, dank Edward Snowden engültig vorbei. Stattdessen sähen sich die Menschen einer potenziell lückenlosen Überwachung ihres vermarkteten digitalen Schattens ausgesetzt. Entfremdung sei dafür &#8220;ein recht harmloses Wort&#8221;.</p>
<h3><a href="http://www.basicthinking.de/blog/2013/11/08/tagebuch-eines-weiterhin-ahnungslosen-mein-weg-zur-verschluesselung-teil-3-smime-wtf/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kontrolle über das digitale Ich</a></h3>
<p>Es gibt Menschen, die ihren digitalen Schatten nicht ohne weiteres zur Überwachung und Vermarktung an Geheimdienste oder Konzerne hergeben wollen. Auch wenn <a href="http://politik-digital.de/kreuzberger-naechte-zu-gast-auf-einer-krypto-party/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Krypto-Partys</a> in ihrem Hype etwas nachgelassen haben, teilen Blogger und Journalisten im Internet ihre ersten jungfräulichen Erfahrungen mit Verschlüsselungstechniken. Auf Basic Thinking führt <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2013/11/08/tagebuch-eines-weiterhin-ahnungslosen-mein-weg-zur-verschluesselung-teil-3-smime-wtf/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tobias Gillen</a> Tagebuch über seine Erfahrungen mit der E-Mail-Verschlüsselung und beschreibt damit den Weg eines Ahnungslosen zur selbst erkämpften Anonymität. Auch <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-01/serie-mein-digitaler-schutzschild-einleitung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Patrick Beuth</a> hat für Zeit Online einen solchen Selbstversuch gestartet. Ebenso führt <a href="https://digitalcourage.de/support/digitale-selbstverteidigung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digitalcourage e. V.</a> eine Übersicht zu digitaler Selbstverteidigung. Allen Ahnungslosen, die lieber zu Hause Tee trinken, als auf Partys mit kryptischen Namen zu gehen, sei die Lektüre empfohlen.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/genomentschluesselung-fuer-alle-sie-haben-ein-erhoehtes-risiko-fuer-prostata-krebs-12651252.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Besuch bei meinem Genom</a></h3>
<p>Es ist möglich, das eigene Genom nach 250 Merkmalen untersuchen zu lassen und so die eigene Veranlagung für Krankheiten wie Prostata-Krebs herauszufinden: für nur 99 Dollar. Richard Gutjahr hat das Angebot des kalifornischen Konzerns 23andMe wahrgenommen und so sein Genom gleichzeitig gekauft und auch verkauft. Denn der Konzern profitiert durch das Angebot von der wohl bald größten Genom-Datenbank der Welt. Um herauszufinden, was genau das Start-Up damit anfängt und wie sicher sein Genom in Kalifornien ist, reiste Gutjahr in die USA. Im Interview mit der Unternehmenssprecherin Catherine Afarian erfährt er über das medizinische Erkenntnispotential von Big Data und das Ziel eines privaten Unternehmens, dieses zu verwerten.</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/chronik-des-nsa-geheimdienstskandals-affaere-ohne-grenzen-1.1807106" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Navigieren in der „Affäre ohne Grenzen“</a></h3>
<p>Der Uferlosigkeit des Überwachungsskandals mit all seinen öffentlichen Lügen, Dementis und weiteren Enthüllungen begegnen nun zwei neue Chroniken. Sueddeutsche.de hat eine <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/chronik-des-nsa-geheimdienstskandals-affaere-ohne-grenzen-1.1807106" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chronik</a> herausgebracht, in welcher der Skandal anhand von Medienberichten und Reaktionen aus der Politik verfolgt wird. Sie beginnt am 20. Mai, dem Tag, an dem Edward Snowden die USA verließ. Sehr viel mehr Mühe hat sich Heise Online gemacht: In einer interaktiven <a href="http://www.heise.de/extras/timeline/#vars!date=2013-06-06_10:12:00!" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Timeline</a> mit Suchfunktion, verschiedenen Kategorien und Darstellungsformen können die Ereignisse vom 6. Juni (erste Veröffentlichung geheimer Dokumente) bis heute nachvollzogen werden. Ein nützliches Tool, denn in dieser „Affäre ohne Grenzen“ kann man leicht den Überblick verlieren.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Die unendliche Geschichte unseres Lebens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Thielscher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 16:16:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Dezember 2011 stellte Facebook den Nutzern die neue „Timeline“ vor, mit der das Profil zum interaktiven Lebenslauf wird. In [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/die-unendliche-geschichte-unseres-lebens/timeline_1/" rel="attachment wp-att-11843"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-11843" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/timeline_1.png" alt="©Niall Kennedy" width="195" height="119" /></a>Im Dezember 2011 stellte Facebook den Nutzern die neue „Timeline“ vor, mit der das Profil zum interaktiven Lebenslauf wird. In den kommenden Tagen solle diese Neuerung für alle User automatisiert werden, kündigte das soziale Netzwerk an. Kritiker warnen vor möglichen Datenschutzverletzungen durch die Veränderungen.</p>
<p>Die in Deutschland als „Chronik“ bekannte Zeitleiste soll jedes Facebook-Profil zu einer chronologischen Autobiografie, einer Art Tagebuch oder Archiv des gesamten Lebens seines Nutzers machen. Seit Dezember 2011 konnten die User die Chronik zunächst auf freiwilliger Basis aktivieren, doch voraussichtlich Ende Februar werden auch in Deutschland alle Profile im neuen Format erscheinen. Vor Veröffentlichung bekommen die Nutzer sieben Tage Zeit, die eigene Zeitleiste einzurichten, und zu entscheiden, welche Elemente, Fotos, Beiträge und Kommentare für wen sichtbar bleiben sollen. Wenn die Chronik einmal aktiviert ist, können diese Inhalte zwar aus der Chronik entfernt, jedoch nicht endgültig gelöscht werden und verbleiben  für einen unbestimmten Zeitraum auf den Facebook-Servern. Auch die Zeit vor dem ersten Facebook-Login, angefangen mit der eigenen Geburt, kann nachträglich ergänzt werden, dokumentiert durch Fotos von jeder (wichtigen) Lebensstation. Damit soll der gesamte Alltag der User genau erfasst und mit anderen geteilt, das ganze digitale Leben auf einer Seite zusammengefasst werden. Die Timeline sei ein „wichtiger Schritt, der uns dabei hilft, die Geschichte unseres Lebens zu erzählen“, erklärte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bei der Vorstellung des Projekts in San Francisco. Für alle, die das öffentlich wollen. Prominenten erlaubt das neue Modell, auch unter ihren Pseudonymen aufzutreten.</p>
<p><strong>Noch mehr Informationen über die Nutzer</strong></p>
<p>Mit der Einführung der Chronik erhofft sich das US-Unternehmen ein gesteigertes Interesse der Nutzer, die in der Folge mehr Zeit aktiv im Netzwerk verbringen sollen. Der Internetkonzern wächst weniger schnell als in den vergangenen Jahren und muss neue Wege finden, um aktuell und attraktiv zu bleiben. Vor allem grafisch soll das neue Format ansprechender auf den Nutzer wirken und das Leben geordneter und übersichtlicher darstellen als bisher. Zudem wird es mehr individuelle Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten bieten, damit die User noch mehr Zeit im Netzwerk verbringen. Auch sollen die Neuerungen die Mitglieder noch enger an Facebook binden, so dass jeder, der die eigene Chronik angelegt hat, es sich künftig zweimal überlegt, bevor er sein Facebook-Profil löscht. Hauptanliegen des Konzerns ist es jedoch, die User dazu zu bewegen, noch mehr Informationen von sich preiszugeben, um präziser und benutzerdefiniert Werbung einblenden zu können. Werbekunden, die ihre Produkte bei Facebook anbieten, können gezielter an ihre potenziellen Kunden herantreten, die das jeweilige Produkt aufgrund ihrer Interessen benötigen könnten oder sogar schon einmal besessen haben.</p>
<p><strong>Facebook und der Datenschutz</strong></p>
<p>Facebook betont, dass man bei der Entwicklung der Timeline mit Datenschützern zusammengearbeitet habe. Man wolle sichergehen, dass die Nutzer kontrollieren können, mit wem sie welche Inhalte teilen. Menschen haben die Möglichkeit, Dinge hinzuzufügen oder zu verbergen, bevor jemand anderes ihre Chronik sehen kann. Bereits gelöschte Beiträge tauchen in der Chronik nicht wieder auf. Es werden keine Informationen sichtbar, die vorher nicht sichtbar waren“, erklärt eine Facebook-Sprecherin in einer allgemeinen, an Journalisten verschickten Stellungnahme. Und trotzdem sehen Kritiker in der Zeitleiste einen weiteren Schritt hin zum gläsernen Nutzer. Max Schrems von der Initiative <a href="http://europe-v-facebook.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Europe vs Facebook“</a> kritisiert gegenüber politik-digital.de: „Man sieht endlich viele Daten, die bisher nur im Hintergrund von Facebook angehäuft werden. Es steigt aber nicht nur die Transparenz von Facebook, sondern leider auch die der Nutzer.“</p>
<p>Zudem werden angesichts der reinen Datenfülle Schwierigkeiten beim Schutz der Privatsphäre befürchtet. Dies betrifft vor allem Kinder und Jugendliche, die sich in dem sozialen Netzwerk registrieren. Christoph Thiel, Medientrainer beim Deutschen Kinderschutzbund, vergleicht die Timeline mit einer Bibliothek, die gerade den jungen Mitgliedern viel abverlange. „Meine Sorge ist, dass Kinder von vornherein daran gewöhnt werden, dass nur derjenige „ist“, der ständig sein Profil überarbeitet“, so Thiel in einem <a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/digitale-welt/soziale-netzwerke-facebook-macht-sich-keine-freunde/6117342.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gespräch</a> mit dem Tagesspiegel. Denn die Flut an Informationen und permanente Konfrontation mit Vergangenem verursache großen Stress für die Heranwachsenden. „Man kann Facebook hier gar nicht genug zur Verantwortung ziehen“, fordert Thiel. Bisher habe sich der Internetkonzern jedoch beharrlich geweigert, einen speziellen Bereich mit strengeren Privatsphäreeinstellungen für Kinder und Jugendliche einzurichten, die eine endgültige Löschung der Daten ermöglichen würde.</p>
<p><strong>Alle Aktivitäten teilen</strong></p>
<p>Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) <a href="http://www.vzbv.de/1465.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bemängelte,</a> dass durch die neue Chronik nicht nur alte Mitteilungen, sondern auch das aktuelle Konsumverhalten der User leichter einsehbar seien. Denn die Schnittstelle „Open Graph“, die Facebook externen Entwicklern zur Verfügung stellt, ermöglicht eine neue Art der Datenerhebung. Durch sogenannte Social Apps wie den Videodienst Netflix und den „Social Reader“ des „Wall Street Journals“ wird jede Aktivität auf Internetseiten außerhalb des Netzwerks mit der Timeline des Users verknüpft. So können alle „Freunde“, die Einsicht in das Profil einer Person haben, verfolgen, welchen Song diese gerade hört und welche Serien oder Artikel sie sich ansieht. Denn diese erscheinen auf dem Newsfeed der persönlichen Chronik. Diese neuartige Form des Teilens stellte Facebook als „Frictionless Sharing“, als „reibungsloses Teilen“ vor. Damit muss zur Verbreitung von Inhalten nicht mehr aktiv der Teilen-Button gedrückt werden &#8211; das geschieht nun automatisch. Denn, so Zuckerberg bei der offiziellen Vorstellung der Timeline, keine Aktivität sei „zu groß oder zu klein, um sie zu teilen.“</p>
<p><strong>Der Zwang zur Timeline</strong></p>
<p>Einer der Hauptkritikpunkte von Datenschützern ist insbesondere die verpflichtende Einführung der Zeitleiste. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beurteilte Thilo Weichert vom Landeszentrum für Datenschutz Schleswig Holstein das Verhalten von Facebook als <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/datenpolitik-sozialer-netzwerke-das-ist-ultradreist-11624109.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„ultradreist“</a> und meint weiterhin, dass dieses im „absoluten Widerspruch“ zu den bisherigen Zusicherungen gegenüber dem irischen Datenschutz stünde. Laut diesen müssen die Nutzer Veränderungen der Profileinstellungen zustimmen, bevor sie von dem Internetkonzern umgesetzt werden würden.</p>
<p>&#8220;Jetzt wird die Timeline allen Facebook-Nutzern aufgezwungen“, klagt Weichert. Die Kritik teilt auch Max Schrems, der mit Europe vs. Facebook im vergangenen Jahr verschiedene Klagen gegen Facebook bei der irischen Datenschutzbehörde eingereicht hatte – mit <a href="http://politik-digital.de/facebook-kuenftig-mit-mehr-datenschutz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erfolg</a>. Seine Organisation habe auch jetzt bereits eine Anzeige gegen die Zwangsumstellung auf die Timeline vorbereitet, auch wenn man sich bewusst sei, dass es eher unwahrscheinlich ist, diesen Fall zu gewinnen.</p>
<p>User stehen also künftig vor der Entscheidung, die möglichen Konsequenzen der Veränderungen auf Facebook zu akzeptieren, selbst wenn dies eine Gefährdung ihrer Daten bedeuten würde, oder ihr Profil zu löschen. „Social Media ist eine coole Sache, und wenn ich das nutzen will, führt praktisch kein Weg an Facebook vorbei“, bedauert Max Schrems, der das Verhalten des Konzerns als „klassische Salamitaktik“ beschreibt. Alle paar Monate würde die Privatsphäre immer nur so weit beschnitten, dass die Nutzer nicht zur Abmeldung bewegt werden. Und was kommt als nächstes? Schrems ist überzeugt, dass die Betreiber des Netzwerks ebenso wie seine Mitglieder durch die Kritik sensibilisiert sind: „Ich glaube, dass inzwischen die Unzufriedenheit groß genug ist, dass man sich nicht mehr so viel traut wie noch vor ein paar Jahren“.</p>
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