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	<title>David Weinberger &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Lesen! Ein Hoch auf die Unordnung&#8230;.</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Sep 2007 22:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[David Weinberger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
Mit dem Buch „Everything is miscellaneous“ verfolgt <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/David_Weinberger">David Weinberger</a> eine einfache Grundidee. Er vergleicht die Speicherung von Wissen und Darstellung von Informationen im analogen und digitalen Raum. Auch wenn das Wort „Tagging“ explizit erst auf Seite 92 fällt, stellt Weinberger
durch die Auseinandersetzungen mit der langen Tradition der Metadatenerschließung dar, welche Vorzüge Folksonomies, die durch das gemeinschaftliche, freie Indexieren von Inhalten entstehen, gegenüber rigiden hierarchischen Ordnungsmodellen entfalten können.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
Mit dem Buch „Everything is miscellaneous“ verfolgt <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/David_Weinberger">David Weinberger</a> eine einfache Grundidee. Er vergleicht die Speicherung von Wissen und Darstellung von Informationen im analogen und digitalen Raum. Auch wenn das Wort „Tagging“ explizit erst auf Seite 92 fällt, stellt Weinberger<br />
durch die Auseinandersetzungen mit der langen Tradition der Metadatenerschließung dar, welche Vorzüge Folksonomies, die durch das gemeinschaftliche, freie Indexieren von Inhalten entstehen, gegenüber rigiden hierarchischen Ordnungsmodellen entfalten können.<!--break-->
</p>
<p>
In<br />
Weinbergers Worten: Es gibt keinen Grund weshalb Wissen so organisiert<br />
sein sollte wie unser Wäscheschrank. Während in letzterem alles seinen<br />
Platz hat, liegt der Vorteil digitaler Daten in der Vielfalt an<br />
möglichen Darstellungsformen.
</p>
<p>
Anhand zahlreicher Beispiele zeigt<br />
Weinberger, dass etablierte Klassifikationen und Kategoriensysteme nur<br />
eine mögliche Sicht der Dinge darstellen.<br />
Die Lektüre bildet eine unterhaltsame tour d’horizon durch die<br />
Geschichte der Konstruktion von Ordnung – und ihres Zerfalls. So<br />
erfährt man, dass die alphabetische Sortierung eine keineswegs<br />
unstrittige Erfindung darstellte, eine Innovation, die erst erlernt<br />
werden und Akzeptanz finden musste.
</p>
<p>
Ebenso interessant sind die<br />
Schilderungen der Genese von Ordnungsmodellen in den<br />
Naturwissenschaften. Das Periodensystem der chemischen Elemente wurde<br />
zunächst entlang des Gewichts der Atome strukturiert, erst später wurde<br />
die Anzahl der Protonen als Sortierkriterium eingeführt. Waren die<br />
alten Griechen sich einer kosmischen Harmonie der Planentenbahnen noch<br />
sicher, ist inzwischen strittig, was denn ein Planet überhaupt sei.<br />
Carl von Linné, Begründer der biologischen Taxonomie, sah in seiner<br />
Systema naturae eine ziemlich chaotische Klasse der Würmer vor, die<br />
erst später von Lamarck ausdifferenziert wurde.<br />
„Miscellaneous“ (deutsch „Vermischtes“) bezeichnet in vielen<br />
Informationsangeboten die Restkategorie, das „Sonstige“, das nirgendwo<br />
einen Platz hat.
</p>
<p>
Ist diese Art der Wissensorganisation tatsächlich<br />
erstrebenswert? Weinberger argumentiert hauptsächlich mit den Defiziten<br />
festgelegter Strukturen. Die Dewey Dezimalklassifikation, ein System,<br />
das im 19. Jahrhundert entwickelt wurde und noch heute weltweit in<br />
200.000 Bibliotheken (unter anderem der Deutschen Nationalbibliothek)<br />
Verwendung findet, spiegelt in weiten Teilen den Lehrplan und<br />
Erfahrungshorizont des frisch graduierten Collegestudenten Melvil Dewey<br />
wieder. Das Resultat ist eine eurozentrische, in vielen Fällen<br />
widersprüchliche und unstimmige „Weltordnung“.
</p>
<p>
Durch die Prominenz von<br />
Social Tagging Systemen ändert sich die Definitionshoheit:<br />
Idiosynkratisch vegebene Metadaten vieler Nutzer wirken zusammen, so<br />
dass dynamisch generierbare Ordnungen entstehen und in ihrer<br />
Konstruiertheit erfahrbar werden. Die Netzwelt demaskiert damit die<br />
impliziten Machtverhältnisse, die tradierte Formen der<br />
Wissensorganisation mit sich bringen.<br />
Weitere Informationen finden sich im<a href="http://www.everythingismiscellaneous.com/"> Blog zum Buch </a>(engl.).<br />
Wer zum Thema Social Tagging dikutieren will: Am 30.11. ist Thorsten<br />
Hampel, Juniorprofessor für Digitale und Kooperative Medien am<br />
Department of Knowledge and Business Engineering der Universität Wien,<br />
als Chatgast eingeladen!</p>
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