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	<title>Datenkrake &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Datenkrake &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>BigBrotherAwards 2016 – Die Rückkehr der Datenkrake</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Apr 2016 16:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[digitalcourage]]></category>
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		<category><![CDATA[Sabine Leutheusser-Schnarrenberger]]></category>
		<category><![CDATA[Datensammlung]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Große Bruder beobachtet dich! Frei nach George Orwells Utopie „1984“, werden heute die „BigBrotherAwards“ in Bielefeld verliehen – ausgezeichnet [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Datenkrake_Frerk-Meyer_flickr_CC-BY-SA-2.0_v2.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-149084 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Datenkrake_Frerk-Meyer_flickr_CC-BY-SA-2.0_v2.jpg" alt="" width="640" height="280" /></a>Der Große Bruder beobachtet dich! Frei nach George Orwells Utopie „1984“, werden heute die „BigBrotherAwards“ in Bielefeld verliehen – ausgezeichnet werden Größen wie das Bundesamt für Verfassungsschutz, change.org und IBM Deutschland. Zudem beteiligt sich die ehemalige Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger mit einem Gastbeitrag.</p>
<p>Seit 2000 verleiht <a href="https://digitalcourage.de/">Digitalcourage e.V.</a> nun die BigBrotherAwards an „Datenkranken“ in Deutschland. Die Verleihung weist auf missbräuchliche Verwendung von Technik und Information hin und will mit den Awards den Diskurs zum Thema Datenschutz intensivieren. Das erste Mal wurden die Awards 1989 in Großbritannien von der Menschenrechtsorganisation <a href="https://www.privacyinternational.org/">Privacy International</a> verliehen. Prominenten Zuspruch erhält die diesjährige Verleihung von der ehemaligen Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Vor dem Hintergrund der Vorratsdatenspeicherung, PNR-Fluggastdatenspeicherung und Co. verteidigt sie das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und den Schutz der Privatsphäre gegenüber staatlichen Institutionen.</p>
<h3>Diesjährige Preisträger: Verfassungsschutz, Change.org, IBM Deutschland und viele mehr</h3>
<p>Besser kann es eigentlich nicht passen: pünktlich zu „65 Jahren Verfassungsschutz“, wird das Bundesamt in der Kategorie „Lifetime“ mit einer „Datenkrake“ geehrt. Laudator Dr. Rolf Gössner beschreibt den Verfassungsschutz als im Kalten Krieg geprägten, antikommunistischen, skandalgeneigten und intransparenten Inlandsgeheimdienst. Erstaunt sei er nur, dass dieser trotz Lizenz zur Infiltration, Täuschung und Desinformation erst jetzt durch die BigBrotherAwards ausgezeichnet wird.</p>
<p>Kritikwürdig ist ebenfalls die Strategie von Change.org, dem diesjährigen Preisträger der Kategorie „Wirtschaft“. Zielstrebig wurde das Unternehmenskonzept laut der Laudatoren auf Datenmissbrauch ausgelegt; nun wird Geld mit dem Verkauf personenbezogener Daten gemacht. Strategie: entgegen europäischer und deutscher Datenschutzbestimmungen sammelt das Unternehmen nicht nur Namen, Adressen und Mailadressen von PetitionsunterzeichnerInnen, sondern auch Informationen zu den unterstützten Petitionen. Mit den Informationen über gesellschaftliche, soziale und politische Positionen der UnterzeichnerInnen, könnten so Meinungsbildungsprozesse gezielt beeinflusst werden. Da fällt es nur gering ins Gewicht, dass es auch nicht für notwendig erachtet wird, die unzulässigen Datenschutzregeln von Change.org auf einen aktuellen Stand zu bringen. Personenbezogene Daten von NutzerInnen werden trotz des für unwirksam erklärten „Safe Habour“-Abkommens weiterhin in den USA gespeichert.</p>
<p>In eine Reihe mit diesen Größen reiht sich dieses Jahr auch die IBM Deutschland GmbH mit seinem „Social Dashboard“ im firmeneigenen sozialen Netzwerk „Connections“. Die findige Idee des Unternehmens: ArbeitnehmerInnen anhand ihrer sozialen Reputation „qualitativ“ bewerten. Der soziale Status wird dabei durch das Vernetzungsverhalten der MitarbeiterInnen sowie dem „teilen“ und „liken“ von Nachrichten und Kommentaren in „Social Scores“ errechnet. Die JurorInnen sagen: IBM Deutschland hat sich den Preis in der Kategorie „Arbeitswelt“ verdient!</p>
<p>Die Berliner Verkehrsbetreibe BVG punkten mit ihrer Idee elektronischer Fahrkarten, die das Fahrverhalten von KundInnen abspeichern, bei den diesjährigen Awards in der Kategorie „Technik“. Auch die Generali-Versicherung wird mit einem Preis in der Kategorie „Verbraucherschutz“ geehrt, Anreizprogramme die dazu anregen das eigene Fitness- und Einkaufverhalten zu melden und Bonuspunkte abzugreifen müssen sich schließlich auszahlen. Hier gibt’s die Datenkrake für das bewusste Aushebeln unseres Sozialsystems.</p>
<p>Die Verleihung kann am 22.04.2016 ab 18 Uhr im „<a href="https://bigbrotherawards.de/stream">Live-Stream</a>“ verfolgt werden.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/greenoid/10491083295/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Datenkrake in ihrem Versteck</a> by <a href="https://www.flickr.com/photos/greenoid/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frerk-Meyer</a> via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a> is licensed under <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Die Zukunft der Privatsphäre</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 17:26:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Datenkrake]]></category>
		<category><![CDATA[informationelle Selbstbestimmung]]></category>
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		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
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		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/facebook-privatsphaere.jpg" height="99" width="185" align="left" />Die Kampagnen und Initiativen für eine verbesserte Datenschutzpolitik bei Facebook mehren sich nicht nur, sondern scheinen auch erste Spuren zu hinterlassen – so ernannte Facebook erst kürzlich eine Datenschutzbeauftragte. Dennoch müssen große Datensammler noch weitaus mehr tun, um Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu schaffen. Gefragt ist aber auch die Selbstverantwortung der Nutzer.
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/facebook-privatsphaere.jpg" width="185" height="99" align="left" />Die Kampagnen und Initiativen für eine verbesserte Datenschutzpolitik bei Facebook mehren sich nicht nur, sondern scheinen auch erste Spuren zu hinterlassen – so ernannte Facebook erst kürzlich eine Datenschutzbeauftragte. Dennoch müssen große Datensammler noch weitaus mehr tun, um Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu schaffen. Gefragt ist aber auch die Selbstverantwortung der Nutzer.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Facebook hat mit ca. 20 Millionen Nutzern in Deutschland und ca. 750 Millionen weltweit eine Quasi-Monopolstellung unter den sozialen Netzwerken erreicht. Für viele Menschen ist die Nutzung dieses Angebots aus beruflichen oder privaten Gründen zu einem wichtigen Bestandteil ihrer alltäglichen Bewegung im Lebensraum Internet geworden. So erklärt sich auch der vermeintliche Widerspruch, dass rund 90 Prozent der deutschen Internetnutzer laut einer von TNS Emnid im Auftrag von Ketchum Pleon durchgeführten <a href="http://www.ketchum.de/sites/default/UserFiles/file/ketchum_pleon_de/KP_Umfrage_Datenschutz_Internet.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">repräsentativen Umfrage</a> den Umgang von Facebook mit persönlichen Daten für bedenklich halten, mehr als jeder Vierte aller Befragten es aber dennoch regelmäßig nutzt.</p>
<p>In immer kürzeren Abständen integriert Facebook neue Funktionen, wie zuletzt die Gesichtserkennung, die häufig auch der Sammlung und Archivierung von Nutzerdaten dienen, ohne umfassend darüber aufzuklären. Neue Funktionen machen teilweise auch Änderungen in den <a href="https://www.facebook.com/about/privacy/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Datenschutzbestimmungen</a> oder den Allgemeinen Geschäftsbestimmungen (AGB) notwendig und sind nach Einführung standardmäßig in den Profilen aktiviert. Das bedeutet: Es sind proaktive Eingriffe der registrierten Nutzer notwendig, um gegebenenfalls unerwünschte Funktionalitäten wie die Frei- oder Weitergabe persönlicher Informationen an Dritte (z. B. Unternehmen) zu unterdrücken. Manche dieser Funktionen wie die Erfassung von Adressbüchern in Mobiltelefonen betreffen auch unbeteiligte Dritte, die selbst nicht bei Facebook registriert sein müssen.</p>
<p>Als Konsequenzen dieser Praxis drohen Datenmissbrauch oder die unerwünschte Verknüpfung und Zentralisierung von Nutzerdaten. Außerdem speichert Facebook die Daten von Usern (Fotos, Beiträge etc.) längerfristig – auch wenn diese vom Nutzer vermeintlich gelöscht werden oder er seinen Account kündigt. Diese Form der Vorratsdatenspeicherung ist datenschutzrechtlich problematisch. Kritikwürdig ist ebenfalls, dass Facebook seine Nutzer nicht über Änderungen in den AGB informiert, es sei denn, man „liked“ die „<a href="https://www.facebook.com/fbsitegovernance" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook Site Governance</a>“. Diese Seite, die nur in englischer Sprache existiert, kennen weltweit lediglich zwei Millionen Facebook-Nutzer. Zuletzt hatte schließlich die Ankündigung von Facebook zur Einführung einer <a href="http://www.zeit.de/2011/40/Facebook-Timeline" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sogenannten Timeline</a> für enormes Aufsehen und Kritik gesorgt. Es scheint, dass diese Praxis nicht zuletzt auch wegen der relevanten Markt- und Marketingmacht von Facebook in Politik und Wirtschaft stillschweigend toleriert wird.</p>
<p align="center">
<iframe src="http://www.youtube.com/embed/4Qdl1ILBOqM" width="480" height="315" frameborder="0"></iframe></p>
<div align="center"><b>Das Facebook-Privatsphären-Einmaleins</b></div>
<p>(-&gt; Das Video ist zwar nicht auf dem aktuellen Stand, aber immer noch empfehlenswert – Tipps zur neuen Timeline <a href="http://youtu.be/PMVDxrvZ9-k" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gibt es beispielsweise von </a><a class="author" href="http://www.youtube.com/user/CNETTV" rel="author">CNET-TV</a>)</p>
<p>Derlei Datensammelwut treibt Datenschützer wie Thilo Weichert vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) auf die Palme. Der Jurist droht Webseitenbetreibern in Schleswig-Holstein damit, Bußgelder von bis zu 50.000 Euro zu verhängen, wenn diese nicht den „Like-Button“ von Facebook auf ihren Seiten entfernen und ihre Fanseiten löschen. Denn bei der Nutzung der Facebook-Dienste erfolge eine Datenweitergabe von Verkehrs- und Inhaltsdaten in die USA sowie eine qualifizierte Rückmeldung an den Betreiber hinsichtlich der Nutzung des Angebots &#8211; die sogenannte Reichweitenanalyse. Dies ist laut Weichert in jetziger Form rechtswidrig. <a href="/thilo-weichert„uns-geht-es-nicht-um-zoff-sondern-um-ueberzeugung“" target="_blank" rel="noopener noreferrer">In einem Interview mit politik-digital.de</a> vom August stellte er fest, dass das „europäische und das deutsche Datenschutzrecht fordern, dass beim Setzen von Cookies zur Profilbildung die Betroffenen hierüber informiert werden und ihnen eine aktive Wahlmöglichkeit gegeben wird, ja dass sie hierfür eine Einwilligung erteilen. Diese Informationen und Optionen werden von Facebook nicht angeboten.“ Weicherts Datenschutz-Kritik mag zwar grundsätzlich richtig sein. Es ist jedoch illusorisch zu denken, Schleswig-Holstein würde durch die von ihm angekündigten Maßnahmen „facebookfrei“ werden. Befindet er sich also auf dem Holzweg? Unabhängig davon, dass er in erster Linie die Nutzer bestraft und nicht Facebook selbst, greift sein Ansatz jedenfalls viel zu kurz und ist kontraproduktiv – eine solche Insellösung kann nicht funktionieren. Ende vergangener Woche <a href="http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/facebook579.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">lehnten es gar die Staatskanzlei und das Wirtschaftsministerium von Schleswig-Holstein ab</a>, dem Aufruf Weicherts zu folgen und ihre Facebook-Seiten zu löschen, da diese ein wichtiges Kommunikationsmittel seien.</p>
<p>Jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten. Daher sind andere Maßnahmen nötig, um die informationelle Selbstbestimmung der Nutzer im Lebensraum Internet zu stärken. Dazu gehört die Schaffung transparenter Strukturen bei Unternehmen wie Facebook, Google, Apple und Co., aber auch bei staatlichen Stellen (Stichwort: Vorratsdatenspeicherung) sowie eine bestmögliche Kontrolle des Nutzers selbst über die über ihn erhobenen bzw. gespeicherten Daten. In diesem Zusammenhang ist die sogenannte <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,749831,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Post-Privacy“-Bewegung</a> interessant. Deren Vertreter, wie die <a href="http://blog.spackeria.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">datenschutzkritische Spackeria</a>, gehen davon aus, dass die klassische Privatsphäre ein Relikt der vordigitalen Ära ist und Datenschutz nicht mehr funktioniert. Auch bei der Piratenpartei gibt es <a href="http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/oktober/parlament-geentert-piraten-an-bord" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine aktuelle Debatte</a> im Spannungsfeld zwischen informationeller Selbstbestimmung und Post-Privacy-Position. In ihrem <a href="http://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm#Privatsph.C3.A4re_und_Datenschutz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Parteiprogramm</a> spricht sie sich jedoch klar für das Recht auf Wahrung der Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung aus.</p>
<p>Einen gedanklichen und konkreten Schritt weiter als Datenschützer Thilo Weichert sind die Aktivisten der österreichischen Initiative “<a href="http://www.europe-v-facebook.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Europe versus Facebook</a>”, die auf juristischem Wege den Datenschutz von Facebook auf den Prüfstand stellen lassen. <a href="/europa-gegen-facebook" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Im Interview mit politik-digital.de</a> hatte der Mitinitiator Max Schrems kürzlich bekannt, dass er selbst gerne Facebook nutze und der Devise „verbessern statt verweigern“ folge. Das scheint ein guter Ansatz zu sein. Die Initiative reichte mittlerweile <a href="http://www.europe-v-facebook.org/DE/Anzeigen/anzeigen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">22 Beschwerden</a> bei der irischen Datenschutzkommission gegen „Facebook Ireland Ltd“ ein, das seinen Sitz in Dublin hat und mit dem alle Nutzer außerhalb der USA und Kanadas ein Vertragsverhältnis haben. Eine erste Reaktion von Facebook war das Versprechen, an einem System zu arbeiten, das Nutzern eine vollwertige Auskunft über die verwendeten Daten gibt. Zudem gab Facebook Ireland Ltd auf Anfrage Nutzerdaten heraus – jedoch nicht vollständig. Begründet wurde dies damit, dass die restlichen Nutzerdaten „Geschäftsgeheimnisse“ seien. Zudem <a href="http://www.europe-v-facebook.org/missing_data.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seien weitere Daten</a> „überproportional schwierig“ zu übermitteln und „geistiges Eigentum“ von Facebook: Zu diesen Informationen gehören beispielsweise Daten aus dem Gesichtserkennungsprogramm wie auch die auf externen Webseiten mittels „Like-Button“ gesammelten Daten.</p>
<p align="center">
<iframe src="http://www.youtube.com/embed/SmRdsVvOYsg" width="480" height="315" frameborder="0"></iframe></p>
<p align="center"><b>Video von Extra3: Willkommen bei Facebook<br />
</b></p>
<p>Doch trotz des „Mauerns“ von Facebook verstärkt sich der Druck durch öffentlichkeitswirksame Aktionen wie “Europe versus Facebook”. Die jüngste Ernennung der Anwältin Erin Egan zur Datenschutzbeauftragten des Internetriesen ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung – der jedoch bei weitem nicht ausreicht. Sicherlich ist es kein Zufall, dass Facebook kurze Zeit nach dem Start von Google+ einige Features überarbeitet hat. Doch auch Google ist ein ungezähmter Datensammler und kein vertrauensvollerer Makler.</p>
<p>Grundsätzlich ist nichts gegen staatliches Handeln einzuwenden, das hilft, den Datenschutz bei Facebook und anderen „Datenkraken“ zu verbessern, wenn dieses nicht den Charakter von Zensur und unverhältnismäßiger Überwachung in sich trägt. Solch ein politisches Engagement verpufft jedoch, wenn es nur auf Länderebene erfolgt. Vielmehr sollte es den Erfordernissen einer global vernetzten Welt entsprechend auf internationalem Terrain geschehen. Schließlich lassen sich Konzerne wie Facebook, Google und Co., die sowohl offline als auch online transnational agieren, weniger von auf einzelne Staaten oder Regionen beschränkte politische Maßnahmen beeindrucken. Dies scheint die EU-Justizkommissarin Viviane Reding <a href="http://www.zeit.de/2011/40/Interview-Reding" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ähnlich zu sehen</a>. Sie spricht sich für eine Novellierung der europäischen Datenschutzrichtlinie aus, um Bürgern mehr Mittel an die Hand zu geben, ihre Rechte in punkto Datenschutz in der Praxis durchsetzen zu können. Hier Übereinkünfte zu erzielen, ist kurzfristig betrachtet zwar realistischer, doch auch weltweite Vereinbarungen müssen längerfristig zusätzlich erwogen werden.</p>
<p>Für den Nutzer muss transparent und nachvollziehbar sein, wie und wofür Internetkonzerne bestimmte Daten verwenden. Es muss dafür Sorge getragen werden, dass mit deren Erhebung kein Missbrauch betrieben wird und diese zuvorderst im Sinne der Nutzer verwendet werden – z.B. zur Optimierung von Kommunikationsprozessen. Mindestens ebenso wichtig ist jedoch ein aufgeklärter und selbstverantwortlich handelnder Bürger, der sich der Konsequenzen der Preisgabe seiner Daten im Internet bewusst ist. Es müssen also sowohl die informationelle Selbstbestimmung als auch der bewusste Umgang mit dem Internet (Stichwort: Medienkompetenz) gefördert werden – und keinesfalls die staatliche Bevormundung!  Informationsdiensten wie Facebook könnten mittel- bis längerfristig staatliche Eingriffe auf internationaler Ebene drohen, wenn sie ihre Geschäftsmodelle mit Blick auf die Datenverarbeitung nicht transparenter und datenschutzfreundlicher gestalten und der Unmut dagegen weiter wächst: So hat der US-amerikanische IT-Sicherheitsexperte Jon Callas <a href="http://www.zeit.de/2011/40/Jon-Callas-ueber-Facebook" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kürzlich die These aufgestellt</a>, dass große Datensammler als „Grundversorgungsunternehmen der Informationsbeschaffung und des Gedankenaustauschs“ eines Tages „unter staatliche Aufsicht gestellt oder gar vom Staat betrieben“ werden könnten. Letzteres dürfte weder im Interesse dieser Unternehmen, noch im Interesse derjenigen sein, die für ein freies Netz einstehen.</p>
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		<title>Oscars für die Datenkraken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Apr 2011 12:04:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Big Brother Award]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
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		<category><![CDATA[Datenkrake]]></category>
		<category><![CDATA[Zensus2011]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="259" height="58" align="left" src="/sites/politik-digital.de/files/110404_bigbrotherawards01_1.png" />George Orwells Roman &#34;1984&#34; ist nicht nur düstere Vision, sondern auch Vorbild für viele Initiativen zur Verhinderung eines totalen Überwachungsstaates. So auch für die BigBrotherAwards, die am vergangenen Freitag vom <a target="_blank" href="http://www.foebud.org" rel="noopener noreferrer">FoeBuD e.V.</a> zum 11. Mal verliehen wurden. Zu den Preisträgern zählten u.a. Facebook, Apple und der Zensus2011. 
<p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/110404_bigbrotherawards01_1.png" width="259" height="58" align="left" />George Orwells Roman &#8220;1984&#8221; ist nicht nur düstere Vision, sondern auch Vorbild für viele Initiativen zur Verhinderung eines Überwachungsstaates. So auch für die BigBrotherAwards, die am vergangenen Freitag vom <a href="http://www.foebud.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FoeBuD e.V.</a> zum 11. Mal verliehen wurden. Zu den Preisträgern zählten u.a. Facebook, Apple und der Zensus2011.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Es verwundert nicht, dass die auf Fehlentwicklungen und schwarze Schafe beim Thema Datenschutz hinweisenden <a href="http://www.bigbrotherawards.de/2011" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BigBrotherAwards</a> nur selten persönlich von den Gewinnern entgegengenommen werden. Doch Gert G. Wagner, Vorsitzender der Zensuskommission, fasste sich ein Herz und nahm die Negativ-Auszeichnung für die als &#8220;Zensus2011&#8221; bezeichnete Vollerfassung der Bevölkerung entgegen. Dabei <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Zensus-2011-Wir-sind-kein-Big-Brother-sondern-Gerechtigkeitsdienstleister-1220732.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">verteidigte er</a> die umstrittene Volkszählung mit dem Verweis auf die Herstellung von Gerechtigkeit beim nationalen und europäischen Zahlungsausgleich (zu der am 9. Mai 2011 <a href="https://www.zensus2011.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">startenden Zählung</a> bereitet politik-digital.de aktuell einen Artikel vor).</p>
<p align="center"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/110404_bigbrotherawards02.jpeg" width="300" height="208" /></p>
<p>In der Kategorie &#8220;Politik&#8221; wurde der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) prämiert. Er hatte 2010 beim Castor-Transport im Wendland den <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,729515,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einsatz einer Polizei-Drohne</a> genehmigt. Die <a href="http://www.bigbrotherawards.de/2011/.comm1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Preisverleihung an Facebook</a> im Bereich &#8220;Kommunikation&#8221; für seine Datensammelwut überrascht kaum: ein janusköpfiges Wesen eben! &#8211; Die BigBrotherAwards <a href="http://www.bigbrotherawards.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">werden international</a> von Privacy International (PI) und weiteren Menschenrechtsgruppen präsentiert.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>BigBrotherAwards 2007: Auszeichnung für Datenkraken</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/bigbrotherawards-2007-auszeichnung-fuer-datenkraken-3510/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Oct 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[FoeBuD]]></category>
		<category><![CDATA[Bigbrotherawards]]></category>
		<category><![CDATA[Datenkrake]]></category>
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					<description><![CDATA[Über 500 Nominierungen - der Jury fiel es 2007 so schwer wie noch nie, den <a href="http://bigbrotherawards.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BigBrotherAward</a> für die größten Datensammler in Deutschland zu vergeben. Am 12. Oktober fand die Verleihung der vom <a href="http://www.foebud.org/impressum" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FoeBuD e.V.</a> vergebenen Anti-Auszeichnungen in Bielefeld statt.
<p>
&#160;
</p>
<div style="text-align: center">
<img src="/metablocker/uploads/www.bba.de.jpg" border="0" height="87" hspace="5" width="350" />
</div>
<p>
&#160;
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Über 500 Nominierungen &#8211; der Jury fiel es 2007 so schwer wie noch nie, den <a href="http://bigbrotherawards.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BigBrotherAward</a> für die größten Datensammler in Deutschland zu vergeben. Am 12. Oktober fand die Verleihung der vom <a href="http://www.foebud.org/impressum" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FoeBuD e.V.</a> vergebenen Anti-Auszeichnungen in Bielefeld statt.</p>
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</p>
<div style="text-align: center">
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<p><!--break--></p>
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Eines gleich vorweg: Trotz Diskussion um Online-Durchsuchung und Bundestrojaner &#8211; Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble bekam keine Auszeichnung. Denn auch andere Politiker machten durch eifriges Datensammeln auf sich aufmerksam: In der Kategorie Politik gewann Bundesfinanzminister Peter Steinbrück für die Einführung einer Steuer-Identifikationsnummer, die jedem Bundesbürger lebenslang zugeordnet wird. Bundesjustizministerin Zypries überzeugte die Jury mit dem Gesetzentwurf zur Vorratsdatenspeicherung. Dafür gab es den BigBrotherAward in der Kategorie Information.
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Generalbundesanwältin Monika Harms machte sich mit ihrem Vorgehen gegen die Gegner des G8-Gipfels keine Freunde unter den Internetnutzern und auch nicht in der Jury des BigBrotherAwards. Für Maßnahmen wie Geruchsproben und Briefkontrolle erhielt sie den Preis in der Kategorie Behörden und Verwaltung und sicherte sich auch den Publikumspreis als<br />
&quot;fragwürdigste Preisträgerin&quot;.
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In der Kategorie Wirtschaft fiel 2007 besonders die Deutsche Bahn AG negativ auf. Den Preis verdiene das Unternehmen für Videoüberwachung, Schalterschließungen, personalisierte Fahrkarten und einen versteckten RFID-Chip in der Bahncard 100, begründete die Jury ihre Entscheidung.
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Im Bereich Technik tat sich die PTV Planung Transport Verkehr als Datenkrake hervor. Das Unternehmen entwickelte ein System zur individuellen Berechnung der Kfz-Versicherung. Das Problem: Dieses System zeichnet Fahrtroute und Fahrverhalten auf &#8211; und meldet diese Daten an die Versicherung.
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Die Novartis Pharma GmbH bekam die Auszeichnung in der Kategorie Arbeitswelt. Begründung der Jury: Durch die Überwachung der eigenen Mitarbeiter verletze das Unternehmen grundlegende Persönlichkeitsrechte.
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In der Kategorie Verbraucherschutz gab es gleich eine ganze Gruppe von Preisträgern: Internationale Hotelketten wie z.B. Hyatt, Mariott, Intercontinental würden persönliche Daten ihrer Gäste speichern &#8211; ohne deren Wissen.
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Auf regionaler Ebene qualifizierte sich die Behörde für Bildung und Sport der Freien und Hansestadt Hamburg als Datenkrake. Die Jury kritisierte die Senatorin für Bildung und Sport, Alexandra Dinges-Dierig, für die Einrichtung eines Schülerzentralregisters. Dieses habe den Zweck, ausländische Familien ohne AUfenthaltserlaubnis aufzupüren, so die Jury in ihrer Begründung.
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Der FoeBuD e.V. (Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V.) vergibt die deutschen BigBrother Awards seit 2000 an &quot;Firmen, Organisationen und Personen, die in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen oder persönliche Daten Dritten zugänglich machen.&quot;</p>
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