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	<title>Deutsch-Amerikanische Beziehungen &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Deutsch-Amerikanische Beziehungen &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Wie Bush diese Politik verkauft hat, ist eine Schande&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[hneymanns]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Mar 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Irak-Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch-Amerikanische Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Jeffrey Gedmin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/jgedmin.jpg" alt="Jeffrey Gedmin" align="left" height="103" width="87" /> 
Jeffrey Gedmin, Direktor des Aspen Instituts Berlin, ist am 4. März 
2003 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/jgedmin.jpg" alt="Jeffrey Gedmin" align="left" height="103" width="87" /><br />
Jeffrey Gedmin, Direktor des Aspen Instituts Berlin, ist am 4. März<br />
2003 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b><br />
Moderator: </b>Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02<br />
ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de. Heute ist Jeffrey Gedmin, der Direktor des Aspen-Instituts<br />
in Berlin, ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Eine Stunde haben wir Zeit<br />
zum Chatten, kann es losgehen Herr Gedmin?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:</b><br />
Ja!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Ich gehe davon aus, dass Saddam Hussein Ende 2003 weg ist, haben Sie vor<br />
einigen Wochen gesagt. Das klingt nicht so, als gäbe es eine Alternative<br />
zum Krieg.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:</b><br />
Ich glaube, dass der Krieg immer noch vermeidbar ist. Das liegt aber an<br />
Saddam Hussein. Wenn er bereit ist, alle Massenvernichtungswaffen aufzugeben,<br />
dann ist die Sache erledigt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Friedensfalke:<br />
</b>Ist der Kampf gegen den Irak noch Kampf gegen den Terror? Wie<br />
viel Anteil hat das Ölinteresse der US-Regierung an diesem Konflikt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Wenn die Frage gestellt wird, haben wir, die Amerikaner, wirtschaftlich<br />
Interessen, dann ist die Antwort eindeutig: Ja! Interesse am Öl haben<br />
übrigens die Franzosen und Russen auch. Ist es aber unsere Priorität?<br />
Nein, das Ziel ist nach wie vor die Abrüstung Iraks.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>SaschaSiekmann:<br />
</b>Ich dachte es geht den USA um Regimewechsel und nicht mehr nur<br />
um Abrüstung. Zumindest war das das Ziel des gestrigen Tages, man<br />
kann da leicht den Überblick verlieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Das stimmt. Wie die Bush-Administration diese Politik verkauft<br />
hat, ist bis jetzt eine Schande gewesen. Für mich zumindest geht<br />
es um die Abrüstung und ich bin zu dem Schluss gekommen: Solange<br />
Saddam Hussein an der Macht ist, ist es nicht möglich, das Ziel mit<br />
friedlichen Mitteln zu erreichen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Zaphod: </b>Hi<br />
Jeff, wie dauerhaft ist das Verhältnis der USA und Deutschlands durch<br />
den aktuellen Streit über die Irak-Frage beschädigt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:</b><br />
Hi Zaphod! Auf der einen Seite ist das Verhältnis zwar nicht am Ende,<br />
es gibt nach wie vor viele Gebiete, wo wir eng miteinander zusammenarbeiten.<br />
Aber zugleich muss zugegeben werden: Es gibt auf beiden Seiten ein Problem<br />
der Glaubwürdigkeit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Warlord: </b>Herr<br />
Gedmin, stellen Sie einen wachsenden Anti-Amerikanismus in Deutschland<br />
fest?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Ja und Nein. Anti-Amerikanismus hat es doch immer gegeben, aber<br />
nicht nur in Deutschland. Ich würde aber folgendes sagen: Viele im<br />
heutigen Deutschland haben eine komplizierte Beziehung zu den USA. Die<br />
haben wir auch.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Manche führen die deutsch-amerikanischen Probleme explizit<br />
auf die Tatsache zurück, dass US-Truppen und Alliierte Deutschland<br />
befreiten. Teilen Sie diese Meinung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Eine wichtige Frage. Ich bin mir nicht ganz sicher. Auf jeden<br />
Fall könnte es eine Rolle spielen, dass die Amerikaner nicht nur<br />
Deutschland befreit haben, sondern damals auch Deutschland besiegt haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hänschen:<br />
</b>Aber ist es nicht eigentlich verständlich, dass es einen<br />
Anti-Amerikanismus gibt? Bei der &quot;prominenten&quot; Rolle, die die<br />
USA international spielen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:</b><br />
Zum Teil ja. Ich habe z.B. als Amerikaner den Eindruck, bei manchen sei<br />
es völlig egal, was wir machen &#8211; es ist fast immer die Schuld der<br />
Amerikaner. Entweder sind wir zu stark, oder am nächsten Tag zu schwach<br />
und nicht bereit, zu handeln.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Zaphod: </b>Noch<br />
mal zum Verhältnis: Ist das nicht sehr an den Personen Bush, Rumsfeld<br />
und Schröder orientiert &#8211; und ändert sich nicht ohnehin alles,<br />
wenn die Regierungen Bush bzw. Schröder einmal abtreten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Es wird bestimmt helfen, wenn die beiden &#8211; Schröder, Bush<br />
&#8211; weg sind, und ich gebe sofort zu: der arme George W. hat nicht die richtige<br />
Sprache, auch nicht die richtige Körpersprache für unsere Freunde<br />
in Europa.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>SaschaSiekmann:</b><br />
Hallo und einen schönen Tag. Herr Gedmin, halten Sie die Verquickung<br />
von Politik und Religion in den USA eigentlich für unproblematisch?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:</b><br />
Das ist wirklich eine sehr komplizierte Geschichte! Die Religion mit allen<br />
Vor – und Nachteilen hat von Anfang an eine wichtige Rolle bei uns<br />
gespielt und das ist ein wesentlicher Unterschied zum heutigen Deutschland.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rawon: </b>Manche<br />
vergleichen den vermeintlich wachsenden Anti-Amerikanismus mit dem Antisemitismus.<br />
Was halten sie von solchen Parallelen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Der Antisemitismus ist natürlich ein sehr altes Phänomen,<br />
aber ich kann mir vorstellen, dass es bei manchen Menschen eine Verbindung<br />
gibt. Auf jeden Fall ist Israel der kleine Bruder von den USA.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Janek Albinsky:</b><br />
Wie steht die breite Masse der Bevölkerung der USA zum Krieg? Und<br />
was sind die &quot;Hawks?&quot;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Die Hawks, sogenannte Falken, sind die Bush-Berater, die in der<br />
Außenpolitik eine harte Linie vertreten und z.B. in der Irak-Frage<br />
meinen: &quot;Genug ist genug&quot;. Was die amerikanische Bevölkerung<br />
betrifft unterstützen heute etwa 70% eine Intervention im Irak, wollen<br />
aber zugleich, dass wir die Unterstützung des Sicherheitsrates haben/bekommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>arthur_dent:<br />
</b>Sie vergleichen bisweilen die Weigerung der Bush-Regierung, das<br />
Kyoto-Protokoll zu ratifizieren, mit Schröders striktem Anti-Kriegskurs.<br />
Hinkt dieser Vergleich nicht ein bisschen? Immerhin hat Bush in BEIDEN<br />
FÄLLEN große Teile der Weltöffentlichkeit gegen sich (wie<br />
die Demonstrationen gegen den Irak-Krieg belegen) – Und hat nicht<br />
Rumsfeld inzwischen durch seine kalkulierten Provokationen mehr Porzellan<br />
zerschlagen als Schröder und Bush zusammen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Rumsfeld ist kein Diplomat und seine Äußerungen haben<br />
mich amüsiert, aber ich weiß, dass sie in Deutschland nicht<br />
gut angekommen sind. Zur Analogie Kyoto-Irak: Für mich geht es darum,<br />
dass das Wesentliche ist, wie die beiden Themen von den jeweiligen Regierungschefs<br />
angesprochen wurden. Und das &quot;Wie&quot; ist vielleicht von höchster<br />
Bedeutung. Arrogant, dogmatisch und engstirnig.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
So, wie groß ist der Anteil Schröders am deutsch-amerikanischen<br />
Scherbenhaufen: 50 Prozent? mehr? weniger?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Als Amerikaner würde ich sagen: Etwa 70%.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Janek Albinsky:<br />
</b>Mr. Gedmin, wie bewerten Sie die Rolle der deutschen und amerikanischen<br />
Medien für die politische Meinungsbildung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Das bezieht sich auf die Irak-Krise, nehme ich an…</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Die Rolle ist enorm: Und ich bedauere es manchmal. Wenn ich Deutscher<br />
wäre und jede Woche den &quot;Spiegel&quot; lesen würde, dann<br />
würde ich bestimmt kein guter Freund der USA sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>arthur_dent:<br />
</b>Nach dem 11.September waren die meisten Amerikaner verwirrt,<br />
weil sie offenbar nicht geahnt hatten, wie unbeliebt die USA in manchen<br />
Weltregionen sind, geschweige warum. Wissen die Amerikaner im Fall Irak,<br />
dass ihre eigene Regierung an der Aufrüstung des Landes maßgeblich<br />
beteiligt war?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Ja. Wissen die meisten Deutschen, dass Deutschland auch damals<br />
Saddam Hussein stark unterstützt hat? Wir haben einen Fehler gemacht.<br />
Und ich hoffe, wir sind endlich bereit, den Fehler zu korrigieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Stephan: </b>Warum<br />
hat Herr Bush nun ausgerechnet ein Interesse daran, Saddam Hussein zu<br />
entmachten? Es gibt doch noch so viele Despoten auf dieser Erde. Ist der<br />
Konflikt im Irak also nur der Anfang eines nie vorher gesehenen &quot;Befreiungs-<br />
und Präventionsfeldzuges&quot; der USA?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Ich bin fest davon überzeugt, dass das Thema Saddam Hussein<br />
sowieso gekommen wäre. Für mich war es ein Fehler, dass wir<br />
damals &#8211; 1991 &#8211; nach der Befreiung Kuwaits aufgehört haben und ich<br />
glaube viele innerhalb der Bush-Administration haben das auch begriffen.<br />
Was nicht heißt, dass wir überall angreifen werden! Im Fall<br />
von Nord-Korea handeln wir diplomatisch und versuchen, das Problem multilateral<br />
zu lösen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Vorausgesetzt Nordkorea hat die Atomwaffen, die man dort vermutet<br />
&#8211; mit einem Land mit Atomwaffen verhandelt man aber eher, nicht wahr?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Nordkorea ist ein ernstes Problem! Nuklearwaffen, 900.000 Soldaten<br />
und Seoul, die Hauptstadt von Südkorea eine Panzerstunde weg von<br />
der Grenze! Bedauerlicherweise ist unser Spielraum gering. Das ist natürlich<br />
auch ein Vorteil für das Regime in Nordkorea.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DiveMaxx:<br />
</b>Sehr geehrter Herr Gedmin, der Irak ist offenbar im Begriff,<br />
die fraglichen Al-Samud2-Raketen zu zerstören. Dies scheint von amerikanischer<br />
Seite nicht weiter beachtet zu werden. Welche Forderungen müsste<br />
der Irak Ihrer Ansicht nach erfüllen, um die USA von einem Angriff<br />
abzuhalten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Ich bin in dem Punkt der Meinung von Gerhard Schröder, der<br />
sagt: Es handele sich um die vollständige, bedingungslose Abrüstung.<br />
Oder wie Hans Blix das deutlich zum Ausdruck bringt: Wir brauchen Belege<br />
für die Abrüstung. Saddam Hussein hat alle möglichen gefährlichen<br />
Sachen gehabt. Er behauptet, das sei alles zerstört worden. Belege<br />
muss man haben. Kennen Sie das Zitat von Hans Blix: &quot;Senfgas ist<br />
keine Marmelade&quot;?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Stephan: </b>Herr<br />
Gedmin, ich möchte von Ihnen wissen, was nach einem Krieg in der<br />
Golfregion passieren soll und ob ein Krieg nicht zu einem zweiten &quot;Israel&quot;<br />
führt, wo Attentäter sich in die Luft sprengen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Für mich ist die erste Aufgabe nach dem Krieg, Stabilität<br />
zu schaffen. Wobei nicht vergessen werden darf: Alle Länder der Region<br />
haben Interesse daran. Die zweite Aufgabe ist, dass wir mit den Menschen<br />
im Irak eine gemäßigte Regierung aufbauen. Das wird eine harte<br />
Arbeit sein. Aber das halte ich auch für möglich. Wenn wir diese<br />
Ziele erreichen, dann kommt es nicht zur großen Katastrophe.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>musikantenstadl:<br />
</b>Zu Präsident Bushs Nachkriegs- oder Nach-Saddam-Plänen:<br />
Wie soll eine Region demokratisiert werden, wenn die Mehrheit ihrer Bevölkerung<br />
die Demokratie (oder zumindest die West-Variante davon) ablehnt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Ich weiß, dass viele meinen: Wie kann man Menschen helfen,<br />
die Demokratie nicht kennen oder anstreben? Diese Meinung teile ich nicht.<br />
Ich glaube, dass die Mehrzahl der Bevölkerung im Irak diese Intervention<br />
als Befreiung begrüßen wird. Das Regime ist verhasst &#8211; was<br />
nicht heißt, das es einfach wird. Ich gebe aber zu, es wird nicht<br />
leicht sein, dort eine echte westliche Demokratie aufzubauen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Wie sieht es aber mit der Bevölkerung in den Nachbarländern<br />
aus, die zwar auch nicht durch demokratische Regierungen aber doch moderatere<br />
&quot;Regimes&quot; geführt werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Es gibt 21 oder 22 Staaten in der Region und keine einzige echte<br />
Demokratie. Das ist ein Problem für uns alle und vor allem für<br />
die Menschen, die dort leben. Wo und wie fängt man an? Wie viel Einfluss<br />
haben wir eigentlich? Die Fragen sind nicht leicht zu beantworten, aber<br />
ich kann mir vorstellen, wenn wir das bekommen, was wir im Irak wollen,<br />
dann wird das als moralische Unterstützung für die demokratische<br />
Bewegung im Iran angesehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Der User Holger verweist darauf, dass es im Libanon eine parlamentarische<br />
Demokratie gibt und fragt weiter:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Holger 27:<br />
</b>Wie schätzen Sie die Folgen des Krieges für den gesamten<br />
Nahen Osten ein, wenn der Irak in bestimmte Bereiche zerfällt, die<br />
alle Machtansprüche signalisieren werden? Ich habe ein Jahr im Libanon<br />
studiert, wo mir Dozenten sagten, dass innerhalb kurzer Zeit, nachdem<br />
der Krieg begonnen hat, sich der Konflikt ausweiten und der Bürgerkrieg<br />
im Libanon z. B. wieder ausbrechen wird. Wie kann man einen Flächenbrand<br />
im Nahen Osten verhindern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Die drei Teile, die Holger anspricht sind: die Kurden im Norden,<br />
die Schiiten im Süden und ein &quot;Rest-Irak&quot; in der &quot;Mitte&quot;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Die Frage ist gut. Und sicherlich hat diese Intervention Kosten,<br />
die enorm sein könnten. Die Antwort aber ist: Erfolg. Wir müssen<br />
einen einheitlichen Irak haben, wir müssen den Nachbarländern<br />
zeigen, dass es den Menschen endlich gut geht und dass sie, die Iraker,<br />
diesen Schritt begrüßt haben. Wenn der Krieg schlecht läuft<br />
oder wenn wir ernste Probleme danach haben, dann wird die Lage ernst.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>doris: </b>Wie<br />
lange wird ein Krieg wohl dauern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Keine Ahnung. Krieg ist natürlich immer eine schmutzige<br />
und gefährliche Arbeit. Ich hoffe darauf, dass das Regime in den<br />
ersten Wochen zusammenbricht. Und das halte ich für durchaus möglich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>KlausN: </b>Warum<br />
legen die Alliierten so viele Beweise vor, die sich später als falsch<br />
herausstellen? Die &quot;Terror-Zellen&quot; in Spanien und Italien sind<br />
beide aus der Haft entlassen worden. Anfangs hieß es, es gebe keine<br />
Zeit für Inspektionen, weil der Irak nur noch ein halbes Jahr für<br />
den Bau einer Nuklearwaffe bräuchte, die Geheimdienststudie des Tony<br />
Blair war die Studienarbeit eines Doktoranden usw. Man gewinnt den Eindruck,<br />
dass die USA und Großbritannien nicht ganz ehrlich sind zum Rest<br />
der Welt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Wir haben Fehler gemacht, sogar Tony Blair macht ab und zu einen<br />
Fehler. Aber man darf das wichtigste nicht aus den Augen verlieren. Das<br />
Problem ist nicht Blair, Bush oder gar Schröder &#8211; Saddam Hussein<br />
hat 1991 versprochen, seine Massenvernichtungswaffen aufzugeben und bis<br />
heute gibt es Katz und Maus-Spiele aber keine vollständige Abrüstung.<br />
Damit sind alle Länder des Sicherheitsrates einverstanden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gerald baars:<br />
</b>Ist es nicht ein Erfolg für Präsident Bush, wenn seine<br />
Militärdrohung am Ende zur freiwilligen Abrüstung im Irak führt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Ja. Für Bush wäre das die beste Lösung, denn wenn<br />
der Krieg schlecht läuft, ist der arme George W. weg. Wenn Hans Blix<br />
morgen sagt: Der Irak hat die verlangte Abrüstung akzeptiert, dann<br />
würde George Bush das Ergebnis begrüßen und sagen: Es<br />
war die glaubhafte Bedrohung militärischer Gewalt. Unsere Strategie<br />
war die richtige.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Das ist eine eher unwahrscheinliche Variante. Wie könnte<br />
eine Lösung auch bei einer nicht 100-prozentigen Abrüstung (oder<br />
deren Nachweis) aussehen, bei der es keinen Krieg gibt und die USA bzw.<br />
Präsident Bush dennoch das Gesicht wahren können?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Bush ist nicht wild entschlossen, einen Krieg zu führen.<br />
Er ist meiner Meinung nach aber absolut entschlossen, den Irak völlig<br />
zu entwaffnen. Es gibt einfach Dinge, die man braucht, nämlich die<br />
Belege für die Abrüstung. Und wenn Blix und seine Leute sagen:<br />
Die haben wir alle bekommen, dann müsste und würde Bush zufrieden<br />
sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>arthur_dent:<br />
</b>Eine Regierung Al Gore hätte sicher ebenfalls die Taliban<br />
entmachtet. Hätte eine Regierung Gore aber auch den Irak auf diese<br />
Art in die Ecke getrieben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Jeffrey Gedmin: Die<br />
Demokraten sagen, sie hätten in beiden Fällen ähnlich reagiert,<br />
hätten aber die Diskussion mit den Verbündeten klüger behandelt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>noch eine Nachfrage zu ihrer vorletzten Antwort: </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk:</b><br />
Meinen Sie, dass eine militärische Abrüstung als Kriegsprävention<br />
ausreichen würde, oder ist dies doch nur durch einen Regime Wechsel<br />
im Irak möglich?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass das Hauptproblem Saddam<br />
Hussein ist. Und solange er an der Macht ist, ist die vollständige<br />
Abrüstung unmöglich. Übrigens: Saddam Hussein schickt jetzt<br />
Wissenschaftler ins Ausland, und ich spekuliere, dass er vorhat, sie in<br />
ein paar Jahren wieder ins Land zu holen. Er denkt strategisch und nicht<br />
nur taktisch. Sein Ziel ist nach wie vor, Zeit zu gewinnen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Stephan: </b>Was<br />
passiert, wenn der Sicherheitsrat sich gegen einen Krieg im Irak entscheidet?<br />
Wird Herr Bush den Angriffsbefehl trotzdem geben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Ja. Und dann haben wir alle ein Problem. Von einem Alleingang<br />
kann nicht die Rede sein. Es gibt etwa 25 Länder, die die amerikanische<br />
Position unterstützen. Wenn wir aber die Unterstützung des Sicherheitsrates<br />
nicht bekommen, dann gibt es eine Spaltung innerhalb Europas. Die Nato<br />
wird schwächer sein und die Uno weniger relevant. Wie gesagt: Ein<br />
Problem für uns alle.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Sie sagen, &quot;weniger relevant&quot;, muss die Frage nicht<br />
wie von martinmartin gestellt lauten:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>martinmartin:</b><br />
wird die UNO dieses Machtspiel überleben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:</b><br />
Aus amerikanischer Sicht gibt es die Frage: Saddam Hussein hat im Laufe<br />
der letzten 12 Jahre 17 Resolutionen verletzt. Was bedeutet das für<br />
die Glaubwürdigkeit der UNO, wenn der Sicherheitsrat nicht bereit<br />
ist, die eigenen Resolutionen durchzusetzen?</p>
<p><b>bios: </b>Würden sie sagen, dass das Völkerrecht<br />
außer Kraft gesetzt ist, sollten die USA eine Angriffskrieg ohne<br />
UN-Mandat führen; das Völkerrecht ist doch zur Vermeidung von<br />
Angriffskriegen geschaffen worden…</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jammet: </b>Wird<br />
das Völkerrecht nach dieser Aktion überhaupt einen Wert haben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jeffrey Gedmin:<br />
</b>Wer Völkerrecht mag, muss auch bereit sein, es durchzusetzen.<br />
Und das ist mein Problem in der Irak-Frage. Übrigens haben wir alle<br />
im Kosovo ohne UN-Mandat gehandelt. Joschka Fischer und Gerhard Schröder<br />
waren auch dabei. Ich gebe zu, das war auf der einen Seite völkerrechtswidrig,<br />
aber zugleich war es das Richtige, denn Menschen wurden gerettet. Der<br />
Punkt, den Sie machen, ist ein wichtiger Punkt, vielleicht habe ich ein<br />
Problem wie das alles in der wirklichen Welt funktioniert.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Chat-Freunde, unsere Gesprächsrunde ist leider vorbei. Herzlichen<br />
Dank, Herr Gedmin, dass Sie ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen sind und<br />
vielen Dank an alle UserInnen für Ihr Interesse. Jede Menge Fragen<br />
blieben unbeantwortet, sorry, ich denke wir müssen Herrn Gedmin gelegentlich<br />
noch einmal einladen. Noch ein Terminhinweis: Am Donnerstag, 13. März,<br />
kommt der nordrhein-westfälische Finanzminister, Jochen Dieckmann,<br />
zum Chat. Knapp eine Woche später, am 19.März, werden wir mit<br />
Friedbert Pflüger, dem außenpolitischen Sprecher der Unionsfraktion<br />
im Bundestag, sprechen. Beide Chats finden zwischen 17:00 und 18:00 Uhr<br />
statt. Wir würden uns freuen, wenn Sie wieder dabei sind. Die Transkripte<br />
aller tacheles.02-Chats finden Sie auf den Webseiten der Veranstalter<br />
tagesschau.de und politik-digital.de.</span></p>
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