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	<title>Die Digitalen &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Die Digitalen &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Digital ist besser?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[afischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Aug 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Die Digitalen]]></category>
		<category><![CDATA[Kleinpartei]]></category>
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					<description><![CDATA[<br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Das haben sich auch Jens Oenicke und einige seiner
Mitmenschen gefragt, und gründeten kurzerhand am 8. Juni diesen Jahres ihre Partei
&#34;Die Digitalen&#34;.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Das haben sich auch Jens Oenicke und einige seiner<br />
Mitmenschen gefragt, und gründeten kurzerhand am 8. Juni diesen Jahres ihre Partei<br />
&quot;Die Digitalen&quot;.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Knapp einen Monat später wurde die neue Partei vom Landeswahlleiter zur Wahl<br />
zum Berliner Abgeordnetenhaus zugelassen. Um aber auch tatsächlich daran teilnehmen zu können,<br />
benötigen <a href="http://www.digitalen.de/">die Digitalen</a> insgesamt 2200 Unterstützungsunterschriften von Wahlberechtigten<br />
Berlinern.</p>
<table align="right" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="120">
<tbody>
<tr>
<td width="120"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/oenicke/images/oenicke_kl.jpg" alt="Jens Oenicke" border="1" height="143" hspace="0" vspace="0" width="120" /></td>
<td rowspan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333"><br />
			Jens Oenicke</span></td>
</tr>
<tr>
		</tr>
</tbody>
</table>
<p>Jens Oenicke (33), Gründer, Vorsitzender und Spitzenkandidat der &quot;Digitalen&quot;, möchte kein Politiker<br />
der alten Schule sein (siehe auch das <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/oenicke/interview.shtml">Interview</a>). So erinnert seine vita doch<br />
irgendwie auch an einen anderen Politik-Quereinsteiger, der vergeblich versuchte der Politik seinen Stempel<br />
aufzudrücken und schließlich &quot;freiwillig&quot; seinen Verzicht erklärte. Oenicke ist ausgewiesener Marketing- und<br />
Kommunikationsfachmann, Vorstandsmitglied der VIRBUS AG und Buchpreisträger (&quot;Online-Marketing&quot;) und müßte sich eigentlich<br />
nicht in der Politik engagieren, da er seine Brötchen offensichtlich woanders verdient. Doch anscheinend hat Oenicke wie auch<br />
seine Mitstreiter eine Vision dieser Gesellschaft, die auch ein anderes Verständnis von Politik impliziert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Deshalb wollen die Digitalen sich<br />
hauptsächlich der Neuen Medien bedienen, um höchste Transparenz<br />
gegenüber den Bürgern und Bürgerinnen zu erreichen. Dabei sollen die<br />
Neuen Medien dazu eingesetzt werden, um möglichst flexibel und schnell<br />
zu reagieren, Abstimmungen und Meinugsbildung vorzunehmen und<br />
Informationen zu verbreiten. Dies alles sei im Rahmen des Grundgesetzes<br />
durchsetzbar, meinen die Digitalen. In ihrem Programm, das sich nicht<br />
an konkreten politischen Beispielen aufhält, sondern eher<br />
&quot;Pauschallösungen&quot; anbietet, heißt es &quot;wir verfolgen die Absicht, die<br />
eingefahrenen Bahnen der heutigen Politik mit den Mitteln des<br />
Informationszeitalters zu verändern&quot;. Die neuen Medien seien ein<br />
ideales Mittel, um Problemen angemessen zu begegnen und so langfristig<br />
die gesellschaftliche Veränderung aktiv zu steuern. Ganz groß<br />
geschrieben wird bei den Digitalen die &quot;Open Idea Policy&quot;, das heißt<br />
eine &quot;zeitgemäße pragmatische Politik jenseits von dogmatischen<br />
links/rechts Debatten&quot;. Sogar das Sparproblem scheint ganz einfach<br />
gelöst werden zu können, denn &quot;gespart werden muß nicht, wenn man nicht<br />
krampfhaft versucht, alte und erstarrte Strukturen künstlich am Leben<br />
zu erhalten.&quot; Stattdessen sollte man, laut Parteiprogramm, neue Wege<br />
finden, um den politischen und gesellschaftlichen Alltag zu<br />
revolutionieren. Daß die etablierten Parteien noch nicht<br />
darauf gekommen sind, ist bei so einfachen Lösungsmöglichkeiten kaum zu<br />
glauben.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Obwohl sich die Digitalen von jeglichen Ideologien freisprechen, wünschen sie sich<br />
&#8211; ganz idealistisch &#8211; eine Gesellschaft, die tolerant, offen, grenzenlos, selbstbewußt und<br />
komplett eigenverantwortlich ist. Doch wenn dort steht &quot;Es soll wieder Spaß machen zu leben&quot;,<br />
fragt man sich schon, ob die anderen Parteien etwas anderes erreichen wollen.<br />
Nach Antworten soll erst gesucht werden, wenn die richtigen Fragen gestellt wurden. Damit<br />
wollen die Digitalen nach der Wahl am 10.Oktober anfangen.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Berlin: Zwischen Staat und Stadt</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/berlin_zwischen_staat_und_stadt-865/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[afischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[PDS]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Abgeordnetenhauswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Die Digitalen]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Während der große Umzug immer noch auf Hochtouren läuft, die Bonner
Abgeordneten sich langsam in der Hauptstadt einleben, an jeder Ecke in Berlin gebaut und Strassen
aufgerissen werden, geht der letzte Wahlkampf in diesem Jahr in die heisse Phase. Doch auch in
Berlin scheint es keine spektakulären Überraschungen zu geben.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Während der große Umzug immer noch auf Hochtouren läuft, die Bonner<br />
Abgeordneten sich langsam in der Hauptstadt einleben, an jeder Ecke in Berlin gebaut und Strassen<br />
aufgerissen werden, geht der letzte Wahlkampf in diesem Jahr in die heisse Phase. Doch auch in<br />
Berlin scheint es keine spektakulären Überraschungen zu geben.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Digitalen haben es nicht geschafft. Die im Sommer gegründete Partei wollte mit ihrem Spitzenkandidaten<br />
und Vorsitzenden <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/oenicke/">Jens Oenicke</a> die Politik mit Hilfe der modernen<br />
Informationstechnologien revolutionieren. Die Teilnahme an der Berliner Wahl zum Abgeordnetenhaus<br />
scheiterte aber an nicht genügend Unterstützungsunterschriften von wahlberechtigten Berlinern.<br />
Die &quot;Open Idea Policy&quot;, die die Partei vertreten wollte, wird demnach wohl nicht in digitaler<br />
Art und Weise im Berliner Parlament ausgeübt. Jedoch versprechen die Digitalen auf ihrer<br />
<a href="http://www.digitalen.de/">Homepage</a>, nicht in der Versenkung zu verschwinden,<br />
sondern bei den nächsten Landtagswahlen im Frühjahr 2000 auf den Listen zu stehen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bei den etablierten Parteien gibt es keine Überraschungen in der &quot;heissen Phase&quot; des Wahlkampfs<br />
in diesem Jahr:  Weiterhin liegt die CDU um den joggenden Spitzenkandidaten <a href="http://www.diepgen.de/"><br />
Eberhard Diepgen</a> in der Wählergunst weit vorn. In Umfragen zahlt sich die Strategie der<br />
Konservativen, jetzt noch stärker auf den beliebten Bürgermeister zu setzen, scheinbar aus.<br />
Denn 38% der Berliner würden bei der Wahl am 10.Oktober  &quot;Ebi&quot;  wiederwählen. Ihre Strategie<br />
geändert hat auch die SPD, jedoch in eine andere Richtung: Ihren Spitzenkandidaten Walter Momper zeigen<br />
die Berliner Genossen nicht mehr allzu gern: Die zuletzt gedruckten Plakate tragen schlicht den<br />
Ausspruch: &quot;Wir kämpfen für Berlin.&quot; Und kämpfen muss die SPD wohl auch. Die Umfragewerte sind<br />
denkbar schlecht: Erhebungen prophezeien der Berliner SPD nur knapp über 20 %. Das hatte man<br />
sich damals wohl anders vorgestellt, als Walter Momper im Januar zum Spitzenkandidaten gekürt<br />
wurde. An die Emotionen und die Nostalgie von 1989 wollten die Genossen appellieren. Doch es scheint,<br />
die Berliner sind mit der jetzigen großen Koalition und dem Regierenden Bürgermeister zufrieden,<br />
so dass die erhoffte Nostalgie weitgehend ausbleibt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Während die Umfragewerte für die Genossen also alles andere als gut sind,<br />
hat sich auf den Websites der SPD jedoch eine Menge getan: Die erste Veränderung,<br />
die dem Besucher der Webpage <a href="http://www.momper.de/">momper.de</a> auffällt,<br />
ist, dass der Spitzenkandidat jetzt eine eigene externe Homepage besitzt. Verlinkt<br />
wird von dort aus auf die Homepage der <a href="http://www.spd-berlin.de/"> SPD-Berlin</a>,<br />
auf <a href="http://www.diepgen-geht.de/">diepgen-geht.de</a> und die Wahlkampfseiten,<br />
auf denen sich die Webmaster der SPD in der letzten Zeit verstärkt um mehr Bürgernähe<br />
bemühen. So gibt es zum Beispiel ein Gästebuch und ein Forum, in denen sich<br />
jeder Besucher zum Wahlkampf der SPD äußern kann. Sehr lobenswert ist, dass<br />
auch Meinungen, die nicht mit der Partei konform gehen, veröffentlicht werden.<br />
Ein neues, sehr fortschrittliches Angebot sind die Chats mit prominenten Berliner<br />
Politikern. Leider sind die Ankündigungen der Chats nicht auf dem neuesten Stand,<br />
und auch Transkripte der virtuellen Fragestunden sind nicht verlinkt. Trotzdem:<br />
die SPD hat in den letzten Wochen zumindest digital zugelegt und überholt mittlerweile<br />
die Websites der <a href="http://www.cduberlin.de/">Berliner CDU</a>, die ihr<br />
Internet-Angebot in den letzten Wochen nicht verändert oder gar erweitert hat.<br />
Während die Konservativen in der letzten Bewertung <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/berlin1999/diepvsmomp.shtml">Diepgen<br />
vs. Momper</a> das digitale Wettrennen gewinnen, prägte in den letzten Wochen<br />
der Stillstand die Websites. Zwar gibt es auch hier immer noch ein Forum, doch<br />
Chats und andere virtuelle Dialogmöglichkeiten sucht der Websitebesucher vergebens.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die kleinen Parteien, die sich teilweise bei den letzten Landtagswahlen im Webwahlkampf gut geschlagen<br />
haben, enttäuschen digital in Berlin. Besonders die <a href="http://www.gruene-berlin.de/"><br />
Grünen</a>, die in Sachsen eine hervorragende Website präsentierten, bleiben in Berlin hinter den<br />
Erwartungen zurück: Neben dem gewöhnlichen Angebot des Landesverbandes gibt es zwar die<br />
Sonderseiten zur Wahl mit Kandidaten und Programm, doch die einzige Besonderheit in diesem Angebot<br />
ist eine Liste mit den Lieblingslinks der Kandidatinnen und Kandidaten. Auf die Umfragewerte hat<br />
diese magere Webpräsenz jedoch keinen Einfluss: Waren die Grünen in Sachsen mit 2,5 %  von der<br />
5%-Hürde und damit vom Einzug in den Landtag weit entfernt, so wird die Partei in Berlin den<br />
Einzug ins Abgeordnetenhaus souverän schaffen: In aktuellen Umfragen liegt die Partei bei 11%.<br />
Auch der <a href="http://www.pds-berlin.de/">PDS</a>, die bei allen Landtagswahlen in diesem Herbst<br />
gewaltig an Stimmen hinzugewinnen<br />
konnte,  werden laut Umfragen circa 16% der Wählerstimmen prophezeit. Somit wird sie wohl auch in Berlin drittstärkste<br />
Kraft im Parlament. Der Webwahlkampf findet bei der PDS zwar statt, jedoch nutzt die Partei<br />
nicht die Funktionen, die das neue Medium mit sich bringt:  Ausser viel Text und vielen Informationen<br />
bietet die Partei recht wenig Interaktivität. Positiv ist<br />
allerdings, dass viele Bezirksverbände eine eigene Homepage besitzen und per e-mail zu<br />
erreichen sind.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Partei, die in bei den letzten Wahlkämpfen digital wie analog &quot;versagte&quot;, überrascht indes<br />
mit einer erstaunlich guten Präsentation im Netz: Die <a href="http://www.fdp-berlin.de/">FDP</a><br />
strukturiert ihr Angebot schon auf der Startseite gut und erstaunlich viele Bezirksverbände besitzen<br />
eine eigene Homepage, auf die die Berliner FDP verlinkt. Kandidaten werden kurz und informativ vorgestellt,<br />
es gibt ein Forum und zahlreiche e-mail-Adressen: Für FDP-Maßstäbe eine außerordentlich<br />
gute Webpräsenz. Trotzdem wird die FDP aller Voraussicht nach nicht in das Berliner Abgeordnetenhaus<br />
einziehen. In Umfragen sind die Liberalen weit von der 5%-Hürde entfernt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Insgesamt ist der Berliner<br />
Wahlkampf aber dennoch nicht so langweilig wie er gerne gemacht wird.<br />
Als Beobachter fehlt es einem eher an &quot;Substantiellem&quot; in den<br />
Diskussionen, obwohl genügend Probleme zu bewältigen sind. Ein Grund<br />
für die unzureichende Auseinandersetzung mit tagespolitischen<br />
Ereignissen könnte sein, dass sich Berlin als deutscher Regierungssitz<br />
in Zukunft gewaltig verändern wird, und auch die Bedeutung des<br />
ehemaligen Stadtstaates mit besonderer Aufgabe als &quot;Insel im Kampf<br />
gegen den Sozialismus&quot; obsolet geworden ist. Der zukünftige Regierende<br />
Bürgermeister wird ein anderes Berlin regieren, als zuletzt. Nicht nur<br />
der erneute Versuch einer Fusion mit Brandenburg und das soziale<br />
Zusammenwachsen zwischen Ost und West ist zu bewältigen, sondern<br />
vielmehr sind es repräsentative Aufgaben, die der Berliner<br />
Bürgermeister demnächst zu erfüllen hat. Die Berliner Bürgerinnen und<br />
Bürger vertrauen bei dieser &quot;Metamorphose&quot; Berlins, vom Staat zur<br />
Stadt, anscheinend eher auf Diepgen als auf Momper, obwohl der gerade<br />
wegen seiner Volkesnähe aus dem politischen Abseits zurückgeholt wurde.<br />
Ob aber die SPD taktisch klug beraten war, sich auf diesen<br />
Personality-Wahlkampf einzulassen, bleibt nicht nur aufgrund der<br />
derzeitigen Umfragewerte zweifelhaft. </span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Wir sind überzeugt, amerikanische Verhältnisse erreichen zu können&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/wir_sind_ueberzeugt_amerikanische_verhaeltnisse_erreichen_zu_koennen-903/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[afischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Abgeordnetenhauswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Die Digitalen]]></category>
		<category><![CDATA[Jens Oenicke]]></category>
		<category><![CDATA[Kleinpartei]]></category>
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					<description><![CDATA[<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Am 10. Oktober sind
Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus. Erstmals werden &#34;Die Digitalen&#34;,
eine erst kürzlich gegründetete Partei, daran teilnehmen. &#34;Die Digitalen&#34;
wollen sich in ihrer Politik hauptsächlich der neuen Medien bedienen,
um ein höchstes Maß an Transparenz zu erreichen. &#34;Chats statt stundenlanger
Laberdebatten&#34;</span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Am 10. Oktober sind<br />
Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus. Erstmals werden &quot;Die Digitalen&quot;,<br />
eine erst kürzlich gegründetete Partei, daran teilnehmen. &quot;Die Digitalen&quot;<br />
wollen sich in ihrer Politik hauptsächlich der neuen Medien bedienen,<br />
um ein höchstes Maß an Transparenz zu erreichen. &quot;Chats statt stundenlanger<br />
Laberdebatten&quot;</span></b><!--break--></p>
<p>
<span style="color: #ff6600"><b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">politik-digital</span></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">:<br />
Wieviele Unterschriften haben Sie schon, und wieviele benötigen Sie noch,<br />
um an der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus teilzunehmen? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Oenicke</b>: Wir<br />
haben bisher Formulare von ca. 500 Berlinerinnen und Berlinern erhalten<br />
die uns mit ihrer Unterschrift unterstützen wollen. Um für die BerlinWahl99<br />
zugelassen zu werden, fehlen uns also noch ungefähr 1700 Stimmen.<br />
So eine Unterschrift verpflichtet zu nichts und man muß auch nicht Mitglied<br />
der Digitalen werden, um uns mit einer Stimme zu unterstützen, aber neue<br />
Mitglieder sind bei uns natürlich jederzeit herzlich willkommen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Warum sagen Sie von sich selbst, daß Sie keine<br />
Ideologie verfolgen, sondern pragmatische Politik, wenn man gleichzeitig<br />
in Ihrem Programm lesen kann &quot;es soll wieder Spaß machen zu leben, es<br />
soll sich lohnen, den eigenen und den gemeinschaftlichen Idealen nachzugehen.<br />
es soll wieder Visionen geben&#8230; Klingt alles doch sehr idealistisch?!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Oenicke</b>: Wir<br />
wollen, von den verschieden Ideologien abgekoppelt, eine lösungsorientierte<br />
Politik etablieren. Es darf keine grauen Männer oder Frauen in Elfenbeintürmen<br />
geben, die über Probleme diskutieren, die sie nicht mehr betreffen oder<br />
nie betroffen haben. Ich verstehe unter Politik nicht, sich mitunter stundenlang<br />
während einer Debatte mit ausgesuchten Leuten im Kreis zu drehen, sondern<br />
eine klare Frage bzw. eine klare Problembeschreibung zu stellen und dann<br />
gemeinsam die geeignete Lösung dafür zu finden. Ob die Problemlösung,<br />
oder ein Ansatz dazu von Mann, Frau, rot, grün, Rentner oder Berufspolitiker<br />
kommt, ist völlig unwichtig, es zählt das bessere Argument und damit die<br />
bessere Lösung. Das ist die Voraussetzung um interessierte Menschen wieder<br />
an die Politik heranzuführen. Es macht niemandem Spaß, eine Idee zu entwickeln<br />
und entmutigt durch die bisherige politische Landschaft, sich mit einem:<br />
&quot;Mir hört ja eh keiner zu&quot; in sein Schneckenhaus zurückzuziehen. Mit dem<br />
Bewußtsein im Hinterkopf, daß einem nicht nur jemand zuhört, sondern daß<br />
man überhaupt die aktive Möglichkeit hat, etwas zu bewegen, macht es auch<br />
wieder Spaß, Ideen und Visionen zu entwickeln. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Welche sind die erstarrten Strukturen, die<br />
sie oft in Ihrem Programm erwähnen? Mit ihren websites haben doch schon<br />
viele Politiker die Zeichen der Zeit erkannt. Oder reicht Ihnen diese<br />
Transparenz nicht? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Die Digitalen</b>:<br />
Die aktuellen Webseiten der etablierten Parteien oder einzelner Politiker<br />
sind zum großen Teil solide erstellt und bieten einen guten aber statischen<br />
Inhalt an Informationen. Eine e-Mail an einen Politiker zu schreiben und<br />
im Ungewissen darüber sein, ob nicht seine Sekretärin oder extra dafür<br />
eingestellte Studenten die Post beantworten, reicht mir aber einfach nicht<br />
aus. Ich stelle mir Politik als ein lebendes, atmendes Gebilde vor. Wir<br />
wollen im interaktiven Dialog, ob persönlich oder digital, mit Mitgliedern,<br />
Nichtmitgliedern und allen politisch Interessierten, die richtigen Fragen<br />
stellen und gemeinsam die richtigen Antworten finden. Wir möchten mit<br />
Hilfe der heutigen Technik wie z.B. Internet-Chat, Diskussionforen, Video-<br />
und Telefonkonferenzen oder auch der einfachen e-Mail einer breiten Masse<br />
die Möglichkeit geben, Politik aktiv mitzugestalten.<br />
Tranparenz ist darüber hinaus ein gutes Stichwort, darunter verstehe ich<br />
zum Beispiel komplette Offenheit nach außen, das fängt bei unseren Ideen<br />
und Zielen an und setzt sich bis zu eventuellen Parteispenden fort. Bei<br />
uns wird z.B. jeder, der eine Spende an &quot;Die Digitalen&quot; leistet, mit Name<br />
und Summe, bzw. Sachwert, seiner Spende auf der Webseite veröffentlicht.<br />
Und selbstverständlich beantworten wir unsere e-Mails wirklich selbst.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Glauben Sie es genügt, wenn Sie Ihren Wahlkampf<br />
ausschließlich übers Internet führen, das schließlich noch kein Massenmedium<br />
in Deutschland ist? Vermuten Sie ausreichend Wähler vor den Rechnern?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Oenicke</b>: Wir<br />
werden zwar große Schwerpunkte des Wahlkampfes wie Livechats mit den Kandidaten,<br />
Wahlforum und ähnliche interaktive Events im Internet veranstalten, es<br />
werden aber auch einige kleine, nicht virtuelle Veranstaltungen der &quot;Digitalen&quot;<br />
in Berlin stattfinden. Die Anzahl der Internetanschlüsse in Deutschland<br />
steigt zwar ständig an, trotzdem ist es noch viel zu wenig verbreitet<br />
und auch nur einem bestimmten Personenkreis zugängig. Es gibt zwar gute<br />
und wichtige Aktionen, wie z.B. &quot;Schulen ans Netz&quot; aber Gruppen wie Hausfrauen<br />
und Hausmänner oder vor allem Senioren haben oft noch große Berührungsängste<br />
mit dem neuen Medium. Diese Gruppen wollen wir nicht einfach ausgrenzen.<br />
Wir wollen uns verstärkt dafür einsetzen, daß zusammen mit Wirtschaft<br />
und Politik Programme erarbeitet werden, die einer breiteren Masse kostengünstige<br />
Internetanschlüsse zur Verfügung stellt. Ein Ansatz hierzu wären z.B.<br />
mehr Internetterminals in öffentlichen Büchereien. Aber das braucht eben<br />
seine Zeit. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b>Wenn Sie bei der Berlin-Wahl nicht erfolgreich<br />
sind, bleiben Sie trotzdem politisch aktiv? Vielleicht sogar auf Bundesebene?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Oenicke</b>: Das<br />
Internet ist ein globales Medium, und die Digitalen sind eine globale<br />
Partei. Sollten wir bei der BerlinWahl99 nicht die notwendigen 2200 Unterschriften<br />
bekommen, oder auf Grund der kurzen Zeit des Wahlkampfes zu wenig Leuten<br />
unsere Ideen vermitteln können, werden wir uns davon natürlich nicht entmutigen<br />
lassen und auf jeden Fall bei anderen Landtagswahlen und auch auf Bundesebene<br />
aktiv werden. Die Entscheidung in Berlin zu kandidieren ist uns sehr leicht<br />
gefallen, Berlin ist Hauptstadt und hat ein kulturell und wirschaftlich<br />
stark wachsendes Umfeld &#8211; ideal für eine junge Partei mit guten, neuen<br />
Ideen. Zudem bin ich ein Berliner von Geburt an und das mit Leib und Seele.<br />
ich kenne somit meine Stadt und ihre Probleme nicht nur aus der Sicht<br />
eines externen Beobachters, sondern habe eine besondere Motivation, positive<br />
Veränderungen voranzutreiben. Ich bin eben ein Berliner, und das bleibt<br />
man für sein Leben. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Nehmen wir an, Sie ziehen ins Berliner Abgeordnetenhaus<br />
ein. Welche Koalitionen würden Sie eingehen? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Oenicke</b>:&quot;Die<br />
Digitalen&quot; wollen die richtigen Fragen stellen und lösungsorientierte<br />
Politik betreiben. Im Augenblick sehen wir keine unter den etablierten<br />
Parteien, die das Niveau erreicht hat, Politik mit uns zu machen die unseren<br />
Ansprüchen genügt. Deshalb haben wir &quot;Die Digitalen&quot; ja gegründet. Wenn<br />
wir unser Ziel, bei der Wahl als einzelne Partei auf der Hochrechnungsliste<br />
zu erscheinen, übertreffen und ins Abgeordnetenhaus einziehen, dann stehen<br />
wir nur für eine Partei als Koalitionspartner zur Verfügung, die sich<br />
an unser Verständniss von Politik annähert. Wenn Sie mich fragen, welchen<br />
Politiker etablierter Parteien wir gerne in unseren Reihen sehen würden,<br />
für Außenminister Fischer hätten wir immer einen Platz frei. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital: </span></b>Vielen Dank für das Gespräch. <br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Das Interview mit<br />
Jens Oenicke führte Anne-Katrin Fischer </span></p>
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