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	<title>Dänemark &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Dänemark &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Dänemark digital</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeber]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Dec 2014 13:31:08 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Dänemark ist nicht nur europäischer Spitzenreiter beim Ausbau des Breitbandnetzes, sondern auch Pionier in der digitalen Verwaltung. Seit November dieses Jahres versenden dänische Behörden ihre Post nur noch in digitaler Form – eine Schlüsselrolle kommt dabei der Telemedizin zu.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Der Rentenantrag, die Baugenehmigung, der Antrag auf Wohngeld, auf finanzielle Zuschüsse für Alleinerziehende oder auch der Antrag auf Ehescheidung – für all diese Aktivitäten bedarf es in Dänemark nun keines Behördengangs mehr, sondern allein des Zugangs zu einem Computer und einer digitalen Identitätsregistrierung. Seit der ersten Digitalisierungsstrategie aus dem Jahr 2001 wird in Dänemark stetig auf den Umbau der analogen zur digitale Verwaltung hin gearbeitet.<br />
So versenden dänische Behörden seit dem 1. November 2014 keine Formulare oder sonstige Post in Papierform mehr, vielmehr finden alle Bewohner Dänemarks, die älter als 15 Jahre sind, die an sie adressierte offizielle Post seither in ihrem digitalen Briefkasten. Waren Anfang Dezember insgesamt 4,2 Millionen Nutzer registriert, was 89,5 Prozent der dänischen Bevölkerung entspricht, gab es nur knapp 500.000 Einwohner, die von der Teilnahme der E-Post befreit waren und weiterhin ihre offiziellen Briefe in Papierversion erhalten.<br />
Gründe für die Nichtteilnahme am digitalen Postverkehr sind nicht etwa datenschutzrechtliche Bedenken, sondern in erster Linie nachweisbare Schwierigkeiten, Zugang zu einem Computer mit ausreichender Internetverbindung zu haben, „physische oder kognitive Einschränkungen, die den Empfang digitaler Post behindern“ (so der offizielle Wortlaut) oder auch Obdachlosigkeit. Die aus Deutschland bekannten Bedenken in Bezug auf Datenschutz, sind in Dänemark wenig verbreitet. Dies mag zum einen an einer Art Gewöhnungseffekt liegen, denn seit Ende der 1960 Jahre erhalten alle Bewohner Dänemarks eine zehnziffrige Identitätsnummer (CPR-Nummern), mit Hilfe derer wesentliche Personendaten gesammelt werden. Zum anderen wird den dänischen Behörden ein insgesamt recht hohes Vertrauen entgegengebracht, die gesammelten Daten verantwortungsvoll zu verwalten. Und bis auf kleinere – von der nationalen Datenschutzbehörde (Datatilsynet) veröffentlichte – Verstöße scheint das Vertrauen gerechtfertigt.</p>
<h3>Digitale Wohlfahrt durch digitale Lösungen</h3>
<p>E-Post ist eine konkrete Initiative der dänischen Digitalisierungsstrategie, die von der Regierung, den Kommunen und Regionen gemeinsam getragen wird – und zwar mit dem Ziel, den dänischen Wohlfahrtsstaat zu modernisieren und die öffentliche Verwaltung zu effektivisieren. Zu den wesentlichen Eckpunkten gehören neben der papierlosen Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgern eine effektivere digitale Zusammenarbeit der Behörden sowie der Fokus auf digitale Wohlfahrt durch den Einsatz digitaler Lösungen.<br />
Im Hinblick auf die öffentliche Verwaltung wird darauf gesetzt, dass die Behörden die Digitalisierung und die neuen Technologien dazu nutzen, effektiver zu arbeiten und Wissen zu teilen. „Dies soll einen zusammenhängenderen und überschaubareren öffentlichen Service schaffen“ so heißt es in der„Strategie für digitale Wohlfahrt 2014-2020“, die die dänische Regierung im Jahr 2013 veröffentlichte. Insgesamt sieben Bereiche umfasst diese Strategie, die auf eine mittlerweile zwölfjährige gemeinsame Zusammenarbeit des öffentlichen Sektors zum Thema Digitalisierung zurückgeht: Neben der Verwaltung wird auf die Bereiche Gesundheitsvorsorge und Pflege gesetzt sowie Telemedizin, Ausbildung, digitale Lehre und – als entscheidende Voraussetzung – eine bessere Breitbandabdeckung und verstärkte Entwicklung digitaler Kompetenzen. Offizielles Ziel der Strategie ist es, mithilfe digitaler Lösungen allen Dänen (besser als bisher) zu ermöglichen, selbst zur Wohlfahrt beizutragen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.</p>
<h3>Schlüsselrolle Telemedizin</h3>
<p>In Bezug auf den Bereich Telemedizin, auf den mit großem Nachdruck gesetzt wird, heißt es in der Strategie, dass mit Hilfe der Digitalisierung Wohlfahrt auf neue, effektivere Art bereitgestellt werden kann. Dabei wird der Telemedizin bei der Lösung von zukünftigen Gesundheitsleistungen eine Schlüsselrolle zugesprochen. „Dänemark gehört bereits zu den Ländern in der Welt, die weit gekommen sind bei der Nutzung von Telemedizin, um demografischen und ökonomischen Herausforderungen zu begegnen, die Dänemark und anderen Ländern in den kommenden Jahren bevorstehen“ heißt es in dem Strategiepapier.<br />
Dass die erfolgreiche Umsetzung dieser Pläne stark von einer funktionierenden digitalen Infrastruktur abhängt, steht außer Frage. Vor diesem Hintergrund beabsichtigt die dänische Regierung bis zum Jahr 2020 sicherzustellen, dass landesweit Breitbandverbindungen mit 100 Mbit/s (Download) beziehungsweise 30 Mbit/s (Upload) verfügbar sind. Bisher sind nicht überall eine gleichmäßig gute Breitbandabdeckung und hohe Datengeschwindigkeiten zu finden: „Nur“ gut 70 Prozent aller dänischen Haushalte und Unternehmen haben einen Breitbandzugang mit einer Geschwindigkeit von 100 Mbit/s (Download), beziehungsweise 58 Prozent haben Zugang zu einer Geschwindigkeit von 30 Mbit/s (Upload). Dabei sind es vor allem die Inseln, von denen es viele in Dänemark gibt, die weit aus weniger gut ausgestattet sind als die meisten Festlandkommunen. Diese Problematik wird von offizieller Seite ernst genommen, und so stellte die Regierung im Sommer 2014 umgerechnet gut acht Millionen Euro bereit, um allein auf der Insel Bornholm für die betroffenen 10.000 Haushalte und Unternehmen den Zugang zum schnellen Breitband markant zu verbessern.</p>
<h3>Breitbandausbau: Paradiesische Zustände</h3>
<p>Verglichen mit dem Ziel der im August 2014 in Deutschland vorgelegten „Digitalen Agenda 2014-2017“, bis zum Jahr 2018 flächendeckend 50 Mbit/s verfügbar zu machen, mögen die dänischen digitalen Infrastrukturpläne für Deutsche paradiesisch wirken. Zweifellos gehört Dänemark bereits zu den Spitzenreitern beim Ausbau des Breitbandnetzes, was sich überaus deutlich auf die Nutzung und den Nutzen des Internets für die Bevölkerung bemerkbar macht. Diese Situation resultierte jüngst beim Web Index der World Wide Web Foundation in einer <a href="http://thewebindex.org/report/#2._overview_of_rankings" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Platzierung Dänemarks auf dem ersten Platz</a> .<br />
Dass die Digitalisierung und mit ihr wohlfahrttechnologische Innovationen zukünftig ein wichtiges Element bei der Aufrechterhaltung und weiteren Gestaltung des dänischen Wohlfahrtstaats sein können, bezweifelt in Dänemark kaum jemand. Doch während einige Bereiche wie zum Beispiel die Verwaltung vorbehaltlos vom Einzug digitaler Innovationen profitieren, werden Stimmen laut, denen zufolge in einigen Bereichen wie beispielsweise der Pflege und Altenfürsorge, aber auch der Ausbildung und Lehre Rücksicht auf die Besonderheiten und Komplexität des Einsatzesgebietes genommen werden sollte. Bei aller digitaler Euphorie müsse der Wert direkter, sozialer Beziehungen berücksichtigt werden.<br />
<em>Mehr Infos zu Dänemark:<br />
Die Studie „Von glücklichen Dänen lernen? Wohlfahrtsstaat und Zivilgesellschaft im demografischen Wandel“ von Birgit Stöber ist <a href="http://www.herbert-quandt-stiftung.de/galerien/Gedanken_zur_Zukunft_Von_gluecklichen_Daenen_lernen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> erschienen.</em><br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/marfis75/10014019485" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Martin Fish</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>&#8220;Wettbewerb um letzte Rohstoffreserven&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 May 2008 18:19:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am Dienstag, den 27. Mai 2008, war Alexander Rahr, Experte für Russland und Energiepolitik bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über die Konferenz der Nordpol-Anrainerstaaten und über die russische Energiepolitik.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Dienstag, den 27. Mai 2008, war Alexander Rahr, Experte für Russland und Energiepolitik bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über die Konferenz der Nordpol-Anrainerstaaten und über die russische Energiepolitik.<!--break--> </p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Herzlich willkommen im tagesschau-Chat. Im ARD-Hauptstadtstudio ist<br />
heute unser Chat-Gast Alexander Rahr. Alexander Rahr ist bei der<br />
Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik unter anderem<br />
zuständig für Energiepolitik und Russland und hat das Buch<br />
„Russland gibt Gas&quot; geschrieben &#8211; also der richtige Mann für<br />
eine Diskussion über das strategische Wettrennen um Einfluss und<br />
Öl am Nordpol. Vielen Dank, dass Sie zum Chat gekommen sind und<br />
hier die erste Frage:
</p>
<p><b></b></p>
<p>
<b>phlo:</b><br />
Wieso entdecken die Anrainerstaaten des Nordpols erst jetzt seine<br />
wirtschaftliche und politische Brisanz?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div style="text-align: center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/arahr250_0.jpg" alt="Alexander Rahr " title="Alexander Rahr" height="212" width="250" />
</div>
<div style="text-align: center">
<i>Alexander Rahr </i>
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Die Rohstoffvorkommen am Nordpol sind sehr sehr schwer zu<br />
fördern. Vor einigen Jahren hat man eine Förderung von Öl<br />
und Gas am Nordpol als utopisch angesehen. Jetzt sind die Preise so<br />
nach oben gesprungen, dass sich wiederum eine Investition in diese<br />
schwierige Förderungsstruktur lohnt. Außerdem hat Russland<br />
hier Gas gegeben und andere Staaten vor gewisse Fakten gestellt.<br />
Russland sagt, dass die Öl- und<br />
Gasreserven in der größten Nordpolregion auf dem<br />
russischen Festlandssockel liegen würden, deshalb nicht einer<br />
internationalen Kontrolle unterstehen und Russland sie alleine<br />
fördern möchte. Das hat eine<br />
Anti-Reaktion im Westen hervorgerufen. Es findet jetzt eine Konferenz<br />
statt, die versuchen wird, die Ungereimtheiten zu lösen.
</p>
<p>
<b>Rose:</b><br />
Warum ist ein unterseeischer Festlandrücken für einen<br />
Gebietsanspruch ausschlaggebend?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Das internationale Recht weist noch Lücken auf. Aber<br />
das ist die Frage, die jetzt wahrscheinlich auch auf der Konferenz<br />
beantwortet werden muss, inwieweit sich diese vermuteten<br />
Rohstoffvorkommen in der Tat auf diesem Festlandsockel befinden oder<br />
nicht. Es ist eine Diskussion, die jetzt von Fachleuten geführt<br />
werden muss, und möglicherweise werden zwei gegensätzliche<br />
Vorstellungen aufeinander stoßen. Möglicherweise die<br />
russische und die norwegische. Aber nach dem bekannten Modell im<br />
internationalen Recht kann schon ein Staat auf dessen Festlandsockel<br />
sich Ressourcen befinden, diese für sich in Anspruch nehme, auch<br />
wenn der Sockel sich auf dem Meer weit unter Wasser befindet. Deshalb<br />
muss die Konferenz die Frage eindeutig klären, ob sich die<br />
Ressourcen tatsächlich auf einem solchen Festlandsockel befinden<br />
oder nicht. Die Definition wird sehr schwierig.
</p>
<p>
<b>&quot;Es gibt noch keinen Präzedensfall&quot; </b>
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Falls Sie das für sich sagen können: </p>
<p><b>Benutzername:</b><br />
Zu wem gehört der Lomonossow-Rücken denn Ihrer Meinung<br />
nach, zu Russland oder zu Dänemark?</p>
<p><b>Alexander<br />
Rahr</b>: Die Frage ist wirklich sehr, sehr schwer zu lösen,<br />
weil erst jetzt die internationale Gemeinschaft nach vielen Jahren<br />
anfängt, sich mit dieser Frage zu beschäftigen.<br />
Wahrscheinlich ist das so ein typischer Aspekt, wo alle Seiten<br />
irgendwie Recht haben. Die Gegend des Nordpols ist juristisch nicht<br />
eindeutig definiert.
</p>
<p>
<b>phlo:</b> Gibt<br />
es bereits vergleichbare Streitigkeiten, eine Art Präzedenzfall?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Es gibt im Vergleich zu diesem Fall heute keinen<br />
eindeutigen Präzedenzfall. Jedenfalls nicht einer, der in der<br />
jüngsten Geschichte irgendwie erkennbar war. Deshalb ist die<br />
Suche nach einem Lösungsansatz, der für alle Seiten<br />
annehmbar ist, auch relativ schwierig. Ich vermute, dass die<br />
Entwicklung in der Nordpolregion vor allem auch deshalb so schwierig<br />
zu definieren ist, weil die geologische Erforschung dieses Gebietes<br />
hier auch nicht hundertprozentig stattgefunden hat.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Das heißt auch, es gibt noch keine Sicherheit, wie groß<br />
die Ölvorräte dort möglicherweise sind?</p>
<p><b>Alexander<br />
Rahr</b>: Es gibt Vermutungen, aber keine verlässlichen Angaben.<br />
Vielleicht gibt es geheime Angaben, die die russische Seite und die<br />
amerikanische Seite gestützt auf Satellitenaufklärung<br />
vorliegen haben. Aber eines steht fest: Der Wettbewerb um die<br />
Kontrolle des letzten großen bedeutenden Rohstoffreservoirs<br />
unseres Planeten hat begonnen. Das Zeitalter der Renaissance der<br />
Ressourcen ist eingeläutet. Und<br />
Russland möchte seinen Status als Energiesupermacht festigen.<br />
Eine Kontrolle über den Lomonossow-Festlandsockel wird Russland<br />
in die Situation bringen, dass es zu seinen fast unerschöpflichen<br />
Reserven noch weitere große Gasfelder hinzuaddieren könnte.
</p>
<p>
<b>&quot;Russland ist noch keine hunderprozentige Energiesupermacht&quot; </b>
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Dann wäre Russland die Energie-Supermacht der Zukunft.
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Russland versucht, seinen Weltmachtstatus durch seine<br />
Energiereserven und eine Energieaußenpolitik zu festigen.<br />
Allerdings ist Russland noch keine hundertprozentige<br />
Energiesupermacht, weil es alleine diesen Status nicht erheben kann.<br />
Es wird für Russland von großer Bedeutung sein, inwieweit<br />
es andere erdgasproduzierende Länder in seine<br />
Energieaußenpolitik einbinden kann. Russland<br />
versucht derzeit zusammen mit den zentralasiatischen Staaten und<br />
möglicherweise mit dem Iran eine Gas-OPEC zu begründen, die<br />
dann natürlich für den Westen eine enorme Herausforderung<br />
werden würde. Diese OPEC könnte schon im Oktober 2008<br />
stehen.
</p>
<p>
<b>lebe!:</b><br />
Besteht eine realistische Chance, dass Russland aus einer Förderung<br />
von fossilen Brennstoffen am Pol ein ähnliches<br />
energiepolitisches Gewicht bekommt wie es heute die OPEC hat? Und wie<br />
wird der Rest der Welt reagieren? Hat Russland die Mittel und den<br />
Willen seine Interessen mit (begrenzten) bewaffneten Konflikten<br />
durchzusetzen? Wie groß ist die Gefahr, dass daraus ein offener<br />
Krieg direkt vor der europäischen Haustür ausbricht?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Ich rechne nicht mit kriegerischen Auseinandersetzungen<br />
oder einem neuen dritten Weltkrieg um Öl und Gas. Aber völlig<br />
abwegig ist diese Vorstellung keinesfalls. Was<br />
früher als unmöglich galt, wird heute eine Tatsache,<br />
nämlich dass die Länder, die über Energieressourcen<br />
verfügen, heute in der Lage sind, die künftige Weltordnung<br />
zu kreieren. Russland gehört zu diesen Staaten genauso wie<br />
andere Staaten des mittleren Ostens und die USA. Die EU verliert in<br />
dieser Konstellation an Macht. Nichtsdestotrotz wird gerade die<br />
Europäische Union von Energieimporten aus nicht-demokratischen<br />
Ländern, die aber über Energieressourcen verfügen,<br />
abhängig werden. Wir haben erst seit wenigen Monaten begriffen,<br />
in welcher Lage wir sind. Und aus Sicht der russischen Führung<br />
und aus Sicht der Regierung von Venezuela oder Algerien oder dem Iran<br />
oder auch Turkmenistans scheint es legitim zu sein, die neuen<br />
Instrumente (Waffen will ich hier nicht sagen) als Machtfaktoren in<br />
der künftigen Weltordnung einzusetzen. Schauen Sie unsere<br />
Reaktionen darauf an: Die CDU in Deutschland debattiert<br />
beispielsweise über die Stärkung des<br />
Bundessicherheitsrates, der, wenn es nach einigen führenden<br />
CDU-Politikern gehen sollte, auch für die Sicherung der<br />
Energietransportwege in den Westen zuständig sein soll.
</p>
<p>
<b>Sarana:</b><br />
Welche Ergebnisse erwarten Sie von der Nordpolkonferenz? Welche<br />
Ansprüche werden sich durchsetzen?
</p>
<p>
<br />
<b>Alexander Rahr</b>:<br />
Meiner Meinung nach wird diese Konferenz die Expertenebene nicht<br />
verlassen. Es werden unterschiedliche Dokumentationen vorgelegt. Die<br />
endgültigen Entscheidungen, wenn diese überhaupt noch<br />
möglich sind, über die Aufteilung der Ressourcen am Nordpol<br />
kann eigentlich nur die UNO regeln.
</p>
<p>
<b>Rechtsstatus des Nordpols ist noch unklar</b>
</p>
<p>
<b>Ato:</b> Was sagt denn<br />
die UN zu den Ansprüchen der Staaten? </p>
<p><b>Alexander Rahr</b>:<br />
Die UNO besteht aus unterschiedlichen Staaten und die UNO spricht mit<br />
zahlreichen Stimmen. Wir müssen die Ergebnisse dieser und vieler<br />
anderer Konferenzen abwarten, bis wir einen Überblick darüber<br />
haben wie der Rechtsstatus der Rohstoffreserven, der fossilen<br />
Reserven, in der Nordpolregion dokumentiert und später auch<br />
formal aussehen kann.</p>
<p><b>Baum:</b> Ist es nicht möglich,<br />
die Nordpolgebiete unter internationale Verwaltung zu stellen?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Das ist ein strittiger Punkt. Sie stehen im Prinzip unter<br />
internationaler Verwaltung. Aber der Nordpol ist eine terra<br />
incognita, in der die Ausbeutung von Bodenschätzen noch nicht<br />
richtig beginnen konnte. Das Hissen der<br />
russischen Fahne auf dem Meeresgrund im August letzten Jahres zeugt<br />
aber davon, dass die Russen Teile der internationalen Gewässer<br />
eben als eigenes Territorium betrachten, weil nach neuen geologischen<br />
Erkenntnissen russischer Forscher der oben erwähnte<br />
Lomonossow-Festlandsockel weit in die Tiefe des Meeres reicht und<br />
alles, was sich in diesem Festlandssockel befindet, dann nicht unter<br />
internationaler Kontrolle, sondern unter der Kontrolle Russlands<br />
steht.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Für die Antarktis wurde 1959 ein Vertrag abgeschlossen, der<br />
Gebietsansprüche und Ausbeutung zumindest „eingefroren&quot; hat.<br />
Halten Sie einen solchen Vertrag auch für die Arktis denkbar?<br />
Also ein Moratorium, damit man erst einmal zehn oder zwanzig Jahre<br />
Zeit zur Lösung des Konflikts bekommt?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Das war ja der Sinn der Sache, erst mal zu warten und nach<br />
den geologischen Erkenntnissen Ausschau zu halten. Kein Staat sah<br />
sich damals auch finanziell in der Lage die Energiereserven<br />
auszubeuten. Daneben verfügen, wie gesagt, Länder wie USA<br />
oder Russland über ganz andere Reserven, Öl- und Gasfelder,<br />
die viel einfacher und viel billiger zu fördern sind.
</p>
<p>
Ich denke, das<br />
symbolische Hissen der russischen Fahne im August letzten Jahres hat<br />
aber nicht nur symbolisch einen Wettbewerb &#8211; um das milder zu<br />
formulieren &#8211; um die letzten großen vermuteten<br />
Energierohstoffreserven provoziert. Wenn die USA, Norwegen, Dänemark<br />
jetzt nicht reagiert hätten, hätte Russland die Welt vor<br />
vollendete Tatsachen gestellt. Ich glaube dass die Gas- und<br />
Ölreserven des Nordpols auch in den nächsten zehn Jahren<br />
von niemandem wirklich gefördert werden können. Dazu<br />
müssten die Bohrtechnik und die Fördertechnik noch<br />
ausgereifter werden. Aber der Versuch, sich der Kontrolle dieser<br />
Ressourcen heute zu sichern, ist auch ein Bestandteil der<br />
Energiegeopolitik deren Auswirkungen wir alle bald zu spüren<br />
bekommen werden.
</p>
<p>
<b>&quot;Russland versteht sich mehr und mehr als Nationalstaat&quot; </b>
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Zur internationalen Bedeutung haben Sie ja schon etwas gesagt, ich<br />
würde die folgende Frage daher gerne erweitern mit dem Nachsatz<br />
„in der russischen Öffentlichkeit&quot;.</p>
<p><b>Benutzername:</b><br />
Wie viel tatsächliche Bedeutung kommt Russlands symbolischem Akt<br />
zu, seine Flagge im Polarmeer zu hissen?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Wir wissen, dass Russland sich heute mehr und mehr als<br />
Nationalstaat versteht mit einem ganz &#8211; vielleicht immer radikaler<br />
werdendem &#8211; Nationalstolz. Wenn sie die russische Öffentlichkeit<br />
ansprechen, so wollen die meisten Russen nach allen Umfragen heute<br />
als Großmacht respektiert werden. Nach den Demütigungen<br />
der 90er Jahre sind solche Symbolhandlungen wie das Hissen der<br />
russischen Fahne auf dem Meeresboden des Nordpols Balsam für die<br />
russische Seele.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Was waren die Demütigungen der 90er Jahre &#8211; können Sie das<br />
noch näher erläutern?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: In den 90er Jahren wachten die Russen von einem Tag auf den<br />
anderen auf und sahen, dass sie einen Drittel ihrer Territorien des<br />
alten russischen Reiches verloren hatten. Die Ersparnisse des alten<br />
sowjetischen Mittelstandes waren über Nacht ausradiert, Russland<br />
und seine Wirtschaft von westlicher Unterstützung und<br />
Finanzkrediten zu hundert Prozent abhängig. Radikale Ideen<br />
geisterten in den Köpfen der Eliten. Die NATO wurde zwei Mal bis<br />
fast an die Grenzen Russlands erweitert. Russland ist heute so klein<br />
wie in der Zeit Peter des Großen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Eine Meinung von:</p>
<p><b>waterwalk:</b> Wenn Russland als<br />
Großmacht respektiert werden will, sollte es sich mal offener<br />
und selber respektvoller gegenüber anderen Staaten verhalten.<br />
Irgendwie missbillige ich diese arrogante Art, die die letzten Jahre<br />
unter Putin an den Tag gelegt wurden. Ich hoffe, dass eher ein<br />
Zusammenspiel mit der EU angestrebt wird, anstatt einer einseitigen<br />
Abhängigkeit. Dies wird auf Dauer allen schaden. </p>
<p><b>Alexander<br />
Rahr</b>: Ich glaube es ist das Problem, von welcher Seite man die<br />
Sache sieht. Genau das, was unser verehrter Leser den Russen<br />
vorwirft, werfen die Russen uns vor: Dass wir russische legitime<br />
Interessen in der Außen- und Wirtschaftspolitik Russlands<br />
völlig ignorieren. Dass wir Russland in unser Wertesystem<br />
hineinzwingen möchten, in das es nicht hinein will. Dass wir<br />
Westler alle arrogant sind und Russland ständig nur belehren.<br />
Aber ich muss jetzt ganz klar unterstreichen, dass aus meiner Sicht<br />
einseitige Abhängigkeiten nicht entstehen werden. Die Russen<br />
brauchen Europa und den Westen als Konsumenten für ihre<br />
Energieprodukte, denn wir zahlen für russisches Gas und Öl<br />
hohe Preise. Und das Geld benötigt Russland, um sich in den<br />
nächsten zwanzig bis dreißig Jahren auf unseren Stand zu<br />
modernisieren.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Hat sich eigentlich mit dem Präsidentenwechsel in dieser<br />
Strategie etwas geändert?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Das ist noch nicht ersichtlich. Medwedjews Besuch in Berlin<br />
in der nächsten Woche wird möglicherweise mehr Klarheit<br />
schaffen. Aber aus der Wahlkampagne des neuen Präsidenten wissen<br />
wir, dass er eine liberalere Sicht der Wirtschaft hat als Putin.<br />
Gerade die deutsche Regierung sieht in Medwedjew einen wichtigen<br />
Modernisierungspartner. Man glaubt mit ihm die strategische<br />
Partnerschaft im Sinne Europas vertiefen zu können. Die<br />
große Frage ist, wie unabhängig wird Medwedjew sein unter<br />
einem übermächtigen Premier Putin.
</p>
<p>
<b>Russland versteht Schelte für Schröder nicht</b>
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Bundeskanzler Schröder wurde schwer gescholten für sein<br />
Engagement für eine Ostesseepipeline. Ist das aus russischer<br />
Sicht nachvollziehbar?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: In Russland versteht man nicht, wieso Deutschland seinen<br />
alten Kanzler so arg gescholten hat für sein Engagement für<br />
die Ostseepipeline. Russland hat seine eigene Sicht auf die<br />
Diversifizierung seines Energieexports. Das russische Argument<br />
lautet: Wir brauchen eine Pipeline, die unser Gas direkt an die<br />
sicheren Konsumenten, wie Deutschland, liefert, weil die<br />
herkömmlichen Leitungswege über Ukraine und Weißrussland<br />
unsicher geworden sind. In Europa<br />
herrscht derweilen ein Krieg über die Verlegung neuer Pipelines.<br />
Der Status der „Energiesupermacht&quot;, den Russland für sich<br />
anstrebt, kann nicht nur durch nachgewiesene Reserven an Öl- und<br />
Gas gewonnen werden, sondern man muss auch die notwendigen Wege<br />
finden, um die Energieressourcen an die Konsumenten zu liefern.<br />
Es gibt aber auch andere Staaten in der<br />
Europäischen Union, zu denen gehört Deutschland, die diesen<br />
machtpolitischen Ansatz nicht teilen und für eine größtmögliche<br />
Diversifizierung eintreten. Ich finde es<br />
ist sehr wichtig, wenn wir russisches Gas über die<br />
Ostseepipeline, aber auch über die Druschba-Pipeline über<br />
Mittelosteuropa bekommen. Inzwischen geistert schon der Begriff<br />
„Energie-NATO&quot; in der westlichen Öffentlichkeit herum. Man<br />
spricht von Solidarität mit den Staaten, denen möglicherweise<br />
das Gas und Öl irgendwann einmal abgedreht werden könnte.<br />
Die USA drohen vehement mit Sanktionen<br />
gegenüber den Staaten, die ein Gaskartell errichten wollen. Sie<br />
sehen: Wir werden in der Zukunft möglicherweise vor großen<br />
Herausforderungen stehen.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Die Strategie in Sachen Transport der Energie ist also genauso<br />
wichtig die Förderung. </p>
<p><b>Alexander<br />
Rahr</b>: Das eine kann ohne das andere nicht existieren.<br />
Pipelines werden in den nächsten zehn bis<br />
fünfzehn Jahren weiterhin die Haupttransportader für den<br />
Weg nach Europa sein. Ob irgendwann einmal die Möglichkeit<br />
bestehen wird, Flüssiggas so wie Öl per Tanker aus dem<br />
Persischen Golf oder Lateinamerika nach Rotterdam oder Hamburg zu<br />
schaffen, ist eine noch nicht hundertprozentig gelöste<br />
technische Frage.  Also werden wir<br />
weiterhin auf das bewährte Pipelinesystem bauen müssen.<br />
Allerdings werden ökologische Aspekte, siehe Umweltverschmutzung<br />
durch möglicherweise lecke Pipelines in der Ostsee oder am<br />
schwarzen Meer oder in der kaspischen See, an Aktualität<br />
gewinnen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Dass Energie teuer wird, haben inzwischen alle gemerkt. Haben Sie das<br />
Gefühl, dass a) die deutsche und b) die europäischen<br />
Politiker die Brisanz der künftigen Energieversorgung schon in<br />
vollem Umfang erkannt haben?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Nein, wir erwachen langsam aus unserem Dornröschenschlaf.<br />
Noch vor zweieinhalb Jahren haben wir die Ausmaße des heutigen<br />
Krieges um Energiepipelines überhaupt nicht im Visier gehabt.<br />
Wir haben auch den langjährigen Gaskonflikt zwischen Moskau und<br />
Kiew überhaupt nicht beachtet. Die Preissteigerung auf den<br />
Energiemärkten, die 1999 begann, hat alle Experten überrascht.<br />
Bis heute sind die Ursachen für diese rapide Preissteigerung<br />
nicht hundertprozentig klar. Es scheint, dass der größte<br />
Auslöser der hohen Energiepreise der Energiehunger der<br />
chinesischen und indischen Wirtschaften war. Aber auch die politische<br />
unklare Lage im Nahen und Mittleren Osten, verschärft durch die<br />
Kriege nach dem 11. September 2001, hat nicht zur Stabilität auf<br />
den Weltenergiemärkten geführt. Es herrscht teilweise auch<br />
im Westen eine Schönrederei. Zum Beispiel im Verhältnis zu<br />
Russland. Es gibt Experten, die behaupten dass die Energiepreise bald<br />
wieder unter 20 Dollar pro Barrel sinken werden und es dann mit der<br />
russischen Arroganz vorbei ist. In meinem Buch „Russland gibt Gas&quot;<br />
folge ich einer anderen Argumentation, die sagt, dass die<br />
Energiepreise eher noch steigen werden. Ein Land wie Russland sitzt<br />
auf unermesslichen Öl- und Gasreserven. Wir kritisieren und<br />
schimpfen auf Russland, das es nicht genug Öl- und Gas fördert.<br />
Aber im Kreml sitzen gewiefte Schachspieler. Eiskalt wird nur das<br />
gefördert, was heute verkauft werden kann. Indirekt werden die<br />
Preise dadurch hoch gehalten. Auf dem Gasmarkt agiert Russland<br />
genauso wie die OPEC-Staaten im Bereich Öl. Russland wird nur<br />
dann mehr fördern, wenn es für sein Gas und Öl noch<br />
mehr Geld bekommt. Und in Russland rechnet man, dass der Höhepunkt<br />
des Öl- und Gaszeitalters um das Jahr 2025 erreicht werden wird.<br />
Dann wird Russland in der Tat seinen Energiesupermachtstatus<br />
manifestieren.
</p>
<p>
<b>&quot;Wir hätten pragmatischer sein sollen&quot; </b>
</p>
<p>
<b>Klops:</b> Sie sprechen von<br />
„Dornröschenschlaf&quot;. Welche Reaktionen wären denn<br />
angemessen gewesen?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Ich will nicht zynisch klingen: Aber diese unsägliche<br />
Debatte über gemeinsame Werte gegenüber Russland und China<br />
ist aus meiner Sicht noch ein Nachwirken der romantischen Phase der<br />
90er Jahre, als der Westen sich als der große Sieger im Kalten<br />
Krieg betrachtete. Aus meiner Sicht hätten wir die<br />
Energieallianz mit Staaten wie Russland aber auch Kasachstan und<br />
Turkmenistan viel pragmatischer, vielleicht auch aus unserer Sicht<br />
eiskalt, vorantreiben müssen. Heute<br />
beharren wir im Umgang mit Russland auf Gesetzesrahmenbedingungen der<br />
90er Jahre, in die wir die energieproduzierenden Länder<br />
hineinpressen wollten. Aber die Welt<br />
verändert sich, so dass wir unser Regelwerk, mit dem wir in den<br />
90er Jahren stark waren, im 21. Jahrhundert nicht mehr punkten<br />
können. Nehmen wir zum Beispiel die<br />
Energie-Charta: Noch heute fordern die naiven Europäer von<br />
Russland, dass Moskau die Kontrolle über seine Energiepipelines<br />
einer internationalen Obrigkeit unterstellt. Diese<br />
Energie-Charta, die das einfordert, wird aber auch von Amerika und<br />
Norwegen und auch von Algerien und anderen Öl- und Gas<br />
fördernden Ländern nicht unterschrieben. Wir<br />
müssen uns schleunigst auf Kompromisse einigen und ein Regelwerk<br />
errichten, indem wir die Konsumenten, die Produzenten und die<br />
Transiteure in der Energieweltwirtschaft auf eine Stufe stellen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Die Schlussfolgerung heißt:
</p>
<p>
<b>Dann:</b> Dann<br />
wird die Abhängigkeit des Westens von Russland wachsen?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Objektiv scheint es so zu sein. Aber Russland würde<br />
sich zu früh freuen, wenn es eine solche Abhängigkeit<br />
Europas von Moskau anstreben würde. Der<br />
Westen ließ sich auch von der arabischen OPEC in den 70er<br />
Jahren nicht unterkriegen. Über die gemeinsamen Abhängigkeiten<br />
zwischen Produzenten und Konsumenten haben wir ja schon gesprochen.<br />
Wenn unsere Abhängigkeiten von Russland so<br />
groß werden würden, dass Moskau die europäische<br />
Politik diktieren könnte, würden die Europäer<br />
Milliarden ausgeben, um alternative Energiequellen zu erforschen.<br />
Man würde das Ende des Gaszeitalters<br />
einläuten und zur Atomkraft zurückkehren, was Länder<br />
wie Italien und Frankreich schon längst tun. Aber<br />
man muss nicht immer nur das Schlechte denken. Das russische oder das<br />
algerische oder das turkmenische Erdgas ist eine der saubersten<br />
Energiequellen, die es heute gibt. Es ist relativ leicht zu gewinnen<br />
und über Pipelines relativ leicht zu befördern.<br />
Anstatt den Faktor Gas so zu politisieren,<br />
sollten wir versuchen, im möglichen Rahmen zu kooperieren. Ich<br />
finde es sehr wichtig, dass gerade deutsche, französische,<br />
italienische Energiefirmen inzwischen zusammen mit Gasprom direkt an<br />
der Förderung russischer Energieträger beteiligt sind.<br />
Dieser Prozess muss noch weiter verstärkt<br />
werden. Aber man muss auch die Russen verstehen, die als<br />
Gegenleistung für die Öffnung ihres Marktes ihre Konzerne<br />
wie Gasprom stärker auf westlichen Konsummärkten platzieren<br />
möchten. Aber auch diese Debatte ist bei uns höchst<br />
politisiert.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Typisch deutsche Diplomatie ist ja das Vermeiden von lauten Worten<br />
und offenem Streit und das Verhandeln hinter den Kulissen. Ist das<br />
für die Bundesregierung der richtige Weg im Umgang mit Russland?
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Ich will schon wieder nicht zynisch klingen: Wenn es in<br />
Russland in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens und der<br />
Politik noch eine Rechtlosigkeit gibt, muss das angesprochen werden.<br />
Aber ich denke nicht auf Kosten einer sehr<br />
wichtigen Zusammenarbeit in anderen wirtschaftlichen, politischen<br />
Bereichen, von der die Stabilität Europas und möglicherweise<br />
auch der Weltfrieden abhängen. Das<br />
heißt nicht, dass wir den Russen den Strick verkaufen, an dem<br />
sie uns dann aufhängen. Es geht darum, dass man auch mit<br />
Ländern, die ein anderes Wertesystem haben als das unsrige,<br />
vernünftige Kooperationen zusammenbringt. Ich<br />
wage die folgende These: Hätte es in Russland Ende der 80er<br />
Jahre nicht diesen radikalen Bruch von Kommunismus in Richtung<br />
Demokratie gegeben, hätte es mit anderen Worten die<br />
„Gorbatschows Perestroika&quot; nicht gegeben, hätte Russland den<br />
chinesischen Weg der Transformation aus der kommunistischen Ideologie<br />
und Planwirtschaft Richtung Kapitalismus und Demokratie gewählt.<br />
Die 90er Jahre wären von einem<br />
autoritäreren Führungsstil im Kreml viel stärker<br />
geprägt gewesen. Aber es hätte vielleicht nicht wie jetzt<br />
im 21. Jahrhundert einen Rückschlag in Sachen Demokratie in<br />
Russland gegeben. Was ich damit sagen<br />
will ist, dass Russland uns vielleicht in den 90er Jahren eine<br />
Demokratie vorgemacht hat, die wir als Durchbruch Russlands zum<br />
Westen betrachteten, die aber in Wirklichkeit nur auf Sand gebaut<br />
war. Ich bin wirklich alles andere als<br />
ein Rassist. Aber in meinen monatlichen Reisen nach Russland in den<br />
letzten zehn bis fünfzehn Jahren stelle ich nüchtern fest,<br />
dass in einem Land wie Russland, in dem es nie Demokratie gab, das<br />
Verständnis für das, was wir als liberale Werte empfinden,<br />
in breiten Teilen der Bevölkerung nicht vorhanden<br />
ist.
</p>
<p>
<b>Deutschland als Russlands Anwalt gegenüber dem Westen </b>
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Zum<br />
Abschluss noch das Ergebnis unserer kleinen Umfrage, die wir im Chat<br />
gemacht haben: „Glauben Sie, dass sich die Nordpol-Anrainerstaaten<br />
über die Ressourcen-Ausbeute einigen werden?&quot; Nur ein Achtel<br />
glaubt daran, 86 Prozent nicht.
</p>
<p>
<b>Alexander<br />
Rahr</b>: Der Besuch von Medwedew in Deutschland am 5. Juni wird<br />
keine neue Ära der Freundschaft in den Beziehungen einleiten.<br />
Aber es ergeben sich neue Chancen einer Vertiefung der strategischen<br />
Partnerschaft. Aus meiner Sicht ist es sehr wichtig, dass die Russen<br />
Deutschland weiterhin als einen ihrer Anwälte gegenüber dem<br />
Westen betrachten. Und ich finde, dass Frau Merkel trotz ihrer<br />
zögerlichen Haltung gegenüber Russland diese Anwaltsrolle<br />
weiter spielen wird, so wie Helmut Kohl und Gerhard Schröder vor<br />
ihr. Und diese Anwaltsrolle wird es auch ermöglichen, dass<br />
letztendlich, das will ich hoffen, nicht nur ein loser Energiedialog,<br />
sondern eine feste Energieallianz zwischen der Europäischen<br />
Union und Russland entsteht.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Das<br />
waren 60 Minuten tagesschau-Chat. Mein Name ist Wolfram Leytz.<br />
Herzlichen Dank, Herr Rahr, dass Sie Zeit für die Diskussion mit<br />
den Lesern von tagesschau.de und politik-digital.de zu diesem<br />
zukunftsträchtigen Thema hatten. Das Protokoll des Chats gibt&#8217;s<br />
wie immer in Kürze auf den Websiten von tagesschau.de und<br />
politik-digital.de. Das tagesschau-Chat-Team wünscht allen noch<br />
einen schönen Abend!</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Im Norden nichts Neues</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/im-norden-nichts-neues-2716/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[sostermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Feb 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Minderheitenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Schleswig-Holstein]]></category>
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		<category><![CDATA[Dänemark]]></category>
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					<description><![CDATA[Kleine Parteien haben es schwer. Im Gerangel um die besten Plätze in den Medien und der Öffentlichkeit ziehen sie in der Regel den Kürzeren und müssen den so genannten großen Volksparteien das Spiel überlassen. Und während sich die „Big Ones“ vor den Kameras der bundesdeutschen Presse räkeln, um ihre Gesichter und Taten in die Gedächtnisse der Bürger zu brennen, bleibt den Kleinen meist nur ein Ausweg, um Öffentlichkeit herzustellen: Das Internet. Denn das Internet ist jenseits aller medialen Berichterstattung die einzige Möglichkeit, eine Vielzahl von Menschen für die eigene Sache zu gewinnen. Aber wird diese Möglichkeit auch genutzt?
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kleine Parteien haben es schwer. Im Gerangel um die besten Plätze in den Medien und der Öffentlichkeit ziehen sie in der Regel den Kürzeren und müssen den so genannten großen Volksparteien das Spiel überlassen. Und während sich die „Big Ones“ vor den Kameras der bundesdeutschen Presse räkeln, um ihre Gesichter und Taten in die Gedächtnisse der Bürger zu brennen, bleibt den Kleinen meist nur ein Ausweg, um Öffentlichkeit herzustellen: Das Internet. Denn das Internet ist jenseits aller medialen Berichterstattung die einzige Möglichkeit, eine Vielzahl von Menschen für die eigene Sache zu gewinnen. Aber wird diese Möglichkeit auch genutzt?<br />
<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Am 20. Februar ist in Schleswig-Holstein Landtagswahl und für alle, die wenigstens ab und an einen Blick in die Zeitung werfen, drängt sich der Eindruck auf, es handele sich dabei um einen Zweikampf. Ein Zweikampf der großen Namen, der Macher, der Polit-Titanen, wenn man so will. Es treten an: In der linken Ecke die Titelverteidigerin:<br />
<a href="http://www.heide-simonis.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heide Simonis</a>, Landesmutter und sozialdemokratischer Lichtblick für mehr soziale Gerechtigkeit. In der rechten Ecke der Herausforderer:<br />
<a href="http://www.peter-harry.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Peter Harry Carstensen</a>, die christdemokratische Antwort für mehr Wirtschaftswachstum. Doch tatsächlich ist das Spielfeld weitaus größer als vermittelt wird und die Mitspieler weitaus zahlreicher. Was? Sie haben noch nie was vom<br />
<a href="http://www.ssw.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Südschleswigschen Wählerverband</a> (SSW) gehört? Seien Sie beruhigt, Sie sind nicht allein.
</p>
<p>
Was man über den SSW mit Sicherheit sagen kann, ist, dass es ihm vor allem über die Landesgrenzen von Schleswig-Holstein hinaus an medialer Präsenz mangelt. Und das, obwohl er seit der letzten Landtagswahl mit drei Abgeordneten im Landesparlament vertreten ist. Was also tun? Genau, wagen wir einen Blick auf die Internetseite der Partei.
</p>
<p class="fett">
Die Minderheitenpartei
</p>
<p>
Der SSW ist, und das wird beim Lesen der Rubrik<br />
<a href="http://www.fuerunsimnorden.de/fuin/ws/sswkurz/kurzueberdenssw.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;Kurz über den SSW&quot;</a> schnell klar, die Interessenvertretung der dänischen Minderheit und der nationalen Friesen in Südschleswig. Denn in Südschleswig, dem deutschen Teil des ehemaligen dänischen Herzogtums Schleswig, leben nach Schätzungen des Landes rund 50.000 Menschen, die der dänischen Minderheit angehören und etwa ebenso viele Friesen. Schaut man sich die Geschichte des SSW seit 1945 genauer an, dann zeigt sich, dass das historisch bedingte Zugehörigkeitsgefühl zu Skandinavien mit den Jahren nicht nachgelassen hat. Zwar verfolgt der SSW nicht länger den Anschluss Südschleswigs an das Land Dänemark. Dennoch sind seine Wahlziele eindeutig von der Sympathie zum Nachbarland geprägt.
</p>
<p class="fett">
Nichts ist faul im Staate Dänemark
</p>
<p>
Dänemark ist für den SSW das große Vorbild. Alles, was man als Politiker machen muss, sollte man deshalb auf dänischem Wege tun: Die Reform des Arbeitsmarktes, des Schulwesens, die Stärkung der Bürgerrechte und auch des Parlamentarismus. Die logische Konsequenz, die sich daraus ergibt: &quot;Wer wirklich mehr nordisch inspirierte Politik in Schleswig-Holstein will, der sollte den SSW wählen.&quot; Wie genau die Reformen nach skandinavischem Vorbild aber aussehen sollen, bleibt offen. Den Blick nach Dänemark muss der Wähler also selbst wagen.
</p>
<p class="fett">
Original, aber nicht originell
</p>
<p>
&quot;Wir sind das Original &#8211; für uns im Norden&quot; lautet der Slogan des Südschleswigschen Wählerverbandes. Ein Original mag die Partei ja sein, originell &#8211; zumindest in ihrer digitalen Form &#8211; ist sie leider nicht. Wie gesagt kleine Parteien haben es schwer. Und wenn sie neben öffentlicher Aufmerksamkeit noch etwas nicht haben, dann ist es für gewöhnlich Geld. Dennoch ist der Seite das Bemühen ihrer Macher anzusehen: Der SSW hat mit seiner Online-Präsenz solide Arbeit geleistet &#8211; Übersichtlichkeit ist wohl das hervorstechendste Attribut der Seite. Für alle, die sich über die Geschichte des Südschleswigschen Wählerverbands informieren, die Kandidaten kennenlernen und das Wahlprogramm studieren möchten, ist die Seite eine gute Anlaufstation.
</p>
<p>
Dass eine Partei aber nicht nur ein abstraktes Wesen aus Wahlprogrammen und Datenansammlungen sein darf, um Wahlen zu gewinnen und Unterstützer zu finden, ist auch dem SSW bewußt. Mit zahlreichen Tools, die zur Interaktivität und Auflockerung der Seite beitragen sollen, stellt die Partei ihre Bürgernähe und Kontaktfreudigkeit unter Beweis. Neuland wird dabei allerdings nicht betreten. Zu finden sind die obligatorischen<br />
<a href="http://www.fuerunsimnorden.de/fuin/spots.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlkampfspots</a> zum Hören und Sehen, ein<br />
<a href="http://www.fuerunsimnorden.de/www/forum/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Forum</a>, in dem allerdings lediglich neun Beiträge vor sich hin dümpeln, und &#8211; ein Highlight &#8211; der<br />
<a href="http://www.fuerunsimnorden.de/fuin/sswTest/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SSW-Test</a>, mit dem man herausfinden kann, ob man im Grunde seines Herzens immer schon SSW-Wähler war und nur noch nichts davon wußte oder nicht.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Hilfe zur Selbsthilfe &#8211; kabellos am Draht zur Welt</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/wlan/netzkulturwlan_summer_convention-shtml-2696/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[onitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Aug 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WLAN]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenz]]></category>
		<category><![CDATA[strukturschwache Region]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungsland]]></category>
		<category><![CDATA[Dänemark]]></category>
		<category><![CDATA[Freies Funknetz]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationsinfrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Wireless LAN]]></category>
		<category><![CDATA[freifunk.net]]></category>
		<category><![CDATA[Ländliche Region]]></category>
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					<description><![CDATA[
                              Anfang September findet die WLAN-Konferenz der Initiative freifunk.net in Dänemark statt. Schwerpunktthema ist die Überwindung der digitalen Spaltung durch drahtlose Netzzugänge.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anfang September findet die WLAN-Konferenz der Initiative freifunk.net in Dänemark statt. Schwerpunktthema ist die Überwindung der digitalen Spaltung durch drahtlose Netzzugänge.<!--break--></p>
<p>
                              <strong><br />
                              <br />Anfang September findet die WLAN-Konferenz der Initiative freifunk.net in Dänemark statt. Schwerpunktthema ist die Überwindung der digitalen Spaltung durch drahtlose Netzzugänge.</strong>
                            </p>
<p>Auch in diesem Jahr veranstaltet die Initiative<br />
                            <a href="http://freifunk.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">freifunk.net</a> wieder eine Summer Convention, zu der WLAN-Gruppen (WLAN=drahtlose Netzzugänge) aus der ganzen Welt eingeladen sind. Die Veranstaltung, die letztes Jahr in Berlin stattgefunden hat, findet dieses Jahr am 3. und 5. September 2004 in Dänemark statt.</p>
<p>
                            <strong>Zugang durch Eigeninitiative</strong><br />
                            <br />Dort befindet sich eines der größten selbstorganisierten WLAN-Netze Europas. Gemeinsam mit der dänischen Initiative DjurslandS.net und internationalen Experten werden Praxis-Konzepte zur Überwindung der sogenannten „digitalen Spaltung“ für strukturschwache städtische und ländliche Regionen vorgestellt. Im Mittelpunkt stehe dabei erfolgreiche Strategien für gemeinschaftlich betriebene drahtlose Computernetze (wireless community networks). „In diesem Jahr wollen wir vor allem zeigen, wie mitten in Europa in einer Region mit über 80&#8217;000 Menschen ohne Breitbandinternetanschluss durch Eigeninitiative eines der größten und erfolgreichsten Community-Projekte entstanden ist“, sagt Jürgen Neumann, Pressesprecher bei freifunk.net (<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/wlan_interview_neumann.shtml">Interview</a> mit Neumann). Auf einer Fläche von über 82&#8217;000 qkm seien in Eigeninitiave über 100 Masten installiert worden, über die mittlerweile mehr als 1500 Haushalte per WLAN einen Zugang zum Internet mit symmetrischen 1-2 MBit erhalten haben.</p>
<p>
                            <strong>Einladung an die Politik</strong><br />
                            <br />Die diesjährige Veranstaltung wendet sich insbesondere an Menschen aus strukturschwachen Regionen mit geringer technischer Vorbildung. Zielgruppe sind auch Politiker: „Wir möchten Politikerinnen und Politiker einladen, sich einmal aus der Nähe anzusehen, was digitale Spaltung bedeutet und was sie gemeinsam mit der Bevölkerung dagegen unternehmen können“, sagt Neumann.</p>
<p>Im Rahmen des Projekts „wireless4development“ wird über Chancen von WLAN in Entwicklungsländern gesprochen. Zugesagt haben beispielsweise:<br />
                            <br />Champaign-Urbana Community Wireless Network (CUWiN) &#8211; USA<br />
                            <br />DakNet and First Mile Solutions &#8211; Cambodia<br />
                            <br />Digital Gangetic Plains &#8211; India<br />
                            <br />ESMT (L&#8217;Ecole Supérieure Multinationale des Télécommunications) &#8211; Senegal<br />
                            <br />Geekcorps – Mali</p>
<p>Darüber hinaus findet im Anschluss an die Konferenz ein fünftägiger Workshop statt, der Interessierte vor Ort konkret beim Aufbau ihrer Netze unterstützen will. Die<br />
                            <a href="http://www.freifunk.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Veranstalter</a> erwarten mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 30 Nationen. politik-digital.de ist wieder Medienpartner der Konferenz.</p>
<p>
                            <strong>Terminhinweis:</strong> Die freifunk Summer Convention 2004 findet vom 3. September in Dänemark statt. Mehr Infos<br />
                            <strong><br />
                              <a href="http://www.freifunk.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a><br />
                            </strong>. politik-digital.de ist offizieller Medienpartner.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>European E-City-Award</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-international-ecityaward-shtml-2641/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-international-ecityaward-shtml-2641/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[awegscheider]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Sep 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am 5. September wurden in Wien die Sieger des European E-City Awards bekannt gegeben. Gesamtsieger ist Kopenhagen. Berlin ging als Sieger in der Kategorie "Unternehmen" hervor.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 5. September wurden in Wien die Sieger des European E-City Awards bekannt gegeben. Gesamtsieger ist Kopenhagen. Berlin ging als Sieger in der Kategorie &#8220;Unternehmen&#8221; hervor.<!--break-->
                    </p>
<p>Die Europäische Benchmark-Studie untersuchte die Portale europäischer Großstädte hinsichtlich ihres Informationswertes für die Kernzielgruppen Bürger, Unternehmen und Touristen. In den drei Einzelkategorien wurden am 5. September jeweils drei Sieger bekannt gegeben. Als Gesamtsieger über alle Kategorien wurde Kopenhagen ermittelt. Insgesamt zeigt sich, dass die dänischen Städte besonders erfolgreich im Internet vertreten sind. Alle drei in der Studie untersuchten dänischen Städte sind in einer oder in mehreren Kategorien in den Top 10 Listen vertreten. Auch Schweden und Finnland schnitten in der Vorbewertung gut ab. „Das gute Abschneiden der skandinavischen Städte spiegelt den hohen Internet-Durchdringungsgrad in diesen Ländern wieder“, so Stefan Eckart von der Initiative European E-City Award. In der Studie seien überraschend deutliche Qualitätsunterschiede unter den Haupt- und Großstädten Europas festgestellt worden, meint Eckart.</p>
<p>
                      <strong>Mit 7 Top-10 rankings ist Deutschland gut vertreten</strong>
                    </p>
<p>Auch die deutschen Städte schnitten gut ab. Deutschland ist insgesamt mit 7 von 20 untersuchten Städten in den Top 10-Listen der einzelnen Kategorien vertreten. Mit<br />
                    <a href="http://www.berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.berlin.de</a> konnte die Hauptstadt den Wettbewerb in der Kernzielgruppe „Unternehmen“ für sich entscheiden. www.berlin.de setzte sich mit einem klar strukturierten und ausführlichen Informationsangebot für ansiedelungswillige Firmen und Investoren durch“, heißt es seitens der Initiative European eCity-award.</p>
<p>Berlin.de wird verantwortet von der Berlin.de new media GmbH &amp; Co. KG, einer hundertprozentigen Tochter der BerlinOnline Stadtportal GmbH &amp; Co. KG, einem Gemeinschaftsunternehmen von<br />
                    <a href="http://www.guj.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gruner + Jahr</a> , der<br />
                    <a href="http://www.bankgesellschaft.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bankgesellschaft Berlin</a> und der<br />
                    <a href="http://www.berliner-volksbank.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner Volksbank</a>. Besonderes Lob fanden das zentrale Firmenverzeichnis, die städtischen Wirtschaftsnachrichten und die Existenzgründungsberatung. Auch andere deutsche Städte wurde ausgezeichnet. Hamburg erreichte Platz 2 in der Kategorie „Touristen“, in der auf Platz 3 Berlin ein weiteres mal punkten konnte. Stuttgart war schon in der<br />
                    <a href="/egovernment/studien/etown1.shtml">e-Town Studie von politik-digital</a> und der Initiative D1 zur besten Stadt im Bereich eDemocracy gekürt worden. Nun konnte die Stadt auch im europäischen Vergleich mit Bürgerfreundlichkeit punkten und erreichte Platz 3 in der Kategorie „Bürger.“<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 11.09.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
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