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	<title>Claudia Alsdorf &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Claudia Alsdorf &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Die Cyberarchitektin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[hschmundt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Claudia Alsdorf]]></category>
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		<category><![CDATA[Virtueller Stadtrundgang]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Die Berliner &#34;echtzeit&#34;-Unternehmerin Claudia
Alsdorf baut die Hauptstadt als interaktive
Simulation nach und verknüpft den Datenraum mit
Informationen aus dem realen Stadtleben.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Die Berliner &quot;echtzeit&quot;-Unternehmerin Claudia<br />
Alsdorf baut die Hauptstadt als interaktive<br />
Simulation nach und verknüpft den Datenraum mit<br />
Informationen aus dem realen Stadtleben.</b></span><!--break--></p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="120">
<tbody>
<tr>
<td width="120"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/alsdorf/images/alsdorf.jpg" alt="Claudia Alsdorf" border="1" height="142" hspace="0" vspace="0" width="120" /></td>
<td rowspan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333"><br />
			Claudia Alsdorf</span></td>
</tr>
<tr>
		</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">&quot;Wir bauen hier an der Stadt der Zukunft&quot;, sagt Claudia Alsdorf, und wer ihr charmantes Lächeln sieht und<br />
ihre selbstverständliche Art, zum Kostüm einfach Turnschuhe zu tragen, so wie es die Brokerinnen in Manhattan<br />
tun, der glaubt ihr sofort.<br />
Wer weitere Beweise braucht, den lädt die Geschäftsführerin der Berliner Firma <a href="http://www.echtzeit.de/">&quot;echtzeit&quot;</a> ein zu  einem<br />
virtuellen Rundflug durch das Zentrum Berlins. &quot;Es geht los&quot;, sagt sie noch und schon stürzen wir<br />
aus den Wolken hinab über die gläsernen Schluchten des Potsdamer Platzes, Richtung Bundeskanzleramt &#8211;<br />
das wunderbarerweise schon fertiggestellt ist im Gegensatz zum Original. Bislang hat sie nur einen<br />
kleinen Teil der Stadt als dreidimensionale Simulation nachgebildet, doch wenn es nach Claudia Alsdorf<br />
und ihrem Mitstreiter Edouard Bannwart geht, einem Professor für Städtebau, soll eines Tages die ganze<br />
Hauptstadt als interaktive Simulation sowohl auf CD-Rom wie auch im Internet für jeden Mauswanderer<br />
begehbar sein.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">&quot;Wir arbeiten jetzt schon daran, Straßenzug um Straßenzug präzise nachzubilden&quot;, sagt Alsdorf. Die Räumlichkeiten<br />
ihrer Firma sind so repräsentativ, wie man sich das als Gründermutter einer virtuellen Stadt nur wünschen kann:<br />
endlose Fensterfluchten geben den Blick über die ganze Stadt frei. Und direkt gegenüber, tief unten, liegt der<br />
Bahnhof Zoo, durch den sich beständig die Menschenmassen wälzen. Doch verglichen mit dem erhofften<br />
Besucheransturm auf ihre Datenstadt muß das Gedränge dort unten verschwindend gering wirken, rettungslos<br />
veraltet. In ihrem Cyberlin dagegen ist alles aufgeräumt und blitzsauber, kein Punker bettelt um &#8216;ne Mark<br />
und kein Straßenmusiker legt ein Solo über das Donnern der Dampframmen am Potsdamer Platz. Und dennoch wird<br />
ihre Datenstadt nie ohne das reale Leben im realen Berlin auskommen. Und das ist gut so, das findet Alsdorf auch.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Datenbasis für das Computermodell der Hauptstadt ist so originalgetreu wie nur irgend möglich, sie stammt<br />
aus der digitalen Liegenschaftskarte. Diese Daten wurden dann von echtzeit um die dritte Dimension erweitert.<br />
Dabei wurde eine spezielle Renderingtechnik für die Fassaden eingesetzt, um die Höhe und Dachform der<br />
Gebäude möglichst authentisch nachzuahmen &#8211; eine Sisyphos-Arbeit: bisher ist erst ein Prozent der Stadt,<br />
nämlich der Kern von Berlin-Mitte auf die Festplatte gebannt. Was jetzt noch den Charakter eines lustigen<br />
Videospiels hat, soll später Teil einer riesigen Informationsstruktur werden. &quot;Dieser virtuelle Spaziergang<br />
ist keine Spielerei, sondern wir verbinden Orte mit Informationen&quot;, erläutert Alsdorf. Diese Informationen<br />
können aus Textdateien bestehen, aber ebenso gut aus Tondokumenten oder Videofilmen. Die Datenstadt bietet<br />
jedoch nicht nur den Besuchern Informationen an, auch ihre Stadtplaner erhoffen sich neue Erkenntnisse von<br />
dem Modell. So können mit dem von echtzeit entwickelten Modul &quot;Traffic&quot; Verkehrsströme innerhalb der Stadt<br />
zu den verschiedensten Tages- oder Jahreszeiten erforscht werden, um beispielsweise Staus vorzubeugen.<br />
Denkbar wäre sogar eine morgendliche Stauvorhersage, gleich nach dem Wetter. In eine<br />
ähnliche Richtung geht das Modul &quot;Crowd&quot;, mit dem etwas roboterähnlich anmutende virtuelle Fußgänger<br />
in die Datenstadt eingefügt werden. Die Menschenmasse als Softwaresimulation würde sich etwa dazu eignen,<br />
Paniksituationen zu erforschen, zum Beispiel bei der Planung von Flughäfen oder Bahnhöfen.<br />
Neben dieser städteplanerischen Hilfe öffnen sich aber auch für den Normalbürger neue Perspektiven.<br />
Alsdorf: &quot;Mit CyberCity ist es möglich, sich den Weg in die Oper dreidimensional zeigen zu lassen und<br />
ob man vom reservierten Platz aus auch eine guten Blick auf die Bühne hat&quot;. Ein weiteres Beispiel für<br />
die Verknüpfung von virtueller Umgebung und realem Wirtschaftsleben erläutert sich am Beispiel des<br />
Einkaufstempels Galleries Lafayette. Der Computer erlaubt auch hier die virtuelle Stippvisite. Durch<br />
eine Verknüpfung mit dem Warenwirtschaftssystem des Kaufhauses kann online festgestellt werden, ob im<br />
Regal noch ein Exemplar der gewünschten Ware ausliegt. Eine ebenfalls virtuelle Schaufensterpuppe zeigt<br />
&quot;ausgestattet mit den eigenen Maßen&quot; ob einem das ausgesuchte Kleid oder der Anzug auch im &quot;real life&quot; steht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der von Alsdorf &amp; Co. kreierte CyberNavigator ermöglicht den virtuellen<br />
Stadtrundgang auf einem handelsüblichen Multimedia-PC. Ausgestattet mit einem<br />
Standard-Browser von, der um einen VR-Viewer von Cosmo erweitert wurde, werden hier die verschiedenen<br />
Zugänge zum städtischen Raum verbunden. Entweder navigiert man per Maus und Tastatur durch das 3D-Abbild<br />
der Stadt oder man nutzt die Stadtkarte zum Wechseln der Örtlichkeiten. In einem seperaten Fenster werden<br />
sodann  die jeweiligen Informationen angezeigt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Seit Jahren schon wartet Alsdorf darauf, daß das entnervend langsame Internet schneller wird, schnell<br />
genug für ihre hochfliegenden Pläne: &quot;Wir können die Datenmengen, die wir für unsere Simulationen brauchen,<br />
unmöglich über das Internet transportieren. Das setzt beim User zuviel Leidensfähigkeit voraus&quot;, sagt<br />
Alsdorf. Deshalb kommt bislang nur eine Hybrid-Lösung in Frage, bei der eine Grundgerüst der Cybercity<br />
Berlin auf CD-Rom vorliegt und die aktuellen Stadtinformationen per Modem nachgeladen werden.<br />
Die reale Stadt als Vorbild für das virtuelle Objekt ist für Alsdorf<br />
Grundbedingung, künstliche Cybercieties ohne Bezug zu realen Örtlichkeiten findet<br />
sie &quot;idiotisch&quot;: &quot;Was sollen Menschen da machen, wenn ihnen die Bezugspunkte aus<br />
ihrem konkreten Lebensumfeld fehlen&quot;, fragt sie sich?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
In ihrer Berliner Cybercity dominieren zur Zeit noch die &quot;schnieken Vorzeigeplätze&quot; der Hauptstadt,<br />
bedauert Alsdorf. Das werde sich aber mit der Ausweitung der  Datenstadt in die Außenbezirke schnell<br />
ändern. &quot;Das echte Brodeln Berlins können wir aber nicht virtuell abbilden, wir schaffen nur ein<br />
virtuelles Interface, daß die Realität simuliert, ohne sie ersetzen zu können.&quot;<br />
Gefragt nach ihrem Lieblingsplatz im realen Berlin, gerät die wortgewandte Unternehmerin zum ersten<br />
Mal ins Stocken. &quot;Ich lebe jetzt seit 12 Jahren in dieser Stadt und habe den Eindruck, daß Berlin im<br />
Vergleich zu anderen europäischen Metropolen noch wie vor kleinstädtisch ist. Zur Zeit gehe ich deshalb<br />
viel lieber in London oder Paris auf Städtetour.&quot; Mit etwas Nachhaken fällt ihr doch noch ein besonders<br />
aufregender Ort ein: &quot;Der Rosenthaler Platz, aber das würde Ihnen bestimmt auch jeder Tourist sagen.&quot;<br />
Nicht unbedingt. Der Rosenthaler Platz ist alles andere als &quot;schnieke&quot; &#8211; eher ein abgehalfterter Szenetreff,<br />
auf halbem Weg gelegen zwischen dem Galerienmarathon von Mitte und den ersten Ausläufern von Prenzlauer Berg.<br />
Ein Ort also, den selbst die beste Programmiererin nicht so schnell digital nachbauen könnte. Das Hotel<br />
Adlon dagegen, ein mißlungener, kalter Nachbau des zerstörten Originals, ist für sie weder ein angenehmer<br />
Ort noch eine Herausforderung: &quot;Das sieht ja in der Realität schon aus wie eine schlechte Simulation.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Daß sie einmal als Cyberarchitektin Deutschlands Hauptstadt nachbauen würde, überrascht sie manchmal<br />
selber, auch heute noch. &quot;Ich habe an der Technischen Universität Germanistik und Medienwissenschaft<br />
studiert und meine Zeit mit dem Errechnen von Zeitreihen verbracht&quot;, erzählt sie. Auf der Sache nach einem<br />
Nebenverdienst während ihrer Promotion ist sie 1992 eher durch Zufall als PR-Frau zur Firma <a href="http://www.art-com.de/">Art+Com</a><br />
gekommen, einem Medienlabor, das seit langem virtuelle Realitäten programmiert. &quot;Für mich war damals<br />
Virtual Reality so was wie schlechte<br />
Zeichentrickfilme&quot;, bekennt sie offen. &quot;Ich bin dann aber schnell in das Thema<br />
hereingewachsen und habe als Medienwissenschaftlerin immer versucht, die<br />
Nutzerperspektive einzunehmen. 1995 kam es dann zum Krach mit der<br />
Art+Com-Geschäftsführung über die richtige Strategie und Claudia Alsdorf machte<br />
sich zusammen mit Bannwart selbständig.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Mit ihren digitalen Stadtvisionen erwirtschaften ihre weltweit etwa 40 Mitarbeiter heute<br />
einen Jahresumsatz von acht Millionen Mark. Neben der Berliner Zentrale von echtzeit, das<br />
direkt an der Berliner Gedächtniskirche liegt, unterhält die virtual company noch drei<br />
weitere Filialen in Köln, Zürich und Sausalito (USA). Dabei dienen virtuelle Animationen<br />
von Gebäuden und weitere Auftragsarbeiten dazu, die Startkosten für den visionären Datensatz<br />
der Cybercity zu finanzieren. Doch die Rechnung von Alsdorf &amp;. Co. scheint aufzugehen. Denn die<br />
Betreiber von <a href="http://www.berlin.de/">Berlin.de</a> denken bereits über eine Einbindung von<br />
Cybercity in ihre Informationsplattform Berlin.de nach.<br />
&quot;Innovativ an berlin.de ist doch vor allem die Allianz von Senat und Privatinvestoren&quot;, sagt<br />
Alsdorf über das Angebot des finanzstarken Konkurrenten. &quot;Die Website selber ist doch nur eine<br />
wie viele andere auch.&quot; Dennoch und deshalb könnte berlin.de die beste Chance sein,<br />
ihr exquisites Projekt, das bislang nur auf der Festplatte eines Onyxrechners im Wert<br />
von einer halben Million Mark lief, endlich an die Öffentlichkeit zu bringen. Daher hofft<br />
Alsdorf genauso auf den Erfolg von Berlin.de wie die Betreiber. &quot;Wenn das nicht klappt,<br />
wäre das eine Katastrophe nicht nur für Berlin, sondern für generell für das Ziel, alle<br />
Großstädte im großen Stil online zu bringen&quot;, so ihre Sorge. Auf die vorwurfsvolle Frage,<br />
ob ihre Cybercity nicht sehr glatt und kommerziell und ohne eine politische Vision sei,<br />
kontert Alsdorf mit einer entwaffnenden Gegenfrage: &quot;Kann denn etwas, bei dem für Menschen<br />
ein attraktiver Ort zum Kommunizieren geschaffen wird, unpolitisch sein?&quot;</span></p>
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