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		<title>BigBrotherAwards 2016 – Die Rückkehr der Datenkrake</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Apr 2016 16:00:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Große Bruder beobachtet dich! Frei nach George Orwells Utopie „1984“, werden heute die „BigBrotherAwards“ in Bielefeld verliehen – ausgezeichnet [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Datenkrake_Frerk-Meyer_flickr_CC-BY-SA-2.0_v2.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-149084 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Datenkrake_Frerk-Meyer_flickr_CC-BY-SA-2.0_v2.jpg" alt="" width="640" height="280" /></a>Der Große Bruder beobachtet dich! Frei nach George Orwells Utopie „1984“, werden heute die „BigBrotherAwards“ in Bielefeld verliehen – ausgezeichnet werden Größen wie das Bundesamt für Verfassungsschutz, change.org und IBM Deutschland. Zudem beteiligt sich die ehemalige Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger mit einem Gastbeitrag.</p>
<p>Seit 2000 verleiht <a href="https://digitalcourage.de/">Digitalcourage e.V.</a> nun die BigBrotherAwards an „Datenkranken“ in Deutschland. Die Verleihung weist auf missbräuchliche Verwendung von Technik und Information hin und will mit den Awards den Diskurs zum Thema Datenschutz intensivieren. Das erste Mal wurden die Awards 1989 in Großbritannien von der Menschenrechtsorganisation <a href="https://www.privacyinternational.org/">Privacy International</a> verliehen. Prominenten Zuspruch erhält die diesjährige Verleihung von der ehemaligen Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Vor dem Hintergrund der Vorratsdatenspeicherung, PNR-Fluggastdatenspeicherung und Co. verteidigt sie das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und den Schutz der Privatsphäre gegenüber staatlichen Institutionen.</p>
<h3>Diesjährige Preisträger: Verfassungsschutz, Change.org, IBM Deutschland und viele mehr</h3>
<p>Besser kann es eigentlich nicht passen: pünktlich zu „65 Jahren Verfassungsschutz“, wird das Bundesamt in der Kategorie „Lifetime“ mit einer „Datenkrake“ geehrt. Laudator Dr. Rolf Gössner beschreibt den Verfassungsschutz als im Kalten Krieg geprägten, antikommunistischen, skandalgeneigten und intransparenten Inlandsgeheimdienst. Erstaunt sei er nur, dass dieser trotz Lizenz zur Infiltration, Täuschung und Desinformation erst jetzt durch die BigBrotherAwards ausgezeichnet wird.</p>
<p>Kritikwürdig ist ebenfalls die Strategie von Change.org, dem diesjährigen Preisträger der Kategorie „Wirtschaft“. Zielstrebig wurde das Unternehmenskonzept laut der Laudatoren auf Datenmissbrauch ausgelegt; nun wird Geld mit dem Verkauf personenbezogener Daten gemacht. Strategie: entgegen europäischer und deutscher Datenschutzbestimmungen sammelt das Unternehmen nicht nur Namen, Adressen und Mailadressen von PetitionsunterzeichnerInnen, sondern auch Informationen zu den unterstützten Petitionen. Mit den Informationen über gesellschaftliche, soziale und politische Positionen der UnterzeichnerInnen, könnten so Meinungsbildungsprozesse gezielt beeinflusst werden. Da fällt es nur gering ins Gewicht, dass es auch nicht für notwendig erachtet wird, die unzulässigen Datenschutzregeln von Change.org auf einen aktuellen Stand zu bringen. Personenbezogene Daten von NutzerInnen werden trotz des für unwirksam erklärten „Safe Habour“-Abkommens weiterhin in den USA gespeichert.</p>
<p>In eine Reihe mit diesen Größen reiht sich dieses Jahr auch die IBM Deutschland GmbH mit seinem „Social Dashboard“ im firmeneigenen sozialen Netzwerk „Connections“. Die findige Idee des Unternehmens: ArbeitnehmerInnen anhand ihrer sozialen Reputation „qualitativ“ bewerten. Der soziale Status wird dabei durch das Vernetzungsverhalten der MitarbeiterInnen sowie dem „teilen“ und „liken“ von Nachrichten und Kommentaren in „Social Scores“ errechnet. Die JurorInnen sagen: IBM Deutschland hat sich den Preis in der Kategorie „Arbeitswelt“ verdient!</p>
<p>Die Berliner Verkehrsbetreibe BVG punkten mit ihrer Idee elektronischer Fahrkarten, die das Fahrverhalten von KundInnen abspeichern, bei den diesjährigen Awards in der Kategorie „Technik“. Auch die Generali-Versicherung wird mit einem Preis in der Kategorie „Verbraucherschutz“ geehrt, Anreizprogramme die dazu anregen das eigene Fitness- und Einkaufverhalten zu melden und Bonuspunkte abzugreifen müssen sich schließlich auszahlen. Hier gibt’s die Datenkrake für das bewusste Aushebeln unseres Sozialsystems.</p>
<p>Die Verleihung kann am 22.04.2016 ab 18 Uhr im „<a href="https://bigbrotherawards.de/stream">Live-Stream</a>“ verfolgt werden.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/greenoid/10491083295/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Datenkrake in ihrem Versteck</a> by <a href="https://www.flickr.com/photos/greenoid/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frerk-Meyer</a> via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a> is licensed under <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Bundespreis Verbraucherschutz für Rena Tangens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julie Rothe]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2015 15:28:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Rena Tangens]]></category>
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		<category><![CDATA[bürgerliches Engagement]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf dem heute in Berlin stattfindenden Deutschen Verbrauchertag werden zum zweiten Mal die Bundespreise Verbraucherschutz in den Kategorien „Persönlichkeit“ und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-146326 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/19266310751_2d2cb39ded_z.jpg" alt="Impressionen vom Deutschen Verbrauchertag 2015" width="640" height="427" />Auf dem heute in Berlin stattfindenden Deutschen Verbrauchertag werden zum zweiten Mal die Bundespreise Verbraucherschutz in den Kategorien „Persönlichkeit“ und „Projekt“ verliehen. Schirmherr des Preises ist Bundesverbraucherschutzminister Heiko Maas. Eine Fachjury wählte die Preisträger aus zuvor eingereichten Vorschlägen für vorbildliches Engagement zur Stärkung der Rechte von Verbrauchern aus.</p>
<p>Seit zwei Jahren vergibt die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz den Bundespreis Verbraucherschutz an Projekte und Personen, die sich besonders für die Interessen von Konsumenten einsetzen. Heute wurde der Preis in der Kategorie Persönlichkeit an die Netzaktivistin und Mitbegründerin des Vereins Digitalcourage e.V. <a title="Rena Tangens: Datenschutz zwischen Kunst und Politik" href="http://politik-digital.de/news/rena-tangens-datenschutz-zwischen-kunst-und-politik-135817/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rena Tangens</a> verliehen.</p>
<figure id="attachment_146321" aria-describedby="caption-attachment-146321" style="width: 640px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/courage.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-146321 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/courage.jpg" alt="Rena Tangens und padeluun von Digitalcourage übergeben Dr. Rainer Stentzel vom Innenministerium unseren Offenen Brief und die Protest-Unterschriften." width="640" height="280" /></a><figcaption id="caption-attachment-146321" class="wp-caption-text"><em>Rena Tangens bei der Übergabe eines Offenen Briefes an das Innenministerium</em></figcaption></figure>
<p>Rena Tangens setzt sich seit fast 30 Jahren für Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung ein und hat unter anderem den <a title="BigBrotherAwards 2015: Preise für de Maizière und „Hello Barbie“" href="http://politik-digital.de/news/bigbrotherawards-2015-preise-fuer-de-maiziere-und-hello-barbie-2-145411/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BigBrother-Award</a> ins Leben gerufen, mit dem jährlich Unternehmen, Politiker und Behörden ausgezeichnet werden, die besonders eifrig Daten von Kunden, Mitarbeitern und Bürgern sammeln. Sie prägte den Begriff „Datenkrake“, mit dem Datensammler in Politik und Wirtschaft heute allgemein bezeichnet werden. Mit dem Preis wurden bislang unter anderen die Supermarktkette Lidl ausgezeichnet, für die Überwachung der eigenen Mitarbeiter, die Payback-Karte sowie vor wenigen Wochen der deutsche Innenminister Thomas De Maizière, dessen Ministerium seit Monaten die Verhandlungen über die Europäische Datenschutzgrundverordnung blockiert. Im vergangenen Jahr wurde zum ersten Mal ein Positivpreis an den amerikanischen Whistleblower Edward Snowden verliehen, der durch seine Enthüllungen im Jahr 2013 den NSA-Skandal aufdeckte und die weitreichenden Ausspähaktivitäten der amerikanischen und britischen Geheimdienste aufdeckte.</p>
<p>Gemeinsam mit ihrem Weggefährten padeluun setzt sich Rena Tangens seit drei Jahrzehnten für Datensicherheit und Privatsphäre ein. Die Zusammenarbeit der beiden Künstler begann 1984 in Bielefeld und widmet sich seit dem Einzug des Chaos Computer Club in die gemeinsamen Ausstellungsräume den Themen Kommunikation und Partizipation. Rena Tangens ist Gründungsmitglied der Haecksen, eines Zusammenschlusses weiblicher Mitglieder des CCC, und Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs. Nach Bekanntwerden der Überwachung deutscher Bürger durch die NSA hat sie im Februar 2014 gemeinsam mit Digitalcourage e.V. und dem CCC Strafanzeige gegen die Bundesregierung wegen der aktiven illegalen Unterstützung geheimdienstlicher Agententätigkeiten und der Verletzung der Privatsphäre deutscher Bürger gestellt. Als Internetpionierin und Netzaktivistin wird Rena Tangens für ihr jahreslanges Engagement mit dem mit 15.000 € dotierten Bundespreis Verbraucherschutz 2015 ausgezeichnet, mit dem sie eine gemeinnützige Organisation unterstützt.</p>
<p>In der Kategorie Projekt wird die Schülergenossenschaft McSnack ausgezeichnet, die mit einem selbstorganisierten Bistro gesunde Ernährung und Ernährungsbewusstsein fördert.</p>
<p>Bild <a href="https://www.flickr.com/photos/vzbv_de/19266310751/in/album-72157655227130665/">Deutscher Verbrauchertag 2015</a>:  © vzbv &#8211; Holger Groß<br />
Bild Rena Tanges: <a href="https://www.flickr.com/photos/digitalcourage/8958921830/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digitalcourage</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC-BY-SA-2.0</a></p>
<div class="attribution-info"></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Spenden im Netz fürs Netz – ein Überblick</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/spenden-im-netz-fuers-netz-ein-ueberblick-140482/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob Werlitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jun 2014 15:17:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Netzpolitik und digitale Bürgerrechte – ein Nischenthema für Nerds und Netzaffine oder die größte Herausforderung unserer gegenwärtigen Gesellschaft? Irgendwie stimmt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Spenden.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-140483" alt="Spenden" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Spenden.png" width="640" height="338" /></a>Netzpolitik und digitale Bürgerrechte – ein Nischenthema für Nerds und Netzaffine oder die größte Herausforderung unserer gegenwärtigen Gesellschaft? Irgendwie stimmt ja beides. Während sich die Zivilgesellschaft zu Themen rund um das Internet immer besser organisiert, fehlt der wachsenden Anzahl an Akteuren in vielen Fällen die breite, leider auch finanzielle, Unterstützung. Doch worüber finanzieren die Organisationen sich stattdessen, wie akquirieren sie Spenden und worin unterscheiden sie sich in Finanzierung und Struktur? Ein Überblick über die Netzaktiven und Aktiven im Netz.<br />
Mit seiner <a href="https://www.youtube.com/watch?v=3hbEWOTI5MI&amp;feature=kp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Rede zur Lage der Nation“</a> auf der diesjährigen re:publica ging es Sascha Lobo auch darum, eine Diskussion über Internet-Aktivismus und dessen chronische Unterfinanzierung anzustoßen. Knackpunkt ist dabei häufig die mangelnde Bereitschaft der Sympathisanten, sich auch tatkräftig oder mittels Spenden zu engagieren. Um den ewigen Status als „Hobby-Lobby“ zu überwinden, müssten die Netzorganisationen ihre Finanzierung jedoch umso mehr auf ein festeres Fundament stellen &#8211; unabhängig und jenseits von Zeitdruck und ökonomischen Zwängen.<br />
Wo also liegt das Problem? Sind die Menschen tatsächlich nicht bereit, netzpolitisches Engagement zu unterstützen? Fehlt es an öffentlichkeitswirksamen Narrativen, handfesten Bedrohungen oder dem Bewusstsein für die Bedeutung netzpolitischer Themen? Oder mangelt es an Professionalität in der Öffentlichkeitsarbeit und Spendenakquise der Organisationen und Vereine?<br />
Unter dem Motto <em>„Was kostet die Demokratie?“</em> wollen wir herausfinden, wie es denn nun konkret um die Spendenbereitschaft der Netzinteressierten bestellt ist und welchen Anteil Spenden in den Einnahmen der führenden Netzorganisationen haben. Wir versuchen einen besseren Einblick in die Finanzierung spendengestützter Netzorganisationen zu gewähren und die Mittelverwendung  verstärkt zu thematisieren. Mit diesem Beitrag wollen wir die Debatte über Defizite, Möglichkeiten und Professionalisierungsbedarf der Organisationen, zu der wir auch unsere zählen, fortsetzen.</p>
<h3>Wie ist das bei uns?</h3>
<p>Aus eigener Erfahrung mit unserer Arbeit für <b>politik-digital e.V.</b> können wir sagen, dass Spenden mit unter 5.000 Euro im Jahr gegenüber 350.000 Euro Gesamteinnahmen nur minimal zu unserer Finanzierung beitragen. Stattdessen sind wir in unserer Arbeit auf alternative  Finanzierungsmodelle angewiesen. So generieren wir einen Großteil der Einnahmen durch Dienstleistungen in den Bereichen Redaktion und Live-Kommunikation. Damit finanzieren wir u.a. die Redaktion und den Betrieb von politik-digital.de als verlagsunabhängige und parteienübergreifende Informations-, Kommunikations- und Partizipationsplattform zum Thema Politik und Internet.<br />
Auftraggeber der Dienstleistungen sind beispielsweise die Bundeszentrale für politische Bildung (<a href="http://www.bpb.de/politik/wahlen/europawahl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Dossier zur Europawahl</a>), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (<a href="http://www.ganztagsschulen.org/">http://www.ganztagsschulen.org/</a>), die <a href="http://www.test.de/suche/?q=chat&amp;ff=P3F1ZXJ5PWNoYXQmY2hhbm5lbD1kZSZmb2xsb3dTZWFyY2g9OTk3NSZmb3JtYXQ9WE1M0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stiftung Warentest</a> oder der Deutsche Akademische Austauschdienst (<a href="https://www.study-in.de/de/community/chat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DAAD</a>). Mit der <a href="http://digitale-buergersprechstunde.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalen Bürgersprechstunde</a> (DBS) wird außerdem eines unserer Projekte in Teilen von Google Deutschland mit unterstützt.<br />
Fundraising betreibt der Verein nur in geringem Maße. Zwar wird für die DBS gezielt um Zuschüsse und Spenden geworben, darüber hinaus beschränkt sich die Akquise allerdings auf wenig prominente <a href="http://verein.politik-digital.de/spenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spendenaufrufe auf unserer Seite</a>.<br />
Wir fragten bei insgesamt 12*<ins cite="mailto:SimonePoldi" datetime="2014-06-17T17:41"></ins><ins cite="mailto:SimonePoldi" datetime="2014-06-17T17:41"></ins> Vereinen, Organisationen und Initiativen im Bereich der Netzpolitik und des Netz-Aktivismus nach, um Einblicke in den Status Quo der Spendenbereitschaft zusammenzutragen und Lobos Klage mit den notwendigen Fakten zu unterlegen. In sieben Fragen baten wir sie um Auskunft darüber, wie hoch ihre Spendeneinnahmen (auch gegenüber alternativen Einnahmequellen) sind, woher diese größtenteils stammen und auf welche Weise bzw. wie aufwendig sie um Spenden werben. Antworten erhielten wir von acht der angeschriebenen Organisationen. In einem Fall konnten wir die Informationen teilweise selbst recherchieren.</p>
<h3>Netzpolitik: Ein heterogenes Feld</h3>
<p>Nach einem ersten Blick auf die Antworten wird zunächst eines deutlich: So unterschiedlich die von uns adressierten Akteure in Struktur, Aktivitäten und Inhalten sind, so vielfältig sind auch ihre Finanzierungsmodelle. Während sich einige Vereine vorrangig über ihre Mitgliederbeiträge und somit relativ solide finanzieren können, sind andere Organisationen sehr viel mehr von Spenden abhängig. Andere wiederum finanzieren sich teilweise über Dienstleistungen oder konkrete Kampagnenzuschüsse. Außerdem muss unterschieden werden zwischen Organisationen, die vor allem von Großspendern wie Stiftungen oder gar Unternehmen getragen werden, und jenen, die vor allem Einzelpersonen ansprechen. Im Folgenden haben wir versucht entlang dieser Differenzierungen das Feld der im Netz aktiven und netzpolitischen Organisationen zu skizzieren und ihren Praktiken der Spendenakquise gegenüberzustellen.</p>
<hr />
<p>[expand title=&#8221;<strong>Digitalcourage</strong>&#8220;]<br />
Jenseits der Berliner Hauptstadtblase verrichten beispielsweise die Netzaktivisten von <a href="http://digitalcourage.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Digitalcourage</b> <b>e.V.</b></a> (vormals FOEBUD) seit 1987 ihre Arbeit in Bielefeld. In ihrem Engagement für „<a href="https://digitalcourage.de/ueber-uns" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bürgerrechte, Datenschutz und eine lebenswerte Welt im digitalen Zeitalter</a>“ richten sie sich mit verschiedenen Aktionen, Projekten und Initiativen an die Öffentlichkeit.<br />
Hier machten im Geschäftsjahr 2012 (<a href="https://digitalcourage.de/ueber-uns/transparenzbericht-wer-steht-hinter-digitalcourage-und-wie-verwenden-wir-die-spenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Transparenzbericht</a>) die erwirtschafteten Einnahmen etwa 20 Prozent der Gesamteinnahmen von ca. 315.000 Euro aus, Mitgliedsbeiträge etwa 11 Prozent, Einzelspenden ca. 30 Prozent sowie Großspenden und Zuschüsse  41 Prozent. Eine besondere Rolle nehmen bei Digitalcourage gezielte Bezuschussungen im Rahmen der <a href="https://www.bigbrotherawards.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Big Brother Awards</a> ein. Die Abhängigkeit von Spenden und Zuschüssen kann damit insgesamt als hoch angesehen werden.<br />
Der Verein ist allerdings darum bemüht, sein finanzielles Fundament vor allem über Kleinspenden zu stützen, die für einen breiteren Rückhalt in der Gesellschaft stehen. Dazu ist es laut eigener Aussage insbesondere wichtig, auch jenseits der netzaffinen Community Geldgeber zu gewinnen. Dennoch setzen die Bielefelder vor allem auf klassische Spendenaufrufe in ihrem Newsletter, in ihren Druckmaterialien und auf <a href="https://digitalcourage.de/spende" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ihrer Homepage</a>. Darüber hinaus werden Stiftungen und weitere korporative Geldgeber gezielt und projektbezogen angeschrieben. Gegen externes Fundraising hat man sich hier jedoch bewusst entschieden und integriert die Akquise stattdessen in die alltäglichen Bürotätigkeiten, um Wissen und Ressourcen innerhalb des Vereins zu belassen. Darüber hinaus wurde ein Fundraisingberater hinzugezogen, um das Team in diesem Bereich weiter zu schulen.<br />
Abhängigkeit von Spenden und Zuschüssen: hoch<br />
Mitgliederbeiträge: mittel<br />
Anteil der Großspender: mittel<br />
Anteil von Unternehmensspenden: gering<br />
Akquise-Bemühung: mittel<br />
[/expand]<br />
&nbsp;<br />
[expand title=&#8221;<strong>Internet Gesellschaft Collaboratory</strong>&#8220;]<br />
Eine völlig andere Finanzstruktur findet sich beim <a href="http://www.collaboratory.de/w/Hauptseite" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Internet &amp; Gesellschaft Collaboratory e.V.</b></a>, das aber auch andere Ziele verfolgt. Als „ <a href="http://www.collaboratory.de/w/%C3%9Cber_uns" target="_blank" rel="noopener noreferrer">offene Experten- und Interventionsplattform</a>“ will das CoLab vor allem dazu dienen, interdisziplinär und praxisbezogen neue Diskussionen und Projekte in der digitalen Gesellschaft anzustoßen.  Der junge Verein (Gründungsjahr 2012) zehrt noch von einer Anschubfinanzierung des Initiators Google Deutschland und war auch im vergangenen Jahr weiterhin stark auf die Spenden des Konzerns angewiesen (56,7 Prozent der Gesamteinnahmen). Die restliche Finanzierung errechnet sich durch einen Jahresübertrag, nicht-monetäre Zuwendungen und  zu 11,3 Prozente über projektbezogene Kostenbeteiligungen (u.a. Bertelsmann Stiftung, Wikimedia). Kleinspender stehen hingegen  bislang noch kaum auf der Geberliste des Vereins (unter 5 Prozent). Darüber hinaus profitiert das CoLab projektbezogen auch von der engen Zusammenarbeit und dem Austausch mit anderen Organisationen.<br />
Entsprechend seiner Finanzierungsstruktur adressiert das Collaboratory vornehmlich Unternehmen und Stiftungen, die im selben Feld tätig sind, „d.h. mit dem Internet oder weitestgehend mit dem digitalen Wandel in Berührung stehen.“ Neben dem obligatorischen Spendenaufruf auf der Webseite und einem Eintrag bei <a href="https://www.boost-project.com/de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">boost-project.com</a>, werden diese gezielt angeworben, häufig auch im Rahmen konkreter Projektfinanzierung (Sponsoring). Insgesamt verwendet der Verein 40-50 Prozent seiner Personalausgaben auf Fundraising.<br />
Abhängigkeit von Spenden und Zuschüssen: hoch<br />
Mitgliederbeiträge: gering<br />
Anteil der Großspender: hoch<br />
Anteil von Unternehmensspenden: hoch<br />
Akquise-Bemühung: hoch<br />
[/expand]<br />
&nbsp;<br />
[expand title=&#8221;<strong>Digitale Gesellschaft</strong>&#8220;]<br />
Die <a href="https://digitalegesellschaft.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Digitale Gesellschaft</b></a> gründete sich 2010 und wurde auf der re:publica 2011 der Netz-Öffentlichkeit vorgestellt. Seitdem hat der eingetragene Verein einen stabilen Stamm an <a href="https://digitalegesellschaft.de/foerdermitglied/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fördermitgliedern</a> aufgebaut, der sein finanzielles Rückgrat bildet. Durch konstante monatliche Mitgliedsbeiträge von mindestens 5 Euro und durchschnittlich 5-10 Euro verschaffen die Fördermitgliedschaften den Netzaktivisten eine gewisse Planungssicherheit. Darüber hinaus spielen traditionelle Kleinspenden eine große Rolle. Insgesamt kam die Organisation im Jahr 2011 somit auf eine Spendensumme von knapp 13.500 Euro, wie dem aktuellen <a href="https://digitalegesellschaft.de/uber-uns/transparenz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Transparenzbericht</a> zu entnehmen ist. Die zweite große Säule der Finanzierung bilden Großspenden von Stiftungen. Seit Mai 2013 beispielsweise empfängt der Verein eine Förderung der <a href="http://www.opensocietyfoundations.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stiftungsgruppe Open Society Foundations</a>, die im vergangenen Jahr jede Spendeneinnahme des Vereins mit einem Euro bezuschusst hat. Auch konnte die Bridge-Stiftung zwischen 2012 und 2013 dafür gewonnen werden, die <a href="http://echtesnetz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampagne der Digitalen Gesellschaft zur Netzneutralität</a> mit 9.500 Euro zu unterstützen.<br />
Bereits auf ihrer Startseite wirbt die Digitale Gesellschaft sehr prominent um Fördermitglieder. „Arbeit für digitale Bürgerrechte kostet Zeit und Geld“, heißt es dort. Angesichts der geringen Anzahl hauptberuflicher und voller Arbeitsstellen betreibt der Verein kein aufwendiges oder professionelles Fundraising, sondern bindet den Spendenappell stattdessen <a href="https://digitalegesellschaft.de/spenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">auf der Webseite</a> und in Publikationen ein. Außerdem bemüht man sich stetig, bestehende Förderungen zu erhalten bzw. zu verlängern, und um neue Förderpartnerschaften projektbezogen zu werben.<br />
Abhängigkeit von Spenden und Zuschüssen: hoch<br />
Mitgliederbeiträge: mittel<br />
Anteil der Großspender: hoch<br />
Anteil von Unternehmensspenden: gering<br />
Akquise-Bemühung: hoch<br />
[/expand]<br />
&nbsp;<br />
[expand title=&#8221;<strong>netzpolitik.org</strong>&#8220;]<br />
<a href="https://netzpolitik.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>netzpolitik.org</b> </a> versteht sich selbst als „<a href="https://netzpolitik.org/about-this-blog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Plattform für digitale Bürgerrechte</a>“ und besteht in seiner derzeitigen  Form seit dem Jahr 2004. Mit seiner  journalistischen Arbeit bewegt sich der Verein an der Schnittstelle von Internet, Gesellschaft und Politik. Dabei finanziert er sich nach eigener Aussage über mehrere Quellen: zum einen über Werbung, Gastbeiträge in anderen Medien und Einnahmen aus externen Vorträgen der Autoren, zum anderen über die Community, also<a href="https://netzpolitik.org/spenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> spendenbasiert</a>. Allerdings reichen die Einnahmen über die zuerst genannten klassischen Finanzierungsmodelle nicht aus. Dementsprechend sind die Netzpolitik-Experten zusätzlich auf Spenden angewiesen, um sich unabhängig und angemessen mit ihren Themen auseinandersetzen zu können.<br />
2013 startete man aufgrund des systematisch unausgeglichenen Haushaltes eine <a href="https://netzpolitik.org/2013/was-wollen-wir-mit-mehr-finanzierung-schaffen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spendenkampagne und -Debatte</a>  innerhalb der eigenen Community und legte im Zuge dessen auch <a href="https://netzpolitik.org/wp-upload/Infografik_netzpolitik_klein-725x1024.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die eigene Finanzierung</a> offen. Ziel sollte es unter anderem sein, die Leser davon zu überzeugen, so genannte Freiwilligen-Abonnements abzuschließen. Ein erstes positives <a href="https://netzpolitik.org/2014/unser-vermarktungsdilemma-teil-2-freiwillige-finanzierung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fazit</a> zog netzpolitik.org-Gründer Markus Beckedahl  zu Beginn dieses Jahres: Seit dem Appell verfügt der Verein über relativ kontinuierliche Spendenzuflüsse von etwa 5.500 Euro monatlich und konnte dadurch sogar eine zusätzliche Halbtagsstelle finanzieren. Entsprechend ist und bleibt netzpolitik.org sehr stark auf die Spendenbereitschaft seiner Nutzer angewiesen.<br />
Abhängigkeit von Spenden und Zuschüssen: hoch<br />
Mitgliederbeiträge: hoch<br />
Anteil der Großspender: mittel<br />
Anteil von Unternehmensspenden: gering<br />
Akquise-Bemühung: mittel<br />
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[expand title=&#8221;<strong>abgeordnetenwatch.de</strong>&#8220;]<br />
Ein etwas anderes Ziel verfolgt <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Abgeordnetenwatch.de</b></a>. Die Organisation will einen  „direkten Draht von Bürgerinnen und Bürgern zu den Abgeordneten und Kandidierenden“  herstellen. Auch darüber hinaus setzt sich die Organisation für öffentlichen Dialog, Transparenz und die Verbindlichkeit von Politik ein.<br />
Das organisationale Konzept  sticht in gewisser Weise aus dem Feld der politischen Netzorganisationen heraus. Abgeordnetenwatch.de versteht sich als Sozialunternehmen und verfügt über eine bei Sozialunternehmen immer beliebtere Hybridstruktur, sprich eine Doppelstruktur aus Verein und GmbH: Die GmbH übernimmt  als technischer Dienstleister Aufträge für den Verein und stellt sie diesem in Rechnung. Im Jahr 2013 betrug der Wert dieser Dienstleistungen 73.471 Euro. Weitere Einnahmequellen der GmbH sind Medienpartner und Dienstleistungen für Partnerprojekte im Ausland sowie Gebühren für erweiterte Profile, die Kandidaten im Vorfeld von Wahlen angeboten werden.  Die Basisprofile der gewählten Abgeordneten sind jedoch ausschließlich spendenfinanziert. Die GmbH erreichte auf diese Weise im Jahr 2013 Gesamteinnahmen in Höhe von 236.107 EUR. 24 Prozent davon machten Einnahmen aus Profilerweiterungen für Kandidaten aus.<br />
Der Verein finanziert sich über Förderbeiträge, Kleinspenden, Stiftungszuwendungen und Kooperationen und erreichte <a href="https://www.abgeordnetenwatch.de/ueber-uns/mehr/finanzierung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">im Jahr 2013</a> Einnahmen in Höhe von 368.393 EUR. Während die Zuwendungen von Stiftungen in den vergangenen Jahren leicht schwankten (und zuletzt sanken), ist die Zahl der Kleinspender stetig gestiegen und erreichte zuletzt einen Wert von 265.383 Euro (72 Prozent der Vereinseinnahmen).<br />
Seit 2013 existiert eine Stelle für Fundraising (neben sechs weiteren Festangestellten, den zwei Geschäftsführern und einer Vielzahl freier Mitarbeiter). Darüber hinaus bittet der Verein über den Newsletter und den Spenden-Button auf der Startseite um Zuwendungen. Zumindest 5 Prozent seiner Einnahmen konnte der Verein durch Kooperationszuschüsse zu Einzelprojekten decken.<br />
Abhängigkeit von Spenden und Zuschüssen: hoch<br />
Mitgliederbeiträge: hoch<br />
Anteil der Großspender: mittel<br />
Anteil von Unternehmensspenden: gering<br />
Akquise-Bemühung: hoch<br />
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[expand title=&#8221;<strong>Liquid Democracy</strong>&#8220;]<br />
An der Schnittstelle von Politik und BürgerInnen angesichts einer veränderten Kommunikationsinfrastruktur arbeitet auch der Verein <a href="https://liqd.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Liquid Democracy e.V.</b></a> Der Verein bemüht sich durch die Bereitstellung von Software und Knowhow darum, <a href="https://liqd.net/about/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">demokratische Partizipation und Teilhabe zu befördern</a>.<br />
Die Einnahmen und Ausgaben des Vereins sind entsprechend der Organisationsphilosophie sehr transparent und <a href="https://liqd.net/about/transparency/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">online zugänglich</a>. Die Finanzierung teilt sich auch hier in unterschiedliche Geschäftsbereiche auf:  in den ideellen Bereich, den Zweckbetrieb sowie den steuerrechtlichen Geschäftsbereich. Die <a href="https://liqd.net/projekte/adhocracy-de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">freie Software Adhocracy</a> konnte in den vergangenen Jahren konstant einen Mehrwert erzeugen (2011: ca. 1.000 Euro und 2012/2013 bereits über 5.000 Euro). Auch die Einnahmen aus Beratungsleistungen und Software- Anpassungen konnten entsprechende Gewinne generieren (etwa 6.000 Euro für 2013).<br />
Interessant ist insbesondere der ideelle Bereich: Zuwendungen im Rahmen des <a href="http://policycompass.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EU-Projekts „Policy Compass“</a> (158.656,10 Euro) und <a href="http://www.stark-gemacht.de/de/aktuelles/meldungen/4start/gruenes_licht_erste_runde.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“Aktiv mitentscheiden</a> (10.200,32Euro) beliefen sich 2013 auf zusammen rund 169.500 Euro. An Spenden hat der Verein im selben Zeitraum etwa 4.000 Euro eingenommen. Mitgliederbeiträge beliefen sich auf ca. 2.400 Euro. Im Vorjahr waren die Spendeneinnahmen mit 8.000 Euro wesentlich höher und die Mitgliederbeiträge nur geringfügig geringer. Auch von 2011 auf 2012 war das Spendenaufkommen stark gesunken (um 14.000 Euro), während die Mitgliedsbeiträge zumindest etwas zunahmen (um ca. 550 Euro). Bis auf das Jahr 2013 verzeichnete der ideelle Bereich zumeist ein Defizit.<br />
Laut eigner Aussage sind die Spender bei Liquid Democracy vor allem Einzelpersonen, die lediglich über den Spendenaufruf auf der Homepage dazu motiviert werden. Darüber hinaus unternimmt der Verein keine Bemühungen und investiert entsprechend auch nicht in professionelles Fundraising. Die Abhängigkeit von Spenden muss  im Vergleich zum gut laufenden Zweck- und Geschäftsbetrieb dementsprechend als sehr gering eingeschätzt werden.<br />
Abhängigkeit von Spenden und Zuschüssen: gering<br />
Mitgliederbeiträge: gering<br />
Anteil der Großspender: hoch<br />
Anteil von Unternehmensspenden: gering<br />
Akquise-Bemühung: gering<br />
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[expand title=&#8221;<strong>Transparency International Deutschland</strong>&#8220;]<br />
Schon etwas länger im Geschäft sind die Transparenzverfechter von <a href="http://www.transparency.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Transparency International Deutschland </b></a>. Seitz 1993 engagiert sich der gemeinnützige Verein gegen Korruption und Missbrauch.  Dazu will die Organisation <a href="http://www.transparency.de/UEber-uns.44.0.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nach eigener Aussage</a> „Akteure aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zur Schaffung von Transparenz zusammenbringen“.<br />
Der Verein kann auf einen breiten und stetig wachsenden Mitgliederstamm setzen, wodurch Einnahmen zwischen 78.240 Euro (2011) und 87.040 Euro (2013) entstanden. Noch stärker fallen Mitgliedsbeiträge korporativer Mitglieder ins Gewicht, und zwar mit 110.900 Euro (2013). Die Spendeneinnahmen lagen im selben Zeitraum mit zwischen 40.331 Euro (2013) und maximal 72.895 Euro (2012) darunter und nahmen damit einen Anteil von lediglich 10-20 Prozent der Gesamteinnahmen ein. Davon sind wiederum 20-30 Prozent Kleinspender. Obgleich die Spenden nicht den maßgeblichen Teil der Finanzierung bei TI Deutschland ausmachen, stellen sie doch einen elementaren Bestandteil der Finanzstruktur dar.<br />
Die Spendenakquise richtet sich hier vor allem an Privatleute, aber es werden auch Unternehmen erreicht. In Fundraising wird allerdings nicht gezielt und direkt investiert, stattdessen wird <a href="http://www.transparency.de/Spende.1259.0.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">über die Website</a> sowie über ein alljährliches Mailing zu Weihnachten und über Spendenaufrufe in den Publikationen, im Newsletter und der Mitgliederzeitschrift um Spenden geworben.<br />
Abhängigkeit von Spenden und Zuschüssen: mittel<br />
Mitgliederbeiträge: hoch<br />
Anteil der Großspender: hoch<br />
Anteil von Unternehmensspenden: mittel<br />
Akquise-Bemühung: mittel bis hoch<br />
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[expand title=&#8221;<strong>Wikimedia Deutschland</strong>&#8220;]<br />
Ein ähnlich etablierter Akteur ist <a href="http://wikimedia.de/wiki/Hauptseite" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Wikimedia Deutschland</b></a>. Der gemeinnützige Verein hat sich der Förderung freien Wissens verschrieben, arbeitet eng mit der Wikimedia Foundation zusammen und unterstützt vielzählige Projekte in diesem Bereich. Das wohl bekannteste ist die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online Enzyklopädie Wikipedia</a>. Wikimedia finanziert sich fast ausschließlich über Spenden (2012: 91,43 Prozent, 2013: 85,53 Prozent), zu einem geringen Teil auch durch Mitgliederbeiträge (2012: 4,3 Prozent, 2013: 8,52 Prozent) und im Schnitt nur zu etwa 5 Prozent über andere Erlöse. Im Fall von Wikimedia Deutschland sprechen wir tatsächlich von jährlichen <a href="http://wikimedia.de/images/a/a0/Wmde_jb_2013_RZ_web.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spendeneinnahmen</a> im Millionenbereich.<br />
Die Spenden stammen zum allergrößten Teil von „Klein- und Kleinstspendern“. Nach eigener Aussage belief sich die durchschnittliche Spende im Zuge der letzten Kampagne auf eine Höhe von 22 Euro. Nur selten erreichen die Organisation Spenden im vierstelligen Bereich. Eine Ausnahme bilden einzelne Projekte wie Wikidata, für die auch größere Zuschüsse von Stiftungen erlangt werden konnten. Andere Projekte werden über Drittmittel finanziert, beispielsweise die <a href="http://wikimedia.de/wiki/Bildungsprojekte/OERde13" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OER-Konferenz</a> (Open Educational Resources) , für die zudem verschiedene Sponsoren gewonnen werden konnten.<br />
Da die Kleinspenderschaft eine so große Rolle spielt, steckt der Verein viele Ressourcen in das Fundraising. Ein Blick in das <a href="http://wikimedia.de/wiki/Mitarbeitende" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mitarbeiterregister</a> zeigt, dass hierfür 2,7 Vollzeitstellen, unterstützt von vier  Werkstudenten, angestellt sind. Wikimedia setzt auf gezielte Kampagnen, um Kleinspenden seiner Nutzer einzuwerben.<br />
Abhängigkeit von Spenden und Zuschüssen: hoch<br />
Mitgliederbeiträge: gering<br />
Anteil der Großspender: gering<br />
Anteil von Unternehmensspenden: gering<br />
Akquise-Bemühung: hoch<br />
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[expand title=&#8221;<strong>Open Knowledge Foundation</strong>&#8220;]<br />
Keine Antworten, aber dafür einen ausführlichen <a href="http://okfn.de/about/#Ttigkeitsberichte" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tätigkeitsbericht in Netz</a> konnte zur <b>Open Knowledge Foundation </b>zur Rate gezogen werden. Die Daten-Aktivisten verfügen über eine prozentual geringe Mitgliederförderung (5.000 Euro), die nur 1,5 Prozent der Gesamteinnahmen 2013 ausmachte. Spenden fielen mit ca. 29.000 Euro zumindest zu 8,4 Prozent ins Gewicht. Den größten Anteil nehmen Zuschüsse zu gezielten Projekten wie <a href="http://ec.europa.eu/information_society/apps/projects/factsheet/index.cfm?project_ref=325091" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eCloud</a> oder <a href="http://www.big-project.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BIGData</a> ein, die insgesamt 250.000 Euro (72,1 Prozent) einbrachten. Dem stehen anderweitige geschäftliche Einnahmen von circa 62.500 Euro (18 Prozent) gegenüber. 2012 hingegen waren die Gesamteinnahmen noch wesentlich geringer  (etwa 130.000 Euro) Das ähnlich hohe Spendenaufkommen (29.000 Euro) trug in diesem Jahr zu immerhin über 20 Prozent dazu bei. Die OKFN funktioniert also, wie viele der aufgeführten Organisationen auch, durch eine Mischfinanzierung. Dabei wird versucht die Fixkosten möglichst zu minimieren und projektgebunden zu arbeiten.<br />
Spendenakquise betreibt die Open Knowledge Foundation über <a href="http://okfn.de/support/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ihre Seite</a> und <a href="https://www.betterplace.org/de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">betterplace.org</a>. Gleichzeitig wird sehr stark projektbezogen <a href="http://okfn.de/projects/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">um Beteiligungen geworben</a>. Für Fundraising existiert zudem eine halbe Stelle und es wird im <a href="http://okfn.de/wp-content/blogs.dir/21/files/2011/01/OKFDE-Taetigkeitsbericht-2012.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tätigkeitsbericht 2012</a> als Zielsetzung  im Rahmen diverser Projekte erwähnt<br />
[/expand]</p>
<hr />
<h3>Unterm Strich</h3>
<p>Wie eingangs angedeutet, weisen die Befunde auf eine Vielfalt an Organisations- und Finanzstrukturen hin. Dennoch haben wir im Folgenden versucht, ein wenig Ordnung in das netzpolitische und -aktive Feld zu bekommen. Zentral werden hierfür die bisherigen Kategorien sein: Spendenabhängigkeit, Spendenherkunft und Spendenakquise.<br />
Um dem Leser einen Überblick über die Organisationen zu verschaffen und die Ergebnisse der Recherche auch visuell aufbereiten zu können, haben wir versucht, die untersuchten Akteure (beschränkt auf ihre Vereinstätigkeiten) entlang bestimmter Kategorien grob einzuteilen.*<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Graph_Spenden.png"><img decoding="async" class=" wp-image-140493  " alt="Eigene Darstellung" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Graph_Spenden.png" width="600" height="404" /></a><br />
<em>*Den Kategorien: Abhängigkeit von Spenden und Zuschüssen; Höhe der Mitgliederbeiträge; Anteil der Großspender; Anteil von Unternehmensspenden sowie Grad der Akquise-Bemühung wurde wurden die Werte gering, mittel oder hoch zugeordnet.</em><br />
Die <b>Abhängigkeit von Spenden</b> ist für die untersuchten Akteure allgemein sehr hoch. Viele Organisationen sind <i>nahezu vollständig</i> auf Spenden und Zuschüsse angewiesen, beispielsweise das Co:llaboratory, Wikimedia oder die Open Knowledge Foundation. Mit <i>geringen Einnahmen</i> können zumindest netzpolitik.org (über Werbung und Gastreden bzw. -Beiträge)  oder Digitalcourage (Online-Shop) zu ihrem Einnahmen beitragen.<br />
Speziell ist die Situation von Liquid Democracy und Abgeordnetenwatch, die ihre Vereinsstruktur jeweils um eine <i>geschäftstätige GmbH</i> erweitert haben. Diese Doppelstruktur macht sie jedoch nicht gänzlich unabhängig von Spenden. So finanziert sich die GmbH Parlamentenwatch z.B. vor allem über die Dienstleistungen gegenüber dem Verein. Bei Liquid Democracy hingegen erzeugt die GmbH durch externe Dienstleistungen erhebliche Zusatzeinnahmen.<br />
Eine weitere zentrale Möglichkeit, neben selbst generierten Einnahmen und sporadischen Spenden Einnahmen zu erhalten, sind <b>Mitgliedschaften. </b>Hier muss mit Blick auf die untersuchten Akteure allerdings unterschieden werden. Transparency International Deutschland kann beispielsweise auf einen klassischen Mitgliederstamm zurückgreifen, während andere Vereine wie die Digitale Gesellschaft oder netzpolitik.org eher durch Fördermitglieder im Sinne konstanter Spender unterstützt werden. Hier wäre zu überlegen, wie kleinere Vereine ihre Vereinsstrukturen weiter professionalisieren können im Hinblick auf Attraktivität und Akquise entsprechender Mitgliedschaften.<br />
Gesondert davon zu sehen sind <b>Großspenden</b> von Stiftungen, die im netzpolitischen und -aktiven Bereich eine wichtige Rolle spielen. Während sich die durchschnittliche Spende bei vielen Vereinen deutlich unter 20 Euro bewegt (Wikimedia, Digitale Gesellschaft, Liquid Democracy), kann durch entsprechende Langzeitförderungen und Projektunterstützung größere Planungssicherheit hergestellt werden. Besonders angewiesen darauf scheinen jüngere Organisationen wie die Digitale Gesellschaft oder das Co:llaboratory. Aber auch etablierte Akteure wie Transparency International greifen auf entsprechende Zuschüsse zurück. Dabei wird in vielen Fällen auch gezielt um Projektbeteiligungen geworben (Big Brother Awards von Digitalcourage, EU Policy Compass von Liquid Democracy, BIG Data von Open Knowledge Foundation, Digitale Bürgersprechtsunde von politik-digital und andere).<br />
Gewichtige <b>Spenden von Unternehmen</b> finden sich hingegen kaum auf der netzpolitischen Landkarte. Nennenswerte Spenden seitens der Wirtschaft bestätigten uns lediglich das von Google anschubfinanzierte Co:llaboratory und Transparency International. Abgeordnetenwatch erhielt zumindest Zuwendungen von unternehmensnahen Institutionen wie der Robert Bosch-Stiftung oder der Vodafon-Stiftung.<br />
So vielfältig die Wege der Mittelbeschaffung, so unterschiedlich auch die ihrer <b>Akquise</b>: Bei dem an Kleinspender gerichteten Fundraising setzen die meisten Organisationen auf Hausarbeit. Vereine wie die Digitale Gesellschaft,  Liquid Democracy, Digitalcourage oder netzpolitik.org  verfügen jedoch <i>nicht über einzelne Stellen</i>, die sich konkret mit Strategien auseinandersetzen, sondern verteilen entsprechende Arbeiten über die bestehenden Stellen und Mitarbeiter. Überraschend  ist, dass auch Transparency International nach eigener Aussage keine Arbeitsstelle im Bereich Fundraising hat.<br />
Über <i>personelle Ressourcen</i> für Fundraising verfügen hingegen die Open Knowledge Foundation (0,5 Stelle), Abgeordnetenwatch (1 Stelle) und Wikimedia. Letztere Organisation sticht jedoch deutlich heraus, da sie eine ganze Abteilung damit betraut. Auch das CoLab ließ uns wissen, dass zwischen 40 und 50 Prozent der personellen Ressourcen in die Mittelbeschaffung eingehen.<br />
Hier bleibt jedoch zu bedenken, dass viele Organisationen, ob das CoLab, die Digitale Gesellschaft oder Abgeordnetenwatch, auch Arbeitszeit in die Stiftungsförderung und Anwerbung von Projektpartnern investieren.</p>
<h3>Fazit<b> </b></h3>
<p><b>Die Stiftungen müssen‘s richten: </b>Zusammenfassend lassen sich nur wenige verallgemeinerbare Aussagen treffen. Auffällig ist mit Sicherheit, wie bedeutsam Stiftungen sind,  insbesondere in Bereichen, in denen die breite Unterstützung aus der Bevölkerung fehlt. Das betrifft in erster Linie neuere und netzpolitische Organisationen. Etablierte Akteure wie Transparency oder Wikimedia hingegen, die einen durchaus anders gelagerten Fokus haben, stehen dem gegenüber. Auch zeigt sich, dass gerade Tätigkeitsfelder, die jenseits des klassischen Aktivismus oder der netzpolitischen Öffentlichkeitsarbeit liegen, imstande sind, durch ihre Expertise und ihr Know-how Einnahmen zu generieren.<br />
<b>Wenige Spenden, wenig Akquise: </b>Der auf der re:publica 14 von Sascha Lobo gescholtene Vogel hatte mit Sicherheit keine Lobby, bis die Umweltverbände auf ihn aufmerksam machten. Netzpolitik und Transparenz haben diese auch nur zum Teil. Gerade erstere steht unter dem Verdacht, für die breite Bevölkerung vollkommen unbedeutend zu sein. Entsprechend gering sind die Bemühungen der Organisationen, auch jenseits der eigenen Klientel um Unterstützung zu werben. Fundraising, so scheint es, entwickelt sich erst mit einem erhöhten Spendenaufkommen.<br />
<b>Konkrete Angebote schaffen: </b>Eine konkrete und im besten Falle auch regionale Vogelart zu retten, ist mit Sicherheit attraktiver, als sich mit 10 Euro für „den Artenschutz“ im Allgemeinen zu engagieren. Auch beim Aktivismus im und für das Internet sind einzelne Projekte und Kampagnen eine gute Möglichkeit, Zuschüsse und Förderungen zu generieren. Vor allem oben genannte Stiftungen, aber auch Unternehmen scheinen  durchaus mehr dazu bereit, Gelder bereitzustellen, wenn klare Ziele verfolgt werden und In- und Output transparent gemacht werden. Dementsprechend sollte darüber nachgedacht werden, weniger abstrakt die „Freiheit des Netzes“ zu bewerben, als um Unterstützung für konkrete Kampagnen oder Projekte zu werben.<br />
<strong>Siehe dazu auch den Kommentar <em><a href="http://politik-digital.de/koepfe-voll-kasse-leer/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Köpfe voll &#8211; Kasse leer</a></em></strong><em> von <a href="http://politik-digital.de/user/swenzel/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Steffen Wenzel</a><br />
</em><br />
<em>Abschließend will ich an dieser Stelle noch einmal allen Mitarbeitern und Vertretern der hier vorgestellten Organisationen vielmals dafür danken, dass sie trotz geringer Zeitreserven bereit waren, die notwendigen Informationen bereitzustellen und auf unsere Fragen zu antworten.</em><br />
Bild: <a href="http://pixabay.com/en/money-coins-donate-moneybox-cash-230265/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay/bohed</a><small> (<a href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 1.0</a>) </small><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="378" height="66" /></a><br />
&nbsp;</p>
<div>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
</div>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Das Internet in der Midlife-Crisis? &#8211; Digitale Presseschau 6/2014</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/das-internet-in-der-midlife-crisis-digitale-presseschau-62014-137173/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Feb 2014 15:50:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Seit der von Sascha Lobo angestoßenen Diskussionen über den Zustand des Internets drängt sich die Frage auf, ob wir von [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit der von Sascha Lobo angestoßenen Diskussionen über den Zustand des Internets drängt sich die Frage auf, ob wir von einer neuen „Phase“ des Internets sprechen können. Steckt das Internet noch in der Pubertät und wird nach und nach den Zwängen des Erwachsenwerdens unterworfen? Das soziale Netzwerk Facebook feierte in dieser Woche seinen zehnten Geburtstag und wäre in diesem Maßstab noch im Stadium der Kindheit. Wenn dem so wäre, dann müsste es auch möglich sein, eine Art Zwischenfazit zu ziehen, aus dem sich Schlussfolgerungen ergäben. Doch wie sähen diese aus? Steckt das Internet in einer Midlife-Crisis? Vielleicht geben die ausgewählten Artikel der Digitalen Presseschau Aufschluss.</p>
<h3 id="docs-internal-guid-4d69dcf0-5847-8592-3bf8-784861aa2cc8">Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=fq2kVn5uWU0" title="Anregende Konfusion" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/fq2kVn5uWU0?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Vor zwei Wochen fand die Konferenz <a href="http://www.einbruch-der-dunkelheit.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Einbruch der Dunkelheit“</a>  in der Berliner Volksbühne statt. Mittlerweile sind alle Vorträge sowie einige zusätzliche Interviews online. In unserem Video der Woche interviewt <a href="http://philipbanse.de/wp/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Philip Banse</a>  den Unternehmer und Autor <a href="http://christophkappes.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christoph Kappes</a>.</p>
<h3><a href="http://isarmatrose.com/?p=3747" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Zu viele Blogger“ im Bundestag? Oder: Was ist (Online-)Journalismus?</a></h3>
<p>In Vorbereitung auf den Einsatz des ersten Ausschusses für Internet und digitale Agenda (AIDA) wird gegenwärtig darüber diskutiert, wer berechtigt ist, aus dem Deutschen Bundestag zu berichten. Ausgelöst wurde dies durch den Bericht unseres Autors Tobias Schwarz, der keine Akkreditierung erhielt, weil „zu viele Blogger“ sich bei der Pressestelle des Bundestags angemeldet hätten. Schwarz resümiert die Kontroverse auf seinem Blog „Isarmatrose“.</p>
<h3><a href="http://blogs.faz.net/digitaltwin/2014/02/04/befreiung-aus-der-facebook-falle-117/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jubiläum? 10 Jahre Facebook</a></h3>
<p>Facebook hat Geburtstag – ein Grund zum Feiern? Das soziale Netzwerk ist nach wie vor enorm beliebt, obwohl hinlänglich bekannt ist, dass das Unternehmen alle Konversationen, Interaktionen und Daten seiner User speichert. Stefan Schulz gibt auf seinem FAZ-Blog praktische Tipps, wie wir uns aus der „Facebook-Falle“ befreien und die Kontrolle über unsere Daten zurückerobern können.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2014-02/kathrin-passig-internetpubertaet" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Soziale Netzwerke: Wie lange dauert die Internetpubertät?</a></h3>
<p>Erleben wir in unserer Rolle als Internet-User immer wieder von Neuem eine Art Pubertät? Falls ja, wiederholt sie sich mit jeder neuen Entwicklung? Und folgt auf die Pubertät die Netz-Midlfe-Crisis? Dieser Frage geht Kathrin Passig in der ZEIT nach und kommt zu dem Urteil: „&#8217;Das Neue braucht Freunde&#8217;, wie Anton Ego, der Gastrokritiker aus Ratatouille sagt, und häufig stecken diese Freunde des Neuen eben gerade in einer Pubertätsphase.“</p>
<h3><a href="http://www.dw.de/demokratischer-akt-statt-digitaler-erregung/a-17403023" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Zukunft der Online-Partitizipation</a></h3>
<p>In den vergangenen Wochen sorgten einige Online-Petitionen für öffentlichen Wirbel. In Verbindung mit einer Online-Petition gegen den Moderator Markus Lanz wird nun über den Sinn und Unsinn von Online-Petitionen diskutiert. Jeannette Seiffert plädiert dafür, Online-Petitionen auf lange Sicht mehr als demokratischen Akt, denn als Ausdruck digitaler Erregung zu nutzen.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2014-02/vorratsdatenspeicherung-heilmann-replik-yannick-haan-spd" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vorratsdatenspeicherung: Eingriff in unsere Freiheitsrechte</a></h3>
<p>In der letzten Digitalen Presseschau wiesen wir auf das Plädoyer des Berliner Justizsenators Thomas Heilmann (CDU) für die Vorratsdatenspeicherung hin. In dieser Woche antwortete der SPD-Netzpolitiker Yannick Haan: „Die Vorratsdatenspeicherung stellt, das muss allen klar sein, einen tiefen Eingriff in unsere Freiheitsrechte dar.“</p>
<h3><a href="http://www.carta.info/69797/merkel-und-die-nsa-wenn-burger-die-regierung-anzeigen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Bundesregierung und der BND vor Gericht</a></h3>
<p>In dieser Woche stellten der <a href="http://wdrblog.de/digitalistan/archives/2014/02/interview_constanzekurz.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chaos Computer Club</a>, der Verein <a href="http://digitalcourage.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalcourage</a> und die <a href="http://ilmr.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internationale Liga der Menschenrechte</a> eine gemeinsame Strafanzeige gegen Vertreter_innen der Regierung Merkel sowie führende Mitarbeiter_innen des BND. Wolfgang Michal geht auf Carta der Frage nach der Wirksamkeit solcher Strafanzeigen gegen Regierungen nach.<br />
Bild: (C) <a href="http://www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kulturstiftung des Bundes</a> / <a href="http://www.christian-ditsch.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christian Ditsch</a>.<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a><br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Rena Tangens: Datenschutz zwischen Kunst und Politik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Dec 2013 13:24:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im Oktober hatte sie noch vor dem Paul-Löbe-Haus im Berliner Regierungsviertel gegen die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung demonstriert. Nun haben SPD [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Rena_Tangens.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-135820" alt="Rena_Tangens" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Rena_Tangens-630x420.jpg" width="630" height="420" /></a>Im Oktober hatte sie noch vor dem Paul-Löbe-Haus im Berliner Regierungsviertel gegen die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung demonstriert. Nun haben SPD und Union sie im Koalitionsvertrag vereinbart, doch Rena Tangens will weiter dagegen vorgehen. Tangens&#8217; Themen sind der Datenschutz und das Internet. Als Künstlerin und politische Aktivistin beschäftigt sie sich seit Jahrzehnten damit, künstlerische Arbeit und politischer Aktivismus verweben sich in ihrem Leben.<br />
Außer ihr sind an diesem hoffnungsfrohen Oktobertag drei weitere Datenschutzaktivisten von der Mahnwache übrig geblieben. Einer von ihnen ist padeluun, der langjährige künstlerische und politische Weggefährte von Tangens. Die Entwicklung von Avantgarde-Künstlern, die mit (Punk-)Musik ebenso wie mit Super 8-Filmen und Performances experimentiert haben, zu Flyer-verteilenden Datenschutzaktivisten haben sie größtenteils gemeinsam erlebt. Was zunächst wie ein Bruch erscheint, kann tatsächlich als konsistente Entwicklung innerhalb eines künstlerischen Rahmens interpretiert werden.</p>
<h3>Demokratie als Art d&#8217;Ameublement</h3>
<p>Alles begann 1984 im westfälischen Bielefeld mit dem gemeinsamen Kunstprojekt und der Galerie <a href="http://www.ameublement.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Art d&#8217;Ameublement“,</a> auf Deutsch etwa „Einrichtungskunst“. Es war der Versuch, <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/6/6156/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Grenzen zwischen Künstler und Zuschauer sowie zwischen Produkt und Prozess einzureißen.</a> Inspiriert von Joseph Beuys („Jeder ist Künstler“), Yves Klein („Alles ist Kunst“) und dem anti-autoritären Geist der Punk-Bewegung wollten padeluun und Tangens Räume schaffen, in denen Kreativität und Produktivität sich nicht in einem käuflichen Produkt ausdrücken, sondern als Prozess ermöglicht werden sollten. Das Ergebnis war eine Mischung aus Performances und Installationen, in denen sie als Künstler zurücktraten und die Zuschauer aktiv werden sollten. Sie nannten diese Art von Kunst „Rahmenbau“. Bis heute will Rena Tangens einen gesellschaftlichen Rahmen mitgestalten, in dem sich Menschen „willkommen fühlen, selber aktiv zu werden“. Der Begriff „Rahmenbau“ drückt ihr Verständnis von Demokratie und dem Nullpunkt aus, an dem Kunst und Politik miteinander verschmelzen.</p>
<h3>Das Kunstobjekt Chaos Computer Club</h3>
<p>Mit dem Einzug des Chaos Computer Clubs (CCC) in die Ausstellungsräume von padeluun und Tangens begann 1985 der Übergang von der vielfältigen „Art d&#8217;Ameublement“ zu Themen der elektronischen Kommunikation. Als Ausstellungsstück diente ein selbstgebautes Modem in einer Kaffeetasse, mit dem die Nachrichten der Washington Post des kommenden Tages gelesen werden konnten. Es war ein Schlüsselmoment, welcher der Künstlerin eine Zukunft aufzeigte, in der neue Formen der Kommunikation und Partizipation möglich wurden und eine öffentlich zugängliche Plattform für Ideen entstand. Diese neue Welt war noch rahmenlos und, so Tangens, „diese neue Welt wollten wir mitgestalten“.<br />
Modems durften nun bei keiner Ausstellung mehr fehlen und die beiden Künstler gründeten zusammen mit anderen den Verein FoeBuD e. V., in dem sich Menschen sammelten, die mit Hilfe von Technik etwas verändern wollten. Sie bauten die Mailbox „Bionic“ in Bielefeld auf, außerdem ein Netzwerk in Jugoslawien, mit dem Friedensgruppen während des Krieges ihren gewaltfreien Widerstand organisieren konnten. Tangens machte damals die praktische Erfahrung, einen Netzknoten zu kontrollieren, was sie für die heute so offenkundigen Schwachstellen digitaler Kommunikationsnetzwerke sensibilisierte. Sie erfuhr, wie einfach es war, alle Nachrichten zu lesen, die über den Netzknoten liefen. „Das Macht-Ungleichgewicht zwischen den Technikern, die diese Knotenpunkte besitzen, und den Nutzerinnen und Nutzern“ sollte nicht noch weiter auseinandergehen. Daher wurden Verschlüsselungstechniken integriert, und Anfang der 1990er brachte der Verein das erste deutsche <a href="http://www.foebud.org/fruehere-projekte/pgp/pgp-Buch.pdf/view" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Handbuch</a> für die „Pretty-Good-Privacy“ (PGP) Verschlüsselung heraus.</p>
<h3>„Die stärksten Kinder fressen die Revolution“</h3>
<p>Mit der Umbenennung von FoeBuD in <a href="http://digitalcourage.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalcourage e.V.</a> im Jahr 2012 entledigte man sich nicht nur des sperrigen Namens, es entsprach auch der Wandlung der Arbeit des Vereins über die Zeit: Digitalcourage musste sich seit den ersten AOL-CDs 1996 von der Gestaltung der elektronischen Vernetzung zurückziehen und konzentrierte sich fortan auf den Widerstand gegen die Vereinnahmung durch staatliche und Profitinteressen. Digitale Zivilcourage und eine kritische Öffentlichkeit wurden für den Verein immer wichtiger. Im Jahr 2000 verlieh er die ersten Big Brother Awards, um ironisch herausragende Überwachung öffentlich zu machen. Der „Rahmenbau“, die Ausgestaltung des Internets, wurde dennoch mehr und mehr von globalen Akteuren dominiert. Erst kam AOL, dann die staatliche Videoüberwachung und schließlich monopolistische Internetdienstanbieter wie Google, Amazon oder Facebook &#8211; und schließlich die Geheimdienste. Tangens beschreibt das in den Worten von Tim Berners-Lee: „Nicht die Revolution frisst ihre Kinder, sondern die stärksten Kinder fressen die Revolution“.</p>
<h3>Privatisierung und Überwachung</h3>
<p>Das Internet stellt für Tangens damals wie heute eine Öffentlichkeit dar, in der Grundrechte wie Pressefreiheit und Privatsphäre Gültigkeit haben müssen: Sie hält den gleichberechtigten Zugang ebenso wie gleichberechtigte Gestaltungsmöglichkeiten für eine notwendige Grundversorgung in einer Demokratie. Sie kämpft gegen die Privatisierung des öffentlichen Raums Internet durch „Firmenplattformen, wo die Regeln des Konzerns gelten“. Und sie setzt sich dagegen zur Wehr, dass die digitale Öffentlichkeit einem Überwachungsregime staatlicher Institutionen untersteht, dessen demokratische Legitimation mehr als fraglich sei. Tangens‘ Kritik richtet sich gegen die regierenden politischen Akteure, die in ihren Augen die Auseinandersetzung in beiden Bereichen scheuen.<br />
Was für die Datenschutzaktivistin Tangens „eine große Gefahr für die Demokratie“ darstellt, ruft bei anderen kaum ein Schulterzucken hervor. Dieser Diskrepanz ist sie sich durchaus bewusst. Sie führt ihn auf ein fehlendes Bewusstsein für die Folgen der schwer greifbar zu machenden digitalen Überwachung zurück. Rena Tangens sieht es als ihre Aufgabe an, dieses fehlende Bewusstsein zu wecken, wenn sie betont, dass wir die meisten Internetdienste zwar nicht mit Barem, aber mit den eigenen Daten bezahlen. Daten, die dann nicht nur zur Kundenklassifizierung und zur Personalisierung der Werbung verwendet würden. Ebenso würden „detaillierte Persönlichkeitsprofile“ erstellt, die der „gezielten Diskriminierung und Manipulation“ dienten &#8211; für Tangens eine fatale Entmündigung.<br />
Tangens ist davon überzeugt, dass Überwachung das Verhalten der Menschen verändert. Vor allem diejenigen, „die in den realen Machtverhältnissen überleben müssen“, etwa als Betriebsrat, würden die Folgen konkret spüren. Noch mehr Informationen oder Daten würden dabei weder die großen Probleme der Menschheit wie Hunger lösen, noch den Terrorismus bekämpfen. Laut einer <a href="http://www.oxfordresearchgroup.org.uk/sites/default/files/globalthreats.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie der Oxford Research Group</a> zähle dieser sowieso nicht zu den großen Problemen der Menschheit. Oberflächlich kann man Rena Tangens leicht als Verschwörungstheoretikerin abstempeln. Aber die Zeiten für Verschwörungstheoretiker sind außerordentlich gut: Edward Snowden hat wohl einigen von ihnen Recht gegeben und sie von ihrem Stigma befreit.</p>
<h3>Der Traum einer anderen digitalen Gesellschaft</h3>
<p>Und wie sollte die digitale Öffentlichkeit ihrer Meinung nach aussehen? Wie würde Rena Tangens den Rahmen gestalten?<br />
Alles fange mit der Befähigung der Menschen an, die eigenen Daten selbst zu kontrollieren. Die digitale Identität müsse für die Menschen nachvollziehbar und selbst bestimmbar sein. Konkret würde das bedeuten: ein Ende staatlicher Überwachung im Internet sowie die Pflicht für Internetdienstanbieter, das Einverständnis ihrer Nutzer zur Verwendung ihrer Daten einzuholen.<br />
Tangens‘ Kritik zielt dabei vor allem auf die Monopolbildung, die im Internet fruchtbaren Boden findet. Soziale Netzwerke erfüllen eben ihren Sinn, wenn sich alle Menschen in einem einzigen versammeln und jede mit jedem kommunizieren kann. Ebenso kann nur ein Großkonzern wie Google sich die Kosten für die Serverinfrastruktur leisten, die ein effizientes Durchsuchen der riesigen Datenmengen im Internet möglich machen. Von der EU fordert sie, die Interaktion zwischen sozialen Netzwerken mittels Datenportabilität und offenen Schnittstellen gesetzlich festzuschreiben sowie einen gemeinsamen Suchindex für Europa aufzubauen, den Anbieter von Suchalgorithmen gleichberechtigt durchforsten dürfen. Tangens‘ Programm besteht aus einem gesetzlichen Rahmen, der die Kontrolle der eigenen Daten zur Standardeinstellung macht und einen funktionierenden Wettbewerb im Internet garantiert, sowie dem Aufbau einer Open-Access-Infrastruktur. In den vergangenen Jahren musste ihr ursprünglicher Wille zur Gestaltung mehr und mehr einem Abwehrkampf mit den Realitäten weichen, doch davon lässt Rena Tangens sich nicht kleinkriegen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich träume davon, dass ich wieder einmal mehr Zeit habe, über die Gestaltung von positiven Aspekten des Netzes oder des Lebens nachzudenken, anstatt den Kampf dagegen zu führen, dass diese Träume in Zukunft komplett unmöglich gemacht werden. Ich sehe die Notwendigkeit, für Freiheit zu kämpfen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zum Träumen wird die Aktivistin Tangens leider so schnell nicht kommen: Die Vorratsdatenspeicherung steht nun im Koalitionsvertrag. Es bleibt jedoch fraglich, ob sie durchgesetzt werden kann. Zumindest wird das nicht ohne Widerstand passieren, solange Rena Tangens noch am Rahmen mitbauen will.<br />
&nbsp;<br />
Bild: (C) Rena Tangens<br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Sex, Überwachung und der Koalitionsvertrag &#8211; Digitale Presseschau 48/2013</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Nov 2013 16:17:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wie viel Netzpolitik steckt im Koalitionsvertrag der großen Volksparteien? Obwohl der Begriff kein einziges Mal vorkommt, sind digitale Themen so [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie viel Netzpolitik steckt im Koalitionsvertrag der großen Volksparteien? Obwohl der Begriff kein einziges Mal vorkommt, sind digitale Themen so präsent wie nie zuvor. Was sich hinter den vielen Formulierungen versteckt &#8211; und was nicht &#8211; ist seit einigen Tagen Gegenstand der Diskussion. Dass Antworten auf den Überwachungsskandal bitter nötig wären, verdeutlicht Digitalcourage e. V. mit einer Liste persönlicher Berichte von Betroffenen aus Deutschland, den USA und Großbritannien. Derweil thematisieren Filme, Studien, Blogs und sogar die NSA die Sexualität in Zeiten des allgegenwärtigen Internets und der andauernden Vernetzung. Schließlich wird in zwei Beiträgen an der Utopie der freien digitalen Gesellschaft gebaut.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&amp;v=ZfPAwgo8FTs&amp;start=340&amp;end=504" title="086: Künstliche Tiere, ein Wahlkampfanzug und gedrosselte Netze" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/ZfPAwgo8FTs?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Der Elektrische Reporter: &#8220;140 Sekunden&#8221; &#8211; @matthiasrichel: Politische Parteien tummeln sich in Wahlkampfzeiten zunehmend im Social Web.</p>
<h3></h3>
<h3><a href="https://digitalcourage.de/blog/2013/wer-nichts-zu-verbergen-hat" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schwarze Schafe</a></h3>
<p>Sind wir nicht alle Schafe einer globalen Herde, deren väterlicher Schäfer uns vor uns selbst schützen muss? Hat Überwachung nicht nur für Kriminelle und Terroristen negative Konsequenzen, während wir anderen Unschuldslämmer keine Angst mehr vor Wölfen haben müssen? Um das zu widerlegen, hat Digitalcourage e. V. eine kleine Liste von Berichten über Menschen zusammengestellt, die ganz konkret die Folgen staatlicher Überwachung zu spüren bekommen haben. Darunter sind in Deutschland ein kritischer Sozialwissenschaftler, eine Journalistin und ein vom Verfassungsschutz beobachteter Islam-Experte. Hinzu kommen Berichte von Journalisten, Musikern und Touristen, denen die Einreise in die USA verweigert wurde, sowie von einem britischen Ehepaar, das die falschen Begriffe bei Google suchte.</p>
<h3><a href="http://netzwertig.com/2013/11/26/killer-applikation-des-internets-die-pornoflut-und-ihre-auswirkungen/#more-31309" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sexualität und Internet</a></h3>
<p>Ein Großteil des Datenverkehrs im Internet fällt auf pornographische Inhalte. Damit haben ziemlich viele Leute etwas zu verbergen, <a href="https://netzpolitik.org/2013/nsa-untersucht-online-porno-konsum-um-zielpersonen-zu-diskreditieren/#more-59195" target="_blank" rel="noopener noreferrer">findet zumindest die NSA</a>, die mit Informationen über Sexualität und den Konsum von Pornographie „Radikalisierer“ verunglimpfen will. Spannender ist aber die Frage, ob neue Kommunikationstechniken unsere Sexualität verändern? Ja, meint Alexander Lohninger auf <a href="http://netzwertig.com/2013/11/26/killer-applikation-des-internets-die-pornoflut-und-ihre-auswirkungen/#more-31309" target="_blank" rel="noopener noreferrer">netzwertig.com</a> und warnt davor, dass die Darstellung von Sex und Geschlechterbildern in Pornovideos Einfluss auf das reale Sexleben vieler Menschen habe. Zudem geben <a href="http://www.theguardian.com/commentisfree/2013/nov/26/smartphones-bonking-crisis-british-less-sex-technology" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studien</a> zu bedenken, dass die Verwischung von Privatleben, Arbeit und Öffentlichkeit Sexualität und Beziehungen verändere. In Großbritannien führen Forscher einen starken Rückgang der sexuellen Aktivität auch auf die Allgegenwärtigkeit von Smartphones und Laptops zurück. Diese Themen sollten offen diskutiert werden, meint Lohninger. Popkulturell haben eine <a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2013/11/luxuria-superbia-liebe-dein-tablet/#more-13873" target="_blank" rel="noopener noreferrer">App</a>, die Sex mit dem geliebten Gadget ermöglichen soll, und Hollywood &#8211; mit Filmen wie <a href="http://www.youtube.com/watch?v=24cjqfVv1fs&amp;hd=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Shame</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=bcGO_oAahV8&amp;hd=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Don Jon</a> oder <a href="http://www.youtube.com/watch?v=WzV6mXIOVl4&amp;hd=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Her</a> &#8211; bereits den Anfang gemacht.</p>
<h3><a href="http://www.boell.de/de/2013/11/28/der-digitale-aufbruch-kommt-nicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hätte schlimmer kommen können</a></h3>
<p>Der Koalitionsvertrag steht und obwohl kein einziges Mal der Begriff „Netzpolitik“ darin vorkommt, sind digitale Themen so präsent wie nie zuvor. Dennoch sieht Malte Spitz in seinem Artikel für die Heinrich-Böll-Stiftung den Vertragsentwurf aus netzpolitischer Sicht kritisch. Dies liege vor allem an drei Punkten: Vorratsdatenspeicherung, <a href="http://www.neunetz.com/2013/11/27/koalitionsvertrag-keine-netzneutralitat-aber-neutralitat-bei-suchergebnissen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzneutralität</a> und <a href="https://netzpolitik.org/2013/urheberrecht-im-koalitionsvertrag-bedrohungen-lichtblicke-und-auslassungen/#more-59296" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Urheberrecht</a>. Annette Mühlberg von ver.di fasste ihre Kritik im <a href="http://politik-digital.de/9-berliner-hinterhofgespraech-wunschliste-an-die-neue-regierung-welche-netzpolitik-brauchen-wir/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hangout mit politik-digital.de</a> mit der Feststellung zusammen, dass Netzpolitik im Vertrag als Wirtschaftspolitik behandelt würde. Jedoch selbst unter diesem Aspekt sieht Thomas Knüwer auf <a href="http://www.intmag.de/2013/11/koalitionsvertrag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">intmag.de</a> den Vertrag als verfehlt, denn die Förderung der digitalen Wirtschaft würde Sicherheitsinteressen untergeordnet. Immerhin, so resümiert Spitz, „es hätte durchaus schlimmer kommen können“.</p>
<h3><a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/mir-liegt-der-177-seitige-entwurf-des-koalitionsvertrages-vor-und-ihnen-auch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8230;liegt der Öffentlichkeit exklusiv vor</a></h3>
<p>Die unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehaltenen Koalitionsverhandlungen wurden von einem ständigen Fluss von Arbeitspapieren an die Öffentlichkeit begleitet. Mit der exklusiven Verwendung dieser Dokumente durch die großen Medien sei es nun aber vorbei, hofft Stefan Niggemeier auf seinem Blog. Seit Malte Spitz diese Exklusivität sinnlos machte, indem er den ersten Entwurf des Koalitionsvertrags einfach als pdf online stellte, folgten auch große Online-Medien diesem Beispiel. Dies sei, <a href="http://malte-spitz.de/2013/11/27/eine-neue-offenheit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">so Spitz auf seinem Blog</a>, eine neue Art von Journalismus, die den Lesern Quellen zur Verfügung stelle und sie damit mündiger mache.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/lehren-aus-dem-nsa-skandal-der-bauplan-fuer-ein-sicheres-internet-12680524.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dezentral &amp; Open Source bitte</a></h3>
<p>Weder eine Nationalisierung der Netzinfrastruktur, noch ein zentrales europäisches IT-Großprojekt seien adäquate Antworten auf die NSA und das digitale Zeitalter. So argumentiert zumindest Felix von Leitner auf faz.net und fordert den dezentralen Aufbau einer europäischen Open-Source-Infrastruktur, den viele kleine Unternehmen vorantreiben sollten. Durch die Spezifikation einheitlicher Schnittstellen würde dieser die IT-Wirtschaft fördern und Monopolen entgegenwirken, die anfälliger für Überwachung seien. Schließlich sei so auch das Internet entstanden. Dass dies im Netzausbau tatsächlich der bessere Ansatz sein könnte, belegt auch eine <a href="http://www.fr-online.de/wirtschaft/wettbewerb-auf-telekommunikations-markt-telekom-konkurrenz-ruestet-auf,1472780,25445734.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a> des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste.</p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/mehr-transparenz-was-wir-von-suchmaschinen-wissen-wollen-a-900326.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Liebe Suchmaschinen</a></h3>
<p>Suchmaschinen wie Google sind der primäre Zugang zur vernetzten Öffentlichkeit, werden jedoch von privaten Konzernen betrieben. Damit sie ihre Macht weniger ausnutzen können, fordert die Große Koalition von Ihnen „Neutralität“ gegenüber allen Angeboten. Das widerspreche jedoch der Aufgabe von Suchmaschinen, meint Jürgen Geuter, da sie ja gerade diejenigen Ergebnisse filtern sollten, welche die NutzerInnen interessiere. Eine andere Möglichkeit wäre die Offenlegung der verwendeten Algorithmen. Diese öffne jedoch Tür und Tor für Manipulation seitens der Anbieter. Darum hat Geuter auf Spiegel Online einen Katalog von fünf Forderungen an Suchmaschinenbetreiber erstellt, der es NutzerInnen ermöglichen soll, Suchergebnisse kritisch zu hinterfragen.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Dem Netz den Teufel austreiben &#8211; Digitale Presseschau 45/2013</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Nov 2013 17:12:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Überwachungsskandal gerät ins Uferlose. Zwei neue Chroniken können helfen, nicht den Überblick zu verlieren. Derweil häufen sich die konkreten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Überwachungsskandal gerät ins Uferlose. Zwei neue Chroniken können helfen, nicht den Überblick zu verlieren. Derweil häufen sich die konkreten Vorschläge für Maßnahmen, die der „digitale Tölpel“ Deutschland unternehmen muss, um sich und seine Bewohner vor Überwachung zu schützen. Eine Idee: Datenschutz und Netzpolitik aus der Sicherheitsklammer des Innenministeriums befreien. Oder benötigen wir vielmehr ein nachrichtendienstliches Aufrüsten auf europäischer Ebene? Manche scheinen einer staatlichen Lösung kaum Vertrauen entgegenzubringen. Sie üben sich in Kryptografie oder verkaufen gar ihr Genom an einen privaten Konzern in Kalifornien…</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=pLoz1jYp50o&amp;feature=youtu.be&amp;hd=1" title="Netzdebatte. Schwerpunkt Überwachung: Interview mit Stephan Noller" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/pLoz1jYp50o?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
bpb Netzdebatte. Schwerpunkt Überwachung: Interview mit Stefan Noller zum Thema Algorithmen<b><br />
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<h3><a href="http://www.zeit.de/2013/46/internetpolitik-datenschutz-nsa/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der digitale Tölpel erhebt sich</a></h3>
<p>Für Götz Hamann und Stefan Schmitt ist Deutschland ein &#8220;digitaler Tölpel&#8221;, der bis in die Machtspitzen von ausländischen Geheimdiensten belauscht wird und selber keine nennenswerte IT-Industrie besitzt. Jedoch würden die Parteien, die zu den Koalitionsverhandlungen angetreten sind, zum ersten Mal das Thema ernst nehmen. Wird der Tölpel also fliegen? Daran äußern die Autoren in ihrem Artikel auf Zeit Online Zweifel. Denn die Großkoalitionäre verstünden Netzpolitik vor allem als Wirtschaftsförderung, während Fragen der Spionage und Überwachung für sie &#8220;politisches Neuland&#8221; seien. Zudem verhindere der Interessenkonflikt im Innenministerium zwischen nationaler Sicherheit und der Privatsphäre der Menschen das entschlossene Handeln gegen die Überwachung Einzelner. Um also fliegen zu können, müsste der Tölpel Innenministerium und Netzpolitik trennen.</p>
<h3><a href="http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/loechriges-deutsches-sicherheitsnetz-1.18181350" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vergesst die Moral, lasst uns über Versagen reden!</a></h3>
<p>Für Ulrich Schmid hingegen stellt vor allem die deutsche Spionageabwehr den ungelenken Vogel dar. Im Online-Angebot der NZZ lässt der Autor die Moral mal ruhen, der Schuldige sei das Bundesamt für Verfassungsschutz. Dieses habe wie schon bei den NSU-Morden „kläglich“ versagt, da es die Aktivitäten ausländischer Geheimdienste nicht aufdecken konnte. Zudem sei es abhängig vom NSA und leide daher eventuell nicht nur an einem blinden Auge. Aus diesen Gründen sieht Schmid die Lösung nur im Ausbau der nachrichtendienstlichen Kapazitäten auf europäischer Ebene, um der Abhängigkeit von den USA und einem Ungleichgewicht entgegenzuwirken. Die Chancen stünden nicht schlecht, denn „versagende Behörden erhalten stets noch mehr Mittel“.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/2013/45/ueberwachung-nsa-nichtwissen-big-data/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wir haben unsere Schatten verkauft</a></h3>
<p>Das Internet ist nicht nur Medium der Freiheit, sondern auch Technologie der Macht. Für die Verbreitung dieser Erkenntnis ist Thomas Assheuer dem NSA-Skandal zutiefst dankbar, denn die Utopie eines anonymen und freien Internets in einer überwachten analogen Welt sei schon lange tot. Internet-Konzerne wie Google und Facebook hätten, in den Worten des Soziologen Zygmunt Bauman, das Beobachtetwerden schon lange &#8220;von einer Drohung in eine Verheißung&#8221; umgewandelt. Mit dieser &#8220;verschmusten Partnerschaft&#8221; zwischen Nutzer und Konzern sei es, so Assheuer auf Zeit Online, dank Edward Snowden engültig vorbei. Stattdessen sähen sich die Menschen einer potenziell lückenlosen Überwachung ihres vermarkteten digitalen Schattens ausgesetzt. Entfremdung sei dafür &#8220;ein recht harmloses Wort&#8221;.</p>
<h3><a href="http://www.basicthinking.de/blog/2013/11/08/tagebuch-eines-weiterhin-ahnungslosen-mein-weg-zur-verschluesselung-teil-3-smime-wtf/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kontrolle über das digitale Ich</a></h3>
<p>Es gibt Menschen, die ihren digitalen Schatten nicht ohne weiteres zur Überwachung und Vermarktung an Geheimdienste oder Konzerne hergeben wollen. Auch wenn <a href="http://politik-digital.de/kreuzberger-naechte-zu-gast-auf-einer-krypto-party/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Krypto-Partys</a> in ihrem Hype etwas nachgelassen haben, teilen Blogger und Journalisten im Internet ihre ersten jungfräulichen Erfahrungen mit Verschlüsselungstechniken. Auf Basic Thinking führt <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2013/11/08/tagebuch-eines-weiterhin-ahnungslosen-mein-weg-zur-verschluesselung-teil-3-smime-wtf/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tobias Gillen</a> Tagebuch über seine Erfahrungen mit der E-Mail-Verschlüsselung und beschreibt damit den Weg eines Ahnungslosen zur selbst erkämpften Anonymität. Auch <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-01/serie-mein-digitaler-schutzschild-einleitung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Patrick Beuth</a> hat für Zeit Online einen solchen Selbstversuch gestartet. Ebenso führt <a href="https://digitalcourage.de/support/digitale-selbstverteidigung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digitalcourage e. V.</a> eine Übersicht zu digitaler Selbstverteidigung. Allen Ahnungslosen, die lieber zu Hause Tee trinken, als auf Partys mit kryptischen Namen zu gehen, sei die Lektüre empfohlen.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/genomentschluesselung-fuer-alle-sie-haben-ein-erhoehtes-risiko-fuer-prostata-krebs-12651252.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Besuch bei meinem Genom</a></h3>
<p>Es ist möglich, das eigene Genom nach 250 Merkmalen untersuchen zu lassen und so die eigene Veranlagung für Krankheiten wie Prostata-Krebs herauszufinden: für nur 99 Dollar. Richard Gutjahr hat das Angebot des kalifornischen Konzerns 23andMe wahrgenommen und so sein Genom gleichzeitig gekauft und auch verkauft. Denn der Konzern profitiert durch das Angebot von der wohl bald größten Genom-Datenbank der Welt. Um herauszufinden, was genau das Start-Up damit anfängt und wie sicher sein Genom in Kalifornien ist, reiste Gutjahr in die USA. Im Interview mit der Unternehmenssprecherin Catherine Afarian erfährt er über das medizinische Erkenntnispotential von Big Data und das Ziel eines privaten Unternehmens, dieses zu verwerten.</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/chronik-des-nsa-geheimdienstskandals-affaere-ohne-grenzen-1.1807106" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Navigieren in der „Affäre ohne Grenzen“</a></h3>
<p>Der Uferlosigkeit des Überwachungsskandals mit all seinen öffentlichen Lügen, Dementis und weiteren Enthüllungen begegnen nun zwei neue Chroniken. Sueddeutsche.de hat eine <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/chronik-des-nsa-geheimdienstskandals-affaere-ohne-grenzen-1.1807106" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chronik</a> herausgebracht, in welcher der Skandal anhand von Medienberichten und Reaktionen aus der Politik verfolgt wird. Sie beginnt am 20. Mai, dem Tag, an dem Edward Snowden die USA verließ. Sehr viel mehr Mühe hat sich Heise Online gemacht: In einer interaktiven <a href="http://www.heise.de/extras/timeline/#vars!date=2013-06-06_10:12:00!" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Timeline</a> mit Suchfunktion, verschiedenen Kategorien und Darstellungsformen können die Ereignisse vom 6. Juni (erste Veröffentlichung geheimer Dokumente) bis heute nachvollzogen werden. Ein nützliches Tool, denn in dieser „Affäre ohne Grenzen“ kann man leicht den Überblick verlieren.<br />
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<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Big Brother Award: Google und Apple dürfen sich (nicht) freuen</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Apr 2013 18:30:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Zweifelhafte Ehre: Der deutsche Big Brother Award 2013 wurde heute Abend in Bielefeld verliehen. Unter den Preisträgern des Negativ-Preises sind [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Jakob-Huber-Campact-CC-BY-NC-3.0.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-128202" alt="Jakob Huber - Campact (CC BY-NC 3.0)" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Jakob-Huber-Campact-CC-BY-NC-3.0-630x420.jpg" width="630" height="420" /></a>Zweifelhafte Ehre: Der deutsche Big Brother Award 2013 wurde heute Abend in Bielefeld verliehen. Unter den Preisträgern des Negativ-Preises sind neben Google, Apple und der Deutschen Post auch die 16 Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer.<br />
Er gilt als die Goldene Himbeere des Datenschutzes – der Big Brother Award. Das erste Mal 1989 in Großbritannien von der Menschenrechtsorganisation <a href="https://www.privacyinternational.org/">Privacy International</a> verliehen, werden auch in Deutschland seit dem Jahr 2000 alljährlich die Gewinner des zweifelhaften Preises gekürt. Die Negativauszeichnung geht dabei an Firmen, Organisationen und Personen, die oftmals in fragwürdiger Art und Weise den Datenschutz vernachlässigt oder mit Absicht gebrochen haben. Von George Orwells Roman „1984“ inspiriert, wird der <a href="http://www.bigbrotherawards.de/">Big Brother Award in Deutschland</a> vom Bielefelder Verein <a href="https://www.foebud.org/">digitalcourage (ehemals FoeBuD)</a> verliehen und soll auf das Gefahrenpotential des Datenschutzes hinweisen.<br />
In der Kategorie &#8220;Politik&#8221; wurden in diesem Jahr gleich alle 16 Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer ausgezeichnet. Die Einrichtung des Gemeinsamen Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio als Nachfolger der GEZ war für die Juroren Anlass genug, um die Trophäe in Form einer „Datenkranke“ in diesem Jahr in die Landeshauptstädte zu verschicken. Begründung der Entscheidung ist das Fehlverhalten hinsichtlich der Entwicklung des neuen Beitragsservices: „Leider hat die Politik die Chance verpasst, mit der Haushaltsabgabe eine neue, wirklich datensparsame Methode der Erhebung der Rundfunkbeiträge einzuführen“, so Laudator Frank Rosengart.<br />
Überraschungen sehen anders aus – die Kategorie &#8220;Globales Datensammeln&#8221; konnte eigentlich nur einen klaren Sieger küren: den Internetkonzern Google Inc. „Unter dem Deckmantel einer Suchmaschine und anderen Gratis-Diensten wie Maps, Docs und YouTube“ sammele Google „Echtzeit-Daten über alles und jeden und kategorisiert Menschen für seinen Werbeprofit“, heißt es aus einer offiziellen Stellungnahme der Juroren. Die Laudatoren Rena Tangens &amp; padeluun wiesen darauf hin, dass bei diesem Preisträger keine Datenschutzverstöße kritisiert würden, sondern das Problem eher darin bestünde, dass er (u.a.) global Unmengen an Daten sammele und Nutzerinnen und Nutzer als Wesenskern seines Geschäftsmodells ausforsche.<br />
Im Bereich &#8220;Arbeitswelt&#8221; kam in diesem Jahr keiner an der Apple Retail Germany GmbH vorbei. Den Big Brother Award bekam Apple für seine umfassende Videoüberwachung von Beschäftigten. Wie unlängst bekannt wurde, werden die Angestellten nicht nur in Verkaufs- und Lagerräumen, sondern auch in ihren Pausenräumen überwacht, Vor dem Hintergrund der Skandale vergangener Jahre um unzulässige heimliche Kameraüberwachungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Lidl und anderen Firmen zeigten sich die Juroren überrascht, dass die Apple Retail Germany GmbH daraus nichts gelernt habe.<br />
Weitere Preisträger des Big Brother Awards 2013 sind die Deutsche Post im Bereich &#8220;Wirtschaft&#8221; für den Verkauf von Adress- und Umzugsdaten an die werbende Wirtschaft sowie die Bundespolizei in der Kategorie &#8220;Behörden und Verwaltung&#8221; für ihre Fahndung nach rassischen und/oder ethnischen Kriterien. Von den Preisträgern gibt es bislang keine Reaktion auf die Auszeichnungen.<br />
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Bild: Jakob Huber &#8211; Campact (CC BY-NC 3.0)</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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