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	<title>Digital Natives &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Digital Natives &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Digital Natives oder Digital Immigrants- neue Generation (en) Internet?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 May 2021 11:05:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p><strong>Vor einigen Jahren fragte politik-digital schon einmal, wie verschiedene <a href="https://www.politik-digital.de/news/mein-internet-mein-fenster-zur-welt-149159/">Generationen Internet</a> den digitalen Wandel erleben und entdecken. In Zeiten der Pandemie ist das Internet als Fenster in die virtuelle und reale Welt immer wichtiger geworden. Wie hat sich der digitale Blick darauf im Lockdown verändert? Dieser Beitrag prüft und fragt, ob es noch zeitgemäß ist, zwischen Digital Natives und Digital Immigrants im Netz zu unterscheiden.  </strong></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span>Eine Technikfrage, viele Generationenfragen</span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><span style="font-weight: 400;">Zur Jahrtausendwende prägte der US-amerikanische Lehrer Marc Prensky den Begriff der </span><span style="font-weight: 400;">„Digital Natives“</span><i><span style="font-weight: 400;">. </span></i><span style="font-weight: 400;">Hierunter sind Mitglieder jener Generation zu verstehen, welche wie selbstverständlich mit digitalen Technologien wie Computern und Computerspielen, heute eher Smartphones und Sozialen Medien, aufwachsen. In Ausgabe 5 des Magazin “On the horizon” definierte Prensky 2002 Digital Natives als “‘</span><span style="font-weight: 400;"><a href="https://www.marcprensky.com/writing/Prensky%20-%20Digital%20Natives,%20Digital%20Immigrants%20-%20Part1.pdf">native speakers’ of the digital language of computers, video games and the Internet</a>”</span><span style="font-weight: 400;">. Hingegen müssten </span><span style="font-weight: 400;">“Digital Immigrants” </span><span style="font-weight: 400;">diese Sprache erst erlernen und würden doch ihren besonderen Akzent nicht gänzlich verlieren können. Bis heute hält sich die Ansicht, dass junge Menschen qua Geburt in der Lage sein müssten, souverän mit digitalen Medien umgehen zu können. </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span style="font-weight: 400;">Ältere Generationen gelten hingegen als weniger technikaffin, somit eher skeptisch im Umgang mit den neuen digitalen Medien. Amy Orben, Psychologin an der Cambridge University, sieht hierin ein bewährtes Muster. In ihrem Konzept des „</span><span style="font-weight: 400;">Sisyphean Cycle of Technology“ </span><span style="font-weight: 400;">beschreibt sie den wiederkehrenden Effekt, dass jede neue Technologie zunächst auf Ablehnung und Bedenken, vor allem durch ältere Generationen, stößt. Einige historische Beispiel verdeutlichen, wie sehr neue Technologien oft zunächst kritisch und sogar schädlich angesehen werden. Angesichts des digitalen Wandels wird heute kontrovers um die Folgen einer zunehmenden „</span><span style="font-weight: 400;">Digitalen Demenz“ </span><span style="font-weight: 400;">nach Manfred Spitzer diskutiert. Unter dem Begriff “Digitaler Demenz” warnt Spitzer davor, eine starke Nutzung digitaler Medien würde sich negative auf die Intelligenz von Kindern und Jugendlichen auswirken. Zum Vergleich: In den 1940er Jahren entfachten sich heftige Diskussionen um die gesundheitlichen Folgen von übermäßigem Radiokonsum bei Kindern und Jugendlichen, was heute im Rückblick unterhaltsam wirken mag. Andere Beispiele sind Kritik an aufkommender Lesebegeisterung im 17. und 18. Jahrhundert oder aber auch die Einführung der Schrift im antiken Griechenland. Bereits Platon warnte im Dialog des Phaidros davor, die Möglichkeiten der Schrift zu überschätzen. Dort bemängelte er:  „</span><span style="font-weight: 400;">Nicht also für die Erinnerung, sondern für das Erinnern hast du ein Mittel erfunden und von der Weisheit bringst du deinen Lehrlingen nur den Schein bei, nicht die Sache selbst.“</span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span>Digitalisierung (er-)lernen</span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><span style="font-weight: 400;">Insbesondere die Möglichkeiten, aber auch die Notwendigkeit von Home-Office machen deutlich, wie unverzichtbar digitale Medien für unseren Alltag geworden sind. Allerdings</span> <span style="font-weight: 400;">ist ein kompetenter Umgang mit diesen Technologien nötig, um sich in der “neuen Welt” zurechtzufinden. Nicht immer bedeutet digital zugleich besser. Der Münchner Soziologe Armin Nassehi fragt in seinem Werk „</span><span style="font-weight: 400;">Muster. Theorie der digitalen Gesellschaft</span><span style="font-weight: 400;">“ danach, für welches gesellschaftliche Problem Digitalisierung eine Lösung darstellen könnte. Anhand dieser Frage offenbaren sich Ziel und Zweck der Digitalisierung, aber auch Zweifel an den daraus resultierenden Veränderungen. Damit ist Digitalisierung zunächst weniger eine technische als vor allem eine gesellschaftliche Frage, welche Ziel und Zweck bestimmt.</span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span style="font-weight: 400;">Ganz im Sinne des „</span><span style="font-weight: 400;">Sisyphean Cycle of Technology&#8221; </span><span style="font-weight: 400;">wäre eine einfache Reaktion darauf, eine verbesserte Technik zu entwickeln, welche selbst eine Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen im Umgang mit Technik finden könnte. Die Technik wird derart zur Lösung ihrer selbst erklärt. Die Folge wäre, dass kein kritischer Umgang zu Grenzen und Chancen digitaler Medien mehr gelernt werden müsse. Viel eher wären pädagogische Fragen zu technischen Fragen verkürzt. Die Technik würde somit bestimmen, was zu lernen sei, um als menschliche Nutzer souverän mit der Technologie umzugehen. </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span style="font-weight: 400;">Aber wer bestimmt in diesem Zusammenhang was unter besser oder schlechter zu verstehen ist? Worin liegt der Unterschied zwischen Machine Learning und menschlichem Lernen? Betrachtet aus einer informationstechnischen Perspektive ist Lernen ein Prozess von optimierter Wahrscheinlichkeitsrechnung. „Lernen“ in diesem Zusammenhang ist lediglich eine Rückkopplung von Berechnungsprozessen. Bildung als emanzipatorisches Ziel der Herausbildung von selbstbewussten und selbstbestimmten Subjekten würde dadurch entfallen. Der Mensch als Bezugsgröße würde zu einem Algorithmus verkürzt, wie die Autoren Nemitz und Pfeffer in ihrem Buch „</span><span style="font-weight: 400;">Prinzip Mensch</span><span style="font-weight: 400;">“ anmahnen. </span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span>Aus Zugang wird Umgang</span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><span style="font-weight: 400;">Diskursiv ist der Begriff Digital Natives sehr normativ aufgeladen. Er vermittelt die Vorstellung, dass jüngere Generationen qua Geburt in der Lage sein müssten, kompetent mit digitalen Medien umzugehen. Diese Betrachtung ist jedoch verkürzt, da ein regelmäßiger Zugang zu digitalen Medien noch keinen kompetenten Umgang mit diesen sicherstellt. Vielmehr muss diese Kompetenz in der aktiven Anwendung erlernt werden. Ein Kerngedanke der Pädagogik ist „</span><span style="font-weight: 400;">Technology follows didactis“ </span><span style="font-weight: 400;">festzuhalten. Zuerst werden die Lernziele definierte (didactics) und dann folgen die Überlegungen, welche Technik dazu beitragen könnte, diese zu erreichen (technology). Daraus wird ersichtlich, dass Digitalisierung nicht nur von der Technik aus, sondern auch bezogen auf die Menschen, mit ihren jeweiligen Anforderungen und Erwartungen,  gedacht werden muss. Anders ausgedrückt, es sind die Lernenden, welche bestimmen, zu welchem Zweck der digitale Umgang erlernt werden soll.</span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span style="font-weight: 400;">Dies ist zu bedenken, da die Technik allein noch keine gute Lehre garantiert, wie aktuelle Beispiele des Homeschooling oder der Online-Lehre an Universitäten zeigen. In anderen Worten, die Qualität einer Vorlesung etwa bemisst sich nicht daran, ob sie online oder offline stattfindet, sondern wie diese didaktisch ausgestaltet ist. Es gilt abzuwägen, welche Medien für einen bestimmten Kontext am besten geeignet sind.</span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span>Ein Fenster mit vielen Perspektiven</span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><span style="font-weight: 400;">Vor einiger Zeit befragte politik-digital verschiedene Generationen über das Internet als ihr Fenster zur Welt. Alle blicken durch diese digitalen Fenster und haben doch unterschiedliche Ausblicke. Die Unterscheidung zwischen Digital Natives, welche als Pioniere souverän die neue digitale Welt erforschen, und Digital Immigrants, welche diese Welt nur langsam betreten, greift angesichts der zunehmenden Durchdringungen der Digitalisierung zu kurz.</span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span style="font-weight: 400;">Laut den Erhebungen des </span><a href="https://initiatived21.de/publikationen/d21-digital-index-2019-2020/"><span style="font-weight: 400;">Digitalindex der Initiative D21</span></a><span style="font-weight: 400;"> sind 86% aller Deutschen regelmäßig online. Diese teilen sich wiederum auf in digitale Vorreiter*innen (44%), digital Mithaltende (38%) und digital Abseitsstehende (18%). Während insbesondere die Zahl der digitalen Vorreiter*innen zum Vorjahr um 7% gestiegen ist, ist jene der digital Abseitsstehenden um 3% zurückgegangen. Dabei zeigt sich, dass die Mediennutzung mit dem Alter abnimmt, zugleich aber mit höherer Bildung zunimmt. Zwar fühlen sich vermehrt Jugendliche sicher in der digitalen Welt, zunehmend entdecken aber auch Silver Surfer die Möglichkeiten digitaler Medien. Diese lassen sich vor allem in zwei Gruppen einteilen. Die Silver Surfer unterscheiden sich in ihrem Nutzungsverhalten nicht wesentlich vom Rest der Gesamtbevölkerung. Hingegen sind die Offliner jene, welche aufgrund von mangelndem Interesse sowie körperlichen und geistigen Einschränkungen diese Tools nicht nutzen können. Zugleich zeigen Untersuchungen der </span><a href="https://www.divsi.de/wp-content/uploads/2018/11/DIVSI-U25-Studie-euphorie.pdf"><span style="font-weight: 400;">DIVSI U25-Studie</span></a><span style="font-weight: 400;"> aber auch, dass junge Menschen zunehmend skeptisch sind, in einer Welt zu leben, welche nur noch durch digitale Dienste und die Möglichkeiten von Onlinekommunikation bestimmt werden wird. Daran wird deutlich, dass digitale Kompetenz durch die kritische Anwendung oder den Verzicht auf die Medien bestimmt wird. </span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span>Digitalisierung weiterdenken</span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><span style="font-weight: 400;">Zusammenfassend bietet die aktuelle Pandemiesituation ein einzigartiges Versuchsfeld, die vielen Möglichkeiten der Digitalisierung zu erforschen, sie zwingt gewissermaßen sogar dazu. Digitalisierung ist weniger als eine Technik, sondern vielmehr als eine Methode zu verstehen, die es immer wieder zu neu zu lernen, zu trainieren und kritisch zu reflektieren gilt. Deutlich ist hierbei geworden, dass digitale Kompetenz mehr als eine reine technische Anwendungskompetenz umfasst. Digitale Medien stellen weniger ein Werkzeug als vielmehr ein Denkzeug für kreative Ideen und für Kommunikation weltweit dar. Zugleich verschwimmen die Grenzen zwischen virtueller und realer Welt zunehmend. Es kommt daher darauf an, zu reflektieren, in welchen Kontexten digitale Medien eingesetzt werden. </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span style="font-weight: 400;">Wie hat diese besondere Zeit den Blick auf die Zukunft in einer digitalen Welt verändert? Vielleicht ist deutlich geworden, dass Alter an sich kein Indikator (mehr) ist für einen souveränen Umgang mit Digitalisierung. Viel eher sind die verschiedenen Generationen der Digital Natives und der Digital Immigrants so heterogen und bunt wie die Welt, welche sie gemeinsam und jeweils mit einem besonderen eigenen Blick erkunden und zu verstehen lernen. Dennoch bietet das Konzept Digital Natives und Digital Immigrants eine philosophisch wertvolle Komponente, sich bewusst darüber zu werden, dass es eine Zeit ohne digitale Medien gab. Hieraus wird ersichtlich, dass digital nicht immer gleich besser bedeutet. Grenzen und Potentiale, Risiken und Chancen einer digitalen Zukunft zu entdecken ist Handlungsfeld und Herausforderung für alle Nutzer zugleich, oder wie es der Bildungsforscher Alfred Treml einmal  formulierte: „Pädagogik ist immer die Vorbereitung und Inanspruchnahme von Zukunft.“</span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Photo by <a href="https://unsplash.com/@yasmina?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Yasmina H</a> on <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-2" data-row="script-row-unique-2" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-2"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-3"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Das große Versprechen &#8211; Was wurde aus dem FSJ_digital?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/was-wurde-aus-dem-fsj-digital-152824/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jul 2017 09:07:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Koalitionsvertrag]]></category>
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		<category><![CDATA[Digitale Bildung]]></category>
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					<description><![CDATA[Es war eine eher vage formulierte Vision des Koalitionsvertrages von 2013: Das FSJ_digital. Die Idee: Die “Digital Natives” geben im [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Unbenannt1.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-152829" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Unbenannt1-630x348.png" alt="Unbenannt" width="630" height="348" /></a>Es war eine eher vage formulierte Vision des Koalitionsvertrages von 2013: Das FSJ_digital. Die Idee: Die “Digital Natives” geben im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres ihre digitalen Medienkompetenzen an Andere weiter. Wir haben uns in Rheinland-Pfalz umgehört, was aus dem Modellprojekt wurde.</p>
<p>Wenn Marten Gerdnun über das FSJ_digital spricht, merkt man ihm die Begeisterung förmlich an. Der Pädagoge aus Flensburg wurde vor drei Jahren von seiner Heimat Flensburg aus in das rheinland-pfälzische Kulturbüro einberufen, um dort ein Mammutprojekt umzusetzen: das FSJ_digital. Was darunter genau zu verstehen ist? Das wusste damals keiner genau, lacht Gerdnun. Klar war nur: Die Bundesregierung hatte in ihrem <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/bundestagswahl-2013/der-koalitionsvertrag-im-wortlaut-4-4-digitale-agenda-fuer-deutschland_id_3437465.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Koalitionsvertrag 2013 </a>ein Modellprojekt geplant, bei dem die digitalen Kompetenzen junger Menschen im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres genutzt und an die entsprechenden Einsatzstellen weitergegeben werden sollten:</p>
<p><em>“&#8230;Wir befürworten ein „Modellprojekt Freiwilliges Soziales JahrDigital“, damit junge Menschen ihre technischen Fertigkeiten und Fähigkeiten im Umgang und in der Anwendung von neuen Medien in den Dienst von gemeinnützigen Einrichtungen stellen und diese bei der Umsetzung von digitalen Projekten und der Vermittlung von Medienkompetenz unterstützen…”</em></p>
<h3>Das FSJ als “Add-on”</h3>
<p>Zwei Bildungsträger erhielten den Zuschlag für das FSJ_digital: das Kulturbüro in Rheinland-Pfalz und das Rote Kreuz in Sachsen-Anhalt. Wie so häufig im Zusammenspiel von Politik und öffentlichen Trägern kam zwar das Geld, aber kein konkreter Plan. Und so bastelte Gerdnun, dessen zweite Leidenschaft schon immer die Medienproduktion war, mit einem kleinen Team unentwegt an einem zukunftsfähigen Konzept. Ihre Idee: Das FSJ-digital als Add-On. Die FSJler können sich auf der eigens eingerichteten Homepage mit einem selbst erdachten Projekt für ihre Einsatzstelle bewerben. Sie erhalten im Gegenzug dazu die notwendigen Materialien und werden in vom Kulturbüro organisierten Workshops und Seminaren geschult. Die Expertise der dort Unterrichtenden ist vielfältig, genauso wie die behandelten Themen: Vom richtigen Umgang mit sozialen Medien bis zur Videoproduktion ist alles dabei. Und: Die Lehrenden kommen aus verschiedenen Fachgebieten, haben nicht zwangsläufig einen pädagogischen Background.  Im Gegenzug zur klassischen Schulbildung bietet das deutlich mehr Möglichkeiten, denn die digitalen Kompetenzen von Lehrern sind aufgrund starrer Strukturen im deutschen Bildungssystem oftmals gar nicht bis wenig ausgereift.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Marten-Gerdnun.jpg"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-152825" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Marten-Gerdnun-305x381.jpg" alt="Marten Gerdnun" width="162" height="203" /></a>Marten Gerdnun ist studierter Erziehungswissenschaftler und Medienpädagoge. Seit 2015 arbeitet er als Projektkoordinator und Medienbildungsreferent an dem Modellprojekt FSJ_digital. Das von Gerdnun für den Offenen Kanal Schleswig-Holstein konzipierte Projekt „Schüler-Medien-Lotse“ gewann 2016 die Google Impact Challenge in der Kategorie Lokale Projekte<i>.</i></div></div>
<h3>Riesiger Ansturm auf das Projekt</h3>
<p>Die FSJler hatten immer eine Menge Spaß, betont Gerdnun. Besonders die Gemeinschaft sei in den Digital-Seminaren immer ein großes Plus gewesen. Er agiert auch selbst als Ansprechpartner und hat ein sogenanntes “Sorgentelefon” eingerichtet. Wenn die Jugendlichen in ihrem Projekt Probleme haben, können sie das weitere Verfahren jederzeit mit Mitarbeitern des Kulturbüros absprechen. Von Anfang an sei das Interesse groß gewesen. So groß, dass sich mittlerweile über ein Dutzend anderer Träger von sozialen Einrichtungen bei Gerdnun gemeldet habe, um das FSJ_digital auch in ihren Einsatzstellen verwirklichen zu können. Das belegen auch die Zahlen: Während es im ersten Jahr bereits 49 Anträge gab, hat sich die Anzahl im zweiten Jahr mit rund 91 Anträgen fast verdoppelt.</p>
<p>Eine Aufgabe, die das Kulturbüro trotz aller Euphorie regelmäßig an ihre Grenzen bringt. Gerdnun setzt trotzdem darauf, dass die Politik durch das FSJ_digital ein Bewusstsein für die Bedeutung von Medienbildung entwickelt. Leider gebe es immer noch zu viel Konkurrenzdenken in öffentlichen Einrichtungen und wenig Platz für die Umsetzung wichtiger Projekte auf übergeordneter Ebene, meint der Pädagoge. Und: Ein FSJ_digital reiche bei Weitem nicht aus, um endlich den Digitalisierungs-Rückstand in Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen auszugleichen. Wo Hardware und Soft-Skills fehlen, wo Bürokratie und starre Strukturen den Fortschritt hemmen, ist der Einsatz junger Menschen und das Engagement einzelner Projektleiter wie Gerdnun oft nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.</p>
<figure id="attachment_152828" aria-describedby="caption-attachment-152828" style="width: 600px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_7801_Kulturbuero.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-152828" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_7801_Kulturbuero.jpg" alt="FSJler bei einem Digitalseminar des rheinland-pfälzischen Kulturbüros." width="600" height="400" /></a><figcaption id="caption-attachment-152828" class="wp-caption-text"><em>FSJler bei einem Digitalseminar des rheinland-pfälzischen Kulturbüros.</em></figcaption></figure>
<h3>Achtjährige iPhone-Besitzer und hoffnungsvolle Lehrer</h3>
<p>Dass der Digitalisierungs-Rückstand im öffentlichen Sektor nicht auf mangelndes Interesse der Einsatzstellen zurückzuführen ist, hat auch Mailin schnell bemerkt. Nach dem Fachabi entschied sie sich für ein FSJ an einer Grundschule in Koblenz. Hier wollte die 21-Jährige, die ein Lehramtsstudium anstrebt, eigentlich nur in das spätere Berufs-Umfeld “hineinschnuppern”. Stattdessen traf sie auf achtjährige iPhone-Besitzer und hoffnungsvolle Lehrer. Die Direktorin hatte vom FSJ_digital gehört und wollte unbedingt, dass ich dort ein Projekt anmelde, erzählt Mailin. An ihrer Schule hätte es außer gelegentlichem Computer-Unterricht quasi keinerlei Digitales gegeben. Keine technische Ausstattung, geschweige denn Know-How. Im Gegensatz dazu seien jedoch bereits die Drittklässler zum großen Teil mit Smartphones ausgestattet gewesen. Wenn die Glocke zum Schulschluss geläutet hat, haben dann alle sofort wie wild angefangen zu spielen, lacht die FSJlerin.</p>
<h3>Auch die Lehrer sind neugierig</h3>
<p>Die Eltern berufstätig, die Schule kaum medienkompetent. Als Mailin, die begeisterte Hobby-Photographin, ihren Antrag auf einen Fotokurs bewilligt bekommt, ist die Freude bei allen groß. Nicht nur die Kinder, auch die Lehrer sind neugierig. Einige kamen gleich zu mir und wollten die projektfinanzierten Geräte für den eigenen Unterricht ausleihen, berichtet Mailin. Sie bringt den Kindern nicht nur bei, wie schöne Bilder geschossen werden, sondern geht weit darüber hinaus: Im von Mailin erdachten Konzept des “Kameraführerscheins” lernen die Schüler auch spielerisch digitale Urheberrechte kennen und müssen die Bilder letztlich am PC bearbeiten und ausdrucken. Dass dies für die Kinder so schwierig zu erlernen ist, hatte die FSJlerin jedoch nicht erwartet. Doch bereits das Übertragen von JPEG-Dateien auf den Laptop sei eine riesige Hürde gewesen – und das unabhängig davon, ob die Kinder ein Smartphone besitzen oder nicht.</p>
<h3>Viel Smartphone, wenig Medienkompetenz</h3>
<p>Diese und andere Erfahrungen zeigen: Die “Digital Natives” werden viel zu häufig alleine gelassen. Die intuitive Bedienung erleichtert selbst für die Jüngsten den Einstieg in die Welt von Smartphone und Tablet. Weder Schule noch Eltern können jedoch derzeit an diesem Punkt Hilfestellung leisten, um den richtigen Umgang mit der Technik und jenen miteinander im Netz zu vermitteln. Der Einzug des Digitalen in die Lebenswelten der Jüngsten bleibt deshalb auf einer unvollständigen Ebene. Viele Kinder können nicht mal richtig lesen und schreiben, weiss Mailin zu berichten. Diese Ambivalenz habe sie des Öfteren gewaltig überrascht. Trotz vieler Schwierigkeiten sei ihr Projekt dennoch ein großer Erfolg gewesen. Auf der 125-jährigen Jubiläumsfeier der Schule erstellten die von Anfang an wissbegierigen Kinder dann mithilfe eines Programmes eigene Fotos der Teilnehmer im Comic-Format. Und auch die Direktorin war mehr als dankbar, dass durch das Engagement der 21-Jährigen in der Schule auch endlich digitale Inhalte eine Rolle spielten. Sie war sehr glücklich und hat sich innig bedankt, erinnert sich Mailin.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/0-weu-d3-405fbe793b5aeb3a3bb6144467b3d9a1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-152854" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/0-weu-d3-405fbe793b5aeb3a3bb6144467b3d9a1-305x458.jpg" alt="0-weu-d3-405fbe793b5aeb3a3bb6144467b3d9a1" width="149" height="224" /></a>Mailin Karaskiewicz aus Andernach, 21, kam durch Interesse am Lehrerberuf und über eine Kollegin von der Caritas zum FSJ_digital. Mit einem Fotoprojekt leistete sie einen großen Beitrag zur Digitalisierung ihrer Einsatzstelle, einer Grundschule in Koblenz<i>. Bild: Privat</i></div></div>
<h3>FSJler digitalisieren Institutionen</h3>
<p>Gerade deshalb hofft sie, dass Marten Gerdnun und sein Team irgendwann mit Sicherheit wissen, dass die Finanzierung weiterer Jahrgänge nicht ausbleibt. Denn besonders die Einsatzstellen profitieren massiv vom FSJ_digital. Die Freiwilligen helfen häufig entscheidend bei der Einrichtung von Webpräsenzen und Social-Media-Kanälen, vermitteln Jung und Alt wichtige Medienkompetenzen und ermöglichen sogar teilweise die technische Aufrüstung der jeweiligen Institution. Auch wenn diese Aufgabe eigentlich bei anderen läge. Zu oft, sagt Gerdnun, habe er das Gefühl, die Politik verstehe den Prozess der Digitalisierung lediglich als zusätzliches gesellschaftliches Entwicklungs-Konstrukt. Viel zu oft werde hier vergessen, dass es sich vielmehr um eine allumfassende Transformation handle, die alle Lebensbereiche betreffe. Deshalb ist es nach Gerdnuns Ansicht unbedingt notwendig, im gesamten Bildungsbereich tiefgreifende Veränderungen durchzusetzen.</p>
<h3>Freiwilliges Engagement trotz Mehraufwand</h3>
<p>Um die Politik von der Relevanz seines Konzeptes zu überzeugen, lässt Gerdnun seit Beginn des Projekts den Verlauf wissenschaftlich begleiten und evaluieren. Auf Fachkonferenzen stellt er Ergebnisse vor, kommt in Kontakt mit potentiellen Dozenten für Workshops und spricht immer wieder mit Vertretern der Kultusministerien. Dieses kraftraubende persönliche Engagement aller Beteiligten steht sinnbildlich für den Charakter des FSJ_digital: Keine digitale Revolution, aber der absolute Wille, trotz Mehraufwand und geringer Bezahlung im Freiwilligendienst einen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit des sozialen Sektors zu leisten. Ein Einsatz, der sich auszahlt; mittlerweile hat Gerdnun die Zusage für ein weiteres Jahr erhalten. Das einzige Problem: Weil die Bewerbung ab nächstem Jahr planmäßig auch für FSJler in anderen Bundesländern offen sein soll, wird dann vermutlich eine Jury über Anträge entscheiden und aussortieren müssen. Denn Gerdnuns Team ist klein und der Andrang riesig.</p>
<p>Die Zukunft des FSJ_digital ist ungewiss. Vieles hängt auch von den parteipolitischen Entwicklungen der nächsten Jahre ab. Dennoch bleibt zu hoffen, dass der Versuch, den öffentlichen Bereich “von unten” zumindest ein Stück weit zu modernisieren, nicht ungehört bleibt. Denn ein paar Wenige können diesen immensen Transformationsprozess nicht alleine bewältigen. Dazu braucht es mehr. Mehr Kooperation, mehr Steuerung und vor allem: Mehr Mut.</p>
<p>Alle Bilder: Kulturbüro Rheinland-Pfalz</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Mein Internet mein Fenster zur Welt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Apr 2016 09:41:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Digital Immigrants]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer auf die Welt kommt baut ein neues Haus, sagte einst Goethe. Häuser haben Fenster, mit denen wir die Welt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/WP_20160422_12_24_11_Pro_v1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149162 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/WP_20160422_12_24_11_Pro_v1.jpg" alt="" width="640" height="280" /></a>Wer auf die Welt kommt baut ein neues Haus, sagte einst Goethe. Häuser haben Fenster, mit denen wir die Welt da draußen wahrnehmen und auf sie blicken. Das Internet ist eines davon, doch jeder hat sein eigenes Fenster in diese virtuelle Welt. Alter, Bildung und soziale Herkunft bestimmen den Blick hinaus. Johann (97), Anni (91) und Rosa (15) erklären uns ihre Perspektive.</p>
<h3>Internet ist…</h3>
<p>„Internet ist schnelle Kommunikation.“ „Internet, es ist überall frei zugänglich, man kann alles Mögliche damit machen.“ Zwischen diesen beiden Aussagen liegen über 80 Jahre Lebenserfahrung. In den 1930er Jahren, als Johann (97) und Anni (91) im Alter von Rosa (15) waren, chattete man noch durch Briefe. Wer „skypen“ wollte, der musste sich auf der Post zum Telefongespräch verabreden. Snapchat waren Postkarten aus aller Welt, die häufig gesammelt wurden.</p>
<p>Zeitsprung ins Jahr 2016. Wie selbstverständlich kommuniziert Rosa mit vielen Freunden gleichzeitig in der ganzen Welt. Innerhalb von Sekunden werden Bilder und persönliche Mitteilungen um den Globus geschickt. Das ganz nebenbei, während die neusten Nachrichten, Trends und Ereignisse im Freundeskreis verfolgt werden. Rosa organisiert ihr ganzes Leben über das Netz.</p>
<h3>Deutschland und sein Internet</h3>
<p>Heute nutzen fast 80 Prozent der Deutschen das Internet. Im Schnitt verbringen sie täglich 108 Minuten im Netz. Das Internet ist zum treuen Alltagsbegleiter geworden. „Zum Internet bin ich durch Verwandte und Freunde gekommen, die mir Emails schicken wollten. Da bin ich selber neugierig geworden“, erinnert sich Johann. Auch Rosa ist durch die Familie mit dem Internet Berührung gekommen: „Als vor sieben Jahren meine älteren Schwestern auszogen, wollten wir Kontakt halten. Dafür haben wir einen Familienchat eingerichtet. So habe ich das Internet und seine Möglichkeiten zum ersten Mal wirklich kennengelernt.“</p>
<p>Bereits Zweijährige sind heute in der Lage, intuitiv mit dem Smartphone ihrer Eltern umzugehen, füttern virtuelle Hunde, lernen lesen und schreiben, entdecken die Welt. Bereits 20 Prozent aller 6-7 Jährigen haben ein eigenes Smartphone. Sie gehören zur Generation der „Digital Natives“, all denjenigen, die nach 1980 geboren sind und das Internet von klein auf kennen.</p>
<p>Aber auch die Generation der „Silver Surfer“ entdeckt das Netz immer mehr für sich. Bereits etwa 11 Millionen User in Deutschland sind über 60 Jahre, das ist mehr als die Hälfte. „Ich nutze mein Tablet um regelmäßig Angebote der Discounter zu vergleichen“, erzählt Johann. Rentner sind eine neue Zielgruppe. Doch nicht nur das Alter unterscheidet die Nutzer, viele verschiedene Faktoren spielen eine Rolle.</p>
<h3>Verschiedene Welten zwischen Bits und Bytes</h3>
<p>Eine Studie der DIVSI teilt die digitale Gesellschaft in „Digital Outsiders“ (37 Prozent) „Digital Immigrants“ (19 Prozent) und „Digital Natives“ (44 Prozent) ein. Dabei zeigt sich: Mit sinkendem Alter und steigender Bildung, nimmt die digitale Kompetenz zu, weshalb sich die Spannbreite von „Internetfernen Verunsicherten“ bis zu „Digital Souveränen“ erstreckt. Dieses Muster findet sich bei den jeweiligen Nutzertypen innerhalb der verschiedenen Altersklassen wieder.</p>
<p>„Ich nutze das Internet nicht, da ich es nicht brauche“, meint Anni, die zur Gruppe der Internetfernen zählt. Unter den Silver Surfern ist sie damit der „Häusliche“ Typ. Häusliche sind meist um die 62 Jahre, heimatverbunden und haben einen kleineren Freundeskreis. Traditionelle Medien wie Radio und Fernsehen stellen für sie immer noch die wichtigste Informationsquelle dar.</p>
<p>„Digitale Kommunikation spielt für Menschen meines Alters keine so große Rolle mehr. Persönlicher Kontakt und persönliche Gespräche sind mir wichtiger“, findet Johann. „Ich brauche nicht immer die schnelle Lösung, sondern bin froh, wenn ich Zeit habe, mich mit etwas zu beschäftigen. Trotzdem finde ich das Internet eine interessante Errungenschaft, die ich gerne für meine Hobbys wie Ahnenforschung und Kunst nutze.“ „Digital Immigrants“ wie er sind vielseitig interessiert an neuen Technologien und den Möglichkeiten, die sie bieten. „Mein Tablet ist sehr selbsterklärend. Wenn ich nicht weiter weiß, hole ich mir einfach Hilfe“, beschreibt er sein Surfverhalten.</p>
<p>„Man ist halt viel im Internet“, meint Rosa. Bis zu vier Stunden täglich verbringt sie nach eigenen Einschätzungen online mit Chat, Recherche, Hausaufgaben und sozialen Aktivitäten. Mit ihren 15 Jahren gehört zu den „Digital Natives“. Auf dem Weg zur Schule, beim Lernen, in der Freizeit: das Internet gehört zum Alltag dazu. Unzählige Chatgruppen informieren über Schule, Freizeit, Freunde. Wer nicht über Smartphone und Co. verfügt, hat Schwierigkeiten, diesem Informationsfluss zu folgen. Als „Verantwortungsbedachte Etablierte“ sieht Rosa die technischen Möglichkeiten als hilfreiches Mittel für Schule, Hausaufgaben und schnelle Kommunikation. Trotzdem sieht sie Gefahren und möchte sich von neuen Technologien nicht dominieren lassen. „Es ist jetzt nicht so, dass ich mein ganzes Leben im Internet teilen würde. Ich möchte eigentlich schon noch Privatsphäre haben, abgesehen vom Internet.“</p>
<h3>Internet 2030 – Das Netz zieht sich zu</h3>
<p>„Wir haben viele Entwicklungen mitgemacht aber heute geht es immer schneller. Man kann die Dinge kaum mehr begreifen“, blickt Anni nach vorne. „Was da online passiert ist unheimlich“, findet Rosa. Alles was man schreibt und ins Internet stellt, bleibt schließlich für immer da. Was mit diesen Daten passiert ist ungewiss. Diese Sorge teilt auch Johann: „Jede Kommunikation kann mitgelesen werden, die neuen Techniken eröffnen neue Wege für Kriminelle“, befürchtet er.</p>
<p>Früher traf man sich in Vereinen, heute kommt man in sozialen Netzwerken von überall auf der Welt zusammen. Schon heute „gehen“ wir nicht mehr in das Internet, wir leben bereits mit und in ihm. Die allumfassende Vernetzung schreitet kontinuierlich fort. „Immer früher verfangen wir uns im Netz des Internet“, findet Rosa.</p>
<p>Das Netz fängt nahezu alles ein, doch vieles geht auch verloren. Die Menschen kommen zwar einander näher, aber entfernen sich persönlich auch voneinander. „Es scheint, als habe niemand mehr Zeit für den anderen“, bemängelt Anni. „Ich glaube, dass die Menschen dadurch einsamer werden“, pflichtet ihr Johann bei.</p>
<p>Die Technologie breitet sich immer weiter aus und lässt die Grenzen zwischen Realität und Virtualität verschwinden. So erfasst das „Internet der Dinge“ alle Bereiche unseres Lebens, vernetzt sie und speichert sie ab. Darum erscheint das Internet 2030 kaum vorstellbar.</p>
<p>„Früher eigneten wir uns ein solides Grundwissen an. Heute findet sich auf jede Frage eine schnelle Antwort im Netz. Die Leute wissen nicht mehr wer sie sind, sie brauchen darüber auch nicht mehr nachzudenken“, bedauert Johann.</p>
<p>Das Internet hat jetzt schon eine wahnsinnige Entwicklung hinter sich und eine solche steht ihr noch bevor. Als Johann 1938 Abitur machte, lernte er erstmals Sender und Empfänger für Radios kennen. Heute bereitet sich jeder Abiturient selbstverständlich im Internet auf die Prüfungen vor. Das Internet erleichtert viele Aufgaben, macht vieles einfacher. Kommunikation und Wissensaustauch über die ganze Welt wird befördert. Das bietet viele Chancen.</p>
<p>Das Netz zieht sich immer weiter zu, alle Aspekte des Lebens finden online statt. Digitale Geräte übernehmen immer mehr Aufgaben für uns. Doch wir müssen digital souverän werden, über unsere Daten selbst bestimmen, damit uns das Internet nicht selbst bestimmt. Dazu brauchen wir einen gesunden, kritischen Umgang mit dieser Technologie. Denn sobald der Mensch sich nicht mehr als Mensch begreift, alles den Algorithmen überlässt, macht er sich letztlich selber überflüssig.</p>
<p>Dieser Artikel ist eine Gemeinschaftsarbeit von <a href="http://politik-digital.de/user/sraab/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stephan Raab</a> und <a href="http://politik-digital.de/user/owolff/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Oliver Wolff</a>.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a> licenced under <a class="external" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 3.0</a></span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Medienkompetenz: Schlüsselqualifikation des 21. Jahrhunderts</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pia Thiele]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Oct 2014 14:44:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Landesmedienanstalten]]></category>
		<category><![CDATA[Dieter Baacke]]></category>
		<category><![CDATA[Teilhabe]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-4"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die digitale Revolution wartet auf niemanden – sie schreitet einfach voran. Und wir als Mediennutzer müssen uns anpassen. Gesagt, getan? Eine aktuelle Studie zeigt, dass nur 38 Prozent der Deutschen ihre Internetkenntnisse als „gut“ oder „mittelmäßig“ einschätzen. So einfach ist es also wohl nicht.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Schon wieder einer dieser schwammigen Begriffe, die einen viel zu großen Themenkomplex umfassen. Doch wie auch immer man den Begriff definiert: Medienkompetenz beschreibt eine Fähigkeit, die mit zunehmender Digitalisierung der Gesellschaft immer wichtiger wird. MediennutzerInnen – egal ob alt oder jung – wird zunehmend abverlangt, nicht nur mehr Informationen zu konsumieren, sondern das Konsumierte auch weiter zu verarbeiten und kritisch zu hinterfragen. Aber auch das Wissen um die Entstehung von Technologie wird immer wichtiger. „Jeder muss ein Auto fahren können, aber nicht wissen, wie es zusammengesetzt ist“  &#8211; so wurde 2013 in Hamburg der Einführung von Informatik als Pflichtfach eine <a href="http://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article116363150/Protest-gegen-Kuerzungen-bei-Informatik.html">Absage erteilt.</a> Indessen stellen sich einige Bundesländer die Frage, ob Informatik obligatorischer Bestandteil des Lehrplans oder der kompetente Umgang mit Medien in alle Schulfächer integriert werden sollte. Für ältere Menschen hingegen geht es schlichtweg darum, ob sie in der Lage sein werden, weiterhin aktiv an gesellschaftlichen Prozessen teilzuhaben.</p>
<h3>Worum geht es also?</h3>
<p>Die Enquete-Kommission Internet und Digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestags hat Medienkompetenz in ihrem <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/072/1707286.pdf">Zwischenbericht</a> 2011 wie folgt <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/125/1712550.pdf">definiert</a>:</p>
<blockquote>
<p><i>„[Medienkompetenz ist] die Fähigkeit zum richtigen, angemessenen Umgang mit Medien und [gilt] somit als Schlüsselqualifikation in der modernen Gesellschaft.“</i></p>
</blockquote>
<p>Eine Wortbedeutung meint also das nötige Know-how für die Nutzung digitaler Medien. Wenn man der viel zitierten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Medienkompetenz">Definition der Medienkompetenz von Dieter Baacke</a> folgt, kann dieser Aspekt unter dem Begriff <b>Mediennutzung</b> subsumiert werden. Neu ist, dass User insbesondere im Hinblick auf digitale Medien zu  „Prosumenten“ werden, also zu Verbrauchern, die zugleich Produzenten sind. So ist Twitter beispielsweise mit seinem Retweet-Button voll auf die Reproduktion von Konsumiertem ausgelegt. Die meisten Online-Ausgaben deutscher Tageszeitungen oder Videoportale geben ihren Nutzern die Möglichkeit, das Gelesene oder Gesehene zu kommentieren – Interaktivität ist hier das Motto.<br />
Hand in Hand mit Mediennutzung geht, folgt man Baacke, die <b>Medienkunde</b>. Der Mediennutzer sollte ein Wissen darüber besitzen, welche Informationsquelle für welchen Informationszweck die richtige Wahl ist. Dass ein Wörterbuch und nicht ein Lexikon über ein fremdsprachliches Wort informiert, ist zwar ein einfaches Beispiel, muss aber in der Tat irgendwann erlernt werden. Das geschieht spätestens in der Schule, wenn SchülerInnen mit verschiedenen Informationsquellen und -methoden konfrontiert werden.<br />
Dieter Baacke konnte sich in den 1970er Jahren, als er seine Definition verfasste, sicher nicht vorstellen, welchen Wandel der Medienkompetenzerwerb durch die Entstehung neuer Technologien und Geräte durchmachen würde. Umso wichtiger ist im vergangenen Jahrzehnt die „instrumentell-qualifikatorische“ Dimension der Medienkunde geworden. So führt die Enquete-Kommission richtig an, dass derjenige <i>„[m]edienkompetent ist, [d]er mit vertretbarem Zeitaufwand selbstständig in einem beliebigen Textverarbeitungsprogramm Serienbriefe erstellen kann, ohne es zuvor gelernt zu haben“. </i>Es geht also nicht darum, zu verstehen, wie ein Gerät einer bestimmten Marke funktioniert – sondern darum, zu verstehen, wie Laptops, Tablets oder Smartphones generell strukturiert sind. Medienkunde ermöglicht die Teilnahme an der Informationsgesellschaft durch technisches Verständnis der Empfangsgeräte. Noch weiter gehen diejenigen, die Informatikkenntnisse für alle fordern – damit auch die „Technologie hinter der Technik“ verstanden wird und entsprechend selbstständig verändert werden kann.<br />
Diese Kompetenz würde die Menschen auch zur <b>Mediengestaltung</b> befähigen, namentlich die Fähigkeit, neue, kreative und ästhetische Varianten von bereits bestehenden Werken zu schaffen. Auch hier ist die Definition <a href="https://www.bpb.de/veranstaltungen/format/kongress-tagung/medienkompetenz-2014/181193/dieter-baackes-definition-von-medienkompetenz">nicht ganz klar umrissen</a> und kann erst durch das Aufkommen neuer Technologien umgesetzt werden. Bildbearbeitungsprogramme gelten als Paradebeispiel; der Umgang mit ihnen erfordert zugleich auch Medienkunde.<br />
Ein weiteres Element ist die <b>Medienkritik</b>, sie ist zentral für Informationsgesellschaften. In der schnelllebigen digitalisierten Welt kann jeder Akteur Informationen erzeugen und veröffentlichen. Der mündige Mediennutzer sollte in der Lage sein, diese zu bewerten und das analytische Wissen reflexiv auf sich selbst und sein Handeln anzuwenden. Auch muss er in der Lage sein, soziale Konsequenzen der Medienentwicklung zu begreifen.</p>
<h3>Warum das so wichtig ist</h3>
<p>Die Enquete-Kommission stellte fest: <em>„Kompetenz wird grundsätzlich überall dort zum Thema, wo sie nicht hinreichend vorhanden ist.“</em> Was die generellen Internetkenntnisse angeht, landen <a href="http://www.bitkom.org/de/presse/8477_80451.aspx?utm_content=bufferc249e&amp;utm_medium=social&amp;utm_source=twitter.com&amp;utm_campaign=buffer">die Deutschen im europäischen Vergleich auf Platz 27</a>, wie eine aktuelle Bitkom-Studie festgestellt hat. Lediglich 38 Prozent der Deutschen geben an, mittelmäßige bis gute Internetkenntnisse zu haben, bei den Jüngeren sind es immerhin 72 Prozent. Gegen die Spitzenreiter Island (95 Prozent), Dänemark und Litauen (94 Prozent) sehen aber selbst die Jungen blass aus.<br />
Im internationalen Vergleich wird erneut deutlich, dass Kinder nicht als <a href="http://politik-digital.de/digital-natives-von-ureinwohnern-und-einwanderern/">„Digital Natives“</a> geboren werden. Auch wenn die frühe Gewöhnung an Technik es leichter macht, Neues zu erlernen, müssen sich auch die vermeintlichen Ureinwohner digital-mediale Kompetenzen erarbeiten. Das scheint in den Ländern an der Spitze des Rankings besser zu klappen. Der Vergleich zeigt auch, dass Kompetenzen zwar zum Teil vorhanden, aber durchaus ausbaufähig sind. Gerade Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb bestehen wollen, sollten großes Interesse an der Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter haben. In der Technologie- und Informatikbranche gibt Deutschland schon längst nicht mehr den Ton an. Länder wie Estland, Israel oder Südkorea hingegen sind in diesen Bereichen höchst innovativ, was der schulischen Förderung ebenso wie kontinuierlichen Fortbildungen zu verdanken ist.<br />
Ein anderer Aspekt betrifft die Teilhabe an der zunehmend digitalisierten Gesellschaft. Es kann nicht ausschließlich die Aufgabe jedes Einzelnen sein, sich selbstständig in Medienkompetenz weiterzubilden. Hier ist auch der Staat gefragt, der Medienkompetenz mit zahlreichen Initiativen auf Bundes- und Länderebene fördert. So hat jedes Bundesland eine Landesmedienanstalt, die neben der Beaufsichtigung der Rundfunkanstalten auch für die Förderung von Medienkompetenz zuständig ist. Die durch Rundfunkgebühren finanzierten Landesmedienanstalten initiieren und betreuen Medienkompetenz-Projekte für verschiedene Zielgruppen.<br />
Die Landesanstalt für Medien in NRW gibt in Zusammenarbeit mit anderen Landesmedienanstalten das <a href="http://internet-abc.de/kinder/">Internet-ABC</a> heraus, das Eltern und Pädagogen Empfehlungen zur Medienerziehung ihrer Schützlinge gibt. Das Bundesfamilienministerium fördert die Kinder-Suchmaschine <a href="http://blindekuh.de/">„Blinde Kuh“</a>. <a href="http://www.klicksafe.de">Klicksafe</a>, eine Initiative der EU in Kooperation mit den Mitgliedsstaaten, klärt über Sicherheit im Internet auf. Der Dachverband der Senioren-Organisationen gibt die Broschüre <a href="http://www.bagso.de/fileadmin/Aktuell/Wegweiser/rz_bagso_digitaler_wegweiser_84_seiter_einzelseiten_web.pdf">„Wegweiser durch die digitale Welt“</a> heraus, die vom ehemaligen Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird. Eine Liste aller von Bund und Ländern geförderten Maßnahmen zum Erwerb von Medienkompetenz ist ab Seite 40 des Zwischenberichts der Internet Enquete <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/072/1707286.pdf">hier</a> abzurufen.</p>
<h3>Digitale Kompetenz ermöglicht Teilhabe</h3>
<p>Im Englischen heißt Medienkompetenz „digital literacy“, wörtlich übersetzt „digitale Alphabetisierung“. Es muss dafür gesorgt werden, dass nicht ein Teil der Bevölkerung zu digitalen Analphabeten wird. Denn diese Menschen könnten – wie jene, die nicht des Schreibens und Lesens mächtig sind – nicht voll an gesellschaftlichen Prozessen teilhaben. E-Government-Maßnahmen oder Online-Wahlen stellen wichtige Chancen dar. Doch was, wenn ein älterer Mensch nicht die Medienkunde besitzt, um daran teilzuhaben? Das wäre eine vertane Chance, zumal virtuelle Behördengänge körperlich Eingeschränkten mehr Autonomie verschaffen könnten, weil sie nicht mehr auf die Hilfe von Angehörigen angewiesen sind.<br />
Das Netz generiert Informationen in Echtzeit, aktueller als jede Tageszeitung oder Fernsehsendung. Wer nicht in der Lage ist, solche Angebote zu nutzen, hat einen Nachteil. Denn: Informationskultur bedeutet politische Teilhabe.<br />
Ebenso sind viele Menschen – spätestens seit dem NSA-Skandal – verunsichert, ob sie und ihre Daten online ausreichend geschützt sind. Verstärkte Aufklärung könnte zur Entdämonisierung des Netzes beitragen und dazu ermutigen, vertrauter mit der digitalisierten Welt zu werden und seine Vorteile stärker zur Erleichterung des täglichen Lebens zu nutzen.<br />
Oft wird die Digitalisierung der Gesellschaft mit der industriellen Revolution verglichen. Damals veränderten sich Fertigungsprozesse und -techniken – und mit ihnen die Lebenswelt der Menschen. Was damals ein Jahrhundert dauerte, geschieht heute um ein Vielfaches schneller. Die Menschen werden sich den rasanten technischen Veränderungen immer wieder anpassen müssen – ein Leben lang. Digitaler Medienkompetenzerwerb ist nichts für Ungeduldige und muss langfristig ein wichtiger Bestandteil bildungspolitischer Programme bleiben.<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/lukew/10430507184/in/photolist-gTH5oL-7vu4Uq-4Cf4Az-dYPPLV-qx9Kn-anHyXn-anLcHu-8272cg-anLArh-anLpJ5-4G6iyq-cSweR7-NRZZj-anHsXT-7t4jkq-cSf5LW-4KcxFC-dVKKrF-ob7eJr-bmbZgo-9s8vPL-dRfa29-ccjB1w-gS7w4S-eh7vF6-dRfa5C-9im8iV-3BMCAx-dakU8U-cJUp9j-dpu5tk-7A6MZA-gTHaLb-gVGFnK-dZzhhr-cJUpbJ-98iaso-nwWEow-anLiRL-ekYLQy-nSzmUw-fzT481-dT2ZE7-nSzG6L-9ipduJ-gS8eNF-gTH8Co-gTH2YL-cSf5UG-hQHV5" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Luke Wroblewski</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-4" data-row="script-row-unique-4" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-4"));</script></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>&#034;Digital Natives&#034;: Von Ureinwohnern und Einwanderern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Rieder]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Aug 2014 14:35:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Gerne behauptet und doch nie schlüssig belegt, geistert das Begriffspaar von „digitalen Ureinwohnern“ und „digitalen Einwanderern“ seit mehr als zehn [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/girl_pc_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145433" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/girl_pc_bearb.jpg" alt="girl_pc_bearb" width="640" height="280" /></a>Gerne behauptet und doch nie schlüssig belegt, geistert das Begriffspaar von „digitalen Ureinwohnern“ und „digitalen Einwanderern“ seit mehr als zehn Jahren durch Internet und analoge Welt. Es ist an der Zeit, die Buzzwords beiseite zu legen und sich endlich mit den Inhalten zu beschäftigen.<b> </b><br />
Vor Kurzem veröffentlichte der Schweizer Blogger und Lehrer Philippe Wampfler einen Aufruf: „Bitte verzichtet auf den Begriff &#8216;digital natives&#8217;!“– und traf damit einen Nerv<b>. </b>Der Begriff „Digital Natives“ ist eigentlich ein alter Hut. Geprägt wurde er 2001 von dem Manager und Pädagogen Marc Prensky, der in einem Aufsatz mit dem Titel <a href="http://www.marcprensky.com/writing/Prensky%20-%20Digital%20Natives,%20Digital%20Immigrants%20-%20Part1.pdf">„Digital Natives, Digital Immigrants“</a> forderte, Lehrer müssten sich auf eine Generation einstellen, die ihr ganzes Leben „umgeben von Computern, Videospielen, Handys und all den anderen Spiel- und Werkzeugen der Digitalen Ära“ verbracht hat. Prensky behauptete, Digital Natives verfügten als „Muttersprachler“ der digitalen Sprache nicht nur über profunde Kenntnisse im Umgang mit Technologie, sondern verarbeiteten Informationen auch fundamental anders als alle Generationen vor ihnen. Auch wenn Prensky seine Behauptungen nicht belegte und sich der Artikel vor allem wie ein Werbetext für die von ihm propagierte Methode des „Digital Game-based Learning“ liest, wurde die Unterscheidung zwischen Digital Natives und Digital Immigrants zu einem beliebten Aufhänger für Diskussionen über die Implikationen der Digitalisierung.<br />
Bis heute wird mit Vorliebe ein Generationenkonflikt heraufbeschworen zwischen denen, für die eine Trennung zwischen online und offline vermeintlich nicht mehr existiert, und denen, die nicht wie selbstverständlich bloggen, posten, twittern und chatten. Doch wie steht es eigentlich um die Fakten? Geht die „Netzgeneration“ wirklich so selbstverständlich und kompetent mit Technologie um? Und unterscheidet sich ihr Mediennutzungsverhalten tatsächlich grundsätzlich von dem der älteren User?</p>
<h3>Der Mythos bröckelt</h3>
<p>Laut <a href="http://www.initiatived21.de/2013/04/pressemitteilung-nonliner-atlas-2013-zahl-der-internetnutzer-steigt-wieder-nur-geringfugig-datenschutz-und-sicherheitsbedenken-sind-haufige-grunde-fur-nichtnutzung/">(N)Onliner Atlas 2013</a> haben 97 Prozent der unter 30-jährigen Deutschen einen Internetzugang, von den 60- bis 69-Jährigen nutzen fast zwei Drittel das Netz, und bei den über 70-Jährigen sind die Offliner mit 70 Prozent deutlich in der Mehrheit. Dass jüngere Menschen das Internet stärker nutzen, ist also nicht abzustreiten. Die Studie fand allerdings noch mehr Ungleichheiten: zwischen Stadt und Land, Männern und Frauen, Menschen mit hohem und solchen mit niedrigem Bildungsabschluss, Armen und Reichen. Nicht nur das Alter hat einen Einfluss darauf, ob und wie man im Netz unterwegs ist, sondern eine Vielzahl sozioökonomischer Faktoren.<br />
Nun macht einen Menschen allein der Fakt, dass er einen Internetzugang besitzt, noch lange nicht zu einem Digital Native. <a href="http://www.manager-magazin.de/unternehmen/it/a-625126-2.html">Begeisterte Anhänger</a> des Begriffs preisen die „neue Generation“ als eine, für die das Internet nicht nur Kommunikationsmittel, sondern ein Kulturraum sei, den sie durch selbst generierte Inhalte, soziale Vernetzung und pausenlose Partizipation immer weiter ausbaue. Digital Natives hätten nicht nur eine ganz eigene Vorstellung von Freundschaft, Privatheit und Identität, sondern nutzten wie selbstverständlich die Möglichkeiten des Netzes, um ihre Meinung kund zu tun und aktiv Einfluss auf das Weltgeschehen zu nehmen. Ein wirkmächtiges Bild &#8211; nur gibt es auch zur Mediennutzung junger Menschen mittlerweile zahlreiche Studien, die ganz deutlich dafür sprechen, dass es an der Zeit ist, den Begriff Digital Natives zu entmystifizieren.<br />
Zwar verbringen Jugendliche immer mehr Zeit im Netz, die Onlineaktivitäten ersetzen jedoch lediglich den Konsum klassischer Medien und nicht andere Freizeitaktivitäten. Nichtmediale Aktivitäten wie Treffen mit Freunden und Unternehmungen mit der Familie spielen weiter eine große Rolle. Wenn man die Nutzung des Netzes durch junge Menschen genauer betrachtet, wird außerdem deutlich, dass sie es eben nicht so proaktiv und andersartig anwenden, wie von Anhängern des Digital Natives-Konzepts behauptet. Den größten Stellenwert hat laut <a href="http://www.mpfs.de/?id=613">JIM-Studie 2013</a> der kommunikative Austausch über E-Mails, Chats und soziale Medien. Die kreative Produktion von Content ist im Alltag der jungen Generation unterdessen nur von marginaler Bedeutung.<br />
Es kann also keine Rede davon sein, dass die Nutzung des Internets durch alle seit 1980 Geborenen sich fundamental von der Nutzung durch ältere Menschen unterscheidet. Die Attribute, die den Digital Natives zugeschrieben werden, treffen höchstens auf eine kleine gesellschaftliche Elite zu, die sich nicht durch ihr Alter, sondern durch eine intensive Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des Internets auszeichnet. Einige „Silversurfer“ bewegen sich genauso sicher im Netz wie „Screenager“, entscheidend sind vor allem individuelle Interessen und sozioökonomische Faktoren.</p>
<h3>Digitale Kompetenz geht alle Altersgruppen etwas an</h3>
<p>Die Einteilung in Digital Natives und Digital Immigrants ist aber nicht nur faktisch falsch, sondern auch konzeptuell problematisch. Sie betreibt ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Othering">„Othering“</a> und stellt unüberwindbare Gegensätze her, wo keine existieren. Nicht alle jungen Menschen lassen sich in eine Schublade stecken, <a href="http://henryjenkins.org/2007/12/reconsidering_digital_immigran.html">es gibt nicht die eine einzige Erfahrungswelt oder Identität</a>, die alle teilen. Vielmehr existieren in der Generation der vermeintlichen Digital Natives genauso wie im Rest der Gesellschaft Unterschiede im Bezug auf Online-Kompetenzen, Erfahrungen und Identitäten. Nur weil Menschen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, möglicherweise weniger Hemmungen im Umgang mit neuen Medien haben, heißt das noch lange nicht, dass sie sie auch kompetent anwenden können.<br />
Und das ist das eigentliche Problem an der Unterscheidung zwischen Digital Natives und Digital Immigrants: Sie täuscht darüber hinweg, dass sich Kompetenzunterschiede im Umgang mit Medien durch das Nachrücken jüngerer Generationen nicht einfach von selbst erledigen, und sie vermittelt Älteren das Gefühl, sie seien qua Geburtsjahr vom technologischen Wandel ausgeschlossen. Bei all der berechtigten Euphorie über die Möglichkeiten neuer Informationstechnologien darf aber nicht vergessen werden, dass das Wissen um die Potentiale, die die digitale Welt bietet, niemandem in die Wiege gelegt wird, sondern Jung wie Alt vermittelt werden muss. Womit wir beim Thema digitale Medienkompetenz oder „Digital Literacy“ angelangt wären – einem Bildungsbereich, der noch immer sträflich vernachlässigt wird.<br />
Digital Literacy meint die Fähigkeit, Inhalte und Kommunikationsprozesse in den digitalen Medien zu verstehen und einzuordnen. Natürlich stellt sich die Frage, welche Fähigkeiten im Umgang mit Medien wertvoll sind &#8211; damit ist der Medienkompetenzbegriff immer normativ. Bei der Vermittlung eines kompetenten Umgangs mit dem Internet darf es deshalb auch nicht darum gehen, aus einer elitären Perspektive heraus Menschen zu verurteilen, die kein Tech-Blog oder Twitteraccount betreiben und stattdessen lieber den neusten Promiklatsch lesen oder Kochrezepte herunterladen. Zu welchem Zweck und in welchem Umfang das Internet genutzt wird, ist schließlich immer noch Geschmackssache. Ziel muss es viel mehr sein, Menschen, jung wie alt, nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch Mündigkeit im Umgang mit dem Medium Internet, also die kritische Rezeption der Inhalte und das Wissen über die Möglichkeit, selbst Inhalte zu produzieren, zu vermitteln. Denn obwohl das Erstellen von Content sicher nicht die einzig sinnvolle Nutzung des Netzes darstellt, gilt in der digitalen Welt genau wie in der analogen: Nur wer partizipiert, kann sich und seinem Anliegen Gehör verschaffen.</p>
<h3>Es fehlt ein schlüssiges Konzept</h3>
<p>Erst vor einigen Tagen erklärte die Bundesregierung in der <a href="http://politik-digital.de/14-berliner-hinterhofgespraech-alles-oder-nichts-die-digitale-agenda-der-bundesregierung-2014-2017/">Digitalen Agenda</a>, die digitale Medienkompetenz aller Generationen stärken zu wollen, damit „sich jede und jeder Einzelne sicher, informiert und aktiv in der digitalen Gesellschaft verwirklichen kann“. An koordinierten Programmen mangelt es aber bisher und die Digitale Agenda bietet auch nicht mehr als Absichtserklärungen. Einzig die Initiative „Ein Netz für Kinder“, die kindgerechte digitale Angebote fördert, wird als konkretes Projekt in dem Papier erwähnt. „Sichere Surfräume“ für Kinder zu schaffen, wie es das <a href="http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/kinder-und-jugend,did=131814.html">Bundesfamilienministerium</a> formuliert, ist eine nette Idee, viel relevanter wäre es jedoch, generationenübergreifend Kompetenzen für ein aufgeklärtes Surfen auch außerhalb von Schutzräumen zu vermitteln. Bereits im Oktober 2011 hatte die Internet-Enquete in einem Zwischenbericht angemahnt, die Förderung von Medienkompetenz sei eine wichtige staatliche und gesellschaftliche Aufgabe, und hatte eine bessere Vernetzung einzelner geförderter Initiativen sowie neue Bildungskonzepte und Aufklärungskampagnen gefordert. Doch seither hat sich wenig getan. Dazu, wie Jugendlichen von klein auf ein aufgeklärter Umgang mit digitalen Medien mitgegeben werden kann oder wie ältere Menschen für digitale Entwicklungen begeistert werden können, fehlen kohärente Konzepte. Die Förderung der Medien- und Informationskompetenz in der Praxis wird weitgehend den Landesmedienanstalten, privaten Vereinen und einzelnen Initiativen überlassen. Inwieweit und vor allem wie tiefgreifend digitale Medienkompetenz in Schulen vermittelt wird, ist ebenfalls Glückssache und hängt häufig von den Kenntnissen und vom Einsatz einzelner Lehrer ab.<br />
Dabei wäre ein schlüssiges Konzept zur Kompetenzvermittlung für alle Altersschichten wichtiger denn je. Allein der Umstand, dass immer mehr Informationen nur noch online verfügbar sind, sei es zu Anträgen beim Jobcenter oder zu Versicherungspolicen, und Entscheidungs- wie Beteiligungsprozesse durch Online-Petitionen, Bürgerhaushalte oder öffentliche Konsultationen zunehmend digitalisiert werden, macht deutlich, wie wichtig ein kompetenter Umgang mit den neuen Medien wirklich ist. Zudem ist die Vermittlung von Medienkompetenz die einzig praktikable Antwort auf viele „Gefahren“ des Netzes wie Identitätsdiebstahl, Betrug und Falschinformationen, die durch technische Mittel schwer zu bannen sind. Deshalb reicht es nicht, auf binäre Kategorien zurückzugreifen und sich damit abzufinden, dass einige nun mal Digital Natives und andere Digital Immigrants sind. Bildungsangebote und ein gleicher Ressourcenzugang für alle können dafür sorgen, dass jeder im Netz „heimisch“ werden kann.<br />
Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/benchan/10904338893" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Benjamin Chan</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Google und die Netznazis – Digitale Presseschau KW33</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lukas Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Aug 2014 11:04:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Haben Sie einen Moment Zeit? Gut. Dann lesen sie den Artikel im Wired über Edward Snowden. Nicht? Dann lesen Sie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Haben Sie einen Moment Zeit? Gut. Dann lesen sie den Artikel im Wired über Edward Snowden. Nicht? Dann lesen Sie ihn trotzdem. Im Video gibt es diesmal außerdem die wöchentliche Dosis „Recht auf Vergessen“. Und in den Artikeln eine Auseinandersetzung über Anstand und Kultur im Netz. Das klingt zu konservativ? Dann eben: „Über weniger Schleppscheiße im Netz“. Und zum Wochenende gibt es am Ende noch eine gute Nachricht für USB-Versager.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p>https://www.youtube.com/watch?v=VSriXfMa-i0<br />
Das Video der Woche dreht sich mal wieder um das „Recht auf Vergessen“. Nicht weil uns nichts Besseres eingefallen ist, sondern weil es wichtig ist: Gut organisierte Rechtsradikale nutzen das EUGh-Urteil zur Imagekorrektur. Warum sagt eigentlich Google nie was dazu? Zum Beispiel, was ihrer Auffassung nach wichtig ist für die Öffentlichkeit und was nicht? Verdammt, so haben wir uns das doch nicht vorgestellt.</p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://www.wired.com/2014/08/edward-snowden/">Auf eine Pizza mit  Edward</a></h3>
<p>Die Medien der letzten Tage waren voll mit Details aus dem neuesten Interview mit Edward Snowden. Der Internet-Blackout in Syrien und das automatische Cyberwar-Programm „MonsterMind“: Über beides berichtete der Whistleblower erstmalig im Interview mit dem Journalisten James Bamford für dessen Artikel im Wired. Der sehr ausführliche Text beleuchtet außerdem seinen Weg vom erfolgreichen Geheimdienstler zum „most wanted man in the world“, seine Kindheit und beruflichen Stationen. Wir verlinken hier auf das Original. Da der Text doch sehr lang ist, gibt auf <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/NSA-Skandal-Monstermind-fuer-den-automatischen-Cyberkrieg-2292208.html">heise.de</a> eine Zusammenfassung für Eilige.<br />
<a href="http://www.wired.com/2014/08/edward-snowden/"><em>wired.com</em></a></p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/debatten-im-netz-hart-aber-fair-1.2085039">Für weniger Schleppscheiße!</a></h3>
<p>Mit diesem Begriff, so berichtet Dirk von Gehlen auf sueddeutsche.de, belegen Online-Journalisten mittlerweile die Kommentarspalten ihrer Artikel, die sich vor allem unter dem Eindruck von Ukraine- und Gaza-Konflikt in den letzten Woche häufig mit rassistischen, antisemitischen oder schlicht verschwörungstheoretischen Inhalten füllten – und mit Beleidigungen gegen die Autoren. Warum diese Haltung möglicherweise aber ein Teil des Problems ist, genauso wie die Talkshowkultur der Fernsehsender – das können Sie selber nachlesen.<br />
<a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/debatten-im-netz-hart-aber-fair-1.2085039"><em>sueddeutsche.de</em></a></p>
<h3></h3>
<h3><a href="https://www.freitag.de/autoren/axel-brueggemann/mein-unsichtbares-profil">&#8220;Ich habe innerlich vor der dunklen Seite des Netzes kapituliert&#8221;</a></h3>
<p>Dieser Satz kann einen traurig stimmen, und das sollte er auch. Aber was Axel Brüggemann für den Freitag beschreibt, ist nicht weniger als das Gefühl, das viele umtreiben dürfte, die zwar die Enthüllungen um den absoluten Kontrollverlust über unsere Daten nicht einfach nur hinnehmen wollen, aber sich kaum zu helfen wissen. Er teilt das Netz in drei Sphären: das für einen selbst Sichtbare sowie das öffentlich Sichtbare. Und das Unsichtbare. Unser digitaler Zwilling, geschaffen von Geheimdiensten aus logischer Kombination und Algorithmen. Aber ist uns dieser Zwilling überhaupt noch ähnlich? Und was, wenn nicht?<br />
<a href="https://www.freitag.de/autoren/axel-brueggemann/mein-unsichtbares-profil"><em>freitag.de</em></a></p>
<h3><a href="http://schulesocialmedia.com/2014/08/12/bitte-verzichtet-auf-den-begriff-digital-natives/">Verwendet den Begriff „Digital Natives“ nicht mehr!</a></h3>
<p>Philippe Wampfler räumt auf schulesocialmedia.de gründlich auf mit einem Begriff, der immer und immer wieder in den Debatten rund um Medienkompetenz und Internetnutzung auftaucht: Digital Natives. Wie er kompakt erklärt, wäre es dringend an der Zeit, diesen Begriff aus dem Wortschatz zu streichen, denn: Das Geburtsjahr, und damit das Alter, entscheidet nicht über die Kompetenz beim Umgang mit neuen Medien. Viel entscheidender sind die altbekannten Faktoren des sozialen Hintergrunds und der Bildung.<br />
<a href="http://schulesocialmedia.com/2014/08/12/bitte-verzichtet-auf-den-begriff-digital-natives/"><em>schulesocialmedia.de</em></a></p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-08/public-privacy-oeffentlichkeit-internet">Die Scheinwerfer im Internet</a></h3>
<p>Was du im Netz postest, ist öffentlich, darum sei höllisch vorsichtig, was du schreibst. Dieser Hinweis ist genau genommen richtig. Es beachtet ihn nur keiner. Lenz Jacobson macht auf zeit.de einen anderen Vorschlag: Wir haben doch auch in der analogen Welt so etwas wie Konventionen. Kann es die nicht auch im Netz geben? Den Tweet einer Privatperson medienwirksam vor ein Millionenpublikum zerren, um dafür Aufmerksamkeit zu bekommen, sowas gehört sich nicht. Das ist sicher ein frommer Wunsch. Aber man möchte ihn aus vollem Herzen teilen.<br />
<a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-08/public-privacy-oeffentlichkeit-internet"><em>zeit.de</em></a></p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2014-08/usb-typ-c-spezifikation-fertig">Es ist egal, wie man ihn reinsteckt!</a></h3>
<p>Häufig tauchen in unserer Presseschau Ankündigungen, Besprechungen oder auch Kritik zu neuer Technik auf. Dabei ist es Zeit, sich auch mal über die kleinen Dinge zu freuen. Das tut zum Beispiel Patrick Beuth: Da es erwiesenermaßen nicht möglich ist, einen USB-Stecker beim ersten Anlauf richtig herum in die Buchse zu stecken, wird der neue C-Standard der Anschlüsse das hektische Rumfummeln überflüssig machen. Das ist zum Ende der Woche einen kleinen Jubelschrei wert!<br />
<a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2014-08/usb-typ-c-spezifikation-fertig"><em>zeit.de</em></a><br />
Foto: Screenshot<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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