<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Cyber Attacks &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/cyber-attacks/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Wed, 02 Mar 2011 17:30:11 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Cyber Attacks &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Kampf um die Cybersicherheit</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/kampf-um-die-cybersicherheit-5156/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/kampf-um-die-cybersicherheit-5156/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johann Eggert]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Mar 2011 17:30:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Chaos Computer Club]]></category>
		<category><![CDATA[Cyber-Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Cyberwar]]></category>
		<category><![CDATA[Cyber Attacks]]></category>
		<category><![CDATA[Konstantin von Notz]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesinnenminister]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/kampf-um-die-cybersicherheit-5156/</guid>

					<description><![CDATA[Im Rahmen einer neuen <a target="_blank" href="http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Themen/OED_Verwaltung/Informationsgesellschaft/cyber.pdf?__blob=publicationFile" rel="noopener noreferrer">IT-Sicherheitsstrategie</a> hat das Kabinett die Einrichtung eines &#34;Cyber-Abwehrzentrums&#34; zum 1. April 2011 beschlossen. Die neue Organisation soll dem Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unterstellt sein und ist nicht unumstritten. politik-digital.de hat nachgefragt, welche verfassungsrechtlichen Konsequenzen damit verbunden sind und welche Alternativen in Opposition und Wissenschaft diskutiert werden. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen einer neuen <a href="http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Themen/OED_Verwaltung/Informationsgesellschaft/cyber.pdf?__blob=publicationFile" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IT-Sicherheitsstrategie</a> hat das Kabinett die Einrichtung eines &#8220;Cyber-Abwehrzentrums&#8221; zum 1. April 2011 beschlossen. Die neue Organisation soll dem Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unterstellt sein und ist nicht unumstritten. politik-digital.de hat nachgefragt, welche verfassungsrechtlichen Konsequenzen damit verbunden sind und welche Alternativen in Opposition und Wissenschaft diskutiert werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das neue Cyber-Abwehrzentrum soll hauptsächlich Angriffen auf die Netzinfrastruktur von Bundeseinrichtungen und Industriekonzernen entgegengewirken. Laut Beschluss des Bundeskabinetts vom 23. Februar 2011 soll es zwar erst in einigen Wochen seine Arbeit aufnehmen, kritisiert wird aber bereits jetzt die Struktur des vom scheidenden Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) initiierten Projekts, da es personelle Ressourcen verschiedener Sicherhheitsorgane, so auch der Geheimdienste, bündeln wird.</p>
<p>Widerstand gegen die zehnköpfige Arbeitsgruppe der Ministerien hat es in den vergangenen Tagen und Wochen nicht nur von Bloggern oder aus netzpolitischen Interessengruppen wie dem <a href="http://www.ccc.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ChaosComputerClub</a> gegeben. Auch de Maizières Koalitionspartner auf Bundesbene, die FDP, sah die Einrichtung zunächst kritisch und warnte vor möglichen Kompetenzterweiterungen für die Bundeswehr. Die bereits vor mehr als zwei Wochen geäußerte Hauptkritik der FDP-Bundestagsfraktion betraf dabei die verfassungsrechtlich vorgeschriebene Trennung von Bundeswehr, Polizeibehörden und Geheimdiensten. Bei der zukünftigen Arbeit der in Bonn angesiedelten Einrichtung bestünde die Gefahr eines Verwischens dieser Grenze, so die Sorge der Liberalen. Sorgen, denen das Bundesinnenministerium mit der Neufassung der Strategie Rechnung getragen hat, wie FDP-Ageordnete inzwischen zufrieden feststellen.&#8221;Es ist gut, dass die Bundesregierung in ihrem Kabinettsbeschluss die Vorschläge der Justizministerin für ein klares Bekenntnis zum Trennungsgebot zwischen Polizei und Nachrichtendiensten aufgenommen hat. Auch hat diese Klarstellung dafür gesorgt, dass einem Einsatz der Bundeswehr im Innern durch die Hintertür ein Riegel vorgeschoben wird&#8221;, so die stellvertrende Fraktionsvorsitzemde Gisela Piltz gegenüber politik-digital.de. Piltz hatte noch vor einigen Tagen in einem Kommentar auf <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,745189,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel-Online</a> ihren Unmut bezüglich des ursprünglichen Entwurfs geäußert.</p>
<p>Die netzpolitischen Experten der Opposition sehen die Cyber-Sicherheitsstrategie der Bundesregierung hingegen weiterhin als wenig konsequent und verspätet an. Besonders in der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen besteht Klärungsbedarf. &#8220;Die Bundesregierung hat es offenbar vorgezogen, den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen. Durch ihren Vorschlag der Einrichtung eines Cyber-Abwehrzentrums begibt sie sich zudem auf verfassungsrechtlich dünnes Eis&#8221;, kritisiert der innen- und netzpolitische Sprecher der grünen Fraktion, Dr. Konstantin von Notz das Zustandekommen der IT-Sicherheitsstrategie gegenüber politik-digital.de: &#8220;Wir hätten es für dringend geboten gehalten, in einem ersten Schritt die derzeitige Bedrohungslage und die zur Abwehr zur Verfügung stehenden Kompetenzen ruhig und mit kühlem Kopf zu analysieren.&#8221; Erst im Anschluss hätte sich ihm die Frage gestellt, &#8220;ob es tatsächlich neuer Abwehrstrategien und der Zusammenlegung von Kompetenzen bedarf&#8221;, so die Einschätzung des bündnisgrünen Netzpolitikers, der auch Mitglied in der <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Enquête-Kommission &#8220;Internet und digitale Gesllschaft&#8221;</a> ist.</p>
<p>Die Debatte bezüglich der Kompetenzen und der Ausstattung des Cyber-Abwehrzentrums könnte sich weiter verschärfen, sollte dieses – wie aktuell geplant – in einer zweiten Stufe um Beamte aus dem Bundesministerium der Verteidigung und IT-Experten der deutschen Wirtschaft erweitert werden. Dr. Sandro Gaycken, Informatiker und Experte für Cybersecurity an der Universität Stuttgart, hält die Initiative des Innenministeriums aber bereits jetzt für ungenügend. Im Falle eines Angriffs aus dem Netz wäre die einzig konsequente Lösug seiner Meinung nach die &#8220;Entnetzung&#8221;, eine Totalabschaltung der kritischen Infrastruktur von Bundeseinrichtungen, so Gaycken in einem Interview mit der Online-Ausgabe des <a href="http://www.handelsblatt.com/technologie/it-tk/it-internet/gegen-fremde-geheimdienste-machtlos/3874224.html?p3874224=all" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Handelsblatt</a>.</p>
<p>Nach der jüngst angekündigten Kabinettsumbildung stellen sich beim Thema Internetsicherheit jedoch weitere Fragen:Welche Schwerpunkte wird Thomas de Maizières designierter Amtsnachfolger, der bisherige CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich, bei diesem Thema setzen, und wird er auf die Kritik von Netzgemeinde und Oppositionspolitikern reagieren?</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/kampf-um-die-cybersicherheit-5156/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Air Force rüstet im Cyberspace auf</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/air-force-ruestet-im-cyberspace-auf-4142/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/air-force-ruestet-im-cyberspace-auf-4142/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Nov 2008 10:55:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Datensicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Cyber Attacks]]></category>
		<category><![CDATA[Hacker-Angriff]]></category>
		<category><![CDATA[Department of the Air Force]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/air-force-ruestet-im-cyberspace-auf-4142/</guid>

					<description><![CDATA[50 Millionen Dollar will es sich die Air Force der USA in den kommenden Jahren kosten lassen, ihre elektronischen Informationssysteme sicherer zu machen. Nach zahlreichen Attacken vor allem aus China sollen Angriffe zukünftig mit einem Großaufgebot von neuartigen Sicherungsmaßnahmen zurückgeschlagen werden. Die Ausschreibung der US-Luftwaffe  benennt die Probleme offen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>50 Millionen Dollar will es sich die Air Force der USA in den kommenden Jahren kosten lassen, ihre elektronischen Informationssysteme sicherer zu machen. Nach zahlreichen Attacken vor allem aus China sollen Angriffe zukünftig mit einem Großaufgebot von neuartigen Sicherungsmaßnahmen zurückgeschlagen werden. Die Ausschreibung der US-Luftwaffe  benennt die Probleme offen.<!--break--></p>
<p>
Dieser Tage berichten <a href="http://www.newsweek.com/id/167581/page/1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Newsweek</a> und <a href="http://www.ft.com/cms/s/0/2931c542-ac35-11dd-bf71-000077b07658.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Financial Times</a> über Hacker-Attacken auf die Netzwerke des Weißen Hauses sowie der Obama- und McCain-Kampagne. Bereits im September 2007 musste das Pentagon einräumen, dass chinesische Hacker, die angeblich dem chinesischen Militär zugerechnet werden, in das Informationssystem des Verteidigungsministeriums eindrangen. Es sollen sogar E-Mails des Ministers entwendet worden sein.
</p>
<p>
Offiziell freilich dementiert die chinesische Regierung die Beteiligung an jeder Form krimineller Angriffe auf Computersysteme. Nun reagiert das Department of the Air Force mit einer Ausschreibung. Insgesamt 50 Mio. Dollar sollen in den kommenden Jahren ausgegeben werden, um im Cyberspace die Lufthoheit zurück zu erobern.
</p>
<p>
<b>Katz und Maus</b>
</p>
<p>
<b></b>Mit erstaunlicher Offenheit beschreibt die offizielle Ausschreibung mit dem Titel <a href="https://www.fbo.gov/index?print_preview=1&amp;s=opportunity&amp;mode=form&amp;id=e72854d%206e3c1a044038563ef1e0fdfa6&amp;tab=core&amp;tabmode=list&amp;cck=1&amp;au=&amp;ck=" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Integrated Cyber Defense &amp; Support Technologies“</a> die desaströse Unterlegenheit der angegriffenen Netzwerke. Sie reagierten lediglich auf Angriffe, die Hacker seien immer einen Schritt voraus. &quot;Für kurze Zeit durchbrechen sie erfolgreich eine Wand, dann baut man die Wand wieder auf&quot;, so <a href="http://www.ft.com/cms/s/0/2931c542-ac35-11dd-bf71-000077b07658.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wurde von der Financial Times jüngst ein hoher US-Beamter zitiert</a>, der ungenannt bleiben will. So ist die Entwicklung einer „proaktiven“ und „antizipierenden“ Verteidigungsstrategie auch als übergeordnetes Ziel einer neuen „Strategic Cyber Defense“ formuliert. Es klingt ein wenig nach Zweckoptimismus, wenn trotzig gefordert wird die Gesetze des Cyperspace neu zu schreiben  – schließlich sei das Internet ja auch nur „menschengemacht“.
</p>
<p>
<b><br />
Konkrete Maßnahmen</b>
</p>
<p>
<b></b>Auf 13 Seiten werden in der Ausschreibung die Ziele und technische Spezifikationen formuliert. Dazu gehört die Rückverfolgung der Hacker, ihre geografische Ortung, Entwicklung von Indikatoren zur frühzeitigen Warnung vor einem Angriff, ein „Everything hopping“ (sich schnell rekonfigurierende Systeme und Parameter) oder auch „polymorphe“ Kommunikationswege. Erwartet wird nicht weniger, als die Entwicklung eines intelligenten Systems, das in der Lage ist, aus Fehlern zu lernen und sich selbst bei Fehlern oder Angriffen zu regenerieren. Zudem soll es in der Lage sein, nicht nur automatisch auf Angriffe zu reagieren, sondern dabei auch noch den inhaltlichen Vorgaben der Air Force zu folgen.
</p>
<p>
<b>Schlagabtausch im Cyberspace</b>
</p>
<p>
<b></b>Der Cyberspace ist längst zum modernen Schlachtfeld geworden ist. Es geht um den Zugang zu militärischen Geheimnissen, genauso wie um das Penetrieren von Kommunikations- und damit auch Kommando-Kanälen während eines kriegerischen Ernstfalls. Manch einer mag es als ein Treppenwitz der Geschichte empfinden, dass ausgerechnet die Air Force nun um das Schließen von Sicherheitslücken in seinen Netzwerken ringt; schließlich war es das US-Militär, dass ganz maßgeblich an der frühen Entwicklung des Internets beteiligt war.<br />
Noch bis zum 1. Dezember können vorläufige Angebote für die ersten Maßnahmen-Block eingereicht werden.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/air-force-ruestet-im-cyberspace-auf-4142/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Netz zwischen Politik und Technik im Irak-Konflikt</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/kriegsgewinner-internet/netzkampagnenirak1-shtml-2479/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/kriegsgewinner-internet/netzkampagnenirak1-shtml-2479/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[pfilzmaier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Apr 2003 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kriegsgewinner Internet?]]></category>
		<category><![CDATA[Irak-Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Cyber Attacks]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Level-Domain]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Berichterstattung]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[Irak]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/netzkampagnenirak1-shtml-2479/</guid>

					<description><![CDATA[Ursprünglich als militärisches Kommunikatiosmedium in Katastrohenfällen eingerichtet, gilt das Internet heute als unabhängige Informationsquelle. Wurde das Netz dieser Rolle auch während des Irak-Kriegs gerecht?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ursprünglich als militärisches Kommunikatiosmedium in Katastrohenfällen eingerichtet, gilt das Internet heute als unabhängige Informationsquelle. Wurde das Netz dieser Rolle auch während des Irak-Kriegs gerecht?<!--break-->
                    </p>
<p>Wir leben in einer Medienwelt. Was wir über Politik wissen, zu wissen glauben oder nicht wissen, ist fast ausschließlich Produkt der massenmedialen Berichterstattung, insbesondere des Fernsehens. Kriege werden militärisch geführt, aber politisch und medial gewonnen bzw. verloren, weil die Mehrheitsmeinung der Öffentlichkeit über Sieg oder Niederlage entscheidet. Medienberichte sind Teil der psychologischen Kriegsführung, um den Gegner zu demoralisieren, und die Kampfmoral in den eigenen Reihen zu heben. Kriege sind zugleich hochprofessionelle Medienkampagnen, um die öffentliche Meinung zu kontrollieren.</p>
<p>Im Irakkrieg soll das<br />
                    <a href="/edemocracy/netzkampagnen/irak2.shtml">Internet</a> &#8211; als für die Öffentlichkeit über Landesgrenzen zugängliches Medium &#8211; informationspolitische Aufgaben leisten, welche das Fernsehen durch einseitige Propagandaberichte (in den USA und der arabischen Welt; in abgeschwächter Form auch in Großbritannien) und/oder aufgrund eines aus Ressourcen- und Informationsmangel entstandenen Defizits eigenständiger Berichte (im „Rest der westlichen Welt“) nicht ausreichend erfüllte.</p>
<p>Es ergibt sich die Ironie, dass zum Zeitpunkt der Errichtung des Internets dieses ein System darstellen sollte, das die Kommunikation von Computern in nationalen Katastrophenfällen sichern sollte. Den damaligen Hintergrund bildete die Angst vor Raketenangriffen durch die UdSSR, an ein ziviles und US-kritisches bzw. militärkritisches Internet in Zeiten der Kriegsberichterstattung dachte niemand.</p>
<p>
                    <strong>Politisch-technische Funktionalität</strong><br />
                    <br />Politik und Technik sind eng verknüpft. Für &#8220;Schurkenstaaten&#8221; bzw. die „Achse des Bösen“ gibt es keine Internet-Domains von den USA. Sowohl der Irak als auch Nordkorea haben keine eigene Top-Level-Domain erhalten. IQ- und KP-Adressen werden nicht vergeben. Die offiziellen irakischen Medien sind daher nur unter verschiedenen .net-Domains zu finden, wobei die Server nicht im eigenen Land stehen. Physisch befindet sich die Website des irakischen Fernsehens iraqtv.ws mit einer Adresse aus Samoa in Beirut, wo geschlossen die offizielle Medienlandschaft des Irak im Internet Gaststatus hat.</p>
<p>Iraq2000.com und uruklink.net teilen sich das „Hosting“ der Webauftritte aller Zeitungen, wobei die Tageszeitung &#8220;Babil&#8221; als einzige eine englischsprachige Ausgabe hat. Nach wenigen Kriegstagen waren nur noch die Nameserver für alle offiziellen Internetseiten des Irak, nic1.baghdadlink.net bzw. nic2.baghdadlink.net, mit akzeptablen Antwortzeiten erreichbar. Die Netzanbindung war ansonsten so schlecht, dass sämtliche auf uruklink.net geparkten Internetseiten von Regierung und offiziellen Medien durch Ablauf der Zeitlimits für den Seitenaufbau nicht mehr angezeigt wurden.</p>
<p>Die einseitige Informationsvermittlung im Irakkrieg war daher auch zwangsläufige Konsequenz ungleicher technischer Voraussetzungen mit politischen Hintergründen. Hinzu kam, dass der arabische Fernsehsender Al Jazeera allgemein unter aljazeera.net kaum, und auf seiner Ende März neuen englischsprachigen Web Site english.aljazeera.net nahezu gar nicht erreichbar war. Letzteres lag auch daran, dass der ursprüngliche Provider &#8211; eine US-Firma – aus offensichtlich auch politischen Gründen den Vertrag kündigte.</p>
<p>Analog zum 11. September gelang demgegenüber in den USA zweifellos der Nachweis der technischen Funktionalität des Internets. Obwohl das Netz zwischenzeitlich vom Ausfall einiger Internetseiten und einer Verlangsamung des Datentransfers betroffen war &#8211; die durchschnittliche Antwortzeit von BBC online ist beispielsweise von 0,47 auf 1,88 Sekunden gestiegen &#8211; , hat es in der „westlichen Welt“ den zweiten großen Test seiner fast 35-jährigen Geschichte bestanden. Nachrichtenportale wie<br />
                    <a href="http://www.cnn.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">cnn.com</a> verkrafteten Zugriffe in zweistelliger Millionenhöhe. Die 15 größten Internetseiten verzeichneten um über 40 Prozent mehr an Zugriffen, die Besucherzahlen lagen im Wochenvergleich über denen während des Anschlags vom 11. September. Am 11./12. September 2001 waren es neun Millionen stündlich im Vergleich zu ansonsten elf Millionen täglich gewesen.</p>
<p>
                    <strong>Kriegsschauplatz Internet</strong><br />
                    <br />Der Irakkrieg ist zugleich durch E-Mail-Kampagnen der USA gekennzeichnet. Irakische Regierungs- und Militärvertreter wurden von den USA in Verbindung mit Schutzangeboten aufgefordert, den Krieg aufzugeben und überzulaufen, Saddam Hussein die Gefolgschaft zu verweigern, Befehle zum Einsatz chemischer, biologischer oder nuklearer Waffen nicht zu befolgen usw.. In den USA sperrten zeitgleich manche Provider aufgrund einer &#8220;unpatriotischen&#8221; oder &#8220;anstößigen&#8221; Kriegsberichterstattung, beispielsweise durch Bilder von toten Soldaten, Internetseiten. Betroffen war u.a.<br />
                    <a href="http://www.yellowtimes.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">yellowtimes.org</a>, welche auch die speziell zum Irakkrieg gestaltete Seite<br />
                    <a href="http://www.yellowtimes.org/categories.php?op=newindex&amp;catid=4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">newsfromthefront.org</a> betrieb.</p>
<p>Unabhängig davon ergab sich eine Neudefinition und Politisierung der Sicherheitsdebatte. Noch am Tag des Beginns der Angriffe auf den Irak wurde die Internetseite von<br />
                    <a href="http://www.iraqtv.ws/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Iraqi TV</a> von pro-amerikanischen Angreifern<br />
                    <a href="/netzpolitik/cyberwar/liste.shtml">„entführt“</a>. Eine pro-islamische Hackergruppe schlug zurück, und überschrieb im Zuge eines<br />
                    <a href="/netzpolitik/cyberwar/liste.shtml">„Massenhacks“</a> hunderte US-amerikanische Seiten. Der Nachweis eines kriegsmotivierten „Hackens“ ist einfach, denn im März 2003 konzentrieren sich die Attacken auf Ziele in den USA und Kanada. Fast zwei Drittel der weltweit gezählten digitalen Angriffe ereigneten sich auf Ziele in Nordamerika, lediglich 21 Prozent der Attacken galten dagegen Zielen in Europa. 2002 war das Verhältnis mit einem Anteil von jeweils etwa 30 Prozent ausgeglichen. Interessanterweise wurden weniger militärische als wirtschaftliche Einrichtungen angegriffen, doch Geheimdienste bewerten weitreichendere cyber attacks (d.h. Angriffe auf militärische Computernetzwerke, um deren Funktion zu manipulieren bzw. auszuschalten) als sehr ernstzunehmendes Bedrohungsszenario.</p>
<p>Die Diskussion über Regulierungsmaßnahmen und Überwachungsprogramme hat dadurch bzw. auch schon durch den 11. September einen Meinungswechsel erfahren, Kontrollrechte werden zunehmend wichtiger gesehen als absolute Meinungsfreiheit. Ein ursprüngliches Ideal des Internet war, dass es kaum von einer Regierung in traditioneller Form als &#8220;Staatsmedium&#8221; missbraucht werden kann. Sein anarchischer Charakter schützt politische Inhalte vor staatlichen Informations- und Nachrichtenmonopolen sowie Zensur o.ä.. Es ist nach den Terroranschlägen 2001 und der Kriegspropaganda 2003 schwieriger zu argumentieren, den virtuellen Raum möglichst radikal frei von staatlicher Einflussnahme und Regulierungen zu halten.</p>
<p>
                    <strong>Recherchemöglichkeiten für die (Fach-)Öffentlichkeit?</strong><br />
                    <br />„Die Öffentlichkeit weiß, wo sie danach [nach Bildern von Kriegsgefangenen und toten Soldaten bzw. Schreckensszenen des Kriegs] suchen muss: im Internet. Das mediale Monopol der Fernsehbilder ist durch die vernetzte Kommunikation via Web gebrochen: die US-Medientaktik wird ausgerechnet von einer einst vom Militär entwickelten Technologie durchbrochen“, war auf der Internetseite des österreichischen Fernsehens orf.at am 1. April 2003 zu lesen. Tatsächlich haben sowohl Zugriffe aus den USA auf europäische Internetseiten als auch „(We)blogs“, d.h. tagebuchartige Kommentare mit Verknüpfungen zu anderen Seiten an Bedeutung gewonnen.</p>
<p>Für die Mehrheit der US-Bevölkerung ergibt sich ein anderes und weniger idealistisches Bild. Zwar haben 77 Prozent der Internetnutzer das Netz auch für Kriegsinformationen genutzt, doch stellte auch für sie das Fernsehen die primäre Informationsquelle dar. Drei Viertel der Internetnutzer, d.h. ein größerer Anteil als unter den Nicht-Nutzern (!), sind klare Kriegsbefürworter. Nur vier Prozent suchen nach Informationen und Meinungen auf „blogs“. Naheliegend ist die Vermutung, dass das Internet lediglich für eine vorinformierte Fachöffentlichkeit zusätzliche Recherchemöglichkeiten für ein objektiveres Politik- bzw. Kriegsbild bietet. Die Bevölkerungsmehrheit wird durch das Internet auf<br />
                    <a href="http://www.cnn.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">cnn.com</a> genauso manipuliert wie durch das CNN-Fernsehen.</p>
<p>Peter Filzmaier ist Ao. Professor für Politikwissenschaft und Abteilungsleiter für Politische Bildung am Institut für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung<br />
                    <a href="http://polbil.uibk.ac.at" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(IFF)</a> der Universität Innsbruck<br />
                    <strong><br />
                      <br />
                    </strong></p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 24.4.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      
                    </p>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/kriegsgewinner-internet/netzkampagnenirak1-shtml-2479/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
