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	<title>Democracy &#8211; politik-digital</title>
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		<title>&#8220;Im Rausch der Daten&#8221;: Sehenswerte Doku zum EU-Poker um den Datenschutz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Nov 2015 09:22:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[„Democracy – Im Rausch der Daten“ ist eine spannende Dokumentation von David Bernet, in der Viviane Reding und Jan Philipp [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Albrecht.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-147457 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Albrecht.jpg" alt="Teaser-Albrecht" width="640" height="320" /></a>„Democracy – Im Rausch der Daten“ ist eine spannende Dokumentation von David Bernet, in der Viviane Reding und Jan Philipp Albrecht durch den Prozess der europäischen Datenschutzverordnung begleitet werden. politik-digital.de war bei der Premiere in Berlin dabei.</p>
<p>20 Jahre. So alt ist die bestehende Datenschutzrichtlinie der Europäischen Union. 1995 steckte das Internet noch in seinen Kinderschuhen und das Potential von Daten sowie deren Erhebung und Verarbeitung war noch nicht bekannt. Auf diesen Regelungen basiert der heutige Datenschutz in Europa. Die Überarbeitung des Gesetzes war dringend angeraten. Und so präsentierte die damalige EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft Viviane Reding der europäischen Öffentlichkeit einen Vorschlag für ein neues Datenschutzgesetz, das dem digitalen Zeitalter entsprechen sollte. Der Gesetzgebungsprozess der Europäischen Union begann.</p>
<h3>Ein neuer Goldstandard für den Datenschutz</h3>
<p>„Democracy – Im Rausch der Daten“ zeichnet den Weg der neuen europäischen Datenschutzverordnung durch das Parlament nach. Dafür begleitete Regisseur David Bernet Viviane Reding und den Berichterstatter Jan Philipp Albrecht von den Grünen bei deren Kampf für den Datenschutz. Der Zuschauer erhält dabei exklusive Einblicke in den Gesetzgebungsprozess des Europäischen Parlaments, die Debatten in den Ausschüssen, Hintergrundgespräche sowie die Arbeit von Lobbyisten und Datenschützern. Die Debatte um den neuen Datenschutz ist jedoch mehr als nur ein Feilschen um Paragraphen. Es geht um ganz grundsätzliche Fragen: Freiheit, Geld, Zukunft.</p>
<p>Die ganze Welt schien während des Prozesses auf die EU zu blicken, da die möglichen Regelungen neue Maßstäbe beim Thema Datenschutz setzen könnten – ein „Goldstandard“. Der Vergleich zum Edelmetall ist dabei nicht so abwegig. „Daten sind Geld“, betont der IT-Wirtschafts- und Datenschutzanwalt Paolo Balboni, der den Weg der Verordnung begleitete. „Es geht immer um Daten. In unserem Leben dreht sich alles darum, man sammelt Daten oder man gibt sie her. Daten sind eine Währung.“ Ein Thema von mittlerweile solch gesellschaftlicher Relevanz braucht einen gesetzlichen Rahmen. Ziel des Datenschutzgesetzes war ein gemeinsames Regelwerk für die EU, um sie für das digitale Zeitalter vorzubereiten – auch wenn wir uns schon längst darin befinden.</p>
<h3>Der Kampf beginnt</h3>
<figure id="attachment_147455" aria-describedby="caption-attachment-147455" style="width: 198px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Democracy_Plakat_300dpi.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-147455" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Democracy_Plakat_300dpi-305x431.jpg" alt="" width="198" height="280" /></a><figcaption id="caption-attachment-147455" class="wp-caption-text">&#8220;Democracy &#8211; Im Rausch der Daten&#8221;, 2015, Buch &amp; Regie: David Bernet, Produktion: INDI FILM GmbH, ab 12.11.2015 im Kino</figcaption></figure>
<p>Aber die Relevanz des Datenschutzes war zum Zeitpunkt von Redings Vorstoß nicht im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen. Es würde ein schwieriger Kampf, den die EU-Kommissarin bestreiten muss. Gemeinsam mit Berichterstatter Jan Philipp Albrecht, Europaparlamentarier der Grünen, nahm sie diesen „Krieg“, wie der Gesetzgebungsprozess zwischenzeitlich von Beteiligten beschrieben wurde, auf. An zwei Fronten sieht man die beiden Politiker kämpfen: Albrecht im Parlament, Reding im Europäischen Rat. Dabei baut man als Zuschauer eine Beziehung zu den beiden Politikern auf, wodurch ein für eine Dokumentation interessanter Spannungsbogen entsteht.</p>
<p>Dabei kämpfen sie nicht nur gegen skeptische Regierungschefs, die ihren Einfluss über den Rat, der ebenfalls zustimmen muss, geltend machen. Auch eine Armada von Lobbyisten, die im Interesse der Wirtschaft einen möglichst laschen Datenschutz durchsetzen möchten, steht ihnen gegenüber. „Democracy – Im Rausch der Daten“ zeigt den Druck, den die Interessenvertreter auf alle Beteiligten ausüben. Sogar ein seltener Einblick in Gespräche zwischen Lobbyisten und Parlamentariern wird geboten.</p>
<h3>Live am Verhandlungstisch</h3>
<p>Regisseur David Bernet gelingt eine für eine Dokumentation untypisch spannende Inszenierung, die dem Zuschauer das Gefühl vermittelt, selbst am Verhandlungstisch zu sitzen. Mit Einzelinterviews und Pressekonferenzen werden die aktuellen Entwicklungen und Gedanken der Akteure nachgezeichnet. Der Stil des Films überrascht ebenfalls: die Dokumentation ist vollständig in schwarz-weiß gehalten. „Schon zu Beginn des Projekts war klar, dass wir für diesen Film eine Ästhetik brauchen, die sich so weit wie möglich abhebt von dem, was man gewöhnlich visuell mit der EU und Brüssel verbindet“, so der Regisseur. Auf eine Synchronisation der Protagonisten verzichtet er ebenfalls, stattdessen werden die Aussagen untertitelt. Dadurch entstehen O-Töne, die dem Film eine zusätzliche Authentizität verleihen.</p>
<p>Dank der, laut Albrechts Aussage, „professionellen Arbeit des Filmteams“ entstehen ungeschönte Bilder der Verhandlungen. Irgendwann vergaßen die Beteiligten, dass sie gerade unter Beobachtung stehen. Auf der Filmpremiere in Berlin gibt Jan Philipp Albrecht zu: „Ich bin mit dem Mikro sogar aufs Klo gegangen.“ Die meisten Akteure waren wohlwollend gegenüber dem Filmteam. Vor allem die Europäischen Institutionen haben laut Regisseur Bernet verstanden, „dass bei diesem Projekt etwas geschieht, was dringend nötig ist: den Bürgern Europas einen Einblick und ein Verständnis für die Wirklichkeit europäischer Politik zu verschaffen.“ Nur dem Ministerrat schienen die Kamerateams „auf den Keks“ zu gehen, wie Viviane Reding es formulierte. Mit alltäglichen Szenen aus Brüssel versucht Bernet dabei auch die Nähe der Räume zu zeigen: Leben und Politik finden direkt nebeneinander statt.</p>
<p>Zweifelsohne glückt es David Bernet, den europäischen Gesetzgebungsprozess stimmig wiederzugeben, auch mit seinen typischen Eigenheiten. Zusätzlich betont der Film die gesellschaftliche Relevanz und Dringlichkeit des Datenschutzes, gemessen an der Lobbyarbeit und der höchsten Zahl an Änderungsanträgen für eine EU-Verordnung aller Zeiten (knapp 4.000). Dabei werden vor allem die Probleme des Berichterstatters Jan Philipp Albrecht aufgezeigt, der die Interessen aller Beteiligten unter einen Hut bringen muss. Eine schier unlösbare Aufgabe mit kurzen resignierenden Momenten des Grünen-Politikers: „Das schaffen wir nie.“</p>
<h3>Und dann kam Snowden</h3>
<p>Im Juni 2013 tauchte jedoch ein „game changer“ auf: Edward Snowdens Enthüllungen zu den Überwachungspraktiken der Vereinigten Staaten werden zum Wendepunkt des stockenden Gesetzgebungsprozesses. „Der Prism-Fall hat uns wachgerüttelt“, stellt Viviane Reding fest. Eine Datenschutz-Aktivistin fügt hinzu: „Was Snowden aufgedeckt hat, beeinflusst diesen Prozess entscheidend. Es macht deutlich, dass Daten nicht nur Macht bedeuten, sondern auch als Waffe eingesetzt werden können.“</p>
<p>Und plötzlich springt der Film vier Monate weiter. Es herrscht auf einmal Einigkeit, die Bearbeitung der Änderungsanträge ist abgeschlossen. Das ist einer der wenigen Kritikpunkte an der sonst so stimmigen Dokumentation. Denn der Schritt von Snowden zum Ende des Gesetzgebungsprozesses bleibt unklar. Fraglich ist am Ende auch, welche Seite sich eher durchgesetzt hat, auch wenn man vom Gefühl her den Sieg auf der Seite der Datenschützer wähnt.</p>
<h3>Keine vollständige Offenheit</h3>
<p>Und trotz der Transparenz der europäischen Institutionen, die erstmalig einen umfassenden Einblick in ihre Arbeit geben, und der Lobbyisten, merkt man an manchen Stellen, dass die Protagonisten mit einer Kamera im Raum nicht unbedingt frei sprechen können oder wollen. Besonders deutlich wird diese Problematik, als Viviane Reding in einem Gespräch nachhakt, welche Mitgliedstaaten sich im Europäischen Rat querstellen wollen. Die ausweichende Antwort: „Die üblichen Verdächtigen“. Reding reagiert angespannt und möchte es später unter vier Augen mitgeteilt bekommen.</p>
<p>„Democracy – Im Rausch der Daten“ ist keine Dokumentation, wie man sie aus dem Schulunterricht kennt. Der Film hat einen dramaturgischen Anspruch, der mittels zahlreicher Stilmittel wie der schwarz-weiß-Inszenierung oder der Kameraführung umgesetzt wird. Darüber hinaus will er für das Thema Datenschutz sensibilisieren und die Europäische Union greifbarer und transparenter machen. Filmisch gelungen, trotz eines für Manche drögen Themas. Oder wie es der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix auf der Premiere formulierte: „Ich fand den Film spannend. Obwohl ich wusste, wie er ausgeht.“</p>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=34BS7yT_VWw" title="DEMOCRACY - IM RAUSCH DER DATEN Trailer" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/34BS7yT_VWw?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Bild: <a href="http://indifilm.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Indi Film</a>, Dieter Stürmer</p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Globalisierung und Internet: &#034;Wir glauben, es geht besser&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Eisfeld]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Oct 2013 08:58:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Sebastian Haselbeck]]></category>
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		<category><![CDATA[Marc Venhaus]]></category>
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					<description><![CDATA[In seiner 9. Initiative beschäftigt sich das Internet und die Gesellschaft Co:llaboratory (CoLab) mit der Wechselwirkung von Internet, Globalisierung und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Globe-86244_640.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-133123" alt="Globe-86244_640" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Globe-86244_640-630x439.jpg" width="630" height="439" /></a>In seiner 9. Initiative beschäftigt sich das Internet und die Gesellschaft Co:llaboratory (CoLab) mit der Wechselwirkung von Internet, Globalisierung und Nationalstaat. Zum Abschluss der Initiative laden die Veranstalter am 10.10. zur Debatte um Transatlantische Beziehungen, Freihandelsabkommen und digitale Totalüberwachung. politik-digital.de sprach mit dem Projektleiter der Initiative Marc Venhaus und CoLab-Geschäftsführer Sebastian Haselbeck über die internationale Netzpolitik sowie Ziele und Ergebnisse ihres Projekts.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Was war die Motivation für die 9. Initiative „Globalisierung und Internet“?<br />
<strong>CoLab: </strong>Im CoLab besetzen wir konstant auch internationale Themen, ob es nun um Datenschutz auf EU-Ebene, globale Internet Governance-Aspekte (z.B. das IGF, das in wenigen Wochen in Bali stattfindet) oder Menschenrechte, wie in unserer 5. Initiative Anfang letzten Jahres, geht. Unsere mehrmonatigen Projekte &#8211; die sogenannten &#8220;Initiativen&#8221; &#8211; beruhen seit diesem Jahr auf eingereichten Konzeptvorschlägen. Folglich haben wir uns ausgesprochen gefreut, dass Ole Wintermann vom Projekt FutureChallenges.org vorschlug, sich mit den Themen Globalisierung und internationale Abkommen zu beschäftigen. Dies fanden wir, vor allem auch vor dem Hintergrund der Spionage-Enthüllungen, ungeheuer spannend und haben uns daher umgehend zusammengesetzt, um gemeinsam ein Konzept zu entwickeln, das sowohl den Nerv der aktuellen Debatte trifft als auch den weiteren Diskurs begleitet.<br />
<strong>politik-digital.de: </strong>Welche gemeinsamen Interessen verfolgen die Partner CoLab und Future Challenges?<br />
<strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Sebastian_Haselbeck.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-133126" alt="Sebastian_Haselbeck" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Sebastian_Haselbeck-130x119.jpg" width="130" height="119" /></a>CoLab: </strong>Für das CoLab ist es interessant, die internationalen Entwicklungen stets im großen Zusammenhang zu betrachten. So spielt beim Thema Globalisierung die Tagesdebatte um die Internetüberwachung genauso eine Rolle wie  die Tatsache, dass man z.B. aus sprachlichen und/oder kognitiven Gründen selbst immer nur Bruchteile des Netzes wahrnimmt. Grundsätzlich stellen sich zudem zahlreiche weitere Fragen: Ist das Internet ein Globalisierungstreiber? Oder: fördert es gar Gegentendenzen? Welche Rolle spielen hier supranationale Regulierungsansätze? Ist das Internet überhaupt dauerhaft regulierbar? Und gibt es überhaupt DAS eine Internet? Das fanden wir spannend. Besonders interessant wird es dann vor allem bei Vorstößen wie dem transatlantischen Investitions- und Freihandelsabkommen (TTIP), das gerade zwischen der EU und den USA verhandelt wird. Kritiker sehen darin ein Rückkehr von ACTA durch die Hintertür. Was dahinter steckt, ist bislang noch schwer zu sagen; schließlich sind diese Verhandlungen nicht sehr transparent &#8211; ein kritischer Punkt, den die Initiative auch behandelt. Für <a href="https://futurechallenges.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FutureChallenges.org</a> ist es darüber hinaus wichtig, den Diskurs mit Hilfe ihres internationalen Bloggernetzwerks aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten sowie eher wirtschaftswissenschaftlich ausgerichteten Studien der Bertelsmann Stiftung (in die das Netzwerk eingebettet ist) als Orientierungspunkt zu nehmen. Diese Perspektiven einmal mit den netzpolitischen Betrachtungsweisen zusammenzuführen, war für das CoLab eine willkommene Chance.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wo birgt die Globalisierung Chancen für digitale Innovation und neue Internetstrukturen?<br />
<strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Marcvenhaus-1.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-133148" alt="Marcvenhaus (1)" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Marcvenhaus-1-130x119.jpg" width="130" height="119" /></a>CoLab: </strong>Das Internet als Globalisierungstreiber birgt theoretisch eine Menge Potential, nicht nur, um Handel und Dienstleistungen auf internationaler Ebene effektiver zusammenzubringen, sondern auch, um längst überholtes nationalstaatliches Denken durch globale, kooperative Lösungen zu ersetzen. Globalisierung ist ein Effekt, der an vielen Stellen Handlungsdruck auslöst. Beispielsweise sieht sich die internationale (digitale) Gemeinschaft aktuell dazu angeregt, strukturelle Verbesserungen anzustoßen, um besseren Schutz der Privatsphäre vor Kompetenz- und Rechtsüberschreitungen von Staat, Unternehmen und Individuen zu gewährleisten. Auf wirtschaftlicher Ebene müssten eigentlich diverse Industrien dazu übergehen, wesentlich globaler und damit in gewisser Weise auch innovativer zu denken &#8211; das Internet bietet eine große Möglichkeit, neue und bessere Geschäftsmodelle zu entwickeln. Es gibt allerdings viele Bereiche, bei denen genau das Gegenteil der Fall ist: Die Unterhaltungsindustrie hat beispielsweise ihre nationalstaatlichen Denkmuster auch noch nicht abgeschüttelt; so wird es Verbrauchern unverständlicherweise künstlich schwer gemacht, Unterhaltungsprodukte online zu kaufen, während es in der “Offline-Welt” schon seit langem problemlos möglich ist, Produkte aus aller Welt einfach per Post zu bestellen.<br />
<strong>politik-digital.de: </strong>Wo liegen die Gefahren von internationalen Freihandelsabkommen wie TAFTA/TTIP?<br />
<strong>CoLab: </strong>Das Kernproblem ist natürlich, dass dergleichen Abkommen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Das liegt zum einen zwar in der Natur der Sache, schließlich funktionieren Diplomatie und Handelsrecht nun einmal nach bestimmten (rechtlichen und politischen) Voraussetzungen, zum anderen aber finden sich diverse Partikularinteressen in solchen Verhandlungen übermäßig stark repräsentiert. Die Intransparenz solcher Verhandlungen stärkt in fast allen Fällen Lobbyisten und macht es Außenstehenden, wie den Bürgern, nationalen Parlamenten oder vielen zivilgesellschaftlichen Organisationen, schwer, sich ein Urteil über diese Prozesse zu bilden. Das ursprünglich TAFTA genannte Abkommen etwa behandelt nur zum Teil den Abbau von Zöllen, der Großteil der Verhandlungen zielt vielmehr auf sogenannte nichttarifäre Handelshemmnisse ab; es geht also um die Harmonisierung von Standards und Regularien, die jeden betreffen. So befürchten Kritiker eine Absenkung von Lebensmittelstandards in der EU, das Aufweichen des Verbots von Genprodukten, oder &#8211; sofern Kulturthemen wieder auf der Verhandlungsagenda landen &#8211; negative Auswirkungen auf Informationsfreiheit und Bürgerrechte durch noch restriktivere Urheberrechtspoltik oder weitere Aushöhlung von Datenschutzstandards. Das ACTA-Fiasko ist vielen von uns noch in guter Erinnerung: Der Teufel steckt auch bei solchen Abkommen im Detail.<br />
<strong>politik-digital.de: </strong>Welche konkreten Auswirkungen hat die Globalisierung auf netzpolitische Fragen?<br />
<strong>CoLab: </strong>Es wird sowohl Fachleuten als auch der breiten Gemeinschaft immer mehr bewusst, dass diverse Entwicklungen an allen Ecken der Welt direkte Auswirkungen auf jedermann haben. Gesetze in Land A betreffen das Leben in Land B. In der Netzpolitik ist das besonders relevant, da beispielsweise US-Innenpolitik, sei es in Bezug auf Netzneutralität, Urheberrecht oder Wettbewerbspolitik, direkte Auswirkungen auf die globale Internetwirtschaft haben, nicht nur weil ein Großteil der dominanten Konzerne in den USA sitzen, sondern auch weil viele Entscheidungen eine gewisse Richtung vorgeben. Andererseits bringt die globale Vernetzung von Zivilgesellschaften und Individuen eine Stärkung der Nutzer gegenüber Staaten und Konzernen mit sich &#8211; in der Theorie zumindest. Besonders kritisch zu sehen ist die um sich greifende Intervention von Politik in den freien Informationsfluss, sei es durch Abhörung, Zensur (auch in den westlichen Demokratien!), Tolerierung von Netzdrosselung, oder Privatisierung von Rechtsdurchsetzung, z.B. durch sogenannte “three strikes”-Regelungen.<br />
<strong>politik-digital.de: </strong>Wie werden sich diese Art von Handelsabkommen ganz praktisch auf die Verbraucher auswirken?<br />
<strong>CoLab: </strong>Zum einen muss man sagen, dass sowohl das Abkommen selbst, aber auch dessen Inkrafttreten, noch einige Jahre weit weg sind. Zum anderen allerdings werden genau jetzt die Weichen dafür gestellt, was solch ein Abkommen letztendlich beinhaltet. Am unmittelbarsten wirken sich Veränderungen bei Konsumgüterstandards aus, allen voran Lebensmittelstandards. Sollte es &#8211; wider Erwarten &#8211; auch zu Bewegung beim Thema Agrarsubventionen kommen, dürfte dies auch zu Veränderungen bei Preisen von Nahrungsmitteln führen. Ohne den Teufel an die Wand zu malen, &#8211; viele Harmonisierungen und Grenzabbauten können ja durchaus auch angenehm sein, oder zu mehr Produktvielfalt führen, oder zu Preissenkungen &#8211; ist es auf Basis von Erfahrungen realistisch, beim Ausgang von Verhandlungen vom politisch kleinsten gemeinsamen Nenner auszugehen. Dies bedeutet auchj, dass so manche überfällige Reduktion von Handelshürden, zum Beispiel im Online-Dienstleistungsbereich, oder aber beim Thema Reisefreiheit usw., gar nicht erst behandelt werden. In vielerlei Hinsicht sind die Auswirkungen auf den Verbraucher sehr minimal, während einige große Konzerne mitunter auch schon durch eine kleine Auswahl an regulatorischen Nachbesserungen einen Gewinn verbuchen können.<br />
<strong>politik-digital.de: </strong>Eine der zentralen Fragen der Initiative war die nach einer idealtypischen (globalen) Governance für die Globalisierung der Bewegung von Menschen, Informationen und Gütern. Welche Grundvoraussetzungen fehlen aktuell, um diesen Wunschgedanken zu verwirklichen?<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc">Das Internet &amp; Gesellschaft <a href="http://www.collaboratory.de/w/Hauptseite" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Co:llaboratory (CoLab)</a> ist eine offene Experten- und Interventionsplattform. Es möchte die Wechselwirkungen zwischen Internet und Gesellschaft unter Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven betrachten und mit möglichst vielen Stakeholdern diskutieren &#8211; interdisziplinär und praxisbezogen. Bisherige Schwerpunkte der Arbeit des CoLab waren u.a.: Kulturelles Erbe und Bildung in der digitalen Gesellschaft, Global Internet Governance, Privatheit und Öffentlichkeit, Internet und Menschenrechte&#8230; </div></div><br />
<strong>CoLab: </strong>Unsere Annahme ist, dass wir sowohl die technischen Voraussetzungen als auch den politischen Druck hätten, um solche globalen politischen Projekte ganz anders anzugehen. Zwar ist es annähernd utopisch, sich EU-weite Bürgerbeteiligung an einem Verhandlungstext vorzustellen. Doch erlaubt das Internet weitreichende Transparenz und bessere Informationspolitik darüber, wie so eine Verhandlung verläuft, wer daran beteiligt ist, und um welche Inhalte es geht. Der Konsultationsprozess könnte viel inklusiver verlaufen. Eine Grundvoraussetzung dafür ist, schon auf nationaler Ebene viel mehr Beteiligung aller Stakeholder (und allen voran der Nutzer/Verbraucher/Bürger) zu erlauben. Leider zeigt das Ergebnis der Bundestagswahl gerade wieder einen Gegentrend auf: Die Gewinnerpartei ist eine Gegnerin von Bürgerentscheiden auf Bundesebene, blockiert Informationsfreiheit und hat sich in den letzten Wochen beispielsweise einer Aufklärung der Spionageaktivitäten eher entgegengestellt. Wenn nicht hierzulande mehr Offenheit und Beteiligung, wie dann erst auf EU- oder internationaler Ebene?<br />
Beim Thema Internet Governance gibt es global offene Foren, aber der Trend wird wohl zu mehr Formalisierung und Verstaatlichung von Prozessen gehen. Eine idealtypische Governance sähe anders aus, doch die Sachfragen sind so komplex, die Positionen zu divers und die Strukturen der Politik zu intransparent.<br />
<strong>politik-digital.de: </strong>Wie könnte ein Alternativmodell aussehen, damit die Zivilgesellschaft sich künftig besser in die Entwicklung supranationaler Abkommen einbringen kann?<br />
<strong>CoLab: </strong>Unsere Expertenrunde ist der Meinung, dass mehr und frühere Einbindung von Stakeholdern sowie bessere Transparenz positive Auswirkungen auf Prozess und Resultat solcher Abkommen haben kann. Politische Entscheidungen, die so weitreichend sind und jedermann berühren, sollten nicht eben über jene Köpfe hinweg in vollkommener Intransparenz entschieden werden dürfen. Das ist das “alte Modell”. Wir glauben, es geht besser, und das muss nicht weh tun, im Gegenteil: Es würde Prozess und Ausgang mehr Legitimität verschaffen, die politischen Akteure in ihren Vorhaben stärken und dem Inhalt der Verhandlungen mehr Unterstützung in der breiten Gesellschaft verschaffen.<br />
<strong>politik-digital.de: </strong>Was sind die wichtigsten drei Ergebnisse der Initiative?<br />
<strong>CoLab: </strong>Das erste Ergebnis ist, dass wir es trotz der kleinen Gruppe geschafft haben, eine Brücke zwischen handelspolitischen und netzpolitischen Überlegungen zu schlagen (das ist auch nur ein Anfang, hier muss mehr passieren). Keines der Themen kann isoliert betrachtet werden, zu umfassend ist beispielsweise solch ein Abkommen. Das zweite Ergebnis ist, dass wir den gebündelten Stimmen und Eindrücken der Teilnehmer Gehör verschaffen können und mit den Positionen und Recherchen an die Öffentlichkeit gehen können, so also über die diskutierten Entwicklungen aufmerksam machen können. Als drittes &#8211; könnte man sagen &#8211; ist eine unterschwellige Message der Initiative, dass es technisches Verständnis auf allen Seiten braucht, um diese Prozesse besser zu verstehen, und den Willen, interdisziplinär einen Diskurs anzustreben, der sonst einseitig dominiert wäre.<br />
<strong>politik-digital.de: </strong>Was passiert nun mit den Ergebnissen?<br />
<strong>CoLab: </strong>Ein Teil unserer Ergebnisse stellt ein Magazin mit Debattenbeiträgen, Interviews und Recherchen dar, das unter CC-Lizenz in Kürze verfügbar sein wird. Teile der Ergebnisse diskutieren wir dann auch in unserem <a href="http://www.collaboratory.de/w/Internet,_Trade_and_Democracy:_Transatlantic_relations_under_the_shadow_of_surveillance" target="_blank" rel="noopener noreferrer">öffentlichen Workshop am 10.10.</a> mit geladenen Experten. Weitere Ergebnisse, wie Videobeiträge, Interviews und Analysen sowie Artikel aus einem internationalen Call for Papers, werden wir online veröffentlichen. Wir hoffen, dass wir damit einen Beitrag zur Debatte leisten können, die noch lange nicht vorbei ist.<br />
Bilder: <a href="http://www.collaboratory.de/w/Datei:Globe-86244_640.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">collaboratory</a>, <a href="http://www.collaboratory.de/w/Datei:Sebastian.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sebastian Haselbeck</a>, <a href="http://www.collaboratory.de/w/Datei:Marcvenhaus.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Marc Venhaus</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130752" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Neue Medien als Werkzeug für Demokratie, Freiheit und Transparenz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicola Jenne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Oct 2012 14:32:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Unter dem Titel „Social Media (R)Evolutions &#8211; Was der digitale Wandel für Demokratie und Freiheit bedeutet“ veranstaltete die Virtuelle Akademie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://politik-digital.de/neue-medien-als-werkzeug-fuer-demokratie-freiheit-und-transparenz/fre/" rel="attachment wp-att-121515"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-121515" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/fre-630x302.jpg" alt="" width="630" height="302" /></a>Unter dem Titel „Social Media (R)Evolutions &#8211; Was der digitale Wandel für Demokratie und Freiheit bedeutet“ veranstaltete die Virtuelle Akademie der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit eine mehrtägige Online-Konferenz. Vergangenen Freitag fand zum Abschluss eine Podiumsdiskussion in Berlin statt.</p>
<p>Ob neue Medien Demokratien und Regierungen beeinflussen, ob sie die traditionellen Medien verändern oder ob sie eine Wirkung auf unsere Kultur entfalten, waren die zentralen Fragen, die von über 200 Teilnehmern und 24 Referenten aus allen Teilen der Welt online diskutiert wurden. Aktivisten und Blogger, aber auch Journalisten und Politiker trafen sich an vier Tagen, um den Einfluss von neuen Medien auf die vier Bereiche Regierung, Opposition, Medien und Kultur herauszuarbeiten. Moderiert wurden die Videochats, die auf der Internetplattform der <a href="http://virtuelle-akademie.de/webcom/show_article.php?wc_c=26865&amp;wc_id=43" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Virtuellen Akademie</a> stattfanden, von dem Autor Jöran Muuß-Merholz.</p>
<p>Zur Abschlussveranstaltung, die auch offline im Betahaus in Berlin-Kreuzberg stattfand, diskutierten neben Moderator Muuß-Merholz der Blogger und Frontmann der Rockband Plan B, Johnny Haeusler und der Internetberater und Autor Christoph Kappes.</p>
<p>Insbesondere für Berufsfelder, die in einer eigenen Beziehung zur Öffentlichkeit stehen, verändert das Internet die Spielregeln, weil es die Kommunikationsroutinen zwischen den Akteuren neu strukturiert. Mit den Möglichkeiten des Netzes wird es einfacher, die Menschen zu erreichen. So seien die neuen Medien auch wesentlich relevanter für Politiker als beispielsweise für Bildhauer, erklärte Johnny Haeusler die unterschiedliche Relevanz neuer Kommunikationskanäle für verschiedene Berufsgruppen. Moderator Muuß-Merholz pflichtete dieser Aussage bei und ergänzte, dass die Veränderungen vornehmlich für Journalisten besondere seien. Sie müssten damit umgehen, dass sie nicht mehr das Monopol bei der Verbreitung von Informationen besäßen.</p>
<h3>Das Internet bietet die Chance, etablierte Strukturen zu ändern</h3>
<p>Hinsichtlich der Frage, wie neue Medien auf Regierungen und Demokratien wirken, kam man zu einem zwiespältigen Ergebnis. So verkleinere das Internet zunächst einmal die Lücke zwischen Bürgern und ihren Regierungen, da eine wechselseitige Kommunikation vereinfacht würde. Auch könnten Informationen über die Situation eines totalitären Regimes über Social Media-Kanäle leichter nach außen gelangen. Gleichzeitig berge es auch Risiken, die man nicht unterschätzen dürfe, erörterte Christoph Kappes. So könnten diktatorische Regierungen es als Überwachungsinstrument einsetzen, um ihre Bürger zu kontrollieren. Grundsätzlich gelte aber: „Je unfreier eine Gesellschaft, umso wichtiger sind die neuen Medien“, bilanzierte Moderator Muuß-Merholz seine Erfahrung aus den Videokonferenzen. Das Internet biete die Chance, starre politische Strukturen zu ändern, da es im besten Fall ein hohes Maß an Transparenz bringe, verdeutlichte auch Christoph Kappes.</p>
<h3>Das Internet als erfolgreiches Werkzeug der Opposition</h3>
<p>Als Werkzeug für die Opposition hat sich das Internet bislang als funktionsfähig erwiesen, da es Strukturen biete, die klassische Medien nicht bereithalten könnten. Deutschland unterscheide sich aber bezüglich der Nutzung und Relevanz deutlich von anderen Ländern. Während hierzulande einige Online-Formate immer öfter als Beleg eines kulturellen Verfalls diskutiert würden, stellten die neuen Medien für die Bürger anderer Länder – vor allem in den weniger freien Gesellschaften &#8211; eine große Hoffnung dar, fundamentale Veränderungen herbeiführen zu können. Der Umgang mit sozialen Medien sei dort auch wesentlich spannender, zumal sich eine viel größere Zahl an Menschen in den Netzwerken bewegten, erklärte Jöran Muuß-Merholz. Zusammenfassend könne man festhalten, dass Aktivisten aus unfreien Ländern die Chancen neuer Medien deutlich optimistischer  einschätzten, als dies in liberalen Demokratien der Fall sei.</p>
<h3>Es gab nie ein Versprechen für mehr Freiheit und Demokratie</h3>
<p>„Durch das Internet verfällt der klassische Journalismus in viele kleine Facetten“, findet Christoph Kappes, da jeder im Internet seine Meinung kundtun kann, es viele Online-Magazine und Portale gibt und sich die Spielregeln des traditionellen Journalismus dadurch verändern. Über die Frage, inwiefern die neuen Medien eine grundlegende Veränderung für die Menschheit mit sich brächten, war man sich auf dem Podium insofern einig, als es nie das Versprechen gegeben hätte, dass die neuen Medien zwangsläufig zu mehr Freiheit, Demokratie und Transparenz führen würden, unterstrich Jöran Muuß-Merholz und merkte an, dass das Internet ursprünglich für die Kommunikation an Universitäten und Institutionen entwickelt worden war.</p>
<h3>Das Internet macht uns zu einer Null-Fehler-Toleranz-Gesellschaft</h3>
<p>Für den Bereich der Distribution von Musik biete das Internet zunächst einmal mehr Möglichkeiten, war sich Johnny Haeusler sicher. Dennoch gelte auch unter veränderten Bedingungen „Wer am lautesten ist, wird auch am besten gehört“. Crowdfunding-Projekte, also Geschäftsideen, deren Finanzierung durch die Community erledigt wird, funktionierten zwar immer besser, würden aber zunehmend auch als Marketingstrategie etabliert und von bekannten Künstlern benutzt. So setze beispielsweise Tina Turner aktuell auf die Kraft des Schwarms. Dass vor allem kleine Bands durch das Netz profitierten, sei also keineswegs selbstverständlich.</p>
<p>Eine große Veränderung sieht Christoph Kappes für die Kommunikation von Politikern. Dem einzelnen Politiker würde heute wesentlich mehr Kommunikationskompetenz abverlangt, als dies früher der Fall war. Auch Johnny Haeusler stellte fest, dass das Internet dazu führe, dass eine Null-Fehler-Toleranz-Gesellschaft entstehe. „Man müsste öfters sagen: Davon habe ich keine Ahnung!“. Aus Angst vor negativem Feedback oder gar einem Shitstorm finde das aber kaum statt.</p>
<p>Als Fazit der Veranstaltung kann stehen, dass die Evolution der neuen Medien viele Veränderungen in allen politischen und gesellschaftlichen Bereichen mit sich gebracht hat und bringt. Auch dass die Zukunft sicherlich noch einige Revolutionen durch das Internet katalysieren wird. Die Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit will dem Themengebiet treu bleiben und die Veranstaltung im kommenden Jahr fortsetzen.</p>
<p style="text-align: justify;">Weitere Informationen zur Konferenz finden sich auf der Internetseite der Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit unter: <a href="http://smr12.fnst.org/" rel="nofollow noopener noreferrer" target="_blank">http://smr12.fnst.org/ </a></p>
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