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	<title>Costa Rica &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Costa Rica &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Die Bedeutung von eDemocracy in Lateinamerika</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Oct 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In Bezug auf die politische Kommunikation unter Zuhilfenahme des Internets: Wo steht Lateinamerika im Vergleich zu anderen Ländern?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In Bezug auf die politische Kommunikation unter Zuhilfenahme des Internets: Wo steht Lateinamerika im Vergleich zu anderen Ländern?<!--break--></p>
<p>
                              <strong>(Interview) Ester Kaufman war Koordinatorin der Lateinamerikanischen Fakultät für Sozialwissenschaften, wo sie zum Thema &#8220;eGovernment und Informationsgesellschaft&#8221; gelehrt hat. Christoph Dowe, Geschäftsführer von politik-digital.de, hat die Expertin im eMail-Interview zur Bedeutung von eDemocracy in Lateinamerika befragt.</strong>
                            </p>
<p>
                              <strong>In Bezug auf die politische Kommunikation unter Zuhilfenahme des Internets: Wo steht Lateinamerika im Vergleich zu anderen Ländern?</strong>
                            </p>
<p>Die lateinamerikanischen Regierungen stehen der Invasion der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und deren Auswirkungen auf die politische Kommunikation im Gegensatz zu anderen Staaten wehrlos gegenüber. In dieser Region haben sie andere Probleme zu bekämpfen: Armut, Unterernährung, Arbeitslosigkeit und Kriminalität. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Regierungspolitik bezüglich der IKT ausschließlich von den Konzepten multilateraler Einrichtungen bestimmt wird. Umso mehr, da diese Organisationen die Vorhaben finanzieren. Die Konsequenz ist, dass wir Programme haben, bei denen der Kauf einer Technologie beschlossen wird, ohne vorher festgelegt zu haben, was damit geschehen soll. Das einzige was zählt ist, besagten Organisationen zu beweisen, dass man die Abkommen einhält. Finanzielle Mittel werden häufig für Partikularinteressen oder politische Zwecke eingesetzt. Bei diesen Rezepten ist Transparenz daher ein zentraler Punkt.</p>
<p>Eines der Ziele ist es, die Regierungen mit Hilfe des Internets transparenter zu machen. Die genannten Konzepte haben zwar zweifelsohne Transparenz zum Ziel. Sie sind aber nicht an der Beseitigung der Korruption an sich orientiert, sondern daran, das Geschäftsklima zu verbessern. Es hat also mehr mit dem Unternehmen zu tun, die investieren oder Gelegenheiten nutzen wollen, als damit, interne Probleme zu lösen. Probleme wie die Schwächung unserer Institutionen und der Klientelismus scheinen nur für den reinen Diskurs relevant zu sein. Das soll aber nicht heißen, dass die Schwächung und der Klientelismus in allen öffentlichen Einrichtungen andauert. Einige Projekte haben sich durch diese Programme gut entwickeln können. Sie wurden im Weberschen Sinn des Wortes professionalisiert. Leider passiert dies nur bei den Programmen, die mit dem Eintreiben von Steuern oder dem Einkauf zu tun haben. In diesem Fällen sind die elektronischen Regierungen in Lateinamerika tatsächlich effizient. Außen vor bleiben letzten Endes aber die Programme, die auf eine Öffnung zu den Bürgern hinwirken, die mit sozialen Plänen oder ökonomischer Verteilung zusammenhängen: die sozialen Programme und die Bildungsprogramme.</p>
<p>
                              <strong>Welche lateinamerikanischen Länder haben eGovernment-Strategien entwickelt und welche setzen sie erfolgreich um?</strong>
                            </p>
<p>Die herausragendsten Regierungen bei der Entwicklung des eGovernment sind Mexiko, Chile und Brasilien. Brasilien beispielsweise hat hier die bedeutendste Anstrengung unternommen, die dann jedoch auf halben Wege stecken blieb. In dieser Übergangssituation bleiben nur die Regierungen, die irgendeinen Mechanismus der Partizipation auf ihrer Seite anbieten, aber ohne irgendeine institutionelle Verpflichtung, die eingebrachten Ideen zu berücksichtigen (Venezuela, Chile oder Mexiko).<br />
                            <br />Dann folgen Uruguay, Peru und Costa Rica. Argentinien könnte sich bald dieser zweiten Gruppe annähern.</p>
<p>Erfolgsindikatoren sind unter anderen die Bereitschaft der höchsten Autoritäten, einen eGovernment-Plan zu entwickeln. Ebenso, dass diese Vorhaben von staatlichen Reformen begleitet sind, die Entwicklungen und Dienstleistungen integrieren und einige Auslieferungspunkte zusammenführen. Sie sind aber alle immer noch weit von einem One-Stop-Shop entfernt. Keines der lateinamerikanischen Länder ist kurz davor, das Ziel zu erreichen, aber einige sind sehr viel weiter als andere.</p>
<p>
                              <br />
                              <strong>Spielt eDemocracy in diesen Konzepten eine Rolle?</strong>
                            </p>
<p>Wenn wir unter „eDemocracy“ die elektronische Stimmabgabe verstehen, so könnte die IKT dem Wahlakt eine größere Transparenz verleihen und vielleicht zu einer höherer Beteiligung von Analphabeten führen, wie es bei den vorletzten Präsidentschaftswahlen in Brasilien der Fall war. Das Potenzial von IKT zeigt sich aber erst in anderen Konzepten von eDemocracy. Diese anderen Konzepte betreffen die alltägliche Regierungspolitik, die die Bürger betrifft. Wenn es effektive Mechanismen zur Beteiligung eben dieser Bürger gäbe, hätten wir ein Konzept von Demokratie, das direktere und vielseitigere Formen als die traditionelle repräsentative Demokratie bietet.</p>
<p>
                            <strong>Wie sieht es mit Best-Practice-Projekten aus, in denen Regierungsstellen IKT nutzen, um mit ihren Bürgern zu diskutieren?</strong></p>
<p>Es gibt nur wenige Beispiele und selbst die sind leider nur wenig erfolgreich. Es gibt Beispiele wie den des „<br />
                            <a href="http://www.taz.de/pt/2002/02/04/a0183.1/text" target="_blank" rel="noopener noreferrer">elektronischen partizipatorischen Haushaltes</a>“, das die Arbeiterpartei in Porto Alegre in Brasilien vorangetrieben hat. Trotz der guten Absichten der Regierung und obwohl partizipatorische Mechanismen im Internet angeboten wurden, sind diese nur wenig genutzt worden. Die Erklärung hierfür ist sicherlich, dass die Meinungen, die online geäußert wurden, für die politischen Autoritäten nicht verpflichtend waren. Die Leute suchen effektivere Druckmechanismen, wobei sich die Organisationen der Bürgergesellschaft mehr vernetzen und sich gegenseitig unterstützen – jenseits der Vorschläge und Mechanismen der Regierungen.</p>
<p>
                              <strong>Was sind die wichtigsten Themen für internetbasierte eDemocracy in Lateinamerika?</strong>
                            </p>
<p>Ich glaube, dass das wichtigste Thema der Kampf gegen die Korruption ist. Dazu gehört die Transparenz des Regierungshandelns und der Zugang zu Informationen. Diese Themen werden sehr stark von Programmen forciert, die von multilateralen Organisationen wie IAB und<br />
                            <a href="http://www.worldbank.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weltbank</a> finanziert werden.</p>
<p>Bei einem Rundgang durch die Portale der Regierungen lassen zudem sich Tendenzen erkennen: Man sieht weiter entwickeltere Formulare für Reklamationen, Beschwerden und Anfragen, und auch mit genauer bestimmbaren Adressaten. Auch tauchen Abstimmungen, Umfragen und Foren auf. Inzwischen erscheinen zudem Inhalte, die mit dem Aufbau von bürgerlichen Kapazitäten verbunden sind. Selbst wenn diese Erscheinungen rein formal oder Teil einer Kommunikationsstrategie sind – man schafft damit Brücken, die die Bürger nutzen sollten.</p>
<p>
                              <strong>Was muss von den Regierungen getan werden, um eDemocracy stärker zu fördern?</strong>
                            </p>
<p>Es muss viel getan werden. Einerseits muss es eine Politik der digitalen Alphabetisierung geben, was auch den Zugang zu den Technologien und eine Politik der Vernetzung voraussetzt. Zum anderen muss es eine Politik geben, wo der Zugang zu Informationen durch die Portale der Regierungen eine ernsthafte Übung für die Bildung einer Bürgerschaft sind und nicht nur rein formale Akte. Man setzt „Zugang zur Information“ mit der Verfügbarkeit der offiziellen Information gleich. Dabei weiß man, dass diese Information nur von Eingeweihten verstanden werden. Für den Zugang zu Informationen ist auch notwendig, zu überprüfen, ob die Informationen verstanden wurden. Das ist es, was das Empowerment und die Schaffung einer Bürgerschaft garantiert. Man muss einfordern, dass klar verständlich gemacht wird, das eine neue Gesetzgebung etwas ändert: nämlich ein Recht, das von den Bürgern in Anspruch genommen werden kann.</p>
<p>
                              <strong>Braucht man überhaupt eDemocracy-Projekte von Regierungsseite, oder sollte die Zivilgesellschaft selbst aktiv werden?</strong>
                            </p>
<p>Es gibt eine gewisse Hoffnungslosigkeit, was die Stabilität der Institutionen und der Politik in Lateinamerika angeht. Was das angeht, kann die eDemocracy sich nicht von der Demokratie unterscheiden: Die Regierungen interessieren sich größtenteils nicht für die Partizipation und noch weniger die ePartizipation. Die Bürger suchen sich ihre eigenen Ausdrucksformen jenseits von Wahlen und Institutionen.</p>
<p>
                              <strong>Wie stellen Sie sich die Zukunft der eDemocracy in Lateinamerika vor?</strong>
                            </p>
<p>Die elektronische Regierung und ihre Formen der eDemocracy sind Chancen für einen Wandel in der nahen Zukunft. Wenn sie gut genutzt werden, stärken die Technologien die Interaktion. Sie sind auch eine exzellente Rechtfertigung für die Neuformulierung der Architektur von Öffentlichem und Privatem und eine Gelegenheit, um Interaktionsmöglichkeiten im virtuellen Raum zu schaffen.</p>
<p>Das Phänomen des Zusammenflusses von Gesellschaft, Regierung und IKT erfordert dringend eine Inbesitznahme des Feldes durch die Universitäten, besonders die Sozialwissenschaften. Man kann mit einer solchen Entwicklung nicht beginnen, ehe man nicht mit der Gemeinschaft zusammenarbeitet; diese Arbeit muss die Aufteilung von und die Suche nach repräsentativen Vereinigungen sein, erst für die anfängliche Partizipation und dann für ihre Verbindung. Diese Aufgaben brauchen die Unterstützung durch akademische Teams, die die partizipatorische Planung aufzeigen; die die Ausarbeitung von Methodologien für Entwürfe, Umsetzung, Evaluierung und Überwachung von Prozessen und Ergebnissen übernehmen.</p>
<p>
                              <strong><br />
                                <em>Wir danken Stefanie Huber für die Übersetzung!</em><br />
                              </strong><br />
                              
                            </p></p>
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		<title>Die Pioniere des eVoting</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/evotingpioniere-shtml-2555/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Dec 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Voting]]></category>
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		<category><![CDATA[Andrew McLaughlin]]></category>
		<category><![CDATA[Avi Rubin]]></category>
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					<description><![CDATA[Über Online-Wahlen zerbrechen sich schon seit einiger Zeit Forscher in vielen Ländern den Kopf. Die deutschen eVoting-Spezialisten 
                      Professor Dr. Otten von der Universität Osnabrück und 
                      Professor Dr. Kubicek von der Universität Bremen hat politik-digital bereits ausführlich vorgestellt. Wer in den USA die Innovation bei der elektronischen Wahl vorantreibt, haben wir in drei Profilen zusammengestellt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Über Online-Wahlen zerbrechen sich schon seit einiger Zeit Forscher in vielen Ländern den Kopf. Die deutschen eVoting-Spezialisten<br />
                      <a href="/archiv/edemocracy/otten.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Professor Dr. Otten</a> von der Universität Osnabrück und<br />
                      <a href="/politikdigital/team/hkubicek.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Professor Dr. Kubicek</a> von der Universität Bremen hat politik-digital bereits ausführlich vorgestellt. Wer in den USA die Innovation bei der elektronischen Wahl vorantreibt, haben wir in drei Profilen zusammengestellt.<!--break-->
                    </p>
<p>
                    <strong><br />
                      <a href="http://lorrie.cranor.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lorrie Cranor</a><br />
                      <br />
                    </strong>Am Ende bekam die Regierung von Costa Rica kalte Füße. Lorrie Cranor und ihre Kollegen vom<br />
                    <a href="http://www.research.att.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AT&amp;T-Forschungslabor</a> in New Jersey hatten seit 1997 den ersten großen Test einer Onlinewahl vorbereitet. Costa Rica hatte sich interessiert gezeigt und zugestimmt, für die<br />
                    <a href="http://www.electionworld.org/election/costarica.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Parlamentswahlen 1998</a> ihr neu entwickeltes Wahlverfahren zu verwenden. Die virtuellen Wahlurnen sollten in den Schulen des Landes aufgestellt werden, was nicht nur die Wählerregistrierung, sondern auch die Stimmabgabe erleichtern sollte. Der Versuch wurde kurz vor den Wahlen ohne Begründung abgebrochen, wahrscheinlich aus Angst vor dem Protest der unterlegenen Parteien.</p>
<p>Lorrie Cranor wird die Absage mit Sicherheit als schmerzliche Niederlage empfunden haben. Seit 1994 beschäftigt sich die damalige Studentin mit den technischen Voraussetzungen von Onlinewahlen. Für ihre Abschlussarbeit entwickelte sie das elektronische Wahlsystem &#8221;<br />
                    <a href="http://lorrie.cranor.org/pubs/hicss/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sensus</a>&#8220;, dessen Prinzip der blinden Signatur als Vorbild für nachfolgende Systeme gelten kann. Ihre<br />
                    <a href="http://lorrie.cranor.org/voting/hotlist.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eVoting-Hotlist</a> war die erste ihrer Art und gilt bis heute als guter Einstieg für interessierte Surfer.</p>
<p>Cranor steht nach den Erfahrungen in Costa Rica einer allzu schnellen Einführung virtueller Wahlurnen<br />
                    <a href="http://lorrie.cranor.org/voting/essay.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">skeptisch</a> gegenüber. Neben den hohen Einstiegskosten stellten auch immer noch ungenügende Sicherheit und Instabilität der Systeme Probleme bei der Durchführung von elektronischen Wahlen dar. Cranor zu Folge wird die schrittweise Einführung von Internetwahlen wohl zunächst mit der Vernetzung der Wahlkabinen beginnen müssen.<br />
                    <br />Aufgrund ihrer praktischen Erfahrung und vor allem weitreichenden technischen Kenntnissen genießt die Forscherin in der Fachwelt hohes Vertrauen und Anerkennung.</p>
<p>
                    <strong><br />
                      <a href="http://www.icann.org/biog/mclaughlin.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andrew McLaughlin</a><br />
                      <br />
                    </strong>Bei den<br />
                    <a href="/edemocracy/icann/index.shtml">ICANN-Wahlen</a> spielte politische Vorsicht keine so große Rolle wie in Costa Rica. Der groß angelegte eVoting-Versuch wurde im letzten Jahr unter viel Aufsehen durchgeführt. Zum ersten mal ließ die Organisation, die von manchen schon als erste Internetregierung bezeichnet wird, einen Teil ihrer Aufsichtsratsmitglieder über das Internet wählen. Andrew McLaughlin war als Chief Policy Officer von ICANN federführend bei der Organisation der Wahl, die Anfang Oktober 2000 mit Hilfe des Online-Wahl-Providers Election.com durchgeführt wurde.</p>
<p>Von den einen als erster Durchbruch der globalen Internet-Demokratie gefeiert, stellte sich die Wahl für andere eher als Beweis für die vielen praktischen Probleme des eVotings heraus. Von der Frage der Legitimität einmal abgesehen (die zur Wahl zugelassenen<br />
                    <a href="http://www.atlargestudy.org/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">At-Large-Mitglieder</a> kamen hauptsächlich aus den USA), kam es zu zahlreichen Registrierungspannen und<br />
                    <a href="http://www.wired.com/news/politics/0,1283,39206,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Serverblockaden</a>.</p>
<p>Allzu viele Rückschläge wie diesen dürfte es in der erfolgreichen Karriere des Harvard-Absolventen McLaughlin allerdings nicht gegeben haben. Der studierte Jurist, der sich seit einigen Jahren für ICANN engagiert, wurde vom TIME-Magazin in die Liste der &#8221;<br />
                    <a href="http://www.time.com/time/digital/reports/digital12/12.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digital Dozen 2001</a>&#8221; aufgenommen, das<br />
                    <a href="http://www.weforum.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">World Economic Forum</a> kürte ihn zu einem der Global Leader for Tomorrow.</p>
<p>Die Konsequenzen, die McLaughlin und seine Kollegen aus dem Fehlschlag der ersten weltweiten Onlinewahl gezogen haben, dürfte allerdings auf breites Missfallen treffen: In Zukunft sollen nur noch Domain-Inhaber das Recht haben, ICANN-Direktoren zu wählen.</p>
<p>
                    <strong><br />
                      <a href="http://avirubin.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Avi Rubin</a><br />
                      <br />
                    </strong>Dass auch herkömmliche Wahlen furchtbar schief gehen können, zeigte die verunglückte Kür des US-Präsidenten im letzten Jahr. Eine bessere Werbung für die schnelle und konsequente Einführung<br />
                    <a href="http://www.newsbytes.com/news/00/158123.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">elektronischer Wahlsysteme</a> schien es nicht zu geben. Der IT-Sicherheitsexperte Avi Rubin hatte bereits seit einiger Zeit Interesse an den Möglichkeiten des eVoting entwickelt und nahm im Oktober 2000 am National Workshop on<br />
                    <a href="http://www.netvoting.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet Voting</a> teil. Sein anschließend veröffentlichtes<br />
                    <a href="http://www.avirubin.com/e-voting.security.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Essay</a> gilt mittlerweile als das Referenzpapier in der Debatte über die Sicherheit von Online-Wahlen.</p>
<p>Avi Rubin arbeitet wie Lorrie Cranor am AT&amp;T-Forschungslabor in New Jersey. Seine Erfahrungen auf den Gebieten der Kryptographie und Netzwerksicherheit lassen ihn zu der klaren Schlußfolgerung kommen, dass der gegenwärtige Stand der Technik es nicht erlaubt, öffentliche Internet-Wahlen durchzuführen. Den vielen Fortschritten in der Sicherheitstechnologie stehen weiterhin sehr viel größere Risiken gegenüber, die in der Euphorie leicht unterschätzt werden. Mit Programmen wie<br />
                    <a href="http://www.bo2k.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Backorifice 2000</a> können z.B. Computer aus der Ferne überwacht und gegebenenfalls manipuliert werden, immer ausgefeiltere Viren könnten die Stimmabgabe entscheidend verzögern oder gar verhindern, Wählerstimmen könnten sogar gestohlen werden.</p>
<p>Rubin bleibt trotzdem Optimist, er glaubt, dass in Zukunft Technologien entwickelt werden könnten, die die Stimmabgabe auch für öffentliche Wahlen sicher genug machen. Seine Erkenntnisse wie auch die Erfahrungen von Lorrie Cranor und Andrew McLaughlin zeigen aber, dass wir uns vorerst daran gewöhnen sollten, dass Online-Wahlen vor allem in kleinerem Maßstab oder von Privatorganisationen durchgeführt werden. Das ist gegenwärtig zwar nicht sicher, dafür bleibt der Schaden im Ernstfall aber auch überschaubarer.<br />
                    </p>
</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 13.12.2001</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
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