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		<title>Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Aug 2016 17:58:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Konfuzianismus]]></category>
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					<description><![CDATA[„Wir Koreaner werden immer wachen über unser Land mit seinen Flüssen und Bergen.“ Harmonisch, und doch voller Widersprüche schmiegt sich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/korea.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-149875 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/korea.jpg" alt="Seollal Nejahresfest" width="635" height="329" /></a>„Wir Koreaner werden immer wachen über unser Land mit seinen Flüssen und Bergen.“ Harmonisch, und doch voller Widersprüche schmiegt sich Korea zwischen die Großen Asiens, China, Russland und Japan. Digitalisierung und ein stetig schnellerer Lebensstil gehören zur koreanischen Kultur ebenso wie der Konfuzianismus und das Gefühl der Gemeinschaft. Ein Blick auf geteilte Welten einer geteilten Nation.</p>
<h3>Die Geister, die man rief</h3>
<p>Einst bat Hwanung seinen Vater Hwanin, den Kaiser des Himmels, er möge ihn auf die Erde schicken. Sein Vater kam dieser Bitte nach. Am Berg Paektu betrat Hwanung darauf die Erde, wo er die „göttliche Stadt“ gründete. Sich selbst gab er den Namen „Himmelskönig“. Eines Tages kamen eine Bärin und eine Tigerin mit dem Wunsch zu ihm, er möge sie zu Menschen machen. Hwanung versprach ihnen diesen Wunsch zu erfüllen, wenn sie 100 Tage in einer Höhle bei Knoblauch und Beifuss, dem ersten Kimchi, verbringen würden. Bald gab die Tigerin auf, doch die Bärin bestand die Prüfung. Beeindruckt nahm Hwanung sie zur Frau. Am 3.Oktober 2333 vor Christus bestieg ihr gemeinsamer Sohn Dangun den Königsthron, womit er die koreanische Nation begründete. So besagt es der Gründungsmythos Koreas.</p>
<p>Bis heute wird Dangun als Gründungsvater verehrt, ist doch der 3. Oktober als „Tag des offenen Himmels“ bis heute Nationalfeiertag. Traditionell gehen die Koreaner davon aus, das Zusammenwirken von Mensch und Geistern, insbesondere denen der Ahnen, bestimme das Schicksal der Welt und jedes Einzelnen darin. Bis heute spielen Mudang, wie man die koreanischen Schamanen nennt, eine besondere Rolle in der koreanischen Kultur. Sie gelten als Mittler zwischen der Welt der Menschen und der Welt der Geister. Um die Geister anzurufen, hat sich im Laufe der Geschichte ein reichhaltiges kulturelles Erbe entwickelt. Es besteht aus Ritualen, Tänzen und Liedern wie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=HE6vyfFMn0w" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arirang</a>, dem wohl bekanntesten koreanischen Volkslied und Erbe der Menschheit.</p>
<p>Ab dem vierten Jahrhundert erreichte der Konfuzianismus die Halbinsel. Die Lehren des Konfuzius von Gehorsam, Gemeinschaft und Harmonie prägen die koreanische Gesellschaft bis heute. Koreaner sehen ihre Familien als den Kern der Gesellschaft. Von Kindern wird erwartet, dass sie ihren Eltern gehorchen und sie respektieren. Ebenso werden Schule, Arbeit und Freizeit als höhere soziale Familien gesehen, in denen die Übergeordneten zu respektieren und zu ehren sind. Jeder Koreaner ist angehalten, seinen Platz in der Gesellschaft anzuerkennen, die Harmonie zu wahren und zur Gemeinschaft beizutragen.</p>
<p>Viele Jahre nach der Einführung des Konfuzianismus betrat eine neue Religion die Halbinsel. Christliche Missionare begannen Schulen aufzubauen und den christlichen Glauben zu verbreiten. Die Kirche erfüllte in den Anfängen des modernen Korea die Mittlerrolle zwischen Korea und dem Westen. Später bot sie in den Krisen des Nachkriegskoreas für viele Südkoreaner einen Halt. Mittlerweile bekennen sich im Süden etwa 25% zum Christentum mit steigender Tendenz.</p>
<p>Nach dem Ende des Koreakriegs kam mit der Modernisierung des Landes ein neues Wertesystem hinzu. Neben Gemeinschaftssinn und Konfuzianismus trat nun Wettbewerbs- und Konsumdenken, bei einem immer weiter gesteigerten Leistungsdruck.</p>
<h3>Die digitale Wende</h3>
<p>Blickt man heute auf die hektische Metropole Seoul, so ist es kaum mehr vorstellbar, dass Südkorea einst zu den ärmsten Ländern der Welt gehörte. Harte Arbeit und Entbehrungen waren nötig, um das „Wunder am Hanfluss“ zu verwirklichen, aus dem Korea schließlich als eine der zwanzig wichtigsten Volkswirtschaften der Welt hervorging. Insbesondere im Bereich der Digitalisierung zeichnet sich das Land aus, sind doch die Großen der Branche wie Samsung und LG hier zu Hause. Bereits seit 1982 ist Südkorea an das Internet angeschlossen, seit 1998 sogar via Breitband. Über 80% der Haushalte nutzen diese Technik, insbesondere aber Smartphones. Praktisch jeder Koreaner jeden Alters nutzt das Handphone, wie man die Geräte in Südkorea nennt. Ob ein Gespräch unter Rentnern, mit Freunden zur Verabredung im Noraebang, den beliebten Karaoke Bars, oder aber das mobile Büro, die Geräte sind ein fester Bestandteil des täglichen Lebens, wenn nicht gar das Leben. Ständig ist die koreanische Gesellschaft online, Offliner sind eine absolute Seltenheit. Stetig werden Familie, Freunde und Arbeit mit den neusten Informationen aus dem eigenen Leben versorgt. Viel Raum für lange Gespräche bleibt da nicht, dennoch kommt die permanente digitale Verbundenheit dem Gemeinschaftssinn der Koreaner entgegen.</p>
<h3>Glaube als App – Die Digitalisierung der Religion</h3>
<p>Praktisch alles, was früher offline getan wurde, ist nun bequem auch online möglich. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Digitalisierung auch vor dem Glauben nicht haltgemacht hat.</p>
<p>In Korea spielt die Verehrung der Ahnen bis heute eine große Rolle. Früher gebot es der Respekt gegenüber den Eltern und den Verwandten, dass Sterbende im Kreise der Familie aus dem Leben schieden. Anschließend wurden die Verstorbenen an den schönsten Plätzen des Landes bestattet, an die die Familien regelmäßig zurückkehren, um die Gräber zu säubern und der Ahnen zu gedenken.</p>
<p>Mittlerweile verlagert sich der Glaube immer weiter ins Digitale. Aufgrund des Platzmangels fördert die koreanische Regierung die Feuerbestattung. Galt früher das Sterben im Krankenhaus als absoluter Ausnahmefall, ist es heute die Regel. Krankenhäuser betreiben eigene Bestattungsinstitute. An die Stelle des Grabes tritt der digitale Friedhof. Hier können Angehörige Bilder der Verstorbenen hinterlegen und sogar Chatfunktionen für Beileidsbekundungen einrichten. Anstelle eines Friedhofsbesuches sind die Ahnen virtuell nur einen kurzen Knopfdruck entfernt und ständig erreichbar, um ihrer zu gedenken. Nach der Tragödie von Saewol 2014 wurde beispielsweise ein digitaler Schrein, das <a href="http://teachsewol.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Saewol Klassenzimmer</a>, eingerichtet, auf dem sich Eltern, Lehrer, Freunde und Betroffene austauschen, ihrer Lieben gedenken und ihre Trauer verarbeiten können.</p>
<p>Der Kut, die religiöse Zeremonie, ist fester Bestandteil des koreanischen Glaubenssystems. Häufig haben die hart arbeitenden Koreaner aber kaum Zeit für die weiten Wege, um die Tempel zu besuchen oder Verwandten bei den wichtigen Zeremonien beizuwohnen. „Heutzutage können die Familienmitglieder durch Video oder Chatting dennoch teilhaben an den Zeremonien. Das finde ich sehr gut“, erklärt die koreanische Studentin Soheui Yoon. Mit Apps wie Gificon denken die Koreaner aneinander und schicken sich an den Festtagen kleine Präsente in Gutscheinform auf die Smartphones. „Viele alte Leute finden es nicht gut, wenn die Jugendlichen ihre Zeit nur mit dem Handy verbringen“, erklärt Soheui weiter. „Ich darf zum Beispiel beim gemeinsamen Essen auch nicht auf mein Smartphone schauen. Sonst bekomme ich Ärger von meinen Eltern.“ Die kleinen digitalen Begleiter wegzulegen kommt aber selten vor. Das haben auch religiöse Gemeinschaften erkannt. In vielen Apps werden die User langsam und in leicht verdaulichen Einheiten an das Glaubenssystem und die Traditionen Koreas herangeführt.</p>
<p>Nur einmal im Jahr, da macht sich das ganze Land auf: an Seollal, dem Neujahrsfest. Zu dieser Zeit am Ende des koreanischen Jahres steht das sonst so strebsame Land für drei Tage still. Dann fahren alle Koreaner zu ihren Familien, verbringen Zeit miteinander im Gedenken der Ahnen. Die traditionelle Zeremonie der Ahnenverehrung, Jesa, erfordert eine große Vorbereitung. Spezielle Speisen müssen in einer richtigen Reihenfolge auf einem Altar den Ahnen dargebracht werden. Verschiedene Apps helfen der Familie dabei, die einzelnen Speisen richtig anzuordnen und natürlich, wie es im Land des Onlineshopping üblich ist, lässt sich das Essen auch bequem vorab online bestellen. „Viele ältere Familienmitglieder mögen es nicht, wenn man das Essen online bestellt, aber wir müssen alle viel arbeiten, was soll man da machen“, findet die Studentin Soheui Yoon. An diesen drei Tagen des Seollal kommt es zu den seltenen Momenten, an denen die ganze Familie zusammenkommt. Doch was bleibt bei so viel Information am Tag noch zu sagen? Eine App ermöglicht es beispielsweise, dass die Familie zwar auf einem gemeinsamen Bildschirm, aber jeder in seiner separaten Kachel sein Programm verfolgen kann. Korea ist eine Gesellschaft, in der Höflichkeit zu den obersten Prinzipien gehört. „Ich finde das sehr unhöflich mit den Smartphones. Wir sollten uns viel lieber miteinander unterhalten als am Tisch mit dem Handy beschäftigen“, bedauert Soheui Yoon. „Schließlich ist die Familie das wichtigste in meinem Leben.“</p>
<p>Während sich viele junge Koreaner dem Konsum und westlichen Werten zuwenden, gewinnt der christliche Glaube an Einfluss. Sogenannte Online Churches, in denen Gläubige auch über die digitalen Medien stetig am Gemeindeleben teilhaben können, nehmen zu. Ob Predigten, Gebete, Fürbitten oder Beichten, Gläubige und Priester können auch über Kilometer entfernt sein. Die moderne Technik macht es möglich. In harten Zeiten bot das Christentum vielen Koreanern Halt und konnte sich so etablieren. Brachten einst die Missionare diesen Glauben auf die Halbinsel, sind die Koreaner mittlerweile selbst zu den eifrigsten Missionaren geworden, sowohl im Inland als auch im Ausland. Regelmäßig schicken christliche Aktivisten Bibeln an Ballons über die demilitarisierte Zone nach Nordkorea. Inzwischen können die Missionare sogar orten, wo die Bibeln landen, in der Hoffnung, dass sie gelesen werden.</p>
<h3>Juche in Nordkorea &#8211; Online im eigenen Netz</h3>
<p>Der 27. Juli 1953 wird wohl für immer im kollektiven Gedächtnis des koreanischen Volkes nördlich und südlich des 38. Breitengrades bleiben. An diesem Tag wurde die Teilung des Landes an dieser Demarkationslinie besiegelt. Bis dahin teilten sich beide Staaten eine gemeinsame Kultur, entwickelten sich aber von da an in zwei verschiedene Richtungen.</p>
<p>Die Juche, was übersetzt so viel wie Unabhängigkeit bedeutet, ist das Fundament der Demokratischen Volksrepublik Korea. Nach den Erfahrungen aus Unterdrückung und Besatzung beschwört diese Ideologie die wirtschaftliche, politische und besonders militärische Unabhängigkeit des Landes. Im Zentrum steht das nationale Interesse des Staates, der sich aus der „Volksmasse“ zusammensetzt. Jeder Bürger hat die Pflicht, sich dem gesamten Kollektiv unterzuordnen. An oberster Stelle – so die Theorie – steht ein Führer, der das Volk weise leitet. Hier wird die Bedeutung des Ahnenkultes deutlich. Die Propaganda Nordkoreas verehrt Kim Il Sung als „ewigen Präsidenten“, der de jure auch nach seinem Tod noch das Amt des Staatsoberhauptes innehat. In dieser Funktion wacht er quasi als eine Art Vater über die (nord-)koreanische Nation. Seit 1997 wird die Zeitrechnung sogar nach dem Staatsgründer gemessen, begonnen im Jahre eins, nach unserer Zeitrechnung 1912, dem Geburtsjahr Kim Il Sungs.</p>
<h3>Studieren für Volk und Vaterland</h3>
<p>Ausdruck dieser großen Verehrung sind beispielsweise die jährlichen stattfindenden <a href="https://www.youtube.com/watch?v=LVADX5CYvZk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arirangfestspiele</a> mit tausenden von Darstellern oder jedes Jahr im April die Blumenschau. Auf dieser werden die besten Züchtungen der Orchideen Kimilsungia und Kimjongilia präsentiert, benannt nach dem „Ewigen Präsidenten“ und seinem Sohn dem „Großen Führer“, wie sie die Staatspropaganda stilisiert. Die Juche ist allgegenwärtig, soll stetig durch die Bürger verinnerlicht werden.</p>
<p>Dazu stehen jedem nordkoreanischen Haushalt Radiogeräte zur Verfügung, die nur über einen Kanal verfügen und sich nicht abschalten lassen. Lediglich die Lautstärke kann erhöht oder reduziert werden. Mittlerweile ist es aber in der „Großen Studienhalle des Volkes“ in der Hauptstadt Pjöngjang möglich, im nordkoreanischen Internet „Kwangyong“, was so viel wie „Licht“ oder „Großer Stern“ bedeutet, zu studieren. Neben ausgewählten Informationen zu Wissenschaft und Forschung stehen dem Nutzer sämtliche Werke der Staatsdoktrin zum Studium zur Verfügung. Mittlerweile gehört die Ausbildung am Computer auch zum Lehrplan an nordkoreanischen Schulen. Dennoch bleibt ein Computer ein Luxusobjekt, weshalb Berufe, die solche Geräte nutzen, ein hohes Ansehen genießen.</p>
<p>Jeder Bürger ist angehalten, täglich etwa 90 Minuten die Biographie der Kim-Familie und die Juche zu studieren. Dabei werden die Widersprüche des Landes deutlich. Während das Internet nur einer Elite vorbehalten ist, hat das Land bereits das Tablet „<a href="http://www.makeuseof.com/tag/tech-north-korea-look-like/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Samjiyon</a>“ entwickelt, auf dem sich die gesammelten Werke der Juche Ideologie auch mobil studieren lassen. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, sich die Texte abends beispielsweise vorlesen zu lassen. In einem Land, in dem Mangel und Stromausfälle an der Tagesordnung sind, ist dies vielleicht keine schlechte Alternative. Trotz der Rückständigkeit und des Totalitarismus des Regimes in Pjöngjang zeigen sich auch erste Veränderungen nördlich der Demarkationslinie. Vor kurzem berichtete die BBC beispielsweise, nordkoreanische Informatiker hätten eine eigene Version von Facebook entwickelt. Der digitale Wandel hat auch hier begonnen, wenn auch auf Art und Weise der Juche, dem eigenen Weg, den das Land oder zumindest seine Führung beschreiten möchte. Veränderungen und Wandel sind auch im wohl isoliertesten Land der Welt zu spüren, jedoch dürfen sie nicht über die nach wie vor prekäre und desaströse Menschenrechtsituation des totalitären Regimes hinwegtäuschen.</p>
<h3>Korea: Ordnung und Widerspruch in sich</h3>
<p>Die Farben Blau und Rot finden sich in den Nationalflaggen beider koreanischer Staaten wieder. Sie symbolisieren den Widerspruch zwischen Eum, dem koreanischen Yin, und Yang, den Widersprüchen des Kosmos. Nach den Lehren des Yin und Yang befindet sich der Kosmos in einem stetigen Wandel, in dem alte Widersprüche aufgelöst werden, doch in sich bereits neue enthalten. Beide Koreas haben sich nach dem Krieg und der Trennung gewandelt und stecken doch noch voller Gegensätze. Über Jahrtausende konnten sich trotz Invasionen, Unterdrückungen und Umbrüchen die koreanischen Bräuche erhalten. Sowohl südlich als auch nördlich begreift man die Bedeutung des Internet für die Zukunft, aber auch für die Wahrung der eigenen Kultur und Tradition. Denn wie beschwört es die südkoreanische Nationalhymne <a href="https://www.youtube.com/watch?v=YlnfImH7NTU" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aegukga</a>: „Bis das Meer des Ostens ausdörrt und der Paektusan Berg abgetragen ist, möge Gott unser Land ewig schützen.“</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: &#8220;<a href="https://www.flickr.com/photos/koreanet/16390668300/in/photolist-qYosDj-rfNMHt-9mzHrQ-9mzLkG-qiWyH7-qibaAc-qYuqKM-qhXY4Q-ixypCt-reYNGT-qXvYWK-rd5cd3-dUgfsS-9mFPa9-9mAe5G-qj9FNz-dUgfUf-qYuCKi-rfREGu-rfXyW2-dUgfpj-dUaCZk-dUaDan-7GjzgA-qj9HVa-7Gde82-qXqjk7-dUgfAL-rcFUnY-reTcio-qibwD4-reQnkc-qibqMV-9mxNSB-dUgfFh-9mySN7-aCXZ9Q-9mAJH9-9mwLf2-9mxp5X-dUaCJi-9mvTRv-7GiZeL-7GeNs4-7Gf9zv-9mAAeY-9mxL4e-9mA9vd-7Gfrwd-9mAD8o" target="_blank" rel="noopener noreferrer">2015_Seollal_03</a>&#8221; von <a href="https://www.flickr.com/photos/koreanet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Republic of Korea </a>via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
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		<title>Digitale Flüchtlingshilfe: Gemeinsam sind wir stärker</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/digitale-fluechtlingshilfe-gemeinsam-sind-wir-staerker-149862/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Carlotta Duken]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jul 2016 13:46:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>
		<category><![CDATA[digital]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlingshilfe]]></category>
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		<category><![CDATA[Hilfsbereitschaft]]></category>
		<category><![CDATA[ichhelfe.jetzt]]></category>
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					<description><![CDATA[„GoVolunteer“, „ichhelfe.jetzt“ und „HelpTo“ sind die derzeit größten Initiativen der digitalen Flüchtlingshilfe, die Projekte und Freiwilligenarbeit zwischen Helfern und Hilfesuchenden [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Helfer-Allianz-1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149863 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Helfer-Allianz-1.jpg" alt="" width="636" height="388" /></a></p>
<p><strong>„GoVolunteer“, „ichhelfe.jetzt“ und „HelpTo“ sind die derzeit größten Initiativen der digitalen Flüchtlingshilfe, die Projekte und Freiwilligenarbeit zwischen Helfern und Hilfesuchenden vermitteln. Um Ressourcen besser zu bündeln und besser voneinander  zu lernen, soll es in Zukunft die „Helfer-Allianz“ geben. Im Interview erklären Malte Bedürftig (GoVolunteer), Mandy Pearson (ichhelfe.jetzt) und Daniel Wetzel (HelpTo) welchen Herausforderungen sie sich stellen müssen</strong></p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Wie ist eure Bilanz über das letzte Jahr in der digitalen Flüchtlingshilfe? Wie haben sich Angebot und Herausforderungen geändert?</p>
<p><strong>Malte: </strong>Die Situation ist jetzt anders, als sie letzten Sommer war. Damals herrschte eine sehr große Euphorie und eine riesige Hilfsbereitschaft mitzumachen, was für uns (GoVolunteer) eine Initialzündung war. Diese wollten wir dafür nutzen, Freiwilligenarbeit auf eine große Basis zu stellen. Diese Mission hat sich eigentlich nicht für mich geändert. Heutzutage hat sich vielleicht die Stimmung geändert und der „Alles-wird-gut“ Traum, den viele damals hatten, hat sich in mehr Realismus verwandelt. Allerdings ist das nicht nur schlecht. Gerade in der Freiwilligenarbeit ist es so, dass sich auch im letzten Jahr eine Menge Leute so sehr hereingestürzt haben, dass man tatsächlich so etwas hatte wie „Helfer-Burnouts“ und Menschen auch an ihre Grenzen gestoßen sind. Insofern glaube ich, dass es im Prinzip sogar für diesen Bereich eine Art Gesundung ist, wenn man sagt jetzt können alle mal gucken, ob sie das balanciert in ihren Alltag einbauen können. Und wir haben eben auch das Ziel dabei, das auf mehr Schultern zu verteilen.  Mein Eindruck: die Leute, die damals Hilfsbereitschaft gezeigt haben, die sind auch jetzt noch dabei, auch wenn diese Energie vielleicht nach außen nicht mehr so sichtbar ist.</p>
<p><strong>Daniel: </strong>Hilfe war zunächst unkoordiniert: Sachspenden wurden irgendwo abgegeben, wo sie überhaupt nicht gebraucht wurden oder Leute nicht wussten, wo sie sich engagieren können. HelpTo hatte das Ziel, diese Hilfe besser zu koordinieren. Wir haben von Anfang an gesagt, dass Integration mehr als eine Sachspende ist:  Da geht es um Arbeit, um Wohnraum, um Begegnungsmöglichkeiten – es ist ein relativ breites Themenspektrum. Integrationsspezifische Themen werden nun wichtiger, Nachfragen nach Sachspenden gehen eher zurück oder werden konkreter.  Es gab also eine Veränderung. Bei uns wurden aus einem Portal, das sich auf nur eine Stadt bezog, insgesamt 79 Einzelportale. Der Bedarf ist also nach wie vor da – auch wenn es eher nicht mehr um die schnelle Flüchtlingshilfe geht, sondern um integrationsbegleitende Themen.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Wie und wann genau fing die Kooperation zwischen „<a href="https://govolunteer.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GoVolunteer</a>“,<a href="https://ichhelfe.jetzt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“ichhelfe.jetzt“</a> und „<a href="http://helpto.de/de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HelpTo</a>“ an?</p>
<p><strong> Malte: </strong>Im November letzten Jahres gab es bereits erste Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit. Es ging darum, zu verstehen, was der andere genau macht und ob es Möglichkeiten der konkreten Zusammenarbeit gibt. Bei uns dreien gab es sowohl eine inhaltliche Übereinstimmung, als auch den Willen und Bedarf, gemeinsam Kräfte zu bündeln.  Man hat nicht immer sofort die Kapazität das in die Tat umzusetzen. Jetzt wollen wir nicht zum fünften Mal dieselben Gespräche führen, sondern auch mal Taten folgen lassen. Beim Digitalen Flüchtlingsgipfel im Juni 2016 in Berlin haben wir dann einen Workshop zusammen gemacht. Dabei wurde nochmal sichtbar, dass es Bedarf und Nachfrage nach Zusammenarbeit gibt. Außerdem war klar, dass wir für unser Projekt Unterstützer brauchen, und es einen Synergieeffekt hat, wenn man noch mehr Leute dazu holt. Wir wollten also kein Exklusivitätsbündnis aufmachen, sondern wollten es für andere offen halten.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Was sind die derzeitigen Herausforderungen in der Vermittlung des digitalen Ehrenamts und wie könnte eine Zusammenarbeit hier helfen?</p>
<p><strong> Malte</strong>: Grundsätzlich haben wir alle die Botschaft verinnerlicht, dass das hier kein Konkurrenzgeschäft ist. Es geht darum, möglichst viel Transparenz zu schaffen und den guten Projekten, den Leuten, die Hilfe brauchen und Hilfe anbieten, möglichst viel Reichweite zu bieten – das können wir zu dritt einfach besser als alleine.</p>
<p><strong> Daniel</strong>: Unsere Plattformen sind alle drei etwas unterschiedlich, haben alle ihre Stärken. Deswegen war für uns interessant zu gucken, wie man diese integrieren kann. Bei uns ist es relativ einfach: es gibt entweder eine Nachfrage nach einer bestimmten Dienstleistung, Hilfe oder Sachspende oder es gibt sie eben nicht. Nach diesem Nachfrage-Angebot Prinzip können Außenstehende gut sehen, wo Hilfe gebraucht wird. Wenn es aber das Bedürfnis von Leuten gibt, sich an einem bestimmten Ort zu engagieren, empfehlen wir diese aber gerne gezielt an „ichhelfe.jetzt“ weiter. Genauso haben wir kein Problem, jemandem GoVolunteer vorzuschlagen oder deren Projekte vorzustellen, wenn jemand sich stärker an die Organisation binden möchte und nach einem Community-Erlebnis sucht. Das wären zunächst die ersten konkreten Schritte der Zusammenarbeit.</p>
<p><strong>Mandy: </strong>Für uns war es seit Anfang des Jahres ganz wichtig, mit Organisationen direkt zusammenzuarbeiten, um herauszufinden was sich über die Zeit verändert hat. Am Anfang brauchten die Geflüchteten Kleidung oder Essen, jetzt sind es zum Beispiel spezielle Sach- und Zeitspenden wie Waschmaschinen und Integrationshilfen , die gesucht werden. In unserem Fall  haben wir uns mit Organisationen hingesetzt und haben geschaut, welche Unterstützung benötigt wird, vor allem von der technischen Seite, um die richtigen Helfer zu finden. Bei „Ichhelfejetzt“ stellen Ehrenamtliche ihre Hilfe ein und Organisationen fragen diese ab. Für uns ist wichtig, dass diese Abfrage sehr einfach funktioniert, weil sonst die Helfer nicht in Anspruch genommen werden, die warten und helfen wollen.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Wie schafft man es, möglichst viele Menschen mit eurem Angebot zu erreichen? Zum Beispiel die ältere Generation, die gerne helfen und über Zeit verfügen, aber nicht mit dem Internet vertraut sind?</p>
<p><strong> Mandy: </strong>Die Nutzung von Internet und Smartphones in der älteren Generation steigt stetig. Wir wollen die Nutzbarkeit und  Einstellung als Helfer so einfach wie möglich gestalten, sodass das auch die Älteren navigieren können. Jeder Smartphone-User kann auf „Ich-helfe-jetzt“ ganz einfach zugreifen und ihre Hilfe einstellen, ohne großen Aufwand. Wir arbeiten aber auch mit Organisationen zusammen, die schwarze Bretter benutzen –  nutzen also auch lokale Wege.</p>
<p><strong>Malte</strong>: Als Online-Plattform kommen manchmal auch Anfragen, die wir als GoVolunteer nicht direkt abdecken, aber bei denen wir gerne weiterhelfen: Soll zum Beispiel ein Flüchtling abgeschoben werden und sucht nach Rechtsbeistand,  leiten wir ihn zu <a href="http://angehoert.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">angehört.org </a>weiter. Und so ist das zum Beispiel auch bei älteren Menschen oder Leuten, die im Digitalen noch nicht so viel Erfahrung haben &#8211; da hilft man ein bisschen nach. Ansonsten gibt es auch viele Leute, die bereits sehr stark im kontinuierlichen Ehrenamt drin sind. Da muss man sich einfach fragen: brauchen die uns überhaupt? Unsere Mission ist natürlich besonders auf Leute zuzugehen, die gerne was machen würden, aber bis jetzt noch nichts tun, weil die Hemmschwelle mangelnde Transparenz war oder sie einfach nicht wussten, wie man anfängt.</p>
<p><strong>Mandy</strong>: Diese Hemmschwelle zu überwinden ist ein wichtiger Punkt. Wir wollen die Menschen überzeugen, die helfen wollen, aber sich noch nicht überwunden haben. Für diese Menschen soll es einfach sein, zu finden, nach was sie suchen. Bei uns ist das so: der Helfer muss stellt einfach seine Fähigkeiten ein, und wird dann direkt selbst kontaktiert. Aus der Perspektive der Helfenden ist diese Hemmschwelle so sehr weit unten angesetzt.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Eure gemeinsame Vision ist also, sich zunächst besser miteinander zu vernetzen und dann langfristig eine gemeinsame Plattform zu gestalten, die „Helfer-Allianz“. Wie sehen die nächsten Schritte in der Zusammenarbeit aus?</p>
<p><strong> Malte: </strong>Das ist noch ziemlich weit weg und man muss natürlich überlegen, was aus Nutzerperspektive Sinn macht. Wenn man tatsächlich komplementäre und unterschiedliche Angebote hat, macht es keinen Sinn, alles zusammen zu packen und es wird dadurch unübersichtlicher. Sondern man muss natürlich einen zentralen Zugangsweg haben – wie der genau technisch aussieht, wissen wir noch nicht genau.</p>
<p><strong>Daniel</strong>: Dafür ist es wichtig, sich mit anderen Menschen weiter auszutauschen. Wir haben heute bereits gesehen, wo die ersten Anknüpfungspunkte liegen. Es muss überlegt werden: kann man das realisieren und welche Ressourcen muss man dafür einsetzten. Es ist nicht das Ziel, dass es am Ende eine Plattform gibt, die alle anderen ersetzt. Es gibt verschiedene Angebote, die vielleicht in bestimmten Regionen etwas stärker engagiert sind und die einen bestimmten Fokus haben, und das soll auch weiterhin parallel existieren. Die meisten Initiativen in der digitalen Flüchtlingshilfe sind Vereine, die alle mit keinem großen Budget arbeiten und auf Unterstützung angewiesen sind. Wir glauben aber, dass es Sinn macht, an dieser Stelle zu überlegen: Welche Sachen kann man an irgendeiner Stelle vielleicht gemeinsam machen. Wenn man sich gut versteht und das gleiche Ziel hat, vielleicht gibt es am Ende eine gemeinsame Plattform – oder zumindest eine teilintegrierte. Das muss man einfach mal schauen, wie sich das entwickelt. Aber vorstellbar ist es auf jeden Fall. Für den Nutzer ist das an verschiedenen Stellen sinnvoll.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Eine Zukunftsprognose: Wie relevant wird die digitale Flüchtlingshilfe in der Zukunft sein?</p>
<p><strong> Daniel: </strong>Am Ende macht unser Angebot einiges einfacher und hat konkrete Bewandtnis. Ich glaube schon, dass es auch in Zukunft sinnvoll ist, so etwas zu haben, da es regional unterschiedlich ja auch Angebote gibt, wo sich Leute vernetzen können. Man hat 1 Millionen Menschen in Deutschland aufgenommen. Zwar werden es dieses Jahr nicht ganz so viele, aber trotzdem ist es eine riesige Herausforderung und es geht um Fragen wie Integration. Auch wissen wir nicht, wie es weitergeht und ob es bald eine nächste Welle geben wird.</p>
<p><strong>Malte</strong>: Gerade in Deutschland gab es immer viel Ehrenamt und vieles was über Freiwilligenarbeit getragen wird. Allerdings hat es bisher noch nicht so einen automatischen Stellenwert, im alltäglichen Leben, wie es zum Beispiel in den USA der Fall ist, wo man bereits in der High School verpflichtende Ehrenamtsstunden ableisten muss. Diese Alltäglichkeit ist auch ein Ziel, dass wir alle verfolgen: Freiwilligenarbeit in der Kultur zu verankern und dass Ehrenamt etwas Selbstverständliches ist, das man auch mit seinem normalen Job vereinbaren kann. Das zu ermöglichen ist nicht einfach, gerade wenn diese Strukturen noch nicht so etabliert sind. Wenn wir also gemeinsam die Vision der „Helfer-Allianz“  verfolgen wollen, braucht es mehr Transparenz und einfache digitale Wege. Es ist eine unglaubliche Chance.</p>
<p>Titelbild: Die &#8220;Helfer-Allianz&#8221; von <a href="https://govolunteer.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GoVolunteer</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Digital ist besser?! Der netzpolitische Kongress der SPD</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2015 13:56:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Oppermann]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Nahles]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Fraktion]]></category>
		<category><![CDATA[digital]]></category>
		<category><![CDATA[Gesche Joost]]></category>
		<category><![CDATA[#spdnetz]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkongress]]></category>
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					<description><![CDATA[Die digitale Revolution ist kein Schreckensszenario. Der Netzkongress der SPD-Bundestagsfraktion betonte die Chancen der Digitalisierung. Jedoch stünden Gesellschaft und Politik [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Netzkongress.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-147406" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Netzkongress.jpg" alt="Teaser-Netzkongress" width="640" height="280" /></a>Die digitale Revolution ist kein Schreckensszenario. Der Netzkongress der SPD-Bundestagsfraktion betonte die Chancen der Digitalisierung. Jedoch stünden Gesellschaft und Politik vor gewaltigen Herausforderungen, vor allem in den Bereichen Regulierung und digitale Bildung.</p>
<p>„Der Megatrend der Digitalisierung ist nicht mehr aufzuhalten“. Sören Bartol, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD nutzte eine treffende wie auch überstrapazierte Phrase zum Einstieg in eine Reihe von Vorträgen und Diskussionen über die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt. Vor allem unter gesellschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten diskutierte die SPD-Bundestagsfraktion über Digitalisierung und Automatisierung. Digitaler Fortschritt sei per se nichts Gutes oder Schlechtes, er müsse der Gesellschaft dienen, konstatiert Fraktionschef Thomas Oppermann.</p>
<h3>Nahles setzt auf Sozialpartnerschaften</h3>
<p>Wir stehen vor enormen Herausforderungen, die Digitalisierung erfordert eine Regulierung der Arbeitswelt, stellte Arbeitsministerin Andrea Nahles in ihrem Vortrag fest. Diese Regulierung müsse nicht zwingend rein staatlicher Natur sein. Jedoch habe die private Selbstregulierung in der Vergangenheit in vielen Fällen nicht funktioniert, weshalb die SPD-Politikerin vor allem auf die Kooperation von Staat und Wirtschaft setze. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssten sich an einen Tisch setzen und gemeinsame Lösungen für die digitale Welt erarbeiten. So viele Gesetze wie nötig, so viel Sozialpartnerschaft wie möglich.</p>
<p>Andrea Nahles warnte aber auch vor möglichen Risiken der digitalen Revolution, unter anderem der Gefahr der Überwachung am Arbeitsplatz: „Digitalisierung darf nicht der Leistungskontrolle dienen.“ Insgesamt ließ die Arbeitsministerin jedoch viele Fragen vorerst offen: man stünde am Beginn eines Diskussionsprozesses, der noch viele Jahre lang andauern werde.</p>
<p>Dabei dürfe man sich keine Regeln von Unternehmen aufdrücken lassen: „Wir wollen keine digitalisierungskonforme Demokratie“, betonte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann. Digitale Plattformen wie Uber müssten sich der Rechtslage in Deutschland anpassen, unterstrich Sören Bartol bereits am Freitag. Technische Innovationen dürfen hierdurch jedoch nicht verhindert werden, sondern sollen „mit unserem Wertesystem verbunden werden“.</p>
<h3>Digital is &#8220;The New Normal&#8221;</h3>
<p>Es brauche darüber hinaus auch eine Diskussion und Überarbeitung der schulischen wie beruflichen Aus- und Fortbildung. Die klassische Trennung von Lernen und Leben, jeweils verortet in Schule und Beruf, wird zunehmend aufgelöst. Lebenslanges Lernen und „Learning on the job“ werden die digitale Arbeitswelt in Zukunft bestimmen. Problem dabei sei, dass die Digitalisierung in der Ausbildung noch nicht überall angekommen ist. An Universitäten funktioniere das zwar prächtig, in der Arbeit gebe es noch Aufholbedarf, jedoch seien ausgerechnet Schulen „der letzte Hort des Analogen“, so Gesche Joost, Internetbotschafterin der Bundesregierung.</p>
<p>Die digitale Technik müsse selbstverständlicher Teil der Ausbildung werden, so ver.di-Vorstand Lothar Schröder. Er weist aber auch auf ein grundlegendes Problem der Digitalisierung hin: wenn man nicht weiß, wohin sich die Arbeitswelt in Zukunft entwickelt, ist eine gezielte Ausbildung zunehmend schwieriger. Jedoch merkt er an, dass die bestehenden Ausbildungsordnungen oft überraschend offen für digitale Trends seien, sodass manchmal auch kein Änderungsbedarf bestehe. Telekom-Personalvorstand Christian Illek wünscht sich dabei vor allem ein experimentierfreudiges Umfeld. Alte Strukturen müssen hinterfragt werden, um die Arbeitswelt in das digitale Zeitalter zu führen. „Digital ist das neue Normal. Das muss in die Köpfe der Menschen rein“, fasste Gesche Joost zusammen.</p>
<h3>Machen Daten unser Leben besser?</h3>
<p>In einer sehr kontroversen Debatte diskutierten Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs, und Frank Schmiechen, Chefredakteur der „Gründerszene“ über die Chancen und Risiken von Big Data. „Kern unseres künftigen Lebens werden Daten sein“, stellt Schmiechen fest. Er verstehe nicht die Angst vor ihrer Nutzung, da sie unser Leben grundlegend vereinfachen und verbessern könnten. „Wir haben nicht Angst vor den Daten, sondern vor der neuen Verantwortung“, die mit ihrer Nutzung einhergehen würde.</p>
<p>Constanze Kurz vom Chaos Computer Club widersprach deutlich. Mit Daten könne man zwar viel erreichen, man denke nur an die Medizin, jedoch fragte sie nach dem Ziel ihrer Gewinnung. Geht es nur um die Optimierung von Prozessen und Werbung oder der Erhöhung des Profits? „Wie viel wissen Sie denn darüber, was mit den Daten, die in Ihrer Hosentasche entstehen, passiert?“ Einigkeit herrschte nur über die steigende Verantwortung des Individuums in einer Welt, die zunehmend von Daten bestimmt wird.</p>
<p>Bild: <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>, Robert Meyer</p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>&#8220;Die Hauptkommunikation findet noch immer zum Freitagsgebet statt.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/die-hauptkommunikation-findet-noch-immer-zum-freitagsgebet-statt-147286/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[René Neumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2015 07:43:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Ist das Web 2.0 tot?]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[digital]]></category>
		<category><![CDATA[WhatsApp]]></category>
		<category><![CDATA[Koran]]></category>
		<category><![CDATA[Radikalisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Khaldun Al-Saadi ist Student der Kommunikationswissenschaft und Arabistik, zudem ist er engagiertes Mitglied im Islamischen Zentrum Dresden, bei Zahnräder e.V. und der Jungen Islam Konferenz. René Neumann sprach mit ihm über Chancen, Perspektiven und Risiken für die islamischen Gemeinschaften im Internetzeitalter. Ein Beitrag: Warum Religion die Offline-Bindung auch in Zeiten der Digitalisierung braucht.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Fast jeder Mensch nutzt in unseren Breiten das Internet. Welche Rolle spielt die Digitalisierung für die muslimische Glaubensgemeinschaft?</strong></p>
<p>Es nimmt natürlich in unterschiedlicher Hinsicht eine große Rolle ein. Aus einer religiösen Perspektive sind beispielsweise mobile Anwendungen relevant. Heutzutage nutzen viele Muslime Koran- oder Gebetszeiten-Apps, die einen im Alltag unterstützen. Außerdem ist das Internet auch eine Quelle für Wissen. Es gibt zahlreiche Gelehrte, die mehr oder minder stark im Internet präsent sind, zu denen man sonst keinen Zugang hat. Das ist eine ganz neue Entwicklung, dass die Ulema <em>(islamische Rechts- und Gottesgelehrte, Anm. d. Red.)</em> jetzt nahbarer sind als sie es früher waren. Während die theologische Wissensweitergabe in früheren Zeiten hauptsächlich über interne Zirkel zwischen Gelehrten, Schülern und Imame stattfand, haben Gläubige heute direkten Zugriff auf Literatur, Videos und Audios von Gelehrten. Dieser offene Zugang ermöglicht es, die Inhalte besser zu reflektieren und zu diskutieren. Dies bereichert den Islam, denn schließlich basiert der Islam auf Argumentationen und nicht allein auf Dogmen und Hierarchien. Somit findet auch eine Art „Demokratisierung“ statt, wie es ursprünglich auch sein sollte und tritt so dem Trend der letzten Jahre entgegen, der sich besonders in der arabischen Welt gezeigt hat, dass religiöse Gelehrte sehr stark vom Staat vereinnahmt wurden. Nun können Gelehrte direkt mit der Gesellschaft kommunizieren.</p>
<p><strong>Nutzen angesehene Rechtsgelehrte aktiv die modernen Möglichkeiten des Internets? </strong></p>
<p>In der Tat. Bedeutende zeitgenössische Rechtsgelehrte nutzen zum Beispiel soziale Netzwerke, die meist durch offizielle Administratoren verwaltet werden. So werden wichtige Konferenzen später bei YouTube veröffentlicht und Vorträge sowie Vortragsreihen sind online für jeden zugänglich. Es gibt eine Schule in Tarim <em>(Jemen, Anm. d. Red.)</em>, an der der einflussreiche Großgelehrte Habib Umar bin Hafiz mitwirkt. Er pflegt einen eigenen <a href="https://twitter.com/habibomar" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitteraccount</a>, einen Blog mit wöchentlichen Gebeten und seine Lehrseminare werden als Livestreams übertragen. Das ist angesichts der herausragenden Stellung von Umar bin Hafiz etwas Besonderes, denn er verkörpert Spiritualität und religiöses Wissen in einer Person. Im deutschen Sprachraum sind Gelehrte, die die islamische Lehrerlaubnis <em>(Idschaza, Anm. d. Red.)</em> besitzen, diesbezüglich eher noch zurückhaltend und weniger präsent.</p>
<p><strong>Welche Bedeutung hat Ihrer Meinung nach das Internet für den durchschnittlichen Muslim in Deutschland?</strong></p>
<p>Ich denke nicht, dass das Internet bisher eine vorrangige Rolle spielt. Dies liegt an der Bevölkerungsstruktur der Muslime: Der überwiegend größte Teil der Muslime in Deutschland haben mit ca. 67% einen türkischen Migrationshintergrund. Der größte Islam- und Moscheeverband in Deutschland ist die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB). Demzufolge tritt die DITIP auch als maßgeblicher Akteur für islamische Bildung in Deutschland auf, gerade was die grundsätzlichen Glaubensfragen betrifft. Deswegen sind Wissensbestände hier schon vorhanden und natürlich wird Wissen auch von der älteren auf die jüngere Generation übertragen.</p>
<p>Ich glaube, dass das Internet dann eine vorrangige Stellung einnimmt, wenn alte und herkömmliche vermittelte Strukturen und Traditionen der bestehenden Gemeinden oder auch der Familie in Frage gestellt werden. Dies ist gegebenenfalls der Fall, wenn der Gläubige sich einem verstärkt literalistischen, also einem buchstäblichen Blick zuwendet und grundsätzliche Dinge nachfragen möchte. Hier, glaube ich, handelt es sich auch um eine Art Abgrenzungsverhalten, so dass die Suche im Internet dazu genutzt wird, um eine Antwort zu bekommen, die einem selbst eher passt oder die einem literalistischen Verständnis entspricht. Ein anderer Grund kann auch sein, dass jemand konvertiert ist und noch keine Moscheegemeinde gefunden hat. Hier kann das Internet dann als anfängliche Hauptinformationsquelle fungieren.</p>
<p><strong>„Scheich Google“ ist ein etwas scherzhaft gemeinter Begriff, der die Gewohnheit beschreibt, sich bei religiösen Meinungs- und Rechtsfragen verstärkt mit Hilfe der Suchmaschine zu informieren. Der Islamwissenschaftler Erdoğan Karakaya verweist in einem </strong><a href="http://diefontaene.de/scheich-google-der-neue-umgang-mit-religiosem-wissen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Artikel</strong></a><strong> auf die möglichen Defizite dieser Vorgehensweise. Er argumentiert, dass durch die technische Konzipierung von Suchmaschinen nicht nur relevante Wissensbestände verloren gingen, sondern diese Praxis auch zu oberflächlicher Wissensaneignung verleite. Wie stehen Sie zu diesen Thesen?</strong></p>
<p>Diesen beiden Thesen kann ich grundsätzlich zustimmen. Google erfasst nur das Surface Web, also das, was oberflächlich greifbar ist. Zudem werden Inhalte bevorzugt, die für die Suchmaschine beziehungsweise ihr Suchverfahren optimiert sind. Außerdem besitzen Suchmaschinen das paradigmatische Problem, dass der Eindruck entstehen kann, aus einer Frage entspringt eine Antwort. Somit wird meist kein komplexer Diskurs widergegeben, sondern eine spezielle Antwort. Doch meistens gibt es mehrere mögliche Antworten. So wie es im Islam der Fall ist, der an dieser Stelle durch die Meinungspluralität geprägt ist, und eben diese wird dann eingeschränkt. Ich sehe das größere Problem aber weniger bei Google als bei Facebook.</p>
<p><strong>Inwiefern? </strong></p>
<p>Weil Facebook für viele Nutzer der Inbegriff des Internets geworden ist. Sie realisieren nicht mehr, dass sie lediglich auf einer ganz bestimmten Plattform sind. Hier besteht in erster Linie das Problem eines großen Angebots an visualisierten und emotionalisierten Inhalten, welche einen „Informationssnack“ repräsentieren, sich nicht tiefer mit religiösem Wissen auseinandersetzen und somit keinen Diskurs zulassen. Likes und Kommentare haben meist nicht den Anspruch ausgeprägter islamisch-religiöser Dialoge.</p>
<p>Ein weiteres Problem ist, dass sich auf Facebook eine Reihe zwielichtiger Akteure befinden, deren Inhalte nicht aus informativen sondern propagandistischen Gründen geteilt werden und einen absoluten Wahrheitsanspruch fördern sollen. Tatsächlich generieren nicht religiöse Großgelehrte den höchsten Anteil an Content, vielmehr sind es ideologisierende Gruppen wie etwa der sogenannte Islamische Staat, die ein enormes Medienaufkommen pro Woche haben. Diese wollen jedoch rekrutieren und keinen religiösen Diskurs anregen. Und das ist auch das Hauptproblem von sozialen Netzwerken: sie eignen sich sehr gut für persuasive Kommunikation anstatt für einen reinen dialoghaften Informationsaustausch. Wer sich also wirklich auf die Suche nach religiösem Wissen macht, der sollte tiefer in das Internet eindringen oder auf die Fachliteratur zurückgreifen.</p>
<p><strong>Wie sieht die Situation in der Moscheegemeinde aus und wie lässt sich die Bedeutung der Internetkommunikation dort Ihrer Meinung nach beurteilen?</strong></p>
<p>Wenn ich von Sachsen ausgehe, dann ist meinem Empfinden nach das Internet noch ein Nebenkommunikationszweig. Die Hauptkommunikation findet noch immer zum Freitagsgebet statt, da sich dann die gesamte Gemeinde versammelt. Nach dem Gebet werden dann die Neuigkeiten ausgetauscht und Organisatorisches besprochen. Das heißt jedoch nicht, dass das Internet nicht genutzt wird. Es gibt WhatsApp-Gruppen oder Facebook-Gruppen von Gemeinden. Kommunikationsplattformen in sozialen Netzwerken benötigen zur Pflege allerdings allerhand Kapazitäten, die einzelne Moscheegemeinden meist nicht bewerkstelligen können. Daher setzen Gemeinden ehern auf die konventionelle Website und WhatsApp-Gruppen für interne Kommunikation. Dies ist aber ein ostdeutsches Phänomen. In Berlin und in den alten Bundesländern gibt es bereits sehr progressive Kommunikation auch via sozialer Netzwerke, da hier die Personalkapazitäten vorhanden sind sowie starke Netzwerke untereinander und mit zivilgesellschaftlichen Akteuren bestehen.</p>
<p><strong>Wie schätzen Sie die Onlinekommunikation als Mittel religiöser Beratung ein – oder etwas bildlicher gesagt: kommt der „Online-Imam“? Welche Perspektiven gibt es? </strong></p>
<p>Leider liegen mit keine empirischen Studien vor, die Auskunft darüber geben, wie sich die Internetkommunikation des Imams mit den Gläubigen gestaltet. Ich halte es persönlich auch nicht für erstrebenswert, einen „Online-Imam“ zu etablieren, denn schließlich ist der Imam auch eine Person, die in der Gemeinde an einem bestimmten Ort mit einem bestimmten Verständnis für die Sorgen der Menschen da sein sollte. Die interpersonale Kommunikation auf einer einfühlsamen vertrauensvollen Ebene funktioniert wohl am besten in einem bilateralen Gespräch.</p>
<p>Es hat sich aber gezeigt, dass gerade in Ostdeutschland aufgrund fehlender fester Strukturen im Vergleich zu Westdeutschland die Nachfrage nach Online-Inhalten mit religiösem Wissen gewachsen ist. Hier haben vor allem salafistische Gruppen diese Inhalte zur Verfügung gestellt. Ab dem Jahre 2005 gab es eine Zunahme der Aktivitäten derartiger Gruppierungen im Cyberspace. Es wurden alle möglichen Basics zu den verschiedenen Themen bereitgestellt, so etwa zum Thema Umgang mit dem Kopftuch bis hin zur Rolle von Gewalt. Das hauptsächliche Problem, was sich daraus ergibt – wie bereits erwähnt –, ist die absolute Deutungshoheit, die diese Gruppen über bestimmte Themen proklamieren. Das hat auch zu innermuslimische Konflikte in den Familien oder Moscheegemeinden geführt. Die Imame oder Laienprediger wurden somit in Frage gestellt und es kam zum Bruch in einem klassischen Autoritätsgefüge. Daher zählte in widerstreitenden Meinungsfragen nicht mehr die lokale Nähe der Gemeinde sondern die Nähe des Bildschirms. Die Veränderung des Umgangs mit religiösen Autoritäten aus dieser Perspektive ist sehr interessant. Ich glaube, dass das ein Trend ist, der aber wieder abnimmt. Der Fokus liegt darin, die internen Strukturen der Gemeinden zu verbessern, weil zwar der Content im Netz viele Informationen hergibt, aber vieles davon ist wenig lebenspraktisch. Bei wirklichen Problemen ist jeder auf die Menschen in der unmittelbaren Nähe angewiesen. Deshalb denke ich, lohnt es sich dort seine Zeit zu investieren.</p>
<p><strong>Sie erwähnen den Begriff Salafismus, eine Bezeichnung, welche auch in den Medien eine Zeit lang große Aufmerksamkeit erlangte. Viele Gruppen, die den Glauben sehr streng auslegen, bis hin zu einigen wenigen Hardlinern, die auch Gewalt propagieren, agieren durchaus professionell im Umgang mit den neuen Medien. Wie kann auf solche Phänomene reagiert werden?</strong></p>
<p>Gegen derartige Personen und Gruppierungen zu argumentieren ist an sich nicht besonders schwer. Viele Rechtsgelehrte tun dies mit Vorträgen, Büchern, aber auch mit Kampagnen in den sozialen Netzwerken. Allerdings stehen argumentative und propagandistische Funktionen der öffentlichen Kommunikation gegenüber. Die muslimischen Großgelehrten sind beispielsweise im Gegensatz zu dschihadistischen Ideologen nicht sonderlich erfolgreich in Propagandatätigkeiten. Gruppen wie der IS dagegen sind professionell in ihren Medienkampagnen und schaffen es bis in die Hauptnachrichtenkanäle. Das ist ein großes Problem, weil somit die Sichtweise derartiger Gruppen rezipiert wird. Gerade auch in Deutschland findet die Radikalisierung etwa durch solche Strömungen statt, die über soziale Netzwerke erfolgreich Anhänger werben und rekrutieren.</p>
<p>Ich denke, dass das, was der muslimische Mainstream im Internet bietet, sehr positiv ist. Es gibt mediale Intervention wie den Satire-Kanal „<a href="https://www.youtube.com/channel/UCF_oOFgq8qwi7HRGTJSsZ-g" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Datteltäter</a>“ auf Youtube, wo Muslime ihre persönlichen Erfahrungen und gesellschaftlichen Sichtweisen satirisch aufarbeiten. Oder das Poetry-Projekt „<a href="http://www.i-slam.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">i,Slam</a>“, welches zwar in erster Linie ein Offline-Projekt ist, aber auch im Internet Aufmerksamkeit bekommt. Es gibt aber auch große intellektuelle Auseinandersetzungen im Web.</p>
<p>Ich glaube ein Problem ist, dass das Internet dazu neigt Blasen zu bilden. Es ist daher schwierig die Blase derer, die den Mainstream verkörpern, mit der Blase extremistischer Verfechter zu vermischen, um eine inhaltliche Auseinandersetzung zu provozieren. Wenn diese Konfrontationen dann auf virtueller Ebene entstehen, kann allerdings auch die Gefahr der ideologischen Verfestigung der eigenen Positionen bestehen und ein weiterer Rückzug in das eigene Milieu. Ich denke daher, dass es sehr wichtig ist, die inneren Strukturen der muslimischen Community in der Offline-Welt zu stärken. Dort bestehen die besseren Möglichkeiten für Deradikalisierungs- und Präventionsmaßnahmen sowie für die Stärkung der Mitglieder im Allgemeinen. Die Mitte muss gestärkt werden, weil sie letztlich der Dreh- und Angelpunkt dafür ist, dass der Islam als vielfältige und pluralistische Religion gelebt wird. Deshalb sind Verantwortliche in Deutschland aktiv dabei, die Anerkennungsprozesse als Religionsgemeinschaft anzuregen, Religionsunterricht zu ermöglichen oder sich um Wohlfahrt, Jugendarbeit und Seelsorge zu kümmern. Wenn die Gemeinschaften in diesen Bereichen gestärkt werden, dann bekommen junge und ältere Muslime auch die medialen Kompetenzen, auf extremistische Propaganda angemessen zu reagieren. Außerdem können sie besser über ihre Probleme, Sorgen und Ängste sprechen. Das minimiert die Gefahr, sich aus einem Gefühl der Perspektivlosigkeit dem Extremismus zuzuneigen.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/rutty/414575393/in/photolist-CCNPB-a5gzwo-2dcEiL-86MJau-78TtoR-qJG7dC-e4RzUD-6SKggu-61Zsfp-ahgnYT-5VozQs-5VRJBz-5NuTmF-fopiD9-ddGJkj-nugSje-pXuspY-89wXAL-9dyZwd-bCP9gc-64s2TE-9duG6r-89tyaX-by4w1n-6Rrh2Q-6Rnd2X-fBVJee-6eoZA6-86Jwqz-4XHpYP-624ENh-61Zsb6-5RdZ7V-n82VyM-6p1BA9-8A7XhM-4PXpfd-5jzpoV-icin7B-uWw8H-2RAWgo-6Dn1sk-89tCb6-hWgGyj-8iQwiC-4V4v5v-89tode-6QSQWs-89wwb9-86Jwzk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dave Rutt</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC 2.0)</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Das digitale Wir &#8211; Unser Weg in die transparente Gesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2015 08:22:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ></p>
<p>NSA-Überwachungsskandal, Big Data oder der Arabische Frühling. In seinem neuen Buch &#8220;Das digitale Wir&#8221; widmet sich der ehemalige Bundesbeauftragte für den Datenschutz Peter Schaar den Auswirkungen von Internet und Digitalisierung auf Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, aber auch der Ausgestaltung der derzeitigen Informations- und Transparenzgesellschaft und ihrer Entwicklung.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Shoppen in einem großen Einkaufszentrum. Supermärkte, Fachgeschäfte mit den verschiedensten Waren, aber auch Banken, Spielhallen und gemütliche Bars, die zum Verweilen und Freunde treffen einladen. Sehr viel ist dort umsonst zu haben. Nur eine einzige Gegenleistung verlangen alle Geschäfte: Eine freundliche Servicekraft notiert alle privaten Daten am Eingang. Grundlegendes wie Name, Adresse und Beziehungsstatus bis zu Intimsten wie die sexuelle Präferenz. Gerne auch mit Kopie des Personalausweises und des Adressbuchs. In der realen Welt würde das kein Kunde über sich ergehen lassen. Im Internet ist das selbstverständlich. Mit diesem Bild zeigt Peter Schaar in &#8220;Das digitale Wir&#8221; deutlich, welcher Überwachung sich die Menschen im Internet aussetzen und welche Daten sie dort äußerst freiwillig preisgeben.</p>
<p>Schaar befasst sich in seinem Werk mit der Entwicklung des Internets. Zu Beginn der Digitalisierung gingen einige Menschen noch von einem herrschaftsfreien Raum aus, der Gleichheit für alle mit sich brächte. Der anfängliche Traum von Freiheit und Selbstbestimmtheit durch und im Internet hat sich verflüchtigt. Der öffentlich zugängliche Bereich des Internets wird von einigen großen Konzernen kontrolliert, die den Nutzern verlockende Angebote präsentieren, doch auch ihre Monopolstellung vielfältig ausnutzen.</p>
<h3>Digitales &#8220;Wir&#8221; gegen digitales &#8220;Ich&#8221;</h3>
<p>Mit der Entwicklung hin zu einer Big Data Gesellschaft und des &#8220;Internet of Things&#8221; über die Sharing Economy und den ausgerufenen Siegeszug des schnellen Geldes mit dem schnellen Netz und der Rechenleistung beschreibt Schaar die Ergebnisse der Digitalisierung. Darüber hinaus zeigt er die Folgen der scheinbaren omnipräsenten Transparenz auf die Einzelperson und vom Netz zur analogen Welt auf.</p>
<p>Durch das ganze Buch zieht sich die Einstellung des Datenschützers und ehemaligen Bundesbauftragten für den Datenschutz Peter Schaar, die sich auch im Untertitel wiederfindet: &#8220;Der Weg in eine Transparente Gesellschaft&#8221;. Gegen eine einseitige Transparenz, nämlich die des Nutzers. Für ihn steht fest: Es darf nicht beim gläsernen Bürger und Staat gegen intransparente Internetkonzerne bleiben. Der scheinbaren Freiheit von Informationen und Beteiligungsmöglichkeit stehen Internetmonopolisten wie Google und Facebook entgegen, die durch ihre geheimgehaltenen Algorithmen die Suchergebnisse beeinflussen und sogenannte Filterblasen generieren, ohne dass staatliche Institutionen oder die Nutzer Einfluss auf die Ergebnisse hätten.</p>
<h3>Wie politisch auf das Internet reagieren</h3>
<figure id="attachment_147238" aria-describedby="caption-attachment-147238" style="width: 198px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Das-digitale-Wir-Cover.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-147238" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Das-digitale-Wir-Cover-305x466.jpg" alt="" width="198" height="302" /></a><figcaption id="caption-attachment-147238" class="wp-caption-text">Schaar, Peter: Das digitale Wir &#8211; Unser Weg in die transparente Gesellschaft. Verlag: Körber-Stiftung, 224 Seiten, 17,00 Euro (D), 2015, ISBN: 978-3-89684-168-1</figcaption></figure>
<p>Der Datenschützer spart auch nicht mit Kritik an der Politik. So an der amerikanischen Regierung, die Anfang 2010 für eine unbeschränkte Nutzung von elektronischen Medien eintrat und die &#8220;Internetfreiheit&#8221; zu einer Priorität der amerikanischen Politik erklärte. Kurze Zeit später veröffentlichte die Enthüllungsplattform WikiLeaks diplomatische Depeschen und militärische Dokumente, die der US-Gefreite Bradley (Chelsea) Manning an sie weitergegeben hatte. Für die Weitergabe der Informationen wurde er zu 35 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Auch die politische Landschaft und Gesellschaft hat sich durch das Internet gewandelt. Viele Politiker nutzen Social Media, um den Kontakt zu den Wählern auch außerhalb des Wahlkampfes zu halten. Offen bleibt jedoch die Frage des Umgangs mit dem Datenschutz, insbesondere bei Firmen mit Sitz und Servern außerhalb der EU.</p>
<p>Das Internet bietet neue Möglichkeiten. Für den Journalismus, der neue Absatzmärkte aber auch neue Arten des Schreiben entwickelt. Für die Zivilgesellschaft, die sich scheinbar vielfältiger durch offeneren Informationszugang und Online-Petition beteiligen kann. Aber auch für die Politik, die das Neuland erkunden und durch Online-Wahlen und staatlicher Social Media Auftritte die Bürger zur Beteiligung und Erhöhung der Wahlbeteiligung anregen möchte. All diese Ansätze und Entwicklungen führt Peter Schaar an, beschreibt aber auch deren Probleme.</p>
<h3>Der &#8220;Arabische Frühling&#8221; ohne Social Media?</h3>
<p>Vor dem sogenannten &#8220;Arabischen Frühling&#8221; zeigte die &#8220;Twitter-Revolution&#8221; im Iran bereits 2010, welche Wege das Internet dem Protest ermöglichte. Viele Protest-Teilnehmer mobilisierten und vernetzten sich über Mobiltelefone und das Internet, besonders über den später namensgebenden Kurznachrichtendienst. Dort wurde in den Folgejahren in Tunesien und Ägypten Facebook genutzt, um die Rebellion aufrecht zu erhalten und Bilder und Informationen unter der Regimesperre zu teilen. Schaar bezieht dazu kritisch Position: Die Wirkung des Internets würde überschätzt, &#8220;wenn [&#8230;] eine Art Automatismus zwischen der Zugänglichkeit von Facebook, Twitter &amp; Co. und dem Erstarken der Opposition gegen undemokratische Regierungen hergestellt wird.&#8221;</p>
<h3>Lasst niemanden zurück!</h3>
<p>Abschließend wagt Schaar einen Blick in die Zukunft. Zusammenfassend, auch für das gesamte Buch, lässt sich der letzte Satz als Apell verstehen: &#8220;Niemand darf zurückbleiben!&#8221; Auch wenn er im letzten Kapitel, im Gegensatz zu den fundierten Ausführungen der vorherigen Kapitel, eher kurzangebunden bleibt, so zeigt er doch eindringlich auf, dass das Internet und die Digitalisierung einen aktiven Gestaltungswillen der Politik und Gesellschaft brauchen, um digitale Gleichberechtigug für alle, Machtbegrenzung von Monopol-Firmen, aber auch der Sammelwut der staatlichen Institutionen, zu erreichen.</p>
<p>Das Buch ist sehr lesenwert, da Peter Schaar auf 200 Seiten auch für Nicht-Netzaktivisten verständlich und unterhaltsam die Entwicklung des Internets, dessen Chancen aber auch die Gefahren für die Zivilgesellschaft, Politik und Einzelpersonen ausführt. Seine Aussagen und Beschreibungen untermauert der Datenschützer wissenschaftlich mit vielseitigen Quellen. Dabei zögert er nicht, neben Kritik an den Unternehmen und Politik auch eigene Fehler oder falsche Prognosen der Netzgemeinschaft aufzuzeigen.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/75279887@N05/6914441342" target="_blank" rel="noopener noreferrer">luckey_sun</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC 2.0)</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Aus dem Leben eines Netzaktivisten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Teresa Keil]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Oct 2015 08:08:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzaktivist]]></category>
		<category><![CDATA[Neustart]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[digital]]></category>
		<category><![CDATA[Arabischer Frühling]]></category>
		<category><![CDATA[Depressionen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Vom Außenseiter zum Netzaktivisten: Die Geschichte von Stephan Urbach scheint idealtypisch zu verlaufen. Doch die schreckliche Realität eines Bürgerkrieges wirft [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Neustart-Teaser.jpg"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-147204 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Neustart-Teaser.jpg" alt="Neustart-Teaser" width="640" height="280" /></a>Vom Außenseiter zum Netzaktivisten: Die Geschichte von Stephan Urbach scheint idealtypisch zu verlaufen. Doch die schreckliche Realität eines Bürgerkrieges wirft ihn in tiefe Depressionen. In &#8220;.NEUSTART&#8221; erzählt der Autor seine düstere Geschichte zwischen Idealismus und Selbstmordplänen.</p>
<p>„Meine Geschichte ist eine Geschichte, wie sie immer wieder vorkommt. Durch Zufall findet ein junger Jemand eine Aufgabe, nach der er sich so lange gesehnt hat. Eine Aufgabe, die ihm die Freiheit gibt, etwas gestalten zu können. Eine Aufgabe, die nicht konsumfördernd ist, sondern Seelenfutter. Er stürzt sich in diese Aufgabe mit aller Energie, weil sie so wertvoll ist, weil es selten ist, dass man solch eine überwältigende Aufgabe findet. Wer etwas mit Liebe tut, der läuft Gefahr, sich zu erschöpfen und daran womöglich zu zerbrechen.“</p>
<h3>Vom Außenseiter zum Aktivisten</h3>
<p>Stephan Urbach kommt aus einer Hessischen Provinz und beschreibt sich als den typischen Außenseiter. Jemand der nicht wirklich dazu gehört und dann anfängt, sich selbst abzugrenzen. Mit Büchern und Rollenspielen schottet er sich von der Außenwelt ab – Ende der Achtziger bekommt er seinen ersten Computer. Mit diesem revolutionären Gerät macht er zwei wichtige Erfahrungen: Freiheit und das Gefühl, Baumeister einer neuen Welt zu sein.</p>
<p>Schon in der frühen Phase der Oberschule fängt Urbach an, sich über politische Ereignisse in der Welt zu informieren und eine gewisse Frustration aufzubauen.</p>
<p>Mit dem Zugang zum Internet ändert sich plötzlich viel in Urbachs Leben. Die Gleichheit aller Menschen im Netz wird dem Protagonisten heilig und führt ihm vor Augen, was wirklich wichtig für ihn ist. Die Rolle des Internets für die gesamte Gesellschaft und vor allem für die Demokratie bewegt Urbach dazu, der Piratenpartei und später den Netzaktivisten Telecomix beizutreten. Er beginnt, ein Leben zwischen Zigaretten, Kaffee, Bier und Internet zu führen, ist regelrecht angefixt von der Hektik und den schlaflosen Nächten.</p>
<h3>Vom Arabischen Frühling in die tiefe Depression</h3>
<figure id="attachment_147195" aria-describedby="caption-attachment-147195" style="width: 198px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Urbach_Neustart.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-147195" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Urbach_Neustart-305x464.jpg" alt="" width="198" height="301" /></a><figcaption id="caption-attachment-147195" class="wp-caption-text">Urbach, Stephan: .NEUSTART &#8211; Aus dem Leben eines Netzaktivisten. Verlag: Droemer Knaur, 256 Seiten, 12,99 Euro (D), 2015, ISBN: 978-3-426-78729-8</figcaption></figure>
<p>Im Jahr 2010 beginnen die ersten Proteste in den arabischen Ländern, breiten sich von Tunesien über Ägypten, Libyen und weitere Länder aus. Urbach beobachtet mit anderen so genannten Agenten von Telecomix die Ereignisse bis zu dem Tag, an dem Ägyptens Staatschef Mubarak das Internet im ganzen Land lahm legt. Für diejenigen, denen das Internet ein heiliger Ort der Selbstentfaltung ist, darf dieser Akt nicht einfach tatenlos akzeptiert werden. Schnell wird klar, das Internet spielt nicht nur in ihrer Welt eine große Rolle, für die Proteste in den arabischen Ländern ist das Internet der Grundbaustein, um sich zu organisieren und aktuelle Geschehnisse in die Welt zu tragen.</p>
<p>Telecomix beschließt kurzerhand, mit alten Modems wieder eine Verbindung für das Land herzustellen und die Widerständler so zu unterstützen. Diese Aktion bleibt nicht unbemerkt und dankbare Aktivisten und interessierte Journalisten kontaktieren Telecomix, aber auch Drohungen erreichen die Gruppe.</p>
<p>Als dann ein befreundeter Syrer während eines Skypegesprächs vor Urbachs Augen erschossen wird, überfällt ihn die schon immer da gewesene Depression wie nie zuvor. Aller Sinn aus Urbachs Leben verschwindet – er plant seinen Selbstmord.</p>
<p>Ein Gedanke kann Urbach von seinem Vorhaben abbringen: Er will seine Geschichte erzählen, nur wenn Geschichten erzählt werden, können sie etwas ändern.</p>
<h3>Schonungslos ehrlich</h3>
<p>NEUSTART ist ein Buch, das hemmungslos ehrlich von einem Leben erzählt, in dem es um so vieles und eigentlich nur um eines geht: diese Welt zu verstehen, zu verändern und daran eben nicht zugrunde zu gehen. Stephan Urbach ist Nerd, Sohn, Mitbewohner, Politiker und Freund, aber vor allem eins: Aktivist. Er erlebt hautnah einen hoch politischen Umschwung, trägt selbst dazu bei, durchlebt Höhen und Tiefen eines Aktivisten – und das alles übers Internet. Dieses Buch ist definitiv lesenswert, es verschafft einen Einblick in Gedanken, die normalerweise verschlossen bleiben. Es berührt und erschreckt, denn schonungslos beschreibt der Autor seine Empfindungen, die größtenteils alles andere als schön sind. Und dennoch, oder wahrscheinlich gerade darum fühlt sich diese extreme und surreale, aber eben doch geschehene Geschichte so echt an und zeigt uns, was Aktivismus erreichen kann.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/gigiibrahim/7158199775" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gigi Ibrahim </a><a class="external" href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC 2.0)</a></p>
<div>
<div> <img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Code Week 2015: Spielerisch programmieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Oct 2015 14:21:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Gesche Joost]]></category>
		<category><![CDATA[Code Week]]></category>
		<category><![CDATA[Design Research Lab]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[digital]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch dieses Jahr möchte die Code Week zwischen dem 10. und 18. Oktober europaweit die digitale Bildung vorantreiben und Kindern [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="western" style="text-align: left" align="JUSTIFY"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Code-Week-2015.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-147157 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Code-Week-2015.jpg" alt="Code Week 2015" width="640" height="280" /></a>Auch dieses Jahr möchte die Code Week zwischen dem 10. und 18. Oktober europaweit die digitale Bildung vorantreiben und Kindern und Jugendlichen den Spaß am Programmieren zeigen. Unter der Schirmherrschaft der Berliner Professorin Gesche Joost dürfen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei unterschiedlichsten Workshops spielerisch an Software und Hardware herantasten.</p>
<p class="western" style="text-align: left" align="JUSTIFY">Programmcodes zur Steuerung der digitalen Welt sind heute ein selbstverständlicher Teil des Lebens. Wer sie beherrscht, so die Veranstalter der <a href="http://www.codeweek.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Code Week</a>, kann die Zukunft selbst kreativ mitgestalten. Aus diesem Grund werden vor allem Kinder und Jugendliche im Rahmen der Code Week 2015 zwischen dem 10. und 18. Oktober an das Programmieren herangeführt. Sowohl Privatpersonen, Hacker-Gruppen als auch Unternehmen können im Rahmen der Code Week Events vor Ort planen und das Sponsoring übernehmen, um den Kindern Spaß an digitaler Technik zu vermitteln. Dabei soll vor allem auch die weitergehende Beschäftigung mit dem Thema über die Code Week hinaus gefördert werden. Unter anderem stellen die Veranstalter die während der Events erstellten Baupläne online und verleihen einen eigenen Code Week Award für besonders nachhaltige pädagogische Workshop-Konzepte. Dotiert wird die Auszeichnung mit Preisen zwischen 5.000 und 10.000 Euro.</p>
<p class="western" style="text-align: left" align="JUSTIFY">Der offizielle Startschuss für die Code Week Deutschland fällt am 10. Oktober ab 10 Uhr mit einem zentralen Kick-Off Event im Fab Lab Berlin, bei dem es auch Live-Schalten zu den anderen Kick-Offs in Aachen, Bremen, Hamburg, Ulm, Darmstadt und Mainz geben wird. Mitmachen kann jeder ab sechs Jahren, seien es Kinder, Eltern oder Lehrer. Vorkenntnisse sind für die verschiedenen Events nicht vonnöten. Beim Kick-Off Event in Berlin können die Teilnehmer bis 17 Uhr unter anderem eigene Action-Figuren mit 3D-Druckern herstellen, Spiele programmieren oder an Elektronik basteln. Die Code Week soll ein wichtiges Zeichen für die Förderung digitaler Kompetenzen setzen und die bestehenden Initiativen in Deutschland vernetzen. Eine Liste aller Events in Deutschland finden Sie <a href="http://events.codeweek.eu/search/?country_code=DE&amp;past=no" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</p>
<h3 class="western" style="text-align: left" align="JUSTIFY">Deutsche Internetbotschafterin als Schirmherrin</h3>
<p class="western" style="text-align: left" align="JUSTIFY">Die Code Week ist eine europaweite Initiative, die vor zwei Jahren von der ehemaligen EU-Kommissarin für Digitale Agenda Neelie Kroes ins Leben gerufen wurde. Letztes Jahr kam die Code Week dann auch zum ersten Mal nach Deutschland. Schirmherrin der deutschen Workshops ist die Professorin Gesche Joost, die in Berlin an der Universität der Künste Designforschung lehrt. Das von Gesche Joost geleitete „<a href="http://www.design-research-lab.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Design Research Lab</a>“ der Berliner Universität der Künste steht den Veranstaltern bei der Durchführung der Workshops beratend und vernetzend zur Seite.</p>
<p class="western" style="text-align: left" align="JUSTIFY">Seit März 2014 ist Gesche Joost Internetbotschafterin der Bundesregierung und steht ihr beratend bei der Weiterentwicklung der Digitalen Agenda zur Verfügung. Die Code Week soll spielerisch in ein relativ ernstes Thema einführen, so die Professorin. Deutschland hinke bei der Vermittlung von digitalen Kompetenzen noch deutlich hinterher.</p>
<p class="western" style="text-align: left" align="JUSTIFY">Im letzten Jahr zählte die Code Week europaweit über 150.000 junge Teilnehmer und 3.000 Workshops. In Deutschland gab es insgesamt 68 Workshops in 21 Städten, an denen knapp 3.000 Kinder und Jugendliche teilgenommen haben.</p>
<p class="western" style="text-align: left" align="JUSTIFY">Bild: <a href="http://www.udk-berlin.de/sites/content/themen/aktuelles/index_ger.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Universität der Künste Berlin</a>, <a href="http://www.design-research-lab.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Design Research Lab</a></p>
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		<title>Google fördert erstmals digitale Projekte in Deutschland</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/google-foerdert-erstmals-digitale-projekte-in-deutschland-147136/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Livia Helbing]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2015 08:53:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[Organisationen]]></category>
		<category><![CDATA[digital]]></category>
		<category><![CDATA[Google Impact Challange]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit Spenden in Millionenhöhe fördert Google Initiativen und Projekte zur digitalen Weiterentwicklung in Deutschland. Jeder dritte Deutsche engagiere sich ehrenamtlich, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Google-Impact-Challenge.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-147137" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Google-Impact-Challenge.jpg" alt="Google Impact Challenge" width="640" height="280" /></a>Mit Spenden in Millionenhöhe fördert Google Initiativen und Projekte zur digitalen Weiterentwicklung in Deutschland.</p>
<p>Jeder dritte Deutsche engagiere sich ehrenamtlich, doch „nur wenige reizen dabei die Möglichkeiten des Internets und anderer digitaler Dienste voll aus“, so der Chef von <a href="https://www.google.de/">Google</a> Deutschland und Zentraleuropa Philipp Justus. Das möchte der Konzern Google gemeinsam mit <a href="https://www.betterplace.org/de/fundraising-events/bloggerfuerfluechtlinge">betterplace.org</a> durch einen Wettbewerb mit hohen Preisgeldern fördern. Das Programm richtet sich an Vereine und gemeinnützige Organisationen. Diese sollen ermutigt werden, innovative und digitale Ideen zu entwickeln, die einerseits einen Mehrwert für die Gesellschaft haben und andererseits den Verein selbst fördern.</p>
<h3>Preisgelder im Wert von 3,75 Millionen Euro</h3>
<p>Viele Organisationen in Deutschland setzen bereits auf digitale Lösungen, z. B. Apps, Livestreaming-Angebote oder zur Spendenkoordination. Dennoch gibt es hier Verbesserungspotential, weswegen Google den Wettbewerb dieses Jahr erstmals auch in Deutschland veranstaltet. Unter der Schirmherrschaft der Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig sollen insgesamt 3,75 Millionen Euro Preisgelder an engagierte Freiwillige vergeben werden. Davon werden 10.000 Euro an hundert lokale und regionale Initiativen vergeben. Die sogenannten „Leuchtturm-Projekte“ sind ambitionierter, größer und agieren nicht nur lokal, sondern bringen ihre Ideen bundesweit, europaweit oder sogar global voran. Hiervon sollen insgesamt neun Organisationen mit jeweils 250.000 Euro prämiert werden. Darüber hinaus wird es ein besonders herausragendes Projekt geben, das mit 500.000 Euro belohnt wird.</p>
<p>Die erste Bewerbungsphase des Wettbewerbs hat am 22. September begonnen und läuft noch bis zum 18. Oktober. Unter <a href="http://g.co/EureIdee">g.co/EureIdee</a> kann die in nur 40 Wörtern zu beschreibende Idee eingereicht werden. Folgende Kriterien müssen für die Bewerbung erfüllt werden:</p>
<ol>
<li><strong>Bedeutung für die Gemeinschaft:</strong> Das Projekt wirkt sich positiv auf die Lebenssituation einer lokalen oder größeren Gemeinschaft aus oder unterstützt Organisationen in ihrer alltäglichen Arbeit.</li>
<li><strong>Innovation:</strong> Das Projekt nutzt digitale Hilfsmittel oder einen kreativen Ansatz, um ein bisher ungelöstes Problem zu beheben.</li>
<li><strong>Realisierbarkeit:</strong> Das Projekt kann erfolgreich von der sich bewerbenden Organisation durchgeführt werden.</li>
<li><strong>Reichweite:</strong> Das Projekt hat das Potenzial, ein Vorbild für andere Gemeinschaften oder Organisationen zu sein oder einer großen Anzahl von Menschen zu helfen.</li>
</ol>
<h3>Neben Jury entscheidet auch Online-Voting</h3>
<p>Eine Jury wird bis Anfang November darüber entscheiden, ob die Teilnehmer es in die zweite Runde des Wettbewerbs geschafft haben. Neben der Internetbotschafterin Gesche Joost sowie der Wirtschaftsexpertin Ann-Kristin Achleitner sitzen u.a. die ehemalige Tennisspielerin Steffi Graf und der Fußballtorhüter Manuel Neuer in der Jury. Zusätzlich entscheidet ein öffentliches Online-Voting über die Gewinner. Zu den Preisgeldern stellt Google Sachleistungen zur Verfügung, sodass das Volumen des Förderprogramms bei insgesamt 4 Million Euro liegt. Google hat seit 2013 über 20 Millionen Euro in gemeinnützige Organisationen investiert.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/thomashawk/84295294/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thomas Hawk</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC 2.0)</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png?resize=305%2C53" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Digitale Willkommenskultur</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/digitale-willkommenskultur-146554/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Livia Helbing]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Aug 2015 09:32:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[digital]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Willkommenskultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Zahlreiche Online-Initiativen erzeugen eine Willkommenskultur für Asylsuchende in Deutschland. Allerdings kommt es auch immer öfter zu Diffamierungen und gezielten Fehlinformationen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/10329928973_8a02d57c58_z.jpeg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-146557 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/10329928973_8a02d57c58_z.jpeg" alt="10329928973_8a02d57c58_z" width="640" height="280" /></a>Zahlreiche Online-Initiativen erzeugen eine Willkommenskultur für Asylsuchende in Deutschland. Allerdings kommt es auch immer öfter zu Diffamierungen und gezielten Fehlinformationen über Flüchtlinge, die Ressentiments gegen Asylbewerber erzeugen sollen. Auch hierfür ist das Internet eine Plattform. Hilfs-Initiativen lassen sich davon aber nicht abschrecken und sind dennoch zahlreich zu finden. politik-digital.de stellt einige Online-Initiativen vor, die Flüchtlingen bei der Integration helfen können.</p>
<p>Laut dem UNHCR ist ein Flüchtling eine Person, die wegen ihrer „Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung eine wohlbegründete Furcht vor Verfolgung hat“. Flüchtlinge sind Menschen in Not, die keinen anderen Ausweg sehen als ihre Heimat zu verlassen. Eine Heimat, die sie lieben und nur schweren Herzens hinter sich lassen, um sich auf eine oftmals lebensgefährliche Reise zu begeben.</p>
<p>Die hohe Zahl an Flüchtlingen hat sich zu einer enormen Herausforderung für Europa entwickelt. Insbesondere betroffen sind Staaten wie Griechenland oder Italien. Auch Deutschland muss einen Weg finden, richtig mit der Situation umzugehen. Doch was ist „richtig“? Im Jahr 2014 stellten 172.945 Flüchtlinge einen Asyl-Erstantrag in Deutschland. Damit liegt Deutschland absolut gesehen vorne im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Relativ zur Einwohnerzahl liegt Deutschland mit 2,1 Asylbewerbern auf 1000 Einwohner jedoch hinter Staaten wie beispielsweise Schweden mit 7,8 Asylbewerbern auf 1000 Einwohner.</p>
<p>Dennoch streiten sich zurzeit die Geister darüber, wie die Politik mit dieser komplizierten Situation umgehen soll. Während die einen am liebsten allen Flüchtlingen Asyl gewähren würden, hätten andere am liebsten schon überall Zäune, um nur ja keine „Schmarotzer“ vor der eigenen Haustüre zu haben. So auch im Netz. Zahlreiche Online-Initiativen für Flüchtlinge tragen zur deutschen Willkommenskultur bei. Das macht Hoffnung. Wie immer gibt es jedoch auch die Kehrseite, die uns Tag für Tag am gesunden Menschenverstand unserer Mitbürger zweifeln lässt.</p>
<h3>Online Flüchtlinge begrüßen</h3>
<p>„1000 mal Willkommen“ möchte Lutz Staacke Asylsuchenden sagen. Daher startete er den gleichnamigen <a href="http://1000malwillkommen.tumblr.com/ask" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a> als Reaktion auf ausländerfeindliche Attacken auf Flüchtlingsheime. „Wer Flüchtlinge willkommen heißen mag, ist herzlich eingeladen mitzumachen“. Die Idee eines Selfie, auf dem Menschen ein Schild mit freundlichem Willkommensgruß in den Händen halten, stieß auf positive Reaktionen. Knapp 100 von gewünschten 1.000 Selfies wurden bereits gepostet. Mitmachen kann man auch auf Twitter unter #1000malwillkommen.</p>
<p>Zugang zum Internet – eine Selbstverständlichkeit im 21. Jahrhundert? Nicht so für Flüchtlinge. Flüchtlinge, die ein Smartphones besitzen, haben in der Regel keinen Datentarif, der ihnen Zugang ins Netz verschafft. Durch entsprechende Ausbesserungen in Asylunterkünften wäre Flüchtlingen kostenloser Kontakt zu Angehörigen möglich, sie könnten Informationen über die neue Stadt sammeln, sich z. B: auf der <a href="http://www.workeer.de/">Online-Jobbörse</a> für Flüchtlinge umsehen und auf lokale Informationsangebote sowie Informationen aus der Heimat zugreifen.</p>
<p>Um dieses Ziel von freien, unabhängigen und nichtkommerziellen Computerfunknetzen zu erreichen, hat <a href="http://freifunk.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freifunk.net</a> eine Idee entwickelt. Freifunk-Nutzer können Flüchtlingen ihre WLAN-Router über ein sogenanntes Mesh-Netzwerk zur Verfügung stellen. So werden Flüchtlinge aus ganz Deutschland über zahlreiche Freifunk-Gruppen vernetzt. Obwohl die Bürokratie dem Projekt immer wieder Grenzen setzt, konnte die Freifunk-Initiative schon in vielen deutschen Städten aktiv werden.</p>
<h3>Wenn das Radio zur Sammelstation wird</h3>
<p>Das Internetradio <a href="http://detektor.fm/blog/spendenaufruf-deutschunterricht-und-hilfe-fuer-fluechtlinge" target="_blank" rel="noopener noreferrer">detektor.fm</a> setzt bei seiner Initiative beim Grundproblem der Integration an: der deutschen Sprache. Für das Projekt “Deutsch für Asylbewerber_innen” der Leipziger Gruppe des Vereins Weitblick rief der Sender kürzlich zu Spenden auf und erklärte sein Studio bis zum 14. August zur offiziellen Sammelstation. Begrüßt wird alles, was beim Lernen hilft: Wörterbücher, Stifte, Schulmaterial, Rucksäcke, Möbel und Bücher. Doch auch Tickets für den Nahverkehr, Kleidung, Hygieneartikel, Baby- und Kinderprodukte u.v.m. – und weitere Freiwillige sind hilfreich. Das Projekt besucht Heime im Leipziger Umland und Familien in Wohnungen, wo die Gruppe kostenlosen Deutschunterricht gibt und Hilfe bei Alltagsproblemen leistet. Wer es nicht mehr rechtzeitig zum Sender schafft, kann das Projekt auch finanziell unterstützen.</p>
<p>Obwohl sich Länder und Kommunen große Mühe geben, sind Flüchtlingsheime oftmals überfüllt, unzureichend ausgerüstet und fremdenfeindlichen Angriffen ausgesetzt. Die Aktion <a href="http://www.fluechtlinge-willkommen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Flüchtlinge Willkommen“</a> möchte geflüchtete Menschen aus dieser misslichen Lage befreien und in Wohngemeinschaften unterbringen. Freiwillige können ihr freies Zimmer auf die Homepage stellen Anschließend stellt das Projekt den Kontakt zur asylsuchenden Person her. Für die Miete müssen weder die Mieter selbst noch die Anbietenden aufkommen. Stattdessen wird sie u.a. durch Mikrokredite oder Crowdfunding finanziert. Erfolgreich vermittelt werden konnte beispielsweise der Flüchtling Sebastian, der als evangelischer homosexueller Christ nicht im Iran leben konnte. Der Medizinstudent lebt nun mit Jan in einer WG in Berlin. Zu seinem Glück, so sagt er, fehle ihm nur noch eine Aufenthaltsgenehmigung, um wieder studieren zu können.</p>
<h3>Jobbörse für Flüchtlinge</h3>
<p>Geflüchtete Menschen mit Aufenthaltsgenehmigung dürfen eine Arbeitserlaubnis beantragen. Für geduldete Menschen gilt das Gleiche, jedoch unter gewissen Zugangsbedingungen. Leider ist es für Flüchtlinge dennoch sehr schwierig Arbeit zu finden. In der Regel können sie die Sprache kaum, ihre Ausbildungen werden in Deutschland nicht anerkannt und Arbeitgeber sind ihnen gegenüber skeptisch gesinnt. <a href="http://www.workeer.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">workeer.de</a> bietet eine Ausbildungs- und Arbeitsplatzbörse, die sich speziell an Flüchtlinge richtet. Es können Praktika, Ausbildungsplätze und feste Arbeitsstellen angeboten werden von Arbeitgebern, die Flüchtlingen bewusst eine Chance bieten wollen.</p>
<p>Erfreulicherweise gibt es viele Menschen, die nicht nur Verständnis für Flüchtlinge aufbringen, sondern auch aktiv helfen wollen. Oftmals fällt die Entscheidung jedoch schwer, welche Initiative man unterstützen will. Der Blog <a href="http://wie-kann-ich-helfen.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie-kann-ich-helfen.info</a> stellt Hilfsprojekte vor, die aus der Bevölkerung gemeldet werden oder die die Bloggerin der Seite, Birte Vogel, selbst recherchiert. Die Seite bietet eine Übersicht aller möglichen Projekte sowie die passenden Links, Zeitungsartikel oder Facebook-Seiten dazu.</p>
<h3>Fehlmeldungen über Flüchtlinge</h3>
<p>Dass uns das Internet heutzutage eine Plattform bietet, um unsere Meinung kundzutun und Menschen zu helfen, ist eine tolle Entwicklung. Oft wird es jedoch missbraucht. Mit einer perfiden Strategie versuchen Hetzer aktuell Flüchtlinge im Netz zu diffamieren. Es ist ihnen ein Dorn im Auge, wenn positive Meldungen über Asylanten veröffentlicht werden. Auf ihren fremdenfeindlichen Blogs und Facebook-Seiten setzen sie deswegen auf Desinformation. Ganz bewusst werden positive Berichte lanciert, in denen Asylbewerber beispielsweise Portemonnaies oder Reisekoffer finden und diese anschließend an ihre Besitzer zurückgeben. Die Geschichten beruhen allerdings fast nie auf wahren Begebenheiten. Sie sollen später als Falschmeldung entlarvt und so als „Beweis“ für vermeintliche „Asylpropaganda“ verwendet werden.</p>
<p>Auf dem islamfeindlichen Blog „Politically Incorrect“ finden sich dann zum Beispiel Berichte über die deutsche „Lügenpresse“, die „die Massenansiedlung von kulturfremden jungen Männern schmackhaft“ machen möchte. Eine absurde Verdrehung von Tatsachen, die zum einen Ressentiments gegen Asylbewerber erzeugt und zum anderen das Vertrauen in die objektive Berichterstattung deutscher Medien zerstört.</p>
<p>Neben derartigen Meldungen ist es dennoch beeindruckend, wie viele Menschen sich um das Wohl der Asylsuchenden sorgen. Dieser Artikel stellt nur eine grobe Auswahl dar von all den Initiativen, die tatsächlich im Internet zu finden sind. Allein auf der Seite <a href="http://wie-kann-ich-helfen.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie-kann-ich-helfen.info</a> sind unzählige Optionen aufgelistet, sich aktiv für Flüchtlinge einzusetzen. Von fremdenfeindlichen Blogs sollten sich weder Flüchtlinge nach ihrer Ankunft, noch wir als Deutsche einschüchtern lassen.</p>
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<h3>Update vom 24.08.2015</h3>
<p>Neben den bereits genannten, möchten wir zwei weitere Online-Hilfsprogramme für Flüchtlinge vorstellen:</p>
<p>Ähnlich wie das Blog wie-kann-ich-helfen.info bündelt das Netzwerk <a href="https://netzwerkfluechtlingeberlin.wordpress.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Berlin hilft!“</a> Berliner Initiativen für Flüchtlinge. Auf der Seite soll Bedarf gezielt koordiniert und aufgelistet werden. So lassen sich, sofern die entsprechenden Informationen verfügbar sind, für jede Initiative spezifische Bedarfslisten finden. Auch Standorte, Kontakt und Spendenkonten sind, wenn möglich, für jedes Programm abrufbar. Unter „Links“ sind darüber hinaus weitere Internetseiten angegeben, die Flüchtlingen bei der Integration helfen können, wie beispielsweise unter der Kategorie „Medizin/Frauen/Seelsorge“.</p>
<p>Erst vor drei Tagen hat Paul H. den Spendenaufruf <a href="https://www.betterplace.org/de/fundraising-events/bloggerfuerfluechtlinge">„Blogger für Flüchtlinge &#8211; Menschen für Menschen“</a> auf betterplace.org gestartet. Weil die Resonanz so positiv war, erhöhte er bereits nach drei Tagen das Spendenziel auf 10.000€. Neben den Spenden selbst geht es jedoch vor allem darum, die Idee zu verbloggen und so weiterzuverbreiten. Die ersten 3.000€ waren schnell gesammelt und gingen an die Initiative „Moabit hilft“. Die Projekte, die das Geld erhalten, wechseln in regelmäßigen Abständen. Aktuell wird für „Bie Bie One – Nähwerkstatt für Flüchtlinge“ gesammelt. Ausgesucht werden die Projekte in enger Abstimmung mit Betterplace, um diejenigen Programme zu identifizieren, die am dringendsten Unterstützung benötigen.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/95213174@N08/10329928973/in/photolist-gJPzZF-kGVMwZ-wX5bFy-vr8ES1-w1WEKk-8AWJv8-qu8KQq-a8goyR-a8guR6-a8jkMf-a8kzCG-siCfUB-a8gF9T-a8joub-a8gv7v-a8gp4Z-a8jnBj-a8jnmy-a8jmmJ-a8jpKC-a8jbeo-a8gu2Z-a8jfRE-a8j9n5-a8je6f-a8jpwG-a8grvK-a8gxgD-a8gy12-a8jbxf-a8gi8K-a8guzP-a8jfkJ-a8grdR-a8gpSk-a8j9V7-a8j9Df-a8jc9q-a8gnfK-a8jkeA-a8gmwp-a8gyv8-a8jnRS-a8gtuT-a8j8Nm-a8jqfb-a8gs3K-a8gfZn-a8gkZK-a8j7HQ" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bluenews.org </a><a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-SA 2.0)</a></p>
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		<title>Diskurs digital</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sophie Bachmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 13:42:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[digital]]></category>
		<category><![CDATA[Eröffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschlandradio]]></category>
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					<description><![CDATA[Politik, Medien und Öffentlichkeit haben veränderte Rollen in der digitalisierten Welt. Mit einer Diskussionsveranstaltung eröffnete der Deutschlandfunk am 8. Februar [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/diskurs-digita/neue-runde-2/" rel="attachment wp-att-11177"><img decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-11177" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Neue-Runde1-195x119.png" alt="" width="195" height="119" /></a>Politik, Medien und Öffentlichkeit haben veränderte Rollen in der digitalisierten Welt. Mit einer Diskussionsveranstaltung eröffnete der Deutschlandfunk am 8. Februar gemeinsam mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Medien sein Debattenportal Diskurs@Deutschlandfunk.</p>
<p>Wir kommunizieren über soziale Netzwerke und tauschen uns über Blogs aus. Technologische Neuerungen beeinflussen unsere privaten Verhaltensmuster ebenso wie unsere Arbeitsweisen. So suchen Journalisten und Politiker verstärkt den direkten Kontakt zum Bürger und setzen auf einen Informationsaustausch anstatt auf einseitigen Informationsfluss. Der Deutschlandfunk bietet seinen Hörern seit dem 9. Februar eine weitere Plattform, um mitzudiskutieren.</p>
<p>Bei der ersten Berliner „Debatte Digital“ am 8. Februar berichtete der Intendant des Deutschlandradio Willi Steul, dass der Radiosender sich anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums die Frage gestellt habe, welche Rolle er in der digitalen Welt künftig einnehmen sollte. Nach einem Symposium Anfang Januar, bei dem Politiker, Wissenschaftler und Medienakteure über demokratische und soziale Veränderungen im Zuge der Digitalisierung diskutierten, seien viele Fragen offen geblieben.</p>
<p>Über das Debattenportal „<a href="http://diskurs.dradio.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Diskurs@Deutschlandfunk</a>“ begibt sich der Deutschlandfunk nun gemeinsam mit seinen Hörern auf die Suche nach Antworten. Im Wochenrhythmus soll auf der Internetseite ein anderes Thema diskutiert werden. In dieser Woche geht es um die Frage, ob die Digitalisierung die Grenze zwischen Öffentlichem und Privatem aufhebt. Neben Gastbeiträgen von Experten zum jeweiligen Thema zählt der Deutschlandfunk auf die Partizipation der Bürger und will mit der Diskursplattform einen Dialog zwischen Journalisten und Öffentlichkeit etablieren.</p>
<p>Die Diskussionen zwischen Experten, Journalisten und Hörern sollen helfen, eine Vorstellung davon zu bekommen, wie sich Politik und Gesellschaft entwickeln und in welchem Verhältnis sie in Zukunft zueinander stehen werden. Die Beiträge werden im Internet veröffentlicht und jeden Donnerstag Thema in den Sendungen DLF-Magazin und „Markt und Medien“ im Radio sein. Dies sei ein Versuch, das Netz reportagefähig zu machen.</p>
<h3>Mehr Möglichkeiten der Beteiligung</h3>
<p>An der ersten digitalen Debatte beteiligten sich die Gründungsdirektoren des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft Jeanette Hofmann und Wolfgang Schulz sowie der stellvertretende Bundesvorsitzende der Piratenpartei Bernd Schlömer und Stephan Detjen, Chefredakteur des Deutschlandfunks. Die Diskussion, die in der vergangenen Woche in Berlin mit Publikum stattfand, zeigte deutlich, dass die technische Revolution des Internet noch immer viele Fragen aufwirft. Die Informationsflut im Netz sei für alle überwältigend und zwinge die Nutzer, nach Themen zu filtern. Die Aufgabe des Journalisten sei es, wichtige Informationen und kompetente Meinungen aus dem Netz zu generieren. Journalisten könnten die Meinungen in Blogs nicht ignorieren, sie müssten verstärkt mit den Bloggern kooperieren.</p>
<p>Wolfgang Schulz betonte jedoch, dass die Digitalisierung keine Abkehr vom traditionellen Medienkonsum mit sich bringe, sondern lediglich eine Veränderung, da mehr Möglichkeiten von den Bürgern genutzt würden, sich zu informieren. Nach wie vor beteiligten sich wenige Menschen aktiv an politischen Diskursen. Der Unterschied sei, dass diejenigen, die sich früher offline äußerten, sich jetzt auch online positionierten. Dadurch habe sich eine neue Elite herausgebildet, die der „Netzaktivisten“.</p>
<p>Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Piratenpartei, Bernd Schlömer, widersprach jedoch der Reduzierung auf eine Diktatur der Aktiven. Schließlich gebe es einen gleichberechtigten Zugang zum Internet und jeder habe die Möglichkeit, aktiv zu werden. Deutschlandfunk-Chefredakteur Detjen betonte, dass sich die Politik unabhängig vom Netz verändere und bezeichnete es als „normal“, dass Bürger nach neuen Mitbestimmungsformen suchten. Bedenken äußerte Jeanette Hofmann angesichts der Tatsache, dass Unternehmen wie Facebook oder Apple zunehmend die öffentliche Kommunikation bestimmen.</p>
<p>Auf der ersten „Debatte Digital“ wurde aus unterschiedlichen Blickwinkeln angeregt diskutiert, zu neuen Erkenntnissen gelangte man jedoch nicht. Es bleiben viele offene Fragen und Themen, die im Debattenportal Diskurs@Deutschlandfunk von nun an ausführlich erörtert werden können.</p>
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