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	<title>Dagmar Wöhrl &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Dagmar Wöhrl &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Eine Steuerreform auf Pump lehne ich ab.&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[nhaenel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Sep 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Subventionsabbau]]></category>
		<category><![CDATA[Dagmar Wöhrl]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
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		<category><![CDATA[Euro-Stabilitätspakt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/dwoehrl.jpg" alt="Dagmar Wöhrl" align="left" border="0" height="90" width="74" /></b> 
<span style="color: #000000"><b><b>Dagmar Wöhrl, wirtschaftspolitische 
Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, am 24. September 2003 zu Gast 
im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/dwoehrl.jpg" alt="Dagmar Wöhrl" align="left" border="0" height="90" width="74" /></b><br />
<span style="color: #000000"><b><b>Dagmar Wöhrl, wirtschaftspolitische<br />
Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, am 24. September 2003 zu Gast<br />
im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Politik-Interessierte, herzlich willkommen im tacheles.02-Chat.<br />
Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
und wird unterstützt von tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de.<br />
Heute ist die wirtschaftspolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag,<br />
Dagmar Wöhrl (CSU), zum Chat ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Kann<br />
es losgehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Ja</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Der Fraktionsvize Friedrich Merz hat mit seinem Rückzug vom Rückzug<br />
für viel Aufregung in der Unionsfraktion gesorgt. Nun streiten sich<br />
die Geister. Hat er damit Angela Merkels Position gestärkt oder geschwächt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Also, Angela Merkel hat gestern ein sehr gutes Ergebnis bekommen bei ihrer<br />
Wahl zur Fraktionsvorsitzenden der Union, so dass es keinesfalls zu einer<br />
Schwächung gekommen ist. Wir sind froh, dass sich Herr Merz gestern<br />
wieder zur Wahl als Fraktions-Vize gestellt hat, denn er ist einer der<br />
fähigsten Wirtschafts- und Finanzpolitiker der Union.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ehrich</b>:<br />
Was waren die Motive des Zickzack-Kurses von Friedrich Merz vor der Wahl<br />
zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Er hat seine Kritik an der Gesundheitsreform zum Ausdruck gebracht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Lassie</b>:<br />
Merz, mit dem schlechtesten Ergebnis aller Stellvertreter, hat einen Denkzettel<br />
verpasst bekommen. Er verteidigt sich, dass er in der Sache ein Thema<br />
angesprochen habe, &quot;bei dem viele Kolleginnen und Kollegen mit mir<br />
einer Meinung sind, sowohl vom Verfahren wie vom Inhalt. Diese Gesundheitsreform<br />
ist für uns eine schwere Entscheidung.&quot; Auch für Sie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Dass wir alle nicht glücklich sind, über diese Gesundheitsreform,<br />
kann man, glaube ich, verstehen. Wichtig wäre eine große Strukturreform<br />
gewesen, aber wenn man einen Konsens finden will, müssen natürlich<br />
auch Abstriche gemacht werden. Wenn wir an der Regierung gewesen wären,<br />
hätte eine Gesundheitsreform anders ausgesehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Wie werden Sie im Bundestag abstimmen? Mit Ja oder Nein?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Ich werde mit Ja abstimmen. Aber auch in dem Wissen, dass es nicht das<br />
Ende einer Gesundheitsreform ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernie</b>:<br />
Gemeindefinanzreform: Auf welcher Seite stehen sie? Auf der Seite des<br />
Städtetages oder stimmen sie dem BDI (die Gewerbesteuer abzuschaffen)<br />
zu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Nach meiner Auffassung entspricht keiner der beiden Vorschläge einer<br />
richtigen Gemeindefinanzreform. Es müssen nochmals neue Vorschläge<br />
erarbeitet werden. Da die Gemeinden und Städte jedoch mit dem Rücken<br />
an der Wand stehen, hat die Union einen Sofortprogramm-Antrag eingebracht,<br />
wonach den Kommunen auf ein Jahr befristet der Umsatzsteueranteil erhöht<br />
werden soll und die von Rot-Grün erhöhte Gewerbesteuerumlage<br />
von 28 auf 20 Prozent zurückgenommen werden soll. Ich bin ein absoluter<br />
Gegner davon, ertragsunabhängige Elemente wie auch Mieten, Leasingraten<br />
und Zinsen in die Berechnung mit aufzunehmen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Die Klagen der Kommunen werden immer &quot;lauter&quot; &#8211; trotzdem scheinen<br />
Sie keine richtig &quot;Lobby&quot; in der Bundespolitik zu haben oder<br />
täuscht der Eindruck?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Die größten Lobbyisten bei der Gemeindefinanzreform sind die<br />
Politiker selbst, da sehr viele früher in der Kommunalpolitik tätig<br />
gewesen sind und die Beschwerden der Bürger in ihren Wahlkreisen<br />
über Schließungen von Schwimmbädern, Schulbüchereien,<br />
usw. hautnah mitbekommen. Auch ich komme aus der Kommunalpolitik und kann<br />
so meine Erfahrungen aus dieser Zeit mit einbringen. Eigentlich sollte<br />
jeder Bundespolitiker vorher in der Kommunalpolitik tätig gewesen<br />
sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Kohler</b>:<br />
Welche anderen Subventionen sollen abgebaut werden? Was werden Koch und<br />
Steinbrück am kommenden Dienstag vorstellen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Also: Was wissen Sie schon?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Also, ich weiß noch nichts genaues, aber ich gehe davon aus, dass<br />
eine Pauschalenkürzung von 10 % über 3 Jahre vorgeschlagen wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hugo_Boss</b>:<br />
Die Kürzung der Pendlerpauschale ist im Haushaltsbegleitgesetz 2004<br />
Teil eines umfassenden Subventionsabbaus. Sind Sie gegen die Kürzung<br />
der Entfernungs-Pauschale für Berufspendler auf 15 Cent?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Die Entfernungspauschale ist für ein Flächenland wie Bayern<br />
eine wichtige Angelegenheit, deswegen bin ich nicht für diese Kürzung.<br />
Außerdem muss man sehen, dass diese Entfernungspauschale von Rot-Grün<br />
als Kompensation für die Erhöhung der Ökosteuer eingeführt<br />
worden ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Damit stellt sich die Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Lacoste</b>:<br />
Hat die Kürzung der Pendlerpauschale im Bundesrat eine Chance?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Ich glaube nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Maja</b>:<br />
Aber ökologisch ist es doch sinnvoll, wenn Pendler den ÖPNV<br />
benutzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Sicher ist es sinnvoll, aber in vielen Gegenden gibt es keine Angebot<br />
des öffentlichen Personen-Nahverkehrs.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>petermann25</b>:<br />
Sie sagen, dass ein „Befreiungsschlag“ auf dem Arbeitsmarkt<br />
nötig ist. Aber wie genau sieht denn so ein Befreiungsschlag aus?<br />
Wie sollen neue Arbeitsplätze finanziert werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Wichtig ist, dass unsere Betriebe wieder mehr Luft zum Atmen bekommen.<br />
Arbeitsplätze werden nun mal von Unternehmern geschaffen. Leider<br />
ist die wirtschaftliche Lage unseres Standortes zur Zeit nicht gerade<br />
rosig. Unternehmer sind verunsichert. Sie wissen nicht, was auf sie zukommt.<br />
Nicht nur hinsichtlich ihrer Auftragslage, sondern auch vor allem hinsichtlich<br />
der Gesetzgebung der Regierung. Diese äußert sich in einem<br />
Hü und Hott und lässt jegliches Gesamtkonzept vermissen. Nicht<br />
alles kostet Geld, was von der Regierung auf den Weg gebracht werden müsste.<br />
Einer der wichtigsten Punkte wäre eine Flexibilisierung des Arbeitsmarktes.<br />
Als Beispiel will ich hier erwähnen: betriebliche Bündnisse<br />
für Arbeit in den Betrieben oder z.B. das Kündigungsschutzgesetz.<br />
In unserem Antrag des Arbeitsmarktmodernisierungsgesetzes der Union sind<br />
viele Forderungen enthalten von Wiedereinführung des alten Teilzeitgesetzes<br />
bis hin von Einstellungen von Mitarbeitern während der Probezeit<br />
unter Tarif. Ein ganz wichtiger Punkt ist unser Ziel, die Lohnnebenkosten<br />
zu senken. Leider geht die Schere zwischen brutto und netto immer weiter<br />
auseinander und die Menschen haben netto immer weniger Geld in der Tasche.<br />
Vor allem der personalintensive Mittelstand, der sowieso schon unter einer<br />
geringen Eigenkapitalquote zu leiden hat, ist besonders stark davon betroffen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Paris</b>:<br />
Reformen a la Stoiber heißt aber auch, Pleiten wie Kirch hinzunehmen?<br />
Herr Stoiber ist da nicht besser als Herr Clement in NRW!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Pumuckl</b>:<br />
Aber ist das nicht auch das Erbe der langen Kohlregierung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Dass auch während unserer Regierungszeit Fehler gemacht worden sind,<br />
wird, glaube ich, niemand bestreiten. Als Beispiel kann man hier das Frühverrentungsgesetz<br />
nennen, womit sich viele Unternehmen auf Kosten des Staates von älteren<br />
Mitarbeitern getrennt haben, ohne im Gegenzug, wie mit dem Gesetz angedacht,<br />
Arbeitsplätze mit jüngeren Mitarbeitern zu schaffen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Resterampe</b>:<br />
Wie viel Wachstum brauchen wir wirklich, um am Arbeitsmarkt Effekte zu<br />
erzielen, die auch die vielen schlecht ausgebildeten Arbeitslosen miteinbeziehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Man geht davon aus, dass wir in Deutschland mindestens ein Wachstum von<br />
2,0 % benötigen, um zu einem Beschäftigungszuwachs zu kommen.<br />
Andere Staaten benötigen ein viel geringeres Wachstum, die USA z.B.<br />
nur 0,7 %. Das zeigt, dass wir kein konjunkturelles Problem haben, sondern<br />
ein strukturelles. Mit großer Sorge habe ich letzte Woche vom IWF<br />
vernommen, dass Deutschland dieses Jahr das einzige Land in der Welt mit<br />
Null Wachstum sein wird. Ein Abbau unserer Arbeitslosigkeit scheint somit<br />
in weite Ferne gerückt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Das klingt ziemlich hoffnungslos: 2% Wachstum, dann erst tut sich was.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Deswegen ist es notwendig, Mut zu haben und Strukturreformen anzugehen.<br />
Früher hat man immer gesagt, wir haben kein Erkenntnisproblem in<br />
der Politik, sondern wir haben ein Umsetzungsproblem. Ich sehe es inzwischen<br />
anders: Nämlich, dass wir ein Erkenntnisproblem haben, dass unsere<br />
jetzigen Strukturen wie z.B. unsere sozialen Sicherungssysteme in der<br />
bestehenden Form keine Zukunft mehr haben; aufgrund immer geringeren Beschäftigungszahlen<br />
und immer höherer Lebenserwartung der Menschen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>TollSammler</b>:<br />
Die Gegenfinanzierung der vorgezogenen Steuerreform durch Kredite: ist<br />
das sinnvoll?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Zug</b>:<br />
Soll die Nachfrage der Konsumenten gestärkt werden, dann ist doch<br />
Eichel auf dem richtigen Weg: Wie würden sie die Bürger netto<br />
besser stellen, ohne mehr Schulden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Eine Steuerreform auf Pump lehne ich ab. Vergessen wird in der ganzen<br />
Diskussion, dass die Steuerreform schon vom Mittelstand durch Abschreibungsverschlechterungen<br />
vorfinanziert wurde. Für mich ist das ein populistischer Vorschlag,<br />
da es für die Länder und die Kommunen unmöglich ist, das<br />
benötigte Finanzvolumen in Milliardenhöhe aufzubringen. Ein<br />
ganz großes Problem ist die Schwäche unserer Binnenkonjunktur,<br />
die auch auf eine starke Konsumzurückhaltung zurückzuführen<br />
ist. Die Menschen sind verunsichert. Sie wissen bei dieser Regierung nicht<br />
woran sie sind, viele haben Angst um ihren Arbeitsplatz, viele um ihre<br />
Altersversorgung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Kohler</b>:<br />
Müssen Schröder und Eichel die Stabilitätskriterien der<br />
EU einhalten oder würden sie die auch flexibel auslegen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Ich bin ein strikter Befürworter des Stabilitätspaktes. Deutschland<br />
hat unter Finanzminister Theo Waigl mit viel Mühe den Stabilitätspakt<br />
bei den anderen Mitgliedsländern der EU durchgesetzt. Ein Aufweichen<br />
des Paktes hätte schwerwiegende Folgen für den Euro. Deutschland<br />
wird unter Eichel nächstes Jahr das dritte Mal in Folge das Defizitkriterium<br />
von 3 % bei weitem überschreiten, so dass mit Strafzahlungen in Höhe<br />
von 10 Milliarden Euro an die Europäische Union zu rechnen ist. Wir<br />
können nur hoffen, dass die unsolide Haushaltspolitik Deutschlands<br />
in Europa keine Schule macht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Noch mal zu den Subventionen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Oioi</b>:<br />
Subventionen abbauen, da fällt mir die Landwirtschaft als erstes<br />
ein. Ihnen auch?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rwqrw</b>:<br />
Warum nicht endlich die Subventionen für Bauern und Häuslebauer<br />
abschaffen? Weil das ihre Wähler sind?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Es ist dringend notwendig, an die Subventionen heranzugehen. Dennoch bin<br />
ich der Auffassung, dass man zwischen strukturerhaltenden und investitionsfördernden<br />
Subventionen unterscheiden muss. Wissen muss man, dass die deutsche Landwirtschaft<br />
mit viel höheren Umwelt- und Tierschutzauflagen zu leben hat. Nichtsdestoweniger<br />
war die deutsche Landwirtschaft bereit, im Rahmen des EU-Abkommens mit<br />
der USA zur Agrarreform Subventionskürzungen hinzunehmen. Wichtig<br />
ist eine Diskussion: Wie sollen zukünftig Subventionen vergeben werden?<br />
Subventionen werden immer irgendwann notwendig sein, aber sie müssen<br />
von Anfang an befristet sein und nicht zur Dauereinrichtung werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Ein ganz anderes &#8211; berechtigtes &#8211; Subventionsthema:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gerri</b>:<br />
Wie sieht es denn aus mit Subventionen für Kunst und Kultur? Das<br />
sind keine Gebiete, mit denen kurzfristig Geld verdient werden kann, trotzdem<br />
erscheinen sie mir förderungswürdig.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Die Frage stellt sich vor allem angesichts der Finanzlage der Kommunen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Also ich setze hier sehr stark auf privates Engagement, vor allem der<br />
Unternehmen. Auch die IHK’s haben in diesem Zusammenhang schon einige<br />
Kulturstiftungen ins Leben gerufen, die sich durch Spenden von Unternehmen<br />
finanzieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Markus</b>:<br />
Frau Wöhrl, hätten Sie nicht Lust, den Merz zu beerben? Schon<br />
mal mit Frau Merkel darüber gesprochen? Oder darf das nur ein CDU’ler<br />
machen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Ich glaube, dass sich diese Frage nicht stellt. Ich bin froh, mit Herrn<br />
Merz zusammen zu arbeiten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Leser/innen und Fragende, die Stunde ist vorbei, vielen Dank für<br />
Ihr Interesse und die Fragen. Vielen Dank, Frau Wöhrl, dass Sie sich<br />
die Zeit genommen haben. Ein Terminhinweis noch: Am kommenden Dienstag,<br />
30.9.2003 ist Anna Lührmann voraussichtlich von 17.30 bis 18.30 Uhr<br />
bei uns Gast im ARD-Hauptstadtstudio. Die Grünen-Politikerin ist<br />
die jüngste Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Alle Chat-Transkripte<br />
finden Sie wie immer auf den Seiten der Veranstalter. Das tacheles.02-Team<br />
wünscht noch einen schönen Nachmittag und Abend.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dagmar Wöhrl</b>:<br />
Tschüß, bis vielleicht bald wieder einmal hier bei tacheles02.</span></p>
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