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	<title>Claus Leggewie &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Claus Leggewie &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Digitale Presseschau 31/2012</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Schumacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Aug 2012 14:53:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
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					<description><![CDATA[Zeitungsverleger werden mit Pippi Langstrumpf verglichen, &#8220;homo interneticus&#8221; und &#8220;homo reticuli&#8221; haben Einzug bei den Sozialdemokraten gehalten und die &#8220;AGB-Dikatur&#8221; [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zeitungsverleger werden mit Pippi Langstrumpf verglichen, &#8220;homo interneticus&#8221; und &#8220;homo reticuli&#8221; haben Einzug bei den Sozialdemokraten gehalten und die &#8220;AGB-Dikatur&#8221; von Google, Microsoft und Facebook wird kritisiert. Aber warum haben Internet-Trolle und Higgs-Teilchen etwas gemeinsam? Dies und mehr in der heutigen Ausgabe der digitalen Presseschau.</p>
<p>[youtube http://www.youtube.com/watch?v=x8SxbiIs78w&amp;feature=player_embedded;w=630&amp;h=340]</p>
<p>Wann bekommt man schon mal eine SMS von der irischen Datenschutzbehörde, weil sie Schluss machen will? Na klar, wenn man wie der Wiener Jura-Student Max Schrems den Internetgiganten Facebook wegen Datenschutz-Verstößen anzeigt. In der Vergangenheit wurden konkrete Fragen von Schrems und seiner Initiative <a href="http://europe-v-facebook.org/DE/de.html">&#8220;Europe versus Facebook&#8221;</a> des Öfteren ignoriert. Vor einer Woche gipfelte die fehlende Gesprächsbereitschaft in einer formlosen SMS der zuständigen Datenschutzbehörde, die besagte, dass man für ein Gespräch nicht zur Verfügung stehe.</p>
<p><strong><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/internet-theoretiker-clay-shirky-im-interview-politiker-werden-nie-ueberfluessig-sein-1.1427867">&#8220;Politiker werden nie überflüssig sein&#8221;</a></strong></p>
<p>Was hat ein &#8220;Netz aus Leidenschaften&#8221; mit der Band Radiohead zu tun? Sie wissen es nicht? Internet-Analytiker Clay Shirky von der New York University beantwortet diese und andere Fragen. Im Interview mit Andrian Kreye von der Süddeutschen Zeitung spricht Shirky außerdem über Netzaktivismus, neue politische Verfahren, Open Source und darüber, dass Politiker nie überflüssig sein werden.</p>
<p><strong><a href="http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/ein-fetisch-zum-anklicken">Ein Fetisch zum Anklicken</a></strong></p>
<p>Liquid Democracy &#8211; das steht für eine Mischung aus direkter und repräsentativer Demokratie und für die Verflüssigung &#8220;erstarrter Politikformen&#8221;. Für Claus Leggewie, Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen und Co-Autor des Buches <a title="Buchbesprechung auf politik-digital" href="http://politik-digital.de/buchveroeffentlichung-unter-piraten/">&#8220;Unter Piraten. Erkundungen in einer neuen politischen Arena&#8221;</a>, haben die Vertreter einer &#8220;liquideren Demokratie&#8221; nur eine Chance: &#8220;die Organisation der Willensbildung im Bereich der Energiewende und die Zukunft der europäischen Integration&#8221;. Im Magazin &#8220;Freitag&#8221; bewertet Leggewie die Zukunftschancen einer interaktiven Politik.</p>
<p><strong><a href="http://faz-community.faz.net/blogs/deus/archive/2012/07/31/vom-internet-zum-kreisverband.aspx">Vom Internet zum Kreisverband</a></strong></p>
<p>Vergangene Woche haben die SPD-Mitglieder Yasmina Banaszczuk und Dennis Morhardt ein Mitgliederbegehren gegen die derzeitige SPD-Position zur Vorratsdatenspeicherung gestartet. Auch <a title="Zum Artikel von politik-digital" href="http://politik-digital.de/spd-mitgliederbegehren-gegen-vorratsdatenspeicherung-gestartet/">politik-digital befasste sich damit</a>. Der FAZ-Blogger Don Alphonso hat nun dieses Thema zum Anlass genommen, um zwischen &#8220;homo sapiens&#8221;, &#8220;homo interneticus&#8221; und &#8220;homo reticuli&#8221;, dem vernetzten Menschen, zu unterschieden. Eine Hommage an eine neue Generation und neue Strukturen, die sich nun auch bei den Sozialdemokraten niederschlagen.</p>
<p><strong><a href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/07/28/vom-gescheiterten-versuch-pippi-langstrumpf-zu-spielen/">Vom gescheiterten Versuch, Pippi Langstrumpf zu spielen</a></strong></p>
<p>Pippi Langstrumpf ist jedem ein Begriff. Das Mädchen, das sich die Welt macht, „wiesiewiesie ihr gefällt“. Neu dürfte allerdings der Vergleich zwischen Pippis Unbekümmertheit und den Zeitungsverlegern sein. Journalist und Blogger Christian Jakubetz beschreibt, wie sich Verlage teilweise die Realität zurecht biegen, „wiesiewiesie ihr gefällt“. Aberwitzig findet Jakubetz das und hält das Leistungsschutzrecht für einen &#8220;veritablen Rohrkrepierer&#8221;.</p>
<p><strong><a href="http://www.theeuropean.de/gunnar-sohn/11854-plaedoyer-fuer-politische-netzneutralitaet">Die AGB-Diktatur</a></strong></p>
<p>Netzmonopole zerstören die Wettbewerbsvielfalt im Internet, schreibt der Wirtschaftspublizist und Medienberater Gunnar Sohn im „European“. In seinem Plädoyer für die Netzneutralität kritisiert der Autor, dass Google, Microsoft oder Facebook mit Hilfe von &#8220;Maschinen&#8221; Moralwächter spielen und damit &#8220;politisch fragwürdige Netzsperren&#8221; durchführen. Als &#8220;AGB-Diktatur&#8221; bezeichnet Sohn die Verfahren zur Kontrolle von Nutzerdaten, bei denen seiner Meinung nach die &#8220;informelle Selbstbestimmung flöten geht&#8221;.</p>
<p><strong><a href="http://www.freitag.de/autoren/friedjoerg/spuren-lesen">Spuren lesen</a></strong></p>
<p>Der IT-Unternehmer und Philosoph Jörg Friedrich beschäftigt sich in einem Artikel &#8221; im &#8220;Freitag&#8221; mit den Gemeinsamkeiten von Internet-Trollen und Higgs-Teilchen. Darin kommt er zu dem Schluss, dass man &#8220;beide niemals direkt beobachten kann, man sieht nur die Spuren von ihnen in der Wirklichkeit&#8221;. Außerdem brauche man eine &#8220;passende Theorie, um aus diesen Spuren auf ihre Existenz zu schließen&#8221;, so Friedrich weiter. Interessante These, die zum Nachdenken anregt.</p>
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		<title>Buchveröffentlichung: „Unter Piraten“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jun 2012 15:58:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Buchveröffentlichung]]></category>
		<category><![CDATA[Institut für Medien- und Kommunikationspolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Über mangelnde Aufmerksamkeit konnte sich die Piratenpartei in den vergangenen Monaten wahrlich nicht beschweren. Die Kommentare, (Schnell-)Analysen und Blogposts waren [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p align="JUSTIFY"><a href="http://politik-digital.de/buchveroeffentlichung-unter-piraten/unter-piraten_3_630x420/" rel="attachment wp-att-117646"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-117646" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Unter-Piraten_3_630x420.jpg" alt="" width="630" height="420" /></a>Über mangelnde Aufmerksamkeit konnte sich die Piratenpartei in den vergangenen Monaten wahrlich nicht beschweren. Die Kommentare, (Schnell-)Analysen und Blogposts waren allerdings häufig kurzatmig und zumeist an tatsächlichen oder vermeintlichen Medienskandalen orientiert. Mit „Unter Piraten“ ist soeben eines der ersten Bücher erschienen, in dessen Beiträgen hinter die Fassaden der inzwischen in vier Landesparlamenten vertretenen Partei geblickt wird. Gestern war Buchvorstellung in Berlin.</p>
<p align="JUSTIFY">„Warum ein Buch?“ mit dieser Frage und der (selbst-) ironischen Nachbemerkung, dass es „3.000 Tweets“ vielleicht doch auch getan hätten, eröffnete Mitherausgeber Christoph Bieber die Buchvorstellung in den trotz nahendem EM-Spiel gut besuchten Räumlichkeiten der Schwarzkopf-Stiftung in Berlin. Bieber, Professor für Ethik in Politikmanagement und Gesellschaft an der NRW School of Governance und zudem Vorsitzender von pol-di.net e.V./politik-digital.de, hatte ebenso wie sein Ko-Herausgeber Claus Leggewie auf dem Podium Platz genommen, um auch über die Entwicklung zu diskutieren, welche die Piratenpartei seit der Drucklegung des Buches genommen hat. Denn, so wurde im Laufe der rund zweistündigen Veranstaltung (eine Kooperation des <a href="http://medienpolitik.eu/cms/index.php?idcat=54" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik</a> (IfM) sowie den Universitäten Tübingen und Potsdam) mehrmals deutlich: Den je aktuellen Entwicklungsstand eines Phänomens wie der Piratenpartei wissenschaftlich-fundiert auf Papier zu analysieren ist eine &#8211; der Struktur der Piratenpartei möglicherweise inhärente – Unmöglichkeit.</p>
<p align="JUSTIFY">Über die Art und Weise, wie die Autoren im nun vorliegenden Buch mit dieser Herausforderung umgegangen sind, diskutierten Leggewie und Bieber jedoch nicht alleine. Flankiert wurden die beiden Politikwissenschaftler, die Moderator Leonard Novy ob ihrer bisherigen gemeinsamen wissenschaftlichen Arbeit als „eingespieltes Duo“ vorstellte, von einem Vertreter aus der Praxis. Dem Piratenpolitiker Christopher Lauer oblag die Kommentierung der wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Perspektive der Berliner Landespolitik.</p>
<h3 align="JUSTIFY">Das Buch: Entern, Ändern, Neustart</h3>
<p align="JUSTIFY"><a href="http://politik-digital.de/buchveroeffentlichung-unter-piraten/ums2071xleggewie-indd-2/" rel="attachment wp-att-117629"><img decoding="async" class="wp-image-117629 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cover_unter_piraten_neu.jpg" alt="" width="225" height="342" /></a>Positiv überrascht zeigte sich das Talkshow-erprobte Abgeordnetenhausmitglied gleich zu Beginn von den optimistischen Einschätzungen über die Piraten, die die beiden Herausgeber mit Blick auf ihre eigenen Beiträge zu dem Sammelband referierten. Vor- und Nachwort von Christoph Bieber und Claus Leggewie bilden die Klammer für die übrigen 18 Analysen, die von Schilderungen piratenverwandter soziokultureller Phänomene wie der Figur des „Nerds“ (Matthias Mertens) über die (Post-) Gender-Thematik (Jasmin Siri und Paula-Irene Villa) bis hin zu Gedanken über die Aussagekraft der Piratenfarbe „orange“ (Claudio Gallio) reichen.</p>
<p align="JUSTIFY">Durchdacht wirkt vor allem die Struktur des Buches, obschon sich &#8211; bei einem so neuen Forschungsfeld mag das zu verzeihen sein &#8211; die Beschreibungen und Analysen in den verschiedenen Beiträgen immer wieder überschneiden. In den Bereichen „Entern“, „Ändern“ und „Neustart“ sind Analysen teils hochkarätiger nationaler und internationaler Netzaktivisten, Wissenschaftler und Publizisten wie Karl-Rudolf Korte, Dirk von Gehlen oder Lawrence Lessig zu finden. Als wohltuend skeptisch ist nach einem ersten Blick in das druckfrische Buch dabei besonders der Beitrag von Claus Leggewie am Schluss des rund 250 Seiten starken Buches hervorzuheben, in dem der Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen eindringlich vor der strukturellen Macht von Internetkonzernen warnt und damit die Piraten-Skepsis vor staatlicher Datensammelwut aufnimmt.</p>
<h3 align="JUSTIFY">„Was steht nicht im Buch?“</h3>
<p align="JUSTIFY">In seinem einleitenden Statement hatte Christoph Bieber zuvor bereits offensiv darauf hingewiesen, welche Themen in dem neuen Band nicht versammelt seien. Einige Entwicklungen seien „so schnell, dass wir sie gar nicht im Buch erfassen konnten“. Neben einer wissenschaftlichen Analyse des Themenfeldes „Liquid Democracy“ fehle im Buch auch und vor allem ein Verweis auf die Problematik rechtsextremen Gedankenguts in der Piratenpartei. Dass Christoph Bieber diese Frage zu einem „kurzfristigen Problem“ erklärte, scheint an dem hinter diesem Phänomen liegenden Kern des Problems vorbeizugehen. In einer wissenschaftlichen Publikation wäre eine explizite Diskussion der Frage spannend gewesen, welche Abwehrmechanismen eine politische Gruppierung entwickeln kann (oder sollte), die sich, anders als die letzten erfolgreichen Parteigründungen in der Bundesrepublik, nicht auf klassen- bzw. konfessionsbasierte gemeinsame Werte stützen kann. Ein Punkt, der jedoch nicht nur in dem Buch, von dem erste druckfrische Exemplare auf der gestrigen Veranstaltung kursierten, zu kurz kommt. Auch die Diskutanten auf dem Podium der Schwarzkopf-Stiftung konnten oder wollten nicht so recht darauf hinweisen, welche Herausforderungen die ideengeschichtliche Andersartigkeit der Piraten möglicherweise auch in Zukunft noch mit sich bringen wird.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p align="JUSTIFY">Mit „Unter Piraten“ liegt trotz der oben genannten zwangsläufig vorhandenen Lücken ein wissenschaftlich-fundierter Überblick über die Wesensmerkmale einer gerade einmal sechs Jahre alten parteipolitischen Bewegung vor. Einer Bewegung, deren Hauptmerkmal eben ihr fluider Charakter zu sein scheint. Die in „Unter Piraten“ versammelten Beiträge zeigen jedoch, dass die Wurzeln der Partei tiefer in Geschichte und Kultur zurückreichen und dass eine wissenschaftliche Auseinandersetzung in Buchform möglich &#8211; und mit Blick auf die oben angerissenen weißen Flecken &#8211; geboten ist.</p>
<p align="JUSTIFY">Auf Seefahrermetaphern kann natürlich auch „Unter Piraten“ nicht vollständig verzichten. Ansonsten hebt sich das im Bielefelder transcript-Verlag erschienene „Mehrgenerationenprojekt“, so die Selbstbeschreibung Claus Leggewies, jedoch wohltuend von den jüngsten Feuilleton-Analysen ab. Die gestrige Veranstaltung machte mit klugen Beiträgen und &#8211; dies ist auf artverwandten Diskussionsveranstaltungen keine Selbstverständlichkeit &#8211; differenzierten und intelligenten Nachfragen Lust auf die Lektüre.</p>
<p align="JUSTIFY">
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		<title>Saarland-Piraten: &#8220;Kulturschock Parlament&#8221;?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/saarland-piraten-kulturschock-parlament-33216/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 14:25:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Landtagswahl Saarland]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit einem Achtungserfolg der Piratenpartei bei der vorgezogenen Landtagswahl im Saarland hatten einige gerechnet, aber dass sie nun direkt mit [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/saarland-piraten-kulturschock-parlament/untitled-2/" rel="attachment wp-att-33346"><img decoding="async" class="size-full wp-image-33346 alignleft" alt="by Wikimedia (Wamito) &amp;amp; Flickr (Piratenpartei Deutschland)" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Untitled-2.jpg" width="630" height="253" /></a><br />
Mit einem Achtungserfolg der Piratenpartei bei der vorgezogenen Landtagswahl im Saarland hatten einige gerechnet, aber dass sie nun direkt mit 7,5 Prozent in den Landtag einziehen wird, überraschte die meisten. Sind die Piraten längst mehr als eine Modeerscheinung? Der Politikwissenschaftler Christoph Bieber stellte sich den Fragen von politik-digital.de.</p>
<p>Spätestens seit dem Erfolg bei den <a href="http://politik-digital.de/%E2%80%9Eklarmachen-zum-aendern-piraten-entern-berliner-abgeordnetenhaus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Abgeordnetenhauswahlen </a>in Berlin ist die Piratenpartei in Politik und Öffentlichkeit <a href="http://politik-digital.de/erfolg-in-heimischen-gewaessern-piraten-gehen-in-berlin-vor-anker/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">angekommen</a>. Sind die Piraten nur ein Übergangsphänomen oder gibt es ein Potenzial für nachhaltige Verschiebungen im politischen Koordinatensystem? Nach dem unerwartet guten Abschneiden der Piraten an der Saar bei der Landtagswahl hat politik-digital.de mit Prof. Christoph Bieber gesprochen, der die Piratenpartei seit ihren Anfängen mit großem Interesse verfolgt und das politische Phänomen untersucht. <a href="http://politik-digital.de/user/cbieber/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christoph Bieber</a> ist Vorstandsvorsitzender von pol-di.net e.V., der politik-digital.de herausgibt.</p>
<h6>Der von Dir und Claus Leggewie herausgegebene Band „Unter Piraten. Erkundungen in einer neuen politischen Arena“ erscheint im Mai. Hat Dich der Erfolg der Piratenpartei im Saarland überrascht?</h6>
<p><strong>Christoph Bieber:</strong> Es hat schon überrascht. Eine deutliche Steigerung gegenüber dem letzten Mal hat sich zwar angekündigt, aber ich habe eher damit gerechnet, dass sie gerade über die fünf Prozent schaffen. 7,5 Prozent sind beachtlich, das stellt den Erfolg schon beinahe auf eine Stufe mit Berlin. Allerdings ist die Situation völlig anders als im internet-affinen Berlin, wo sich die Hauptakteure der Netzpolitik-Debatte auf den Füßen stehen. Das Saarland ist dagegen eines der <a href="http://www.initiatived21.de/wp-content/uploads/2011/07/NOnliner2011.pdfhttp://" target="_blank" rel="noopener noreferrer">am schlechtesten vernetzten Bundesländer</a>, es ist ein Flächenstaat, und nur ein sehr kleiner Landesverband der Piraten ist dort aktiv, so dass auch organisatorisch ganz andere Vorzeichen geherrscht haben. Dass es ihnen trotzdem so deutlich gelungen ist, sich durchzusetzen, ist schon ein starkes Stück.</p>
<h6>Welche Erwartung hast Du nun an die Piraten im saarländischen Landtag?</h6>
<p><strong>Christoph Bieber: </strong>Die neugewählten Abgeordneten werden ähnliche Probleme haben wie die Berliner Piraten und müssen sich vollkommen neu auf den parlamentarischen Betrieb einstellen. Wir reden hier ja nicht über „gelernte“ Politiker oder Personen, die über eine Erfahrung in den Jugendorganisationen einer Partei verfügen. Strukturen aufbauen, sich an die Arbeitsprozesse und Routinen gewöhnen, das ist durchaus eine Art Kulturschock. Was im Saarland weniger Probleme bereiten sollte, sind die gruppendynamischen Prozesse, die in Berlin eine große Rolle gespielt haben. Ich vermute, die vier saarländischen Piraten werden intern weniger Probleme haben, sich zu verständigen und entsprechend homogen aufzutreten, als dies in Berlin mit 15 Personen der Fall ist. Das könnte es etwas einfacher machen, aber im Vordergrund steht sicher der Kulturschock Parlament.</p>
<h6>Mit welchen Themen werden die Piraten im Saarland punkten können?</h6>
<p><strong>Christoph Bieber:</strong> Transparenz könnte ein Thema sein, weil es im Saarland zwar keine Korruptions- wohl aber eine Art „Netzwerkdebatte“ gibt. Es ist ein kleines Land, die Leute kennen sich untereinander, es gibt Beziehungsstrukturen in und zwischen Parteien und Fraktionen. Die Transparenzforderung ist ein klassisches Piratenthema. Darüber hinaus werden sie sicher auch versuchen, einen „piratischen“ Zugang zu landesspezifischen Themen zu finden.</p>
<h6>Die Saar-Piraten haben vor allem Nicht- und Erstwähler mobilisiert. Welche Signale sendet das aus?</h6>
<p><strong>Christoph Bieber:</strong> Es bedeutet zunächst, dass das Argument von der reinen Protestwahl nicht trägt. Es ist den Piraten gelungen, viele Leute anzusprechen – und zwar weniger durch die Themen als durch die Art und Weise, wie sie sich präsentieren. Die Wähler sind zum einen jüngere Leute, die sicher auch durch die Diskussion um  ACTA an die Thematik und die politische Dimension des Netzes herangeführt wurden und die in den Piraten eine Partei gefunden haben, die relativ nah an ihrer Lebenswelt dran ist. Und auch bei der zweiten Gruppe, den Nichtwählern, geht es um den Eindruck, dass sich hier eine Gruppe formiert, die einen anderen Zugang zu Politik hat, diesen vermittelt und offen gestalten will.</p>
<h6>Was bedeutet der Erfolg an der Saar für die anstehenden Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen?</h6>
<p><strong>Christoph Bieber:</strong> Für Schleswig-Holstein ist das sicher ein Motivationsschub, denn im Saarland haben die Piraten nachgewiesen, dass sie auch in der Fläche bestehen können und in einem nicht so netzpolitisch aufgeladenen Umfeld wie in Berlin sicht- und wählbar sind. Das wird man im nördlichen Flächenstaat als eine Art Vorlage sehen und versuchen, das zu kopieren.</p>
<p>NRW ist ein anderer Fall, allein schon weil es ein großer, heterogener Flächenstaat ist, zudem gibt es dort schon gewachsene Piraten-Strukturen. Das ist nicht immer nur von Vorteil, wenn man sich etwa den Prozess der Kandidatennominierung anschaut. Da gibt es intern größere Schwierigkeiten als in den kleineren Landesverbänden. Deshalb kann es gut sein, dass NRW gar nicht so positiv verläuft, wie die Piraten sich das jetzt vielleicht vorstellen. Und es gibt bestimmt keine lineare Entwicklung von 7,5 Prozent im Saarland auf 9 Prozent in Schleswig-Holstein hin zu zweistelligen Werten in NRW.</p>
<p>Vielleicht gelingt es, in Schleswig-Holstein ein ähnliches Ergebnis zu erreichen wie im Saarland. In NRW, und darauf deuten auch die Prognosen hin, wird es sehr viel schwieriger werden, weil dort einen andere Konkurrenzsituation herrscht. Dort sind auch bundespolitisch prominente Politiker mit am Start, der Lindner-Schachzug könnte sich für die FDP als clever erweisen. Aus meiner Sicht ist es heute noch längst nicht ausgemacht, dass die Piraten es in NRW auch ins Parlament schaffen.</p>
<h6>Sind die Piraten langfristig regierungsfähig?</h6>
<p><strong>Christoph Bieber:</strong> Bei Bei aller Euphorie und Hysterie darf man nicht vergessen, dass wir von einer Partei reden, die gerade mal in zwei Länderparlamenten mit respektablen Ergebnissen vertreten ist, aber bislang noch keine 15 oder 20 Prozent erreicht hat. Auch aus der Perspektive der Partei wäre es ein völlig falscher Ansatz, sich zu überlegen, wie es sich nun zu positionieren gilt, um perspektivisch Koalitionen eingehen zu können. Darum geht es aber auch den Piraten nicht so sehr, weil sie diesen Machtanspruch noch nicht so verinnerlicht haben. Das kann noch kommen, aber im Moment geht es erst mal darum, das Netz nicht nur salonfähig zu machen, sondern parlamentsfähig – thematisch, aber vor allem kulturell.</p>
<p>Wenn sich herauskristallisiert hat, wie die Piratenpartei mit ihrem spezifischen Politikverständnis in Parlamenten funktioniert, wird sie sich Gedanken über Partnerschaften mit Blick auf mögliche Koalitionsbildung machen. Diese Orientierung wird sehr schnell auch intern diskutiert werden, denn vielen Piraten geht es bislang nicht so sehr um dauerhafte Konstellationen und um Macht. Wenn nun noch weitere Erfolge auf Landtagsebene hinzukommen, wird erst einmal auf regionaler Ebene eine Professionalisierung erfolgen. Ein Erfolg auf Bundesebene wäre aber ein ganz anderes Kaliber und dürfte für die Partei eine wahre Zäsur darstellen.</p>
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		<title>Bedeutung des Internet für Politik und Verwaltung</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Sep 2000 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="300">
	<tbody>
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			<td width="106"><img src="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/images/schilychat.jpg" alt="Chat mit Otto Schily" border="1" height="119" hspace="0" vspace="0" width="300" /></td>
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		</tr>
		<tr width="300">
			<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333">
			Leggewie, Pfeiffer, Schily, Hauff</span></td>
		</tr>
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		</tr>
	</tbody>
</table>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<br clear="all" />
<!-- Transcript -->
<p>
&#160;
</p>
Dieses Transcript ist eine Zusammenfassung der Podiumsdiskussion. Das Video der 
vollständigen Diskussion können Sie sich auf der Seite von 
<a href="http://www.tv1.de/cms/_v/64/8228/index.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">TV1.DE</a> ansehen.</span>]]></description>
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<tbody>
<tr>
<td width="106"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/images/schilychat.jpg" alt="Chat mit Otto Schily" border="1" height="119" hspace="0" vspace="0" width="300" /></td>
<td rowspan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr width="300">
<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333"><br />
			Leggewie, Pfeiffer, Schily, Hauff</span></td>
</tr>
<tr>
		</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<br clear="all" /><br />
<!-- Transcript --></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>Dieses Transcript ist eine Zusammenfassung der Podiumsdiskussion. Das Video der<br />
vollständigen Diskussion können Sie sich auf der Seite von<br />
<a href="http://www.tv1.de/cms/_v/64/8228/index.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">TV1.DE</a> ansehen.</span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<table border="0">
<tbody>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>
			Sehr geehrte Podiumsgäste, liebe Chatteilnehmer! Im Namen von stern.de, dem Bundesinnenministerium, politik-digital.de<br />
			und TV1.de möchten wir Sie ganz herzlich zum heutigen Chat begrüßen. Thema der Diskussion soll<br />
			besonders die Bedeutung des Internet für Politik und Verwaltung sein. Wir wünschen viel Spaß!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pfeifer:</th>
<td>
			Herzlich willommen zu unserer Diskussion. Im Mittelpunkt steht das Thema &quot;Innenpolitik in der Wissensgesellschaft&quot;.<br />
			Es geht um die Frage der Bedeutung des Internets. Bevor wir in das Gespräch einsteigen, möchte ich das<br />
			Podium vorstellen. Herr Innenminister Schily, Herr Dr. Hauff, KPMG-Vorstandsmitglied, und Herr Prof. Dr. Leggewie,<br />
			Politikwissenschaftler an der Universität Gießen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pfeifer:</th>
<td>
			Weiterhin möchte ich begrüßen den 13er Leistungskurs Politik des Schillergymnasiums Hameln.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pfeifer:</th>
<td>
			Herr Minister, eine Frage: Was würden Sie präferieren, eine Wahl auf dem Münchner<br />
			Marienplatz oder eine im Internet?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Wir müssen beide Möglichkeiten nutzen, die rechtsstaatliche Republik ist immer an neue Kommunikation<br />
			gebunden&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Republik heißt &quot;die öffentliche Sache&quot;, und wenn der Staat seine Aufgabe erfüllen will, den<br />
			Bürgern Mitwirkung zu ermöglichen, dann müssen die Neuen Medien neben den traditionellen Medien eingebunden<br />
			werden, denn das Internet ermöglicht eine neue Form der Teilhabe.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pfeifer:</th>
<td>
			Frage an Dr. Hauff, glauben Sie, dass man e-Government in der Industrie betreiben kann?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Ich glaube, dass das in Deutschland schon Wirklichkeit ist. Gerade in der Standortentscheidung sind gut ausgebildetes<br />
			Personal und die Arbeit mit neuen Technologien von großer Bedeutung&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Aber auch dadurch, dass Wirtschaft und Verwaltung heute in vielen Bereichen enger zusammen arbeiten müssen,<br />
			hat natürlich die Wirtschaft ein massives Interesse daran, dass die Verwaltung modern arbeitet.<br />
			Insofern wird das eGovernment immer wichtiger. In der Zukunft reicht es für die Verwaltung nicht, dass sie<br />
			die Neuen Medien hauptsächlich nutzt, um Informationen weiterzugeben, sondern sie muss sich die Prozesse<br />
			genauer anschauen und fragen, wie man Arbeitsprozesse transparenter machen kann. Dann kann auch ein ganz neues<br />
			Verhältnis zwischen Staat und Bürger entstehen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pfeifer:</th>
<td>
			Frage an Herr Prof.Leggewie: Glauben Sie, dass die elektronische Agora eine Bereicherung für Sie ist?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Jede neue Technologie hat Vor- und Nachteile&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Diese Technologie hat den Vorteil der Interaktivität&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			sie ermöglicht Rückkanäle, das ist der eigentliche Unterschied&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Es kommt gerade zu einer Kolonisierung der neuen Medien durch die alten, z.B. indem Fernsehen und Internet<br />
			zusammenwachsen. Und dann werden sich bestimmte Formen der Massenkommunikation auch im Internet durchsetzen&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Das Internet steht jedem offen, was ein großer Vorteil ist. So denke ich bei mehr Demokratie durch das<br />
			Internet nicht nur an die Modernisierung des Staates, sondern auch an die Mitwirkung von beispielsweise<br />
			Nichtregierungsorganisationen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pfeifer:</th>
<td>
			Werden die Prozesse nicht die Verwaltung verändern, sie flexibler und durchsichtiger machen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Das wird so sein, und das ist auch gut so. Wir haben im letzten Jahr mit dem  Programm &quot;Moderner Staat&quot; eine<br />
			Modernisierung gemacht, eine Internetseite, die sehr gefragt ist. Wir haben zahlreiche Inititativen gestartet,die<br />
			die Verwaltung verändern, z.B. bieten wir Diskussionsforen an und werden jetzt auch Gesetze ins Netz stellen.<br />
			Das ist natürlich eine Sache, die gerade die Bürgerinnen und Bürger sehr interessiert. &#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Das erfordert natürlich auch neue Fähigkeiten bei den Beschäftigen, mit diesem Medium umzugehen. Wir sind auch<br />
			in der IT Ausbildung sehr erfolgreich, so haben wir z.B. den IT-Trainings-Award 99 für unser Grundkonzept<br />
			mit der IT-Fortbildung bekommen, worauf wir als Bundesregierung auch sehr stolz sind.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pfeifer:</th>
<td>
			D.h. den alten Verwaltungsbeamten gibt es nicht mehr. Wie würden Sie den neuen dynamischen Verwaltungsarbeiter<br />
			beschreiben?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Der ist flexibel, der ist unbefangen, der ist kommunikativ, der ist nicht dogmatisch festgelegt. Das ist eben ein<br />
			ganz anderer Typ, der auch einen anderen Umgang mit den Menschen hat, ein anderes Wahrnehmungsvermögen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>
			Was bedeutet denn E-Government konkret?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Wir stellen Gesetzestexte ins Internet, um Teilhabe zu ermöglichen und<br />
			laden gerne Interessierte ein mit dem Ministerium zu diskutieren.<br />
			Wir testen auch Wahlverfahren über das Internet&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Eine große Rolle dabei spielt noch die Geheimhaltung des Wahlgeheimnisses. Auch die Sicherheit vor Angriffen,<br />
			Datenschutz ist sehr wichtig. Das Internet darf nicht zu einem rechtsfreien Raum werden, dazu gehört auch, dass<br />
			kriminellen Aktionen im Internet wie Kinderpornographie oder<br />
			Rechtsradikalismus verhindert werden müssen, ebenso die organisierte Kriminalität.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Christina:</th>
<td>
			Wie soll e-voting praktisch ablaufen und welche Abstimmungen können wirklich im Internet stattfinden?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Im Prinzip können alle Wahlen über das Internet abgewickelt werden&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			aber nur, wenn die digitale Sicherheit gewährleistet ist, wenn es also sichere digitale Signaturen gibt,<br />
			so weit sind wir noch lange nicht&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Es gibt in den Vereinigten Staaten Probeläufe, also machbar ist es. Die Frage, die aber viel wichtiger ist:<br />
			Wofür brauchen wir das. &#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Das eVoting ist ein Mittel um Mehrheiten zu ermitteln, im eVoting passiert das gleiche wie in den<br />
			Briefwahlen. Bei ICANN wird z.B. im Moment auch elektronisch abgestimmt&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			aber wozu: Steigert das die Wahlbeteiligung? Gelegentlich. Für wen ist das gut? Für Leute, die einen weiten Weg zu<br />
			ihrem Wahllokal haben. Ich bezweifle, dass sich so die Wahlaktivität steigern lässt. Ich warne auch<br />
			davor, elektronische Demokratie auf den Akt des elektronischen Wählens zu reduzieren. Das wesentliche Neue ist<br />
			die öffentliche Diskussion, die über das Internet stattfinden kann&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Das stellt eine Kulturrevolution für die traditionelle Verwaltung dar: der traditionelle Anstaltsstaat, der sich<br />
			jetzt öffnet, bürgernah wird, flache Hierarchien, flexibilisierte Strukturen. Das betrifft zunächst die Arbeit<br />
			innerhalb der Ministerien selbst, und es betrifft auch das Verhältnis von der Verwaltung zum Bürger, das direkter<br />
			wird&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Der Prozess wird uns sicher noch die nächsten 10 Jahre beschäftigen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">antigone:</th>
<td>
			Wann glauben Sie, wird die erste Bundestagswahl übers Netz stattfinden?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Ich bin kein Prophet, ich glaube auch, dass das noch dauern kann, bis die Fragen der Sicherheit gelöst sind.<br />
			Wichtig ist, dass wir mit der Initiative D21 zusammen mit der Wirtschaft über diese Prozesse nachdenken.<br />
			Und es ist sicher auch gut, wenn man die ersten Probeläufe auf begrenztem Raum macht, und nicht gleich an die<br />
			Bundestagswahl denkt. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Ich würde dazu raten, dass wir die Frage nach dem eGovernment differenzieren. Das Erste ist die Bereitstellung<br />
			von Informationen, ich glaube, das hat in Deutschland bereits einen sehr guten Zustand erreicht. Das ist die erste<br />
			Ebene. Das zweite ist die Frage, wann kommen wir dazu, dass Verwaltungsakte übers Netz ablaufen können? Der dritte<br />
			Bereich ist dann: Wie kommen wir dazu, dass wir mehr Meinungsaustausch haben durch das Netz, dass also die<br />
			Diskussion über öffentliche Angelegenheiten öffentlich stattfindet? Und das letzte wäre dann das e-Voting.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Aber man muss auch die Frage berücksichtigen: wem nützt es eigentlich? Wie kommt es dazu, dass es wirklich<br />
			Demokratie im Sinne von Chancengleichheit ist&#8230; 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Das wichtigste ist: wann haben die Bürger eine wirkliche Erleichterung? Auch im öffentlichen Sektor<br />
			ist ein großes Ersparnis-Potential vorhanden.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Bo:</th>
<td>
			Thema Bürgerbeteiligung: was nützen die vielfältigen Möglichkeiten des Internet, wenn<br />
			dem Bürger verfassungsrechtlich keinerlei Möglichkeit dazu gegeben wird? Stichwort &quot;Volksentscheid&quot;!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Ich glaube, dass die Beispiele, die Dr. Hauff ansprach, sehr brisant sind&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Es kommt immer darauf an, was man zur Abstimmung stellt&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Die rot/grüne Regierung könnte etwas mutiger sein mit ihrem angekündigten Vorhaben,<br />
			Volksentscheide in den Mittelpunkt zu stellen. Ich stimme hier Herrn Schily zu, dass man da erstmal mit<br />
			kleineren Projekten beginnt, etwa auf kommunaler Ebene, um das zu testen&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			International geht der Trend eindeutig in Richtung einer stärkeren direkten Partizipation der Bürger an den<br />
			Entscheidungen&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Aber man sollte das nicht nur beginnen, um abzustimmen, eVoting ist sozusagen nur das Tüpfelchen auf dem i. Das wichtige<br />
			ist das, was dem vorausgeht, also die Erörterungen vor den Entscheidungen. Die neuen Medien unterstützen<br />
			diesen Prozess.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Ich muss Herrn Leggewie wiedersprechen, es gibt kaum eine mutigere Bundesregierung als die amtierende, wir haben den<br />
			Reformstau aufgelöst, ich muss das noch mal betonen. In den Koalitionsvereinbarungen steht, dass wir uns um<br />
			diese Fragen kümmern müssen&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Allerdings brauchen wir für die Frage des Volksentscheides eine verfassungsändernde Mehrheit gemeinsam<br />
			mit der Opposition&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Aber man kann z.B. über Volksentscheide oder Internet keine Budgetentscheidungen treffen, das ist<br />
			völlig unmöglich, und viele scheinbare Sachfragen hängen eng mit Finanzentscheidungen zusammen&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Man sieht an der aktuellen Debatte über die EU-Osterweiterung, dass den Debatten und Abstimmungen die<br />
			Information vorausgehen muss. Die Sachfragen sind oft so kompliziert und vielschichtig&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Wir müssen ja auch fragen, wer sich bei Volksentscheiden durchsetzt, welche Gruppen. Wir müssen in<br />
			der Frage des Volksentscheides genau abwägen. Und wir müssen erkennen, dass bestimmte Materien für einen<br />
			Volksentscheid nicht geeignet sind.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pfeifer:</th>
<td>
			Es ist an der Stelle ganz interessant, noch einmal in den Chat zu schauen. Die Frage der Sicherheit ist ganz wichtig.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">ChristianFrieden:</th>
<td>
			Es wäre künftig auch ein digitaler Staatsstreich über das Internet denkbar. Werden couragierte<br />
			Hacker die übernächste Regierung stellen??
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Also ich bin nicht für apokalyptische Visionen zuständig. Wir müssen aber sicherstellen, dass die<br />
			Infrastruktursysteme nicht solchen Gefährdungen ausgesetzt werden&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Wir haben aber eine spezielle Arbeitsgruppe, die sich mit dem Schutz der staatlichen und militärischen<br />
			Infrastruktur beschäftigt&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Das Jahr-2000-Problem haben wir auch gemeistert. Neue Technik erfordert<br />
			neue Sicherheitsstandards. Die Hacker können sogar nützlich sein, wenn<br />
			sie zeigen, wo die Schwachstellen sind, vielleicht sollten wir auch bei<br />
			uns mal einen &quot;Hacker einstellen. Unsere TaskForce entwickelt Techniken<br />
			wie das Programm Sphinx.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pfeifer:</th>
<td>
			Es ist wichtig, an dieser Stelle mal auch einmal nach dem Zugang zum Internet zu fragen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">JoachimMertelmeyer:</th>
<td>
			Solange nicht jeder Haushalt einen Internetzugang hat, werden aber bestimmte Gruppen von dieser Art der<br />
			politischen Mitbestimmung ausgeschlossen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pfeifer:</th>
<td>
			Kann man Internetsäulen neben Litfasssäulen stellen, an denen sich die Bürger ganz selbstverständlich<br />
			informieren können?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Also Internetsäulen in Fußgängerzonen, ich weiß nicht..
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Aber die Zielsetzung ist richtig, jeder soll den Zugang haben, das ist einerseits eine Frage der Ausbildung<br />
			und auch eine Frage der Zeit. Die ältere Generation wird sich nicht mehr so ganz da hineinfinden, das ist leider<br />
			so. Ich habe mich schon bemüht, mitzuhalten, damit ich bei den Kindern nicht<br />
			als unwissend gelte. Der Staat und die Wirtschaft müssen dafür sorgen, dass auch die Preis- und<br />
			Angebotsverhältnisse so sind, dass da nicht bestimmte Sperren vorhanden sind.<br />
			
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Wir haben im Moment die Situation, dass in Deutschland etwa 16 Millionen Menschen am Netz sind&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Im Verkauf von PCs hatten wir zuletzt die stolze Zuwachsrate von 14 Prozent, und das wird sich fortsetzen&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Ein ganz anderes Problem ist: Wie sieht eigentlich die Medienkompetenz der Menschen aus, die mit der<br />
			Technik umgehen?&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Die Technik ist nicht das Problem, die wird billiger werden, wie auch die Netze und der Zugang&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			allerdings bleibt die Frage nach der Qualifizierung der Menschen im Umgang mit dem Medium
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Die Frage: &quot;Wie chanchengleich ist der Zugang?&quot; ist meines Erachtens primär eine Frage nach unserem<br />
			Ausbildungssystem.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">sgh:</th>
<td>
			Hallo, wir sind Schüler des 13. Jahrgangs des Schiller-Gymnasiums in Hameln. Herr Schily, wie wollen Sie<br />
			eGovernment umsetzen, wenn noch nicht einmal jeder Jugendliche in der Schule Zugriff auf einen Computer hat? 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Damit jeder Schüler etc. Zugang hat, braucht man nicht nur Geld, man braucht auch Medienkompetenz und<br />
			Betreuung&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Wir werden etwa im Jahre 2010 in der Situation sein, dass das Internet ein Massenmedium ist&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Das Problem ist nicht quantitativ, so wie heute jeder ein Telefon und einen Fernseher hat, so werden dann alle<br />
			Zugang zum Internet haben&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Die Frage, ob die Wissenskluft in der Gesellschaft sich verbreitern wird, ist eine der Bildungsqualifikation.<br />
			Die intelligente Nutzung der neuen Medien muss erlernt werden, wir müssen sehr stark die politische<br />
			Bildung in den Vordergrund rücken&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Sie wird noch wichtiger als jemals zuvor, in einer immer stärker privatisierten und kommerzialisierten<br />
			Medienlandschaft den Zugang zu politischer Information zu sichern. D.h. die Aufgaben der politischen Bildung<br />
			sind geradezu dramatisch gewachsen und können nicht einfach den großen Medien- und Telekomunikationsunternehmen<br />
			überlassen werden. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Ihnen ist vielleicht entgangen, dass wir genau ihre Gesichtspunkte verstärkt bei der Bundeszentrale<br />
			für politische Bildung betonen&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Aber die Schüler in Hameln haben auch recht, die Bildungsminister müssen mithelfen, alle Schulen<br />
			ans Netz zu holen. Auf die Medienkompetenz kommt es natürlich an und das geht weit darüber hinaus, ob man<br />
			diese technischen Geräte bedienen kann&#8230;<br />
			
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Die Auswahl an Information ist wichtig, Zeitökonomie, das Richtige und Wichtige aus dem Wust, den<br />
			Suchmaschinen ausspucken, heraussuchen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pfeifer:</th>
<td>
			Ich würde gerne noch mal auf das konkrete Angebot des E-Government zurückkommen. Worin besteht das<br />
			Angebot des E-Governments?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Es besteht darin, dass wir den Prozess der Verwaltungsmodernisierung ins Internet eingestellt haben, dort können<br />
			sich die Bürgerinnen und Bürger auch äußern,&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Außerdem werden wir gewisse Gesetzgebungsvorhaben in das Internet einstellen und im Vorlauf dieser Gesetzgebungsvorhaben werden<br />
			wir auch den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, an diesen Gesetzgebungvorhaben teilzunehmen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">sgh:</th>
<td>
			Sind Sie der Meinung, dass durch eDemocracy Politikverdrossenheit verringert werden kann?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Ja, das glaube ich schon&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Wenn man darunter nicht nur das Medium versteht, die Demokratie kommt vor der Technik&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Es gibt eine Differenz zwischen denen, die desinteressiert sind und denen, die sich mehr dafür interessieren&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Die müssen wir ansprechen, wir müssen herausstellen, dass es ein interaktives Medium ist, das denen<br />
			die Möglichkeit gibt sich zu beteiligen, die sowieso interessiert sind und das ist nicht schlecht.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Ich würde gerne die Frage der Schulklasse etwas zuspitzen&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Wenn die Angebote im Netz, was Information, was Meinungsaustausch angeht&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Das Internet ist kein Instrument, das die Politikverdrossenheit löst, die Inhalte müssen anders werden
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pfeifer:</th>
<td>
			Wie geht man denn mit den gesteigerten Anfragen, die durch das interaktive Medium entstehen, um?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Zur Modernisierung erwarten die Bürger Antworten, wir haben 2500<br />
			Anfragen zur Verwaltungsmodernisierung bekommen, die wollen wir nicht<br />
			standardisiert beantworten.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Die Dialogform, die das Internet bietet, ist natürlich sehr wichtig, auch im Feedback, dass die Politik dadurch bekommt,<br />
			aber jeder muss sich erst mal überlegen, wie er mit den direkten Anfragen zurecht kommt. Für mich<br />
			überwiegen die positiven Möglichkeiten, die sich heute gerade durch die Dialogform bieten.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Dazu wollte ich auch noch was sagen, wir machen natürlich auch unsere Erfahrungen mit dem Netz&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Wir machen bei der KPMG für 2 Stunden am Tag ein Fenster auf und da kann sich jeder beteiligen oder auch nur zuhören.<br />
			Die Diskussion ist dann für jeden zugänglich
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Wir machen unsere Hotlines ja auch für Bürgerfragestunden, das hat positive Wirkung, aber die<br />
			die nicht durchkommen, sind doch noch frustierter als ohne Hotline..
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Aber ich denke, dass hat keine Zukunft. Ich rede über den Fall, dass auch x-andere dabei zugucken können. Das ist dann<br />
			eine andere Form einer politischen Debatte.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Warum leiden wir unter einer Informationsflut?&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Die Welt ist ein Dorf geworden, wir sind auch an Dingen beteiligt, die weit weg sind und sie interessieren uns&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Das Internet greift Probleme der ganzen Welt zur Debatte auf, deshalb haben wir eine solche &quot;Flut&quot;&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Am Bsp. der Gesetzestexte im Netz sieht man, dass sie an sich sind noch nicht für jeden lesbar sind&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Deswegen reicht es nicht, Gesetzestexte einfach nur ins Netz zu<br />
			stellen, wir müssen Übersetzungshilfen bieten, aber auch fragen, ob der<br />
			einfache Mitarbeiter oder ein Beamter in einem Rathaus das leisten kann<br />
			bzw. darf oder ob die traditionellen Hierarchien soetwas verhindern.<br />
			Das habe ich bereits eben mit dem Begriff der &quot;Kulturrevolution&quot;<br />
			angesprochen&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Durch intelligente Navigationsangebote kann man das Problem der Informationsflut umgehen, von dem eben Herr Schily<br />
			vollkommen zurecht gesprochen hat&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			oder auch durch Datenbanken und politische Informationssysteme, die vorselektieren und den Orientierungsverlust im Netz abbauen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">karl:</th>
<td>
			Sind neue Medien denn sozial gerecht? Oder fördert man nicht die Schere zur finanziellen und intellektuellen<br />
			Elite? Wie steuert man dagegen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Die soziale Gerechtigkeit der Neuen Medien ist für uns ein Thema, genau wie die Medienkompetenz, was wahrscheinlich sogar<br />
			noch der entscheidendere Faktor ist. Aber sie müssen auch ökonomisch damit umgehen, wenn Menschen den<br />
			ganzen Tag vor dem Bildschirm verbringen halte ich das auch nicht für gesund&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Einstellungen und Vorurteile sind gefährlich: Ich stimme ja Herrn Leggewie zu, aber man muss sich doch auch fragen, sind solche<br />
			Navigationshilfen nicht auch Steuerungen von Einstellungen oder des Bewusstseins. Oder es können ja auch bestimmte Informationen<br />
			ausgespart werden. Die Probleme sind also vielschichtig.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Ein Satz noch: Sie vertrauen aber auch bspw. einer Tageszeitung, aber eine Zeitung nimmt auch eine<br />
			unglaubliche Selektion vor, kommentiert, analysiert&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Es gibt ein Vertrauen der Leser zur Zeitung, das gibt es im Internet noch nicht&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Aber die ganze Frage kann nicht tabusiert werden, dass wir Navigationshilfen und Informationshilfen brauchen, deren Kriterien<br />
			natürlich offengelegt werden müssen. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">sgh:</th>
<td>
			Das Problem ist nicht nur mit Computern gelöst, es müssen doch auch Lehrkräfte eingestellt<br />
			werden, außerdem müsste dieser Unterricht in den Lehrplan integriert werden?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Also, zu der Schülerfrage: das Programm von Frau Bulmahn hat das vor,<br />
			sie müssen aber wissen, dass Fragen zur Ausbildung, Schule etc.<br />
			meistens Länderangelegenheiten sind, aber bei der Initiative D 21 ist<br />
			dies auch ein Punkt der Diskussion.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">sgh:</th>
<td>
			Frage an Herrn Schily: Inwieweit nutzen Sie selbst das Internet oder Neue Medien, z.Bsp. E-Mail,<br />
			Online-Nachrichten, Diskussionsforen etc&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			In meinem Büro hab ich natürlich einen PC und Internet. Auf Reisen habe ich meinen Laptop mit Modem, selbst in den Ferien<br />
			nutze ich E-Mail und Internet ganz selbstverständlich.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">sgh:</th>
<td>
			Sollte man dann nicht noch mehr Möglichkeiten zur horizontalen Kommunikation schaffen, wie direktere<br />
			Chats oder e-mail Briefwechsel mit Abgeordneten???
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pfeifer:</th>
<td>
			Haben Sie den Eindruck, dass durch diese neuen Formen der Kommunikation wie email bestimmte hierarchische<br />
			Strukturen nicht mehr greifen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Im Rahmen der Modernisierung sollen hierarchische Strukturen abgebaut werden, durch die technischen Neuerungen<br />
			ergeben sich neue Möglichkeiten. Allerding heißt das nicht, dass ich meine Briefe selber schreibe. Dazu<br />
			ist das Programm bei einem Minister dicht. Wenn ich hier im Chat die Frage lese, &quot;sollte man nicht die horizontalen<br />
			Kommunikationsmöglichkeiten noch mehr nutzen&quot;, dann meine ich email ja, aber natürlich landen nicht alle emails bei<br />
			mir auf dem Bildschirm, da wird auch viel herausgefiltert und wird dann von einem Mitarbeiter des Ministeriums<br />
			beantwortet. Eine Reform werde ich nämlich nie schaffen, die Verlängerung des Tages von 24 auf 48 Stunden.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>
			Kurz mal zum Thema Rechtsextremismus eine Frage, da gibt es auch ein Menge momentan im Chat. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Gerd:</th>
<td>
			Hallo, ich bin 16 Jahre alt! Eine Frage an Herrn Schily: Ich spreche mit vielen Menschen über den<br />
			Rechtsradikalismus in Deutschland, und ALLE sagen mir das gleiche: Aufkleber wie &quot;Mut gegen rechte Gewalt&quot;<br />
			oder Anzeigen mit &quot;Gegen rechte Gewalt&quot; sind schlecht! Wieso nicht: &quot;Mut gegen jede Gewalt&quot; oder &quot;Gegen Gewalt&quot;.<br />
			Ich will damit sagen, dass sich die Politik und die Medien zur Zeit viel zu sehr an einem Thema orientieren.<br />
			Rechte Gewalt muss genauso wie Linke und Ausländergewalt bestraft werden, und zwar hart! Stimmen Sie mir<br />
			dem zu?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">sgh:</th>
<td>
			Das Thema Zensur im Intenet ist recht vielschichtig. Inwiefern dürfen politische Inhalte zensiert werden<br />
			ohne die Meinungsfreiheit einzuschränken? Ausgenommen selbstverständlich sehr radikale Inhalte&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Wir haben ca. 350 Websites mit abscheulichem rechten und antisemitischem Inhalt und von denen werden die meisten über Provider<br />
			aus den USA oder Kanada eingespeist&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Wir sind hier mit den Providern im Dialog, die sehr kooperativ sind,<br />
			solche Websites herauszunehmen. Was in den USA passiert, ist schwer zu<br />
			beeinflussen. Diese Fragen sind Teil des bilateralen politischen<br />
			Dialoges, der geführt werden muss, damit in anderen Ländern diese<br />
			Einspeisung unterbleibt. Ich schließe es übrigens auch nicht aus, dass<br />
			wir vielleicht auch mal darüber<br />
			nachdenken, ob wir es hier nicht mit einem Sachverhalt zu tun haben,<br />
			der vergleichbar mit einem polizeilichen Störungszustand, den wir auf<br />
			der Straße finden, ist. Wenn hier in Deutschland ein NS-Symbol auf der<br />
			Straße gezeigt wird, kommt die<br />
			Polizei und beseitigt diesen Zustand, vielleicht können wir dies durch<br />
			technische Vorkehrungen auch irgendwann mal im Internet, natürlich<br />
			haben dem einige technische und rechtliche Überlegungen vorauszugehen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pfeifer:</th>
<td>
			Stimmen Sie zu, dass es nicht nur gegen einen Aufruf gegen Rechts geht, sondern gegen Gewalt generell?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Wir haben ein Bündniss &quot;Gegen Gewalt&quot; und das richtet sich gegen alle<br />
			Gewaltmaßnahmen. Im Moment überwiegen allerdings die Bedrohungen aus<br />
			dem rechtsextremistischen Spektrum deshalb müssen wir uns hierauf<br />
			konzentrieren. Das kann man aber nicht nur mit<br />
			repressiven Mitteln, sondern man muss auch präventiv etwas dagegen tun.<br />
			&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Ich begrüße das sehr, dass jetzt auch Initiativen im Internet<br />
			entstanden sind, die gegen diese Entwicklung und die grauenhaften<br />
			Websites der Rechtsextremisten ein<br />
			Gegengewicht bilden.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Ich glaube, dass das der richtige Weg ist, man wird sie auf dem<br />
			jetzigen Wege nicht &quot;bekämpfen&quot; können. Das ist ein Kampf gegen einen<br />
			Drachen und in der Tat wird man sich auf die sehr liberale<br />
			Meinungsfreiheitspraxis der Vereinigten Staaten einlassen müssen. Das<br />
			musste man auch im Falle von Gary Lauck, der ungehindert seine<br />
			Propaganda aus den USA verbreiten konnte&#8230;<br />
			
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>Aber Herr Leggewie<br />
			darf ich dazu gerade mal unterbrechen: Wenn wir hier einen Prozess<br />
			haben gegen jemanden aus diesem Spektrum wegen des Aufrufs zum Mord und<br />
			dieser Aufruf wird dann eingespeist ins Internet, über die USA, da hört<br />
			für mich die Meinungsfreiheit auf. Auch in den Vereinigten Staaten.<br />
			Aber es ist uns nicht gelungen dies zu verhindern. Deshalb müssen wir<br />
			da ernsthaft mit den Amerikanern reden, das geht so nicht weiter.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Keine Frage! Ich wollte nur sagen, der öffentliche Raum muss vor den<br />
			Rechten geschützt werden, das betrifft das Brandenburger Tor, das<br />
			betrifft den öffentlichen Raum, wo immer dieser auch ist, aber das<br />
			betrifft den Cyberspace, der aber auch durch Gegeninitiativen am besten<br />
			zu besetzen wäre! Deswegen bin ich der Meinung, hier zu dem Schaden,<br />
			den Rechtsradikale verursachen, nicht noch Aufregungsschäden<br />
			hinzukommen zu lassen. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Es gibt Maßnahmen bei der Bekämpfung des Rechtsradikalismus und der<br />
			Pornographie, die stark die Meinungsfreiheit einschränken, d.h.<br />
			ungewollt tut man da etwas, was eigentlich im Sinne der Rechtsradikalen<br />
			ist, nämlich die öffentliche Sphäre und die Meinungsfreiheit<br />
			einzuschränken. Man muss da immer abwägen, inwiefern man bei der<br />
			notwendigen Abwehr von Rechtsradikalen auch Güter verletzt oder<br />
			tangiert, für deren Erhalt wir uns innerhalb dieser Demokratie<br />
			eigentlich einsetzen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Wo tun wir das denn Herr Leggewie? Bei der Kinderpornographie möchte ich das jetzt aber wirklich mal wissen!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Ich habe gesagt, dass die Gefahr besteht, z.B. im Parteiverbot, aber<br />
			auch die Filtersysteme die angeboten werden. Die<br />
			Filtersysteme, die z.B. in den USA eingesetzt werden, deren Nachteile<br />
			sind bekannt. Sie filtern sehr unvollständig, sie filtern z.B. etwas<br />
			beim Thema &quot;Kinderpornographie raus, was unter den Stichworten &quot;Kinder&quot;<br />
			oder auch &quot;Sex&quot; nicht hätte rausgefiltert werden müssen, nämlich bspw.<br />
			auch die Kampagnen gegen Kinderpornographie. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Man muss dennoch vehement gegen diese abscheulichen Dinge vorgehen. Auch repressiv. Da gibt es für<br />
			mich keinen Zweifel und ich werde dafür sorgen, dass wir alle Maßnahmen, die uns zur Verfügung stehen, gegen solche Verbrecher<br />
			einsetzen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Da ist auch kein Dissens zwischen uns. Ich möchte nur auf ein Problem hinweisen, dass ss schwieriger ist, gegen solche im<br />
			Netz verbreitete Informationen vorzugehen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Kein vernünftiger Mensch wird gegen Globalisierung ankommen, das schafft dann, wenn wir über das Netz<br />
			nachdenken, gewisse Probleme&#8230; 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Wenn Sie aber sagen, man sollte bei solchen Debatten keine nationalen Aufregungen verursachen, da möchte ich<br />
			Ihnen schon energisch widersprechen. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Ich habe gesagt: Aufregungsschäden.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Ich meinte es auch, weil ich nicht glaube, dass wir zu Lösungen kommen,<br />
			bevor es richtige Aufregungen gibt. Der Fall, dass jemand einen<br />
			Mordaufruf im Internet macht und dies rechtsfrei bleibt, ist<br />
			unerträglich und wo man alles ausnutzen muss, damit man soetwas ändern<br />
			kann. Es kann sein, dass man dann zum Ergebnis kommt, das geht nicht.<br />
			Trotzdem: Die Möglichkeiten, die sich heute bieten sind noch<br />
			unausgeschöpft&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Die Frage, die sich stelllt ist aber, wenn der Staat an seine Grenzen<br />
			stößt, warum dann die &quot;res publika&quot; ihren eigenen Raum nicht in Besitz<br />
			nimmt und definiert, was möchte ich im Netz haben und was nicht. Da ist<br />
			aber der Hinweis, dass es da Missbrauch durch Filtersysteme gibt ein<br />
			sehr technischer Einwand. Wir brauchen Aufregung darüber, ich finde es<br />
			tief beunruhigend, was da im Moment geschieht.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pfeifer:</th>
<td>
			Wir haben an dem Punkt die Frage eines internationalen Netzwerkes und<br />
			die einer globalen Innenpolitik behandelt, ich denke aber, das ist auch<br />
			eine neue Herausforderung vor der wir stehen. Wir nähern uns allmählich<br />
			dem Ende, ich will trotzdem noch die folgende Frage aus dem Chat<br />
			stellen:
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">sgh:</th>
<td>
			Ist das Internet als dezentrales, internationales Netzwerk überhaupt durch eine Regierung kontrollierbar?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Eine Regierung kann das Internet überhaupt nicht kontrollieren, schon<br />
			technisch nicht. Und da es ein globales Medium ist und viele Websites<br />
			aus dem Ausland eingespeist werden, brauchen wir auch internationale,<br />
			multilaterale Zusammenarbeit&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Wir sind weit entfernt von einer Weltregierung, die wird es<br />
			wahrscheinlich auch nie geben. Trotz aller Begeisterung über das<br />
			Internet dürfen wir folgendes nicht vergessen: Die unmittelbare<br />
			Kommunikation ist weiterhin wichtig und notwendig. Wir brauchen die<br />
			Zusammenarbeit, um den Gefahren zu begegnen und auf der anderen Seite<br />
			müssen wir sehen, dass der lokale, der regionale, der nationale und der<br />
			kontinentale Zusammenhang immer seine Bedeutung behalten wird. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Deswegen dürfen wir den Zusammenhang, der heute bereits zwischen<br />
			kleinen Einheiten und der Globalität besteht, nicht aus den Augen<br />
			verlieren.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pfeifer:</th>
<td>
			Ist das nicht auch ein wissenschaftlich ineressantes Thema &#8211; eine neue Herausforderung?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			An der Universität lehrt man normalerweise u.a. internationale Beziehungen und das politische System der BRD.<br />
			Anhand dieser Diskussion kann man aber sehr schön sehen, dass man kann die Trennung<br />
			zwischen nationaler und internationaler Politik nicht mehr aufrecht erhalten kann&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Ich habe ein bisschen die Sorge, dass wir zuviel über Risiken und<br />
			zuwenig über Chancen des neuen Mediums reden. Wenn man den Chat nochmal<br />
			durchgeht, haben wir sehr wenig über die Chancen gesprochen. Das<br />
			andere, was wir in der BRD sehr gerne tun, ist, über soziale<br />
			Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit sprechen, was dann auch immer als ein<br />
			Argument gegen das neue Medium angeführt wird, als hätte man soziale<br />
			Gerechtigkeit in einer Gesellschaft die vom Fernsehen und vom Rundfunk<br />
			bestimmt wird. Wir projezieren sehr viel an Problemen auf das neue<br />
			Medium, was ein Problem der Mediengesellschaft insgesamt ist&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Leggewie:</th>
<td>
			Eben wurde das Thema UNO angesprochen. Vielleicht wäre es besser<br />
			gewesen, die Top-Level Domainvergabe vielleicht nicht der Firma ICANN<br />
			zu überlassen, sondern vielleicht wäre es bessser gewesen ein<br />
			internationales Gremium an die Vereinten Nationen anzuhängen. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Zwei kurze Bemerkungen: Ja wir brauchen neue Kooperationsformen und es wird ein langwieriger<br />
			und schwieriger Prozess sein, wie wir in bspw. im internationalen Umweltschutz erlebt haben. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Hauff:</th>
<td>
			Das zweite, wichtigere ist, wir müssen die Chancen des Internet mehr<br />
			betonen als die Risiken. Die Chancen für die Bürgerinnen und Bürger<br />
			sind noch völlig unausgeschöpft und es gibt eine Vielzahl von wirklich<br />
			verlockenden und interessanten Entwicklungen, die für den Einzelnen,<br />
			aber auch für die Wirtschaft als Ganzes interessant sind. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pfeifer:</th>
<td>
			Wenn Sie erlauben, würde ich das dann als Schlussstatement nehmen und Ihnen die Gelegenheit, Herr Minister,<br />
			für ein Statement geben.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Den Faden würde ich gerne nochmal aufnehmen. Ich fände es bedauerlich, wenn jetzt der Eindruck entstanden wäre, dass<br />
			wir die Risiken überbetont und die Chancen vernachlässigt hätten. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass wir die Chancen des Internets nicht sehen. Die Politik wird sich positiv durch die<br />
			neuen Kommunikationsmitteln verändern, was Flexibilität, Transparenz,<br />
			Legitimität angeht&#8230; 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Die Bundesregierung hat das erkannt und setzt mit D21 und anderen Initiativen auf<br />
			die Chancen und die Medienverschmelzung. Vielleicht wird beim nächsten Chat dann nicht mal mehr getippt.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Schily:</th>
<td>
			Ich bin angesichts der Geschwindigkeit der Innovation sehr optimistisch. Die Verbreitung des Internet geht<br />
			schneller als bei den alten Medien. Ich möchte mich mit einer optimistischen Haltung, einem positiven<br />
			Eindruck von unseren Chattern verabschieden!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>
			Liebe Podiumsgäste, liebe Chatteilnehmer. Vielen Dank im Namen von stern.de, politik-digital, TV1.DE<br />
			und staat modern, dass Sie sich Zeit für diese spannende Diskussion genommen haben. Wir haben sehr<br />
			viele Fragen leider nicht beantworten können. Alle Bürgerinnen und Bürger haben aber die<br />
			Möglichkeit, auf der Webseite des Innenministeriums <a href="http://www.staat-modern.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"><br />
			www.staat-modern.de</a> weiterzudiskutieren. Viel Spaß und nochmals vielen Dank.<br />
			Der nächste Chat findet am 27.9. hier mit dem Fraktionsvorsitzenden der SPD, Dr. Peter Struck, statt.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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