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	<title>Dieter Thomae &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Dieter Thomae &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Das Krankengeld, die privaten Unfälle und den Zahnbereich aus dem Umlageverfahren herauszunehmen und in ein Prä</title>
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		<dc:creator><![CDATA[espies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Jun 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerversicherung]]></category>
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		<category><![CDATA[FDP]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/dthomae1.jpg" alt="Dieter Thomae" align="left" border="0" height="126" width="81" /></b><b><b>Dr. 
Dieter Thomae</b>, gesundheitspolitischer Sprecher (FDP) </b><b>am 
24. Juni 2003, </b><b>zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de 
und politik-digital.de.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/dthomae1.jpg" alt="Dieter Thomae" align="left" border="0" height="126" width="81" /></b><b><b>Dr.<br />
Dieter Thomae</b>, gesundheitspolitischer Sprecher (FDP) </b><b>am<br />
24. Juni 2003, </b><b>zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de.</b></span><!--break--><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte, herzlich willkommen im<br />
tacheles.02-Chat. Unsere<br />
Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
und wird unterstützt von tagesspiegel.de. Heute ist der gesundheitspolitische<br />
Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Dr. Dieter Thomae zum Chat ins<br />
ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Herr Thomae, vielen Dank, dass Sie sich<br />
in dieser &quot;heißen Phase&quot; der Diskussion über die<br />
Gesundheitsreform die Zeit genommen haben. Kann es losgehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Es kann losgehen!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Herr Thomae, Rot-Grün und Union sind auf Schmusekurs bei der<br />
Gesundheitsreform. War`s das für FDP in Sachen Gesundheitsreform?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Nein, die FDP wird ihre Konzepte viel deutlicher vorstellen. Wenn der<br />
Schmusekurs von Rot-Grün und Union eingeleitet wird, bedeutet dies<br />
stärkere Einflussnahme des Staates, letztlich der Weg in die Staatsmedizin<br />
und letztlich schlechtere Versorgung der Bürger.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>studentman:</b><br />
Schönen guten Tag. Wie weit sollten ihrer Meinung nach die Einschränkung<br />
der Kassenleistungen gehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Wir werden nicht umhinkommen aufgrund der Alterspyramide und des technischen<br />
Fortschritts Leistungen aus dem Umlageverfahren herauszunehmen und sie<br />
in eine private Vorsorge zu überführen. Oberstes Ziel muss es<br />
sein, die Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Daher müssen die Lohnnebenkosten<br />
gesenkt werden auf mindestens 13 Prozent.<br />
Daher schlägt die FDP vor, das Krankengeld, die privaten Unfälle<br />
und den Zahnbereich aus dem Umlageverfahren herauszunehmen und in ein<br />
Prämiensystem zu überführen. Voraussetzung dafür ist<br />
aber, dass vorher eine Steuerreform stattfindet, damit die Bürger<br />
auch mehr finanzielle Möglichkeiten haben, die private Vorsorge zu<br />
finanzieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>scheißWetter:</b><br />
Ist Eigenverantwortung wirklich das, was unserem Land den Aufschwung bringen<br />
kann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Eigenverantwortung ist ein wichtiger Bestandteil, um die Sozialsysteme<br />
auf Dauer in einem Umlageverfahren zu finanzieren. Die Eigenbeteiligung<br />
trägt zur Finanzierung bei. Sie verbessert aber auch eindeutig das<br />
Kostenbewusstsein der Versicherten. Dies muss natürlich gekoppelt<br />
werden mit einer vernünftigen Härtefall-Regelung und einer Überforderungsregel,<br />
sodass der Einzelne geschützt wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Nachfrage zum Thema &quot;Staatsmedizin&quot;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>naund:</b> Was<br />
heißt denn hier Staatsmedizin?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Staatsmedizin bedeutet, dass der Staat sich immer stärker in die<br />
Behandlung der medizinischen Versorgung einmischt und Vorschriften vorgibt,<br />
die natürlich überwacht werden. Seit der letzten Wahlperiode,<br />
also ab 1998, haben Krankenkassen etwa 3800 zusätzliche Mitarbeiter<br />
eingestellt, um die Gesetzesvorgaben von Rot-Grün zu überwachen,<br />
d.h. immer mehr Teile der Mitgliedsbeiträge werden nicht zur medizinischen<br />
Versorgung benutzt, sondern zur Überwachung des Systems: nach Auffassung<br />
der FDP ein falscher Weg.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Zwei<br />
Punkte dazu, beim geplanten Zentrum für Qualität in der Medizin<br />
wird von Leitlinien gesprochen, der Arzt darf wohl doch schon abweichen<br />
und: Die Verwaltung der gesetzlichen Kassen ist doch noch immer billiger<br />
als die der privaten, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Die privaten Krankenkassen haben einen Verwaltungsaufwand, der nicht direkt<br />
mit den Gesetzlichen verglichen werden kann, da bei den gesetzlichen Krankenkassen<br />
der Arbeitgeberanteil auch für die Verwaltung genutzt wird. Das Zentrum<br />
für Qualität in der Medizin ist so geplant, dass letztlich der<br />
Gesetzgeber die Entscheidungsbefugnis für die Behandlung der Patienten<br />
sich vorbehält. Wir sind der Auffassung, dass die Selbstverwaltung,<br />
d.h. Ärzteschaft, Zahnärzteschaft u.a. einerseits und die Krankenkassen<br />
andererseits diese Aufgaben besser wahrnehmen können. Dazu bedarf<br />
es natürlich auch einiger Verbesserungsinitiativen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Zum Kostenbewusstsein durch Eigenbeteiligung:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>nalosjetzt: </b>Und<br />
wer verbessert das Kostenbewusstsein der Ärzte, der Kassen und anderer<br />
Leistungsanbieter? Z.B. Preisabsprachen der Herzklappen-Hersteller?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Wir sind der Auffassung, dass das Kostenbewusstsein am besten gefördert<br />
wird, einerseits wenn der Patient eine Rechnung bekommt und weiß<br />
zu welchen Bedingungen und Preisen die Leistungen erbracht werden (Kostenerstattung)<br />
gekoppelt mit einer Selbstbeteiligung. In der stationären Versorgung<br />
haben wir ja in Zukunft sog. Fallpauschalen, wo auch die Thematik &quot;Herzklappen&quot;<br />
gelöst worden ist. Der Versicherte muss nach Auffassung der FDP viel<br />
stärker und besser informiert werden, welche Ärzte sich intensiv<br />
fort- und weitergebildet haben und Spezialisten auf ihrem Gebiet sind.<br />
Im Krankenhaus müssen die Patienten auch solche Informationen bekommen;<br />
z.B. durch einen bundesweiten Krankenhaus-Guide. Wir stellen heute immer<br />
mehr fest, dass bei planbaren Operationen die Patienten sich immer stärker<br />
über die Möglichkeiten des Operateurs, über das Krankenhaus<br />
und über die Liegezeiten informieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>simone s.:</b><br />
Die derzeitigen Leistungen des Gesundheitssystems könne nur durch<br />
die private Finanzierung dieser Teilbereiche über eine Prämie<br />
aufrecht erhalten werden, sagen sie. Wie ist das zu verstehen? Das Ende<br />
der Solidargemeinschaft und das Recht der Stärkeren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Nein, wir wollen einmal das Umlageverfahren erhalten; d.h. wir wollen<br />
die paritätische Finanzierung, d.h. eine solidarische Finanzierung<br />
in diesem Bereich. Wir wollen daneben aufgrund der Alterspyramide und<br />
des technischen Fortschritts, Leistungen, die man gut ausgliedern kann,<br />
in ein Prämiensystem überführen. Voraussetzung ist aber<br />
eine Steuerreform. Ich sagte schon, wer sozial schwach ist, bekommt durch<br />
die Steuerreform Mittel, um diese Prämie teilweise oder ganz zu bezahlen.<br />
Wenn wir diesen Weg nicht gehen, werden wir immer mehr in die Budgetierung<br />
des Systems kommen. Wir werden Wartezeiten erfahren und letztlich wie<br />
schon heute in Skandinavien, GB und Holland die Wartezeiten akzeptieren<br />
müssen. Für mich ist die schlimmste Vorstellung, dass wie in<br />
England und Skandinavien Altersgrenzen eingeführt werden. Danach<br />
muss ein Versicherter dann die Operation bei Erreichung einer bestimmten<br />
Altersgrenze selbst ganz bezahlen, d.h. das ist eine echte 2-Klassenmedizin.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Da ist aber viel Hoffnung dabei, dass die Steuerreform &#8211; gerade den Geringverdienern<br />
&#8211; das Geld bringt, das sie für die Krankenversicherung brauchen.<br />
Kommt hinzu, dass die Vorstellungen der FDP für eine Steuerreform<br />
derzeit wohl kaum eine Mehrheit finden könnten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Sie sehen, ich sehe das völlig anders. Die FDP plädiert schon<br />
seit 1998 für eine Steuerreform und Rot-Grün greift diese Vorschläge<br />
auf, um die Bürger zu entlasten.<br />
Ich sage nicht, dass die steuerliche Entlastung nur für den Krankenversicherungsbereich<br />
eingesetzt werden kann. Ich hoffe, dass er erheblich größer<br />
ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ulla: </b>Warum<br />
sind CDU u. FDP so vehement gegen die sogenannte &quot;Bürgerversicherung&quot;?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Bei der CDU/CSU bin ich nicht so sicher, ob sie wirklich für eine<br />
Bürgerversicherung ist, zumal Seehofer dafür plädiert.<br />
Für uns ist die Bürgerversicherung der Weg in eine Staatsmedizin.<br />
Wir sehen darin nur eine ganz kurzfristige Lösung, weil Inanspruchnahme<br />
von Leistungen massiv einsetzt und dann die Problematik, vor der wir heute<br />
stehen, noch gravierender zu Tage tritt. Die privaten Krankenversicherungen<br />
haben in den letzten Jahren Altersrückstellungen aufgebaut, die eine<br />
Sicherheit für die Versicherten darstellt und von daher wollen wir<br />
die Kombination: eine gute Versorgung im Umlageverfahren in den wichtigsten<br />
Leistungsbereichen und auf der anderen Seite Aufbau einer privaten Vorsorge,<br />
so wie es heute schon in der Rentenversicherung nach vielen Jahren der<br />
Forderung der FDP durch die Riester-Rente geschehen ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Noch einmal zum Thema Transparenz und Information für den Patienten:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>samariter:</b><br />
Wann waren sie das letzte mal im Krankenhaus? Dort bekomme ich doch eher<br />
keine Informationen. Die denken doch, ich bin zu blöd. Und in der<br />
Ausbildung der Ärzte ist das Patientengespräch nicht gerade<br />
der Schwerpunkt der Ausbildung. Wie wollen sie denn da was ändern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Wir haben das schon geändert, weil auch die Liberalen dem Fallpauschalenänderungsgesetz<br />
zugestimmt haben. Der Wettbewerb zwischen den einzelnen Krankenhäusern<br />
wird in den nächsten Jahren intensiv erfolgen und einzelne Krankenhäuser<br />
müssen sich im Wettbewerb behaupten. Das können sie nur, wenn<br />
sowohl das Management, die Ärzte und die Krankenschwestern mehr auf<br />
die Wünsche und Vorstellungen der Versicherten eingehen. Es gibt<br />
heute schon sehr eindeutige Anzeichen, dass die Krankenhäuser verstärkt<br />
um Patienten werben. Das beste Werbeinstrument ist, auf die Wünsche<br />
und Vorstellungen der Patienten verstärkt einzugehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Leukippos: </b>Wann<br />
ist mit der Reform nun denn zu rechnen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Ich gehe davon aus, dass bis Ende September/ Anfang Oktober die Reform<br />
verabschiedet worden ist, sodass sie zum 1.1.2004 in Kraft treten wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Wo<br />
liegt die Kompromisslinie zwischen Union und Rot-Grün, was meinen<br />
Sie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Das ist schwer zu sagen. Ich kann nur hoffen, dass die Union für<br />
die freie Arztwahl, für die Freiberuflichkeit und die Therapiefreiheit<br />
plädiert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>geld_segen:</b><br />
Sind sie für oder dagegen, dass der Versandhandel von apothekenpflichtigen<br />
Medikamenten zugelassen werden soll? Internetapotheke?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Da schließt sich die Frage an, warum sollte ein Apotheker nur eine<br />
Apotheke haben dürfen &#8211; weg mit dem Apothekenkettenverbot?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Das Arzneimittel ist nach Auffassung der Liberalen ein besonderes Gut.<br />
Und das besondere Gut muss dann auch so gesetzlich behandelt werden. D.h.<br />
die Arzneimittelsicherheit muss immer und überall gewährleistet<br />
werden. Wir sind der Auffassung, dass dies am besten durch den freiberuflich,<br />
selbständigen Apotheker gewährleistet wird. Versandhandel kann<br />
organisiert werden, wenn die gesetzlichen Bedingungen endlich durch Rot-Grün<br />
in Europa angepasst werden, so dass gleiche Voraussetzungen gegeben sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Und die Apothekenketten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:<br />
</b>Wir sind gegen Apothekenketten, weil wir der Auffassung sind, wir<br />
können nicht immer nur theoretisch reden und den Mittelstand erhalten<br />
und fördern, wie Herr Clement das immer tut, sondern wir müssen<br />
auch dann Maßnahmen treffen, um den Mittelstand zu fördern.<br />
Denn der Mittelstand schafft Arbeitsplätze. Und dies ist der Grund<br />
neben der Arzneimittelsicherheit warum wir Apothekenketten ablehnen. Es<br />
wird immer wieder behauptet, in den Ländern, wo es Apothekenketten<br />
gibt, z.B. England, wären die Arzneimittel erheblich günstiger<br />
und die Versorgung mindestens so gut. Das stimmt beispielsweise nicht<br />
beim Preisvergleich. Wenn man in den ländlichen Bereich geht, ist<br />
die Versorgung nicht so gewährleistet wie bei uns.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Noch mal zur Bürgerversicherung und der Bitte um konkrete Antwort<br />
bei Beamten und Politikern:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Günter:</b><br />
Herr Thomae, mich würde interessieren, aus welchen Gründen Sie<br />
eine Bürgerversicherung ablehnen? Ich finde, dass es sinnvoll wäre,<br />
wenn in eine solche Versicherung auch Beamte und Selbstständige und<br />
auch Politiker miteinbezogen würden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Ich sagte eben schon: Es zeigt sich, dass Beamte, wenn sie in das gesetzliche<br />
System einbezogen würden, es für die Länder und den Bund<br />
erheblich teuerer würde. Hier liegen eine Reihe von Gutachten vor.<br />
Aber ich sage noch mal sehr deutlich, ich halte den Weg in eine Bürgerversicherung<br />
für den falschen Weg. Wir plädieren für einen Bereich im<br />
Umlageverfahren und eine private Absicherung damit wir das medizinische<br />
Niveau halten können. Eine Bürgerversicherung würde immer<br />
näher rücken in die Verantwortung des Staates. Die besten Beispiele<br />
sind Skandinavien und England.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Neues Thema:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>lieberae:</b> Für<br />
7,50 Euro pro Person und Monat würde &quot;die private Krankenversicherung<br />
den Zahnersatz für die gesamte Bevölkerung anbieten&quot;, sagt<br />
der Vorsitzende des Verbandes der Privaten Krankenversicherungen Volker<br />
Laienbach. Stimmt das?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Ja, nachdem also die private Krankenversicherung sehr sorgfältig<br />
ausgerechnet und analysiert hat, kommt Herr Laienbach zu dem Ergebnis,<br />
dass die private Absicherung für den Zahnersatzbereich 7,50 €<br />
kosten würde. Ich darf aber auch noch darauf hinweisen, dass aufgrund<br />
der Initiative der FDP 1989 die Bonusregelung im zahnärztlichen Bereich<br />
eingeführt wurde. Sie hat dazu geführt, dass die Prophylaxe<br />
erheblich verbessert wurde und wir heute den Zahnersatz erst in einem<br />
viel höheren Alter in Anspruch nehmen. Ich wünsche mir, dass<br />
wir so weit kommen, dass wir durch Prophylaxe den Zahnersatz immer mehr<br />
zurück drängen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Das wünschen sich alle, die schon mal den Bohrer im Mund spürten,<br />
aber dennoch: Seehofer sagt, die 7,50 langen nicht &#8211; ist da die Altersrückstellung<br />
schon drin?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Herr Seehofer hat, wie in den letzten Tagen sehr häufig, in meinen<br />
Augen keine fundierten Aussagen gemacht. Herr Seehofer hat die detaillierte<br />
Darlegung der privaten Krankenkassen nicht abgewartet. Sie liegen vor<br />
und sie sind fundiert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Heißt: Seehofers Angaben sind falsch? Er beruft sich ausdrücklich<br />
auf Angaben der Versicherer.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Nein, die privaten Krankenkassen sind durch die CDU/CSU -Fraktion gefragt<br />
worden: Wie hoch würde eine private Absicherung des Zahnersatzes<br />
liegen? Daraufhin hat man ohne eine exakte, detaillierte Berechnung durch<br />
die Vertreter der privaten Krankenversicherungen in diesem Gespräch<br />
geantwortet: rund neun Euro. Die Vertreter der privaten Krankenversicherungen<br />
haben aber sehr deutlich gesagt: Wir brauchen noch eine Detailberechnung,<br />
dann können wir eine exakte Auskunft geben. Diese Auskunft liegt<br />
bei 7,50 €, das hat auch Herr Seehofer mitgeteilt bekommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mark:</b> Wenn<br />
es um die Kostenreduzierung geht, wird meistens nur über Zahnersatz<br />
geredet. Muss man nicht an den größten Batzen &#8211; die Krankenhauskosten-<br />
rangehen und dort massiv einsparen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Natürlich ist das Krankenhaus der größte Bereich. Durch<br />
das DRG-Gesetz (Fallpauschalengesetz) wird in den nächsten Jahren<br />
der Krankenhausbereich nennenswert verändert werden und damit ein<br />
Bettenabbau einhergehen und die Liegezeiten verkürzt.<br />
D.h. im stationären Bereich werden auch Kostenreduzierungen stattfinden.<br />
Aber es muss uns klar sein, dass Leistungen in den ambulanten Bereich<br />
verlagert werden und hier zu günstigeren Bedingungen und Preisen<br />
verstärkt Leistungen erbracht werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Elias:</b> Was<br />
halten Sie vom Vorschlag, die Leistungen der Pflegeversicherung im ambulanten<br />
und stationären Bereich anzugleichen? Dies wäre für Pflegeheime<br />
ein Desaster!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Wir haben in den letzten Jahren eine verstärkte Entwicklung vom ambulanten<br />
Bereich hin zum stationären Bereich. Wir müssen versuchen den<br />
ambulanten Bereich zu stabilisieren. Aber mir ist auch klar, dass der<br />
stationäre Bereich aufgrund der Alterspyramide aber auch sehr häufig<br />
aufgrund des familiären Umfeldes zunehmen wird<br />
und von daher werden wir auch in der Pflegeversicherung große finanzielle<br />
Probleme bekommen. Eins muss sehr deutlich gesagt werden: Die Pflegeversicherung<br />
ist keine volle Absicherung, sondern nur eine Teilabsicherung und dabei<br />
muss die zu pflegende Person eigenen finanzielle Mittel zur Versorgung<br />
mit einbringen. Dies muss nach meiner Auffassung auch in Zukunft so bleiben.<br />
Man sollte auch hier verstärkt die Möglichkeit der privaten<br />
Absicherung mit steuerlichen Vorteilen ermöglichen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kunigunde:</b><br />
Was halten Sie von dem Ausspruch, &quot;eine Gesellschaft lässt sich<br />
daran messen, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht&quot;?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Völlig richtig. Von daher bin ich für eine vernünftige<br />
Härtefallregelung und Überforderungsregel, die den sozial Schwachen<br />
wirklich schützt und ihm die Leistungsinanspruchnahme ermöglicht.<br />
Das ist bei dem Konzept von Rot-Grün dann nicht mehr möglich,<br />
wenn das Budget erschöpft ist, muss der Patient, wenn er die Leistung<br />
in Anspruch nehmen will, 100% alles bezahlen. Das ist in meinen Augen<br />
unsozial.<br />
</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Moderator:</b> Liebe Chatter, ein Stunde ist vorbei. Vielen Dank für<br />
Ihr Interesse, vielen Dank Herr Thomae fürs Kommen. Wir haben noch<br />
zwei weitere Chats in dieser Woche, auf die ich Sie hinweisen möchte:<br />
Morgen können Sie zwischen 17.00 und 18.00 Uhr mit<br />
dem ARD-Korrespondenten Dieter Sinnhuber chatten, der aus Israel berichtet.<br />
Am Donnerstag ist der Düsseldorfer Parteienforscher Ulrich von Alemann<br />
unser Chat-Gast zum Thema Politik, Macht und Moral. Wir freuen uns, wenn<br />
Sie wieder dabei sind und wünschen einen schönen Abend.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dieter Thomae:</b><br />
Und auf Wiedersehen!</span></p>
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