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	<title>Demokraten &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Demokraten &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>US-Präsidentschaftskandidat per E-Voting</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/us-praesidentschaftskandidat-per-e-voting-5476/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 13:47:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[US-Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Americans Elect]]></category>
		<category><![CDATA[Tea Party]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[E-Voting]]></category>
		<category><![CDATA[Republikaner]]></category>
		<category><![CDATA[Demokraten]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/logo-americanselect.png" height="170" width="455" /><br />
In den USA dominieren seit jeher Republikaner und Demokraten die Parteienlandschaft – und stellen regelmäßig den US-Präsidenten. Die Betreiber von Americans Elect wollen diesen Zustand ändern und für die Wahl 2012 einen überparteilichen Präsidentschaftskandidaten von den Bürgern küren lassen.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="/wp-content/uploads/logo-americanselect.png" alt="" width="455" height="170" /><br />
In den USA dominieren seit jeher Republikaner und Demokraten die Parteienlandschaft – und stellen regelmäßig den US-Präsidenten. Die Betreiber von Americans Elect wollen diesen Zustand ändern und für die Wahl 2012 einen überparteilichen Präsidentschaftskandidaten von den Bürgern küren lassen.</p>
<p>Das politische System der USA wird seit mehr als 100 Jahren von zwei Parteien dominiert: den Republikanern und den Demokraten. Diese stellen auch regelmäßig den US-Präsidenten – unabhängige Kandidaten haben in der Regel keine Chance, ins Weiße Haus einzuziehen. Und das weniger augrund fehlender finanzieller Ressourcen. Was ihnen aber fehlt, ist eine politische Hausmacht im Gepäck. Auch der <a href="http://www.bpb.de/themen/OTGISP,0,Wahlkampf_um_USPr%E4sidentschaftswahlen_2012_er%F6ffnet_.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aktuelle Vorwahlkampf</a> für die Präsidentschaftswahl 2012 wird in Öffentlichkeit und Medien von Republikanern und Demokraten dominiert. Erstere suchen <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,792651,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in hitzigen Debatten</a> noch einen Herausforderer für den amtierenden US-Präsidenten Barack Obama, letztere werden diesen wohl ohne Gegenkandidaten wieder offiziell ins Rennen um <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Präsidentschaftswahl_in_den_Vereinigten_Staaten_2012" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Wahl am 6. November 2012</a> schicken. Zu dieser wurden erst kürzlich von den Republikanern neue Wahlgesetze durchgesetzt, die vielfach <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-10/wahlen-ausgrenzung-usa/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">auf Kritik gestoßen sind</a>.</p>
<p>Schon seit einiger Zeit jedoch sind immer mehr US-Wähler enttäuscht von der Politik in Washington – wofür u.a. die Erfolge der Tea-Party bei den letzten US-Kongresswahlen ein Indikator sind. Diese den Republikanern nahe stehende und sie beeinflussende ultra-konservative Bewegung wiederum steht mit ihrer kompromisslosen Haltung für die immer größeren politischen Gräben durch die immer stärker polarisierten politischen Diskussionen und die damit einhergehende Lähmung des politischen Systems in den USA, was sich zuletzt beim US-Schuldenstreit <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,777201,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">deutlich zeigte</a>. Dort hatten die Vertreter der Tea Party eine kompromisslose<a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=10263" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Haltung</a> eingenommen und auf Totalblockade gesetzt. Bei immer mehr US-Wählern scheint sich der Unmut über diese verhärteten politischen Fronten und taktischen Spielchen ihrer Volksvertreter auf Kosten tragfähiger politischer Lösungen zu vergrößern. Das betrifft auch den sozialen Unmut, wie die in den USA erwachsene <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Occupy_Wall_Street" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Occupy-Wall-Street-Bewegung</a> zeigt.</p>
<p><strong>Die Plattform Americans Elect<br />
</strong></p>
<p>Die Non-Profit-Organisation <a href="http://www.americanselect.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Americans Elect</a> will diesen Unmut aufgreifen und die Dominanz der beiden großen Parteien zu durchbrechen helfen. Sie möchte US-Wählern ermöglichen, im Juni kommenden Jahres einen überparteilichen Präsidentschaftskandidaten zu nominieren. Dafür kündigen die Betreiber einen sicheren „State-of-the-art“-Wahlprozess an. Hinter der Plattform steht in vorderster Linie der Geschäftsführer der Investmentfirma Rockport Capital <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Ackerman" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Peter Ackerman</a>, der eine Anschubfinanzierung von 1,55 Millionen Dollar geleistet haben soll. Sein Sohn Elliot Ackerman ist leitender Geschäftsführer der Organisation.</p>
<div align="center"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/kSDVP__V4GE" width="480" height="315" frameborder="0"></iframe></div>
<div align="center"></div>
<div align="center"><strong>Vorstellung von Americans Elect durch Elliot Ackerman</strong></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die <a href="http://www.americanselect.org/who-we-are" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Betreiber und Mitglieder</a> erklären, dass sie keine speziellen Verbindungen zu einer politischen Gruppe unterhalten und keine bestimmte Ideologie verfolgen. Dennoch gibt es Kritik an fehlender Transparenz bei der Finanzierung der Plattform. Das selbst gesteckte Ziel von Americans Elect ist es, ein präsidiales Ticket einzulösen, das den Willen der Wähler repräsentiert und nicht den von einzelnen Parteien oder speziellen Interessen. Jeder registrierte US-Wähler soll die Möglichkeit erhalten, ein Delegierter zu werden. Auch wird jeder gesetzlich berechtigte US-Bürger in der Lage sein, sich als Präsidentschaftskandidat aufstellen zu lassen. Die Bewerber werden sich zur Gewährleistung der Integrität des Wahlprozesses jedoch einer Prüfung und Zertifizierung durch ein unabhängiges, überparteiliches Komitee unterziehen müssen.</p>
<p align="center"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/VXPLYCPJnWU" width="460" height="315" frameborder="0"></iframe></p>
<p align="center"><strong>Ein Fernsehbericht über Americans Elect von PBS Newshour<br />
</strong></p>
<p>Mittlerweile haben sich fast zwei Millionen Menschen bei Americans Elect registriert. <a href="https://www.facebook.com/americanselect" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf Facebook</a> folgen der Seite über 350.000 und <a href="https://twitter.com/AmericansElect" target="_blank" rel="noopener noreferrer">auf Twitter</a> etwas mehr als 4.000 Nutzer. Solange sich auf der Plattform jeder Internetuser registrieren kann, lässt sich nicht verifizieren, wie viele von ihnen tatsächlich US-Bürger sind. Es gibt bereits viele <a href="http://www.americanselect.org/volunteer" target="_blank" rel="noopener noreferrer">freiwillige Helfer</a>, die die Kampagne online und offline unterstützen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="text-align: center;"><a class="colorbox" href="/wp-content/uploads/debatten-americanselect.png"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/debatten-americanselect.png" alt="" width="449" height="280" /></a></div>
<p align="center"><strong>Debattenseite von Americans Elect<br />
</strong>(Zum Vergrößern bitte auf Bild klicken!) <strong><br />
</strong></p>
<p>Seit dem 28. Oktober können die Nutzer den zukünftigen Plattform-Bewerbern für die Präsidentschaftskandidatur Fragen zu politischen Themen stellen. Die aktuellen Topthemen sind mit großem Abstand Wirtschaft, außerdem Bildung, Energie und Gesundheit. Jeder registrierte Nutzer kann Fragen daraufhin bewerten, ob sie für ihn relevant sind oder nicht, und auch eigene Kommentare abgeben. Dieses Verfahren entscheidet am Ende darüber, welche Fragen an die Bewerber in die engere Wahl kommen werden. Bislang sind über 5.500 Fragen gestellt worden:</p>
<p align="center"><a class="colorbox" href="/wp-content/uploads/question-americanselect.png"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/question-americanselect.png" alt="" width="449" height="162" /></a></p>
<p align="center"><strong>Screenshot einer Frage zur Bildungspolitik vom 31.10.11<br />
</strong>(Zum Vergrößern bitte auf Bild klicken!)</p>
<p>Seit dem 3. November können die Mitglieder von Americans Elect <a href="https://www.facebook.com/americanselect?sk=app_284510231579276" target="_blank" rel="noopener noreferrer">via Facebook</a> und Twitter Präsidentschaftskandidaten vorschlagen.</p>
<p><strong>Anspruch trifft Wirklichkeit<br />
</strong></p>
<p>Doch wie realistisch sind die Ziele der Initiative? Für den Politikwissenschaftler Christoph Bieber ist die Idee, so etwas wie eine dritte Plattform jenseits von Demokraten und Republikanern einzurichten, eine spannende Angelegenheit &#8211; aber auch etwas realitätsfern. Aufgrund der starken Personalisierung im US-Wahlkampf komme es letztlich doch auf die Personen an, die für die Richtungen und Ziele stehen, und davon sei das Projekt noch meilenweit entfernt.</p>
<p>Zugleich arbeite die Webseite als dezentrale, issue-orientierte Plattform weniger darauf hin, Personen zu profilieren, als Themen zu setzen. „Damit dürfte die Plattform es sehr schwer haben, sich im Wahlkampf-Mainstream zu behaupten“, so Bieber. Zwar verfüge die Plattform über den für solche Formate wünschenswerten interaktiven „Gamification“-Aspekt – so gäbe es eine technologische Ähnlichkeit zu komplizierteren Tools wie Adhocracy -, jedoch stehe dieser bisher nicht im Vordergrund. Zunächst einmal stehe dahinter in erster Linie der Ausdruck einer allgemeinen Unzufriedenheit in der US-Bevölkerung mit dem Washingtoner Establishment (inklusive Obama) sowie der Versuch, sich aus der Zwei-Parteien-Umklammerung zu befreien.</p>
<p>„Üblicherweise tritt an dieser Stelle ein „dritter Mann“ (bisher noch nicht: eine dritte Frau) auf den Plan, der sich als unabhängiger Kandidat zwischen Demokraten und Republikanern platziert. Das waren zuletzt Ross Perot (1992) oder Ralph Nader (2000, 2004 und 2008)“, resümiert Bieber. Es stellt sich die Frage, ob es mit einer solchen nicht personenorientierten, auf „Crowdsourcing“ setzenden Initiative gelingt, eine dritte Position zu entwickeln und im politischen System zu etablieren. In jedem Fall kommt Americans Elect für den laufenden Wahlzyklus zu spät und wird noch eine gewisse Zeit brauchen, sich so zu entwickeln, dass es eine ernstzunehmende Alternative und Konkurrenz zum bisherigen Procedere der Nominierung von Präsidentschaftskandidaten sein wird. Das kann wohl bestenfalls bei der übernächsten US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2016 der Fall sein. politik-digital.de wird das Projekt mit Interesse weiter verfolgen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Fragen zur US-Finanzkrise zwitschern</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/fragen-zur-us-finanzkrise-zwitschern-5348/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina Nick]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Jul 2011 16:24:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Republikaner]]></category>
		<category><![CDATA[Demokraten]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Schuldenabbau]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Streit zwischen Demokraten und Republikanern in den USA zum Thema Haushaltsdefizit geht weiter. Heute können die US-Bürger via Twitter Fragen an die Mitarbeiter des Weißen Hauses zum Thema Staatsschulden stellen.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Streit zwischen Demokraten und Republikanern in den USA zum Thema Haushaltsdefizit geht weiter. Heute können die US-Bürger via Twitter Fragen an die Mitarbeiter des Weißen Hauses zum Thema Staatsschulden stellen.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Die USA steckt in einer schweren Schuldenkrise. Demokraten und Republikaner können sich jedoch nicht auf einen gemeinsamen Lösungsweg einigen. Zwar wurde kürzlich <a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article13511380/Rechenschwaeche-kann-fuer-Obama-boeses-Ende-nehmen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">festgestellt</a>, dass das Geld doch noch ein wenig länger als bis zum 2. August reichen wird, die Situation bleibt aber weiterhin sehr kritisch. Jahrelang hat der Staat weit über seine Verhältnisse gelebt, vor allem in Folge hoher Militärausgaben und unnötiger Steuersenkungen, sagte Präsident Barack Obama gestern in einer <a href="http://www.whitehouse.gov/the-press-office/2011/07/25/address-president-nation" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rede</a> an das US-amerikanische Volk. Es sei keine langfristige Lösung, die Schuldendecke erneut anzuheben, wie es in der Vergangenheit immer wieder getan wurde. In einem halben Jahr stünde man erneut vor dem Problem, nur dass die wirtschaftliche Lage des Landes dann noch schlimmer sein werde. Es bringe nichts, die Wirtschaft unnötig in Gefahr zu bringen und den Bürger zum Leidtragenden werden zu lassen, indem man eine Entscheidung weiter hinauszögere.
</p>
<p>
Man sei sich einig darüber, dass die Schulden dringend getilgt werden müssten, nur über den Weg dorthin bestünden Differenzen. Die Demokraten wollen einen „ausgeglichenen“ Ansatz verfolgen, um die Schulden zu minimieren. Nicht nur die nationalen Ausgaben sollen drastisch gesenkt, sondern auch die Steuern wohlhabender Bürger und Großunternehmen angehoben werden. So wolle man gewährleisten, wichtige Staatsausgaben im Bildungs- und Gesundheitswesen aufrecht zu erhalten. Die Republikaner hingegen verlassen sich laut Obama auf die Ausgabensenkung, was eine besondere Belastung für Bürger der unteren Einkommensschichten darstelle.
</p>
<p>
Bereits gestern rief er daher die Bürger dazu auf, sich an ihre Kongressabgeordneten zu wenden, falls auch sie einen ausgeglichenen Ansatz befürworteten. Heute twitterte das Weiße Haus, dass Bürger über den Hashtag „whchat“ (White House Chat) Fragen zum Thema Staatsschulden, Haushaltsdefizit und Wirtschaft an die Mitarbeiter des <a href="http://www.whitehouse.gov/administration/eop/nec/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">National Economic Council</a>s stellen können.
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Unbenannt1.jpg" title="Bild" alt="Bild" align="middle" height="177" width="480" />
</p>
<p>
Es bleibt zu hoffen, dass die Wirtschaftsexperten des Weißen Hauses heute nicht nur befriedigende Antworten, sondern baldmöglichst auch Lösungen für die US-Bürger finden werden.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Republikaner liegen online vorn</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/republikaner-liegen-online-vorn-5051/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/republikaner-liegen-online-vorn-5051/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Janek Reimann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Oct 2010 15:41:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Republikaner]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Kongresswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Demokraten]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
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					<description><![CDATA[Während sich einige der Abgeordneten des US-Kongresses noch an der Datenschutzdebatte um Facebook hochschaukeln, sind andere bereits wieder dabei, massenhaft Freunde und Fans zu sammeln. Viele von ihnen hoffen darauf, dass sich ihre Netzwerk-Freundschaften zum Wahltag am 2. November 2010 in sichere Stimmen umwandeln lassen. Die aktive Nutzung des Web 2.0 durch die Republikaner könnte Barack Obama und seinen Demokraten mit Blick auf die Sitzverteilung im Parlament zum Verhängnis werden. Auch Google und Facebook warten mit neuen Wahlkampf-Tools auf.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Während sich einige der Abgeordneten des US-Kongresses noch an der Datenschutzdebatte um Facebook hochschaukeln, sind andere bereits wieder dabei, massenhaft Freunde und Fans zu sammeln. Viele von ihnen hoffen darauf, dass sich ihre Netzwerk-Freundschaften zum Wahltag am 2. November 2010 in sichere Stimmen umwandeln lassen. Die aktive Nutzung des Web 2.0 durch die Republikaner könnte Barack Obama und seinen Demokraten mit Blick auf die Sitzverteilung im Parlament zum Verhängnis werden. Auch Google und Facebook warten mit neuen Wahlkampf-Tools auf.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Anstelle der üblichen Links, die zu den Websites der Kandidaten führen, will Google die Wahlkämpfer dazu bringen, die Wähler am Wahlkampf aktiv zu beteiligen &#8211; so zum Beispiel auf der Google-Videoplattform YouTube. Facebooks Ziel bei dieser Wahl ist es, wie gewohnt Wählergruppen anzusprechen. Dabei kommt erstmals bei einer Wahl das instrumentalisierte „Fan Box Widget“ zum Einsatz. Das erlaubt es jedem Kandidaten in seinem Bundesstaat gezielt auf Fanjagd zu gehen und dabei Freunde und Freundes-Freunde über die Startseite zu erreichen.
</p>
<p>
<b>Zehn Prozent fürs Internet</b>
</p>
<p>
Inspiriert durch die erfolgreichen „Social Media Campaigns“ im Präsidentschaftswahlkampf 2008, wird die Nutzung der „online campaign tools“ auch im Kongresswahlkampf fortgeführt. Während Ex-Präsident George W. Bush im Jahr 2004 nur rund 0,8 Prozent seines Budgets für den Internetwahlkampf reservierte, waren es bei Barack Obama 2008 bereits vier Prozent. Der Chef der politischen Verkaufsabteilung von Google, Peter Greenberger, riet den Wahlkämpfern bereits früh, für das Jahr 2010 zehn Prozent ihres Budgets für den Onlinewahlkampf einzuplanen. Fraglich ist hingegen, ob die Wahlkampfstrategien der nationalen Kandidaten auch für die lokalen Kandidaten geeignet sind.
</p>
<p>
Doch auch hier gibt es einige erfolgreiche Beispiele: So nutzte z.B. vor einiger Zeit der republikanische Kandidat Scott Brown aus Massachusetts Google Ads, Handy Apps und SMS, um Wählerstimmen zu generieren und sich auf den frei gewordenen Sitz des Demokraten Edward Kennedy wählen zu lassen. Das demokratische Kongressmitglied Alan Grayson aus Florida liegt derzeit rund sieben Prozentpunkte hinter seinem republikanischen Herausforderer Daniel Webster. Auf Facebook sind die Sympathiepunkte jedoch anders verteilt: Mit über 30.000 Fans liegt Grayson weit vor Webster, der nur 4.500 Fans aufweisen kann. Grayson hofft, dass sich der virtuelle Erfolg auf die Wahlurne übertragen lässt.
</p>
<p align="center">
<a href="http://statistics.allfacebook.com/election/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/20101021_facebook_fancounts.jpg" alt="fancounts" title="fancounts" height="341" width="392" /> </a>
</p>
<p>
<b>Republikaner sind &quot;Top Poster&quot;</b>
</p>
<p>
Obwohl in diesem Beispiel ein Demokrat mehr Online-Freunde hat als sein republikanischer Herausforderer, sind nach Angaben von Facebook die Republikaner die aktiveren Nutzer. So gehören North Carolinas Kandidat Ilario Pantano und Martha Roby aus Alabama zu den „top posters“. Neue Facebook-Seiten wie <a href="http://www.facebook.com/uspolitics" target="_blank" rel="noopener noreferrer">U.S.-Politics</a> unterstützen dabei die Kandidaten bei der Wähleransprache. Und mittels der <a href="http://statistics.allfacebook.com/election" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„fancounts“</a> kann die Anzahl der Freunde auf Karten sichtbar gemacht werden. So lassen sich Rückschlüsse auf die Netzaktivität ziehen.
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/20101021_martha_roby_uscongress.jpg" alt="Martha Roby" title="Martha Roby" height="274" width="392" />
</p>
<p>
Googles Peter Greenberger ließ bereits im Frühjahr verlauten, dass man mit dem Ausbau der Abteilung bereit sei, politische Werbung mehr „mainstream“ betreiben zu können. Und Facebook hatte im Vorwahlkampf angekündigt, die Zwei-Mann-Abteilung für politische Werbung aufzustocken. Als zwei der bekanntesten Marken im Netz haben sie den Trumpf in der Hand, für Parteien und Politiker gezielt zum Sprachrohr zu werden.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Netzneutralität: „Dritter Weg“ in der Kritik</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzneutralitaet-dritter-weg-in-der-kritik-4891/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/netzneutralitaet-dritter-weg-in-der-kritik-4891/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Felix Melching]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 May 2010 15:53:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[FCC]]></category>
		<category><![CDATA[Julius Genachowski]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Republikaner]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Demokraten]]></category>
		<category><![CDATA[Netzneutralität]]></category>
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					<description><![CDATA[In den USA geht der Streit um Netzneutralität in die nächste Runde. Die gleichberechtigte Übermittlung von Daten im Internet, ganz gleich von wem sie stammen und worum es sich handelt, ist seit längerem umstritten. Nachdem die US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) einen „dritten Weg“ vorgeschlagen hat, regt sich Widerstand sowohl bei Republikanern als auch den Demokraten.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In den USA geht der Streit um Netzneutralität in die nächste Runde. Die gleichberechtigte Übermittlung von Daten im Internet, ganz gleich von wem sie stammen und worum es sich handelt, ist seit längerem umstritten. Nachdem die US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) einen „dritten Weg“ vorgeschlagen hat, regt sich Widerstand sowohl bei Republikanern als auch den Demokraten.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
In einem <a href="http://thehill.com/images/hillicon_valley/october_09/72demltr.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brief</a><a href="http://thehill.com/images/hillicon_valley/october_09/72demltr.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> an FCC-Chef Julius Genachowski</a> warnen 72 demokratische Kongressabgeordnete vor einer Regulierung des Marktes: „Wir bleiben argwöhnisch gegenüber Schlussfolgerungen, die auf Parolen statt auf Inhalten basieren und gegenüber Verfahren, die jene Innovationen und jenes Wachstum beschränken und verhindern, das wir alle erreichen wollen“, heißt es in dem Brief. Wettbewerb und private Investitionen würden eine entscheidende Rolle im Ausbau der Breitband-Netzwerke spielen.
</p>
<p>
<b>Netzneutralität als Jobkiller</b>
</p>
<p>
Eine ähnliche Argumentation wählten auch 37 republikanische Senatoren in einem <a href="http://thehill.com/blogs/hillicon-valley/technology/99553-republican-senators-not-happy-with-fccs-qthird-wayq" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eigenen Brief an die FCC</a>: „Breitbandnetzwerke des 21. Jahrhunderts in stumme Leitungen zu verwandeln ist nichts, was Investitionen und Jobwachstum in der Kommunikationsbranche fördert und Hochgeschwindigkeits-Breitbandanschlüsse in  Amerikanische Häuser bringt“, so die Republikaner. Die Maßnahmen der FCC beruhten nach Ansicht der Unterzeichner alleine auf der unbegründeten Angst vor möglichen negativen Folgen für die Verbraucher in ferner Zukunft.
</p>
<p>
<b>Gericht verweigert Kommission Befugnisse</b>
</p>
<p>
FCC-Leiter Genachowski spielte zuletzt mit dem Gedanken, Internetprovider als klassische Telekommunikationsanbieter <a href="http://opendata-network.org/2010/05/radio-berkman-a-%E2%80%9Cthird-way%E2%80%9D-for-the-fcc-and-broadband/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zu klassifizieren</a>. Damit stünde der FCC ein größeres Spektrum an Regulierungsmöglichkeiten zu Verfügung, um Netzneutralität zu garantieren.  Ein Gericht hatte es <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/computer/1160581/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">der Behörde zuvor </a><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/computer/1160581/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">untersagt</a>, sich in die Geschäftspraktiken von Internetanbietern einzumischen.
</p>
<p>
<b>EU: Beratung zur Netzneutralität im Sommer</b>
</p>
<p>
Auch in der Europäischen Kommission ist die Garantie von Netzneutralität nicht unumstritten. Für den Sommer hat EU-Kommissarin Neelie Kroes <a href="http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=SPEECH/10/153&amp;format=HTML&amp;aged=0&amp;language=EN&amp;guiLanguage=en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine öffentliche Beratung</a><a href="http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=SPEECH/10/153&amp;format=HTML&amp;aged=0&amp;language=EN&amp;guiLanguage=en" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> angekündigt</a>, bei der alle Interessenvertreter ihre Positionen darstellen können. </p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Beim Kand-O-Maten dominieren Demokraten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[fkirchner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Sep 2008 14:02:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Republikaner]]></category>
		<category><![CDATA[Demokraten]]></category>
		<category><![CDATA[Kand-O-Mat]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Kand-O-Mat zu den US-Vorwahlen sieht die Demokraten weit vor den Republikanern. Internetnutzer waren  aufgerufen, verschiedene Kandidaten im Vorwahlkampf großer und kleiner Parteien zu bewerten. Da lediglich das Foto zu sehen war, war die Einschätzung von „charmant“ bis „frappant“ eine höchst subjektive.<br />
<img src="/sites/politik-digital.de/files/Screenshot_Kand-O-Mat_291x.jpg" title="Screenshot Kand-O-Mat" width="291" height="259" />]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Kand-O-Mat zu den US-Vorwahlen sieht die Demokraten weit vor den Republikanern. Internetnutzer waren  aufgerufen, verschiedene Kandidaten im Vorwahlkampf großer und kleiner Parteien zu bewerten. Da lediglich das Foto zu sehen war, war die Einschätzung von „charmant“ bis „frappant“ eine höchst subjektive.<br />
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Screenshot_Kand-O-Mat_291x.jpg" title="Screenshot Kand-O-Mat" width="291" height="259" /><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Barack Obama hat mit beachtlichem Vorsprung die Abstimmung des Kand-O-Maten zur US-Wahl für sich entschieden. Auf einer Skala von 1 („frappant“) bis 10 („charmant“) erreichte der demokratische Kandidat einen Durchschnittswert von 7,4 bei über 500 Stimmen. Damit verwies er Hillary Clinton auf den zweiten Platz. Ihre durchschnittliche Bewertung lag mit 5,8 volle 1,5 Punkte hinter dem Senator aus Illinois.
</p>
<p>
Beim Kand-O-Maten wird im Gegensatz zum richtigen Leben rein nach Äußerlichkeiten entschieden. Der User bekommt lediglich ein Foto des Bewerbers zu sehen, bevor er seine Einschätzung abgibt. Erst dann erhält er weitere Informationen wie Namen, Parteizugehörigkeit, Alter und Wahlspruch.
</p>
<p>
<b>Dreifachsieg für blau</b>
</p>
<p>
Dabei haben gleich drei demokratische Vorwahlkämpfer das Rennen unter sich ausgemacht. Nach Obama und Clinton erreichte John Edwards den dritten Platz. Während sich hier die parteiinterne Reihenfolge mit der im tatsächlichen Vorwahlkampf deckt, hätten die Republikaner besser Mitt Romney aufstellen sollen, um die User des Kand-O-Maten für sich zu gewinnen. Als bester seiner Partei wurde dieser nämlich Vierter, während John McCain abgeschlagen auf den siebten Platz landete, noch hinter dem recht unbekannten Demokraten Mike Gravel und dem streng religiösen Republikaner Mike Huckabee.
</p>
<p>
<b>Außenseiter bleiben Außenseiter</b>
</p>
<p>
Wie im echten US-Wahlkampf hatten auch im Kand-O-Maten die Vertreter kleiner Parteien keine Chance. Der Grüne Ralph Nader wurde als bester „Third Party Candidate“ Neunter. Damit rangiert er  aber immer noch ganze vier Plätze vor Rudy Giuliani, dem ehemaligen Bürgermeister von New York und Erfinder der Zero Tolerance-Strategie. Daniel J. Imperato von der Libertarian Party hatte als 15. ganz offensichtlich darunter zu leiden, dass die User seinen fulminanten Familiennamen erst nach der Abstimmung mitgeteilt bekamen.
</p>
<p>
Der heimliche Favorit der politik-digital-Redaktion, Jonathon „The Impaler“ Sharkey von der prosantanistischen „Vampir-, Hexen- und Heidenpartei“, belegte einen enttäuschenden 16. Platz. Dabei hatte sich der „Aufspießer“, der im normalen Leben unter dem Namen Rocky „Hurricane“ Flash den Wrestlingsport professionell betreibt, nicht lumpen lassen und sich für das Wahlkampffoto mit viel Pathos vor eine wehende Amerikafahne geworfen.<br />
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/jonathan_the_Impaler_sharkey_200x.jpg" title="The Impaler" width="200" height="161" />
</p>
<p>
Die rote Laterne ging wiederum an einen Republikaner. Der 66-jährige Schauspieler Fred Thompson wurde mit einem Durchschnittswert von 3,14 Punkten auf den 19. Platz gewählt. Damit rangierte er sogar noch hinter dem Sozialisten Brian Moore. Allerdings hat dieser im Gegensatz zu Thompson auch noch echte Siegeschancen, denn er wurde von seiner Socialist Party USA als einziger Kandidat tatsächlich zum Präsidentschaftsbewerber bestimmt.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>US-Wahlkampf wird eine Schlammschlacht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Feb 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<b>Tom Buhrow <!-- #EndEditable --> 
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->03.02.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Tom Buhrow <!-- #EndEditable --><br />
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->03.02.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" --> </p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Chat-Interessierte, herzlich willkommen im<br />
tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de<br />
und von sueddeutsche.de. Heute sind wir mit Tom Buhrow verabredet, dem<br />
ARD-Fernseh-Korrespondent in Washington.
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/tbuhrow.jpg" align="left" height="119" width="84" />Moderator:</b><br />
Können wir beginnen, Herr Buhrow?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Ja, bin da!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ok, die erste Frage:
</p>
<p>
<b>barabar:</b> Ist die Wahlkampfdiskussion über die militärische<br />
Vergangenheit der beiden Kontrahenten nicht sonderbar? Sprich: auf der<br />
einen Seite der große Vietnam-Veteran und vaterländische<br />
Held Kerry, der Kriege jetzt natürlich doof findet, und auf der<br />
anderen Seite das drückebergerische Weichei Bush, der Kriege gerne<br />
anzettelt? Wie passt das zusammen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Eins muss man wissen: Amerika ist sehr patriotisch.<br />
Das Militär spielt hier eine größere Rolle als bei uns,<br />
gerade jetzt, wo man offen sagt, wir befinden uns im Krieg (gegen den<br />
Terror), ist es wichtig, auf dem Gebiet &quot;nationale Sicherheit&quot;<br />
keine Schwäche zu zeigen. Da die Demokraten immer etwas unter dem<br />
Verdacht stehen, sie seien, salopp gesagt &quot;liberale Weicheier&quot;<br />
&#8211; in den Augen der Republikaner, natürlich &#8211; ist es wichtig, dass<br />
die einen Kandidaten haben, der sagen kann: Ich habe für mein Land<br />
das Leben riskiert. Bush, Cheney und Rumsfeld, die nie selbst in Kampfhandlungen<br />
waren, werden von ihren Gegnern übrigens als &quot;chicken hawks&quot;<br />
verspottet, das heißt frei übersetzt: Feiglings-Falken.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Bleiben wir bei den Demokraten, sechs Wochen nach<br />
Beginn der Vorwahlen der Demokraten steht fest: John Kerry wird Präsident<br />
George W. Bush am 2. November herausfordern. Wie genau geht es jetzt<br />
bei den Demokraten weiter? Und wozu gibt’s eigentlich noch den<br />
demokratischen Nominierungs-Parteitag im Sommer?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Gute Frage, also die nächste Frage ist: Wen<br />
sucht sich Kerry als Partner für das Amt des Vizepräsidenten<br />
aus? Könnte gut Edwards sein. Der kommt aus den Südstaaten<br />
und da dominieren die Republikaner. Edwards könnte also da Stimmen<br />
holen, wo sonst für Demokraten nicht viel zu holen ist. Noch was:<br />
Die Vorwahlen gehen wie geplant weiter, auch wenn es keinen Gegenkandidaten<br />
mehr gibt, aber die stehen jetzt mehr unter dem Vorzeichen: Partei hinter<br />
sich einigen und natürlich: Geld sammeln, die Kriegskasse von Kerry<br />
ist leer. Bush hat dagegen über 100 Millionen Dollar. Zum Parteitag:<br />
Das sind die großen Jubelveranstaltungen, auf denen man die Schlagzeilen<br />
dominiert, inhaltlich nicht zu vergleichen mit unseren Parteitagen,<br />
auf denen es ja um Programmliches geht.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Wieso ist die Kriegskasse von Kerry leer? Woher wissen<br />
Sie das?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Er hat noch 3 Millionen Dollar. Die Wahlkampfgesetze<br />
sind hier sehr streng. Das heißt, man muss alles offen legen.<br />
Jeder Kandidat muss Einnahmen und Ausgaben der Wahlaufsichtsbehörde<br />
melden, und zwar auf Heller und Pfennig. Jeder einzelne Spender ist<br />
auf der Webseite dieser Behörde aufgeführt mit Namen, Adresse,<br />
Beruf und dem gespendeten Betrag. Stellen Sie sich das mal in Deutschland<br />
vor. Schauen sie sich das ruhig mal an. Es ist die Federal Election<br />
Commission, die Website <a href="http://www.fec.gov/">http://www.fec.gov/</a>.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> US-Präsident Bush hat Kerry zur faktischen Kandidatur<br />
gratuliert und sich einen spannenden Wahlkampf gewünscht. Wie wird<br />
der genau aussehen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Blutig, d.h. Schlammschlacht. Es wird sehr persönlich<br />
werden. Es wird gehen um: pro oder contra Bush. Die Basis von beiden<br />
Parteien ist motiviert. Viele eingefleischte Demokraten hassen Bush,<br />
die Rechten lieben ihn. Frage: Wie wird in der Mitte abgestimmt? Noch<br />
was Interessantes: Die Schlacht wird in einigen &quot;Swing&quot;-Staaten<br />
geschlagen, hauptsächlich im Mittelwesten. Dort werden die Strategen<br />
beider Seiten konzentriert ihr Geld ausgeben und die Wähler bearbeiten.<br />
Bush fängt ab morgen mit Werbespots genau in diesen Bundesstaaten<br />
an.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen zum Kandidaten Kerry:
</p>
<p>
<b>KlausM.:</b> Ist Kerry ein guter Gegner für Bush oder wäre<br />
Edwards oder Dean besser für Bush gewesen?
</p>
<p>
<b>Kalle:</b> Wie wirkt Kerry? Locker und gelöst oder angespannt?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Dean hätte wahrscheinlich kaum Chancen gehabt.<br />
Die Republikaner hätten versucht, ihn als linksradikal und gefährlich<br />
darzustellen. Edwards ist sympathisch und charismatisch, aber hat zuwenig<br />
politische Erfahrung. Kerry selbst ist kein lockerer Typ. Er ist etwas<br />
hölzern und akademisch, aber er wirkt glaubwürdig, auch wegen<br />
seines Militärdienstes (s.o.). Sein Problem: Sein Abstimmungsverhalten<br />
ist widersprüchlich gewesen im Senat. Er stimmte gegen den ersten<br />
Golfkrieg, für den letzten, ist jetzt rückblickend aber wieder<br />
dagegen. Das wird ihm noch um die Ohren gehauen.
</p>
<p>
<b>testu:</b> Welche &quot;schwarzen Flecken&quot; hat Kerrys Weste?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Hauptsächlich sein Abstimmungsverhalten. Es<br />
gab vor einigen Wochen ein Gerücht über eine Affäre,<br />
das wurde aber schnell beigelegt. Dann: Als er aus dem Vietnam Krieg<br />
zurückkam, protestierte er gegen den Krieg. Wird ihm sicherlich<br />
vorgeworfen werden. Noch was: Er wirft Bush vor, zuviel Spenden von<br />
der Industrie zu nehmen, aber er selbst hat auch Geld von Firmen genommen,<br />
um seine Senatswahlkämpfe zu finanzieren. Das ist nicht illegal,<br />
aber man wird ihm Heuchelei vorwerfen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Reicht &quot;Anyone but Bush&quot; als Begründung,<br />
um Kerry zu wählen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Auf dem linken Flügel der Demokraten: Ja. Aber<br />
die Frage ist, was denkt man in der Mitte, wenn man Kerry und Bush vergleicht?<br />
Vergessen wir nicht: Es ist schwer, einen amtierenden Präsidenten<br />
abzuwählen.
</p>
<p>
<b>deaner:</b> Welche Rolle spielt die Ehefrau von Kerry im Wahlkampf?<br />
Eher Doris Schröder-Köpf oder Karin Stoiber, die stille Frau<br />
an der Seite?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Sie ist eine sehr interessante Person. In Afrika<br />
aufgewachsen, portugiesischer Hintergrund, traf den ersten Mann in Genf,<br />
keine typische First Lady, falls sie es würde. Ihr erster Mann<br />
war der Besitzer von Heinz Ketchup. Sie erbte nach dessen Tod das Imperium.<br />
Sie ist interessant , intelligent, sagt ihre Meinung, was natürlich<br />
gefährlich sein kann. Manager von Wahlkämpfen wollen lieber<br />
risikolose Kandidatenfrauen.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Hat Kerry eigentlich Kinder und einen Hund?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Er hat mehrere Töchter. Hund weiß ich<br />
nicht. Eine Tochter studiert Medizin, half jetzt aber bei der Kampagne<br />
aus. Teresa Heinz-Kerry hat 3 Söhne, die sind jetzt eine harmonische<br />
Patchwork Familie, wie man hört.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zu den harten Fakten des Kampagnen-Lebens: Was macht<br />
Kerry jetzt, da er nicht mehr jeden Dienstag automatisch in den Nachrichten<br />
landet?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Genau um weiter in den Schlagzeilen zu bleiben,<br />
werden weiterhin die Vorwahlen wie geplant stattfinden. Er muss jetzt<br />
vor allem Geld sammeln.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> John Kerry ist in den letzten Wochen noch mehr gehypt<br />
worden als zuvor sein innerparteilicher Rivale Howard Dean. Von Dean<br />
spricht heute kaum noch jemand. Bis November kann viel passieren &#8211; wie<br />
kann Kerry sich davor schützen, wie Dean abzustürzen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Kerry hat richtige Stimmen bekommen. Dean hatte<br />
nur Umfragen. Übrigens: In seinem Heimatstaat hat Dean gestern<br />
die Vorwahl gewonnen &#8211; in Vermont &#8211; obwohl er gar nicht mehr kandidierte.<br />
Was Kerry angeht: Er wird die Partei hinter sich sammeln und alle die<br />
Bush loswerden wollen, müssen ihn jetzt unterstützen. Alternative:<br />
Vier weitere Jahre Bush. Also: Selbst wer lieber Dean gehabt hätte,<br />
unterstützt jetzt Kerry.
</p>
<p>
<b>Manu:</b> Wie steht Kerry zu Themen wie Kyoto-Protokoll und Internationaler<br />
Strafgerichtshof, etc?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Er sagt, er wolle Amerika wieder in das Konzert<br />
der Welt eingliedern und wirft Bush vor, er habe Amerika isoliert. Er<br />
hat auch ein paar Umweltideen: Er will Amerika vom Öl unabhängiger<br />
machen, Energiesparsamkeit propagieren etc. Aber Vorsicht: Auch wenn<br />
er Kyoto unterschriebe (nicht sicher), im Kongress bekäme das keine<br />
Mehrheit.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Vor vier Jahren haben einige Demokraten die Grüne<br />
Partei angefeindet, weil deren Kandidat Ralph Nader Al Gores Sieg verhindert<br />
habe. Wie gefährlich kann der mittlerweile unabhängige Bewerber<br />
Nader den Demokraten in diesem Jahr noch werden?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Wenn es sehr knapp wird, natürlich schon gefährlich,<br />
aber diesmal weiß die Linke: Wenn zu viele Stimmen an Nader gehen,<br />
dann haben sie wieder Bush.
</p>
<p>
<b>Cali:</b> Wird die von Bush angekündigte neue Raumfahrtstrategie<br />
eine Rolle für die Wähler spielen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die Raumfahrtrede hat nicht die große Begeisterung<br />
ausgelöst. Zwar fand eine Mehrheit die Idee klasse, aber sie finden<br />
gar nicht klasse, dass man dafür so viel Geld ausgeben soll, wo<br />
es doch daheim genug Probleme gibt und das Geld lieber im Alltag gebraucht<br />
werden sollte.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Welche Rolle spielt die Religion? Bush setzt sehr auf<br />
die Hardcore-Gläubigen.
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Ein wichtiger Punkt, Religion spielt hier eine große<br />
Rolle. Ein Atheist hätte keine Chance. Ich erinnere an den Riesenerfolg<br />
des Films Passion, gerade in diesen Tagen. Bush hat die sogenannte &quot;Religiöse<br />
Rechte&quot; auf seiner Seite. Seine Initiative, die gleichgeschlechtlichen<br />
Ehen durch einen Verfassungszusatz zu verbieten, zielt genau auf diese<br />
Wählergruppe. Kerry wird sich auf jeden Fall als ebenfalls gläubiger<br />
Christ darstellen und versuchen, Bush das Monopol auf Religiosität<br />
streitig zu machen.
</p>
<p>
<b>benutzer:</b> Befürwortet Kerry die Todesstrafe?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Gebe zu: Ist mir nicht geläufig. Sein Heimatstaat,<br />
Massachussets hat sie meines Wissens nicht. Aber wenn er darauf angesprochen<br />
wird, hat er keine Wahl: Er müsste sagen, dass er sie befürwortet,<br />
sonst wäre er erledigt. Erinnern wir uns: Clinton flog mitten im<br />
Wahlkampf 1992 zurück nach Arkansas, um dort als Gouverneur ein<br />
Todesurteil zu unterschreiben . Signal: ich bin kein Weichei, ich bin<br />
ein &quot;New Democrat&quot;, wie es damals hieß.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Todfeind Nr.1:
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Wenn Osama bin Laden gefasst wird, hat Kerry doch keine<br />
Chance mehr, oder?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> So was könnte aber auch verpuffen, siehe Saddam<br />
Hussein. War ein Riesenerfolg für Bush, dann kamen die Demokraten<br />
groß in die Schlagzeilen. Der eigene Waffeninspektor sagt: Es<br />
gab keine Massenvernichtungswaffen und wir werden auch keine mehr finden.<br />
Was folgten, waren zwei schlechte Wochen für Bush und Hussein war<br />
erst mal wieder vergessen. Aber es stimmt: Es wäre ein Riesenerfolg.<br />
Inwieweit wahlentscheidend, hinge sicher auch vom Zeitpunkt ab.
</p>
<p>
<b>Dr. Kampulus:</b> Religion, Raumfahrt, militärische Karriere,<br />
Irakpolitik &#8211; stimmt die alte Wahrheit &quot;it&#8217;s the economy, stupid&quot;<br />
nicht mehr? Sollte Kerry nicht Wirtschaftsstrategien predigen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Letztenendes ist die Wirtschaft immer wahlentscheidend,<br />
wenn sie gut oder schlecht genug läuft. Im Augenblick wächst<br />
die Wirtschaft, in den letzten zwei Quartalen sogar deutlich. Aber es<br />
hat sich auf dem Arbeitsmarkt noch nicht ausreichend bemerkt gemacht.<br />
Also ist die Frage: Gibt es bis zum Herbst das Gefühl eines Aufschwungs<br />
oder nicht? Wenn kein weiterer Anschlag erfolgt, wird man sich sicher<br />
fühlen und die Wirtschaft wird großes Gewicht haben. Gibt<br />
es einen Anschlag in den USA, wird das Thema Sicherheit wieder beherrschend<br />
sein. Im Irak sieht es so aus, als ob die Regierung alles tut, um den<br />
Anschein einer Stabilisierung zu erwecken. Machtübergabe im Sommer<br />
nach Wahlen, wie auch immer die aussehen.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Wie ist Kerrys Verhältnis zur CIA?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die Geheimdienste gelten hier nicht als grundsätzlich<br />
verdächtig. Kerry ist aber kritisch nach den letzten Pannen bei<br />
der Auswertung von Infos über das Bedrohungspotential des Irak.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Dann weiter zur 4. Gewalt: Keine andere Demokratie<br />
der Erde wird so sehr vom Fernsehen aus regiert. Welche Rolle spielen<br />
die US-Networks im Wahlkampf? Stehen sie – wie Teile der Presse<br />
oder des Rundfunks – eindeutig auf der einen oder anderen Seite?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die großen Networks versuchen peinlich, sich<br />
nicht zu einer Seite zu bekennen. Anders bei FOX von Rupert Murdoch,<br />
deren Slogan ist zwar &quot;fair and balanced&quot; (fair und ausgewogen),<br />
aber die sind unverblümt im Bush Lager. Es gibt noch nichts Entsprechendes<br />
auf der Linken Seite.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Bush ist wegen diverser Lügen im Zusammenhang<br />
mit dem Irak-Krieg in der Defensive. Analysten betonen aber immer wieder,<br />
dass Bush seinen Wahlkampf noch gar nicht begonnen hat und verweisen<br />
auf das viele Geld, das Bush dafür zur Verfügung hat. Kann<br />
Bush sich aus der Glaubwürdigkeitskrise seiner Regierung freikaufen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die Frage ist zwar zugespitzt, aber natürlich<br />
nutzt die beste Botschaft nichts, wenn man kein Geld hat, sie an den<br />
Mann bzw. die Frau zu bringen. Alle sind sich einig: Wenn Bush mit einem<br />
Flächenbombardement von Werbespots anfängt, wird das Wirkung<br />
haben. Ich habe noch einen Aspekt: Interesse?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Also dann: Als Clinton 1996 um die Wiederwahl kämpfte,<br />
da hatte er viel Geld in der Kasse und er hat es so eingesetzt: Er hat<br />
gegen Bob Dole noch vor den Parteitagen sehr viel Geld für Werbung<br />
ausgegeben und damit zwei Dinge erreicht: Erstens &#8211; er hat die Themen<br />
gesetzt. Zweitens &#8211; er hat Dole definiert, ihm ein negatives gleich<br />
altes Image verpasst, bevor der selbst eine Chance hatte, sich den Wählern<br />
vorzustellen. Das wollen die Bush Leute jetzt auch so machen. Also Themen<br />
setzten und Kerry ein Image verpassen, bevor der selbst sich vorstellen<br />
kann. Deshalb &#8211; siehe oben: Geld sammeln, Geld sammeln, Geld sammeln,<br />
dass ist für Kerry jetzt Priorität Nr. eins.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Welche Bedeutung haben die Wahlkampfmanager? Kerry hat<br />
seine ja von Kennedy geerbt.
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Richtig, Kerry und Kennedy sind beide aus Massachussets.<br />
Also die Rolle der Manager ist immens. Letztlich hat natürlich<br />
die Persönlichkeit des Kandidaten den Ausschlag, aber die Manager<br />
beraten, welches Thema die Wähler interessiert, welche Schwachstelle<br />
der Gegner hat etc. &#8211; wieder mal Clinton: Wisst ihr noch, als Hillary<br />
erst angepriesen wurde als aktive First Lady und dann nach der negative<br />
Presse in der Wahl 1996 mit neuem diskreteren Image auftrat? So läuft<br />
das.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zur Wahl am 2.11.:
</p>
<p>
<b>Radiomen:</b> Hat man inzwischen vorgesorgt, dass es bei der Wahl<br />
im November keine Pannen mehr gibt?
</p>
<p>
<b>lifestyler:</b> Wissen Sie, ob es dieses Jahr genauere Wahlmaschinen<br />
geben wird und auch keine dubiosen Wahlberechtigungsentzüge? Es<br />
könnte zwischen Kerry und Bush ja knapp werden.
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Einige Dinge sind immer noch etwas besorgniserregend.<br />
Es gab Artikel darüber, was inzwischen behoben ist, was noch nicht.<br />
Aber es gibt einen enormen Druck, dass alle Walkreise bis November ordentlich<br />
mit sicheren Maschinen ausgestattet sind.
</p>
<p>
<b>Bean:</b> Bushs Verfassungsvorschlag zur Homoehe, wie beeinträchtig<br />
das seine Chancen und wie steht Kerry dazu?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Das war ganz klar Bushs Geschenk an die rechte Basis,<br />
aber es motiviert auch die Gegenseite. Ist noch nicht klar, wie Nutzen<br />
und Schaden sich die Waage halten, wenn der Kongress jetzt darüber<br />
wirklich debattiert und das Thema lange im Kongress Thema ist, dann<br />
hätte er ein Thema gesetzt. Aber Kerry wird sagen, dass ist ein<br />
weiterer Beweis dafür, dass Bush ein &quot;Spalter&quot; ist und<br />
kein „Versöhner&quot;.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Medien/Movies:
</p>
<p>
<b>Cali:</b> Vielleicht noch dazu: wie wird Hollywood wählen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die sind wieder ziemlich im Demokratischen Lager.<br />
Vor allem was Wahlkampfspenden angeht. Allerdings gibt es neue Obergrenzen:<br />
2000 Dollar pro Person. Das heißt, die großen privaten Spenden<br />
sind diesmal gedeckelt.
</p>
<p>
<b>Radiomen:</b> Welchen Effekt könnte ein Präsident Kerry<br />
auf das deutsch-amerikanische Verhältnis haben?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Sie wissen es vermutlich besser als ich. In Deutschland<br />
würde das amerikanische Image wohl deutlich besser. Umgekehrt würde<br />
Kerry sicher auf Europa und die UNO zugehen, aber er dürfte auch<br />
nicht zu weich erscheinen. Noch was: Der Kalte Krieg ist vorbei und<br />
dieser Umstand führt zu Veränderungen, mit denen jede Regierung<br />
zu tun hätte.
</p>
<p>
<b>kennedie:</b> Stimmt es, dass die USA politisch so tiefgehend gespalten<br />
sind wie noch nie?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Das hat man schon vor vier Jahren gesagt. Man nannte<br />
es die 50:50 Nation. Ich merke allerdings wirklich einen rechthaberischen<br />
Ton in der Debatte, der mich sonst eher an Deutschland erinnert. Wir<br />
werden ja schnell pampig und meinen oft, Recht haben sei alles. Früher<br />
ging es hier eher um den höflichen Austausch von Meinungen, aber<br />
jetzt klingt es irgendwie gereizter, es ist ja auch ernster geworden.
</p>
<p>
<b>Aluas:</b> Inwieweit könne die anderen ausgestiegenen Nominierten<br />
Kerry in seinen Kampagnen unterstützen und tun sie dieses überhaupt?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Tun sie alle. Dean hatte gesagt: Er unterstütze,<br />
wer auch immer die Kandidatur bekomme und Edwards hat gerade gesagt<br />
(vor knapp 2 Stunden): Er unterstütze Kerry.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein Blick in die Kristallkugel:
</p>
<p>
<b>TSoul:</b> Wer wird die Wahl gewinnen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Ich wage keine Prognosen. Bush ist schlagbar. Das<br />
war vor einem halben Jahr noch nicht der Fall. Es wird also mindestens<br />
kein langweiliges Jahr. Mehr wage ich nicht zu sagen. Von dem her, was<br />
bisher bekannt ist, hat Bush immer noch gut Chancen. Nur weil jetzt<br />
die Kritik der Demokraten in den Schlagzeilen ist, heißt das noch<br />
nicht, dass er in der Bredouille ist. Aber er muss kämpfen, mehr<br />
als er und seine Partei dachten. Ich danke euch / ihnen sehr für<br />
das Interesse. Wir werden weiter versuchen, gut von hier zu informieren.<br />
Was hier passiert, betrifft ja nicht nur Amerika, sondern auch den Rest<br />
der Welt. Alles Gute und bis bald wieder im ARD-Programm.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte, vielen Dank für<br />
das Interesse und die zahlreichen Fragen. Herzlichen Dank, Herr Buhrow,<br />
dass Sie sich die Zeit genommen haben. Das Transkript dieses Chats finden<br />
Sie wie alle anderen auch auf den Seiten der Veranstalter. Der nächste<br />
Chat findet übrigens am Montag, 8. März ab dreizehn Uhr statt.<br />
Chat-Gast am offiziellen Tag der Frau ist dann Barbara Lochbihler, Generalsekretärin<br />
von amnesty international. Das tacheles.02-Team wünscht noch einen<br />
schönen Abend!
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<b>Tom Buhrow:</b> Herzlichst Ihr Tom Buhrow!</p>
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