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	<title>Daniel Domscheit-Berg &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Daniel Domscheit-Berg &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Gardinen zu im Internet? &#8211; Bürger Sachsen-Anhalts suchen Antworten</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Apr 2014 10:19:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Unter der Frage „Gardinen zu im Internet?“ fand am 25. und 26. April in Halle ein offenes Bürgerforum zu Netzpolitik [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/security_lock_console_background_cut.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-139391" alt="security_lock_console_background_cut" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/security_lock_console_background_cut.jpg" width="640" height="280" /></a>Unter der Frage „Gardinen zu im Internet?“ fand am 25. und 26. April in Halle ein offenes Bürgerforum zu Netzpolitik und Datenschutz statt, organisiert von der Landeszentrale für politische Bildung. Der „erste Cryptoswap Sachsen-Anhalts“ förderte neue Impulse und Ansätze zur Netzpolitik in der Post-Snowden-Ära zutage und brachte Informatiker aus der Region mit Landespolitikern an einen Tisch.</p>
<p style="text-align: justify">Der Mann am Rednerpult scheint der Inbegriff des Wortes „alternativ“ darzustellen: Statt Anzug trägt er ein weites T-Shirt, dazu ausgetretene Sneaker, und um seine Schultern ergießt sich ein Schwall dunkler Dreadlocks.<br />
Er redet frei und lächelt herzlich, während er dem Publikum von der Resignation erzählt, die die Hacker-Szene seit den Enthüllungen durch Edward Snowden ergriffen hat. Davor habe man geglaubt, mit dem eigenen technischen Know-How den Datensammlern schon irgendwie entwischen zu können. „Aber jetzt müssen wir davon ausgehen, dass ein Großteil der digitalen Infrastruktur abgehört wird“, sagt Stefan Walluhn, der Mann mit den Dreadlocks, der in Halle als Systemadministrator arbeitet. Bildhafter formuliert es der ehemalige Wikileaks-Sprecher Daniel Domscheit-Berg in seinem Eröffnungsvortrag: „Das Datenabgeben gehört mittlerweile genauso zum Alltag wie das morgendliche Zähneputzen.“</p>
<h3 style="text-align: justify">Die eigene Entscheidungshoheit über die Datenberge</h3>
<figure id="attachment_139389" aria-describedby="caption-attachment-139389" style="width: 177px" class="wp-caption alignright"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cryptoswap_danieldomscheitberg._cut.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-139389     " alt="Daniel Domscheit-Berg beim Cryptoswap" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cryptoswap_danieldomscheitberg._cut-305x393.jpg" width="177" height="229" /></a><figcaption id="caption-attachment-139389" class="wp-caption-text">Daniel Domscheit-Berg beim Cryptoswap in Halle.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Schon jetzt wird jedes online gepostete Foto und jeder Kommentar ebenso von Unternehmen und Geheimdiensten gespeichert wie Amazon-Wunschlisten, Suchmaschinenanfragen sowie Datum, Dauer und Adressat der Telefon-, Handy- und E-Mail-Kommunikation.<br />
Mittels großer Datenmengen lässt sich so gut wie jede gesellschaftliche Aktivität von Internet-Usern sowie Informationen über Krankheiten, sexuelle Vorlieben, religiöse Orientierung und Kaufkraft eines Individuums herausfinden. In den falschen Händen könnte damit großer Schaden angerichtet werden. Deshalb plädiert Daniel Domscheit-Berg dafür, dass wir uns jetzt Gedanken zur Entscheidungshoheit über die Datenberge machen, bevor Wissenschaft und Unternehmen noch leistungsstärkere Speichermethoden und Analyse-Algorithmen entwickeln.</p>
<p style="text-align: justify">Das amerikanische Unternehmen IBM beispielsweise arbeitet derzeit an einer Methode zur Datenübertragung und -auswertung jenseits von Kupfer und Silizium, die bisher noch das Speichervolumen von Computerchips begrenzen: ein neuronales Netz, das Daten per Lichtwellen überträgt. „Das ist der Moment, in dem sich das Möglichkeitsfenster für die Zivilgesellschaft schließen wird“, prophezeit der frühere Wikileaks-Sprecher.</p>
<h3 style="text-align: justify">Wir haben die Macht über unsere Daten verloren</h3>
<p style="text-align: justify">Ob nun zur Rechtslage des Datenschutzes, zur Psychologie der Überwachung oder zur Bedeutung von Privatsphäre aus kulturanthropologischer Sicht: In allen Vorträgen auf dem <a href="http://www.cryptoswap.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cryptoswap</a> kristallisierte sich heraus, dass der Punkt erreicht ist, an dem das Individuum den Folgen der galoppierenden digitalen Entwicklung machtlos gegenüber steht. Seine Handlungsautonomie kann der Einzelne jetzt nur noch durch die Mobilisierung einer Mehrheit zurückgewinnen – hier ist die Politik gefragt. Deren Antworten fielen indessen gemischt aus. Am ersten Veranstaltungstag legten Abgeordnete des Landtags Sachsen-Anhalts – Matthias Graner (SPD), Sören Herbst (Grüne), Jan Wagner (Die Linke) sowie der Staatssekretär Marco Tullner (CDU) und der Fraktionsvorsitzende der Frankfurter Piratenpartei Martin Kliehm im Rahmen einer Podiumsdiskussion ihre Positionen dar. Für die notwendige technische Expertise auf dem Podium sorgte Anna Biselli, Mitarbeiterin der Internetseite <a href="http://www.netzpolitik.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.netzpolitik.org</a>. Letztere forderte gemeinsam mit den Vertretern der Oppositionsparteien Grüne und Linke klare gesetzliche Regeln für den Handel mit Daten. Herbst, Wagner und Kliehm sprachen sich außerdem dafür aus, die Wirtschaft stärker in die Verantwortung zu nehmen. Dem gegenüber appellierte Tullner, der Staatssekretär für Wissenschaft und Wirtschaft Sachsen-Anhalts, an die Bürgerinnen und Bürger, der Politik mehr zu vertrauen, während der SPD-Abgeordnete Graner mehr Selbstverantwortung vom Einzelnen forderte.</p>
<h3 style="text-align: justify">Mehr Selbstverantwortung übernehmen, aber der Politik gleichzeitig stärker vertrauen?</h3>
<p style="text-align: justify">An diesem wie an den weiteren Punkten der Diskussion (Asyl für den Whistleblower Edward Snowden? Flächendeckende Transparenz der parlamentarischen Arbeit?) offenbarten sich nicht nur Widersprüche in den Aussagen der Bundes- wie Landes-Koalitionspartner CDU und SPD, sondern auch eine beschwichtigend-resignierte Haltung der Diskutanten gegenüber der Frage, inwiefern die derzeitige Regierung bereit ist, sich um die Folgen der technischen Entwicklung für die Bürgerinnen und Bürger zu kümmern. Diese Resignation wirkt umso alarmierender, weil nur auf politischer Ebene noch eine gesamtgesellschaftliche Lösung möglich erscheint.</p>
<figure id="attachment_139390" aria-describedby="caption-attachment-139390" style="width: 305px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cryptoswap_terminal21_cut.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-139390  " alt="Das Team vom Hackerspace Terminal21" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cryptoswap_terminal21_cut-305x171.jpg" width="305" height="171" /></a><figcaption id="caption-attachment-139390" class="wp-caption-text">Das Team vom Hackerspace Terminal21.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify">Derweil bleiben die Bastler der Internetszene aber nicht untätig. In den Städten Sachsens und Sachsen-Anhalts hat sich bereits vor Jahren die Bürgernetzbewegung „freifunk“ gegründet. Ihr Ziel ist die Errichtung abhörsicherer Kommunikationskanäle; dazu bauen sie eigene Router und WLAN-Knotenpunkte in der Region auf. Mit der IT-Guerilla, zu deren Gründern auch Stefan Walluhn gehört, hat sich jetzt auch in Halle ein Ableger des <a href="https://www.freifunk-halle.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freifunks</a> wiedergegründet, der sich nicht nur als Bereitsteller eines Internetzugangs versteht, sondern auch als Plattform zur Mobilisierung der Öffentlichkeit, und ausdrücklich Nicht-Informatiker und Technik-Laien zum Mitmachen einlädt.</p>
<p style="text-align: justify">Den Begriff Cryptoswap hat übrigens Thomas Erling von der <a href="http://www.lpb.sachsen-anhalt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Landeszentrale für politische Bildung</a> selbst erfunden, wie er lachend zugibt. Weil „Konferenz“ so trocken klinge und „Cryptoparty“ zu sehr nach einem reinen Hackertreffen, hat sich der Leiter des Referats „Politische Kommunikation im Kontext neuer Medien“ auf den Informatik-Begriff „Swap“ verlegt, mit dem sinngemäß eine Auslagerung oder Umsortierung von Daten und Informationen gemeint wird. Und das ist der Konferenz auf jeden Fall gelungen.</p>
<p style="text-align: justify">Teaserfoto: <a href="https://www.flickr.com/photos/110751683@N02/13334048894" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Yuri Samilov</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-2.0</a>) Artikelfotos: Julia Solinski</p>
<p style="text-align: justify"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-130752" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="403" height="70" /></a></p>
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		<title>WikiLeaks vs. Hollywood: Enthüllungsplattform schießt gegen Kino-Thriller</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Oct 2013 11:25:07 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Daniel Domscheit-Berg]]></category>
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					<description><![CDATA[Bilder sind die schärfsten Waffen einer Mediengesellschaft – und die größte Waffenfabrik steht in Hollywood. So sieht es die Enthüllungsplattform [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/WikileaksPRSchlacht.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-133976" alt="WikileaksPRSchlacht" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/WikileaksPRSchlacht.jpg" width="600" height="399" /></a>Bilder sind die schärfsten Waffen einer Mediengesellschaft – und die größte Waffenfabrik steht in Hollywood. So sieht es die Enthüllungsplattform WikiLeaks, deren Geschichte jetzt über die globalen Leinwände flimmert. Julian Assange findet: Der Thriller „Inside WikiLeaks &#8211; Die fünfte Gewalt“ ist ein gefährliches Zerrbild. Die PR-Schlacht hat begonnen.<br />
Im Januar 2013 bekommt der Schauspieler Benedict Cumberbatch („Sherlock“) eine <a href="http://wikileaks.org/First-Letter-from-Julian-Assange.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">E-Mail </a>von Julian Assange, den er zuvor vergeblich zu kontaktieren versucht hatte. Cumberbatch wollte zur Vorbereitung auf seine Rolle im Thriller „Inside WikiLeaks“ mit Assange sprechen, erhielt jedoch lange keine Antwort von dem WikiLeaks-Gründer, der – ebenso wie seine Whistleblower-Plattform – nicht in die Produktion des Films involviert war.<br />
Einen Tag vor Beginn der Dreharbeiten erfährt Cumberbatch dann dank dieser E-Mail doch noch unmissverständlich, wie sehr Assange den Film ablehnt. Cumberbatch weiß von da an zweifelsfrei: Er wird einen Mann spielen, der nicht gespielt werden will, zumindest nicht nach dem vorliegenden Drehbuch.</p>
<h3>Bilder sind gefährlich</h3>
<p>Assange hält „Inside WikiLeaks“ für eine gegen ihn gerichtete Waffe. Er kennt die Macht der Traumfabrik, deren Bilder sich zumeist sehr fest in die Köpfe des Kinopublikums fressen – weil die Zuschauer an den Kinokassen nie bloß Tickets kaufen, sondern immer auch Deutungsschablonen.<br />
Wobei in Assanges Mail wieder offenkundig wird, dass er seine eigene Deutungsweise hat. Das Produktionsstudio Dreamworks stehe demnach in Verbindung mit WikiLeaks‘ wahrscheinlich größtem Feind: der US-Regierung. Welcher Natur diese Verbindung sein soll, führt Assange nicht aus und bemüht somit ein verschwörungstheoretisches Argumentationsmuster, in das sich z. B. auch seine Sicht auf die angeblich miteinander verbandelten Massenmedien (MSM = Mainstream Media) fügt.<br />
Etwas konkreter wird Assange, wenn er schreibt, was ihn an „Inside WikiLeaks“vor allem stört. Der Film basiert auf zwei Sachbüchern, die er nicht beim Namen nennt, aber für stark diskreditierend hält: <a href="http://politik-digital.de/wikileaks-aktivist-appelbaum-wirft-guardian-schwere-fehler-vor/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„WikiLeaks. Julian Assanges Krieg gegen Geheimhaltung“</a> von den Guardian-Journalisten Luke Harding und David Leigh sowie „Inside WikiLeaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt“ des ehemaligen WikiLeaks-Mitarbeiters Daniel Domscheit-Berg. Beide Bücher setzen sich kritisch mit Assange und WikiLeaks auseinander. Sie sind der Grund, warum WikiLeaks unmittelbar nach Bekanntgabe der Produktion des Hollywood-Films über die Enthüllungsplattform twitterte:</p>
<blockquote><p>„This is how bullshit ends up being history: Spielberg [einer der Gründer von Dreamworks] lines up WikiLeaks film based on books by opportunists.“</p></blockquote>
<p>Twitter ist der Kanal, von dem aus WikiLeaks auch heute sein Image verteidigt. „Inside WikiLeaks“ lief am 18. Oktober in den US-amerikanischen Kinos (unter dem Titel „The Fifth Estate“) an. WikiLeaks konnte diesen PR-Schlag nicht unbeantwortet lassen, weswegen die Enthüllungsplattform sich alleine am Tag des Filmstarts in 18 Tweets mit dem Film auseinandersetzte. Dessen geringe Besucherzahlen spielten der WikiLeaks-PR in die Hände, gaben eine Steilvorlage für bissig-hämische Kommentare. Der Tenor: Der Film ist Dreamworks‘ größter Flop seit zehn Jahren – aber wer hätte vom „Twilight“-Regisseur Bill Condon auch etwas anderes erwartet? Julian Assanges Freunde scheinen ähnlich zu denken; ein gepostetes <a href="http://www.youtube.com/watch?v=k9YrH8FyWs0&amp;feature=c4-overview&amp;list=UUcg9c3gXb_rwyqzeCaLuHDA" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a> soll sie nach einer Vorstellung von „Inside WikiLeaks“ zeigen, wie sie sich über den Film auslassen.<br />
Die Verantwortung für den Flop beansprucht WikiLeaks für sich:</p>
<blockquote><p>„After our boycott, Dreamworks‘ Fifth Estate is now headed to be the worst financial disaster of all time after 2003’s &#8216;Sinbad&#8217;.“</p></blockquote>
<h3>High-Speed-Enthüllungen</h3>
<p>Die Hollywood-Version von WikiLeaks‘ Aufstieg zur „fünften Gewalt“ hält sich weitestgehend chronologisch an die tatsächlichen Ereignisse. Das Tempo ist dabei so hoch, dass dem weniger sachkundigen Zuschauer der Kopf schwirren wird. Auf der einen Seite sehen wir, wie Daniel Berg (Daniel Brühl) – so hieß Domscheit-Berg vor seiner Hochzeit – rasch zum Vertrauten Assanges (Benedict Cumberbatch) aufsteigt, fasziniert von dessen Visionen und Charisma, auf der anderen Seite reiht sich Enthüllung an Enthüllung: ein Korruptionsskandal in Kenia, die Steuerhinterziehung der Schweizer Bank Julius Bär, interne Dokumente der Sekte Scientology. Dramaturgische Höhepunkte sind schließlich die Enthüllungen, mit denen WikiLeaks Journalismusgeschichte geschrieben hat: Das <a href="http://www.collateralmurder.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a> über einen Helikopterangriff auf Zivilisten im Irak, die Warlogs aus Afghanistan und Irak – und das historisch beispiellose Offenlegen einer Viertelmillion geheimer Berichte US-amerikanischer Botschaften und des Außenministeriums.<br />
Assange wird im Film nicht dämonisiert, hinterlässt aber einen zwiespältigen Eindruck. Er ist einnehmend und scheint getrieben vom Ideal der Machtkontrolle, zeigt aber auch immer wieder narzisstische Züge. Die Beziehung zu Daniel Berg zerbricht hier vor allem am autoritären Führungsstils Assanges und an dessen Weigerung, die afghanischen „Kriegstagebücher“ vor Veröffentlichung um für Informanten potentiell gefährliche Details zu kürzen (zum Teil kam Assange dieser auch von den beteiligten Medien erhobenen Forderung dann doch nach, was im Film aber unerwähnt bleibt).</p>
<h3>„Das war aber ganz anders!“</h3>
<p>Dass „Inside WikiLeaks“ den Charakter Assanges und die Methoden seiner Organisation partiell infrage stellt, hat WikiLeaks dazu veranlasst, wie schon in Begleitung der Dokumentation <a href="politik-digital.de/we-steal-secrets-die-geschichte-von-wikileaks-als-doku-thriller/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„We Steal Secrets“</a> ein mit Anmerkungen versehenes <a href="http://wikileaks.org/The-Fifth-Estate.html#about" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drehbuch</a> zu publizieren. Die Beanstandungen betreffen mögliche Petitessen und potentiell schwerwiegende Realitätsverzerrungen. Ob sich Assange nun, wie im Film dargestellt, die Haare weiß färbt oder nicht, ist von geringer Bedeutung. Der Grad der Involvierung Domscheit-Bergs gehört sicher ebenfalls nicht zu den Streitfragen höchster Priorität – zumal die Macher von „Inside WikiLeaks“ keinen Anspruch auf Objektivität erheben und zugeben, die Ausgestaltung der Filmfiguren auch unter dramaturgischen Gesichtspunkten vorgenommen zu haben.<br />
Entscheidender sind die Diskrepanzen hinsichtlich des Transparenzbegriffs, die sich zwischen der Filmdarstellung und den offiziellen Verlautbarungen von WikiLeaks auftun. Ist Assanges Vorstellung von Transparenz tatsächlich so absolut, wie der Film nahelegt, gewichtet er sie also höher als den Informantenschutz? Dem widerspricht WikiLeaks in den Anmerkungen vehement, verweist etwa auf die Zurückhaltung von 15.000 Afghanistandokumenten (gleichwohl wurden 76.000 unredigiert ins Netz gestellt).<br />
Hat Domscheit-Berg wirklich im Sinne des Quellenschutzes gehandelt, als er im Zuge seines Ausscheidens bei WikiLeaks Belege über US-amerikanisch verantwortete Kriegsverbrechen in Afghanistan von den WikiLeaks-Servern mitnahm und später löschte? Wer trägt die Schuld daran, dass die unredigierten Depeschen 2011 ihren Weg ins Internet fanden – der Guardian-Journalist David Leigh, der in seinem Buch das Passwort verriet, oder Assange, der Leigh nach das Passwort entgegen einer Zusicherung nicht änderte? Und wie groß ist der Schaden, der dadurch entstand, dass die Depeschen und der Großteil der Afghanistandokumente ohne Schwärzungen für alle zugänglich geworden sind?<br />
WikiLeaks‘ Versuch des Gegensteuerns, unter anderem durch die Verbreitung eines eigenen Dokumentarfilms („Mediastan“) zum Start der Hollywood-Produktion, ist legitim; genauso legitim wie die Fiktionalisierung einer zeitgenössischen Organisation und ihrer Mitarbeiter, die ja teilweise im öffentlichen Raum agieren und öffentliche Deutungen daher aushalten müssen.<br />
Vielleicht übertreibt es WikiLeaks aber mit der Sorge um das eigene Ansehen – weil Hollywood dieses Mal gar keine so prägenden Bilder liefert. Das Kritikerecho auf „Inside WikiLeaks“ jedenfalls ist in der Summe negativ. Und nicht mal dem von Assange verdammten Guardian-Journalisten und Mitautor der Buchvorlage, David Leigh, hat die Interpretation aus Hollywood sonderlich gefallen.<br />
<!--[if gte mso 9]&gt;--><br />
<!--[if gte mso 9]&gt;--><br />
&nbsp;<br />
Bild: © 2013 Constantin Film Verleih GmbH<br />
Text:<br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
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		<title>„Brücke zwischen analoger und digitaler Demokratie“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/brucke-zwischen-analoger-und-digitaler-demokratie-9703/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 12:07:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Soeben ist die Zusammenfassung einer Vortragsreihe des norddeutschen „Julius-Leber Forums“ erschienen. In dem Dokument versammeln unter anderem Lars Klingbeil, Daniel [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://politik-digital.de/%e2%80%9ebrucke-zwischen-analoger-und-digitaler-demokratie/fes_195x119_1-3/" rel="attachment wp-att-9707"><img decoding="async" class="size-full wp-image-9707 alignleft" title="Friedrich-Ebert-Stiftung" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/FES_195x119_12.jpg" alt="" width="195" height="119" /></a>Soeben ist die Zusammenfassung einer Vortragsreihe des norddeutschen „Julius-Leber Forums“ erschienen. In dem Dokument versammeln unter anderem Lars Klingbeil, Daniel Domscheit-Berg und Alvar C. H. Freude ihre Positionen zu verschiedenen Teilaspekten der „digitalen Öffentlichkeit“.</strong></p>
<p>An öffentlichen Stellungnahmen zur wachsenden Bedeutung, zu Gefahren und Chancen der Digitalisierung von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft besteht wahrlich kein Mangel. Die in ihrer Qualität recht unterschiedlichen Beiträge finden sich tagtäglich in den bekannten Blogs, Kommentarspalten und zunehmend auch auf den Feuilletonseiten der Printmedien. Die Klammer der netzpolitischen Debatte ist jedoch die Kurzatmigkeit, eine auf tagespolitische Entwicklungen oder aktuelle Internet-Skandale bezogene Debattenkultur, die dem Medium inhärent ist. Eher spärlich gesäht waren hingegen bisher längerfristig angelegte, multiperspektivische Diskussionsreihen und schriftlich fixierte Ergebnisse solcher Veranstaltungen. Das für die norddeutschen Bundesländer zuständige „<a href="http://www.julius-leber-forum.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Julius Leber-Forum</a>“ der Friedrich-Ebert-Stiftung lässt den Wandel der digitalen Öffentlichkeit bereits seit dem Jahr 2010 in einer Veranstaltungsreihe diskutieren und hat nun einen ersten Zwischenbericht vorgelegt.</p>
<p>Die beiden Herausgeber Birthe Kretschmer und Frederic Werner haben eine überaus lesenswerte Zusammenstellung mit Beiträgen von insgesamt 13 Autorinnen und Autoren zu der Frage veröffentlicht, wie das Internet die Demokratie verändert. Unter den Verfassern der knapp 60-seitigen Publikation, die auf der Homepage der Friedrich-Ebert-Stiftung zum <a href="http://www.julius-leber-forum.de/projekte/digitale-oeffentlichkeit/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kostenlosen Download</a> zur Verfügung steht, finden sich zu der recht globalen Fragestellung vielfältige und kenntnisreiche Beiträge zu Themen wie beispielsweise Medienkompetenz, Demokratietheorie, Datenschutz, Kognitionsforschung.</p>
<p>Neben erwartbaren Beiträgen von bekannten SPD-Politikern wie Bundesvorstands- und Enquete-Mitglied Aydan Özoguz und dem niedersächsischen Bundestagsabgeordneten und <a href="http://d-64.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">D64</a>-Mitbegründer Lars Klingbeil kommen auch Praktiker aus Wissenschaft, Medienbranche oder Datenschutzszene zu Wort. So warnt Johannes Casper, Datenschutzbeauftragter der Hansestadt Hamburg, in einem Interview vor den Praktiken von Google, Facbook &amp; Co. Daten seien als „Rohstoff der digitalen Gesellschaft“ inzwischen auf den Schulhöfen und an Börsen handelbar, so Caspers pointierte Analyse. Während Lars Klingbeil, einer der profiliertesten Netzpolitiker in den Reihen der Sozialdemokratie, in seinem Beitrag vor allem die aktuelle Debatte nachzeichnet und hierbei unverkennbar durch seine eigene Arbeit in der <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Enquete-Kommission</a> geprägt ist, überzeugt vor allem ein Beitrag in der zweiten Hälfte der Veröffentlichung. Der frühere Assange-Gefährte und jetzige „OpenLeaks“-Aktivist Daniel Domscheit-Berg setzt sich historisch fundiert und abwägend („Das Recht auf Geheimnisverrat ist ebenso wichtig wie das Recht auf Geheimnisse an sich“) mit  der im Zuge der WikiLeaks-Debatte diskutierten Frage über die Hintergründe des Whistleblowing im digitalen Zeitalter auseinander. Die Notwendigkeit zum Geheimnisverrat steige, so Domscheit-Bergs Urteil, „in dem Maße, in dem Systeme Macht ausüben können.“</p>
<p>Besonders begrüßenswert ist, dass die Herausgeber neben der Verschriftlichung verschiedener Vorträge und zusätzlichen Interviews jüngeren Datums auch eine umfangreiche Linkliste mit weiterführenden Lesehinweisen für Interessierte zusammengestellt haben. Da der nun vorliegende Band nur ein Zwischenbericht, keineswegs eine finale Zusammenfassung darstellen soll, besteht die Hoffnung, dass die Vortragsreihe fortgesetzt und durch ähnlich vielschichtige Publikationen ergänzt werden wird. Informationen über zukünftige Veranstaltungen bietet das Hamburger Büro unter <a href="http://www.julius-leber-forum.de/veranstaltungen/termine/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diesem Link</a> an.</p>
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			</item>
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		<title>Digitale Presseschau &#8211; KW 34</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/digitale-presseschau-kw-34-5379/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Wilde]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Aug 2011 15:02:07 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Domscheit-Berg]]></category>
		<category><![CDATA[Julian Assange]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="/digitale-presseschau-kw-34"><img src="/sites/politik-digital.de/files/logo-linkliste.png" align="left" height="87" width="80" /></a>Ägyptische und tunesische Hacker, ein Leck bei Wikileaks, potentielle Cyberdemokratie in China,  und vieles mehr sind heute Thema in unserer Digitalen Presseschau.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ägyptische und tunesische Hacker, ein Leck bei Wikileaks, potentielle Cyberdemokratie in China, und vieles mehr sind heute Thema in unserer Digitalen Presseschau.</p>
<p>Auch diese Woche hatten wir zahlreiche interessante Artikel zur Auswahl. Sieger wurde diesmal ein Beitrag aus dem Online-Magazin Technology Review von John Pollok. Er beschreibt detailliert die Digitalisierung in Ägypten und Tunesien, ihre Gefahren und Vorteile.</p>
<p><strong><a href="https://www.technologyreview.com/web/38379/?mod=ArabSpring_feature" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie die ägyptische und tunesische Jugend den Arabischen Frühling hackten</a></strong></p>
<p>Gold geht an: John Pollock. In einem sehr ausführlichen, aber nicht langweilig werdenden Artikel beschreibt er im Magazin <em>Technology Review</em>, wie sich junge Tunesier und Ägypter das Internet zu Nutzen machten, um ihre politischen Ziele zu verfolgen. Es war ein heikles Manöver und viele Menschen, die Online-Plattformen zur Verfügung stellten und Demonstrationen im Netz organisierten, bezahlten die Freiheit ihrer Mitbürger mit ihrem Leben. Eine tolle Chronik der „Online-Ereignisse“ in den arabischen Ländern.</p>
<p><strong><a href="http://www.freitag.de/politik/1134-nerds-ohne-nerven" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kein Vertrauen mehr in Wikileaks</a></strong></p>
<p>In einem einmaligen Artikel erklärt Steffen Kraft wieso der <em>Freitag</em> im Besitz unredigierter US-Botschaftsdepeschen ist und welche Ängste Julian Assange dazu bewegen bei Julian Augstein, dem Verleger des Freitags anzurufen. Selbst Assange ist scheinbar zu der Einsicht gekommen, dass seine Plattform nicht die Sicherheitsstandards einhält, welche Assange und Mitgründer Domscheit-Berg anfangs proklamierten. Kraft greift ebenfalls die Ereignisse auf, die letzten Endes zu den Diskrepanzen zwischen den beiden Köpfen von WikiLeaks geführt haben. Dafür gibt es von uns die Silbermedaille.</p>
<p><strong><a href="http://berlinergazette.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Dreifachkatastrophe in Japan und ihre Auswirkungen auf die Internetnutzung</a> </strong></p>
<p>Der Sachbuch-Autor Yasushisa Hasegawa beschreibt in dieser Woche in der <em>Berliner Gazette</em>, wieso das High-Tech Land Japan bislang das Potential des Internets nicht völlig ausgeschöpft hat und wieso das Internet bis vor kurzem als ein Medium der zweiten Klasse angesehen wurde. Die Katastrophe vom März diesen Jahres veränderte das Nutzerverhalten. Japaner greifen nun häufiger zu Smartphones und ähnlichen Technologien, da diese ihnen schnellere Auskunft über die Ereignisse im Land liefern können, als die herkömmlichen Medien. Ein Artikel, der interessante Einblicke in das digitale Nutzerverhalten der Japaner liefert.</p>
<p><strong><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2011-08/china-internet-demokratie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ist China auf dem Weg zu einer Cyberdemokratie?</a></strong></p>
<p>Tina Clausmeyer analysiert in der <em>Zeit</em>, inwiefern das Internet auch in der Volksrepublik China angekommen ist. Weiter erläutert sie, ob die seit den Revolutionen in Nordafrika bekannten „Tools of Change“, wie Facebook und Twitter, auch die Demokratisierung in dem autokratischen System Chinas vorantreiben können. Sie kommt zu dem Fazit, dass in China ein enormer Nachholbedarf im Bereich der gesellschaftlichen und politischen Online-Partizipation herrscht, dem womöglich durch eine Zusammenarbeit mit dem Westen begegnet werden kann.</p>
<p><strong><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,781873,00.html#ref=rss" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brauchen wir Datenschutz-Fundamentalisten? Und wenn ja, wozu?</a></strong></p>
<p>Konrad Lischka beantwortet im <em>Spiegel</em> die Frage, ob wir Datenschutz-Fundamentalisten brauchen mit einem klaren „Ja“. Dem Autor geht es weniger darum, ob reguliert werden soll, sondern viel mehr um das Wie. Lischka ist der Meinung, dass nur Provokateure wie Thilo Weichert, der zur Zeit gegen das Einbauen des &#8220;Gefällt mir&#8221;-Buttons auf Webseiten vorgeht, endlich spürbaren Fortschritt im Thema Datenschutz herbeiführen können. Der Spiegel Autor scheint eine generelle Regulierung von Facebook zu begrüßen, jedoch unter der Voraussetzung, dass sie dem Datenschutz zu Gute kommt.</p>
<p><strong><a href="http://www.cicero.de/berliner-republik/entern-oder-kentern/42745?seite=1">Wie ist es um die Zukunft der Piraten bestimmt?</a></strong></p>
<p><em>Cicero</em> Autorin Vera Gaserow analysierte diese Woche die Zukunftsaussichten der Piratenpartei. Die Autorin beschreibt den anfänglichen Wahlerfolg der Partei, sowie interne Konflikte und die zu bemängelnde Organisation der Piraten. Politologen gehen davon aus, dass die Wahlen in Berlin zeigen werden, ob die Partei auch in Zukunft Erfolge verzeichnen wird, denn „Die Berliner Piraten sind weiter als die Gesamt-Partei“. Ein interessanter und umfassender Artikel über die Internet-Partei.</p>
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		<title>Digitale Presseschau &#8211; KW 33</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Aug 2011 15:57:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Domscheit-Berg]]></category>
		<category><![CDATA[Anonymous]]></category>
		<category><![CDATA[Netiquette]]></category>
		<category><![CDATA[Chaos Computer Club]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Revolution]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="/digitale-presseschau-kw-33"><img src="/sites/politik-digital.de/files/logo-linkliste.png" align="left" height="87" width="80" /></a>Militär vs. Demokratie in Ägypten, Anonymous ruft zu &#34;Offline-Demo&#34; auf, Plädoyer für bessere Diskussionskultur im Netz, elitärer Hahnenkampf beim CCC - dies und mehr in der Digitalen Presseschau.   
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Militär vs. Demokratie in Ägypten, Anonymous ruft zu &#8220;Offline-Demo&#8221; auf, Plädoyer für bessere Diskussionskultur im Netz, elitärer Hahnenkampf beim CCC &#8211; dies und mehr in der Digitalen Presseschau.</p>
<p>Bei unserer wöchentlichen Suche nach lesenswerten Beiträgen der vergangenen Woche stießen wir auf einen Artikel zum Arabischen Frühling, der einstimmig zum Sieger erkoren wurde. Darin geht es um die Verhaftung des ägyptischen Bloggers Maikel Nabil und deren Bedeutung für die Revolution.</p>
<p><strong>&#8220;</strong><strong><a href="http://www.zeit.de/2011/34/Arabische-Jugend-Aegypten/seite-1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wir lassen uns die Revolution nicht stehlen</a>&#8221;<br />
</strong></p>
<p>Anhand der Geschichte eines Einzelschicksals zeigt Annabel Wahba in einer spannenden Reportage bei Zeit Online auf, dass das alte System in Ägypten trotz des Sturzes von Machthaber Mubarak noch nicht am Ende ist. Im Mittelpunkt des langen, aber sehr lesenswerten Beitrags steht das Schicksal des Bloggers Maikel Nabil, der von einem Militärgericht zu drei Jahren Haft verurteilt wurde. Die Autorin besuchte ihn im El-Marg-Gefängnis, wo er seit mehr als vier Monaten einsitzt, weil er das Militär kritisierte. Der Vorwurf: Beleidigung und Falschinformation.</p>
<p><a href="http://www.zeit.de/digital/2011-08/anonymous-bart-protest/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Anonymous geht auf die Straße</strong></a></p>
<p>Auf Platz 2 landete ein Beitrag von Patrick Beuth, ebenfalls bei Zeit Online. Der Autor berichtet von einer eher seltenen Aktion der Hackergruppe Anonymous. Diese rief in San Francisco zu einem &#8220;physical protest&#8221; in Form einer „Offline-Demo“ auf. Der Grund dafür: Die kalifornische Bahnbehörde BART hatte den Mobilfunk-Empfang in Einrichtungen ihres Schnellbahn-Netzes teilweise gekappt, um Proteste gegen ihre eigens beschäftigte BART-Polizei zu verhindern. Diese hatte zuvor einen Betrunkenen in einer U-Bahn-Station erschossen und war dafür massiv kritisiert worden. (Zum selben Thema gibt es <a href="http://annalist.noblogs.org/post/2011/08/17/democracy-now-uber-hacktivism-anonymous-telecomix-ccc-camp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier weiterführende Videos</a>.)</p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,779707,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Plädoyer für eine bessere Kommunikationskultur</strong></a></p>
<p>Der Journalist Frank Patalong bemängelt bei Spiegel Online die verkommene Diskussionskultur im Netz und fordert eine größere Selbstbeherrschung bzw. Selbst-Kontrolle der Nutzer. Dies müsse allein schon deshalb geschehen, um weiterhin frei und ohne Zensur und Aufsicht durch kontrollwütige Politiker agieren zu können. Abschließend verweist er noch auf <a href="http://www.knigge-rat.de/themen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zwölf vom Deutschen Knigge-Rat verfasste Verhaltensregeln</a> für die Online-Kommunikation.</p>
<p><strong><a href="http://www.huffingtonpost.com/alison-craiglow-hockenberry/arab-spring-and-the-long-_b_928532.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freie Meinungsäußerung im Netz</a></strong></p>
<p>Vor dem Hintergrund des Arabischen Frühlings schreibt Alison Craiglow Hockenberry von der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ashoka_(Organisation)" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NGO Ashoka</a> in einem Artikel bei der Huffington Post, dass soziale Dienste wie Facebook und Twitter in bestimmten Teilen der Welt überhaupt keine Rolle für die Wahrnehmung freier Meinungsäußerung spielen &#8211; solange fünf Milliarden Menschen noch immer auf einen Internet-Zugang warten. Die Autorin berichtet über die Bemühungen zivilgesellschaftlicher Organisationen, diese Situation zu ändern. Zugleich wirbt sie dafür, bis zum 14. September eigene Ideen bei Ashoka einzureichen, um zu Lösungen beizutragen.</p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1530538/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Eitler Hahnenkampf beim CCC</strong></a></p>
<p>Am vergangenen Wochenende hatte der Vorstand des Chaos Computer Club (CCC) den OpenLeaks-Gründer Daniel Domscheit-Berg aus dem Verein ausgeschlossen. Der ehemalige WikiLeaks-Mitarbeiter schade dem Verein, hieß es in einer Presseerklärung. Mit diesem Eklat beschäftigt sich Philip Banse bei dradio.de und hinterfragt die eigentlichen Gründe der Entscheidung. Wer wissen will, warum er diese scheinheilig findet, sollte seinen Artikel lesen.</p>
<p><strong><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/529325" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Geisteswissenschaftler, wacht auf!</a></strong></p>
<p>Auf den sechsten Platz unserer Digitalen Presseschau schaffte es ein Interview von Julia Siedelhofer mit dem Kulturwissenschaftler Michael Seemann. Dieser hatte im Laufe der Woche <a href="http://mspr0.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in seinem Blog</a> mit einer pauschalen Kritik an der Internetunfähigkeit von Geisteswissenschaftlern eine kontroverse Debatte losgetreten. Im Interview erläutert er seine umstrittene Auffassung.</p>
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		<title>Gesellschaftsbetriebssystem Internet?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/gesellschaftsbetriebssystem-internet-5200/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 20:21:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[re:publica]]></category>
		<category><![CDATA[Whistleblower]]></category>
		<category><![CDATA[OpenLeaks]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Domscheit-Berg]]></category>
		<category><![CDATA[Gunter Dueck]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/gesellschaftsbetriebssystem-internet-5200/</guid>

					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/republica-logo.png" align="left" height="159" width="178" />Derzeit findet in Berlin zum fünften Mal der Bloggerkongress <a href="http://re-publica.de/11/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">re:publica</a> (13.-15. April) statt. Auch politik-digital.de ist vor Ort. Dabei haben wir heute zwei interessante Vorträge zu den Themen „Das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem“ und „OpenLeaks“ mitgeschnitten.
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/republica-logo.png" alt="" width="178" height="159" align="left" />Derzeit findet in Berlin zum fünften Mal der Bloggerkongress <a href="http://re-publica.de/11/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">re:publica</a> (13.-15. April) statt. Auch politik-digital.de ist vor Ort. Dabei haben wir heute zwei interessante Vorträge zu den Themen „Das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem“ und „OpenLeaks“ mitgeschnitten.</p>
<p>Bei der gestrigen Eröffnung der re:publica hatte Mitorganisator Markus Beckedahl, Betreiber des Blogs <a href="http://www.netzpolitik.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">netzpolitik.org</a>, mit der Gründung der Bürgerrechtsorganisation „<a href="http://digitalegesellschaft.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitale Gesellschaft</a>“ bereits für <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,756549,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schlagzeilen gesorgt</a>. Kernziel der Organisation ist es, Nutzerrechte in der digitalen Gesellschaft zu fördern und zu fordern.</p>
<p align="center"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/republica-gunter-dueck.png" alt="" width="480" height="287" /></p>
<p align="center"><strong>(Vortrag von Gunter Dueck)</strong></p>
<p>Ein weiteres erwähnenswertes Ereignis war der <a href="http://re-publica.de/11/blog/panel/das-internet-als-gesellschaftsbetriebssystem" target="_blank" rel="noopener noreferrer">heutige Vortrag</a> des netzaffinen Philosophen <a href="http://www.omnisophie.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gunter Dueck</a> über das Internet als „Gesellschaftsbetriebssystem“. Dueck stellte fest, dass z.B. die Regierung Minister für jede Infrastruktur (Recht, Ernährung, Verteidigung etc.) habe – diese aber müssten in einer Art “Betriebssystem” miteinander vernetzt werden. Zudem mache das Internet fachliches Wissen obsolet. Dueck wörtlich: „Jetzt muss der Lehrer nicht mehr wissen, wie Kästchenrechnen geht. Und was raus kommt. Sondern der Lehrer muss jetzt echt Pädagogik können.“ Das reine Fachwissen stehe in verschiedenen Formaten (Artikel, Bilder, Videos etc.) veranschaulichend im Netz zur Verfügung. Im nächsten Zeitalter gehe es nicht mehr um das Wissen, sondern um das Können! <strong><a href="/wp-content/uploads/gesellschaftsbetriebssystem.mp3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier der MP3-Mitschnitt des Vortrags</a>.</strong></p>
<p align="center"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/republica-domscheit-berg.png" alt="" width="480" height="287" /></p>
<p align="center"><strong>(Vortrag von Daniel Domscheit-Berg)</strong></p>
<p>Auch Daniel Domscheit-Berg, Gründer der Whistleblower-Plattform <a href="http://openleaks.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OpenLeaks</a>, hielt einen Vortrag. Er bezeichnete OpenLeaks als digitale Babyklappe (= Dropbox). Die Alpha-Phase solle demnächst mit sechs ausgewählten Partnern erfolgen. Domscheit-Berg unterstrich, dass er und seine Mitstreiter auf ein nachhaltiges Konzept setzten. Alle Prozesse müssten transparent sein und das Whistleblowing Maßstäben der Ethik und Verantwortung (= Standards) gerecht werden. Es wird eine Zusammenarbeit mit bis zu 100 Partnern angestrebt. Dabei soll es eine 50:50-Aufteilung zwischen NGOs und Medien geben. Sehr wichtig sei darüber hinaus auch eine solide Finanzierung. <strong><a href="/wp-content/uploads/openleaks.mp3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier der komplette MP3-Mitschnitt</a></strong>.</p>
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