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	<title>Copyright &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Von Kristina Schröder bis Lawrence Lessig &#8211; Digitale Presseschau KW 43</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Solinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Oct 2012 15:43:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[Über die Durchleuchtung unserer E-Mails durch Microsoft, Alternativen zu teuren Wissenschafts-Verlagen, den Kampf um ein einfacheres Urheberrecht und die in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Über die Durchleuchtung unserer E-Mails durch Microsoft, Alternativen zu teuren Wissenschafts-Verlagen, den Kampf um ein einfacheres Urheberrecht und die in jeder Hinsicht spannende Beziehung zwischen Twitter und Saudi-Arabien: Dies und mehr in unserer Presseschau. Im Video der Woche wird der von Ministerin Kristina Schöder vorgestellte Filterschutz für Jugendliche unter die Lupe genommen.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p>[youtube http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&amp;v=nbeeArDdW3E w=630&amp;h=354]<br />
Lange wurde darauf gewartet, jetzt ist sie fertig: Eine Software zum Jugendschutz. Aber wie passt das mit einer Lockerung der Auflagen an pornographische Internetseiten zusammen? Die Dokumentation von ZAPP deckt große Lücken und irritierende Hintergründe auf.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2012-10/microsoft-nutzungsbedingungen-profile">Auch Microsoft liest E-Mails mit</a></h3>
<p>Haben Sie`s gewusst? Seit kurzem muss jeder, der bestimmte Microsoft-Dienste nutzen will,  einer erweiterten Benutzung seiner Daten zustimmen. Damit bleibt es nicht bei E-Mails: Die Firma darf jeden Inhalt, der in einem ihrer Dienste hochgeladen wird, nach eigenem Ermessen weiter verwenden. Patrick Beuth klärt auf und hofft auf die EU-Datenschutzverordnung.</p>
<h3><a href="http://www.freitag.de/autoren/the-guardian/sollten-diese-leute-wirklich-waehlen-duerfen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sollten diese Leute wirklich wählen dürfen?</a></h3>
<p>John Naughton kommentiert entnervt die neuesten Auswüchse des digitalen Blödsinns. Dass eigentlich ganz vernünftige Leute durch die bloße Option dazu motiviert werden, wie wild ihren Aufenthaltsort zu twittern, ihre Magentätigkeiten zu posten oder sich für virtuelle Medaillen an bestimmte Orte diktieren zu lassen, lässt den Autor an der Zurechnungsfähigkeit vieler Nutzer zweifeln.</p>
<h3><a href="http://blog.enquetebeteiligung.de/2012/10/freier-zugang-zu-staatlich-finanzierter-wissenschaft/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freier Zugang zu staatlich finanzierter Wissenschaft</a></h3>
<p>Wer es in der Universitätslandschaft zu etwas bringen will, der muss in Fachzeitschriften publizieren &#8211; unvergütet. Die Universitäten, die Forschung erst ermöglichen, müssen die gedruckten Ergebnisse von den Verlagen kaufen &#8211; für viel Geld. Dass da etwas falsch läuft, was einfach zu lösen wäre, beschreiben Christian Heise und Mercedes Bunz auf dem Blog Enquetebeteiligung.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2012-10/lawrence-lessig-copyright/seite-1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Copyright soll Autoren helfen, nicht Verlagen</a></h3>
<p>Professor Lawrence Lessig von der Harvard Universität kämpft für ein einfaches Urheberrecht. Für die Nutzung von geistigem Eigentum sollte nur bezahlen, wer damit Gewinn machen will; das Verlagswesen ist seiner Ansicht nach  ein unbequemes Relikt der Vergangenheit. Die Details seiner Ideen verrät Lessig im Interview mit der ZEIT.</p>
<h3><a href="http://www.basicthinking.de/blog/2012/10/22/twitter-und-saudi-arabien-eine-gespannte-aber-spannende-beziehung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter und Saudi-Arabien: Eine gespannte, aber spannende Beziehung</a></h3>
<p>Viele Saudis benutzten Twitter, um ihre Regierung zu kritisieren, sich zu organiseren und so die Arabische Revolution auf den Weg zu bringen; aber umgekehrt hat der saudische Prinz Bin Talal seit Ende 2011 dank einer 300 Millionen Dollar starken Investition Einfluss auf den Dienstleister. Dieter Petereit beleuchtet das Ausmaß dieser Verbindung.</p>
<h3><a href="http://www.cicero.de/blog/christian-jakubetz-unhipster/2012-10-23/schluss-mit-dem-google-lamento" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schluss mit dem Google-Lamento!</a></h3>
<p>Alle Welt scheint neuerdings etwas gegen Google zu haben: Zuviel Macht, die zu oft für die Interessen des Konzerns selbst eingesetzt würde. Christian Jakubetz bricht eine Lanze für die Suchmaschine und erinnert daran, dass Google eine Firma ist wie jede andere auch &#8211; und Alternativen jedem Suchenden im Netz frei stehen.</p>
<h3></h3>
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		<item>
		<title>Sam Muirhead: Ein Jahr &#8220;Open Source&#8221; leben</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/kopfe/sam-muirhead-ein-jahr-open-source-leben-119739/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Schwarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Aug 2012 09:50:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Köpfe]]></category>
		<category><![CDATA[Creative Commons]]></category>
		<category><![CDATA[Sam Muirhead]]></category>
		<category><![CDATA[Copyright]]></category>
		<category><![CDATA[Open-Source]]></category>
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					<description><![CDATA[[vimeo 45042224 w=630 h=354] Year of Open Source from Sam Muirhead on Vimeo. Die Nutzung von Open Source-Software und freien [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>[vimeo 45042224 w=630 h=354]</p>
<p><a href="http://vimeo.com/45042224">Year of Open Source</a> from <a href="http://vimeo.com/sammuirhead">Sam Muirhead</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p><strong>Die Nutzung von Open Source-Software und freien Online-Lexika ist das Ideal in einer freien Wissensgesellschaft. Gleichzeitig sind wir aber auch Mitglieder der modernen Konsumgesellschaft und wissen immer weniger, wie Dinge hergestellt werden. Der neuseeländische Künstler Sam Muirhead will ein Bewusstsein dafür schaffen und startet heute das Projekt &#8220;Year of Open Source&#8221;, mit dem er ein Jahr lang nach dem &#8220;Open Source-Prinzip&#8221; leben will.</strong></p>
<p>In unserem Alltag benutzen wir ganz selbstverständlich Geräte und Gegenstände, von denen wir wissen, wie sie funktionieren, aber selten sagen können, wie sie hergestellt werden. Was wir nicht selbst machen können, aber zum Leben benötigen, müssen wir kaufen. Das versetzt uns in eine  Abhängigkeit von Menschen mit dem Wissen über die Produktion und verleitet uns zugleich zum Konsum. Diese Marktlogik dominiert unsere Gesellschaft, in der Wissen zu schützenswertem Eigentum erklärt wird, um (kapitalistische) Geschäftsmodelle zu bewahren, die auf dieser Abhängigkeit basieren. Mit einem sehr ambitionierten Projekt probiert der in Berlin lebende neuseeländische Filmemacher Sam Muirhead nun aus, ob ein Leben nach dem &#8220;Open Source-Prinzip&#8221;  möglich ist. Mit seinem Experiment, das am heutigen1. August 2012 beginnt, will er zu einem neuen  Verständnis vom Verhältnis zwischen Konsum und Produktion schaffen.</p>
<p>Sam Muirhead hat in Neuseeland deutsche Geschichte und Filmproduktion studiert, ehe er für ein paar Jahre nach Südamerika ging. Geprägt von der Lebenswirklichkeit einer postkolonialen Gesellschaft, setzte er sich mit der jüngeren Geschichte südamerikanischer Länder auseinander und beschäftigte sich mit dem Neokolonialismus US-amerikanischer Unternehmen im 20. Jahrhundert. In ihm reifte die Überzeugung, dass diese Form von Wirtschaftsimperialismus zur Ausbeutung von wirtschaftlich weniger entwickelten Ländern und politischer Einflussnahme auf die Innenpolitik dieser Länder führte. Das seit 1900 in Mittel- und Südamerika aktive Früchteunternehmen <a title="Website Chiquita Brands International" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chiquita_Brands_International" target="_blank" rel="noopener noreferrer">United Fruit Company</a>, heute als Chiquita Brands International, Inc. bekannt, ist eines der bekanntesten Beispiele dafür. Als Sam die noch heute wahrnehmbare Folgen dieser Politik sah, kam er auf den Gedanken, dass die Menschen doch einfach selbst Unternehmen gründen sollten. Die Frage war nur, wie sich das bewerkstelligen lässt. Antworten fand der junge Filmemacher in dem Buch &#8220;<a title="Buch &quot;Die offenen Adern Lateinamerikas" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_offenen_Adern_Lateinamerikas" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die offenen Adern Lateinamerikas</a>&#8221; des uruguayischen Journalisten Eduardo Galeano, das sich mit den Auswirkungen der fünf Jahrhunderte andauernden ökonomischen Ausbeutung Lateinamerikas durch die Kolonialmächte auseinandersetzte. Auch &#8220;<a title="Buch &quot;The Wealth of Networks&quot;" href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Wealth_of_Networks" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Wealth of Networks</a>&#8221; des aus Israel stammenden Harvard-Jura-Professors Yochai Benkler, das sich mit den Vorzügen kollaborativ arbeitender Netzwerke beschäftigt und die auf Gemeingut beruhende Produktion unter Gleichen als Idee vertritt.</p>
<p>Diese Vorzüge finden sich insbesondere in der Open-Source-Bewegung der Softwareindustrie wieder, in der der Gedanke seinen Anfang nahm. Open Source bedeutet, dass der Quellcode einer Software offen ist, also von jedermann eingesehen und nach eigenen Vorstellungen verändert, kopiert und benutzt werden kann. Am Anfang der Computerindustrie war jede Software quelloffen, doch mit der wachsenden Bedeutung und den größeren Möglichkeiten der Monetarisierung des Codes wurden diese geschlossener und kommerzieller. Open Source war eine Reaktion anfangs nur weniger Programmierer auf diese Kommerzialisierung. Inzwischen ist daraus eine soziale Bewegung entstanden, die nicht nur Software, sondern das Wissen und die Kultur unserer Gesellschaft frei zugänlich machen möchte. Von diesem Ziel beseelt, widersetzt sich die Bewegung fast allen Regeln der Wirtschaft und des Urheberrechts. Nicht auf Gewinnmaximierung und Besitzdenken ausgerichtet, wollen Open Source-Projekte wie Wikipedia, Open Data, Open Access oder die Creative Commons-Bewegung neue Formen der Zusammenarbeit und des Gemeinsinns testen und mithilfe des Internet Menschen auf der ganzen Welt an dem kollektiven Schatz des freien Wissens teilhaben lassen. So auch Sam Muirhead, der von diesen Initiativen <em>profitieren</em>, ihnen aber auch eine selbst erprobte Beweiskraft zurückgeben möchte.</p>
<p>Dass es sich mit offener Software genauso gut, wenn nicht sogar zuweilen besser als mit proprietärer Software arbeiten lässt, wurde schon <a title="Blog des Linux-Bloggers Christoph Langner" href="http://linuxundich.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">häufiger</a> <a title="FOSS-Alternativen für Android aufzeigendes App-Portal Fdroid" href="http://f-droid.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bewiesen</a>. Dieses Prinzip aber in das analoge Leben zu übertragen, ist ein bisher kaum erprobter Versuch. Die tägliche Nahrungszufuhr ist dabei noch Sams geringstes Problem. Rezepte sind grundsätzlich nicht urheberrechtlich geschützt und auch die meisten Zutaten kann der aktive Hobby-Gärtner selbst anbauen. Seit zwei Jahren ist der 28-jährige Sam Mitglied im  Kreuzberger Nachbarschaftsgarten &#8220;Ton Steine Gärten&#8221;, wo er bereits jetzt ein politisches Zeichen für Ernährungssouveränität  in Form einer lokalen und klimaneutralen Produktion von Lebensmitteln, die nicht gentechnisch verändert oder patentiert sind, praktiziert. Worauf er aber seine Mahlzeiten zu sich nehmen wird, angefangen beim Geschirr oder den Möbeln im Esszimmer, muss er erst herausfinden. Keine leichte Aufgabe, denn der bislang passionierte Mac-Nutzer ist nach eigenen Aussagen handwerklich nicht sehr begabt. Findet er jedoch keine Produkte, deren Herstellung offen gelegt ist, muss Sam sie selbst herstellen. Berlin ist dafür seiner Meinung nach genau der richtige Ort, wenn nicht sogar einer der wenigen weltweit, an dem er das schaffen kann. Hier existiert eine Szene, die mit Freude kollaborativ zusammenarbeitet.</p>
<p>Gemeinsam mit dem Architekten Le Van Bo, dem Erfinder des sozialen Designprojekts &#8220;Hartz IV Möbel&#8221;, hat Sam sich schon sein eigenes One-SQM-Haus gebaut und erste handwerkliche Fähigkeiten erlernt. Auf diese Weise will er Stück für Stück sein gesamtes Mobiliar auf Open Source umstellen. Als nächstes will Sam herausfinden, wie er Kleidung und Schuhe selbst herstellen kann, wenn es keine nach dem Open Source-Prinzip produzierte Waren gibt. Seine Fortschritte wird er jede Woche in einem <a title="Blog Sam Muirhead" href="http://yearofopensource.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vlog</a> festhalten und den Menschen sein gesammeltes Wissen in Form von Wikis und Blogposts  zur freien Nutzung anbieten. Einen radikalen Umbruch strebt Sam Muirhead nicht an, und ein Wechsel von Null auf Hundert ist sicher auch nur schwer realisierbar, aber in aufeinander aufbauenden Schritten versucht er ein Jahr lang zu zeigen, dass eine andere Lebensweise möglich ist. Dabei wird er, wie auch die freie Software-Bewegung, auf die Hilfe und Zusammenarbeit der Gemeinschaft angewiesen sein.</p>
<p>Wenn sich eine Person findet, die wie Sam wissen möchte, wie sich zum Beispiel eigenständig Schuhe herstellen oder ein Spiegel bauen lassen, kann  mit ihm über sein Blog Kontakt aufnehmen und ihm helfen, den nächsten Schritt zu gehen. Sam Muirhead kennt dieses Bedürfnis nach Austausch schon vom Urban Gardening, denn auch hier finden sich Menschen zusammen, die nicht nur in einer Stadt zusammen sein, sondern sich in unserer sehr individualisierten Gesellschaft gemeinschaftlich geistig und körperlich betätigen wollen.</p>
<p>Sam Muirhead hat sich darauf eingestellt, dass dieses Projekt sein Leben (und das seiner verständnisvollen Freundin) grundlegend verändern wird. Bis zu einem gewissen Grad wird das Open Source-Leben möglich sein, doch es wird auch Momente  geben, in denen die Funktionalität des Gedanken an ihre Grenzen stoßen wird und geprüft werden muss. Ob nun in letzter Konsequenz auch Medikamente, Strom oder das Wohnhaus selbst Open Source sein müssen, sei dahin gestellt. Auch wie viel er im ersten Jahr erreichen kann. Ob das Projekt nach einem Jahr wirklich konsequent beendet sein wird, ist fraglich, denn viele Dinge wird Sam einfach aus Überzeugung in sein Leben integrieren und andere Menschen dazu inspirieren, es ihm teilweise gleich zu tun. Selbst wenn Sam nur eine Umsetzungsquote von  20 Prozent erreichen sollte, ist das ein Fünftel Anteil seines Leben, das er selbst entwickelt und bewusster gestaltet hat.</p>
<p style="text-align: left">Wer mehr über das Projekt &#8220;Year of Open Source&#8221; von Sam Muirhead wissen möchte, kann sich auf seinem <a title="Blog &quot;Year of Open Source&quot;" href="http://yearofopensource.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a> oder der <a title="Indiegogo-Kampagnenseite" href="http://www.indiegogo.com/yearofopensource?c=home" target="_blank" rel="noopener noreferrer">indiegogo-Kampagnenseite</a> informieren, über die Sam Muirhead zur besseren Verwirklichung Spenden sammelt. Je mehr Geld zusammen kommt, umso mehr kann Sam Muirhead ausprobieren und erkunden. Neben dem Geld ist aber vor allem die aktive Mithilfe der Community gefragt, die Grundlage jedes Erfolgs eines kollaborativen Projekts ist. Sam Muirhead ist u.a. via Twitter:<a title="Twitteraccount Sam Muirhead" href="https://twitter.com/YrOfOpenSource" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> @YrOfOpenSource </a>erreichbar.</p>
<p><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" rel="license"><img decoding="async" style="border-width: 0" src="http://i.creativecommons.org/l/by-sa/3.0/88x31.png" alt="Creative Commons Lizenzvertrag" /></a><br />
Dieses Werk bzw. Inhalt steht unter einer <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" rel="license">Creative Commons Namensnennung &#8211; Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Präventive Spurensuche nicht hinnehmbar</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/praeventive-spurensuche-nicht-hinnehmbar-5494/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Frank Vaccaro]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 15:26:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Urteil]]></category>
		<category><![CDATA[Copyright]]></category>
		<category><![CDATA[Netzneutralität]]></category>
		<category><![CDATA[Internetprovider]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/Justitia-auf-Karte_Magnus-Masnke_wikimedia.gif" alt="jusitizia_magnus-manske_cc_commons" align="left" width="140" height="116" />Internetprovider sind nicht gezwungen, ihren vollständigen Datenverkehr auf Urheberrechtsverletzungen zu überprüfen. Der Europäische Gerichtshof erklärte ein belgisches Gerichtsurteil für unwirksam, das einen Provider dazu verpflichtete, präventiv gegen Urheberrechtsverstöße vorzugehen.
<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Justitia-auf-Karte_Magnus-Masnke_wikimedia.gif" alt="jusitizia_magnus-manske_cc_commons" align="left" width="140" height="116" />Internetprovider sind nicht gezwungen, ihren vollständigen Datenverkehr auf Urheberrechtsverletzungen zu überprüfen. Der Europäische Gerichtshof erklärte ein belgisches Gerichtsurteil für unwirksam, das einen Provider dazu verpflichtete, präventiv gegen Urheberrechtsverstöße vorzugehen.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Der Europäische Gerichtshof reagiert in seinem <a href="http://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2011-11/cp110126en.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Urteil</a> auf die Klage eines Providers, der von einem belgischen Gericht dazu verpflichtet wurde, technische Vorkehrungen zu treffen, um Urheberrechtsverstöße insbesondere in Tauschbörsen zu verhindern. Die europäischen Richter erkennen das Urheberrecht zwar an, begründen ihre Entscheidung aber mit der Gefahr einer Totalüberwachung, die durch solche Maßnahmen geschaffen werde und die weder mit dem EU-Recht noch mit den Grundrechten vereinbar sei. Die Interessen der Rechteinhaber müssen mit den wirtschaftlichen Interessen der Internetanbieter und vor allem den Freiheitsrechten der Internetnutzer abgewogen werden, so die Richter in ihrem Urteil. Die präventive Spurensuche in den Daten ihrer Kunden halten die europäischen Richter für nicht hinnehmbar, nur um Urheberrechtsverletzungen zu verhindern. Auch sehen sie die Gefahr von Fehlbewertungen, durch die rechtmäßige Kommunikation unterbunden werden könne. Damit sei die Freiheit des Informationsaustausches insgesamt bedroht.<br />
Einschränkend betonten die Richter, dass dieses Urteil dezidiert für vorbeugende Maßnahmen gelte.
</p>
<p>
Bestehe ein begründeter Verdacht, dürften die Mitgliedsländer auch die Provider in die Pflicht nehmen. Olvier Süme, Vorstand der deutschen Internetwirtschaft eco, begrüßte die Entscheidung. Das Urteil sei richtungsweisend, da es Europas Bürger und Unternehmen vor Willkürentscheidungen ohne gesetzliche Grundlage schütze, so <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/urteil-zu-internet-providern-eu-gericht-verbietet-filesharing-filter-1.1217710" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Süme auf sueddeutsche.de</a>. Zudem seien Internetsperren wirkungslos und in wenigen Minuten zu umgehen. Dass es mit diesem Urteil auch in Deutschland immer schwieriger werde, repressive Regelungen durchzusetzen, da zunächst immer die Grundrechtskonformität nachgewiesen werden müsse, wird in einem Beitrag <a href="http://gruen-digital.de/2011/11/eugh-urteil-filter-und-sperrsysteme-mit-eu-recht-nicht-vereinbar/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">auf gruen-digital.de</a> zum EuGH-Urteil erläutert. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Digitale Presseschau &#8211; KW 23</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/digitale-presseschau-kw-23-5278/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jun 2011 17:48:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Open Access]]></category>
		<category><![CDATA[Cyber-Abwehr]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Estland]]></category>
		<category><![CDATA[Syrien]]></category>
		<category><![CDATA[Copyright]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="/digitale-presseschau-kw-23"><img src="/sites/politik-digital.de/files/logo-linkliste.png" align="left" height="149" width="136" /></a>Bei unseren Top-Links der Woche geht ein Beitrag als Sieger hervor, der  sich mit dem syrischen Aufstand gegen das Regime und der  fehlenden Vernetzung der Bevölkerung befasst. Weitere Themen:  UN vs. EU bei Internetfreiheit, Netz-Diktatur vs. Netz-Anarchismus, digitale Aufrüstung in Estland und Open Access an europäischen Spitzen-Universitäten.      
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei unseren Top-Links der Woche geht ein Beitrag als Sieger hervor, der sich mit dem syrischen Aufstand gegen das Regime und der fehlenden Vernetzung der Bevölkerung befasst. Weitere Themen: UN vs. EU bei Internetfreiheit, Netz-Diktatur vs. Netz-Anarchismus, digitale Aufrüstung in Estland und Open Access an europäischen Spitzen-Universitäten.</p>
<p><strong><a href="http://www.heise.de/tp/artikel/34/34880/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fehlende Vernetzung in Syrien?</a></strong></p>
<p><strong></strong>Das syrische Volk nutze im Zuge des Aufstandes gegen das Regime in Damaskus zwar Twitter, Facebook &amp; Co., sei aber gesellschaftlich kaum vernetzt. Das meint Madeleine Donati beim Medienblog Telepolis. Unterschiedliche Facebookseiten zur Volkserhebung machten die ethnische und konfessionelle Komplexität des Landes deutlich. So gebe es einen vielstimmigen Chor an Revoluzzern, und jeder koche sein eigenes Süppchen! Einer Gesellschaft, die 48 Jahre lang dazu erzogen wurde, nicht miteinander zu sprechen, sei eine Diskussionskultur eben noch neu.</p>
<p><a href="http://www.theatlantic.com/technology/archive/2011/06/the-wests-coming-internet-war/240044" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Freie Meinungsäußerung im Netz</strong></a></p>
<p>Könnten die beiden größten transnationalen Institutionen, die UN und die EU, bald in einen komplexen, ideologischen Kampf um das Recht der Menschen auf digitale Meinungsäußerung verfallen? Dieser Frage geht John Hendel im US-amerikanischen Online-Magazin The Atlantic nach. Dabei nimmt er Bezug auf den am <a href="http://www2.ohchr.org/english/bodies/hrcouncil/docs/17session/A.HRC.17.27_en.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vergangenen Freitag veröffentlichten</a> und von <a href="/un-bericht-klare-kritik-an-netz-zensur" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de zusammengefassten</a> UN-Bericht über die Förderung und den Schutz der Meinungs- und Redefreiheit im Internet. Die dem Bericht zugrunde liegende Vorstellung von freier Meinungsäußerung lasse sich kaum mit europäischen Sensibilitäten im Hinblick auf die Privatsphäre zusammenbringen. Das wachsende Recht, im Netz vergessen zu werden, ließe sich kaum mit der UN-Botschaft in Einklang bringen.</p>
<p><a href="http://www.theeuropean.de/yascha-mounk/6935-urheberschutz?utm_source=owly&amp;utm_campaign=TE-Postings" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Offline-Strafrecht auch online?</strong></a></p>
<p>Zwischen den vermeintlichen Extremen der Absicht zur Internet-Regulierung auf der einen und der totalen Freiheit im Internet auf der anderen Seite versucht der Journalist Yascha Mounk im Debattenmagazin The European einen Mittelweg aufzuzeigen. Was offline unter Strafe stehe, solle dies auch online tun – unter gleichzeitiger Wahrung der Schutzrechte des freiheitlich-demokratischen Staats für die Bürger. So auch beim Urheberrecht: Raubkopierern sollten die gleichen Strafen blühen wie Ladendieben. Fraglich bleibt, ob diese von ihm selbst eingestandene naive und verkürzte Herangehensweise an derlei rechtliche Materie zielführend ist.</p>
<p><a href="http://spectrum.ieee.org/telecom/internet/privacy-publicness-and-the-web-a-manifesto" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Prinzipien für digitale Welt</strong></a> (<a href="http://blog.spackeria.org/2011/06/06/privatsphare-offenheit-und-das-netz-ein-manifest/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsche Übersetzung</a>)</p>
<p>Jeder Internet-Nutzer hinterlässt auf die eine oder andere Art Spuren im Netz. Das entspricht häufig auch einer gewissen Notwendigkeit, um sich gegenseitig zu vernetzen und miteinander zu kommunizieren. Beispielsweise, wenn wir dies über soziale Netzwerke wie Google oder Facebook tun. Der US-amerikanische Journalismus-Professor Jeff Jarvis meint in seinem Beitrag für das Technologie-Magazin IEEE Spectrum, dass diese Internetdienste genauso wie er selbst an eine offene Gesellschaft glaubten und dass wir am Beginn einer Ära der Offenheit stünden. Zugleich müsse es jedoch bestimmte Prinzipien für diese neue Welt geben, auf die Bürger sich berufen könnten, wenn Staaten oder Unternehmen das Netz zensieren oder kontrollieren wollten. Jarvis erstellte dazu den <a href="http://www.buzzmachine.com/2011/05/23/a-hippocratic-oath-for-the-internet" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Entwurf eines Manifests</a>, das den Anfangspunkt einer weiterführenden Debatte bilden soll und hat es damit auf den vierten Platz unserer wöchentlichen Link-Rangliste geschafft.</p>
<p><a href="http://wissen.dradio.de/estland-digitale-aufruestung.36.de.html?dram:article_id=10580&amp;sid" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Digitale Aufrüstung</strong></a></p>
<p>Dass Estland als Vorreiter für die digitale Vernetzung gilt, ist kein Geheimnis. Davon hatte auch politik-digital.de zuletzt im Zusammenhang mit dem <a href="/estland-e-Voting-online-wahl-e-partizipation-e-demokratie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dortigen E-Voting </a><a href="/estland-e-Voting-online-wahl-e-partizipation-e-demokratie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtet</a>. Zugleich ist das Land aber auch besonders anfällig für Cyber-Attacken, wie im Jahr 2007 geschehen, als es Hackern per DDoS-Attacke gelang, Server der estnischen Regierung sowie von Banken, Medien und Unternehmen über längere Zeit lahmzulegen. Auf Platz fünf unserer Linkfavoriten der Woche steht ein Audio-Beitrag bei DRadio Wissen von Birgit Johannsmeier, die berichtet, dass die Esten aus dieser Erfahrung heraus eine Freiwilligen-Armee aus IT-Experten zur Cyber-Abwehr ins Leben riefen, um für die Zukunft besser gewappnet zu sein. Es gebe gar Überlegungen zur Einführung einer Cyber-Wehrpflicht in dem baltischen Staat.</p>
<p><a href="http://www.faz.net/artikel/C30901/open-access-es-wird-zeit-alle-alles-lesen-zu-lassen-30428100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Open Access an europäischen Spitzen-Unis</strong></a></p>
<p>Der freie Zugang zu wissenschaftlicher Literatur im Netz, sprich: Open Access, steht jetzt auch ganz oben auf der Agenda europäischer Spitzenuniversitäten. Hans-Jochen Schiewer berichtet auf faz.net, dass diese der Öffentlichkeit in Kürze ein gemeinsames Strategiepapier (LERU Roadmap Towards Open Access) zum Thema Open Access vorstellen wollen. Der Rektor der Freiburger Universität setzt sich des weiteren mit dem Einsatz von Open Access im wissenschaftlichen Betrieb auseinander und leitet daraus notwendige Forderungen ab. Dazu gehört für ihn der Betrieb digitaler Bibliotheken in den Unis, in denen Forschungsergebnisse nach Qualitätsprüfung frei verfügbar gemacht werden. Open Access sei der richtige Weg zu einem ernsthaft offenen Zugang zu Wissen und wissenschaftlicher Erkenntnis.</p>
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		<title>Netzkunst Teil 2: „Amazon Noir“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzkunst-teil-2-amazon-noir-3724/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jan 2008 17:28:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Picidae]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon Noir]]></category>
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					<description><![CDATA[Teil zwei unserer  Netzkunst-Reihe beschäftigt sich mit einer Kunstaktion zur Befreiung des Wissens.  Eine Gruppe amerikanischer Künstler nutzte im Jahr 2006 die Vorschaufunktion des Online-Buchhändlers Amazon, um komplette copyrightgeschütze Bücher für die Allgemeinheit zugänglich zu machen – jetzt sind sie für den transmediale.08 Award nominiert.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Teil zwei unserer  Netzkunst-Reihe beschäftigt sich mit einer Kunstaktion zur Befreiung des Wissens.  Eine Gruppe amerikanischer Künstler nutzte im Jahr 2006 die Vorschaufunktion des Online-Buchhändlers Amazon, um komplette copyrightgeschütze Bücher für die Allgemeinheit zugänglich zu machen – jetzt sind sie für den transmediale.08 Award nominiert.<br />
<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<a href="http://www.amazon-noir.com/news.html" target="_blank" title="Amazon Noir" rel="noopener noreferrer">Amazon Noir – The Big Book Crime</a> ist ein Projekt der bekannten Netzkunst-Gruppe <a href="http://www.ubermorgen.com/2007/index.html" target="_blank" title="ubermorgen.com" rel="noopener noreferrer">ubermorgen.com</a>. Diese nutzten die „Search-inside-the-Book“-Funktion des &#8211; wie die Netzkünstler das Unternehmen nennen &#8211; „mütterlichen Buchverkäufers“ Amazon um die Inhalte kompletter Bücher der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.<br />
Die Funktion ermöglicht es Kunden von Amazon, sich durch eine Stichwortsuche bestimmte Passagen aus Bücher zum Probelesen anzeigen zu lassen.
</p>
<p>
Die Netzkünstler entwickelten ein Tool, das die Suchfunktion automatisch mit Begriffen versorgte, bis der komplette Inhalt eines Buches aus den einzelnen Passagen zusammengesetzt und als pdf-Datei gespeichert werden konnte. Pro Buch waren hierfür ca. 5000 – 10000 Anfragen nötig. Insgesamt stahlen die Netzkünstler eigenen Angaben zufolge über 3000 Bücher und stellten sie der Öffentlichkeit zur Verfügung.
</p>
<p>
Amazon leitete rechtliche Schritte gegen Aktion der Netz-Künstler ein, es kam jedoch zu einer außergerichtlichen Einigung. Beide Parteien unterzeichneten ein Stillschweigeabkommen und die verwendete Software wurde zu einem geheimen Preis an Amazon USA/Frankreich verkauft.
</p>
<p>
Für den transmediale.08 Award nominiert ist übrigens auch das bereits seit einiger Zeit laufende Netzkunst-Projekt <a href="http://www.picidae.net/" target="_blank" title="Picidae" rel="noopener noreferrer">Picidae</a>, das sich gegen Zensur im Internet richtet.</p>
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		<title>Open Source Nation Brasilien</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-mrichter_fossnationbrasil061019-shtml-2902/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mrichter]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Oct 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieser Text steht unter CreativeCommons-
                              Lizenz und darf unter Namensnennung der Autorin zu nichtkommerzieller Nutzung unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Die Autorin des im Januar verfassten Textes, Meike Richter, hat ihre Magisterarbeit zum Thema auf ihrer Website fair-code.net 
                              veröffentlicht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Text steht unter CreativeCommons-<br />
                              <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lizenz</a> und darf unter Namensnennung der Autorin zu nichtkommerzieller Nutzung unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Die Autorin des im Januar verfassten Textes, Meike Richter, hat ihre Magisterarbeit zum Thema auf ihrer Website fair-code.net<br />
                              <a href="http://www.fair-code.net/faircodeblog/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=19&amp;blogId=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veröffentlicht</a>.<!--break--></p>
<p>
                              <strong>(Artikel, 19. Oktober 2006) Brasilien geht pro Linux und macht sich für eine Neuregelung geistiger Eigentumsrechte stark. Die Südamerikaner führen eine Reihe von Entwicklungs- und Schwellenländern an, die sich auf diesem Wege aus wirtschaftlicher Abhängigkeit befreien wollen.</strong>
                            </p>
<p>Seit einigen Jahren verfolgt Brasilien eine ganz eigene Entwicklungspolitik. Das südamerikanische Land kehrt Bill Gates&#8217; Imperium den Rücken und fördert den Einsatz und die Entwicklung von<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/FOSS" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freier/ Open Source Software</a> (FOSS). Begonnen hat die pro-Linux-Politik auf kommunaler und Bundesebene, seit dem Wahlsieg der<br />
                            <a href="http://www.ptb.org.br/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeiterpartei</a> unter Präsident Luiz Inácio Lula da Silva gehört die Förderung von offenem Code zum Regierungsprogramm. Die Brasilianer haben erklärt, 80% der neu anzuschaffenden Computer mit Open Source Software auszustatten. Auch die existierende öffentliche IT-Infrastruktur migriert auf FOSS, und staatlich geförderte Software soll unter freien Lizenzen veröffentlicht werden. Außerdem ist freie Software Bestandteil nationaler Programme zur Überbrückung des Digital Divide, denn ein Großteil der Brasilianer hat<br />
                            <a href="http://www.heise.de/ct/04/02/044/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">keinen Zugang</a> zu Informations- und Kommunikationstechnologien (ICTs) wie dem Internet. Mit der Überwindung des digitalen Grabens ist der Anspruch verbunden, gleichzeitig wirtschaftliche, politische und soziale Entwicklung zu fördern. Diese Hoffnung speist sich aus dem Umstand, dass Zugang zu Information und Wissen, seine Schaffung und Verbreitung, ein zentraler Machtfaktor in einer globalisierten, vernetzten Welt ist.</p>
<p>Und hier nun kommt Software ins Spiel – fungiert sie doch als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Die weiche Ware besteht nicht nur aus Information, sondern ist gleichsam der Zentralschlüssel zu digitalen Datenräumen und Wissen aller Art. Eines der Hauptargumente der Brasilianer für Linux lautet, dass es ökonomisch sinnvoller ist, Staatsgelder für die Ausbildung lokaler Arbeitskräfte auszugeben, als die finanziellen Ressourcen ins Ausland zu transferieren, um dort Software-Lizenzen einzukaufen. Denn anders als bei proprietärer Software, beispielsweise dem Betriebssystem Windows von Microsoft, fußt das ökonomische Wertschöpfungsmodell nicht auf Erhebung von Lizenzgebühren. Stattdessen bringen Serviceleistungen um die Software herum Gelder ein. Freie Software ist längst kein Spielzeug für Technik-begeisterte Bastler mehr. Konzerne wie IBM oder Novell Suse und eine Vielzahl kleiner und mittlerer Unternehmen erwirtschaften mit diesem speziellen Code Profit. Der<br />
                            <a href="http://www.mozilla.com/firefox/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Firefox-Browser</a>, Linux-basierte Betriebssysteme wie Debian oder das Office-Paket<br />
                            <a href="http://www.openoffice.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OpenOffice</a> zählen zu den bekanntesten Anwendungen. Brasilien hat eine sehr aktive FOSS-Szene. Die weltweit ersten mit Open Source betriebenen Bankautomaten haben die Südamerikaner entwickelt.</p>
<p>Freie Software hat, geschützt durch spezielle Lizenzen, eine ganz eigene Kultur und Ökonomie, die sich aus ihren vier Haupt-Merkmalen ergibt: die Software darf ohne jede Einschränkung benutzt werden, der Quellcode ist verfügbar, er darf verändert und es darf aus ihm gelernt werden, die Software darf ohne Einschränkungen und ohne Zahlungsverpflichtungen kopiert und weitergegeben werden, die Software darf verändert und in veränderter Form weitergegeben werden.<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Quellcode" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Quellcode</a> ist die „DNA“ des Programmcodes, bestehend aus Textbefehlen, geschrieben in einer höheren Programmiersprache. Entwicklung und Anpassung von Software ist nur in dieser Rohform möglich. Open Source Software entsteht innerhalb offener Netzwerk-Strukturen, in denen Informatik-Studenten, Hobby-Programmierer und IT-Profis über Ländergrenzen hinweg miteinander kooperieren.</p>
<p>Weil bei FOSS der Bauplan frei zugänglich ist, schätzen die Südamerikaner diese Art Code. Marcel Tosatti, Brasilianer und ehemaliger Hüter des Linux-<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kernel" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kernel</a>, drückt es so aus: „Die Technologie und die Lizenz gibt den Ländern der Dritten Welt die Chance, nicht mehr Sklaven irgendeiner Technologie zu sein. So kann jedes Land eigene Technologien entwickeln.“ Nicht zuletzt weil proprietäre Software die Anpassung an lokale sprachliche Bedürfnisse oft unmöglich macht, empfinden ärmere Länder ihre Benutzung als eine Art „elektronische Kolonisierung“. Eine generelle Unzufriedenheit mit Preisstruktur, Lizenzmodellen und Service des global mächtigsten proprietären Software-Produzenten – Microsoft – spielt eine zentrale Rolle. Tatsächlich handelt sich der Konzern immer wieder Klagen wegen wettbewerbswidriger<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft#Die_Antitrust-Klage_und_die_drohende_Spaltung_der_Firma" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Praktiken</a> ein. Auch die entwickelte Welt stört sich zunehmend an der Monopolstellung Microsofts und findet in freier Software eine willkommene Alternative. Die Stadt<br />
                            <a href="http://www.muenchen.de/Rathaus/referate/dir/limux/89256/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">München</a> beispielsweise ist dabei, ihre gesamte Verwaltung auf FOSS zu migrieren.</p>
<p>Brasiliens pro-Linux Politik ist eng verknüpft mit den Auseinandersetzungen um geistige Eigentumsrechte. Entwicklungs- und Schwellenländer erklären seit Jahren, dass die existierenden Copyright-und Patentsysteme nicht zu ihrem Vorteil arbeiten, sondern die Interessen entwickelter Länder beziehungsweise der dort ansässigen Unternehmen reflektieren. Die ursprüngliche Idee hinter geistigem Eigentum ist einleuchtend: Erfinder und Kreative bekommen ein zeitlich befristetes Monopol auf ihre Erzeugnisse und können wegen Ausschaltung des Wettbewerbs hohe Preise verlangen. Obwohl die Ideen temporär nicht von anderen genutzt und weiterentwickelt werden dürfen und Folge-Innovationen sich somit verzögern, rechnet sich das Konzept. Denn der Staat schafft auf diesem Wege Anreize für Innovation. Kritiker sagen, dass die kontinuierliche Ausweitung geistiger Eigentumsrechte, etwa auf mathematische Algorithmen, Gene oder Pflanzen, das System pervertiert und Innovation verhindert. Nicht mehr die besten Ideen, sondern die teuersten Anwälte setzten sich durch. Im Falle von armen Ländern tritt das Problem verschärft zutage. Sie verfügen kaum über Patente und Copyrights und die Möglichkeiten,<br />
                            <a href="http://www.dailytimes.com.pk/default.asp?page=story_16-8-2005_pg5_12" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sie</a> durchzusetzen. Bei der World Intellectual Property Organisation (WIPO) führt Brasilien eine Reihe von Entwicklungs- und Schwellenländern an, die sich für eine Neubewertung geistiger<br />
                            <a href="http://www.irights.info/index.php?id=381" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eigentumsrechte</a> einsetzen. Die WIPO ist eine UN-Agentur, die Markenrechte, Patent- und Copyrightsysteme global verbindlich festlegt. Es ist kein Zufall, dass gerade die Brasilianer auf neue Konzepte betreffend geistiges Eigentum setzen. In den 1990ern waren sie die ersten, die ernsthaft gedroht haben, im öffentlichen Interesse Patente auf überteuerte AIDS-Medikamente zu verletzen. Und zwar unter einer konservativen Regierung.</p>
<p>Die offene Regelung geistiger Eigentumsrechte bei freien Software-Systemen wie Linux soll helfen, technologisch und wirtschaftlich unabhängiger zu werden. Denn bei Software geht es nicht nur um Code, sondern um Rechte, Kontrolle, Sicherheit, Transparenz und Macht. Software ist eher ein Prozess denn ein Produkt – um sie einsatzfähig zu halten, ist kontinuierliche Weiterentwicklung unerlässlich. Während proprietäre Technologien nur denen offen stehen, die sie sich leisten können, erlaubt Freie Software Zugang zu Wissen und Informatik der entwickeltesten Länder.</p>
<p>Ob Brasiliens pro-Linux Politik weiter voranschreitet, bleibt indes abzuwarten. Ist sie doch eng verbunden mit dem Schicksal der Arbeiterpartei. Die Förderung Freier Software gewinnt aber auch in anderen Ländern Lateinamerikas an Bedeutung: seit September 2005 ist in Peru Einsatz und Förderung freier Software<br />
                            <a href="http://www.bundestux.de/show/88304.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gesetzlich festgeschrieben</a>.</p>
<p>Man darf die brasilianische Politik nicht als bloßes Armuts-Bekämpfungsprogramm abtun. Dahinter steht die Absicht, kommerziellen und gesellschaftlichen Mehrwert ohne klassischen Schutz geistigen Eigentums zu schaffen, sondern mit neuen Copyright- und Patentmodellen, die an die Bedürfnisse moderner Wissensgesellschaften angepasst sind. Wissen ist ein ganz besonderes Gut: es wächst durch Teilung.</p>
<p>
                              <strong>Dieser Text steht unter CreativeCommons-<br />
                              <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lizenz</a> und darf unter Namensnennung der Autorin zu nichtkommerzieller Nutzung unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Die Autorin des im Januar verfassten Textes, Meike Richter, hat ihre Magisterarbeit zum Thema auf ihrer Website fair-code.net<br />
                              <a href="http://www.fair-code.net/faircodeblog/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=19&amp;blogId=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veröffentlicht</a>.</strong><br />
                              
                            </p>
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		<title>Der Bundestag erforscht die netzbasierte Kommunikation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Oct 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
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		<title>Copyright-Diskurs im Internet</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/der-bundestag-erforscht-die-netzbasierte-kommunikation/copyright-diskurs-im-internet-2449/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Oct 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Über 100 deutschsprachige Websites identifizierte politik-digital.de auf der Suche nach Angeboten, die sich mit dem Thema „Copyright und Urheberrecht“ beschäftigen. Eine Umfrage unter über 11.000 Nutzern ergab: Masse macht noch keine Klasse.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Über 100 deutschsprachige Websites identifizierte politik-digital.de auf der Suche nach Angeboten, die sich mit dem Thema „Copyright und Urheberrecht“ beschäftigen. Eine Umfrage unter über 11.000 Nutzern ergab: Masse macht noch keine Klasse.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Auch politik-digital.de steuerte mit der Studie „Copyright und Urheberrecht. Formen und Strukturen des netzbasierten Diskurses“ einen Beitrag zum Forschungsprojekt „Analyse netzbasierter Kommunikation unter kulturellen Aspekten“ des Deutschen Bundestags bei. Die Frage war, ob sich innerhalb des Netzes eigene Diskurs-Strukturen zum Thema Copyright und Urheberrecht herausbilden, die sich von der Offline-Diskussion unterscheiden.</p>
<p>Im Sommer 2004 wurde auf politischer Ebene die Novellierung der Urheberrechtsgesetzgebung mit dem 2. Korb vorbereitet. Der wahrgenommene breite Diskurs zum Thema im deutschsprachigen Internet bot sich für eine exemplarische Untersuchung an, da gerade die neuen Vervielfältigungsformen des Internets diese Neuformulierung nötig machten und da daher Internetnutzer an dem Gesetzgebungsverfahren Interesse zeigen müssten.</p>
<p>Tatsächlich waren die Autoren erstaunt über die lebendige Szene, die sich im Netz mit dem Thema befasst. 113 Websites, die sich mit dem Thema beschäftigen, wurden im Sommer 2004 identifiziert und beschrieben. Auf eine Nutzerumfrage zum Thema reagierten innerhalb von vier Wochen über 11.000 Menschen.</p>
<p>Im Mittelpunkt der Studie standen dabei die heute verfügbaren und genutzten Formen der Kommunikation im Internet durch die Bürger. Die Formen der Kommunikation sind dabei in unterschiedlichen Ausprägungen und Formaten sichtbar. Am augenfälligsten ist die Kommunikation von Nutzern in Online-Foren, doch auch andere Formate wie Mailinglisten, Chats oder Weblogs sind sichtbar. Neben der Kommunikation nahm die Analyse der Informations- und Partizipationsangebote im Netz breiten Raum der Studie ein.</p>
<p>Die Ergebnisse sind ernüchternd: Zwar gibt es viele Informations- und einige Kommunikationsangebote. partizipative Angebote aber sind Mangelware. Zudem gibt es kaum neutrale Orte, an denen ein Austausch zwischen den unterschiedlichen Positionen stattfindet; die Abwesenheit von neutralen, glaubwürdigen Angeboten wird dabei von vielen Nutzern bemängelt.</p>
<p>Mittels Online-Fragebogen wurde die Einstellung der Nutzer zum Thema erhoben. Ein Fragebogen wurde auf den kooperierenden Internetseiten Heise.de, GIGA.de, Hartabergerecht.de, IFPI.de, Privatkopie.net und Faires-urheberrecht.de geschaltet. 11.050 Fragebögen wurden nach der Erhebungsphase im Sommer 2004 ausgewertet, ein großer Teil der Fragebögen wurde von den Nutzern der heise-Website ausgefüllt. Die Befragten können als stark urheberrechts-kritisch, zum Thema gut informiert und diskurs-interessiert beschrieben werden.</p>
<p>Der Online-Diskurs zum Thema wird weitgehend als von Interessenverbänden und Bürgerinitiativen / Privatpersonen dominiert gesehen. Es besteht eine hohe Bereitschaft, sich an Unterschriftenaktionen oder Abstimmungen / Petitionen zum Thema zu beteiligen. Die Form der Online-Debatte wird weitgehend als kontroverser und emotionaler geführt wahrgenommen als in anderen Medien, jedoch nicht als sachlicher. Das Internet bietet aus der Sicht der Befragten im Themenbereich den Vorteil, mehr Meinungsaustausch bieten zu können als andere Medien. Den wichtigsten persönlichen Vorteil der Online-Nutzung zum Thema sehen die Nutzer darin, Informationen zu erhalten und andere Meinungen kennen zu lernen.</p>
<p>Zusätzlich wurden vier Experten der Seiten IFPI.de, Hartabergerecht.de, Privatkopie.net und Faires-urheberrecht.de zu ihrer Einschätzung des netzbasierten Diskurses im Themenfeld Copyright/Urheberrecht befragt. Auch die ergänzenden Freifeld-Texte der vorhergehenden Nutzerbefragung wurden einer Analyse unterworfen. Die Experten bewerten die Möglichkeiten der netzbasierten Kommunikation skeptisch, da mit den vorhandenen Resourcen keine ausreichende Qualität der Debatte gewährleistet werden könne. Dies trifft besonders für das Angebot an öffentlichen Online-Foren zu.</p>
<p>Die Auswertung der Nutzerkommentare lässt ein starkes Interesse an qualitativ hochwertigen, neutralen und verbrauchernah aufbereiteten Informations- und Kommunikationsangeboten erkennen. Der Mangel an solchen Internet-Angeboten wird beklagt, unter anderem dem Staat die Rolle eines Anbieters für derartige Angebote zugeschrieben. Zudem wird eine stark ausgeprägte Bereitschaft der Befragten erkennbar, sich an regierungs- und urheberrechtskritischen Kampagnen zu beteiligen.</p>
<p>Angebote von Staat und Parteien sind wenig vorhanden und werden entsprechend wenig wahrgenommen. Gleichzeitig wird diesen Akteuren überraschend eine hohe Glaubwürdigkeit für eine neutrale Moderation des sich radikalisierenden Diskurses zugesprochen. Die Nutzer fordern wiederholt zentrale, glaubwürdige, verlässliche und nicht interessengeleitete Angebote, deren Anbieter durchaus auch der Staat sein könnte. Gewünscht wurde dabei neben Neutralität auch eine Möglichkeit, einen Austausch zwischen den verschiedenen Meinungen herzustellen, der nachvollziehbar und transparent ist.</p>
<p>Der in öffentlichen Foren, Weblogs oder anderen Kommunikations-Formaten wahrgenommene Diskurs wirkt trotz der Masse qualitativ wenig ausgereift, oft emotionalisiert und eher meinungsstärkend denn meinungsbildend. Ein Austausch zwischen den Kontrahenten des Diskurses ist kaum wahrzunehmen.</p>
<p>Partizipationsangebote konnten kaum identifiziert werden und beschränken sich in der Regel auf die Teilnahme an Online-Unterschriftenaktionen und Umfragen. Die Nutzer hatten wenige Vorstellungen davon, inwieweit Formate der e-Partizipation in den Online-Diskurs zum Thema Copyright und Urheberrecht integriert werden könnten. Diese verbreitete Ratlosigkeit spiegelt allerdings auch wieder, dass im deutschsprachigen Netz bis heute keine ausreichend fundierten Angebote in diesem Bereich sichtbar sind. Perspektivisch sollten weitere Beteiligungs-Formate eingeführt werden, damit sich Online-Partizipation nicht einzig über das Unterschreiben von Online-Petitionen definiert. Die Bereitschaft, sich an den bekannten Partizipations-Angeboten zu beteiligen ist derweil sehr groß, was den Wunsch der Nutzer nach solchen Formen der Beteiligung nahe legt. Nicht überraschend in diesem Zusammenhang ist, dass eine hohe Bereitschaft geäußert wird, sich an Kampagnen gegen die Film- und Musikindustrie zu beteiligen.
</p>
<p>
Bei Interesse an der Studie (184 Seiten) wenden Sie sich bitte an Christoph Dowe,<br />
<a href="mailto:cdowe@politik-digital.de">cdowe@politik-digital.de</a>.
</p>
<p>
Zur executive Summary<br />
<a href="/cdoweexecsummary051006.shtml">hier lang</a>.
</p>
<p>
<b>Weiterführende Links:</b>
</p>
<ul>
<li>
	<a href="/edemocracy/netzkultur/index.shtml#tab">Dossier: Der Bundestag untersucht die netzbasierte Kommunikation</a>
	</li>
<li>
	<a href="/linkliste051006_1.shtml">Kommentierte Linkliste der 113 identifizierten Websites zum Thema Copyright und Urheberrecht</a>
	</li>
</ul>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/der-bundestag-erforscht-die-netzbasierte-kommunikation/copyright-diskurs-im-internet-2449/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Kommentierte Linkliste Copyright im Netz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Oct 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der Bundestag erforscht die netzbasierte Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetzgebung]]></category>
		<category><![CDATA[geistiges Eigentum]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Copyright]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
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					<description><![CDATA[113 Websites zu Copyright und Urheberrecht im Internet aus unserer Studie für das Technikfolgenabschätzungsbüro beim Deutschen Bundestag.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>113 Websites zu Copyright und Urheberrecht im Internet aus unserer Studie für das Technikfolgenabschätzungsbüro beim Deutschen Bundestag.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<a href="http://www.aol.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>I. America Online Deutschland (AOL)</b><br />
</a><br />
<br />
<img decoding="async" src="/studie/tabsummary/AOLDE.jpg" align="left" height="110" width="177" /><br />
<br />
Der Internet-Anbieter „America Online Deutschland“ hat seinen Sitz in Hamburg und ist das Tochterunternehmen des „weltweit größten Medien- und Kommunikationsunternehmens“ „AOL TimeWarner“. Das Portal bietet Informationen in Form von Agenturmeldungen. Der News-Bereich wird von der Zeitschrift „PC-Welt“ betreut. Diese zielt in ihrer Berichterstattung auf eine Handhabung der Urheberrechtsfrage aus Sicht der Urheberrechtsinhaber ab. In einem eigenen Musik-Portal kann Musik erworben werden und der Nutzer wird auf andere legale Tauschbörsen, wie „iTunes“ der Firma „Apple“ verwiesen. Ergänzt wird das Partizipationsangebot durch eine kleine Umfrage.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.kinobefreiungsfront.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">2. Apollo-Kino, Kinobefreiungsfront</a><br />
</b><br />
<br />
<img decoding="async" src="/kinobefreiungsfront.jpg" align="left" height="123" width="177" /> Diese Kampagne des Apollo-Service-Kinos hat sich dem Kampf gegen Internetpiraterie und illegalen Download von Kinofilmen aus dem Netz zum Ziel gesetzt. Die Website kann der Gruppe der Wirtschaftsakteure zugeordnet werden. Es werden Forderungen wie erhöhte Kontrollen oder Sicherheitsvorkehrungen aufgestellt. Sowohl Verleiher, Betreiber, Mitarbeiter, Videothekenbesitzer, als auch Kinobesucher werden aufgefordert, „ein Bild von Ihrem Widerstand mit Name und Funktion“ zu schicken. In einem vom Hauptverband Deutscher Filmtheater e.V. betriebenen und von der Seite verlinkten Forum wird zum Thema Urheberrecht diskutiert.
</p>
<p>
<a href="http://www.attac.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<b>3. Attac</b><br />
</a><br />
<br />
<img decoding="async" src="/studie/tabsummary/Attac.jpg" align="left" height="110" width="177" /><br />
<br />
Die Website der internationalen globalisierungskritischen Bewegung „Attac“ bietet zum Thema Urheberrecht viele Hintergrund-informatioen vor allem im Zusammenhang mit dem Diskurs um „Bildung als Ware“. Zum Zeitpunkt der Erhebung entwickelten die „AG Wissensallmende und freier Informationsfluß“ und die „Stiftung bridge – Bürgerrechte in der digitalen Gesellschaft“ in Zusammenarbeit mit dem „Chaos Computer Club“, dem „Netzwerk neue Medien“ und „Privatkopie.net“ gerade eine Kampagne für die Kulturflatrate. Das „Attac“-Forum und gesonderte Debatten bieten Raum zu Diskussionen. Zum Erhebungszeitpunkt gab es jedoch keine thematischen Beiträge.
</p>
<p>
<a href="http://www.audiofire.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<b>4. AudioFire MP3 – Community</b><br />
</a><br />
<br />
<img decoding="async" src="/studie/tabsummary/audiofire.jpg" align="left" height="110" width="177" /><br />
<br />
Diese von Privatpersonen betriebene Website widmet sich den Themen MP3, Musikdownload und Filesharing. Auch im Forum wird hauptsächlich zu MP3 diskutiert. Der Schwerpunkt der Seite liegt auf dem Bereich für registrierte Mitglieder. Für den Nutzer besteht die Möglichkeit, als freier Mitarbeiter den Inhalt von AudioFire.de aktiv mitzugestalten. Nicht registrierte Benutzer können den Team-Mitarbeitern etwas in ihr Gästebuch schreiben und vorgestellte Produkte bewerten. Neben den interaktiven Tools finden sich viele ältere informative Artikel zum Thema. Der letzte Newseintrag war zum Erhebungszeitpunkt bereits ein Jahr alt.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.audio-on-demand.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">5. Audio-on-Demand</a><br />
</b><br />
<br />
<img decoding="async" src="/studie/tabsummary/audiodemand.jpg" align="left" height="110" width="177" /><br />
<br />
„Audio-on-demand.de“ wird von der Deutschen Telekom betrieben und bietet zwei verschiedene Serviceleistungen. Das Dienstleistungsangebot „music on demand“ war der erste deutsche Internetservice zum Kauf von Musik im Netz, ist jedoch seit einem Jahr abgeschaltet. Zweiter Service ist „Audience“. Die Hamburger Softwarefirma bietet professionelle Filmvertonung, Online-Recherche und -Belieferung von Produktionsmusik für Produzenten audiovisueller Inhalte an. Zum Thema Urheberrrecht bietet die Seite weder Information noch Interaktion.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.bitkom.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">6. BITKOM &#8211; Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien e.V.</a><br />
</b><br />
<br />
<img decoding="async" src="/studie/tabsummary/bitkom.jpg" align="left" height="110" width="177" /><br />
<br />
Der „Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.“ (BITKOM) ist das Sprachrohr der IT-, Telekommunikations- und Neue-Medien-Branche. Der Interessenverband vertritt 1.300 Unternehmen und ist für diese eine Kooperationsplattform. Ein Forum, sowie die Linkliste,ist nur für angemeldete Mitglieder zugänglich. Für andere Nutzer bietet die Seite viele Hintergrundinformationen, die sich hauptsächlich aus Publikationen, Pressemitteilungen und Newsletter zusammen setzen. Kommunikative Elemente bleiben den Mitgliedern vorbehalten.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.bmj.bund.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">7. Bundesjustizministerium (BMJ)</a><br />
</b><br />
<br />
<img decoding="async" src="/studie/tabsummary/bmj.jpg" align="left" height="110" width="177" /><br />
<br />
Die Website des Bundesjustizministeriums informiert den Nutzer zur Rechtslage im Urheberrecht und Patentrecht. Ein Gesetzentwurf zur Novellierung des Urheberrechtsgesetzes wird seit Oktober 2003 im BMJ vorbereitet. Thema aktueller Rechtspolitik ist vor allem die Reform des urheberrechtlichen Vergütungssystems und die Zukunft der Privatkopie. Es gibt viele Hintergrundinformationen, aber auch einen Chat, in dem zur Thematik diskutiert wird. Zudem findet sich ein Fragebogen zur weiteren Reform und die dazu gehörigen Positionspapiere der Befragten, z.B. des Deutschen Kulturrates, Filmwirtschaft oder BITKOM.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.bundesregierung.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">8. Bundesregierung</a><br />
</b><br />
<br />
<img decoding="async" src="/studie/tabsummary/bundesregierung.jpg" align="left" height="110" width="177" /><br />
<br />
Das Webangebot, dass der staatliche Akteur Bundesregierung zum Thema Urheberrecht macht, beinhaltet viele Hintergrundinformationen. Neben Pressemitteilungen finden sich Dokumente wie das Kunsturheberrechtsgesetz, Reden oder Interviews mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Christina Weiss. Zu ihrem Aufgaben- und Verantwortungsbereich gehört unter anderem die Weiterentwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen künstlerischen Schaffens, also auch des Urheberrechts. Der Schwerpunkt liegt auf der Bereitstellung von Information über die Arbeit der Regierung und der Bundesbeauftragten.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.gruene-partei.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">9. Bündnis 90 / Die Grünen</a><br />
</b><br />
<br />
<img decoding="async" src="/studie/tabsummary/gruene.jpg" align="left" height="131" width="177" /><br />
<br />
In den Archiven der Partei- und der Fraktionsseite von „Bündnis 90 / Die Grünen“ finden sich umfangreiche Informationen zur Entwicklungen des Urheberrecht-Themas auf der politischen Agenda. Auf der Fraktionsseite sind dies vorrangig Reden im Bundestag. Die Parteiseite liefert Erklärungen, Pressemitteilungen, Anträge und Hintergrundtexte und informiert unter anderem über die Partei-Aktion „Burn Baby Burn! Schützt die Privatkopie“, eine e-card-Aktion. Im Diskussionsforum der Bundestagsfraktion, welches sich während des Beobachtungszeitraums in der Sommerpause befand, gibt es ältere Beiträge zum Thema im „Offenen Forum“.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.cdu.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10. Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)</a><br />
</b><br />
<br />
<img decoding="async" src="/studie/tabsummary/cdu.jpg" align="left" height="128" width="177" /><br />
<br />
Die Parteiseite der CDU bietet nahezu keine Informationen zum Thema Urheberrecht. Als einziges Ergebnis liefert die Suchfunktion eine Rede der Präsidentin der deutschen Filmakademie. Es gibt ein Forum mit den drei Bereichen „Inneres“, „Außen- und Europapolitik“ und „Wirtschafts- und Sozialpolitik“. Es gibt keine Suchfunktion, keiner der 57 Themenstränge befasste sich zum Erhebungszeitpunkt mit Urheberrecht. Die Fraktionsseite bietet kein Forum, aber umfangreiche Informationen zum Thema, sortiert nach Pressemitteilungen, Reden, Texten, Initiativen, Anfragen und Expertenanhörungen.
</p>
<p class="tidy-3">
<b><br />
<a href="http://www.ccc.de/campaigns/boycott-musicindustry" target="_blank" rel="noopener noreferrer">11. Boykott der Musikindustrie (CCC)</a><br />
</b><br />
<br />
<img decoding="async" src="/studie/tabsummary/boykottccc.jpg" align="left" height="110" width="177" /><br />
<br />
Der „Chaos Computer Club e.V.“ (CCC) setzt sich aus Mitgliedern der Hackerszene zusammen. Der in Hamburg ansässige Verein fordert in seiner Kampagne zum Boykott der Musikindustrie auf, der durch einen Kaufstopp von CDs erreicht werden soll. Die Seite geht argumentativ auf Forderungen der Phonoindustrie und der Verwertungsgesellschaften ein und fordert das Recht auf Kopien ein, in welchem Umfang bleibt jedoch im Unklaren. Sie nutzt keine interaktiven Tools und legt einen Schwerpunkt auf die Bereitstellung von Informationsmaterial.
</p>
<p class="tidy-3">
<b><br />
<a href="http://www.chip.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">12. CHIP</a><br />
</b><br />
<br />
<img decoding="async" src="/studie/tabsummary/chip.jpg" align="left" height="113" width="177" /><br />
<br />
Das „CHIP“-Online-Portal ist die Internetpräsenz des gleichnamigen offline Computer-Magazins. Betreiber des Medienportals ist die „CHIP Xonio Online GmbH“ (CXO). Vor allem kommerzielle Angebote und Tests von Computerprodukten werden dem Nutzer geboten. Die Kurznachrichten zum Thema basieren auf Agenturmeldungen. Im vorhandenen Forum ist eine rege Teilnahme an Diskussion zum Thema Urheberrecht zu beobachten. Der Moderator des Forums löscht die dem Anschein nach illegalen Beiträge zum Thema Urheberrecht. Partizipative und interaktive Elemente sind nicht vorhanden.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.computerbild.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">13. Computerbild</a><br />
</b><br />
<br />
<img decoding="async" src="/studie/tabsummary/cbild.jpg" align="left" height="110" width="177" /><br />
<br />
Das Informationsportal von Computerbild widmet sich mit tagespolitischen Meldungen dem Thema Urheberrecht. Von den vier Kanälen der Internetseite (&quot;Nachrichten&quot;, &quot;Computer-Bild&quot;, &quot;Computer-Spiele&quot;, &quot;AudioVideoFoto&quot;) widmet sich vor allem der Kanal &quot;Nachrichten&quot; dem Thema. Meldungen zum Thema basieren auf aktuellen Agenturmeldungen. Die thematische Einbettung, in der das Thema in der Print-Ausgabe abgebildet wird, wird im Internet allerdings nicht gespiegelt. Die Suchmaschine liefert keine Ergebnisse unter den Stichworten &quot;Urheberrecht&quot;, &quot;Copyright&quot; oder &quot;Raubkopie&quot;, kommunikative oder interaktive Elemente, Archiveinsicht oder Themendossiers werden im Begutachtungszeitraum zum Thema nicht angeboten.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.constantin-film.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">14. Constantin Film</a><br />
</b><br />
<br />
<img decoding="async" src="/studie/tabsummary/constantin.jpg" align="left" height="115" width="177" /><br />
<br />
„Constantin Film“ ist eine Produktionsfirma und Verleiher von Kinofilmen. Die Firma mit Sitz in München nimmt den zweiten Platz der größten deutschen Filmverleiher ein und besitzt Verwertungsrechte an Kino- und Videoproduktionen. Die Internetseite stellt die Arbeit der Firma vor. Der Schwerpunkt des Informationsangebotes liegt in Nachrichten über neue Film- und Kinoproduktionen. Ein Katalog zeigt das Angebot der Filme auf Video und DVD im Verleih. Weder befasst sich die Seite mit dem Thema Urheberrecht, noch wird der Nutzer auf Kampagnen der Filmwirtschaft gegen „Filmpiraterie“ verwiesen. Kommunikative oder partizipative Elemente, wie ein Forum oder eine Umfrage, enthält die Seite nicht.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.creativecommons.org/projects/international/de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">15. Creative Commons</a><br />
</b><br />
<br />
<img decoding="async" src="/studie/tabsummary/creacommons.jpg" align="left" height="110" width="177" /><br />
<br />
Die deutschen Kooperationspartner der „Creative Commons“ &#8211; Initiative sind das „Institut für Informationsrecht der Universität Karlsruhe“ und das „Institut für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software“, München. Ziel ist die Schaffung weltweiter rechtlicher Grundlagen für den freieren Umgang mit geistigem Eigentum durch Lizenzvertrag. Im Deutschland-Teil der Seite findet sich neben den Informationen über die beiden Institute ein Diskussionsarchiv. Dort gibt es auch einzelne deutschsprachige Beiträge zum Urheberrechtsthema.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.csu.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">16. Christlich Soziale Union Deutschlands (CSU)</a><br />
</b><br />
<br />
<img decoding="async" src="/studie/tabsummary/csu.jpg" align="left" height="134" width="177" /><br />
<br />
Sowohl die Parteiseite, als auch die Seite der Landesgruppe im Bundestag befassten sich nur am Rande mit dem Thema Urheberrecht. Die Suchfunktion des Web-Angebots liefert bei der Suche nach den Begriffen „Urheberrecht“, „Urhebergesetz“, „Privatkopie“ und „Raubkopie“ insgesamt vier Ergebnisse. Die über 700 Diskussionen des Parteiseiten-Forums lassen sich nicht nach entsprechenden Beiträgen durchsuchen. Die gemeinsam mit der “Christlich Demokratischen Union” (CDU) betriebene Seite der Fraktion, www.cducsu.de, liefert umfangreiche Informationen, aber kein Forum.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.cyber-pirates.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">17. Cyber Pirates<br />
<br />
<img decoding="async" src="/studie/tabsummary/pirats.jpg" align="left" height="110" width="177" /><br />
<br />
</a><br />
</b>Die Firma „Cyber Pirates” hat ihren Sitz in Dalaas, Österreich. Das Verkaufsportal vertreibt DVD-Filme. Es handelt sich vor allem um Filme, die als jugendgefährdend eingestuft wurden und deren Verkauf in Deutschland verboten ist. Daher ist Jugendlichen der Zugang zur Seite nicht gestattet. Eine Altersabfrage findet jedoch nicht statt. Die zur Gruppe der Selbstständigen (Wirtschaft) zählende Seite besitzt ein moderiertes Forum. Ein Preisbarometer zeigt den Preisverfall der angebotenen Produkte. Es finden zum Teil lebhafte, vor allem emotional geladene, Diskussionen unter den Rubriken Politik, Raubkopie und Indizierung statt. Partizipatorische Elemente sind nicht vorhanden.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.urhg.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">18 Das deutsche Urheberrechtsgesetz</a><br />
<br />
<img decoding="async" src="/studie/tabsummary/urheberrecht.jpg" align="left" height="110" width="177" /><br />
<br />
</b>Auf der privaten Website von Rob Liebwein findet sich lediglich eine komplette digitale Version des deutschen Urheberrechtsgesetzes, Informationen zum Setzen von Hyperlinks und Büchertipps von „amazon.de“.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.de-bug.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">19. DE:BUG</a><br />
</b><br />
<br />
<img decoding="async" src="/studie/tabsummary/debug.jpg" align="left" height="128" width="177" /><br />
<br />
Die monatliche erscheinende Zeitung „DE:BUG“ hat ihren Sitz in Berlin und wurde 1997 gegründet. Der Onlineauftritt der Printausgabe „De:Bug“ versorgt den Leser mit zahlreichen Hintergrundinformationen zum Thema Urheberrecht. Sämtliche Artikel der Offlineausgabe sind im Internet lesbar. Das Informationsangebot setzt sich aus „Creative Commons“, alternativen Lizenzmodellen und einer Reorganisierung der Verwertungsgesellschaften zusammen. Eine Kommunikation unter der Leserschaft wird durch mehrere Mailinglisten ermöglicht. Eine ist dem Thema „Audio im Netz“ und „MP3“ gewidmet. Ein partizipatives Element, wie z.B. eine Umfrage, hält die Seite nicht bereit.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.grur.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">20. Deutsche Vereinigung für gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht (GRUR)</a><br />
<br />
<img decoding="async" src="/studie/tabsummary/grur.jpg" align="left" height="110" width="177" /><br />
<br />
</b>In der „Deutschen Vereinigung für gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht e. V.” (GRUR) finden sich Wissenschaftler und Praktiker, die auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes, des Urheberrechts und des Wettbewerbsrechts tätig sind. Die Vereinigung widmet sich der “wissenschaftlichen Fortbildung des gewerblichen Rechtsschutzes und der Unterstützung der gesetzgebenden Organe sowie der zuständigen Ministerien und Institutionen in Fragen des geistigen Eigentums“. Der Interessenverband ist Mitglied in der „World Intellectual Property Organization“ (WIPO). Die GRUR-Zeitschriften behandeln die Themen Patent- und Urheberrecht. Kommunikative oder partzipative Elemente sind auf der Seite nicht vorhanden.
</p>
<p>
<a href="/studie/tabsummary/linkliste051006_2.shtml">Zu den nächsten 20 Links</a>
</p>
<p class="tidy-3">
Die hier angegebenen Websites entsprechen dem Stand Sommer 2004.
</p>
<p></p>
<p class="tidy-3">
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/der-bundestag-erforscht-die-netzbasierte-kommunikation/kommentierte-linkliste-copyright-im-netz-2778/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Archive: Geister der Vergangenheit</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/zehn-jahre-online-journalismus/netzkulturarchivierung1004-shtml-2400/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/zehn-jahre-online-journalismus/netzkulturarchivierung1004-shtml-2400/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Oct 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zehn Jahre Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Langzeitarchivierung]]></category>
		<category><![CDATA[Copyright]]></category>
		<category><![CDATA[Elektronische Archivierung]]></category>
		<category><![CDATA[Fehler]]></category>
		<category><![CDATA[Google Cache]]></category>
		<category><![CDATA[Wayback Machine]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/netzkulturarchivierung1004-shtml-2400/</guid>

					<description><![CDATA[Speicherkapazität und Langzeitarchivierung gelten als eines der ganz wichtigen Merkmale des Mediums Internet: Alte Inhalte können unbegrenzt neben neuen stehen und diese ergänzen. Die Praxis prägen heute Pragmatismus und Paid Content. Und sie birgt einige Fallstricke für Redaktionen und Nutzer, die diesen nicht immer bewusst sind.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Speicherkapazität und Langzeitarchivierung gelten als eines der ganz wichtigen Merkmale des Mediums Internet: Alte Inhalte können unbegrenzt neben neuen stehen und diese ergänzen. Die Praxis prägen heute Pragmatismus und Paid Content. Und sie birgt einige Fallstricke für Redaktionen und Nutzer, die diesen nicht immer bewusst sind.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Spiegel Online hat im Archiv gekramt und gönnt seinen Usern zum zehnjährigen Bestehen ein Surferlebnis aus der Frühzeit des Web: Surfen wie 1996. Möglicherweise waren der Redaktion Design und Inhalte aus den allerersten Monaten doch etwas zu sparsam, um sie der Öffentlichkeit noch einmal zu präsentieren – oder die allerersten Webseiten sind schlicht nicht mehr vorhanden. Denn trotz theoretisch unbegrenzter Speicherkapazität: Bei vielen Online-Medien verschwinden Artikel auf die eine oder andere Weise.</p>
<p>                            <span class="fett">Die endlichen Archive<br />
                            <br /></span><br />
                            <br />Häufig landen sie ganz automatisch hinter dem Internet-Äquivalent einer Zollschranke, im kostenpflichtigen Archiv. Bei Spiegel Online etwa muss man für exklusive Internet-Texte nach drei Monaten, für Texte aus der Print-Ausgabe schon nach einem Monat löhnen. Die Süddeutsche Zeitung hält Zeitungstexte sogar nur sieben Tage auf der Website kostenlos bereit – dann verkauft sie der Verlag über sein Tochterunternehmen DIZ. Extra für die Online-Ausgabe erstellte Texte sind im Gegensatz zu Spiegel Online gratis.<br />
                            <br />Aber auch sie bleiben nicht ewig verfügbar, sondern – wie bei manch’ anderer Website – nur zurück bis zum letzten Relaunch. Aus dem alten Angebot sind laut Online-Chef Helmut Martin-Jung nur einige zeitlose Dossiers, etwa zu Wissenschaftsthemen, übernommen worden: &#8220;Wir sind ja kein Archivierungsunternehmen. Das hätte uns technisch ausgebremst, wenn wir die alten Artikel alle weiter vorhalten würden.&#8221; Das gleiche Bild bei stern.de: Artikel ab dem Relaunch im Dezember 2003 lassen sich über die Suchfunktion finden. &#8220;Darüber hinaus können Stern-Artikel über die G+J-Pressedatenbank kostenpflichtig recherchiert werden&#8221;, erklärt Redaktionsleiterin Barbara Hamm.<br />
                            <br />Das Argument: die Technik. Immerhin seien seit dem Relaunch vor gut zwei Jahren schon wieder rund 25.000 neue Artikel produziert worden, meint Martin-Jung.<br />
                            <br />Holger Meier, stellvertretender Chef von heute.de, argumentiert ähnlich: &#8220;Wir haben sehr viele Videos, die rauben uns die Platte.&#8221; Zwar seien beim letzten Relaunch &#8220;fast komplett&#8221; alle Inhalte gespeichert worden. Aber nur fürs interne Backup – für die Nutzer werden Inhalte nur gut ein Jahr vorgehalten: &#8220;Ausnahmen gibt es natürlich, wie zum Beispiel das Video von Saddams Festnahme.&#8221;<br />
                            <br />&#8220;Wen interessiert die fünfzigste Entwicklung der Gesundheitsreform?&#8221;<br />
                            <br />Nicht das Web ist endlich, aber offenbar Festplattenspeicher und Serverkapazitäten. Für die User macht das im Ergebnis wenig Unterschied. Nicht schlimm, findet Meier: &#8220;Das Tagesgeschäft ist irgendwann durch. Wen interessieren denn später noch drittrangige Themen von 1997?&#8221; Das Nutzerverhalten bestätige das, hat man in Mainz wie in München die Erfahrung gemacht. Martin-Jung: &#8220;Weder wir, noch irgendjemand sonst haben Lust, Sachen durchzulesen wie die fünfzigste Wendung in der Gesundheitspolitik. Das interessiert höchstens jemanden, der eine Doktorarbeit dazu schreibt.&#8221;<br />
                            <br />Also eventuell geplagte Minderheiten wie Medienwissenschaftler und Studenten, die sich mit dem Verfassen inhaltsanalytischer Diplomarbeiten plagen. Oder sollte es darüber hinaus von Belang sein, wenn sich in einigen Jahren die Frühzeit der Webmedien womöglich kaum noch nachvollziehen lässt, so wie heute einst auf 5 1/2 Zoll-Disketten gespeicherte Daten unlesbar, verloren oder nur mühsam rekonstruierbar sind?</p>
<p>                            <span class="fett">Mut zur Lücke<br />
                            <br /></span><br />
                            <br />Holger Meier von heute.de macht sich keine Sorgen über drohende Lücken im kulturellen Gedächtnis der Gesellschaft: &#8220;Ich wäre da nicht so kritisch.&#8221; Obwohl Printprodukte im Gegensatz zu digitalen Daten auch über Jahrzehnte und Jahrhunderten noch erhalten und lesbar bleiben: &#8220;Auch die Zeitungen haben ein lückenhaftes Archiv&#8221;, sagt er. Da würden Ausgaben nicht oder nur unvollständig abgeheftet. Und zunehmend würden auch Verlage ihre Archiv elektronisieren. Meier betont die Vorteile des XML-Formats, das es erlaubt, Texte bei einem Relaunch relativ problemlos von einem Design ins andere fließen zu lassen.<br />
                            <br />Der Webdesigner und Medienwissenschaftler Holger Rada sieht das ganz anders. &#8220;Mir macht es große Sorgen, dass Inhalt und Form voneinander getrennt werden. Beides gehört zusammen. Für die Lesbarkeit eines Textes und das Verständnis eines Beitrags sind typographische Gestaltung und Text-Bild-Relationen von großer Bedeutung&#8221;, sagt Rada. Er hat bereits 1999 in seiner Dissertation die Frühzeit der Online-Medien von 1994 bis 1999 analysiert. &#8220;Als ich aber für mein neues Projekt, eine Geschichte des Web-Designs, recherchiert habe, habe ich die bittere Erfahrung gemacht, dass das Design für die Online-Redaktionen überhaupt keine Rolle spielt.&#8221; So habe man sich bei heute.de nur für die &#8216;Artikel&#8217; interessiert. Rada: &#8220;Das Design ist Sache der Webmaster – wenn überhaupt.&#8221;<br />
                            <br />Wayback, Google Cache und die möglichen Folgen<br />
                            <br />Martin-Jung bereiten solche Archivierungslücken keine Kopfschmerzen: &#8220;Es gibt da ja eine Site, die das in verdienstvoller Weise für uns übernimmt.&#8221; Gemeint ist das Internet Archive, eine Non-Profit-Organisation, die den Sturz in ein Digital Dark Age durch das Abspeichern ganzer Websites dokumentierten will. Zumindest in dem Rahmen, den ihr Serverpark im alten Fort Presidio an der Golden Gate Bridge erlaubt. Mit der Wayback Machine des Internet Archive lassen sich die gespeicherten Sites durchsuchen. So kann man beispielsweise die Entwicklung der Stern-Website zumindest teilweise nachvollziehen.<br />
                            <br />Ähnlich funktioniert der Google Cache, in dem die Suchmaschine beim Crawlen einen Schnappschuss zwischenspeichert. Die Cache-Funktion zeigt die Seiten dann zumindest temporär so an, wie Google sie gefunden hat, auch wenn sie inzwischen geändert wurden: praktisch beim Suchen, aber möglicherweise folgenreich für Online-Redaktionen und private Webmaster.<br />
                            <br />&#8220;Das Abspeichern alter Seiten ist meinerseits erwünscht&#8221;, sagt stern.de-Leiterin Hamm. Das sehen nicht alle so. Denn Internet Archive und Google legen das Urheberrecht großzügig aus: Sie spiegeln Inhalte fremder Websites ohne Rücksicht auf Copyrights, es sei denn, ein Website-Betreiber legt ausdrücklich Widerspruch ein bzw. blockiert die Speicherung durch einen entsprechenden Eintrag in seiner robots.txt-Datei. So eröffnet sich ein Tummelfeld für Medienrechtler bis hin zu Abmahnexperten. In einer ausführlichen rechtlichen Bewertung folgerte der Jurist Martin Bahr 2002, &#8220;dass die Archivierung durch The Wayback Machine gegen geltendes deutsches Urheberrecht&#8221; verstoße. Der Google Cache sei hingegen als Proxy-ähnlicher Zwischenspeicher rechtlich gedeckt. Bahr sieht die durch die Wayback Machine &#8220;gerade auch in wissenschaftlicher Hinsicht [&#8230;] ungeahnte Möglichkeiten.&#8221; Aber er kennt seine Zunft und gibt zu bedenken: &#8220;Etwaige Urheberrechtsverstöße und Urheberrechtsverletzungen könnten auch nach der Löschung der Seite vom Webserver des Betreibers verfolgt werden.&#8221;<br />
                            <br />Versenden ist so eine Sache<br />
                            <br />&#8220;Es versendet sich viel&#8221;, meint Helmut Martin-Jung. Die Online-Leser seien nicht so aufmerksam wie bei einer Zeitung. Ruckzuck sind online kleine Tippfehler korrigiert, kann aus Militärquellen ein Armeepressesprecher samt Namen werden, sobald die zweite Agenturmeldung da ist oder aus 17 Toten zwölf Verletzte, drei Todesopfer und ein Selbstmordattentäter, sind doppelte Worte getilgt und fehlende Halbsätze ergänzt.<br />
                            <br />„Es versendet sich gar nichts&#8221;, sagt Holger Meier. Er meint das, was das Internet vom flüchtigen Medium Radio unterscheidet: &#8220;Es kommen täglich Mails von Nutzern. Wir überprüfen mögliche Fehler und korrigieren. Dann ist es Wurst, von wann der Text ist.&#8221; Auch Barbara Hamm freut sich über Mails aufmerksamer User. Das käme bei stern.de aber nicht sehr häufig vor: &#8220;Die meisten Fehler werden von der Redaktion selbst entdeckt.&#8221;<br />
                            <br />Und wenn sie nicht entdeckt werden? In den umfangreichen Archiven der Online-Magazine können sich potenzielle Zeitbomben verbergen: Was im Radio oder Fernsehen an Fehlern durchschlüpfen kann, bleibt im Netz weiter abrufbar.<br />
                            <br />Unsere Artikel erscheinen auf der Basis der zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Informationen&#8221;, erläutert Hamm. Beispiel: &#8220;Ein Konzern schließt 50 Filialen. Ändert sich der Stand der Dinge – der Konzern schließt nun 100 Filialen – so ist es unsere Aufgabe, die Entwicklung aufzuzeichnen. Somit wird ein neuer Artikel mit aktuellem Datum und dem Stand der Dinge verfasst und veröffentlicht.&#8221; Praxis bei stern.de, Alltag auch in vielen anderen Online-Redaktionen: Kleinere Operationen werden am lebenden Objekt durchgeführt, bei größeren wird ein neuer Artikel angelegt.<br />
                            <br />Aber viele Texte lassen sich im Archiv noch Wochen oder Monate später leicht aufspüren, auch wenn die Redaktion diese längst vergessen hat. Dank Wayback Machine und Google Cache möglicherweise sogar, wenn ein Artikel auf der eigentlichen Website längst nicht mehr online ist.<br />
                            <br />Ankläger aus dem Cache, Entlastungszeuge überschrieben<br />
                            <br />Ein Artikel im Online Journalism Review beschreibt die Beispiele aus der US-Praxis: Teilweise werden demnach dort in elektronischen Archiven nachträglich Namen korrigiert und Fakten geändert.<br />
                            <br />Ein Zwiespalt: Ohne nachträgliches Eingreifen werden Fehler womöglich dauerhaft weiter zur Verfügung gestellt – mit Folgen für die Nutzer, denen nicht auffällt, dass es sich um veraltete Informationen handelt, und möglicherweise mit gravierenden Konsequenzen für die Redaktionen. So kann ein Archiv-Artikel auch noch lange nach der Veröffentlichung juristische Angriffsfläche bieten, obwohl er doch zu diesem Zeitpunkt aufgrund der vorliegenden Informationen nach professionellen journalistischen Kriterien astrein schien (Meier: &#8220;Wir arbeiten so sauber, wie eine Nachrichtenredaktionen arbeiten kann.&#8221;).<br />
                            <br />Ein hypothetischer Extremfall: Ein Kläger hat mit einem Ausdruck aus Wayback Machine oder Google Cache ein mächtiges Beweismittel in der Hand. Die Redaktion hatte dagegen die umstrittene Textstelle innerhalb einer Stunde von der zweiten zur dritten Zwischenversion des Artikels entscheidend abgeändert. Leider kann sie dies nicht beweisen, weil auch die verbesserte Version wenig später überschrieben wurde und keine der beiden älteren wenigstens noch in elektronischer Version vorliegt.<br />
                            <br />&#8220;Auch wenn wir einen Artikel schon drei oder viermal aktualisiert haben, kann dann am Abend ein guter Korrespondentenbericht alles ersetzen&#8221;, sagt Meier. Wenn eine Online-Redaktion in solchen Fällen nicht aufpasst, bleibt zwar der Sachstand erhalten, aber die ursprüngliche Meldung verschwindet.</p>
<p>                            <span class="fett">Inakzeptabel für Nutzer?</span></p>
<p>Oder doch lieber nachträglich alle Fakten anpassen? Eine Sisyphos-Arbeit, die eigentlich niemand leisten kann. Und dann ließe sich wieder nachträglich nicht mehr die Berichterstattung nachvollziehen. Ein Dilemma – aber auch ein relevantes?<br />
                            <br />Die befragten Redaktionen sehen in der Praxis kein großes Problem. Natürlich, juristisch angefochtene Inhalte würden sofort aus dem Angebot entfernt, bestätigen sie. Beispiele aus der eigenen Berichterstattung kann oder will aber niemand nennen. Und auch Gefahren durch das Langzeitgedächtnis etwa der Wayback Machine fürchten sie momentan nicht.<br />
                            <br />Im WWW-Wirrwarr, wo Altes neben Neuem stehen kann, würden sich die Nutzer in den im Vergleich zur Gesamtheit des Netzes strukturierten Angeboten von Online-Medien gut zurechtfinden, meint man bei heute.de, stern.de und sueddeutsche.de. Zumal sich im eigenen Angebot direkte Links von aktuellen Meldungen auf ältere Artikel nur fänden, wenn diese noch relevant und nicht überholt seien.<br />
                            <br />Hamm, Meier und Jung-Martin sind sich einig: Dank Datumsstempeln in den Meldungen könnten Nutzer diese problemlos einordnen. Auch wenn das häufig jemandem, der durch interne oder externe Suchmaschinen auf einen Archiv-Artikel aufmerksam wird, wohl nicht so klar erscheinen wird. Kaum ein User kann auf Anhieb erkennen, ob ein Datumstempel nicht nur angibt, wann das letzte Mal ein Tippfehler in einer viel älteren Meldung korrigiert wurde. Medienwissenchaftler Rada kritisiert bei Online-Medien insgesamt einen sorglosen Umgang mit Texten und deren Urhebern: &#8220;Aus Nutzerperspektive ist das nicht zu akzeptieren.&#8221;<br />
                            </p>
<p class="fett">
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