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	<title>DaimlerChrysler &#8211; politik-digital</title>
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	<title>DaimlerChrysler &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Umweltschonender Fahrspaß ist das Ziel</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/umweltschonender-fahrspass-ist-das-ziel-3614/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[abackhaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Sep 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Weber]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltschutz]]></category>
		<category><![CDATA[tagesschau.de]]></category>
		<category><![CDATA[CO2]]></category>
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		<category><![CDATA[Hybrid-Antrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Mercedes]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Am Dienstag, 18. September, war Dr. Thomas Weber, Vorstandsmitglied der DaimlerChrysler AG und verantwortlich für die Konzernforschung und Entwicklung der Mercedes Car Group, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Am Dienstag, 18. September, war Dr. Thomas Weber, Vorstandsmitglied der DaimlerChrysler AG und verantwortlich für die Konzernforschung und Entwicklung der Mercedes Car Group, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herzlich Willkommen im tagesschau-Chat!<br />
Unser Gast ist heute in Sindelfingen DaimlerChrysler-Vorstand Dr.<br />
Thomas Weber. Er ist zuständig für die Konzernforschung<br />
und die Entwicklung bei der Mercedes Car Group. Wie sieht die Zukunft<br />
des Autos aus? Reicht es, Fahrzeuge zu bauen, die weniger CO²<br />
produzieren? Welche Szenarios hat DaimlerChrysler für die Autowelt<br />
in 20 Jahren? Forschung und Entwicklung dürften in klimakritischen<br />
Zeiten für einen Autokonzern wichtiger sein als je zuvor &#8211;<br />
herzlichen Dank, Herr Weber, dass Sie Zeit für den tagesschau-Chat<br />
gefunden haben! Moderiert wird aus dem ARD-Hauptstadtstudio. Daher<br />
die Frage nach Sindelfingen: Herr Weber, können wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Thomas Weber:</b> Jawohl, ich freue mich drauf und<br />
herzlich willkommen an alle Technikinteressierten. 
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/tweber_85x.jpg" alt="Dr. Thomas Weber" height="120" width="85" /><br />
<i>Dr. Thomas Weber</i><br />
<i>DaimlerChrysler-Vorstand</i>
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Beginnen wir damit:
</p>
<p>
<b>cphilips:</b> Wie stark ist das Bemühen der Entwicklungsabteilung,<br />
nachhaltige und langlebige Autos zu bauen? Das wäre zwar umweltfreundlich,<br />
würde aber die Absatzzahlen langfristig schwächen. Wie<br />
wird mit diesem Konflikt umgegangen? </p>
<p><b>Thomas Weber:</b> Sie sprechen ein wichtiges Thema<br />
an: Wir haben in Frankfurt hierzu eine große Präsentation<br />
vorbereitet, die deutlich zeigt, dass wir uns mit der Frage der<br />
Zukunft der Mobilität beschäftigen. Mit 19 besonders umweltfreundlichen<br />
Fahrzeugen zeigen wir, wie wir uns die Zukunft der Mobilität<br />
vorstellen. Wir haben große Aktivität vor uns, das ist<br />
eine Kraftanstrengung. Wir glauben aber, dass wenn wir das gut machen<br />
und wir gute Ergebnisse abliefern, werden wir unsere Wettbewerbsfähigkeit<br />
auch auf den internationalen Märkten verbessern können.<br />
Nicht zuletzt durch die laufende Umweltdiskussion ist die Nachfrage<br />
nach umweltverträglichen Produkten stark angestiegen. Wir fühlen<br />
uns auf diesen neuen Trend, den wir insbesondere in Europa sehen,<br />
sehr gut vorbereitet.
</p>
<p>
<b>Gideon M.:</b> Was würde bzw. könnte geschehen,<br />
wenn es DaimlerChrysler nicht schafft, verbrauchsärmere Fahrzeuge<br />
herzustellen?
</p>
<p>
<b>Thomas Weber:</b> In der aktuellen Diskussion würden<br />
wir in einzelnen Regionen des Weltmarkts sicher damit unsere Wettbewerbsfähigkeit<br />
massiv gefährden. Ich denke hier insbesondere an Europa. Und<br />
deswegen ist es für uns auch gar keine Frage, auf eine solche<br />
Situation nicht entsprechend zu reagieren. Wir haben bereits vor<br />
einigen Jahren die Weichen ganz klar gestellt in Richtung zukunftsweisender<br />
Antriebe, mit denen wir in der Lage sind, die weltweit strengsten<br />
Verbrauchs- und Emissionsgesetze zu erfüllen. </p>
<p><b>Moderator: </b>Aus Ihrer Antwort entnehme ich, dass<br />
der Umweltschutz in anderen Region der Welt diese Bedeutung noch<br />
nicht hat. Wie schätzen Sie die Entwicklung dort ein?</p>
<p><b>Thomas Weber:</b> Sie haben völlig Recht, die<br />
Diskussion zu Umweltfragen ist regional sehr unterschiedlich. Während<br />
wir in Saudi-Arabien keine Diskussion über den Verbrauch von<br />
Fahrzeugen haben, erkennen wir aber schon, dass selbst in Amerika<br />
in nur ganz wenigen Monaten sich die öffentliche Diskussion<br />
völlig verändert hat. Spritsparende Fahrzeuge werden deutlich<br />
mehr nachgefragt, der steigende Kraftstoffpreis und damit die wirtschaftliche<br />
Auswirkung auf den Kunden tut ein Übriges dazu, dass sich in<br />
wenigen Jahren die Diskussion völlig verändert hat. In<br />
Asien wird durch die extreme Zunahme des Verkehrs und durch die<br />
dadurch verursachte starke Luftverschmutzung in den großen<br />
Ballungszentren die Diskussion auch anders geführt. Das zeigt<br />
nicht zuletzt Peking mit den Vorbereitungen auf die Olympiade nächstes<br />
Jahr mit weitreichenden Maßnahmen bis hin zu Fahrverboten<br />
um saubere Luft zu garantieren. Europa ist sicher in der Diskussion<br />
an der Spitze, die anderen Länder werden aber schnell folgen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Dann hat sich diese Frage erledigt?</p>
<p><b>KaiJ:</b> Ist es überhaupt notwendig in die Entwicklung<br />
von verbrauchsärmeren und umweltfreundlichen Autos zu investieren,<br />
wenn in China, den USA und Mexiko weiterhin viele „Spritschlucker“<br />
fahren? Was tut DaimlerChrysler, um auch auf diesen Märkten<br />
das Umweltbewusstsein zu wecken? </p>
<p><b>Thomas Weber:</b> Wir glauben, dass wir massiv in diese<br />
Technologie investieren müssen, nicht zuletzt weil die Energieressourcen<br />
begrenzt sind. Wir sind als Konzern in all diesen Ländern aktiv<br />
und beteiligen uns an der politischen Diskussion, rechtzeitig die<br />
Voraussetzungen zu schaffen, dass auch in diesen Ländern moderne<br />
Technologien eingesetzt werden können, die den Verbrauch reduzieren.</p>
<p><b>Alfred:</b> Wie kam es Ihrer Meinung nach dazu, dass<br />
gerade in einem Land wie der BRD, in dem Umweltschutz seit den 1980-er<br />
Jahren propagiert wurde, die Japaner in alternativen Antriebstechniken<br />
den deutschen Automobilbauern voran sind? Wie konnte es geschehen,<br />
die Weiterentwicklung der Hybridtechnologie so lange zu vernachlässigen?<br />
In einem Land, in dem die meisten Premium-Fahrzeuge der Welt hergestellt<br />
werden?
</p>
<p>
<b>Thomas Weber:</b> Interessante Fragestellung. Wir<br />
haben in unseren Forschungs- und Entwicklungslabors viele Hybridfahrzeuge<br />
gebaut und sie unter realen Bedingungen getestet und dabei immer<br />
wieder festgestellt, dass sie nur unter ganz spezifischen Bedingungen<br />
Vorteile gegenüber dem modernen Diesel bieten, z.B. dem Stop-and-go-Betrieb.<br />
Aufgrund der inzwischen eingetretenen technischen Entwicklung insbesondere<br />
auf der Batterieseite ist die Zeit heute reif, speziell für<br />
diese spezifischen Bedingungen unseren Kunden eine Produktpalette<br />
anzubieten, die eine Hybridoption als eine Wahlmöglichkeit<br />
vorsieht. Dieses Konzept haben wir in Frankfurt vorgestellt und<br />
sind damit gut aufgestellt im Wettbewerbsumfeld. Sicher besser als<br />
mit einem einzelnen, sehr spezifisch gestalteten Auto, wie es einzelne<br />
Wettbewerber schon früher vorgestellt haben, das sehr spezifisch<br />
Umweltbewusstsein adressiert und dabei andere Eigenschaften wie<br />
z.B. den Fahrspaß und Komfort vernachlässigt. </p>
<p><b>dsvere:</b> Die deutschen Hersteller sagen, dass e-Hybrid<br />
noch kein richtiges Thema ist, weil die Batterien noch nicht so<br />
weit sind &#8211; das Ausland sieht es offensichtlich anders. Wann gibt<br />
es deutsche taugliche Batterien?
</p>
<p>
<b>Thomas Weber:</b> Das Thema Batterien ist sicher DIE<br />
Schlüsseltechnologie für die sinnvolle Anwendung des Elektroantriebs<br />
in Form von Hybridkonzepten im Fahrzeug. Weltweit ist hier noch<br />
ein großer Nachholbedarf. Alle heutigen Hybridfahrzeuge, die<br />
bekannt sind, basieren auf der Nickel-Metall-Hydrid-Technologie,<br />
die bezogen auf viele technische Eigenschaften nicht wirklich optimal<br />
ist. Insbesondere kann nur bedingt wirklich elektrisch gefahren<br />
werden. Die Zukunft liegt in der Lithium-Ionen-Batterie-Technologie,<br />
die von MercedesBenz 2009 als erster serienmäßig in einem<br />
Hybridfahrzeug angeboten werden wird. Wir werden uns massiv darum<br />
kümmern, dass diese Zukunftstechnologie aus Deutschland heraus<br />
entwickelt wird.
</p>
<p>
<b>Gee:</b> Wie sieht es denn mit Solarautos aus? Solarzellen<br />
würden das Gewicht einer Batterie sparen.</p>
<p><b>Thomas Weber:</b> Wir haben dieses Thema immer wieder<br />
detailliert untersucht. Es gibt auch Anwendungen, z.B. Solarzellen<br />
auf dem Dach eines Autos, die genutzt werden können zur Stromerzeugung,<br />
beispielsweise zur Kühlung des Autos. In Summe ist eine breitere<br />
Anwendung bis heute gescheitert an den hohen spezifischen Kosten<br />
und den relativ geringen Wirkungsgraden solcher technologischen<br />
Anwendungen. Trotzdem werden wir die Entwicklung der Solartechnologie<br />
verfolgen als eine Möglichkeit, regenerativ Strom zu erzeugen,<br />
was für zukünftige Anwendungen auch in der Mobilität<br />
durchaus Sinn machen kann.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachfrage in Sachen Batterie: Sie haben<br />
gesagt, das ist eine Schlüsseltechnologie: Wer liegt da vorn?<br />
Wer kämpft (forscht) da gegen wen?</p>
<p><b>Thomas Weber:</b> Ich denke, hier gibt es mehrere Lager.<br />
Ganz eindeutig forcieren die japanischen Automobilhersteller mit<br />
japanischen Zulieferern diese Technologie, stark auch getrieben<br />
von Erfolgen der Batterieentwicklung aus dem Sektor Handys/Laptops.<br />
Parallel dazu werden in den USA, aber auch in Europa im Moment Kräfte<br />
gebündelt derer, die von der Batterietechnologie heute etwas<br />
verstehen. Diese Bewegung steht aber noch ganz am Anfang. Wir rufen<br />
daher alle weltweit kompetenten Zulieferfirmen auf, sich an diesem<br />
Innovationswettbewerb zu beteiligen. Wir selbst werden unsere Forschungsergebnisse<br />
und Patente in solche Kooperationen gerne mit einbringen, um dieser<br />
Zukunftstechnologie zum Durchbruch zu verhelfen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zweimal zum gleichen Thema:
</p>
<p>
<b>Moonfruit:</b> Stichwort Wettbewerbsfähigkeit.<br />
Gehen die Forschungen und die Umsetzung bezüglich der die Umwelt<br />
schonenden Technologien zu Lasten des Geldbeutels ihrer Kunden?
</p>
<p>
<b>psn:</b> Wenn wir davon ausgehen, dass der Hybridmotor<br />
sich bei deutschen Autobauern durchsetzen wird, wie wird sich diese<br />
Technik auf den Fahrzeugpreis auswirken?
</p>
<p>
<b>Thomas Weber:</b> All das, was wir derzeit an zusätzlicher<br />
Technik entwickeln und ins Auto bringen, um die Fahrzeuge noch verbrauchsärmer<br />
und umweltfreundlicher zu gestalten, kostet viel Geld. Unser Ziel<br />
ist es, durch Standardisierung und effiziente Prozesse dies so kostengünstig<br />
wie möglich zu machen. Parallel dazu versuchen wir, ein Gesamtpaket<br />
zu schnüren, so dass der Kunde außer Spritsparen und<br />
sauber fahren auch zukünftig das emotionale Fahrerlebnis hat.<br />
Dafür wird er auch bereit sein, etwas mehr zu bezahlen. Die<br />
Kunst wird sein, den Einstieg zu schaffen, wo wir sicher sehr viel<br />
mehr Kosten haben, als wir auf der Erlösseite zurückbekommen.<br />
Dies ist aber eine sinnvolle Investition in die Zukunft und wird<br />
sich langfristig für uns auszahlen.</p>
<p><b>der Siamese:</b> Wie sieht es mit der Zusammenarbeit<br />
mit BMW, VW und General Motors in Sachen Hybrid oder Dieselmotorenentwicklung<br />
aus?
</p>
<p>
<b>Thomas Weber:</b> Kooperationen auf allen Feldern<br />
der Zukunftstechnologie sind sinnvoll. Mit GM und BMW entwickeln<br />
wir gemeinsam in Troy (Michigan, USA) ein so genanntes 2Mode-Hybridsystem,<br />
das 2009 in der M-Klasse in Serie geht. Mit BMW entwickeln wir auch<br />
ein Hybridkonzept, das speziell für heckangetriebene Fahrzeuge<br />
insbesondere die Stop-and-go-Funktionalität und Rekuberationsmöglichkeiten<br />
bietet und damit hilft, Kraftstoff zu sparen. Mit Ford und Ballard<br />
in Kanada entwickeln wir den Brennstoffzellenantrieb, der uns emissionsfreies<br />
Fahren ermöglichen wird. In Summe wollen wir durch solche Entwicklungspartnerschaften<br />
Know-how bündeln, Ressourcen sparen und damit unseren Kunden<br />
eine Zukunftslösung schneller und kostengünstiger zur<br />
Verfügung stellen.
</p>
<p>
<b>RALF1979:</b> Warum setzen die Automobilhersteller<br />
nicht mehr auf den Einsatz von gasbetriebenen Fahrzeugen? Diese<br />
sind kostenseitig sehr attraktiv und stoßen zudem weniger<br />
CO2 aus.</p>
<p><b>Thomas Weber:</b> Sie haben Recht, diese Technologie<br />
hat Zukunftschancen. Mit das größte Problem war über<br />
viele Jahre die mangelnde Infrastruktur, das heißt, es waren<br />
schlicht zu wenig Tankstellen z.B. in Europa verfügbar, um<br />
sicher mit einem reinen Gasfahrzeug überall hinfahren zu können.<br />
Wir haben sowohl im Pkw-Bereich mit unserer E-Klasse ein so genanntes<br />
bivalentes Fahrzeug im Programm, das über mehrere hundert Kilometer<br />
rein mit Erdgas fahren kann und zusätzlich den normalen Verbrennungsmotor<br />
an Bord hat und damit kombiniert 1000 Kilometer fahren kann. Eine<br />
sehr wirtschaftliche und umweltschonende Zukunftstechnologie. Wir<br />
werden deswegen nächstes Jahr ein weiteres Gasfahrzeug in Serie<br />
bringen, den B107 NGT in der B-Klasse. Auch im Nutzfahrzeugbereich<br />
und hier insbesondere beim Sprinter gibt es vergleichbare Konzepte.</p>
<p><b>milchreis:</b> Wie stehen Sie zu dem Argument der Übermotorisierung?<br />
Ist diesbezüglich eine Veränderung geplant oder denken<br />
Sie, dass die Zielgruppe von DaimlerChrysler unnötig hohe PS-Zahlen<br />
sogar fordert?
</p>
<p>
<b>Thomas Weber:</b> Ich bin dankbar, dass ich hierzu<br />
Stellung nehmen kann. Was wir anstreben, ist eine möglichst<br />
hohe spezifische Leistung unserer Motoren. Wie in Frankfurt gezeigt,<br />
wird es damit möglich sein, schon durch leistungs- und drehmomentstarke<br />
4-Zylinder Fahrleistungen zu erreichen, die früher nur mit<br />
einem V8-Motor möglich waren und dabei gleichzeitig ein Verbrauchsniveau<br />
zu erzielen, das heute nur mit Kleinwagen möglich ist &#8211; beispielsweise<br />
5,4 Liter pro 100 km bei Autos im S-Klasse-Format. Das heißt,<br />
wir glauben, dass hier ein Umdenkungsprozess beginnt und Kunden<br />
verstärkt solche Fahrzeuge nachfragen werden, den Zielkonflikt<br />
Leistung und Verbrauch auflösen.
</p>
<p>
<b>mhaberl:</b> Wie stehen Sie zu der Forderung, die<br />
Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen auf 130kmh zu senken?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> In der Annahme, dass Sie kein Fan davon<br />
sind, erlaube ich mir mal die Erweiterung der Frage: Was bedeutet<br />
das Autobahn-Image für Mercedes?
</p>
<p>
<b>Thomas Weber:</b> Das Autobahn-Image ist kein Mercedes-spezifisches<br />
Merkmal, sondern ein Vorteil, den alle deutschen Hersteller insbesondere<br />
aus dem Premiumsegment gemein haben. Fahrzeuge, die für die<br />
spezifische Situation auf Autobahnen in Deutschland ausgelegt sind,<br />
haben nachweislich ganz andere, wesentlich härtere Sicherheitsstandards,<br />
z.B. durch besonders leistungsfähige Bremssysteme eingebaut.<br />
Dies honorieren unsere Kunden in aller Welt. Parallel dazu muss<br />
einfach gesagt werden, dass wir inzwischen nur noch ein bis zwei<br />
Prozent des gesamten Straßennetzes in Deutschland haben, in<br />
denen wir ohne Tempolimit unterwegs sein können. Damit ist<br />
das Potenzial, durch ein generelles Tempolimit Kraftstoff einzusparen,<br />
sehr gering. </p>
<p><b>Pega:</b> Autohersteller wie Daimler versuchen sich<br />
immer noch fast ausschließlich über ihre Produkte, also<br />
Pkw, zu profilieren. Müssten Sie nicht viel stärker intelligente<br />
Mobilitätskonzepte entwickeln und politisch vertreten, die<br />
etwa zwischen der Nutzung von Pkw auf dem Lande und in der Stadt<br />
oder in Industrie- und Entwicklungsländern unterscheiden? </p>
<p><b>Thomas Weber: </b>Gut, wir haben mit dem Konzept Smart<br />
sehr früh schon auch diese sehr viel weiter gefasste Mobilität<br />
der Zukunft diskutiert. Vielleicht waren wir damit unserer Zeit<br />
etwas voraus. Heute erleben wir zunehmen, dass dieses Thema wieder<br />
an Attraktivität gewinnt, in dem Kunden mit Flugzeug oder Bahn<br />
große Distanzen überwinden um dann final in den Ballungsräumen<br />
mit dem platzsparenden und umweltverträglichen Smart ans Ziel<br />
zu gelangen. Hier sind wir sicher noch nicht am Ende, zumal technologisch<br />
inzwischen Konzepte vorliegen, die für sehr unterschiedliche<br />
Situationen optimal passen. Zum Beispiel das sehr effiziente Antriebskonzept<br />
Blue-Tech, der sauberste Diesel der Welt, der insbesondere auf langen<br />
Strecken im Überlandverkehr bestens geeignet ist und auf der<br />
anderen Seite Hybridfahrzeuge oder den batteriegetrieben Smart für<br />
die Fahrt in der Stadt. Voraussetzung, dass solche Konzepte nun<br />
stärker in der Praxis auch angewendet werden ist, dass der<br />
Kunde bereit ist, zwischen solchen Konzepten zu wechseln und beispielsweise<br />
auf Pool-Fahrzeuge für spezifische Regionen zurückzugreifen.<br />
Auf diesem Feld treiben wir unsere Forschungsaktivitäten massiv<br />
voran.</p>
<p><b>Moderator:</b> Zweimal zum Thema Brennstoffzelle:</p>
<p><b>Seth Gecko:</b> Wie stehen Ihrer Meinung nach die Chancen,<br />
dass wir in naher Zukunft nun doch auf Wasserstoffantriebe umsteigen<br />
und was hemmt dies derzeit Ihrer Einschätzung nach?</p>
<p><b>MaxMosley:</b> Mercedes arbeitet doch schon Jahre an<br />
der Entwicklung von Brennstoffzellen-Fahrzeugen, wie z.B. dem Necar.<br />
Wo liegen hierbei die größten Probleme, um die Brennstoffzelle<br />
als saubere Alternative zum gehypten Hybrid in die Serienreife zu<br />
bringen?</p>
<p><b>Thomas Weber:</b> Beim Thema Brennstoffzelle sind wir<br />
gut unterwegs. Viele technische Fragestellungen wie bspw. die Kaltstartfähigkeit<br />
bis -25°C sind inzwischen gelöst und auch Bauraum und Leistungsdichte<br />
werden immer besser. Die größte Herausforderung ist es<br />
jetzt, diese Technologie entsprechend kostengünstig den Kunden<br />
anbieten zu können. Wir werden deshalb 2010 mit dem nächsten<br />
Brennstoffzellenfahrzeug basierend auf unserer B-Klasse mit einer<br />
Kleinserie an den Start gehen, das heißt, wir sind von der<br />
Serienfähigkeit dieses Konzepts überzeugt. Parallel dazu<br />
muss sicher die Infrastruktur, das heißt, das Tankstellennetz<br />
weiter entwickelt werden. Aber auch hier sehen wir weltweit große<br />
Aktivitäten unterstützt von der Politik. Wasserstoff zum<br />
Betrieb dieser Fahrzeuge ist weltweit auch genügend vorhanden.<br />
Natürlich müssen jetzt die Weichen gestellt werden, dies<br />
auf die Basis regenerativ erzeugten Wasserstoffs zu stellen, aber<br />
auch hier laufen weltweit große Forschungs- und Entwicklungsprojekte,<br />
die wir unterstützen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Auf die Frage habe ich gewartet 🙂</p>
<p><b>gaston:</b> Was fahren Sie eigentlich für einen<br />
Dienstwagen?
</p>
<p>
<b>Thomas Weber:</b> Als Entwicklungschef wechsle ich<br />
die Dienstwagen regelmäßig und bin vom Smart über<br />
die C- und E- bis zur S-Klasse mit unserer gesamten Produktflotte<br />
unterwegs. </p>
<p><b>Moderator:</b> Unsere 60 Minuten tagesschau-Chat sind<br />
leider schon wieder vorbei. Herzlichen Dank nach Sindelfingen an<br />
DaimlerChrysler-Vorstand Dr. Thomas Weber! Herzlichen Dank an alle<br />
User für Ihr Interesse und die Bitte um Nachsicht, dass natürlich<br />
angesichts der Vielzahl von Fragen nicht alle drangekommen sind.<br />
Wie immer ist der tagesschau-Chat keine Veranstaltung nur für<br />
diese eine flüchtige Stunde. Das Protokoll des Chats findet<br />
sich ist in Kürze auf den Seiten der Veranstalter www.tagesschau.de<br />
und www.politik-digital.de zum Nachlesen. Noch ein Hinweis. Morgen,<br />
Mittwoch, chatten wir ab zwölf Uhr mit Grünen-Chefin Claudia<br />
Roth. Fragen an Frau Roth können Sie auch heute schon stellen<br />
&#8211; die Links finden Sie auf www.tagesschau.de und auf www.politik-digital.de<br />
Das tagesschau.de-Team bedankt sich und wünscht allen Beteiligten<br />
noch einen schönen Tag!</p>
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