<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Crowdfunding &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/crowdfunding/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Thu, 04 Jun 2020 17:45:18 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Crowdfunding &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Digitale Lösungen in Entwicklungsländern</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/internet-der-dinge-in-entwicklungslaendern-148704/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/internet-der-dinge-in-entwicklungslaendern-148704/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jana Schwenk]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Mar 2016 09:43:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungshilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Internet der Dinge]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungsländer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=148704</guid>

					<description><![CDATA[Neue Technologien steigern den Anbau von Nahrungsmitteln in afrikanischen Ländern. Eine immer größere Rolle neben Apps spielt hierbei das Internet [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/BauermitHandy-Ken-Banks-Kiwanja.net-CC-BY-SA-2.0-via-flickr1.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-148738 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/BauermitHandy-Ken-Banks-Kiwanja.net-CC-BY-SA-2.0-via-flickr1.jpg" alt="BauermitHandy-Ken Banks, Kiwanja.net-CC-BY-SA 2.0-via flickr" width="640" height="280" /></a></p>
<p>Neue Technologien steigern den Anbau von Nahrungsmitteln in afrikanischen Ländern. Eine immer größere Rolle neben Apps spielt hierbei das Internet der Dinge.</p>
<p>Bis 2050 sollen laut Berechnungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen 9,1 Milliarden Menschen auf der Erde leben, allein für die Regionen der Subsahara wird ein Bevölkerungswachstum von 108% vorausgesagt. Diese Menschen gilt es dann auch zu ernähren, dabei können Technologien unterstützend wirken. Hierzu gibt es drei große Trends in Entwicklungsländern. Erstens: Wissen vermitteln, um den Anbau effizienter zu machen. Zweitens: Durch Crowdfunding Projekte die Finanzierung sichern. Und Drittens: Versicherungen, um Erträge zu sichern. Alle drei Trends basieren darauf, dass auch stark rurale Gebiete immer mehr Mobilfunknetze haben. Bis 2020 soll bereits knapp die Hälfte der Bevölkerung der Subsahara eine Mobilfunkverbindung haben.</p>
<h3>Trend #1: Wissen ist Macht</h3>
<p>Das einfachste Mittel zur Kommunikation in entlegenen Gegenden ist das Handy. Über das Handy bekommen die Bauern Informationen, wie zum Beispiel den aktuellen Marktpreis ihres Gutes. Oft sind die Bauern nicht in der Lage, selbst auf Märkten ihre Waren anzubieten, sondern verkaufen sie an einen Händler, der sie am Markt weiterverkauft. Dabei waren die Bauern lange auf die Ehrlichkeit und das Wissen der Händler angewiesen und konnten selbst nicht kontrollieren, für wie viel Geld ihr Produkt weiterverkauft wurde. Dank der Informationen über den Marktpreis können die Bauern in faire Verhandlungen treten. Unternehmen wie Esoko haben derzeit schon mehr als 350.000 Kunden in zehn Ländern und senden diesen nicht nur Informationen zum Marktpreis, sondern ermöglichen auch Planung durch Wettermeldungen. Die Meldungen kommen dabei ganz einfach per SMS. Aber auch ganz praktische Tools wie Tipps zum Anbau werden angeboten. Das Problem der hohen Analphabetenrate umgehen die Anbieter ganz pragmatisch: Die Tipps werden einfach per Sprachnachricht verschickt. In Indien ist man schon einen ganzen Schritt weiter, neben den Informationen zum Anbau bietet Nano Ganesh die Möglichkeit, Bewässerungsanlagen über Handy zu steuern.</p>
<h3>Trend #2: Sharing is caring – die Kuh gehört vielen</h3>
<p>Nicht nur Tipps zum Anbau finden ihren Weg zu den Bauern. Mit der App iCow können kenianische Bauern Daten zu ihren Herden eingeben und bekommen dafür personalisierte Informationen und Erinnerungen zum Melken und Impfen. Andere Anbieter gehen noch weiter: Farmable zum Beispiel bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, kleine Summen in eine Kuh zu investieren. Nach der Schlachtung der Kuh wird das Fleisch verkauft und die Investoren bekommen ihre Dividende. Diese Art des Crowdfundings ermöglicht Bauern die Anschaffung von Tieren, die sie sich sonst womöglich nicht leisten könnten. Um Diebstahl vorzubeugen, wird den Tieren ein RFID-Chip eingepflanzt. Dieser Chip ermöglicht es Bauern ihre Herden online zu verfolgen, so können auch verirrte Tiere wiedergefunden werden.</p>
<h3>Trend #3: Versicherungen stellen Lebensunterhalt sicher</h3>
<p>„Weil wir das Wetter nicht kontrollieren können“- damit wirbt die wohl bekannteste Versicherungsgesellschaft für Kleinbauern in Afrika, Kilimo Salama. Kilimo Salama, zu deutsch „Sichere Landwirtschaft“, versichert Bauern, deren Erträge für große Versicherungsgesellschaften nicht interessant sind. Abgesehen vom Vertragsabschluss läuft alles online ab. Die Bauern zahlen 10% ihres Aufwandes für Samen an Kilimo Salama als Versicherungsprämie und werden mit einer Wetterstation ausgestattet. Die Wetterstationen senden regelmäßig Daten an die Versicherung, die so schnell mitbekommt, wenn Dürren oder zu starker Regen die Ernte bedrohen. In diesem Falle werden automatisch Entschädigungen an die Bauern gezahlt. Auch das geschieht online, über ein mobiles Zahlungssystem. Für die Bauern ist damit der Lebensunterhalt gesichert, ohne dass in einem langwierigen Prozess zunächst ein Gutachter zu der Farm reisen muss.</p>
<p>Immer mehr Kleinbauern in Afrika versichern so ihre Ernte. Das Projekt, das es seit 2009 gibt, zählt derzeit mehr als 800.000 Kunden. Neben den afrikanischen Staaten Kenia, Ruanda, Tansania, Botswana und Zimbabwe soll die Versicherung auch bald im asiatischen Raum angeboten werden.</p>
<h3>Internet der Dinge – Chance für Entwicklungsländer</h3>
<p>Viele dieser Technologien, wie zum Beispiel die automatischen Erinnerungen an Impfungen und die Wetterdatenübertragung, basieren auf dem Internet der Dinge (IoT). Darunter versteht man in erster Linie alle Geräte, die als „intelligent“ bezeichnet werden, also mit anderen Geräten kommunizieren können. Bekannt sind hierzulande vor allem Anwendungsfelder wie die <a href="http://politik-digital.de/news/internet-der-dinge-teil-7-industrie-4-0-141454/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Industrie 4.0</a> oder <a href="http://politik-digital.de/news/internet-der-dinge-teil-4-smart-cars-141164/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">selbstfahrende</a> Autos. In Entwicklungsländern werden große Hoffnungen in das Internet der Dinge gesetzt und für viele akute Probleme enstehen durch das IoT neue Lösungsmöglichkeiten: So gibt es neben den Unterstützungen für Bauern <a href="http://www.betterplace-lab.org/de/das-internet-der-dinge/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Projekte</a>, die die Kühlkette von Impfstoffen überwachen. Die oft sehr hitzeempfindlichen Stoffe werden in Kühlbehältern gelagert, die bei Überschreiten einer bestimmten Temperatur Alarm schlagen. Auch in der Katastrophenhilfe hat sich das Internet der Dinge bereits bewährt, durch Sensoren, die seismografische Veränderungen aufzeichnen, können Frühwarnsysteme Betroffene per Push-Benachrichtigung warnen. Nach Katastrophen können durch Ortungssysteme Opfer leichter gefunden und Hilfe organisiert werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/kiwanja/3170270786/in/gallery-140176341@N05-72157664059938159/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ken Banks, kiwanja.net</a><span class="licensetpl_attr">,</span> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 2.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/internet-der-dinge-in-entwicklungslaendern-148704/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Crowdfunding-Kampagne für Flüchtlingsuniversität startet</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/crowdfunding-kampagne-fuer-fluechtlingsuniversitaet-startet-146813/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/crowdfunding-kampagne-fuer-fluechtlingsuniversitaet-startet-146813/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Livia Helbing]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2015 08:19:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bürokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Gebührenfrei]]></category>
		<category><![CDATA[Kiron University]]></category>
		<category><![CDATA[Wings University]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=146813</guid>

					<description><![CDATA[Heute startet die Crowdfunding-Kampagne für die Kiron University, eine Online-Universität für Flüchtlinge. Diese haben nämlich ohne Papiere in Deutschland nicht [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Graduation-Normal.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-146816" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Graduation-Normal.jpg" alt="Graduation Normal" width="640" height="280" /></a></p>
<p><span class="text-lead">Heute startet die <a href="https://www.startnext.com/kironuniversity" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Crowdfunding-Kampagne</a> für die Kiron University, eine Online-Universität für Flüchtlinge. Diese haben nämlich ohne Papiere in Deutschland nicht die Möglichkeit Universitäten zu besuchen. Zwei junge Studenten aus Berlin hatten die Idee, dies zu ändern und Flüchtlingen ohne Papiere, ohne Nachweise, ohne Gebühren die Möglichkeit zur höheren Bildung zu bieten.</span></p>
<p>Solange ihr Aufnahmestatus nicht geklärt ist, bleibt es Flüchtlingen in Deutschland verwehrt, ihr in der Heimat begonnenes Studium fortzusetzen bzw. ein neues zu beginnen. So bleibt den jungen Menschen oftmals nichts anderes übrig, als tatenlos ihre Zeit durch Warten zu verschwenden. Die beiden Berliner Studenten Markus Kreßler und Vincent Zimmer haben dieses Problem aufgegriffen, nachdem viele Flüchtlinge den Wunsch geäußert hatten, endlich etwas tun zu wollen.</p>
<p>Die <a href="http://kiron.university/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kiron University</a>, ehemals Wings University, ist eine gebührenfreie Online-Universität für Geflüchtete. Sie soll jedem Flüchtling die Möglichkeit bieten, einen weltweit anerkannten Abschluss zu erzielen – und all das ohne die übliche Bürokratie. &#8220;Jeder, der möchte, soll einen international anerkannten Abschluss machen können, es entscheidet allein die Qualifizierung und nicht, welche Dokumente du gerade bei dir hast&#8221;, lautet die Devise der beiden jungen Männer. Der Bedarf ist riesig. Bereits im April hatten 15.000 Geflohene ihr Interesse bekundet.</p>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://vimeo.com/138391306" title="Kiron Crowdfunding Video" src="https://player.vimeo.com/video/138391306?width=840&#038;height=1000&#038;discover=1?dnt=1&amp;app_id=122963" width="840" height="473" frameborder="0" allow="autoplay; fullscreen" allowfullscreen></iframe></p>
<h3>Größte Summe über Crowdfunding jemals</h3>
<p>Ab Oktober können Flüchtlinge die ersten Kurse an der Kiron University belegen. Sie können auswählen zwischen der Business School, der School of Engineering, der School of Architecture, der School of Computer Science, der School of Intercultural Studies sowie der Language School. Das Angebot soll noch ausgeweitet werden, jedoch muss die Universität zunächst finanziell am Laufen gehalten werden. Bis zu den ersten Abschlüssen werden noch drei Jahre vergehen.</p>
<p>Hierfür startet heute eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform <a href="https://www.startnext.com/kironuniversity" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Startnext</a>, Sie ist auf zwei Monate angelegt. Kreßler erhofft sich, mindestens eine Million Euro zu sammeln. Dies wäre die bisher größte über Crowdfunding eingenommene Summe in Deutschland für einen sozialen Zweck. Da die Kiron University eine gemeinnützige Organisation ist, kann für jede Spende eine Spendenquittung ausgestellt werden. Diese kann anschließend von der Steuer abgesetzt werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bild: <a class="hover_opacity" href="https://www.flickr.com/photos/shawncalhoun/4645459444/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Shawn </a><a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC 2.0)</a></p>
<div>
<div> <img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/crowdfunding-kampagne-fuer-fluechtlingsuniversitaet-startet-146813/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>3</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Creative-Commons Initiator goes for president</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/creative-commons-initiator-goes-for-president-146657/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/creative-commons-initiator-goes-for-president-146657/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Livia Helbing]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Aug 2015 13:44:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftskandidat]]></category>
		<category><![CDATA[Creative Commons]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Lawrence Lessig]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=146657</guid>

					<description><![CDATA[Im Rennen um die amerikanische Präsidentschaftskandidatur der Demokraten mischt der Urheberrechtsexperte und Juraprofessor an der Harvard-Universität, Lawrence Lessig, zurzeit das [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Lessig_CC_640x280.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-146658 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Lessig_CC_640x280.jpg" alt="Lessig_CC_640x280" width="640" height="280" /></a> Im Rennen um die amerikanische Präsidentschaftskandidatur der Demokraten mischt der Urheberrechtsexperte und Juraprofessor an der Harvard-Universität, Lawrence Lessig, zurzeit das Feld neu auf. Er will der „geschmierten“ Finanzierung des amerikanischen Wahlkampfsystems den Kampf ansagen und –sollte er tatsächlich zum Präsidenten der USA gewählt werden- nach nur einem Referendum sein Amt wieder niederlegen. politik-digital.de hat den Politikwissenschaftler Prof. Dr. Christoph Bieber nach seiner Einschätzung zu Lessigs außergewöhnlicher Kampagne gefragt.</p>
<p>Mit einer bemerkenswerten Wahlkampfstrategie sorgt Lawrence Lessig derzeit in den USA für Aufsehen. Er will 2016 ins Oval Office einziehen. Als Präsident plant er, die Korruption innerhalb des amerikanischen Wahlkampfsystems zu beseitigen – dafür will er aber nur kurze Zeit im Amt bleiben. Denn nach der gelungenen Durchsetzung eines Referendums für mehr Bürgerrechte würde er die Amtsgeschäfte seinem Vizepräsident übertragen.</p>
<p>Für dieses ambitionierte Projekt muss sich Lessig aber zunächst innerhalb seiner eigenen Partei durchsetzen. Mit einer Crowdfunding-Kampagne will er bis zum Labor Day am 5. September eine Million Dollar sammeln. Damit beabsichtigt er einerseits die Demokraten von sich zu überzeugen, andererseits seinen Wahlkampf finanzieren zu können.</p>
<h3>Ein „sechster Sinn“ für Lobbyismus</h3>
<p>In Europa ist Lawrence Lessig insbesondere als Kritiker des bestehenden Urheberrechts bekannt. Bereits vor seinem Kampf um die Präsidentschaftskandidatur setzte er sich gegen Regulierungen ein, die die künstlerische Freiheit und das Internet bedrohen. Mit den &#8220;New Hampshire Protest Marches&#8221; und dem Political Action Committee „MayDay“, unterstützte der Harvard Professor zudem die Kandidatur von Demokraten und Republikanern, die eine Reform des Wahlkampfsystems anstreben.</p>
<p>Dies will Lessig nun selbst in die Hand nehmen. Er plant die Demokratisierung des „manipulierten Systems“, das sich über Jahrzehnte gefestigt habe und der Grund vielerlei Übels in den USA sei. Ihm zufolge liege der Fokus der politischen Klasse zu sehr darauf, potentielle Spender für sich zu gewinnen, anstatt ihren Kampagnen durch politische Inhalte Gewicht zu verleihen. Rund 70 Prozent ihrer Zeit sollen die Politiker für diese Money Politics aufbringen. Lessig nennt dies den „sechsten Sinn“, den die Politiker für die Interessen der Lobbyisten entwickelt haben, und der einen fruchtbaren Boden für Korruption biete.</p>
<p>Bis zur Präsidentschaft hat der Rechtsprofessor jedoch noch einen steinigen Weg vor sich. Bevor er überhaupt als offizieller Kandidat für die Demokraten antreten kann, muss er die eigene Partei von seiner ungewöhnlichen Idee überzeugen. Mit der Methode des Crowdfundings, mit der Lessig bereits 2014 zehn Millionen Dollar für die Finanzierung von „MayDay“ einnehmen konnte, möchte er nun bis zum Labor Day am 5. September eine Million Dollar über seine <a href="https://lessigforpresident.com/">Online-Kampagne</a> sammeln. Dieses Geld soll ihm helfen, in die Favoritenriege neben Clinton, Sanders und Co. aufzusteigen und seinen Wahlkampf zu finanzieren. Die Strategie scheint vielversprechend. Nach zehn Tagen wurden schon knapp 40 Prozent des Geldes gespendet.</p>
<h3>Rücktritt nach Reform</h3>
<p>Der „<a href="https://lessigforpresident.com/the-act/">Citizen Equality Act 2017</a>“ soll das amerikanische Wahlkampfsystem nach Lessigs Sieg umkrempeln. Um das Reformprogramm im US-Kongress durchzukämpfen will der Visionär all seine Kraft aufbringen. Der Act soll etwa ein Gutscheinsystem beinhalten, das jedem Bürger einen Coupon zusichert, der wiederum einem bestimmten Kandidaten zugutekommen könnte. So würden auch die einfachen Bürger gegenüber Großspendern ermächtigt. Darüber hinaus plant Lessig einen besseren, proportionalen Neuzuschnitt der Wahlkreise, der gleiches Stimmgewicht garantieren soll.</p>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=CaqrQz71bMk" title="Lessig 2016. Equal Citizens First." width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/CaqrQz71bMk?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Besonders ungewöhnlich an Lessigs Plan ist, dass er lediglich Präsident auf Zeit werden möchte. Das korrupte Wahlsystem zu reformieren ist quasi das einzige Ziel, das er während seiner Präsidentschaft umzusetzen plant. Lessig verspricht, bereits am Tag der Verabschiedung des Citizen Equality Acts seine Rücktrittserklärung einzureichen und die Amtsgeschäfte dem Vizepräsidenten zu übertragen. Nach Richard Nixon wäre er damit erst der zweite US-Präsident, der freiwillig zurücktritt.</p>
<h3>Ein vielversprechender Plan?</h3>
<p>Lessig räumt sich und seinem Vorhaben selbst nur wenige Chancen ein. Dennoch setzt er ein Zeichen mit seiner ungewöhnlichen Wahlkampfstrategie, die auf ein Umdenken in der Bevölkerung sowie der politischen Klasse Amerikas hoffen lässt. Christoph Bieber ist renommierter Politikwissenschaftler an der Universität Duisburg-Essen und u.a. Experte für amerikanische Wahlkämpfe. Wir haben ihn nach seiner Einschätzung zu Lessigs Kampagne und dessen Chancen im Rennen um das mächtigste Amt der Welt gefragt:</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> <em>ZeitOnline schreibt über Lessig, er sei &#8220;Der Trump der Demokraten&#8221;. Wie populistisch oder radikal ist Lessig? Wie viel Protest steckt in seiner Kandidatur?</em></p>
<p><strong>Christoph Bieber:</strong> Es gibt wohl keinen Bewerber im bisherigen Kandidatenfeld, von dem Lessig weiter entfernt ist als „The Donald“ Trump. Natürlich ist Bewerbung als „referendum president“ auf ihre eigene Weise radikal und aus dem Geiste der Auflehnung gegen den „Todesstern“ entstanden, zu dem Washington D.C. inzwischen geworden ist (so Lessig in einem der ersten Kampagnen-Videos). Wenn man diese beiden „presidential bids“ miteinander in Bezug setzen kann, dann hinsichtlich des Störpotentials, das sie auf je eines der beiden großen Lager entfalten: Trump pflügt durch die Reihen der Republikaner und zwingt Bush, Cruz oder Fiorina zu Reaktionen. Lessig stichelt in Richtung der Demokraten und fordert unverhohlen Hillary Clinton oder den Unabhängigen Bernie Sanders auf, ihn zu unterstützen – wohlgemerkt, als Kandidat für die Vizepräsidentschaft und designierten Amtsnachfolger nach Erledigung der angestrebten Wahl- und Systemreform.</p>
<p>politiki-digital.de: <em>In links-intellektuellen Kreisen hat Lessig bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht. Aber wie stehen seine Chancen tatsächlich Präsident zu werden? Wie glaubwürdig ist Lessig, wenn er behauptet, nach dem Referendum von seinem Amt als Präsident zurückzutreten? </em></p>
<p>Bieber: Lessig ist Realist genug, seine Bewerbung vor allem als einen symbolischen Eingriff in der frühen Kampagnenphase zu verstehen – aktuell sammelt er Geld, um sich als Teilnehmer für eine der Auswahldebatten der „democratic primaries“ in Stellung zu bringen. Hierfür benötigt er einen gewissen Rückhalt in den Meinungsumfragen, den er mit einer konstanten Medienpräsenz durchaus erreichen könnte. In diesem Geschäft hat Lessig bereits im Vorfeld der Zwischenwahlen in 2014 Erfahrungen sammeln können, als er eine eigene Förderorganisation ins Leben gerufen hatte, die ebenfalls eine „Kritik von Innen“ formulieren sollte. Die Organisation MayDay.us sammelte damals als „Political Action Committee“ Spendengelder, um damit gerade solche Kandidaten zu unterstützen, die sich für eine Reform ebendieser Art der Politikfinanzierung einsetzten. Dieses Unternehmen zeigte allerdings keine große Wirkung, so dass sich Lessig seiner Rolle als außerordentlicher Außenseiter bewusst sein dürfte.</p>
<p>Dass Lessig seine Ankündigung, nach einer erfolgten Reform zurückzutreten, umsetzen wird, halte ich für absolut glaubwürdig – zuletzt hatte er für sechs Jahre eine Ethik-Professur an der Harvard University inne, das zentrale Thema seiner Arbeiten war „Institutionelle Korruption“, er weiß also ganz genau, worauf er sich einlässt. Und: er hält sich an befristete Verträge (vgl. <a href="https://twitter.com/drbieber/status/595722334041993216">https://twitter.com/drbieber/status/595722334041993216</a>)</p>
<p>politik-digital.de: <em>Wie stark verfängt sein Themenblock &#8220;Wahlkampffinanzierung, Lobbyismus, Zuschnitt der Wahlkreise&#8221; bei der durchschnittlichen Bevölkerung?</em></p>
<p>Bieber: Das von Lessig auf die Agenda gesetzte Thema ist nichts für die Masse der Wähler, sondern eher etwas für Spezialisten im Politikbetrieb und politische Theoretiker. Allerdings fasst er sein Programm unter dem Label „Citizen Equality Act“ zusammen – politische Gleichheit ist in der Tat eine demokratische Urforderung und sollte eigentlich alle Bürger interessieren. Jedoch ist es auch eine Art „Meta-Thema“, das für eine plakative, emotionale, die Massen bewegende Behandlung im Wahlkampf nicht gut geeignet ist. Zugleich bietet es auch Angriffsfläche für mögliche Widersacher, denn schließlich ruft Lessig mit seiner Forderung nach einem „referendum president“ eine Art Ausnahmezustand aus – das System ist hinüber, manipuliert, verrottet und nur ein mit „Superkräften“ ausgestatteter Präsident kann es reformieren. Die historische Denkfigur dazu hat der mehr als umstrittene Carl Schmitt formuliert: „Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet.“ Für geübte Wahlkämpfer dürfte es recht einfach sein, den „Professor aus Harvard“ als elitären Besserwisser fern von der Lebenswelt der Normalbürger hinzustellen. (Allerdings hätte Lessig darauf mehr als nur eine gute Antwort).</p>
<p>politik-digital.de: <em>Obama hat gezeigt, wie man im Internet eine Kampagne organisiert und Spenden sammelt. Was ist das Innovative an Lessigs Kampagne?</em></p>
<p>Bieber: Die technische Einbettung des Internet in die Kampagne gehört mittlerweile zum Standard und stellt kein Alleinstellungsmerkmal in Wahlkämpfen dar, auch Crowdfunding bietet keine wesentlichen Neuigkeitswerte mehr. Die Innovation der Kampagne liegt eher in ihrer politikwissenschaftlichen Technologie, nicht im Einsatz der Online-Kommunikation. Allerdings könnte es Lawrence Lessig gelingen, für seinen Feldzug so etwas wie die „Internet-All-Stars“ zu rekrutieren. Seine dauerhafte politische Motivation bezieht er aus der Nähe zum verstorbenen Aktivisten Aaron Swartz, das sorgt für eine Verankerung in der „Hacktivismus“-Szene. Auf akademisch-professioneller Ebene unterhält Lessig Verbindungen zu Schlüsselfiguren der Internet-Forschung am Massachusetts Institute of Technology, der Stanford University und der Harvard University. Durch seine Rolle bei der Entwicklung der „Creative Commons“-Lizenzen ist er weltweit bekannt (oder berüchtigt, je nachdem) in Kreativindustrie und Publikationswesen. Sein TED-Talk über die Probleme der Politikfinanzierung hat 1,3 Millionen Aufrufe und wurde in 26 Sprachen übersetzt (http://www.ted.com/talks/lawrence_lessig_we_the_people_and_the_republic_we_must_reclaim?language=en). Ein erster Personal-Coup ist bereits gelungen: Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hat den Vorsitz des „Exploratory Committee“ übernommen, das formal die Bewerbung als Präsidentschaftskandidatur prüft und vorantreibt (vgl. <a href="https://medium.com/@JimmyWales/let-s-light-up-the-internet-1337441393a4">https://medium.com/@JimmyWales/let-s-light-up-the-internet-1337441393a4</a>).</p>
<p>Allerdings gab es auch einen „Misserfolg“: Lessig hatte seine Idee vom „referendum president“, der sich nur ein einziges Thema auf die Fahnen schreibt und in den Wahlkampf zieht, verschiedenen politisch aktiven Prominenten angetragen. Abgesagt hat einer, dessen Kampagne für den „Citizen Equality Act“ ungleich populärer und Erfolg versprechender gewesen wäre: Jon Stewart.</p>
<div class="attribution-info">
<p><em>Prof. Dr. Christoph Bieber ist Politikwissenschaftler am <a href="https://www.uni-due.de/politik/">Institut für Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen</a>. Seit Mai 2011 hat er dort die Welker-Stiftungsprofessur für Ethik in Politikmanagement und Gesellschaft an der <a href="http://nrwschool.de/die-school/lehrstuhle/ethik-in-politikmanagement-und-gesellschaft-prof-bieber/">NRW School of Governance</a> inne. Er ist seit Vereinsgründung Mitglied im Vorstand von <a href="http://verein.politik-digital.de/uber-uns-2/vorstand/">politik-digital e.V.</a></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Update vom 07.09.2015:</h3>
<p>Innerhalb von vier Wochen hat Lawrence Lessig sein erstes Etappenziel erreicht. Per Crowdfunding hat er 1.000.000 US Dollar sammeln können. Dies gab er letzten Sonntag über Twitter bekannt. Mit dem Geld möchte der Harvard-Professor nicht nur den Wahlkampf finanzieren, sondern auch seine Partei von sich überzeugen. Die offizielle Bewerbung um die Kandidatur als Präsidentschaftskandidat der Demokraten wird er vorraussichtlich am Mittwoch in Claremont, New Hampshire verkünden, so sein Pressesprecher.</p>
</div>
<div class="attribution-info">
<blockquote hcb-fetch-image-from="https://twitter.com/lessig/status/640515609466310657" class="twitter-tweet" data-width="550" data-dnt="true">
<p lang="en" dir="ltr">WE DID IT!!! ($1M in &lt; 4 wks) Thank you all for your support. Now, let&#39;s go <a href="https://twitter.com/hashtag/fixdemocracyfirst?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#fixdemocracyfirst</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/getmoneyout?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#getmoneyout</a> <a href="http://t.co/ZSTpbsAXvQ">pic.twitter.com/ZSTpbsAXvQ</a></p>
<p>&mdash; Lessig (@lessig) <a href="https://twitter.com/lessig/status/640515609466310657?ref_src=twsrc%5Etfw">September 6, 2015</a></p></blockquote>
<p><script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
</div>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/joi/2235721396/in/photolist-4pyE5C-8PUFG-4wyBn3-4pAZwm-53zi-8PUGL-5vkhV4-8PUJo-5vpAZL-4egYWv-6aUyMo-5vpypw-5vkePe-5vpyvE-4pyErE-4dUSvH-mnbmc-9RQRd5-5vpAab-5vkfzx-5vkfan-5vpza1-5vkftz-5vkhJk-boJd96-cptzoW-5w3jS7-6aUyqs-6aUv5f-8PUFv-5zaZju-8P5UE-QJQGu-87tCqX-4zyAZY-8PUHE-8PUHg-QysBV-4pyDp3-aFbzjK-4aCgyg-5zPjaa-3P5FjS-4qKUb2-btyEmK-5zcLPw-4wurwZ-2D8nAN-7zfTwH-6aB1oX" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Joi Ito</a><a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY 2.0)</a></p>
<div>
<div> <img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/creative-commons-initiator-goes-for-president-146657/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>WG gesucht: Portal vermittelt Wohnraum für Flüchtlinge</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wg-gesucht-portal-vermittelt-wohnraum-fuer-fluechtlinge-145071/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wg-gesucht-portal-vermittelt-wohnraum-fuer-fluechtlinge-145071/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Franziska Türk]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2015 09:14:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt digital]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge Willkommen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=145071</guid>

					<description><![CDATA[Es gibt eine Menge praktischer Internetseiten. Manche zeigen, wie man mit einfachen Tricks die heimische Wohnung verschönert, andere machen den [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/khgl1Team_Fluechtlinge_Willkommen_HIGH-RES_by_Jean-Paul_Pastor_Guzma¦ün_crop.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145075" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/khgl1Team_Fluechtlinge_Willkommen_HIGH-RES_by_Jean-Paul_Pastor_Guzma¦ün_crop.jpg" alt="khgl1Team_Fluechtlinge_Willkommen_HIGH-RES_by_Jean-Paul_Pastor_Guzma¦ün_crop" width="2426" height="1065" /></a>Es gibt eine Menge praktischer Internetseiten. Manche zeigen, wie man mit einfachen Tricks die heimische Wohnung verschönert, andere machen den geneigten Beobachter zum Sternekoch – und wieder andere verändern ein ganzes Leben. Letzteres trifft auf die Website „Flüchtlinge Willkommen“ zu, die Flüchtlinge und WGs mit freiem Zimmer zusammenbringt.</p>
<p>Warum dürfen Asylbewerber nicht arbeiten, wieso können sie sich nicht freizügig bewegen, und warum sind sie isoliert vom Rest der Gesellschaft unter miserablen Bedingungen in viel zu großen Lagern untergebracht? Diese Fragen stellten sich die Berliner Mareike Geiling, Jonas Kakoschke und Golde Ebding – und spätestens als in der Wohnung von Mareike und Jonas ein Zimmer frei wurde, war ihnen klar, dass sie zumindest gegen letzteres auch selbst etwas tun können. Warum nicht einfach einen Flüchtling in das frei gewordene WG-Zimmer einziehen lassen? Seitdem Mareike in Kairo lebt und arbeitet, sitzt Jonas abends statt mit ihr nun mit Bakaray auf der Couch in der WG-Küche, kocht, isst und plaudert mit ihm. Ein Zusammenleben wie in tausenden anderen Berliner Wohngemeinschaften – mit dem Unterschied, dass Bakaray  aus Mali geflohen ist und zuvor kein festes Dach über dem Kopf hatte. Um seine Miete zu finanzieren, fragte die WG im Familien- und Freundeskreis nach Mikrospenden. Hier drei Euro im Monat, dort sogar 20 – das alles ging viel einfacher als erwartet, und wenn es hier klappt, warum dann nicht auch woanders? Der Startschuss für das Projekt war damit gefallen.</p>
<p>„Wir sind der Auffassung, dass geflüchtete Menschen nicht durch Massenunterkünfte stigmatisiert und ausgegrenzt werden sollten, sondern dass wir ihnen einen warmen Empfang bieten sollten“, heißt es auf der Website <a href="http://www.fluechtlinge-willkommen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fluechtlinge-willkommen.de</a>, die seit Dezember 2014 online ist. Über ein Formular auf der Homepage können sich Wohngemeinschaften  und Haushalte, die ein Zimmer frei haben, direkt online anmelden – und auch notdürftige Flüchtlinge können über die Website Kontakt zu den Initiatoren aufnehmen. Obwohl das Wort Flüchtling im Namen des Projekts zu finden ist, sprechen die Organisatoren lieber von geflüchteten Menschen. „Das Wort hat durch die Endung ‚-ing‘ etwas Verniedlichendes, das schnell zu Assoziationen von Hilflosigkeit und Passivität führt – eben dies ist aber nicht unsere Idee von geflüchteten Menschen, die ihr Leben selbst aktiv gestalten dürfen müssten. Das Erreichen dieser Selbstbestimmtheit ist ein zentraler Punkt“, erklärt Initiatorin Golde Ebding das Konzept dahinter. Durch das Zusammenleben in einer WG finden die Geflüchteten einfacher Anschluss, lernen schneller Deutsch und gehen so einen ersten Schritt in eine eigenverantwortliche Zukunft; ihre einheimischen Mitbewohner haben im Gegenzug die Möglichkeit, eine andere Kultur kennenzulernen.</p>
<h3>Ziel: ein ganz normales WG-Leben</h3>
<p>18 WGs und Geflüchtete wurden dank der Homepage mittlerweile zusammengebracht – in Konstanz, Wien oder Frankfurt, die meisten aber in Berlin. Mehr als 250 Menschen haben Mikrospenden zur Finanzierung der Mieten zugesagt, viele bieten auch an, den Flüchtlingen als Paten vor Ort zur Seite zu stehen. Insgesamt meldeten sich über 480 WGs und mehr als 200 geflüchtete Menschen. Dafür, dass bislang nur knapp 20 von ihnen tatsächlich in freie WG-Zimmer eingezogen sind, gibt es laut Golde Ebding ganz unterschiedliche Gründe: Die von den WGs angebotene Wohndauer war zu gering, das Angebot wirkte unseriös oder kam sogar aus der rechten Szene, und relativ viele WGs meldeten sich nicht mehr zurück, wenn es konkret wurde. Hinzu kamen Vermittlungsversuche, bei denen einer der Beteiligten wieder absprang – für die Organisatoren ist das aber ganz normal und sogar gewollt, schließlich ist das Ziel des Projekts ein „langfristiges, auf gegenseitiger Sympathie basierendes Zusammenleben“. Und dazu muss es eben auf allen Ebenen stimmen. Mit den bereits vermittelten WGs steht das Team von „Flüchtlinge Willkommen“ als Ansprechpartner noch in mehr oder weniger intensivem Kontakt, vor Ort begleiten die Paten den Prozess des Zusammenlebens der frisch zusammengewürfelten Wohngemeinschaft. Und dieser Prozess läuft laut Ebding ebenso wie die Finanzierung bisher in allen WGs reibungslos.</p>
<p>Dass das Zusammenleben so gut klappt, liegt aber auch daran, dass von Anfang an darauf geachtet wird, dass die zukünftigen Mitbewohner zusammenpassen. Schon bei der Anmeldung auf der Website werden Sprachkenntnisse und Wohnsituation abgefragt, es soll möglichst eine gemeinsame Sprache gesprochen werden. Auch das Alter und die Interessen spielen eine Rolle, und wenn Frauen sich eine rein weibliche WG wünschen, wird darauf auch Rücksicht genommen. Häufig sind es tatsächlich die klassischen Studenten-WGs, die sich bei fluechtlinge-willkommen.de melden, aber auch andere Haushalte öffnen ihre Türen für geflüchtete Menschen: Paare mit oder ohne Kinder, alleinerziehende Mütter oder ältere Menschen, die sich ein wenig Gesellschaft wünschen.</p>
<p>Flüchtlinge, die an einem Zusammenleben interessiert sind, melden sich selbst über die Homepage; wenn ein Zimmer frei ist, gehen die Organisatoren in vielen Fällen aber auch auf die Partner vor Ort zu, die die Zimmerangebote dann an die Flüchtlinge weitergeben. Denn wenn in Süddeutschland ein Zimmer vermittelt wird, fährt das Berliner Team natürlich nicht hunderte Kilometer im ICE durch Deutschland, um WG und Geflüchtete miteinander bekannt zu machen. Für solche Fälle gibt es Kooperationspartner, meist sind das Sozialarbeiter in Flüchtlingsberatungseinrichtungen. „Es haben sich aber auch schon Mitarbeiter von Sozialämtern an uns gewendet, denen es ein persönliches Anliegen war, menschenwürdige Unterkünfte für die von ihnen zu betreuenden Menschen zu finden. Das ist ein schönes Zeichen!“, findet Ebding.</p>
<h3>Online verbreiten sich gute Ideen rasend schnell</h3>
<p>Eines ist jedenfalls klar: Ohne das Internet könnte die Vernetzungsplattform niemals so agieren wie jetzt – schließlich sind oft Menschen in weit entfernten Städten beteiligt, die nur über das Netz erreicht werden können. Sowohl die nationale Reichweite als auch die Internationalisierung des Projekts wären offline nicht zu bewerkstelligen gewesen, dessen ist sich Ebding sicher. Und auch jeglicher interner Austausch findet über das Internet statt und ermöglicht es den Organisatoren, als einheitliches Projekt zu agieren.</p>
<p>Offline wie online ist  das Projekt in den Medien sehr präsent, durch die Website auch sehr transparent – Angst, die Polizei dadurch auf Flüchtlinge ohne Aufenthaltsgenehmigung aufmerksam zu machen, haben die Organisatoren aber nicht. Sehr viele der vermittelten Menschen stehen ohnehin mitten im Asylverfahren, ihr Aufenthalt ist somit legal. In diesen Fällen erfolgt häufig eine offizielle Kostenübernahme, die Arbeit von „Flüchtlinge Willkommen“ ist dementsprechend eine große Erleichterung für den Staat. Und da bei der Aufnahme von illegalisierten Menschen der humanitäre Aspekt im Vordergrund steht, sieht Ebding auch hier keine Probleme. Im Gegenteil: Die Organisatoren ermuntern dazu, Geflüchtete ohne Aufenthaltsgenehmigung aufzunehmen. Strafbar macht man sich dadurch nicht, die Wahrscheinlichkeit, dass plötzlich die Polizei vor der Türe steht, geht gegen Null. Prekär hingegen ist die Situation hingegen für den Flüchtling, dem sehr wahrscheinlich Haft und Abschiebung bevorstehen. In diesem Fall könne man nur noch versuchen, ihn so gut wie möglich zu schützen.</p>
<p>Auch für andere ehrenamtliche Projekte sieht Ebding große Potenziale beim Internet. Denn über das „Medium Nummer eins“ könne man vor allem junge Menschen ansprechen – eben genau die, deren Aufmerksamkeit durch klassische Anzeigen und Kampagnen kaum mehr gewonnen werden könne. Und ist eine Idee erst einmal geboren, habe das Internet die Macht, diese rasend schnell zu verbreiten und Initiativen wie „Flüchtlinge Willkommen“ durch die digitale Vernetzung quasi über Nacht bekannt zu machen. Bereits vor vier Jahren hat Mit-Initiator Jonas Kakoschke die Website <a href="http://pfandgeben.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pfandgeben.de</a> gegründet, dort können Menschen mit überflüssigem Pfandgut in der Wohnung Kontakt zu Flaschensammlern in ihrer Gegend aufnehmen. Und nun wohnt Kakoschke eben mit einem geflüchteten Menschen aus Mali zusammen. Das World Wide Web macht es möglich.</p>
<p>Foto: Jean-Paul Pastor Guzmán / Flüchtlinge Willkommen<br />
v.l.n.r.: Golde Ebding, Mareike Geiling, Jonas Kakoschke</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wg-gesucht-portal-vermittelt-wohnraum-fuer-fluechtlinge-145071/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>E-Partizipation: 6 Erfolgsfaktoren für Mitmachangebote in Politik und Wirtschaft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/e-partizipation-6-erfolgsfaktoren-fuer-mitmachangebote-in-politik-und-wirtschaft-141186/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/e-partizipation-6-erfolgsfaktoren-fuer-mitmachangebote-in-politik-und-wirtschaft-141186/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nina Galla]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Jul 2014 08:30:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Stakeholder]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Petition]]></category>
		<category><![CDATA[E-Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Beteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdsourcing]]></category>
		<category><![CDATA[Mitmachen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=141186</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Mitmachen lassen anstatt über die Köpfe von Kunden und Beteiligten hinweg zu entscheiden – das Prinzip der Partizipation an Entscheidungsprozessen setzt sich in Politik und auch in der Wirtschaft immer mehr durch. Und das hat ganz handfeste Gründe: Entscheidungen, die gemeinsam mit den Mitwirkenden getroffen werden, werden eher akzeptiert, und das spart der Organisation Zeit und damit Geld. Nina Galla hat sechs Faktoren für erfolgreiche Mitmach-Projekte im Internet zusammengestellt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Einbeziehung aller Stakeholder bringt den Initiatoren von Online-Partizipationsangeboten im Idealfall nicht nur Zeit und Geld. Darüber hinaus gewinnt ein Unternehmen oder eine Behörde wertvolle Erkenntnisse über die Menschen, mit denen oder für die es aktiv wird: Auch wenn es manchmal Ablehnung und Kritik gibt – das direkte Feedback der Beteiligten ist unschätzbar wertvoll, denn es zeigt Schwachstellen im Konzept auf, die noch nicht ausreichend bedacht wurden. Vor allem online lassen sich Abstimmungen, Vorschläge und Meinungen besonders gut einholen, da die internetbasierten Befragungen eine hohe Reichweite und daher eine hohe Teilnahmequote erreichen können. Zudem ist es für den Stakeholder selbst sehr einfach: Bürger und Mitarbeiter können mit wenig Aufwand innerhalb weniger Minuten von der Couch aus oder in der Mittagspause Prozesse mitgestalten und Entscheidungen beeinflussen. Ganz moderne Plattformen erlauben sogar die Partizipation vom Smartphone aus. Einfache Beteiligung und hohe Reichweite öffnen zwar auch die Türen für Gegner-Kampagnen, so wie es jetzt  der EU-Handelskommissar <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/TTIP-Konsultation-EU-Kommissar-beschwert-sich-ueber-Attacke-2263798.html?wt_mc=nl.ho">De Gucht</a> während der Konsultation zum Handelsabkommen TTIP erleben konnte, dennoch überwiegen die Vorteile. Insbesondere öffentliche Institutionen werden auch zukünftig stärker auf Partizipation setzen müssen. Daher haben einige Städte und Kommunen auch schon eigene Handbücher mit Leitfäden für eine gelungene Bürgerbeteiligung aufgelegt. Das Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft hat in einer aktuellen <a href="http://www.hiig.de/wp-content/uploads/2014/06/20140609_Studie_DIGITAL.pdf">Studie</a> untersucht, wer denn überhaupt Online-Partizipationsangebote nutzt und welche Formate am meisten Zuspruch finden: Die <a href="http://politik-digital.de/partizipation-im-netz-je-juenger-desto-aktiver/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ergebnisse </a>sind leider noch nicht überraschend, geben aber Aufschluss darüber, wie Mitmach-Projekte im Internet zu gestalten sind, um attraktiv zu sein.</p>
<h3>Je jünger, je doller</h3>
<p>So erstaunt nicht, dass die Zielgruppe der 18- bis 34-Jährigen am aktivsten ist, wenn es um die Wahrnehmung von Online-Partizipation geht. Die jüngere Generation ist einfach größtenteils online-affiner. Ältere Semester können vor allem bei der politischen Partizipation noch aufholen: Da Senioren oft mehr Zeit haben, sehr erfahren sind und nicht selten erst als Rentner anfangen, sich politisch zu betätigen, kann das Internet ihnen hier eine bequeme Spielwiese für das Engagement bieten.</p>
<h3>Bildungsgrad entscheidet über Beteiligung – nicht das Einkommen</h3>
<p>Je gebildeter, desto aktiver: Online bildet sich ab, was auch schon offline zu beobachten ist. Wer besser gebildet (und besser informiert) ist, macht auch mehr mit. Das kann damit zu tun haben, dass der bessere politische Überblick dafür sorgt, gesellschaftliche Problemstellungen eher zu erkennen, aber auch damit, dass es sich einfach besser und leichter entscheiden lässt, wenn man gut informiert ist. Diese Spaltung zeigt jedoch gleichfalls, dass Beteiligungsangebote so gestaltet werden müssen, dass auch niedrigere Bildungslevel einbezogen werden. Denn gerade politische Entscheidungen betreffen meist alle Anwohner oder Bürger, unabhängig vom Schulabschluss. Das Einkommen hingegen hat keinen Einfluss auf den Beteiligungsgrad.</p>
<h3>Online-Petition ist am beliebtesten &#8230;<b> </b></h3>
<p>… und am bekanntesten – kein Wunder: Diverse Anbieter jagen fast täglich immer neue E-Petitionen durch die sozialen Netzwerke und E-Mail-Postfächer. Das Anliegen ist immer dringend, fast immer wird eine Mehrheit emotional angesprochen und mit nur einem Klick ist man meist dabei. Betroffenheit und niedrigschwellige Teilhabe sind hier die Erfolgsfaktoren, zumindest was das Mitmachen angeht. Lediglich das E-Petitionsportal des Bundestags ist ein wenig komplizierter.</p>
<h3>E-Mail für Sie, Herr Minister</h3>
<p>Die Möglichkeit, den Abgeordneten direkt zu kontaktieren, ist zwar bekannt, wird aber eher wenig genutzt. Das ist schade, denn hier liegt ein verborgenes Potenzial der direkten Einflussnahme auf die Meinungsbildung eines Politikers. So ist der eigene Wahlkreis für den in Berlin arbeitenden MdB von sehr hoher Bedeutung. Dem Abgeordneten ist daran gelegen, insbesondere die Nachbarn von Zuhause hinter sich zu wissen.</p>
<h3>Politisches Networking</h3>
<p>Hier ist eine Diskrepanz erkennbar zwischen Interesse und tatsächlicher Beteiligung. Das Interesse ist zwar durchaus vorhanden, aber es führt nicht zwangsläufig zum Mitmachen. Das kann daran liegen, dass es bei den meisten Parteien erforderlich ist, sich zu registrieren, um online zu kommentieren oder sich gar in Netzwerken digital auszutauschen. Hier die Zugangshürden zu senken, kann die Beteiligung am Austausch erhöhen.</p>
<h3>Mitmachen bei Unternehmen: Crowdfunding und Crowdsourcing</h3>
<p>Auch die private Wirtschaft setzt zunehmend auf Mitmachen: Die Bandbreite reicht vom IKEA-Prinzip des Möbel-Selber-Zusammenbauens bis hin zu Unternehmen, die ihre Kunden sich gegenseitig helfen lassen, um dabei den Kundendienst einzusparen. Die Grenzen zwischen moderner Kommunikation mit der und über die Crowd auf der einen Seite und Ausbeutung auf der anderen Seite sind fließend. Jedoch haben viele der Befragten großes Interesse an Crowdfunding, bei dem der Kunde ein Unternehmen vorfinanziert, um dann erst später in den Genuss einer Dienstleistung oder eines Produkts zu kommen, wenn denn genügend Geld für das Unternehmen zusammengekommen ist. Das Risiko liegt hier bei nahezu Null, denn kommt die erforderliche Summe nicht zusammen, wird das vorgestreckte Geld zurückgezahlt. Nur wenn am Ende nicht das herauskommt, was der Geldgeber sich erhofft hat, kann es zu Enttäuschungen kommen. Das Konzept ist noch recht neu und boomt gerade: Hoffen wir, dass es sich nicht selbst überstrapaziert. Dem Interesse entgegen steht derzeit noch die widersprüchliche Aktivität: Denn trotz des Interesses und der Neugier auf das Innovative können sich nur wenige Menschen durchringen, tatsächlich auch zu zahlen. Wer auf diese Art Geld eintreiben will, benötigt also ein schlüssiges Konzept, Überzeugungskraft und idealerweise schon eine starke Basis-Community, die das Anliegen möglichst weit in die Welt hinaus trägt und für die ersten Euro auf dem Konto sorgt. Das schafft Vertrauen. Crowdsourcing, bei dem Unternehmen kein Geld, aber Ideen und damit Arbeitskraft der Community einsammeln, sind ebenso beliebt: Je kreativer die Community dabei werden muss, desto besser. Ausgeschriebene Preise erhöhen die Motivation zum Mitmachen zusätzlich. Hier teile ich die Bemerkung des Humboldt Instituts, dass die Politik in Sachen Motivation von der Wirtschaft lernen kann: Wenn Behörden und Kommunen ihre Beteiligungs-Formate kreativ und mit Belohnungen hinterlegen, können auch sie noch höhere Quoten erreichen. Insgesamt kennt die Hälfte der Befragten mindestens ein Partizipationsangebot, davon haben zwei Drittel auch schon bis zu zwei Formate einmal ausprobiert. Nur knapp ein Viertel hat schon der bis vier Angebote genutzt. Hier ist also noch Luft nach oben. Vor allem Frauen sind mal wieder unterrepräsentiert: Für das Klischee des jungen, gebildeten Mannes, der in der Politik aktiver ist, gibt es im geschützten Online-Bereich kein Argument mehr.</p>
<h3>Entscheidend für den Erfolg von Partizipationsformaten sind außerdem diese 6 Faktoren:</h3>
<p><b><i>Zielgruppenanalyse:</i></b> Wer ist beteiligt und wie nutzen diese Menschen Medien? Gegebenenfalls ist das Online-Angebot auf Offline-Kanäle auszuweiten, denn Menschen nutzen Medien je nach Thema und Anlass unterschiedlich. Ein breites Angebot an Zugang zur Partizipation sichert eine umfassende Teilnahme und schließt niemanden aus. <b><i>Erwartung:</i></b> Darf der Beteiligte nur Hinweise und Meinung abgeben oder hat er echten Einfluss auf den Verlauf des Projekts? Um Enttäuschungen und Wut zu vermeiden, muss eindeutig klargemacht werden, wie weit die Beteiligung geht und wo ihre Grenzen sind. Außerdem muss der Rahmen des Einflusses klar sein: Liegen die Pläne eigentlich schon ziemlich fest vor und kann der Beteiligte nur noch minimal optimieren oder ist das Verfahren tatsächlich ergebnisoffen? Organisationen, die hier Mut beweisen, gehören zu den Gewinnern. Mechaniken, die maximalen Einfluss zulassen, ohne die Entscheidung ganz aus der Hand zu geben, können auch eingesetzt werden. <b><i>Informationen bereitstellen:</i></b> Nur gut informierte Beteiligte beteiligen sich auch gut – werden wichtige Hintergründe verschwiegen oder Pläne zurückgehalten, kann der Beteiligte nicht aufgeklärt entscheiden. Das kann später zu Ärger führen. Information ist ebenfalls eine Art von Beteiligung: Auch wenn der Informierte nicht aktiv mitmacht, kann er mit Anderen über das Projekt reden und sie dadurch gegebenenfalls zum Mitmachen motivieren. Zu einer guten Informationsstrategie gehört auch die rechtzeitige Ankündigung, dass überhaupt etwas abgestimmt werden kann. Rechtzeitige und gute Öffentlichkeitsarbeit ist das A und O. <b><i>Einfach gestalten:</i></b> Gerade komplexe Sachverhalte müssen sprachlich so einfach dargestellt werden, dass der bisher Uninformierte sich schnell einen umfassenden Überblick über die Thematik verschaffen kann. Dazu gehören der Verzicht auf Fachsprache, stattdessen kurze Sätze und idealerweise Visualisierungen. Die leichte Auffindbarkeit und angemessene Informationsmengen, die nicht überfordern, sollten dabei genauso selbstverständlich sein wie technisch niedrigschwellige Plattformen. <b><i>Nachbereitung:</i></b> Was passiert mit all den Beiträgen, die idealerweise online und offline gesammelt werden? Wer andere beteiligt, muss sich rechtzeitig vorher Gedanken machen, wie Gespräche moderiert werden, Hinweise verarbeitet und Ergebnisse kommuniziert werden, damit derjenige, der Zeit in die Beteiligung investiert, sich nicht allein gelassen fühlt. <b><i>Emotionen:</i></b> Fakten allein überzeugen nicht jeden – vor allem bei Infrastrukturprojekten wie dem Stromnetzausbau müssen sich Unternehmen und Politik auf starke Emotionen der Bürger einstellen. Vor allem Ängste vor gesundheitlichen Risiken sowie Sorgen um Wertverlust bei Häusern und Grundstücken sind sensibel zu begegnen und erfordern andere Kommunikationskompetenzen als die Beruhigung einer wütenden Bürgerinitiative.</p>
<h3>Beteiligung ist eine Geisteshaltung</h3>
<p>Ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Beteiligung ist zeit- und kostenintensiv. Sie sollte jedoch als Investition gesehen und nicht von Quoten abhängig gemacht werden. Auch wenn die Zahlen zunächst unbefriedigend sind, ist zu bedenken, dass auch Partizipationsangebote gegen starken Wettbewerb aus Information und Unterhaltung ankämpfen. Sich der Beteiligung zu öffnen, ist eine Geisteshaltung, von der sowohl die Images von Politik als auch Wirtschaft nur profitieren können. Ist die Partizipation gut gestaltet, ist sie ein Gewinn für beide Seiten.</p>
<p>Teaserfoto: <a href="https://www.flickr.com/photos/dominicspics/">Dominic Alves</a> <a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/e-partizipation-6-erfolgsfaktoren-fuer-mitmachangebote-in-politik-und-wirtschaft-141186/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Partizipation im Netz: &#034;Je jünger, desto aktiver&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/partizipation-im-netz-je-juenger-desto-aktiver-140830/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/partizipation-im-netz-je-juenger-desto-aktiver-140830/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jakob Werlitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jul 2014 12:20:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipationsformen]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Startnext]]></category>
		<category><![CDATA[Politisches Engagement]]></category>
		<category><![CDATA[Teilhabe]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Petitionen]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Change.org]]></category>
		<category><![CDATA[Mitmachen]]></category>
		<category><![CDATA[Nutzungsverhalten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=140830</guid>

					<description><![CDATA[Mitreden, mitmachen, mitfinanzieren – „Dabei sein“ wird im Internet immer populärer. Plattformen wie Startnext.de oder Change.org bieten  zahlreiche Möglichkeiten, sich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/partizipation3.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-140840" alt="partizipation3" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/partizipation3.png" width="619" height="371" /></a>Mitreden, mitmachen, mitfinanzieren – „Dabei sein“ wird im Internet immer populärer. Plattformen wie Startnext.de oder Change.org bieten  zahlreiche Möglichkeiten, sich wirtschaftlich oder politisch einzubringen. Eine jüngst erschienene Studie untersuchte die vielfältigen Möglichkeiten der Partizipation im Internet nun aufs Neue und fördert interessante Analogie zutage. Über die Ergebnisse des Forschungsprojektes berichtet Projektleiter Hendrik Send im Interview.<br />
Schon seit den frühesten Anfängen des Web 2.0 sind die Potenziale der Beteiligung an Politik, aber auch an wirtschaftlichen oder zivilgesellschaftlichen Projekten immer wieder in der Diskussion. Oft stehen dabei ähnliche Fragen im Raum: Kann das Internet die Demokratie beflügeln? Wer nutzt die Möglichkeiten und warum? Wo und wie können Formen der Mitgestaltung gewinnbringend und nutzerfreundlich eingesetzt werden?<br />
Eine <a href="http://www.hiig.de/wp-content/uploads/2014/06/20140609_Studie_DIGITAL.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">neue Studie</a> des Berliner Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft mit dem Titel „<b>Online Mitmachen und Entscheiden – die Partizipationsstudie 2014“ </b>nahm sich nun erneut des Themas an. Das Forscherteam untersuchte das Phänomen in Kooperation mit TNS Infratest anhand einer repräsentativen Befragung von etwa 500 Teilnehmern. Dabei interessierten sich die Wissenschaftler für die Bekanntheit entsprechender Angebote, das Nutzungsverhalten, aber auch für die zugrunde liegende Motivation der Nutzer. Bemerkenswert ist, dass in der Studie politische und wirtschaftliche Partizipationsformen gleichermaßen betrachtet wurden.</p>
<h3>Jung, gebildet, männlich</h3>
<p>Die <a href="http://www.hiig.de/online-mitmachen-und-entscheiden-die-partizipationsstudie-2014/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ergebnisse der Studie</a> deuten zunächst daraufhin, dass die Angebote von einem Großteil der Bevölkerung genutzt werden. Ebenso bestätitgt sie die hinreichend bekannte Erkenntnis (<a href="http://www.sinus-institut.de/uploads/tx_mppress/DIVSI-Studie-Beteiligung-im-Internet.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">siehe hierzu DIVSI-Studie S. 24ff</a>), dass vor allem junge Männer mit höherem Bildungsniveau eine hohe Affinität zur Online-Partizipation haben. Als „erstaunlich“ bezeichneten die Verfasser die Intensität der Nutzung, die mit durchschnittlich 1,5 Stunden relativ hoch ausfällt. Weniger überraschend mag sein, dass sich vor allem Online-Petitionen großer Beliebtheit unter den Befragten erfreuen, während aufwendigere Möglichkeiten oft nur von wenigen Menschen genutzt werden. Wirtschaftliche Angebote seien zwar vergleichsweise weniger Menschen bekannt, Crowdfunding und Online-Produktkonfigurationen würden dennoch zunehmendes Interesse hervorrufen.<br />
Die Federführung hatte unter anderem Projektleiter Prof. Dr. Hendrik Send vom Alexander von Humboldt Institut. Der Kommunikationswissenschaftler beantwortete  uns einige weiterführende Fragen zu den Ergebnissen:<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Zum Ziel der Studie: Sie haben in Ihrer Studie politische und wirtschaftliche Partizipation im Internet verglichen und einander gegenübergestellt. Was haben Sie sich von einer solchen Gegenüberstellung erhofft? Worin besteht die Vergleichbarkeit und was ist der Ihrer Überzeugung nach der größte Unterschied?<br />
<figure id="attachment_140839" aria-describedby="caption-attachment-140839" style="width: 205px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class=" wp-image-140839         " alt="Send" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Send.png" width="205" height="230" /><figcaption id="caption-attachment-140839" class="wp-caption-text">Prof. Dr. Hendrik Send forscht am <a href="http://www.hiig.de/staff/dr-hendrik-send/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft</a> im Bereich internetbasierte Innovation und ist Projektleiter der Partizipationsstudie. Darüber hinaus ist er an der Hochschule Anhalt als Professor für den Masterstudiengang &#8220;Digitale Kommunikation&#8221; zuständig.</figcaption></figure><br />
<strong>Hendrik Send:</strong> Politische Organisationen und Wirtschaftsunternehmen setzen Partizipationsplattformen im Internet ein, die auf teilweise sehr ähnlichen Mechanismen basieren. Nutzer können auf solchen Plattformen Ideen (oder im Falle von Petitionen „Gegen-Ideen“) eintragen, andere Ideen bewerten und diskutieren. Gemeinsam ist politischen und wirtschaftlichen Organisationen das Interesse, möglichst viele gute Ideen und Bewertungen zu bekommen. Die Literatur zu beiden Feldern ist bislang zu gering verbunden und baut wenig auf Ergebnissen des jeweils anderen Bereichs auf. Es war für uns spannend, zusammen mit Politik- und Wirtschaftswissenschaftlern jeweils die Perspektive des anderen Bereichs einzunehmen und zu verstehen. Der größte Unterschied im Einsatz liegt darin, dass eine politische Organisation aber solche Plattformen meistens einsetzen wird, um Entscheidungen demokratisch zu legitimieren, und daher eine möglichst breite Teilnahme anstrebt. Wenn ein Unternehmen Kunden oder potentielle Kunden einlädt, Produkte oder Dienstleistungen gemeinsam zu entwickeln, so ist eine Idee, die alle schnell verstehen, nicht unbedingt die beste. Unternehmen rekrutieren zum Beispiel teilweise gezielt Personen, die viel höhere Ansprüche an Produkte haben als die breite Masse, so genannte Lead User.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Sie schreiben in der Studie: „Gerade die häufig hohe Bedeutung von Preisen regt dazu an, über Belohnungsanreize in der politischen Beteiligung nachzudenken“ (S. 42). Stößt hier die Übertragbarkeit von wirtschaftlichen und politischen Zielen nicht an ihre Grenzen? Birgt ein „Belohnungssystem“ im politischen Bereich nicht auch Gefahren?<br />
<strong>Hendrik Send:</strong> Genau so ist es. Daher regen wir auch nur vorsichtig an, sich einmal darüber Gedanken zu machen. Belohnungssysteme bergen auch im wirtschaftlichen Kontext immer Gefahren und laden Menschen ein, ihr Verhalten auf die Erreichung von Belohnungen zu optimieren, anstatt das eigentlich gewünschte Verhalten wie z.B. das Eintragen und Diskutieren guter Ideen zu erwirken.<br />
Dennoch konnten wir zeigen, dass für einen nennenswerten Teil der Online-Nutzer Preise ein wichtiger – teilweise der wichtigste – Anreiz sind. Natürlich wünschen wir uns zunächst, dass Bürger von sich aus ein Interesse daran haben, sich politisch zu beteiligen. Aber was ist mit denen, bei denen dieses Interesse, wenn überhaupt, nur gering ausgeprägt ist? Breite demokratische Legitimierung bedeutet auch, Bürger mit einer solchen Motivationslage zu berücksichtigen. Eine breitere Partizipation wäre durch den Einsatz von Preisen erreichbar. Dass man sich durch den Einsatz von Preisen neue Herausforderungen einhandelt, muss einem dabei bewusst sein. Angesichts der verbreiteten Ratlosigkeit im Umgang mit politisch inaktiven Gruppen könnten sich Versuche dennoch lohnen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Die politische Partizipation im Netz via Online-Petitionen wird häufig als Couch-Aktivismus abgetan – wenig Aufwand, wenig Anteilnahme. Außerdem steht sie unter dem Verdacht, mit anderen – aufwendigeren – Formen politischen Engagements in Konkurrenz zu stehen. Können Sie über den geringen Aufwand hinaus etwas zum Erfolg dieser Partizipationsformen sagen? Welche Rollen spielen Thema, Erfolgsaussicht/ -versprechen und Vermarktung der Anliegen?</p>
<h3>Junge Menschen nutzen andere Formen politischen Engagements</h3>
<p><strong>Hendrik Send:</strong> Unsere Daten können hierzu keine Aussagen rechtfertigen. Aus Gesprächen mit Betreibern von Partizipationsplattformen wissen wir, dass es natürlich Themen und Situationen gibt, die Nutzer eher zur Beteiligung animieren als andere, so z.B. wenn ein klarer, „böser“ Gegner des Volkswillen ausgemacht werden kann. Je jünger Wähler sind, desto schlechter sind bei klassischen Wahlen Jahr für Jahr ihre Beteiligungszahlen. Bei den von uns untersuchten Beteiligungsformen verhält es sich genau umgekehrt: Je jünger die Befragten sind, desto aktiver zeigten sie sich in den neuen Formen. Politisches Engagement findet also auch bei jungen Zielgruppen statt, nur in anderen Formen. Diese Verschiebung von Partizipationskanälen kann man als Konkurrenz oder als komplementäre Formen interpretieren.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Sie schreiben, es sei zu erwarten, dass breite Beteiligung in Zukunft eher abnehmen werde, anstatt zuzunehmen. Haben Sie auch untersucht, ob nicht auch zielgruppenspezifischer partizipiert werden wird? Zum Beispiel regional oder bei Nischenthemen?<br />
<strong>Hendrik Send:</strong> Es ist zu erwarten, dass die Aktivität der Angebote der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/The_Long_Tail" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Long-Tail-Verteilung</a> folgen wird. Gerade im Internet können regionale und Nischenthemen sehr effektiv von den Betroffenen diskutiert und bewertet werden. Gleichzeitig führen einige Mechanismen der Internetökonomie dazu, dass nur Platz für wenige sogenannte Superstars ist. Es dominieren sehr erfolgreiche Angebote den Markt. Für eine Untersuchung von Nischenthemen bräuchten wir einen wesentlich größeren Datensatz, da Nischenthemen eben nur sehr wenige Personen betreffen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Die Politik wird durch die zunehmenden Möglichkeiten der Partizipation auch herausgefordert.  Die Studie zeigt, dass gerade sehr konkrete Wege, politisch mitzugestalten, eher weniger Menschen bekannt sind. Müssen für Möglichkeiten der politischen Mitgestaltung und Partizipation bei Online-Aktivismus nicht sehr unterschiedliche Voraussetzungen definiert werden?<br />
<strong>Hendrik Send:</strong> Wir waren eher darüber erstaunt, wie vielen Personen die Angebote bekannt sind und wie viele Personen diese überhaupt schon nutzen, angesichts der eher jungen Geschichte dieser Ausdrucksform. Gerade politische Mitgestaltung und Partizipation sind Felder, die eine Gesellschaft ausprobieren und verstehen muss. In den 1970er Jahren waren Demonstrationen und bunte Formen von politischer Partizipation für große Bevölkerungsteile in Deutschland völlig unakzeptabel. Es hat lange gedauert, bis eine friedliche Demonstration als begrüßenswerter Ausdruck von öffentlicher Meinung akzeptiert wurde, an dem heute auch sehr konservative Personen teilnehmen.<br />
Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/afagen/5133070639" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr/Adam Fagen</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC-SA 2.0</a>) / Porträt: <a href="http://www.hiig.de/staff/dr-hendrik-send/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Humboldt Institut</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 3.0</a>)<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/partizipation-im-netz-je-juenger-desto-aktiver-140830/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rückblick SXSW 2013: Techniktrends und Politik</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/rueckblick-auf-die-sxsw-127862/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/rueckblick-auf-die-sxsw-127862/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Mar 2013 10:24:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Microtargeting]]></category>
		<category><![CDATA[Startup]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Open Government]]></category>
		<category><![CDATA[Big Data]]></category>
		<category><![CDATA[Apps]]></category>
		<category><![CDATA[Govdata]]></category>
		<category><![CDATA[Cory Booker]]></category>
		<category><![CDATA[Nate Silver]]></category>
		<category><![CDATA[Al Gore]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=127862</guid>

					<description><![CDATA[Wilkommen bei der SXSW – der größten und bedeutendsten Technologie-Messe. Wo Startups und neue Spielereien das Licht der Welt erblicken [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Al-Gore-auf-dem-SXSW-Gui-Ambros-cc-by-nc-sa-3.0.jpg"><img decoding="async" alt="&quot;Al" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Al-Gore-auf-dem-SXSW-Gui-Ambros-cc-by-nc-sa-3.0-630x389.jpg" /></a>Wilkommen bei der SXSW – der größten und bedeutendsten Technologie-Messe. Wo Startups und neue Spielereien das Licht der Welt erblicken und alte Haudegen vor einer „hacked democracy“ warnen. Adrian Rosenthal und Lucas Mohr waren auf der South by Southwest (SXSW) und haben sich die aktuellen Trends im Bereich der politischen Kommunikation angeschaut. Ein Bericht aus Tausend und einer App.<br />
Die vielleicht wichtigste Veranstaltung im Bereich digitaler Kommunikation, die South by Southwest (kurz SXSW), findet jedes Jahr Anfang März in Austin, Texas statt. Was ursprünglich als Festival zur Förderung lokaler Bands und Filmemacher begann, ist heute als Geburtsstunde bekannter Startups wie Twitter und Foursquare bekannt und hat dieses Jahr mehr als 25.000 Besucher angezogen. Das Besondere an der <a href="http://sxsw.com">SXSW</a> ist dabei sicherlich der weltweit einzigartige Mix aus klassischer Konferenz, vielen Sessions mit großer Themenbreite und unzähligen Networking-Gelegenheiten mit Leuten aus der ganzen Welt. Für uns ein Grund, um uns auf die Suche nach neuen Trends, Startups und interessanten Diskussionen und Akteuren zu begeben – natürlich auch aus dem Bereich politischer Kommunikation.<br />
Wer war da, was gab es zu sehen? Ex-Vizepräsident Al Gore gab sich die Ehre, Data-Guru Nate Silver hielt eine der Keynotes, und auch Cory Booker, der Bürgermeister von Newark und aktuell einer der größten Hoffnungsträger der US-Demokraten, ließ sich in einer Podiumsdiskussion zu seiner Rolle als <a href="http://schedule.sxsw.com/2013/events/event_IAP16125">„New Media Politician“</a> befragen. Zac Moffatt, der Digitalchef der Romney-Kampagne, sprach auf einem Panel unter anderem mit dem Chef-Datenanalysten der Obama-Kampagne Dan Wagner über die Bedeutung von Big Data mit Blick auf Wähleransprache im letzten US-Wahlkampf. Den Gründer des <a href="http://personaldemocracy.com/">Personal Democracy Forums</a> Andrew Rasiej, trifft man dann abends nach den Workshops entspannt auf ein Bier auf einer der zahlreichen Networking-Partys. Daneben gab es weitere Veranstaltungen, auf denen Vertreter von NGOs, Regierungen oder Agenturen über Themen wie <a href="http://schedule.sxsw.com/2013/events/event_IAP12986">Digital Diplomacy</a> oder <a href="http://schedule.sxsw.com/2013/events/event_IAP3470">Crowdsourcing für kommunale Haushalte</a> sprachen und dabei zumeist auch das Publikum mit einbezogen.<br />
Im Fokus der SXSW standen aber natürlich – zum Teil wiederkehrende – Trends. Von der <a href="http://www.google.com/glass/start/">Google-Brille</a> über <a href="http://www.engadget.com/2013/01/08/samsungs-evernote-ready-t9000-smart-fridge-hands-on/">smarte Kühlschränke</a> bis zu dem Gerücht von einer <a href="http://www.theverge.com/2013/3/4/4062448/apple-watch-will-run-ios-and-arrive-later-this-year-say-sources">Apple-Uhr</a> – neue Technologien zeigen, dass auch der Alltag immer mehr von der digitalen Welt durchdrungen wird – und das zu jeder Zeit und an jedem Ort.<br />
Aber konzentrieren wir uns hier lieber auf Trends und Persönlichkeiten, die auch für die politische Kommunikation im Social Web von Bedeutung sind, denn hier hatte die SXSW einiges zu bieten.</p>
<h3>Alles wird Mobil und lokal – auch für die Politik</h3>
<p>Ein Trend, der vielleicht schon keiner mehr ist, aber insbesondere im Ausstellungsbereich der SXSW sehr präsent war, kann unter dem Stichwort SoLoMo (SocialMobileLocal) zusammengefasst werden. Die große Mehrheit der dort vorgestellten Produkte waren Mobile-Apps oder zumindest auf den mobilen Bereich ausgelegte Websites. Die Palette an Angeboten reichte von interaktiven <a href="http://www.aurasma.com/#/whats-your-aura">Augmented Reality Apps</a> über Kontaktvermittlungen im unmittelbaren Umfeld bis hin zu spielerischen Apps. Der mobile Bereich wird immer mehr zum Hauptspielplatz des Internets und verknüpft die virtuelle Welt mit der realen. Obwohl die gezeigten Apps kaum bis wenig Bezug zu politischer Kommunikation hatten, sind die anwesenden Strategen und Politikberater sicher sehr aufmerksam über die Fachmesse gegangen. Denn bereits im letzten US-Präsidentschaftswahlkampf spielte der mobile Sektor eine wichtige Rolle. Nicht nur für das Fundraising, sondern auch mit Blick auf das <a href="http://politik-digital.de/praesidentschaftswahl-2012-konferenz-zu-us-kampagnentrends/">Targeting</a>. Die Inspiration für neue Wahlkampf-Apps kommt von den taktangebenden Startups, die jedes Jahr auf der SXSW ausstellen.</p>
<h3>Big und Open Data &#8211; Die Amerikaner machen den nächsten Schritt</h3>
<p>Erst jüngst ist in Deutschland mit <a href="https://www.govdata.de/">GovData</a> ein Portal gestartet, das offene Regierungsdatendatensätze frei zugänglich macht. In den USA ist dies mit <a href="http://www.data.gov/">data.gov</a> bereits seit einigen Jahren möglich. Hier beschäftigt man sich aktuell eher mit der Frage, was man tun kann und muss, um die Beteiligung der Bürger weiter zu intensivieren. Zum einem sind <a href="http://challenge.gov/search?cat=155">Wettbewerbe</a> hilfreich, zum anderen gibt es Überlegungen, einen finanziellen Anreiz zu schaffen. Unternehmen und Startups, aber auch NGOs oder Einzelpersonen können sich künftig als Dienstleister bei der amerikanischen Regierung bewerben und werden bei Bedarf mit einzelnen Projekten beauftragt.<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Lucas-Mohr-und-Adrian-Rosenthal-21.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-127882" alt="Lucas Mohr und Adrian Rosenthal 2" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Lucas-Mohr-und-Adrian-Rosenthal-21-195x119.jpg" width="195" height="119" /></a><strong>Lucas Mohr</strong> leitet im Berliner Büro von <a href="http://www.ketchum.com/de/ketchum-pleon-germany">Ketchum Pleo</a>n die Digital-Unit.<br />
<strong>Adrian Rosenthal</strong> ist Head of Digital and Social Media bei<a href="http://www.mslgroup.de/"> MSL Germany</a>.<br />
Zusammen besuchten beide dieses jahr die SXSW in Austin. Zudem bloggen sie auf <a href="http://www.amerikawaehlt.de/">amerikawaehlt.de</a> über digitale Trends und aktuelle Entwicklungen im Online-Campaigning mit einem Fokus auf US-Wahlkämpfe.</div></div><br />
Der größere Anteil der Sessions und Keynotes auf der SXSW beschäftigte sich aber mit dem Thema Big Data. Natürlich versuchen Unternehmen, mit den von ihnen gesammelten Daten weitreichende Erkenntnisse über ihre Zielgruppen und Konsumenten zu bekommen, um so zum Beispiel ihren Social Media-Content zu optimieren. Für die Politik sind die Daten und die Analyse dieser aber mindestens ebenso wichtig. Während Romneys Big Data Project Orca floppte, hatte Obamas Programm mit dem Namen <a href="http://www.slate.com/articles/news_and_politics/victory_lab/2012/02/project_narwhal_how_a_top_secret_obama_campaign_program_could_change_the_2012_race_.html">Narwhal</a> eine wichtige Bedeutung. Daher wurde die <a href="http://schedule.sxsw.com/2013/events/event_IAP15588">„Big Data Democracy: The Rise of Analytics“</a> vielfach auf der SXSW diskutiert und immer wieder wurde die bedeutende Rolle von Big Data vor allem für zukünftige Wahlkämpfe hervorgehoben. Das hat auch der allseits geschätzte Ober-Data-Nerd Nate Silver in seiner <a href="http://schedule.sxsw.com/2013/events/event_IAP15875">Keynote</a> noch einmal betont, wobei er vor allem darauf einging, wie man Umfragen richtig deutet bzw. akkumuliert und damit das Verhalten der Wählerschaft einigermaßen verlässlich voraussagen kann. Hier müssen die Republikaner deutlich aufholen in kommenden Wahlkämpfen, und es wird spannend zu beobachten sein, wie sie das anstellen wollen.</p>
<h3>Crowdfunding als Chance für öffentliche Einrichtungen</h3>
<p>Crowdfunding ist derzeit in aller Munde und bislang vor allem aus dem <a href="http://www.kickstarter.com/projects/597507018/pebble-e-paper-watch-for-iphone-and-android">Kreativ- und Produktbereich</a> bekannt. Einen interessanten Ansatz, wie auch staatliche Einrichtungen Crowdfunding für sich nutzen können, zeigte die Veranstaltung &#8220;<a href="http://schedule.sxsw.com/2013/events/event_IAP984">Can Crowdfunding Save Local Government Budgets?</a>&#8220;. Die Idee ist relativ simpel: Staatliche Einrichtungen oder die Bürger stellen auf einer Plattform wie <a href="http://citizinvestor.com/">Citizinvestor</a> oder <a href="http://spacehive.com/">Spacehive</a> ein Projekt ein und rufen zur Spendenbeteiligung auf. Bei den Projekten handelt es sich meist um kleine lokale Initiativen wie den <a href="http://www.publicservice.co.uk/news_story.asp?id=19279">Bau eines Gemeindezentrums</a> oder das Pflanzen von Bäumen. Eine Chance, nicht nur Geld einzusammeln, sondern auch für Aufmerksamkeit und Transparenz beim Verbleib von Geldern zu sorgen. Einige offene Fragen bleiben allerdings, zum Beispiel die der Legitimation. Denn warum sollten Bürger noch zusätzliches Geld zur Verfügung stellen, wenn sie doch bereits Steuern zahlen? Weiterführende Informationen zum Thema gibt es auf der Webseite von <a href="http://www.ethanzuckerman.com/blog/2012/08/10/how-do-we-make-civic-crowdfunding-awesome/">Ethan Zuckerman</a>.</p>
<h3>Cory Booker &#8211; Der New Media-Politiker</h3>
<p>Obwohl die Keynote-Unterhaltung zwischen Al Gore und <a href="http://allthingsd.com/author/walt/">Walter Mossberg</a> über Gores neues Buch „The Future: Six Drivers of Global Change“ interessant war, hat Newarks Bürgermeister Cory Booker ihm doch die Schau gestohlen. Während Gore vor einer „hacked democracy“ warnte, in der zu viel Macht in den Händen einiger Mächtiger konzentriert sei, sprach der demokratische Hoffnungsträger Cory Booker sehr persönlich und anschaulich über seine Nutzung sozialer Medien. Booker, der übrigens auch als <a href="http://techland.time.com/2013/03/12/cory-booker-sxsw/">SXSW Speaker of the Year</a> ausgezeichnet wurde, nutzt vor allem Twitter (auf das ihn tatsächlich erst Ashton Kutcher brachte), um mit seinen Wählern in direktem Kontakt zu bleiben. Für ihn ist Twitter in erster Linie keine nationale Diskussionsplattform, um mit anderen Politikern zu streiten, sondern dezidiert ein lokales Beteiligungstool, bei dem vor allem Transparenz und Authentizität zählen würden.</p>
<h3>Startups und Politik</h3>
<p>Dass sich auch Tech-Firmen und Startups immer stärker in Wahlkämpfe einbringen, konnte man bereits im jüngsten US-Wahlkampf gesehen, bei dem sowohl Google als auch Facebook sowie ihre Mitarbeiter wichtige Wahlspender waren. Zudem haben diese Unternehmen unter dem Damoklesschwert von SOPA, PIPA und Co. ihr Lobbying extrem professionalisiert, da sie mehr und mehr von politischen Entscheidungen mit Hinblick auf Themen wie Datenschutz betroffen sind. Auf der SXSW bot der republikanische Senator Jerry Moran auf seinem Panel „Why Public Policy Should Matter to Your Startup“ eine Plattform, um mit Vertretern von Startups über deren Herausforderungen für die Politik zu diskutieren. Dabei sprachen Moran und seine Gesprächspartner über ein breites Themenspektrum von Datenschutz bis hin zur Reform des Einwanderungsrechts speziell für Fachkräfte, die dringend von Startups benötigt werden. Moran ist zudem einer der Sponsoren des <a href="http://www.techdirt.com/blog/innovation/articles/20130213/01150321959/third-times-charm-startup-act-30-introduced-this-time-with-infographic.shtml">Startup Act 3.0</a>, einem Gesetzesentwurf, der Startups unter anderem bei der Anwerbung von Fachkräften helfen soll.<br />
Politische Kommunikation im Social Web ist mittlerweile auf jeden Fall ein fester Bestandteil der SXSW geworden und zieht daher auch immer <a href="http://pandodaily.com/2013/03/11/republicans-and-keg-stands-at-this-years-sxsw-tech-and-politics-collide/">mehr Politiker an.</a> Wir sind gespannt auf das kommende Jahr – und überlegen mittlerweile, wie wir die Reise zum <a href="http://personaldemocracy.com/">Personal Democracy Forum</a> Anfang Juni in New York organisieren können.<br />
Bild: Gui Ambros (cc by-nc-sa 3.0)</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/rueckblick-auf-die-sxsw-127862/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Crowdfunding: das Alles-oder-Nichts-Prinzip</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/crowdfunding-das-alles-oder-nichts-prinzip-116892/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/crowdfunding-das-alles-oder-nichts-prinzip-116892/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hendrik Behnisch]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 May 2012 09:40:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Startup]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Basisdemokratie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=116892</guid>

					<description><![CDATA[Das Vokabular der Netzgemeinde ist seit ein paar Jahren um einen schillernden Begriff reicher: „Crowdfunding“, die sogenannte „Schwarmfinanzierung“. Was sich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/crowdfunding-das-alles-oder-nichts-prinzip/crowd-2/" rel="attachment wp-att-116914"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-116914" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/crowd1-630x421.jpg" alt="" width="630" height="421" /></a><br />
Das Vokabular der Netzgemeinde ist seit ein paar Jahren um einen schillernden Begriff reicher: „Crowdfunding“, die sogenannte „Schwarmfinanzierung“. Was sich hinter dem Konzept verbirgt und ob es sich um ein nachhaltiges Phänomen oder nur einen Trend handelt, klären wir im Interview mit Anna Theil von der Crowdfunding-Plattform startnext.de.</p>
<p><strong>politik-digital.de: </strong>Können Sie kurz die Grundidee des Crowdfunding erklären? In welchen Bereichen wird Crowdfunding eingesetzt?</p>
<p><strong>Anna Theil: </strong>Das Crowdfunding-Prinzip ist eigentlich recht einfach: Viele Menschen finanzieren gemeinsam eine Projektidee. Die Besonderheit dabei ist, dass ich als Unterstützer für meinen finanziellen Beitrag in der Regel ein Dankeschön von dem Projektinitiator bekomme. Das kann das fertige Produkt, eine Einladung zur Premiere oder ein Besuch im Modeatelier sein – die Auswahl der Dankeschöns hängt von der Kreativität des Initiators ab.</p>
<p>Als alternative Finanzierungsmöglichkeit wird Crowdfunding vor allem für kreative Projekte erfolgreich eingesetzt. Es entstehen aber immer mehr Plattformen, die zeigen, dass sich die Crowdfunding-Idee auch auf andere Bereiche übertragen lässt. So starteten im letzten Jahr beispielsweise die ersten Plattformen, über die Startups gemeinsam finanziert werden können und bei dem die Investoren an möglichen Gewinnausschüttungen beteiligt werden.</p>
<p><strong>politik-digital.de: </strong> Wie funktioniert Crowdfunding konkret? Was mache ich, wenn ich ein überzeugendes Projekt verfolge und es über Crowdfunding finanzieren will?</p>
<p><strong>Anna Theil: </strong>Die Erstellung eines Crowdfunding-Projektes ist bei allen Crowdfunding-Plattformen relativ ähnlich. Der Projektinitiator beschreibt seine Idee mit Texten, Bildern und einem Video, setzt eine Finanzierungshöhe sowie einen -zeitraum fest, bis wann er das Budgetziel erreichen möchte. Er erstellt Dankeschöns in gestaffelter Höhe, die seine Fans als Gegenleistung für ihre finanzielle Unterstützung erhalten. Schließlich kommuniziert der Projektinitiator sein Projekt in seinem Netzwerk und bei seinen Fans. Das Geld bekommen die Projektinitiatoren beim Großteil der Plattformen nur ausgezahlt, wenn das Budgetziel erreicht wird, nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip. Gelingt das nicht innerhalb der geplanten Zeit, geht das Geld wieder an die Unterstützer zurück und kann in neue Projekte gegeben werden.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Gibt es prominente Beispiele, bei denen Crowdfunding zu einem nachhaltig erfolgreichen Produkt geführt hat?</p>
<p><strong>Anna Theil: </strong>Das Projekt <a href="http://hartzivmoebel.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Hartz IV Möbel“</a> des Architekten Van Bo Le-Mentzel ist ein spannendes Projekt, da es zeigt, dass Crowdfunding ein nachhaltiges Finanzierungsmodell ist. Nachdem Van Bo Le-Mentzel schon sein erstes Projekt erfolgreich über die Plattform Startnext finanziert hat, wollte er auch sein zweites Projekt – ein <a href="http://www.startnext.de/hartz-iv-moebel-buch" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Buch</a> über seine Hartz IV Möbel – über die Crowd finanzieren. Indem er die Crowd von der Ideenfindung über die Finanzierung bis hin zur Umsetzung der Idee in den kreativen Prozess eingebunden hat, ist es ihm gelungen, 350 Unterstützer für seine Idee zu gewinnen und das Buch zu 260 Prozent zu überfinanzieren. Der Erfolg seiner Kampagne führte u.a. dazu, dass ein großer Kunstverlag auf Van Bo Le-Mentzel aufmerksam geworden ist und das Buch in das Verlagsprogramm aufnimmt. Das Buch wird im Juli dieses Jahres erscheinen und die Unterstützer warten natürlich schon darauf.</p>
<p><strong>politik-digital.de: </strong>Und die andere Seite? Was habe ich davon, ein Projekt zu unterstützen? Wie funktioniert die Beteiligung? Wie steht es mit der Transparenz?</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/crowdfunding-das-alles-oder-nichts-prinzip/anna-theil/" rel="attachment wp-att-116911"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-116911" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Anna-Theil.png" alt="" width="427" height="285" /></a><strong>Anna Theil: </strong>Crowdfunding verändert meines Erachtens vor allem die Art und Weise, wie das Publikum an kreativen Projekten partizipieren kann. Die Motivationsgründe für die Unterstützung von Crowdfunding-Projekten sind vielfältig: Für den einen ist es die Möglichkeit, neue Ideen zu entdecken, diese zu verfolgen und mit dem eigenen Beitrag die Realisierung zu ermöglichen. Für den anderen sind die Dankeschöns ein großer Anreiz, um sich an Crowdfunding-Projekten zu beteiligen; das entspricht dann eher dem Konsumgedanken.</p>
<p>Da die Crowdfunding-Prozesse in der Regel öffentlich und transparent stattfinden, macht der Unterstützer sein Engagement sichtbar und baut Reputation auf bzw. profitiert möglicherweise auch von der Reputation des Projektinitiators. Die Motivation, dies öffentlich zu tun, ist zeitgemäß und entspricht denselben Gründen, weswegen soziale Netzwerke heute überhaupt so erfolgreich sind.</p>
<p><strong>politik-digital.de: </strong>In gewisser Weise ist Crowdfunding ein sehr basisdemokratisches Modell. Kollektive Teilhabe am und Einflussnahme auf den Realisierungsprozess einer Idee sind wesentlich. Gleichzeitig wird die traditionelle Aura des Künstlers bzw. der Kunsterschaffung durch diese Teilhabe relativiert. Wie positionieren Sie sich in diesem Konflikt?</p>
<p><strong>Anna Theil: </strong>Die Kreativen, die ein Crowdfunding-Projekt starten, sehen genau die frühzeitige Einbindung des Publikums als große Chance an. Das Publikum gibt den Projektinitiatoren wichtiges Feedback, um neue Ideen zu bekommen, das Projekt zu verbessern und es in vielen Netzwerken bekannt zu machen. Die Crowd wird damit zum Unterstützer, Ratgeber und Multiplikator.</p>
<p><strong>politik-digital.de: </strong>Kulturkonservative könnten befürchten, dass das Crowdfunding-Modell der staatlichen Kulturförderung mittelfristig den Rang abläuft. Kulturpessimisten könnten sagen, dass dies einen Qualitätsverlust von Kunst-und Kulturförderung nach sich zieht – Ihre Meinung dazu?</p>
<p><strong>Anna Theil: </strong>Crowdfunding ist aus meiner Sicht eine sinnvolle Alternative oder Ergänzung zur öffentlichen Kulturförderung. Die öffentliche Kulturförderung hat ja einen politischen Auftrag – daran ändert Crowdfunding nichts. Um Crowdfunding mit öffentlicher Kulturförderung zu verbinden, arbeiten wir an sogenannten Cofunding-Modellen, bei denen die Förderzusage an die Zusage der Crowd gekoppelt wird. Während die Förderinstitutionen bei einem Cofunding-Modell weiterhin für Qualitätsanspruch stehen, liefert die Crowd die gesellschaftliche Relevanz. Solche Modell erfordern allerdings ein Umdenken im Hinblick auf die Frage, was ich dem Publikum zutraue.</p>
<p><strong>politik-digital.de: </strong>Seit April 2011 sind Sie Mitveranstalterin von Crowdfunding-Konferenzen. Sie betonen auf Ihrer Website <a href="http://www.cofunding.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">co:funding.de</a>, dass sich dort Menschen aus unterschiedlichen Bereichen (Kreative, Leute aus der Kulturwirtschaft, Finanzexperten) zusammenkommen. Kommen konkrete Projekte dabei heraus?</p>
<p><strong><strong>Anna Theil:</strong></strong> Die co:funding Konferenz haben wir ins Leben gerufen, um über die Potenziale von Crowdfunding auf einer größeren Bühne zu diskutieren. Ein wichtiger Teil davon ist, neue, laufende oder abgeschlossene Crowdfunding-Projekte vorzustellen und zu diskutieren. Konkrete Crowdfunding-Projekte entwickeln wir eher in den co:funding-Workshops.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Was wird Thema sein in dem Workshop <a href="http://berlinergazette.de/seminar/projekte/bqv/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Fans finanzieren Kultur“</a>, der am 26. Mai vom Büro für Qualifikation und Vermögen (BQV) veranstaltet wird?</p>
<p><strong><strong>Anna Theil:</strong></strong> In dem Workshop werden wir uns sehr praxisnah mit Crowdfunding auseinandersetzen, u.a. mit folgenden Fragen: Wie kann ich ein Crowdfunding-Projekt erfolgreich durchführen? Auf was muss ich achten und wo sind die Hürden, wenn ich ein Projekt über die Crowd finanzieren möchte?</p>
<p><strong>politik-digital.de: </strong> Wenn Crowdfunding idealerweise ein Weg ist, eine größere Autonomie und Reichweite von Kulturschaffenden zu gewährleisten, dann müssten Platten-und Produktionsfirmen – also die Verwerter und „Zwischenhändler“ von Kulturgütern – doch ein Feindbild in diesem Modell sehen, oder? Wie ist Ihr Eindruck, wie ist der Stand der Diskussion diesbezüglich?</p>
<p><strong>Anna Theil: </strong>Eine spannende Frage, da wir hier zwei unterschiedliche Entwicklungen beobachten können. Auf der einen Seite nutzen Labels, Verlage oder andere Kreativunternehmen dieses Instrument selbst, da es ihnen vollkommen neue Möglichkeiten für eine Potenzial- und Marktanalyse bietet. Auf der anderen Seite nutzen die „Zwischenhändler“ Crowdfunding-Plattformen mehr und mehr, um Projekte noch im Ideenstadium zu entdecken und die Kreativen direkt anzusprechen. Das Beispiel, das ich vorhin genannt hatte mit dem Hartz IV Möbel-Buch und dem Kunstverlag verdeutlicht diesen Prozess sehr gut, und ich bin überzeugt davon, dass es zukünftig mehr solche Beispiele geben wird.</p>
<p><strong>politik-digital.de: </strong>Ist Crowdfunding nur ein flüchtiger Trend der Generation Internet, wie einige behaupten? Was entgegnen Sie Kritikern?</p>
<p><strong>Anna Theil: </strong>Crowdfunding ist keineswegs ein kurzfristiger Trend. Die bisherigen Erfahrungen, wachsenden Summen und die Geschichten der Projekte zeigen, dass es ein weiterer Finanzierungsbaustein für kreative Projekte ist und an Bedeutung gewinnen wird. Crowdfunding wird sich in dem Maße etablieren, wie digitale Netzwerke und digitale Geschäftsprozesse an Bedeutung gewinnen. Davon bin ich überzeugt.</p>
<p><a href="http://berlinergazette.de/geld-sammeln-im-netz-crowdfunding/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anna Theil in der Berliner Gazette: Geld sammeln im Netz – aber wie?</a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/crowdfunding-das-alles-oder-nichts-prinzip-116892/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Österreichische Partei gelauncht</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/oesterreichische-partei-gelauncht-3962/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/oesterreichische-partei-gelauncht-3962/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[fkirchner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jul 2008 08:13:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kleinpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/oesterreichische-partei-gelauncht-3962/</guid>

					<description><![CDATA[Bei den österreichischen Nationalratswahlen im September will sich mit der <a href="http://partei3.net/">Partei3</a> ein neues Bürgerforum an der Vier-Prozent-Hürde versuchen. Das besondere dabei: Die Partei gibt es erst seit dem 10. Juli; und sie ist bislang nur eine Homepage.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei den österreichischen Nationalratswahlen im September will sich mit der <a href="http://partei3.net/">Partei3</a> ein neues Bürgerforum an der Vier-Prozent-Hürde versuchen. Das besondere dabei: Die Partei gibt es erst seit dem 10. Juli; und sie ist bislang nur eine Homepage.<!--break--></p>
<p>
Fix ist bei Partei3 noch nicht viel. Nur, dass die Inhalte streng basisdemokratisch im Internet abgestimmt werden und dass man nicht mit den Rechten koaliert. Alles weitere werden die User in den nächsten Tagen und Wochen bestimmen. Zuerst muss man allerdings den Status einer Partei erlangen.
</p>
<p>
Zu diesem Zweck haben sich die Gründer um Marie Sonnleitner einen strengen <a href="http://partei3.net/?page_id=5">Zeitplan</a> auferlegt. Bis zum 16. August müssen 10.000 Euro gespendet, eine Woche später 2.600 Unterschriften gesammelt worden sein. Auch die politische Richtung wird in Schritten festgelegt. In einem Mitglieder-Bereich, der am 1. August online gehen soll, können dann Diskussionen geführt, Anträge eingereicht und Vertreter sowie Koalitionspartner gewählt werden. Bislang sind auf der Homapage nicht einmal Nachnamen im Impressum angeführt.
</p>
<p>
Dabei erscheint das Konzept wie eine Mischung aus dem <a href="http://www.zeit.de/2008/29/Mail-von-Obama-29">Community-Wahlkampf</a> von Barack Obama und Crowdfunding-Projekten wie <a href="http://www.myfootballclub.co.uk/">MyFootballClub.co.uk</a>, bei denen eine Vielzahl von Usern durch kleine Spenden größere Summen akkumuliert. Ob die Strategie greift, bleibt abzuwarten; Landsleute von Partei3, die <a href="http://www.rueckgrat.cc/">Initiative österreichfreie EURO 2008</a>, blieben trotz mehr als 10.000 Unterschriften erfolglos.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/oesterreichische-partei-gelauncht-3962/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
