<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Digitale Boheme &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/digitale-boheme/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Wed, 13 Nov 2013 14:30:50 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Digitale Boheme &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Studie: Auf der Suche nach digitalen Mentalitäten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/studie-auf-der-suche-nach-digitalen-mentalitaeten-134404/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/studie-auf-der-suche-nach-digitalen-mentalitaeten-134404/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Nov 2013 14:30:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[IFSE]]></category>
		<category><![CDATA[Institut für Strategieentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Boheme]]></category>
		<category><![CDATA[Netzgemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Mentalität II]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=134404</guid>

					<description><![CDATA[Die digitale Spaltung, der “Riss durch die Gesellschaft” &#8211; die vermeintliche Lücke zwischen der sogenannten Netzelite und dem durchschnittlichen Surfer, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Mind-the-Gap_lisainglasses.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-134408" alt="lisainglasses (CC BY-NC-SA 2.0)" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Mind-the-Gap_lisainglasses.jpg" width="640" height="398" /></a>Die digitale Spaltung, der “Riss durch die Gesellschaft” &#8211; die vermeintliche Lücke zwischen der sogenannten Netzelite und dem durchschnittlichen Surfer, den “Nerds” und den “Anderen”, ist seit Jahren ein Dauerbrenner in der Selbstbespiegelung der Netzszene. Eine Studie hat sich nun wissenschaftlich damit befasst und gefragt, wie sich durchschnittliche deutsche Internetnutzer im Vergleich zu den besonders Aktiven im Netz verhalten. Ähneln sich die Einstellungen von Webaktiven und “Durchschnittsnutzern” oder unterscheiden sie sich fundamental voneinander? Wie bewerten beide Gruppen die Internetkompetenz von Parteien und wie netzpolitische Themen? Die Antwort: Es kommt darauf an.<br />
Netzgemeinde, Netz- oder Twitterelite, digitale Boheme &#8211; es gibt viele Versuche, die digitale Szene unter einen Begriff zu fassen. Und für diese Szene – wenn man sie denn so nennen will – hagelte es in letzter Zeit eine Menge Kritik. Die Bloggerin <a href="http://frau-dingens.de/?p=2684" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frau Dingens </a>schrieb kürzlich von “elitären Netzhipstern”, denen “eigentlich nur noch die Nerd-Pride-Goldkette um den Hals fehlt” und fragte sich, für wen die „Netzgemeinde“ da eigentlich spricht. Diese Frage stellte sich auch das Berliner Institut für Stategieentwicklung (<a href="http://www.ifse.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IFSE</a>). Im Rahmen der Studie “<a href="http://www.ifse.de/artikel-und-studien/einzelansicht/article/digitale-mentalitaet-ii-webaktive-und-internetnutzer-in-deutschland.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitale Mentalität II</a>” hat das Institut evaluiert, wie sich die sogenannten “Webaktiven” im Vergleich zum “durchschnittlichen Internetnutzer der Bundesrepublik” im Netz und darüber hinaus verhalten. Dazu wurde eine repräsentative Stichprobe deutscher Internetnutzer mit eine Stichprobe von Webaktiven verglichen.<br />
Unter Webaktiven versteht das Institut dabei diejenigen Personen, die nach eigener Einschätzung besonders aktiv im Netz sind und gleichzeitig den netzpolitischen Diskurs prägen. Seit Ende Oktober sind einige Ergebnisse der Studie öffentlich: Unterscheiden sich die Einstellungen der beiden Gruppen zu Datenschutz, Vorratsdatenspeicherung und Sicherheit im Internet fundamental? Und wie wird die netzpolitische Expertise der deutschen Politiker eingeschätzt?<br />
Die Internetkompetenz der Parteien wird von Webaktiven wie Internetnutzern gleichermaßen als gering eingeschätzt. Sowohl die Webaktiven wie die Internetnutzer schätzen lediglich die Internetkompetenz der Piratenpartei als sehr gut ein. Den etablierten Parteien wird in dieser Hinsicht nur wenig zugetraut. Einzig die Grünen können bei den Internetnutzern ein wenig punkten – immerhin die Hälfte aller befragten Internetnutzer nimmt sie als (eher) kompetente Partei in punkto Webnutzung wahr. SPD, CDU/CSU, FPD und Linke dagegen werden von beiden Gruppen für wenig kompetent in Sachen Internet gehalten. Insbesondere bei den Webaktiven fällt das Urteil verheerend aus. So schreiben beispielsweise nur fünf Prozent der Webaktiven der CDU eine (eher) hohe Internetkompetenz zu.</p>
<h3>Zu viel oder zu wenig Staat?</h3>
<p>Schlechte Noten für die Parteien also sowohl von den Netzaktiven als auch von den Internetnutzern. Sehr unterschiedlich hingegen bewerten die beiden jedoch konkrete Politikfelder und einzelne netzpolitisch relevante Aspekte. Besonders deutlich werden diese Differenzen bei den Themen Privatsphäre und Datenschutz: So sprechen sich 75 Prozent der Webaktiven ausdrücklich gegen die Vorratsdatenspeicherung zur Bekämpfung von Verbrechen aus. Die Hälfte aller befragten Internetnutzer dagegen befürwortet die Vorratsdatenspeicherung ebenso wie Online-Durchsuchungen durch den Staat als Instrument der Verbrechensbekämpfung. Letztere werden von den Webaktiven mit einer Mehrheit von 69 Prozent abgelehnt.<br />
Generell sehen Webaktive staatliche Eingriffe sehr skeptisch. Lediglich 32 Prozent der Aktiven verlangen mehr gesetzliche Anstrengungen zum Schutz der User vor kriminellen Handlungen im Internet. Ganz im Gegensatz zu den Internetnutzern, von denen sich 87 Prozent ein stärkeres Eingreifen des Staates wünschen. Ein Grund dafür ist sicher, dass immerhin 63 Prozent derselben fürchten, im Internet Opfer von Betrug oder Missbrauch ihrer Daten zu werden. Diese Sorge teilen hingegen nur 35 Prozent der Webaktiven.<br />
Diese Ergebnisse ebenso wie die stark ausgeprägte Forderung nach Transparenz bei Webaktiven lassen vermuten, dass sie nicht nur über mehr Erfahrung, sondern auch über ein größeres technisches Wissen verfügen als die Internetnutzer, und dementsprechend ein stärkeres Vertrauen gegenüber Online-Diensten und -Sicherheit entwickelt haben.<br />
Webaktive verbringen deutlich mehr Zeit mit Medienkonsum – im Schnitt beschäftigen sie sich täglich fast drei Stunden mit dem privaten Computer (173 Minuten), im Vergleich zu 96 Minuten bei Internetnutzern. Auffällig hieran ist, dass Webaktive mehrere Medienaktivitäten bzw. -funktionen über das Endgerät PC abwickeln, beispielsweise Radio hören, TV schauen oder online Nachrichten lesen. Diese Aktivitäten finden teilweise gleichzeitig statt (z.B. online Musik hören, E-Mails lesen und Zeit in sozialen Netzwerken verbringen). Hinsichtlich der Aktivitäten im Internet sehen wir, dass Webaktive und Internetnutzer am häufigsten E-Mail und Facebook nutzen. Darüber hinaus erstellen Webaktive viel eigenen Content, zum Beispiel in Form von Forumsbeiträgen (41 Prozent), eigenen Websites (26 Prozent) und Twitter (23 Prozent). Durch diese Eigenproduktion von digitalem Content entsteht u.a. die These, dass Webaktive Meinungsführer bei netzpolitischen Themen sind, Diskurse im Netz verfolgen, kommentieren und mitgestalten &#8211; und ihre Meinung deshalb von hoher politischer Relevanz ist. Aber sie stellen auch eine wirtschaftliche Größe dar: Generell geben Webaktive mehr für Medieninhalte (digital wie analog) aus (77 Euro monatlich) als durchschnittliche Internetnutzer (61 Euro monatlich).<br />
Die Studie hat die Ergebnisse einer Umfrage unter Webaktiven mit einer repräsentativen Umfrage unter allen deutschen Internetnutzern zwischen 14 und 69 Jahren verglichen. Und was zeichnet die beiden Gruppen aus? Webaktive sind im Schnitt überdurchschnittlich jung (20-39 Jahre), gebildet, urban – und männlich. Lediglich 16,9 Prozent der Webaktiven sind Frauen. Bei den Internetnutzern dagegen machen Frauen nahezu die Hälfte aus. Weitere <a href="http://www.ifse.de/artikel-und-studien/einzelansicht/article/digitale-mentalitaet-ii-webaktive-und-internetnutzer-in-deutschland.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hintergrundinformationen</a> zur Studie finden sich auf der Homepage des IFSE. Dort werden außerdem weitere Aspekte der Studie präsentiert. Zusätzlich zu den hier vorgestellten Ergebnissen hat das IFSE unter anderem die Einstellungen der beiden Gruppen zu illegal kopierten Inhalten, zu Urheberrechtsverletzungen und zur Finanzierung digitaler Inhalte erfasst.<br />
&nbsp;<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/66206547@N00/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">lisainglasses</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-SA 2.0)</a><br />
&nbsp;</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/studie-auf-der-suche-nach-digitalen-mentalitaeten-134404/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Digitale Presseschau 29/2012</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/digitale-presseschau-292012-119357/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/presseschau/digitale-presseschau-292012-119357/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Daniel Schumacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jul 2012 15:31:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Boheme]]></category>
		<category><![CDATA[Sandro Gaycken]]></category>
		<category><![CDATA[Internetsucht]]></category>
		<category><![CDATA[Kim Dotcom]]></category>
		<category><![CDATA[Marissa Mayer]]></category>
		<category><![CDATA[Women Under Siege Syria]]></category>
		<category><![CDATA[Cyberwar]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Knüwer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=119357</guid>

					<description><![CDATA[Sascha Lobo ist Vorbild und Zerrbild der Berliner „digitalen Bohème“. Internetjunkies sind wie Nikotinabhängige und Tageszeitungen haben ausgedient. Aber warum [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sascha Lobo ist Vorbild und Zerrbild der Berliner „digitalen Bohème“. Internetjunkies sind wie Nikotinabhängige und Tageszeitungen haben ausgedient. Aber warum ist Kim Dotcom das neue Popsternchen? Das und noch mehr in der heutigen Ausgabe der Presseschau.</p>
<p>[youtube http://www.youtube.com/watch?v=MokNvbiRqCM&amp;feature=player_embedded;w=630&amp;h=340]<br />
Bisher war Kim Schmitz, alias Kimble oder Kim Dotcom, nur als durchgeknallter Internet-Multimillionär bekannt. Sein Portal Megaupload hat ihn reich und berühmt gemacht und brachte ihn wegen Urheberrechtsverletzungen in ein neuseeländisches Gefängnis. Nun präsentiert er sich als Sänger und &#8220;Freiheitskämpfer&#8221; auf YouTube. Adressiert an den US-Präsidenten Barack Obama streut Kim Dotcom die These, dass der Krieg gegen das Internet begonnen hat. Die Redaktion von politik-digital sagt: Das Lied hat eindeutig Hitpotential, aber ob der Vergleich zwischen SOPA, PIPA und ACTA mit MEGA wirklich zutrifft? Wir zweifeln dran.</p>
<p><strong><a title="Diese verflixten tausend Euro" href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitale-boheme-in-berlin-diese-verflixten-tausend-euro-11823254.html">Diese verflixten tausend Euro</a></strong></p>
<p>Berlin: Das Social Media-Mekka Deutschlands, das Pflaster des &#8220;Hipstertums&#8221; und, laut FAZ-Blogger Don Alphonso, Heimstätte der digitalen Bohème. Beispiele sind Netzexperten wie Sascha Lobo, Piratensprecher Johannes Ponader und Startup-Gründer wie die Samwer-Brüder. Zukunft? Ja, aber nur mit bedingungslosem Grundeinkommen und der Hoffnung, &#8220;Germany&#8217;s next Lobo, Ponader oder Samwer zu werden&#8221;. Bis dahin versucht man sich mit schlecht bezahlten Gastbeiträgen über Wasser zu halten oder doch die politische Karriere bei den Piraten zu verfolgen.</p>
<p><strong><a title="Syrien: Live-Landkarte von Vergewaltigungen" href="http://futurezone.at/netzpolitik/10129-syrien-live-landkarte-von-vergewaltigungen.php">Syrien: Live-Landkarte von Vergewaltigungen</a></strong></p>
<p>In Syrien herrscht Bürgerkrieg. Tagtäglich gibt es neue Berichte über Mord, Folter und Vergewaltigungen. Die Initiative &#8220;Women Under Siege Syria&#8221; hat aus diesem Grund eine Live-Landkarte ins Netz gestellt, um Gewaltverbrechen an Frauen so aktuell wie möglich zu dokumentieren. Der Artikel von Madleine Amberger auf dem Nachrichtenportal futurezone.at befasst sich mit der Entstehung und Entwicklung solcher &#8220;Krisenlandkarten&#8221; als &#8220;neueste Waffe im Arsenal von Menschenrechtsorganisationen&#8221;.</p>
<p><strong><a title="Exploiting the Neuroscience of Internet Addiction" href="http://www.theatlantic.com/health/archive/2012/07/exploiting-the-neuroscience-of-internet-addiction/259820/">Exploiting the Neuroscience of Internet Addiction</a></strong></p>
<p>Wussten Sie, dass Onlineaktivitäten Glückshormone freisetzen? Nein? Dann könnte Ihnen der Artikel von Bill Davidow im US-Magazin „The Atlantic“ weiterhelfen. Darin beschäftigt sich der Ingenieur, Autor und Risikokapital-Unternehmer mit dieser Frage sowie mit den Gefahren der Internetsucht und dem Profit, den Internetfirmen daraus ziehen. Denn die haben längst verstanden, was Tabak-Konzerne schon immer wussten: &#8220;Die Sucht ist gut fürs Geschäft&#8221;.</p>
<p><strong><a title="Das verzerrte Bild von Arbeitszeit und Erfolg" href="http://netzwertig.com/2012/07/19/firmenlenker-und-startup-gruender-das-verzerrte-bild-von-arbeitszeit-und-erfolg/">Das verzerrte Bild von Arbeitszeit und Erfolg</a></strong></p>
<p>Mit Marissa Mayer hat eine schwangere Frau die Firmenleitung von Yahoo übernommen. Ein Novum, denn Erfolg ist im öffentlichen Bewusstsein meist mit überdurchschnittlichem Engagement und Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit verbunden. Martin Weigert veranschaulicht auf netzwertig.com dieses arbeitsrechtliche Problem und kommt zu dem Schluss, dass harte Arbeit und der Verlust von Freizeit nicht zwangsläufig mit Erfolg und besserer Leistung gleichzusetzen sind. Workoholics seien kein Ideal und deswegen hofft der Autor, dass das Beispiel Marissa Mayer kein Einzelfall bleibt.</p>
<p><strong><a title="&quot;Tageszeitungen sterben, kommen wir drüber weg&quot;" href="http://www.vocer.org/de/artikel/do/detail/id/228/%22tageszeitungen-sterben-kommen-wir-drueber-weg%22.html">&#8220;Tageszeitungen sterben, kommen wir drüber weg&#8221;</a></strong></p>
<p>Der Journalismus steht am Scheideweg. Nein, damit ist nicht das Leistungsschutzrecht gemeint. In einem Interview, das Ulrike Langer mit dem Gründungs-Chefredakteur der deutschen &#8220;Wired&#8221; Thomas Knüwer für vocer.org führte, sieht dieser keine Zukunft für das klassische Format Tageszeitung. Neue Ideen seien gefragt im Journalismus, denn: &#8220;Wenn Journalismus keine Innovationen hervorbringt, stirbt er&#8221;, so Knüwer.</p>
<p><strong><a title="&quot;Cyberwar ist humaner als ein echter Krieg&quot;" href="http://futurezone.at/netzpolitik/9827-cyberwar-ist-humaner-als-ein-echter-krieg.php?rss=fuzo">&#8220;Cyberwar ist humaner als ein echter Krieg&#8221;</a></strong></p>
<p>Ist Cyberwar super-sexy? Im Interview auf futurezone.at beantwortet der deutsche Cyberwar-Experte Sandro Gaycken diese und andere Fragen. Laut Gaycken, der Militärs in Cyberwar-Fragen berät, sind breit angelegte Hacker-Angriffe sehr viel kostengünstiger und effizienter als traditionelle Spionage und deshalb besonders attraktiv für einige Staaten. Auch einen Ratschlag für junge Hacker hat Gaycken: &#8220;Nicht für die bösen Jungs arbeiten. Wer auch immer das gerade ist&#8221;.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/presseschau/digitale-presseschau-292012-119357/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sascha Lobo: W-LAN für alle</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/sascha-lobo-w-lan-fuer-alle-3624/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/sascha-lobo-w-lan-fuer-alle-3624/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Oct 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Boheme]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative D21]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/sascha-lobo-w-lan-fuer-alle-3624/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Am Dienstag, den 30. Oktober, war Sascha Lobo, Autor von &#34;Wir nennen es Arbeit&#34; und Blogger auf riesenmaschine.de, zu Gast im Chat zum Jahreskongress der Initiative D21. Er sprach
über sein Konzept der digitalen Bohème und seine Forderungen für eine digitale Gesellschaft.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Am Dienstag, den 30. Oktober, war Sascha Lobo, Autor von &quot;Wir nennen es Arbeit&quot; und Blogger auf riesenmaschine.de, zu Gast im Chat zum Jahreskongress der Initiative D21. Er sprach<br />
über sein Konzept der digitalen Bohème und seine Forderungen für eine digitale Gesellschaft.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Herzlich willkommen zum D21-Chat mit<br />
Sascha Lobo, live vom D21-Jahreskonress in Dresden. Der Werber,<br />
Internetfachmann und digitale Bohèmien saß gerade noch<br />
auf dem Podium, jetzt ist er hier an den D21-Messestand gekommen.<br />
<br />
Die erste Frage vorab an Sascha Lobo. Wie sieht es aus, können<br />
wir starten?</p>
<p><b>Sascha Lobo:</b> Hallo, übrigens.
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/slobo.jpg" alt="Sascha Lobo" border="0" height="374" width="295" /><br />
<i>Sascha Lobo</i>
</p>
<p align="left">
<br />
<b>d20: </b>Haben Blogs Einfluss auf politische Entscheidungen?</p>
<p><b>Sascha Lobo:</b> Ja. In Deutschland allerdings bedeutend<br />
weniger als in anderen Staaten. Ich halte die politische Diskussion<br />
in Blogs in Deutschland im Übrigen für unterentwickelt.</p>
<p><b>R2D2:</b> Braucht die E-Society eine Elite, die sie<br />
vorantreibt?
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo:</b> Ah, Sie spielen auf den Satz an,<br />
mit dem ich hier vorgestellt wurde. Er ist nicht von mir. Ich habe<br />
nichts gegen das Wort „Elite“, das ist in diesem Kontext<br />
aber etwas muffig besetzt. Was wir brauchen, sind Menschen, die<br />
sich mit der Digitalen Gesellschaft intensiv beschäftigen,<br />
auch und besonders abseits von Unternehmen und der Administration.</p>
<p><b>Oberholzer:</b> Das Café St. Oberholz in Berlin-Mitte<br />
gilt auch dank Dir als Inbegriff der „digitalen Bohème“.<br />
Welche weiteren Orte und Rahmenbedingungen braucht die E-Society,<br />
um sich kreativ entfalten zu können?</p>
<p><b>Sascha Lobo:</b> Viel weniger Orte als Rahmenbedingungen.<br />
Ich glaube, dass es ein Recht auf Internetzugang geben sollte, vergleichbar<br />
mit der „Grundversorgung“ durch öffentlich-rechtliche<br />
Medien, und im übrigen ebenso querfinanziert, also vom Nutzergefühl<br />
her kostenlos. Darüber hinaus halte ich ein Schulfach Online-Erziehung<br />
für sehr sinnvoll. Und notwendig, so als Rahmenbedingung.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine erste Nachfrage zu den unterentwickelten<br />
politischen Blogs:</p>
<p><b>pfpfpf: </b>Wie könnte sich die politische Diskussion<br />
denn besser entwickeln und mehr Bedeutung bekommen?
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo:</b> Ich weiß keine klinisch reine<br />
Antwort auf diese Frage, leider. Ich glaube aber, dass mehr Menschen<br />
politische Diskussion im Netz als notwendig für die Weiterentwicklung<br />
der Demokratie ansehen sollten. Ich glaube, dass hier die Nutzer<br />
in der Verantwortung sind. Politische Diskussion kann schwierig<br />
von oben verordnet werden.</p>
<p><b>Moderator:</b> Es regt sich Kritik zur Ankündigung<br />
mit der Elite, aber auch an den Bloggern allgemein:</p>
<p><b>elite:</b> Warum sind sich Blogger nicht bewusst, dass<br />
sie keine Elite, sondern einem kleinen Nerd-Kreis angehören?<br />
Warum überschätzen sich Blogger so maßlos?</p>
<p><b>Sascha Lobo: </b>Das sind ja vollkommen zusammenhanglose<br />
Fragen ohne tiefer gehende Ahnung. Die meisten Blogger sind sich<br />
bewusst, dass sie keiner Elite im eigentlichen Sinn angehören.<br />
Demgegenüber überschätzen sich Blogger maßlos,<br />
weil sich Menschen maßlos überschätzen.
</p>
<p>
<b>Reichelt: </b>Muss die Blogosphäre politischer<br />
werden?</p>
<p><b>Sascha Lobo: </b>Muss muss sie nichts müssen,<br />
ich würde es mir aber wünschen.</p>
<p><b>Rembrandt: </b>In einigen Blogs ist zur Zeit die Rede<br />
von einem Ende des Blog-Hypes. Was hältst du davon?
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo:</b> In einigen Blogs ist immer die Rede<br />
von irgendwas, das liegt in der Natur der Sache. Es stimmt aber,<br />
dass sich die mediale Beachtung abkühlt. Umso besser, denn<br />
das, was hinter Blogs steht, halte ich für gesellschaftlich<br />
äußerst wertvoll. Diese Substanz besteht unabhängig<br />
davon, ob Blogs jetzt häufiger oder seltener auf Spiegel Online<br />
zitiert werden.
</p>
<p>
<b>pfpfpf:</b> Wie findest du denn den Jahreskongress<br />
bis jetzt? Wie können solche Veranstaltungen die E-Society<br />
voranbringen?
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo: </b>Vom Kongress habe ich bis jetzt eigentlich<br />
nur die Podiumsdiskussion mitbekommen und die fand ich gut, auch,<br />
weil das Publikum überraschend interessiert war. Es ist original<br />
niemand rausgegangen, also tatsächlich niemand im Sinne von<br />
keiner. Ich glaube auch, dass jede Veranstaltung, die die Digitale<br />
Gesellschaft in den Vordergrund stellt, sinnvoll sein kann &#8211; wenn<br />
die richtigen Themen angesprochen werden.</p>
<p><b>Moderator: </b>Vielleicht sollten wir auch für<br />
die User, die nicht in Dresden sind, kurz erzählen, was auf<br />
dem Podium besprochen wurde:</p>
<p><b>Rge: </b>Wie war es denn gerade auf dem Podium?
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo:</b> Auf dem Podium saßen der ziemlich<br />
supere Tim Cole, der auch die beeindruckend offene Keynote gehalten<br />
hat, dann der Chef von Intel, ein Vertreter der Europäischen<br />
Kommission, der Geschäftsführer der ZEIT, ein Staatssekretär<br />
von Schäuble und ich. Besprochen wurden auch die heiklen Themen<br />
wie Online-Durchsuchung, Vorratsdatenspeicherung und Wahlcomputergetöse,<br />
allerdings eher am Rand. Man war sich verhältnismäßig<br />
einig, dass die Punkte Infrastruktur und Bildung rund ums Netz intensiver<br />
angegangen werden müssen.</p>
<p><b>Moderator: </b>Stichwort heiße Themen wie Online-Durchsuchung<br />
etc.:
</p>
<p>
<b>Rullermunk:</b> Wenn Du Herrn Schäuble treffen<br />
würdest, was würdest Du ihm sagen?</p>
<p><b>Sascha Lobo: </b>Ich bin ehrlich gesagt verhältnismäßig<br />
froh, dass er nicht konnte.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine Nachfrage zur digitalen Gesellschaft,<br />
die Du angesprochen hattest:</p>
<p><b>katta:</b> Was sind denn die „richtigen“<br />
Themen?
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo:</b> Die richtigen Themen sind die Erhaltung<br />
der freien Struktur des Internets, die Teilhabe aller Menschen an<br />
der digitalen Welt und die Entwicklung von so etwas wie einer Gesellschaft<br />
im Netz. Bis jetzt sind da nur ein Haufen User. Und ein paar Unternehmen,<br />
natürlich.</p>
<p><b>katta:</b> Was sind denn deine Modelle, gegen digitale<br />
Spaltung vorzugehen und zumindest in Deutschland eine flächendeckende<br />
Online-Nutzung zu gewährleisten?</p>
<p><b>Sascha Lobo: </b>W-LAN für alle, festgeschrieben<br />
als Teil der Grundversorgung. Zum Beispiel.
</p>
<p>
<b>karfunkel: </b>Was glauben Sie, wie wird sich die<br />
E-Society in den nächsten 20, 30 Jahren entwickeln?
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo:</b> Ich hoffe, dass (ich finde das Wort<br />
E-Society grauenhaft) die digitale Gesellschaft sich zu einer treibenden<br />
Kraft von einer offenen, toleranten und diskussionsintensiven Öffentlichkeit<br />
entwickeln kann. Bin aber nur mitteloptimistisch.</p>
<p><b>Java:</b> Wie möchtest du W-LAN für alle<br />
finanzieren?
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo:</b> Mir egal, ehrlich gesagt. Ich fordere<br />
das nur, weil es möglich sein muss. Ob das über GEZ-artige<br />
Gebühren oder über Steuern oder über werbefinanzierte<br />
Modelle realisiert wird, kann man diskutieren.</p>
<p><b>Java:</b> Welche Pflicht haben denn deiner Meinung<br />
nach die Unternehmen, um eine digitale Gesellschaft zu stärken?
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo:</b> Pflicht ist da schwierig. Ich wäre<br />
schon froh, wenn sie einer digitalen freien Gesellschaft nicht im<br />
Weg stehen würden. Aber ich hoffe, dass in Unternehmen die<br />
entsprechenden technologischen Fortschritte erreicht werden können,<br />
die eine solche Gesellschaft leichter möglich machen.</p>
<p><b>javaman</b>: Was hältst du von der Freifunk-Bewegung<br />
in Berlin? Das geht doch in diese Richtung.
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo:</b> Ja, das ist richtig, aber noch zu<br />
klein, um wirklich und nachhaltig etwas zu bewirken. Den Ansatz<br />
finde ich auch super, aber es ist noch immer zu kompliziert (bzw.<br />
war es bis vor einiger Zeit), um als Lösung für jedermann<br />
und -frau zu funktionieren. Über neue Entwicklungen in diesem<br />
Bereich kann man mich gerne informieren, ein Problem dieser Szenen<br />
ist, dass sie sehr zersplittert und in einigen Bereichen „überpolitisiert“<br />
zu sein scheint.</p>
<p><b>dermitdemiro:</b> Welche gesellschaftspolitischen Pflichten<br />
haben Unternehmen überhaupt, bezogen auf Neue Medien? In Deinem<br />
Buch argumentierst Du ja sehr marktkonform, die FDP lässt grüßen.
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo:</b> Der zweite Teil, diese FDP-Behauptung,<br />
ist totaler Unsinn und zeigt, dass Du das Buch nicht oder nicht<br />
richtig gelesen hast. Der erste Teil ist nicht leicht zu skizzieren,<br />
weil Unternehmen immer interessengesteuert sind, und diese Interessen<br />
auch mal einer Gesellschaft, wie ich sie für richtig halte,<br />
diametral gegenüberstehen können. Daher kann man auch<br />
über Modelle nachdenken, die das ganze über einen finanziellen<br />
Mechanismus regeln.
</p>
<p>
<b>wennnichjetzt:</b> Stichwort Demokratie: Lässt<br />
sich das Internet demokratisieren, ohne auch die politischen Strukturen<br />
„draußen“ zu verändern?
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo:</b> Schwierige Frage, ich glaube eher<br />
nein, wie man das jetzt in Burma gesehen hat. Ich weiß aber,<br />
dass es umgekehrt einen guten politischen Einfluss hat, wenn das<br />
Internet in einer Gesellschaft als Kommunikationsmittel dient.</p>
<p><b>kcirtap: </b>Stichwort Gentrifizierung des Internets:<br />
Nimmt Deiner Meinung nach die Anzahl von Blogs / Communities / Partnerbörsen<br />
zu, in denen man lieber unter sich bleiben möchte?
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo:</b> Ich weiß nicht, ob man das<br />
so pauschalisieren kann. Gentrifizierung des Internet ist als Stichwort<br />
totaler Quatsch. Alle gehören ins Internet und ich sehe keine<br />
Verdrängung, die eine Voraussetzung für die Gentrifizierung<br />
als verwendeter Begriff wäre.</p>
<p><b>euopol: </b>Wo steht die deutsche E-Society im Vergleich<br />
mit anderen Ländern?
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo:</b> Ich kann das leider nur etwas oberflächlich<br />
einschätzen, weil ich die digitale Gesellschaft nur in wenigen<br />
Ländern gut einschätzen kann. Aber ich sehe Punkte, in<br />
denen Deutschland mitprägend ist, etwa Wikipedia zu füllen,<br />
und andere Punkte, in denen das nicht der Fall ist, wie die oben<br />
angesprochene politische Diskussion oder auch Blogs generell. Deutschland<br />
ist leider noch eine Art Blogentwicklungsland, wenn man von den<br />
Nutzerzahlen ausgeht. Warum das so ist, da könnte ich jetzt<br />
bunte Spekulationen hinschreiben, aber ich weiß keine echten<br />
Gründe dafür.</p>
<p><b>papierlärm:</b> Wie siehst Du überhaupt die<br />
„Szene“ der Web 2.0 Bewegung in Deutschland? Da leben<br />
doch viele nebeneinander her, nix mit sozial und gemeinsam, eher<br />
beschnüffeln, Teilöffentlichkeiten und Abschottung, oder?
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo: </b>Es gibt keine „Szene“,<br />
Web 2.0 ist auch keine Bewegung oder so, sondern der gegenwärtige<br />
Entwicklungsstand des Internet. Insofern leben natürlich viele<br />
nebeneinander her, was auch vollkommen okay ist. Es gibt aber durchaus<br />
viele Menschen, die online intensiver und mehr kommunizieren als<br />
früher, bzw. vor dem Internet.</p>
<p><b>Flagship: </b>Was sind eigentlich die schlimmsten Buzzwords,<br />
die Du so innerhalb des letzten Jahres gehört hast? Und welche<br />
davon hast Du selbst im Wortschatz?
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo: </b>Die meisten Buzzwords sind schlimm,<br />
bzw. phrasenhaft, aber ich finde, man sollte nicht zu sehr darauf<br />
rumhacken bzw. ich nicht, denn ich habe ja auch eins mitgeprägt,<br />
die digitale Bohème, haha.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Passt vielleicht auch zum Thema:</p>
<p><b>eman resu:</b> Ist die Idee einer E-Society nicht grenzenlos<br />
überhyped und hat mit der Lebenswirklichkeit der meisten Menschen<br />
rein gar nichts zu tun?</p>
<p><b>Sascha Lobo: </b>Nein. Das war auch schon die Antwort.
</p>
<p>
<b>Purple:</b> Was glaubst du, kann zur Verminderung<br />
der digitalen Spaltung in unserer Gesellschaft beitragen?</p>
<p><b>Sascha Lobo:</b> Dazu habe ich weiter oben schon Stellung<br />
genommen. In der Hauptsache geht es darum, sowohl Infrastruktur<br />
wie freies W-LAN zur Verfügung zu stellen, als auch Bildung<br />
zu ermöglichen, etwa mit einem Schulfach Online-Erziehung.
</p>
<p>
<b>carambolage:</b> Welche Rolle sollte das Internet<br />
in Bildung und Schule spielen, damit eine digitale Gesellschaft<br />
erreicht werden kann?</p>
<p><b>Sascha Lobo:</b> Wie gesagt, ich bin für ein Schulfach<br />
Online-Erziehung. Dass das Netz in 99 Prozent der Bildungseinrichtungen<br />
oberhalb der Schule selbstverständlich ist, zeigt ja, wo es<br />
hingeht. (Also zu fächerübergreifende Integration)</p>
<p><b>data:</b> Muss man für Online-Erziehung nicht<br />
erstmal die Lehrer schulen? Und Politiker? Wer könnte diese<br />
Leute ausbilden?</p>
<p><b>gereon: </b>A propos Schulen: Hauptproblem ist die<br />
Medienkompetenz der Lehrer nicht die Schulhardware. Wie soll man<br />
da vorgehen?
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo: </b>Ein richtiger Punkt, vor allem bei<br />
Politikern ist das Unwissen erschreckend und wird zum Teil kokett<br />
vorgetragen. Aber hier ziehe ich mich wiederum aus der Affäre:<br />
Mir ist egal, wie es ermöglicht wird, es muss eben ermöglicht<br />
werden. Vor hundert Jahren waren Argumente wie „was, wir sollen<br />
wirklich jedes Dorf mit so einer komischen „Straße“<br />
anbinden“ ja auch schon doof.</p>
<p><b>Moderator:</b> Ein Einwand und eine Frage gleich hinterher:</p>
<p><b>gereon:</b> Fakt ist, dass Web 2.0 zwar in den Massenmedien<br />
angekommen ist, aber nur als abgeschmacktes Zerrbild von dem, was<br />
Menschen im Netz machen. Statistisch gesehen macht eben doch nur<br />
eine kleine Elite da Kram mit den neuen Tools; abgesehen von ein<br />
paar Spitzen, die dann im Longtail ganz vorne stehen und auch gar<br />
nicht mehr so innovativ sind. Ich finde, das sind Gründe für<br />
das Argument eines Hypes.</p>
<p><b>exeter: </b>Wie wird Web 3.0 aussehen?
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo:</b> Natürlich gibt es den Hype,<br />
er ändert aber nichts daran, dass dahinter eine Substanz geschaffen<br />
wird, genau in diesem Moment, die die Gesellschaft sehr stark prägt,<br />
bzw. prägen wird. <br />
Web 3.0 ist ein Begriff, der sich in fünf Jahren anhört<br />
wie diese 60er-Jahre „Urlaub auf dem Mond“-Bilder heute<br />
aussehen. Ich weiß noch keinen Begriff für das, was danach<br />
kommt.</p>
<p><b>Hommage:</b> Welche Strategien gibt es, um mit Weblogs<br />
genug Geld zu verdienen, um davon leben zu können?
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo:</b> Es gibt weniger Strategien, als Experimente.<br />
Eines davon ist adical, also meine Firma mit den Menschen von Spreeblick<br />
zusammen, die Werbung in Blogs verkauft. Ansonsten muss ein Blog<br />
nicht vordringlich dem Geldverdienen dienen. Es sollte halt nur<br />
möglich sein. </p>
<p><b>data: </b>Wie frei kann man denn als freischaffender<br />
digitaler Bohèmien tatsächlich sein? Immerhin gibt es<br />
doch auch da Rechnungen zu bezahlen, Abhängigkeiten etc. Oder<br />
etwa nicht?
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo:</b> Ja, natürlich. Aber ich glaube,<br />
dass die Abhängigkeiten da kleiner sind, bzw. geringer. Vollkommene<br />
Unabhängigkeit existiert in meinen Augen nicht oder ist nicht<br />
besonders spannend.</p>
<p><b>Moderator: </b>Zwei Fragen zum gleichen Thema:</p>
<p><b>fantasta:</b> Wie familienfreundlich ist das ganze<br />
Konzept der digitalen Bohème eigentlich?
</p>
<p>
<b>msaip</b>: Was spricht eigentlich gegen eine Festanstellung?<br />
Warum passt das nicht ins Konzept einer digitalen Elite? Für<br />
die meisten Menschen bedeutet Festanstellung doch auch Sicherheit,<br />
gerade für Familien.
</p>
<p>
<b>Sascha Lobo:</b> Halt, halt, hier werden verschiedene<br />
Dinge durcheinander geworfen. Das Konzept der digitalen Bohème<br />
ist unter den gegenwärtigen Bedingungen, die der Staat zur<br />
Verfügung stellt, tatsächlich nicht besonders familienfreundlich.<br />
Auf der anderen Seite sind Freiberufler in der Regel auch wesentlich<br />
flexibler, was Arbeitszeiten und -orte angeht und das kommt auch<br />
den Kindern zu Gute.</p>
<p><b>richy:</b> Wenn du ein Kind hättest, zu was für<br />
einer Ausbildung / Beruf würdest du ihm raten?</p>
<p><b>Sascha Lobo:</b> Ganz klar nach Interesse, und zwar<br />
ausschließlich. Es gibt nichts Bescheuerteres als einen Job,<br />
den man hasst. Oder nur wenig.</p>
<p>i<b>chertser: </b>Bist Du eigentlich ein Nerd oder ein<br />
Promoter?</p>
<p><b>Sascha Lobo:</b> Eher Promoter, würde ich sagen.<br />
Übrigens ist das „oder“ insofern unberechtigt,<br />
als dass natürlich auch beides möglich ist. </p>
<p><b>Moderator:</b> Dann sind wir auch schon kurz vor Schluss:<br />
Sascha, willst Du noch ein Schlusswort?</p>
<p><b>Sascha Lobo: </b>Man ist ja immer irgendwie kurz vor<br />
Schluss. Ja, gern. Ich würde mich freuen, wenn jeder sein eigenes<br />
digitales Gesellschaftsengagement in seinem Umfeld verbreitet. Und<br />
zwar zu Gunsten von einer offenen, toleranten und freien Gesellschaft<br />
(ohne Schlusspathos fühle ich mich immer so seltsam).
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren 60 Minuten Live-Chat vom<br />
D21-Jahreskongress in Dresden. Vielen Dank an die User für<br />
die vielen Fragen und vielen Dank an Sascha Lobo für die Antworten.<br />
Das Chatteam wünscht einen schönen Tag. </p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/sascha-lobo-w-lan-fuer-alle-3624/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
