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	<title>Dieter Hundt &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Dieter Hundt &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Dieter Hundt über Arbeitsmarktreformen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[uheimann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Mar 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[BDA]]></category>
		<category><![CDATA[Dieter Hundt]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitgeber]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Montag, 7. März, war Dieter Hundt, Präsident der BDA, 
von 12.30 bis 13.30 Uhr zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de 
und politik-digital.de. Mit den Teilnehmern sprach er über 
Arbeitsmarktreformen, Wirtschaftswachstum und die Bekämpfung 
von Schwarzarbeit.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Montag, 7. März, war Dieter Hundt, Präsident der BDA,<br />
von 12.30 bis 13.30 Uhr zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de. Mit den Teilnehmern sprach er über<br />
Arbeitsmarktreformen, Wirtschaftswachstum und die Bekämpfung<br />
von Schwarzarbeit.<!--break--> </p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte, herzlich<br />
willkommen im tacheles.02-Chat. Unsere Chat-Reihe ist ein Format<br />
von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de. Im ARD-Hauptstadtstudio wartet jetzt Dieter<br />
Hundt, Präsident der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände<br />
auf Ihre Fragen. Kann es losgehen, Herr Hundt?
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt:</b> Jawohl.
</p>
<p>
<b>Lizzy:</b> Was halten Sie eigentlich von dem Briefwechsel<br />
zwischen Opposition und Regierung?
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt:</b> Wenn dieser Briefwechsel zu konkreten<br />
Ergebnissen führt, die eine Verbesserung der wirtschaftlichen<br />
Rahmenbedingungen zur Folge haben, dann begrüße ich diese<br />
Aktivität natürlich. Ich bin auch der Meinung, dass wir<br />
schnell zu entsprechenden Ergebnissen kommen müssen, beispielsweise<br />
bei der Reform der Sozialversicherungssysteme; hinsichtlich eines<br />
nächsten Schrittes der Unternehmenssteuerreform oder &#8211; ganz<br />
wesentlich auch &#8211; beim Bürokratieabbau. Wenn ich mich allerdings<br />
an meine aktive Tätigkeit in der Tarifpolitik zurückerinnere,<br />
dann hätte ich mich, wenn ich mit den Gewerkschaften wirklich<br />
etwas erreichen wollte, nicht mit einem Brief an meine Partner gewandt,<br />
sondern versucht, mit ihnen im stillen Kämmerlein die aktuellen<br />
Fragen zu diskutieren.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> D.h. der Briefwechsel ist alles in<br />
allem eine überflüssige Aktion?
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt:</b> Ich würde das nicht als überflüssig<br />
bezeichnen. Ich schmunzle eher etwas über die Vorgehensweise.<br />
Ich hoffe aber darauf, dass aus der Initiative doch noch ein Erfolg<br />
resultiert, den die deutsche Wirtschaft dringend benötigt,<br />
um zu mehr Wachstum zu kommen.
</p>
<p>
<b>gnfgfn:</b> Sie schlagen einen Reformgipfel vor. Wollen<br />
Sie eine Neuauflage der Konzertierten Aktion, nur am liebsten ohne<br />
die Gewerkschaften?
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt:</b> Wir hatten in der Regierungsära<br />
Schröder das Bündnis für Arbeit, das ich und die<br />
deutschen Arbeitgeber sehr positiv begleitet haben. Bedauerlicherweise<br />
ist dieses vor zwei Jahren von Ver.di torpediert worden. Ich sehe<br />
aktuell keine Möglichkeit, dieses Bündnis wieder aufleben<br />
zu lassen. Jetzt sind vielmehr die verantwortlichen Institutionen,<br />
insbesondere die Bundesregierung, gefordert, weitere Reformen umzusetzen.<br />
Wobei ich an die Opposition appelliere, derartige Verbesserungen<br />
der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Bundestag nicht zu torpedieren.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ganz konkret in Sachen Sozialreformen:
</p>
<p>
<b>Baum:</b> 345 Euro im Monat und man kann als ALG II-Empfänger<br />
noch nicht einmal von seinen laufenden Verträgen (z.B. Hausratsversicherung,<br />
etc.) zurücktreten. Nennen Sie das eine gelungene und ausgewogene<br />
Reform?
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt: </b>Ich halte Harzt IV für eine<br />
wichtige und richtige Reform, die Zusammenlegung von Arbeitslosen-<br />
und Sozialhilfe war schon lange überfällig. Ich gehe davon<br />
aus, dass im weiteren Verlauf des Jahres, Harzt IV auch positive<br />
Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hat und wir durch diese Reform<br />
insbesondere erreichen, dass die durchschnittliche Arbeitslosigkeit<br />
in der Zeitdauer in Deutschland reduziert wird. Wir haben in Deutschland<br />
eine durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit von 30 Wochen.<br />
Der EU-Durchschnitt liegt bei etwa 2/3 dieses Wertes. Mit Hartz<br />
IV besteht jetzt auch die Möglichkeit, die Arbeitswilligkeit<br />
von Arbeitslosen zu testen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nun wissen wir, dass die Art der Statistik<br />
die Arbeitslosigkeit stark beeinflusst. Wo liegt denn ihrer Meinung<br />
nach die Zahl &#8211; oder Quote &#8211; die erreicht werden kann?
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt:</b> Wir hatten bedauerlicherweise im<br />
letzten Jahr, also vor Hartz IV, erneut einen Rekordwert in der<br />
Arbeitslosigkeit. Die aktuell erschreckende und hochgradig Besorgnis<br />
erregende Arbeitslosenzahl von über 5,2 Millionen Menschen<br />
ist auch auf statistische Effekte von Hartz IV und saisonale Entwicklungen<br />
zurückzuführen.<br />
Diese Begründung ändert allerdings nichts daran, dass<br />
Maßnahmen zur Reduktion von Arbeitslosigkeit in Deutschland<br />
allerhöchste Priorität haben müssen. Hartz IV allein<br />
wird die Probleme sicherlich nicht lösen. Ich gehe davon aus,<br />
dass wir im weiteren Verlauf des Jahres eine rückläufige<br />
Entwicklung der Arbeitslosenzahlen haben werden. Eine quantitative<br />
Prognose auszusprechen, halte ich allerdings für unseriös<br />
und nicht möglich. Wichtig erscheint mir dass wir auch zusätzliche<br />
Nischenmöglichkeiten nutzen. Ich denke dabei insbesondere an<br />
die verstärkte Besetzung des Niedriglohnsektors, den wir in<br />
Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern bisher zu wenig<br />
ausfüllen.
</p>
<p>
<b>erem:</b> Obwohl die BRD Exportweltmeister ist, wird<br />
immer über zu hohe Produktions-/Lohnkosten geklagt. Wie kann<br />
das sein, wenn die Kosten zu hoch sind? Wieso sind die Produkte<br />
mehr als nur konkurrenzfähig?
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt:</b> Deutschland ist traditionell ein<br />
exportorientiertes Land. Wir haben unverändert hochwertige<br />
Produkte und Produktionsverfahren, die unter dem Label &quot;Made<br />
in Germany&quot; weltweit Anerkennung finden. Der zunehmend scharfe<br />
Wettbewerb in einer globalisierten Welt zwingt die deutschen Unternehmen<br />
aber permanent zu einer Reduktion ihrer Herstellkosten und damit<br />
ihrer Preise. Diesem Zwang werden die deutschen Unternehmen in zunehmendem<br />
Maße nur noch dadurch gerecht, dass immer größere<br />
Umfänge der Produktion in kostengünstigere Länder<br />
verlagert werden, um damit aus dem Kostenmix der inländischen<br />
und der ausländischen Fertigung den Wettbewerbsanforderungen<br />
zu entsprechen. Ich weise darauf hin, dass der inländische<br />
Wertschöpfungsanteil der deutschen Exporte in der Zwischenzeit<br />
auf etwa 60% zurückgegangen ist. D.h., mit unseren Exporterfolgen<br />
werden in ständig zunehmendem Umfang auch Arbeitsplätze<br />
im Ausland geschaffen.
</p>
<p>
<b>C.Sievers:</b> Wo liegt Ihres Erachtens das Hauptproblem<br />
bzgl. der Löhne? In der Hochlohnpolitik der Gewerkschaften<br />
oder in den durch die Wiedervereinigung zu hohen Sozialbeiträgen?
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt:</b> Deutschland ist ein erfreulicherweise<br />
hoch entwickeltes Land, mit einer im internationalen Vergleich auf<br />
hohem Niveau befindlichen Infrastruktur, Kultur, Medizin und vielem<br />
anderen mehr. Und damit zwangsläufig ein Land mit vergleichsweise<br />
hohen Einkommen. Meine Hauptstoßrichtung, mit Blick auf eine<br />
Verbesserung der internationalen Konkurrenzfähigkeit der deutschen<br />
Wirtschaft, geht nicht primär in Richtung einer Reduktion unserer<br />
Bruttoeinkommen. Die entscheidenden Stellschrauben sind vielmehr<br />
eine Absenkung der im weltweiten Vergleich höchsten Lohnzusatz-Kosten.<br />
Ganz wesentlich bedingt auch durch unsere hohen Sozialversicherungsbeiträge<br />
und darüber hinaus eine Erhöhung der Arbeitszeiten.
</p>
<p>
Wenn wir Steuern und Abgaben reduzieren, verbessert dieses nicht<br />
nur die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen,<br />
sondern belässt unseren Beschäftigten auch mehr Netto<br />
für ihr Bruttoeinkommen. Und dieses ist wiederum die Voraussetzung<br />
dafür, dass der Einzelne mehr Eigenverantwortung und auch mehr<br />
Eigenvorsorge übernehmen muss. Natürlich belasten die<br />
Kosten der deutschen Wiedervereinigung unsere Sozialkassen und den<br />
Staatshaushalt zusätzlich. Ich bin aber der festen Meinung<br />
und Überzeugung, dass ein Land wie Deutschland mit unserem<br />
enormen wirtschaftlichen Potential diese historische Chance schultern<br />
muss und &#8211; vor allen Dingen &#8211; auch kann.
</p>
<p>
<b>AlterSchwedeähPole:</b> Was heißt für<br />
Sie internationale Wettbewerbsfähigkeit? Soll Deutschland sich<br />
an Osteuropa oder an Skandinavien orientieren?
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt:</b> Für mich heißt internationale<br />
Wettbewerbsfähigkeit, dass wir uns auf den Weltmärkten<br />
erfolgreich betätigen und im Gegensatz zu den letzten vier<br />
Jahren ausreichend Aufträge und Beschäftigung nach Deutschland<br />
holen, um ein dem deutschen Wirtschaftspotential angemessenes Wachstum<br />
zu erzielen. Wir haben drei Jahre mit Nullwachstum hinter uns und<br />
im letzten Jahr ein bescheidenes Wirtschaftswachstum von bescheidenen<br />
1,5% erzielt. Mit dieser Entwicklung über einen Zeitraum von<br />
vier Jahren liegen wir in Europa auf einem hintersten Tabellenplatz,<br />
was unserem Wirtschaftspotential nicht angemessen ist. Auf dem Weg<br />
der Verbesserung der wirtschaftlichen Standortbedingungen können<br />
wir von anderen Ländern einiges lernen. Das gilt sowohl für<br />
die skandinavischen als auch die Benelux-Länder. Eine Kopie<br />
hilft nicht weiter. Wir müssen eine deutsche Lösung finden,<br />
wobei wir Erfahrungen in anderen Ländern durchaus mit berücksichtigen<br />
und nutzen sollten.
</p>
<p>
<b>Detlef2904:</b> Herr Hundt, wie sollen Langzeiterwerblose<br />
Eigenvorsorge leisten, die u.U. Arbeitsgelegenheiten, wie die sogenannten<br />
1-€-Jobs ausüben müssen?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ich will die Frage nachschieben: Schaffen<br />
wir uns mit Dauer-Niedriglöhnen nicht in ein paar Jahren eine<br />
neue Rentnerarmut? Die es heute weitgehend unbestritten nicht gibt.
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt:</b> Zunächst einmal ist ja für<br />
die Sozialhilfe-Empfänger und auch die ALG-II-Empfänger<br />
eine Regelung vereinbart, wonach die Sozialversicherungsbeiträge<br />
nicht, oder nicht in vollem Umfang von den Betroffenen zu entrichten<br />
sind. Darüber hinaus muss die Zielrichtung von Hartz IV sein,<br />
diese Menschen verstärkt wieder in Beschäftigung zu bringen.<br />
Wir sollten dazu auch die bestehenden Anrechnungsregelungen verbessern,<br />
d.h. den Menschen, die eine zusätzliche Tätigkeit übernehmen,<br />
mehr von dem Zuverdienst zu lassen, um sie über diese Schiene<br />
wieder verstärkt in den Arbeitsprozess zu integrieren.<br />
Zur Frage der Niedriglöhne wiederhole ich, dass ich primär<br />
nicht anstrebe, die Entgelte, die Brutto-Entgelte, zu reduzieren,<br />
sondern dass wir über eine deutliche Reduktion der Lohnzusatzkosten<br />
und eine flexible Verlängerung der Arbeitszeiten, entsprechend<br />
der Beschäftigungssituation in den Unternehmen, unsere Arbeitskosten<br />
reduzieren und damit unsere Wettbewerbsfähigkeit verbessern.<br />
Wenn die Beschäftigten mehr Netto für ihr Brutto behalten<br />
können, ist die Voraussetzung für zusätzliche Eigenvorsorge<br />
verbessert, bzw. gegeben. Die Zielsetzung der deutschen Wirtschaft,<br />
bzw. der Arbeitgeber-Verbände, geht dahin, die paritätischen<br />
Versicherungssysteme auf eine Basissicherung zurückzuführen,<br />
die teilweise auch vom Arbeitsentgelt entkoppelt werden müssen<br />
und auf die der Einzelne dann auf Grund seiner individuellen Gegebenheiten<br />
Zusatzversorgungen gegen Krankheit, für Pflege und für<br />
das Alter aufsetzt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Konkreter Vorschlag von:
</p>
<p>
<b>chillers:</b> Warum setzt sich niemand dafür<br />
ein, dass Schwarzarbeiter alle Ansprüche auf Sozialleistungen<br />
verlieren? Dadurch könnten die Steuerbelastungen und auf der<br />
anderen Seite die Schwarzarbeit sicher erheblich verringert werden.
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt:</b> Unsere gemeinsame Zielsetzung von<br />
Wirtschaft und Politik ist, die Schwarzarbeit zurück zu führen.<br />
Deutschland liegt beklagenswerterweise mit seinem Volumen an Schwarzarbeit<br />
im internationalen Vergleich sehr hoch. Der Grund dafür liegt<br />
ganz entscheidend auch in unseren hohen Steuern und Abgaben. Wenn<br />
beispielsweise ein sozialversicherungspflichtig Beschäftigter<br />
fünf bis sechs Stunden arbeiten muss, um einen Monteur für<br />
die Reparatur seiner häuslichen Waschmaschine für eine<br />
Stunde bezahlen zu können, dann ist dies ein Missverhältnis,<br />
das zu Schwarzarbeit führt. Erfreulicherweise hat die in Deutschland<br />
jetzt eingeführte Möglichkeit der Mini-Jobs und der Ich-AGs<br />
im Verlauf des letzten Jahres bereits zu einer merklichen Reduktion<br />
des Umfangs an Schwarzarbeit geführt. Diese Entwicklung muss<br />
fortgesetzt und intensiviert werden, wozu es vor allen Dingen erforderlich<br />
ist, Steuern und Abgaben der Beschäftigten zu reduzieren.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zweimal zum gleichen Thema:
</p>
<p>
<b>edeit:</b> Sehr geehrter Herr Hundt, eine Senkung<br />
der Lohnzusatzkosten bedeutet doch, dass diese Kosten von anderen<br />
getragen werden müssen &#8211; den Arbeitnehmern selber, oder die<br />
Leistungen der Krankenkassen werden reduziert. Eigenvorsorge mindert<br />
das zur Verfügung stehende Gehalt, die Binnennachfrage wird<br />
weiter sinken.
</p>
<p>
<b>Ulp:</b> Herr Hundt: Wie will die Wirtschaft einen<br />
Binnenmarkt aktivieren, wenn die Löhne runter müssen,<br />
Firmen ihren Sozialanteil streichen wollen, die Arbeitslosigkeit<br />
wegen der Wirtschaft zunimmt, die Industrie kaum noch Arbeitsplätze<br />
schafft? Denken Sie auch an die Demographie.
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt:</b> Zunächst zu der Frage der Eigenvorsorge.<br />
Die Grundlage dafür muss dadurch geschaffen werden, dass den<br />
Beschäftigten von ihren Brutto-Einkommen mehr netto übrig<br />
bleibt, aus dem dann entsprechend den jeweils entsprechenden persönlichen<br />
Gegebenheiten Eigenverantwortung und Eigenvorsorge übernommen<br />
werden kann. Darüber hinaus bin ich entschieden auch der Meinung,<br />
dass bei den Sozialversicherungssystemen auf der Kostenseite Abstriche<br />
vorgenommen werden müssen. Es kann beispielsweise nicht sein,<br />
dass die Beitragszahler, also Unternehmer und Beschäftigte,<br />
jetzt jährlich etwa sieben Milliarden Euro für den sogenannten<br />
&quot;Aussteuerungsbetrag&quot; in der Arbeitslosen-Versicherung<br />
für die aus der Versicherungsleistung Arbeitslosengeld in die<br />
Fürsorgeleistung ALG-II übertretenden bezahlen müssen.<br />
Dieses ist eine Belastung der Beitragszahler zur Auffüllung<br />
von Löchern im Staatshaushalt. Das gleiche gilt für die<br />
Bezahlung von nachgeholten Hauptschul-Abschlüssen oder Reha-Massnahmen<br />
für Menschen, die noch nie in die Sozialversicherungen einbezahlt<br />
haben. Fazit also, mehr Eigenvorsorge durch erhöhte Netto-Entgelte<br />
für das jetzige Brutto, und Ausgabenreduktion der Sozialversicherungen.
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt:</b> Zur zweiten Frage, Ankurbelung der<br />
Binnenkonjunktur:<br />
Hierfür gibt es nur einen Weg, und dieser liegt in einer Stärkung<br />
der Kaufkraft. Diese wiederum wird nur erreicht durch mehr Beschäftigung<br />
in Deutschland, die teilweise von Wissenschaftlern und insbesondere<br />
einzelnen Gewerkschaften verbreitete Mär, die Binnenkonjunktur,<br />
also den Konsum, durch stärkere Lohnerhöhungen zu intensivieren<br />
ist unsinnig. Durch derartige Maßnahmen erhöhen sich<br />
die Arbeitskosten der deutschen Wirtschaft und verschlechtert sich<br />
die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen. Und dieses<br />
führt im Endeffekt zu weiterem Arbeitsplatzverlust und damit<br />
einer Schwächung der Kaufkraft. Im Moment wäre dringend<br />
erforderlich, die in weiten Kreisen der Bevölkerung vorherrschende<br />
Unsicherheit und teilweise auch Zukunftsangst abzubauen. Notwendig<br />
hierzu ist ein Gesamtkonzept, eine Vision mit der wir unseren Bürgerinnen<br />
und Bürgern klar aufzeigen, wo Deutschland steht, wo wir hin<br />
müssen und was uns dort erwartet. Ich bin überzeugt, wenn<br />
ein solches Gesamtkonzept von der Politik glaubhaft in die Öffentlichkeit<br />
gebracht wird, ist dies ein wesentlicher Schritt um die ständig<br />
steigende Sparquote verstärkt in Konsum umzuwandeln. Das die<br />
deutsche Bevölkerung wesentlich mehr bereit ist, Reformen,<br />
teilweise auch einschneidende Reformen zu akzeptieren, zeigt sich<br />
zig-tausendfach in den Unternehmen. Dort sind die Beschäftigten<br />
zu Zugeständnissen und auch Einschränkungen bereit, wenn<br />
ihnen dafür die Zusage gegeben wird, dass die Arbeitsplätze<br />
über längere Zeiträume sicher sind. Diese Entwicklung<br />
wird auch von den Belegschafts-Vertretern, den Betriebsräten,<br />
und &#8211; von Einschränkungen abgesehen -, von den Gewerkschaften<br />
mitgetragen, wofür ich den Betroffenen ausdrücklich meinen<br />
Respekt und meine Anerkennung ausspreche.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch mal konkret zu einem zunehmenden<br />
Problem:
</p>
<p>
<b>erem:</b> Beispielsweise Fleischer aus dem Ausland<br />
verdrängen durch Billiglöhne die im Inland tätigen<br />
Fleischer aus ihren Arbeitsplätzen. Man könnte den Eindruck<br />
gewinnen, dass die Bevölkerung der EU auf ein Lohnniveau drückt,<br />
dass dem der Länder der dritten Welt in etwa gleichkommt. Wie<br />
stehen sie zu der EU-Bestimmung, dass Betriebe aus den neuen Mitgliedstaaten<br />
deutschen Unternehmen ihre Dienstleistungen anbieten dürfen<br />
-und zwar zu deren Arbeitsbedingungen.
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt:</b> Ich kann die Sorgen der betroffenen<br />
Beschäftigten nachvollziehen. Ich bin auch der Meinung, dass<br />
jeglichem Missbrauch Vorschub geleistet wird. Es sind im Verlauf<br />
der letzten Wochen Entwicklungen bekannt geworden, wonach deutsche<br />
Arbeitnehmer durch billigere ausländische Arbeitskräfte<br />
ersetzt worden sind. All dieses erfolgt im Rahmen der derzeitigen<br />
Gesetze und Regelungen und hat nichts mit der -in der Diskussion<br />
befindlichen-, neuen europäischen Dienstleistungsrichtlinie<br />
zu tun. Zu dieser Richtlinie hat die Bundesregierung eine Stellungnahme<br />
abgegeben, die in voller Übereinstimmung mit der Position der<br />
deutschen Wirtschaft liegt. Im Zusammenhang mit der Durchführung<br />
von Arbeiten in Deutschland durch ausländische Arbeitnehmer<br />
im Rahmen von Werkverträgen auf der Grundlage niedrigerer Entgelte,<br />
muss berücksichtigt werden, dass die Arbeitnehmerschutzrechte<br />
in Deutschland für diese ausländischen Arbeitskräfte<br />
voll inhaltlich gültig sind. Darüber hinaus müssen<br />
wir auch bedenken, dass, wenn diese Möglichkeit, Aufträge<br />
im Rahmen von Werkverträgen durch ausländische Arbeitskräfte<br />
abwickeln zu lassen, eingeschränkt wird, die Unternehmen die<br />
Möglichkeit nutzen werden, entsprechende Tätigkeiten in<br />
das kostengünstigere Ausland zu verlagern. Gerade Deutschland,<br />
als exportintensive Nation, die ganz entscheidend auf Exporterfolge<br />
angewiesen ist, sollte mit jeder Einschränkung hinsichtlich<br />
der Freizügigkeit von Dienstleistungen sehr zurückhaltend<br />
sein, weil eine derartige deutsche Politik die Gefahr beinhaltet,<br />
dass andere Länder Restriktionen auch im Zusammenhang von Importen<br />
von deutschen Waren festlegen.
</p>
<p>
<b>van de Laar:</b> Glauben Sie, Herr Dr. Hundt, dass<br />
die Gemeinden, die von Hartz IV profitieren, indem sie große<br />
Teile der Sozialhilfeabgaben einsparen, ihre Investitionen erhöhen<br />
und damit für Beschäftigung sorgen werden?
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt:</b> Die Finanzsituation der deutschen<br />
Kommunen hat sich im Verlauf der letzten Jahre deutliche verschlechtert.<br />
Die Kommunen haben jetzt offensichtlich Leistungen auf die BfA verlagert,<br />
indem in offensichtlich größerem Umfang bisherige Sozialhilfe-Empfänger<br />
in ALG-II-Bezieher umgestuft wurden. Sofern es sich hierbei nicht<br />
um missbräuchliche Vorgehensweisen handelt, wird die Finanzsituation<br />
der Kommunen möglicherweise verbessert, und ich kann mir durchaus<br />
vorstellen, dass dann ggf. die Investitionstätigkeit im kommunalen<br />
Sektor in der Zukunft wieder etwas verbessert wird.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das klingt nicht sehr optimistisch&#8230;
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt:</b> Die Gesamtsituation der Kommunen<br />
ist angespannt. Es gilt dort das Gleiche wie für die gesamte<br />
deutsche Wirtschaft. Wir benötigen Kostenentlastungen, um wieder<br />
zu verstärkter Investitionstätigkeit in der vollen Breite<br />
zu kommen. Ich bin von Haus aus Optimist. Dieses muss ich als schwäbischer<br />
mittelständischer Unternehmer auch sein. Wir sind in Deutschland<br />
mit den im letzten Jahr eingeleiteten Reformen der Agenda 2010 auf<br />
dem richtigen Weg und erste Schritte vorangekommen. Wenn dieser<br />
Weg intensiv weiter beschritten wird, bestehen aus meiner Sicht<br />
gute Möglichkeiten die wirtschaftliche Situation zu verbessern<br />
und auch in Deutschland wieder zu angemessenem Wirtschaftswachstum<br />
und damit auch zu Beschäftigungsaufbau zu kommen. Wir dürfen<br />
allerdings die Hände nicht in den Schoß legen und bis<br />
zur nächsten Bundestagswahl warten. Schnelles Handeln ist gefordert!
</p>
<p>
<b>chillers:</b> Ich bin im elterlichen mittelständischen<br />
Industriebetrieb tätig. Aus meiner Erfahrung liegt das Problem<br />
nicht zu aller erst in den hohen Löhnen, sondern in unserem<br />
deutschen Bürokratismus und in der immer schlechter werdenden<br />
Bildung. Fachkräfte zu finden, die bereit sind flexibel die<br />
geforderten Anforderungen zu meistern, ist ein enormes Problem.
</p>
<p>
<b>studi246:</b> Sehr geehrter Herr Hundt! Warum nutzt<br />
man nicht die Chance und investiert jetzt endlich massiv in Bildung?<br />
So kann man wenigstens davon ausgehen, dass es in 5-10 Jahren wenigstens<br />
besser wird. Davor wird nichts passieren. Wie sie schon sagten werden<br />
ja auch die deutschen Arbeitnehmer immer mehr ersetzt. Man wäre<br />
also gut beraten endlich massiv in die Bildung zu investieren. Nur<br />
so können wir wieder wettbewerbsfähig werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Teilen Sie diese Einschätzung?
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt:</b> Zunächst teile ich die Bemerkung,<br />
dass nicht unsere hohen Bruttolöhne das entscheidende Kriterium<br />
für unsere Wachstumsschwäche sind, sonder vielmehr unsere<br />
hohen Arbeitskosten, die ganz wesentlich durch die hohen deutschen<br />
Lohnzusatzkosten und die weltweit kürzesten Arbeitszeiten begründet<br />
sind. Eine weitere Behinderung für eine erfolgreiche Unternehmertätigkeit<br />
ist das hohe Maß an Bürokratie. Die Initiative Bürokratieabbau<br />
ist nachhaltig aufgefordert, hier Verbesserung in Form von Abbau<br />
von Gesetzen zu erreichen. Die deutsche Wirtschaft leidet darüber<br />
hinaus seit langem unter einer rückläufigen Entwicklung<br />
der schulischen Bildung. Eine immer größere Zahl junger<br />
Menschen bringt die schulischen Voraussetzungen für eine betriebliche<br />
Ausbildung nicht mit. Und darüber hinaus sind die Studienzeiten<br />
in Deutschland zu lang. Im Vergleich zu anderen Ländern treten<br />
die Deutschen um einige Jahre später in das Berufsleben ein.<br />
Ich behaupte, wir Deutschen sind nicht dümmer als andere Nationen<br />
und deshalb liegt es an unseren Regelungen und Regulierungen, dass<br />
wir unsere Studierenden nach kürzerer Studienzeit früher<br />
in das Berufsleben bringen.
</p>
<p>
Reformen im Bildungswesen, und zwar von der Grundschule bis zur<br />
Hochschule, sind als Notwendigkeit erkannt und zunehmend auch in<br />
der Umsetzung. Die Erkenntnisse der PISA-Studie haben uns hier erfreulicher-<br />
und bedauerlicherweise die Augen geöffnet. Es besteht auch<br />
Übereinstimmung, dass für unser Bildungssystem in größerem<br />
Umfang finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen.<br />
Hierzu sind allerdings an anderer Stelle Einsparungen notwendig.<br />
Für die Bildung wird beispielsweise in Deutschland gerade einmal<br />
etwa ein Sechstel des Aufwands der Sozialsysteme ausgegeben. Und<br />
darüber hinaus muss die Einführung von Studiengebühren,<br />
die ausschließlich den Hochschulen zur Verfügung gestellt<br />
werden müssen, einen Beitrag in Richtung einer Verbesserung<br />
der finanziellen Ausstattung der Hochschulen leisten.
</p>
<p>
<b>Hans-Peter:</b> Sehr geehrter Herr Hundt, die Lohnzusatzkosten<br />
ließen sich doch dadurch verringern, indem wir unsere differenzierten<br />
Systeme im Bereich der Krankenkassen und Rentenversicherungsträger<br />
verlassen. Wäre es nicht effektiver eine Kranken- und Rentenversicherung<br />
für alle zu haben, anstatt Hunderte von Institutionen mit eigenen<br />
Vorständen, Geschäftsstellen etc.?
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt:</b> Ich plädiere grundsätzlich<br />
für Wettbewerb. Im Gesundheitswesen sollte dieser Wettbewerb<br />
allerdings deutlich ausgeweitet werden. In dieser Frage besteht<br />
im Übrigen auch Übereinstimmung zwischen Arbeitgebern<br />
und Gewerkschaften. Wir müssen den Wettbewerb im Gesundheitswesen<br />
auf allen Ebenen ausweiten. Ich kann beispielsweise nicht akzeptieren,<br />
dass es einer Krankenkasse nicht möglich sein soll, Vereinbarungen<br />
mit Ärzten, Arzneimittelherstellern oder Krankenhäusern<br />
für den Kreis ihrer Versicherten selbst abschließen zu<br />
können. Wettbewerb ist erfahrungsgemäß die Voraussetzung<br />
für Wirtschaftlichkeit.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie sprachen von einem Gesamtkonzept,<br />
einer Vision:
</p>
<p>
<b>Marc Frauendorf:</b> Glauben Sie, dass in der Politik<br />
die richtigen Leute sitzen, die einen entsprechenden beruflichen<br />
Hintergrund mitbringen, um ein Gesamtkonzept zu erstellen &#8211; klare<br />
Ziele zu definieren und den Menschen aufzeigen wie man diese Ziele<br />
auch erreichen kann. Bei Betrachtung der Biographien einzelner Politiker<br />
möchte ich das bezweifeln.
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt:</b> Wir haben gewählte Volksvertreter,<br />
die die Aufgabe haben, dieses Gesamtkonzept, bzw. diese Vision realistisch<br />
zu erarbeiten und der Bevölkerung glaubhaft zu vermitteln.<br />
Ich habe keinen Grund, an der entsprechenden Qualifikation, zumindest<br />
der in der Politik verantwortlichen zu zweifeln. Trotzdem würde<br />
ich mir wünschen, dass mehr Menschen mit Erfahrungen aus der<br />
Wirtschaft sich für eine Mitarbeit in der Politik zur Verfügung<br />
stellen. Dies ist aber keine Kritik an der Politik sondern ein Appell<br />
an uns, die Verteter der Wirtschaft.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das war&#8217;s, unsere Chat-Stunde ist vorbei.<br />
Vielen Dank für das große Interesse, vielen Dank, Herr<br />
Hundt, dass Sie zum Chatten gekommen sind. Das Protokoll des Chats<br />
finden Sie wie gewohnt zum Nachlesen auf den Seiten der Veranstalter.<br />
Der nächste Chat findet Morgen statt. Dann stellt sich Rezzo<br />
Schlauch, Grünen-Politiker und Staatssekretär im Ministerium<br />
für Wirtschaft und Arbeit, den Fragen. tagesschau.de wünscht<br />
allen noch einen schönen Tag!
</p>
<p>
<b>Dieter Hundt:</b> Ich bedanke mich für das enorme<br />
Interesse. Ich habe mich insbesondere über die außerordentlich<br />
sachliche Diskussion sehr gefreut. Ich wünsche allen Teilnehmern<br />
für die Zukunft alles Gute.
</p>
<p class="fett">
</p>
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		<title>&#8220;Was nichts kostet, taugt nichts&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Jul 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Dieter Hundt im Chat am 04. Juli 2001</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Dieter Hundt im Chat am 04. Juli 2001</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nachlassende Konjunktur,<br />
Fachkräftemangel und stagnierende Arbeitslosenzahlen bestimmen derzeit<br />
die Diskussion in der Wirtschaftspolitik. Dieter Hundt, Präsident der<br />
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), bezog klar<br />
Stellung zu diesen Fragen und appellierte an Politik und<br />
Gewerkschaften, wirtschafts- und produktivitätsorientiert zu denken.<br />
Mit den Chattern sprach er darüber hinaus auch über Frauenförderung,<br />
Studiengebühren, Politik und Fußball.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Parteipolitische Äußerungen<br />
wollte sich Dieter Hundt nicht entlocken lassen, wohl aber eine<br />
deutliche Kritik an der bisherigen Wirtschaftspolitik der<br />
Bundesregierung. &quot;<i>Vor dem Hintergrund der weltweiten Abschwächung<br />
des Wirtschaftswachstums sollte die deutsche Politik die richtigen<br />
Weichenstellungen vornehmen und nicht, wie dies in den letzten Monaten<br />
geschehen ist, den Arbeitsmarkt zusätzlich regulieren. </i>&quot; Schließlich sei es auch im vergangenen Jahr &quot;<i>aufgrund angemessener und vernünftiger produktivitätsorienter Tarifabschlüsse</i>&quot; gelungen, 600.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Notwendige Maßnahmen seien jetzt die &quot;<i>Rückführung<br />
von Sozialmaßnahmen auf dem Arbeitsmarkt, die verstärkte Beschäftigung<br />
älterer Arbeitnehmer und die verstärkte Erschließung des<br />
Niedriglohnsektors</i>&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zur Verbesserung der<br />
internationalen Wettbewerbsfähigkeit gehöre es auch, die deutschen<br />
Sozialversicherungssysteme auf ein finanzierbares Niveau<br />
zurückzufahren. In der Kranken-, Pflege- und Altersversicherung sei es<br />
notwendig, &quot;<i>auf eine Basissicherung zurückzugehen, die den Einzelnen<br />
vor unverkraftbaren Risiken schützt, von ihm auf der anderen Seite aber<br />
verlangt, dass er zusätzliche private Versorgungssysteme unter<br />
Berücksichtigung seiner individuellen Situation abschließt</i>&quot;. Dies<br />
sei nicht der Weg zu einem Zweiklassensystem, sondern führe dazu, dass<br />
versicherungsfremde Leistungen nicht mehr über die<br />
Sozialversicherungssysteme bezahlt würden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Die Vereinbarung zur Frauenförderung, die zwischen Bundesregierung und Spitzenverbänden<br />
geschlossen wurde, bezeichnete Hundt als gut. &quot;<i>Sie wird die erfolgreiche<br />
Entwicklung der Beschäftigung von Frauen in der deutschen Wirtschaft fortsetzen<br />
und intensivieren. Dies ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund der demographischen<br />
Entwicklung auch richtig und wichtig.</i>&quot; Sowohl Politik, Wirtschaft als auch<br />
Gesellschaft müßten sich dafür einsetzen, die Frauenbeschäftigung zu intensivieren.<br />
&quot;<i>Die Politik muss wichtige Voraussetzungen im Zusammenhang mit Kinderbetreuung<br />
und Schule erfüllen. Die Frauen selbst sind aufgefordert, sich verstärkt in<br />
technisch-naturwissenschaftlichen Berufen ausbilden zu lassen.</i>&quot; Die Arbeitgeberverbände<br />
schließlich würden die Unternehmen auffordern, sich in dieser Frage stärker<br />
zu engagieren. Eine Selbstverpflichtung komme jedoch schon deshalb nicht in<br />
Frage, weil die Voraussetzungen in den einzelnen Unternehmen nach Branchen und<br />
Regionen zu stark differieren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ein wichtiger Schritt zur Beseitigung des Fachkräftemangels ist laut Hundt die Reform des Bildungswesens, &quot;<i>und zwar auf allen Ebenen, von der Hauptschule über die Realschulen und Gymnasien bis hin zu Hochschulen und Universitäten</i>&quot;. Dazu gehöre auch die Einführung von Studiengebühren in angemessenem Umfang, denn diese &quot;<i>verbessern die Situation der Hochschulen bzw. Universitäten in Richtung auf mehr Eigenständigkeit und Selbstverantwortlichkeit</i>&quot;. Allerdings müßten für einkommensschwächere Familien auch Stipendienlösungen und Darlehen angeboten werden. Er halte es &quot;<i>nicht für vertretbar, dass Facharbeiter das Studium der Kinder von Bankdirektoren finanzieren</i>&quot;. Hundt befürwortet auch die Elitenausbildung: &quot;<i>Für<br />
mich gibt es keinen nachvollziehbaren Grund, warum Hochbegabte nicht<br />
entsprechend ihren Kenntnissen und Fähigkeiten geschult und ausgebildet<br />
werden sollen. </i>&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Zum Wahlkampf in Berlin befragt, plädierte Dieter Hundt für Sachlichkeit.<br />
&quot;<i>Wir sollten unterschiedliche Positionen argumentativ und nicht durch Werfen<br />
von Eiern und Flaschen ausdiskutieren.</i>&quot; Eine Einbeziehung der PDS in die<br />
Regierungsverantwortung hält er für problematisch: &quot;<i>Eine Regierungsbeteiligung<br />
der SED-Nachfolgepartei würde sich auf Investitionen aus dem In- und Ausland<br />
negativ auswirken. Darüber hinaus sind wirtschaftliche Positionen der PDS, wie<br />
etwa die Verstaatlichung von Großunternehmen, unerträglich. Im Zeitalter der<br />
Globalisierung ist der gegenteilige Weg notwendig. </i>&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auch über persönliche Belange gab der Arbeitgeberpräsident Auskunft, z.B. wie er zu seiner jetzigen Position gelangte: &quot;<i>Ich bin dazu gekommen wie die Jungfrau zum Kind</i>&quot;.<br />
Dass es nicht ganz ohne eigenes Zutun dazu kam, gab er schließlich doch<br />
zu &#8211; als Vorsitzender des Verbands der Metallindustrie hatte er schon<br />
ausreichende Erfahrungen gesammelt, um für sein jetziges Amt<br />
vorgeschlagen zu werden. Etwas Lokalpatriotismus ließ der gebürtige<br />
Schwabe Dieter Hundt in der Fußballfrage anklingen: &quot;<i>Irgendwann wird<br />
der VfB Stuttgart auch wieder Deutscher Meister. In der neuen Saison<br />
erwarte ich, dass wir deutlich besser abschneiden als in der letzten.<br />
Ob es allerdings dieses Mal schon zur Meisterschaft reicht, ist<br />
fraglich. </i>&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Das ausführliche Transkript finden sie <a href="http://www.stern.de/politik/chataktuell/archiv/5150_22537.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</b><br />
</span> <!-- Content Ende -->  </p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p><center><br />
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