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	<title>digitale Bürgerrechte &#8211; politik-digital</title>
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	<title>digitale Bürgerrechte &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Aktionstage zum Thema Netzpolitik und Demokratie: Jetzt eigene Vorschläge einreichen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Karina Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Feb 2018 11:23:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeszentrale für politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[digitale Bürgerrechte]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Bundeszentrale für politische Bildung ruft mit mehreren Landeszentralen zur Beteiligung an bundesweiten Aktionstagen zum Thema Netzpolitik auf. Bis zum [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Aktionstage-Netzpolitik.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-154241" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Aktionstage-Netzpolitik.jpg" alt="Aktionstage Netzpolitik" width="620" height="248" /></a>Die Bundeszentrale für politische Bildung ruft mit mehreren Landeszentralen zur Beteiligung an bundesweiten Aktionstagen zum Thema Netzpolitik auf. Bis zum 14. April 2018 können Interessierte Programmvorschläge einreichen.</p>
<p>Der digitale Fortschritt bringt nicht nur Möglichkeiten, sondern stellt unsere Gesellschaft vor neue Herausforderungen und Probleme. Die Zentralen für politische Bildung organisieren zwischen dem 7. und 9. Juni 2018 im Rahmen einer deutschlandweiten Aktion zahlreiche Veranstaltungen rund um Netzpolitik, digitale Bürgerrechte und Internetkultur, an deren Programmplanung man sich aktiv beteiligen kann.</p>
<h3>Austausch zur Netzpolitik in Deutschland fördern</h3>
<p>Das Format der Veranstaltung greift auf die digitalen Partizipationsmöglichkeiten zurück, denn das große Ziel ist es, die Zivilgesellschaft direkt mit einzubeziehen. „Das Internet ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken“, sagt Thomas Erling von der Landeszentrale Sachsen-Anhalt in einer <a href="http://www.netzpolitische-bildung.de/presse" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressemitteilung</a>.</p>
<p>Doch mit der alltäglichen Nutzung des Internets sind die Verbraucher unterschiedlichen Herausforderungen des digitalen Raums ausgesetzt. In einem Austausch zwischen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft sollen wichtige Fragen aus dem Bereich Netzpolitik, Überwachung im öffentlichen Raum, Robotik in der Pflege, Netzneutralität und vieles mehr diskutiert werden.</p>
<h3>Selber aktiv werden und mitgestalten<strong> </strong></h3>
<p>Um einen Vorschlag für die Programmplanung am gewünschten Veranstaltungsort einzureichen, muss man lediglich das Onlineformular ausfüllen, das anschließend an die zuständigen Landeszentrale für politische Bildung seines Bundeslandes weitergeleitet und bearbeitet wird. Vorschlagen kann man alle beliebigen Formate, von klassischen Vorträgen bis Kunstperformances. Die einzige Voraussetzung ist die Überparteilichkeit der Veranstaltung. Von der partizipativen Form der Aktion profitieren sowohl die Veranstalter, die zusätzlichen Input erhalten, als auch die Akteure vor Ort, denen eine Plattform für ihre Perspektive geboten wird.</p>
<p>Weitere Informationen zum Aufruf finden Sie <a href="http://www.netzpolitische-bildung.de/mitmachen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="http://www.netzpolitische-bildung.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesarbeitsgemeinschaft Politische Bildung Online</a>, bearbeitet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Daten als Währung – Bezahlen mit dem guten Profil</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jun 2016 15:05:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich-Naumann-Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Schlömer]]></category>
		<category><![CDATA[Verbotsprinzip]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Bürgerrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Ethik]]></category>
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					<description><![CDATA[Daten regieren die Welt. Ob soziale Medien, kostenlose Spiele oder kleiner Alltagshelfer, nichts geht ohne sie. Geld spielt keine Rolle, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/mobile-phone-smartphone-hand-1419275-by-geralt-via-Pixabay-licensed-under-CC0-e1464866690221.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-149426" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/mobile-phone-smartphone-hand-1419275-by-geralt-via-Pixabay-licensed-under-CC0-e1464866690221-630x277.jpg" alt="mobile-phone-smartphone-hand-1419275 by geralt via Pixabay licensed under CC0" width="630" height="277" /></a>Daten regieren die Welt. Ob soziale Medien, kostenlose Spiele oder kleiner Alltagshelfer, nichts geht ohne sie. Geld spielt keine Rolle, wir bezahlen mit unseren Daten. Über die Liquidität dieser neuen Währung diskutierte die Friedrich-Naumann-Stiftung</p>
<h3>Die große Datenfrage</h3>
<p>Was genau sind eigentlich Daten? Behindert Datenschutz den Wettbewerb? Big Brother vs. Big Data, wo lauern die Gefahren in der Datenverarbeitung? Die Zuhörer der Veranstaltung „<a href="Handle so mit deinen Daten, wie du erwartest, dass sie mit dir handeln.">Daten als Währung</a>“ waren mit vielen Fragen gekommen.</p>
<p>Auf dem Podium diskutierten die Datenschutzexpertin Dr. Jana Moser, der Modeunternehmer Philipp Lück sowie der FDP-Politiker Bernd Schlömer. Durch die Veranstaltung führte Dr. Dirk Neumann.</p>
<p>Zunächst erläuterte Bernd Schlömer die Wichtigkeit des Datenschutzes als persönliches Grundrecht. Jeder Nutzer habe das Recht auf Schutz der Privatsphäre und der informationellen Selbstbestimmung. Dafür bedarf es aber eines Bewusstseins für dieses Grundrecht, wie Neumann findet. Denn Datenschutz reiche nur soweit, wie er einfach umsetzbar sei. Sobald der Mehrwert und Annehmlichkeit für den einzelnen Nutzer überwiegen, seien diese bereit vieles preiszugeben, auch wenn die AGBs von Anwendungen wie Whatsapp durchaus Raum für Verbesserung böten. Dieses Bewusstsein könnte man fördern, indem man die Datenschutzbehörden stärke beispielsweise direkt und bei den Verbrauchschutzzentralen mit ansiedle, meint Schlömer.</p>
<p>Zwar gelte das Verbotsprinzip, erinnert die Datenschutzexpertin Moser, aber dies sei in der Praxis sehr kompliziert. Verbotsprinzip bedeutet, das alles, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, verboten ist. Genau hier beginne die große Diskussion. Sind IP-Adressen bereits personenbezogene Daten oder nicht? Wie sieht es aus mit Email-Adressen, die keine Rückschlüsse auf Personennamen zulassen? Hier sieht Moser die große Herausforderung des Datenschutzes. Während in den Vereinigten Staaten das Thema Datenschutz eine eher untergeordnete Rolle spiele, wie sie aus Erfahrungen im Silicon Valley, berichtet, behinderten sich in Deutschland Datenschutz und Wettbewerb gegenseitig. „Wo keine Rechtssicherheit besteht, haben User Sorgen. Juristen wissen aber nicht was sie zu tun haben“, bedauert die Datenschutzexpertin. Aus diesem Grund plädiert sie dafür, einen klaren Rechtsrahmen zu setzen, der in einem effektiven Wettbewerb den Datenschutzaspekt berücksichtigt.</p>
<h3>Von Herren und Hütern der Daten</h3>
<p>„Wenn es nicht verständlich ist, dann kaufe ich in einem Onlineshop nichts“, meldete sich ein Zuhörer aus dem Publikum zu Wort. Hier erkennt Moser das große Dilemma des Datenschutzes. Auf der einen Seite benötige es eines umfassenden Schutzes der Persönlichkeitsrechte, auf der anderen Seite müsse aber auch ein großer Umfang an Eventualitäten abgedeckt sein. Im Umkehrschluss bedeute dies, die Verordnungen würden immer länger und länger. Eine ständige Aktualisierung sei bei diesem technischen Fortschritt kaum mehr zu bewältigen.</p>
<p>Viel wichtiger findet Moser daher die Frage: „Wozu werden meine Daten genutzt? Dem pflichtet Schlömer bei. Er will das Verbotsprinzip aufweichen. Bei Daten müsse eine klare Unterscheidung zwischen Informationen und Privatsphäre gemacht werden. Ziel müsse sein, das Anlegen eines vollständigen Profils über eine Person zu verhindern. Aber, wendet der Unternehmer Lück ein, die entscheidende Frage sei hier, welche Daten es für ein Geschäftsmodell benötige und welche nicht. Sein Unternehmen verwende die erhobenen Daten, um Kunden in bestimmte Nutzergruppen einzuteilen. Lange Datenschutzerklärungen seien hier eher hinderlich, da sie vom Kunden nicht gelesen würden. Man dürfe den Kunden nicht überfordern sondern müsse ihn anleiten, klar und einfach die Geschäftsbedingungen erläutern.</p>
<p>Hier sieht Ex-Pirat Schlömer die Gefahr, dass die Daten noch anderweitig und nicht im Sinne der Nutzer verwendet werden könnten. Dem entgegnet Moser, man müsse in der gesamten Debatte „auf dem Teppich bleiben“, eine sachliche Diskussion führen. Nicht jede Datenverarbeitung sei per se „böse“. Der Modeunternehmer Lück pflichtet dem bei. Datenverarbeitung diene in seinem Unternehmens dazu, einen Mehrwert für den Kunden zu schaffen. Um das Vertrauen der Kunden zu stärken, müssten Unternehmen daher klar kommunizieren, zu welchen Zwecken sie welche Daten erheben. Das beinhaltet auch Datensparsamkeit, also nur die Daten zu erheben, die wirklich nötig sind, wie Schlömer unterstreicht.</p>
<p>„Daten haben einen neuen Raum geschaffen für alle. Sie sind Neuland sowohl für Staat als auch Industrie. Daher muss der Konsument immer die Datenschutzdiskussion im Kopf behalten, sich fragen, welche Daten er preisgibt und wie er sich schützt.“ Mit diesen Worten schließt Neumann die Diskussion.</p>
<p>Unter dem Strich stellt die Veranstaltung heraus: (Kunden-)Daten werden immer wichtiger um Kundenfreundlichkeit zu fördern, den Konsumenten besser zu verstehen und ihm passende Angebote zu unterbreiten. Viele Geschäftsmodelle werden darauf aufgebaut. Dabei besteht aber auch immer die Gefahr, dass Daten missbräuchlich verwendet werden. Der derzeitige Rechtsrahmen genügt nicht, um eine klare Unterscheidung zu treffen. Aufgrund der Komplexität der Thematik ist fraglich, ob dies überhaupt möglich ist. Die Diskussion um eine digitale Ethik muss also weitergeführt werden. Solange noch keine festen Regeln etabliert wurden, sollten sie alle Nutzer, ob Staat, Industrie oder Gesellschaft an den kategorischen Imperativ der Datenethik halten: Handle so mit deinen Daten, wie du erwartest, dass sie mit dir handeln.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/users/geralt-9301/">Geralt</a> via <a href="https://pixabay.com/">Pixabay</a> licensed <a href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CCO</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Die Digitalisierung der Welt – Brauchen wir die United Nations of Internet?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 May 2016 12:04:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zwischen Datenschützern und Netzkulturen- Eine digitale Reise durch Europa]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Bürgerrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Digitaler Bürger]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p><a href="http://politik-digital.de/news/auf-dem-weg-zur-datenunion-gemeinsam-verschieden-auch-im-netz-148966/">Von Madrid bis Tallinn, von Stockholm bis Athen;</a> einmal quer durch die europäische Union ging die Datenreise. Egal wo die Menschen leben, welche Geschichte, Kultur und Traditionen jedes Volk geprägt haben, sehen doch alle die Chancen der Technologie. Vielleicht ist es Zeit, das Recht im Internet weiter zu denken.</p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Internet, was ist das Internet?</h3>
<p>Über 3,4 Milliarden Menschen haben bereits ihre eigene Antwort auf diese Frage gefunden und es werden täglich mehr. Prognosen gehen davon aus, dass bis 2019 mehr als die Hälfte aller Menschen im Netz unterwegs sein wird.</p>
<h3>Digitalisierung als Chance für alle Menschen</h3>
<p>Sie arbeiten, sie lernen, sie tauschen sich aus und haben auch Spaß. Es eröffnen sich neue Chancen. Egal welcher Hautfarbe, Geschlecht, Nation: das Internet hat das Potenzial, alle Menschen an neuen sozialen, technischen und politischen Entwicklungen teilhaben zu lassen.</p>
<p>“Das Internet ist längst zu einem unverzichtbaren Instrument geworden, um die Wahrung der Menschenrechte zu fördern, Ungleichheit zu bekämpfen sowie Fortentwicklung und menschlichen Fortschritt zu beschleunigen“, betonte der ehemalige UN-Sonderberichterstatter Frank La Rue im Jahr 2011. Daher sehen die Vereinten Nationen den Zugang zum Internet als ein wichtiges Grundrecht an. Jeder Mensch soll die Chance bekommen, am technischen Fortschritt und seinen Segnungen teilzuhaben, Teil der digitalen Welt werden zu können. Das Internet ist Erbe der gesamten Menschheit.</p>
<h3>Datenschutz ist digitaler Umweltschutz</h3>
<p>Immer mehr gleichen die virtuellen Welten dem, was wir noch als reale Welt bezeichnen. Die Grenzen werden immer fließender. Begonnen hat alles als Forschungsprojekt. Wissenschaftler sollten sich austauschen und gemeinsam am Fortschritt der Menschheit arbeiten. Glaubten die ersten Internetpioniere noch an eine neue demokratischere Gesellschaft, in der die Menschen sich zum Guten austauschen, scheint diese Hoffnung zu schwinden.</p>
<p>Große Datenabfälle lagern auf unseren Providern, Hass und Verbrechen haben längst Einzug gehalten in die anfangs so edlen Absichten der ersten Internetkolonien. „Die Gedanken sind frei“, so heißt es in einem alten Studentenlied. Genau wie es saubere Luft und eine gesunde Natur braucht um zu leben, kann das Internet nur in einer gleichen, freien und „sauberen“ Atmosphäre seine kreative Wirkung entfalten.</p>
<p>„Macht euch die Erde Untertan“ entlässt die Bibel den Menschen in sein Schicksal. Heute sind die Spuren dieses Auftrags deutlich überall zu erkennen. Nun hat die Menschheit einen neuen Lebensraum für sich entdeckt und auch erobert. Ob Zensur, Massenüberwachung oder Propaganda: die menschlichen Eingriffe sind auch hier klar zu erkennen. Nur wenn wir begreifen, dass Datenschutz digitaler Umweltschutz ist, können wir dem entgegenwirken.</p>
<h3>Die Lehren der Kohlenstoff-Welt</h3>
<p>Jeden Tag durchkämmen die großen Trawler unsere Weltmeere, überfischen sie und fegen sie leer. Auf gleiche Weise durchstöbern große Akteure unser digitales Meer, stets auf der Suche nach neuen Schwachstellen, um diese auszubeuten.</p>
<p>Um die Vielfalt und den Reichtum unserer weiten, freien Meere zu wahren, haben über 167 Staaten das internationale Seerechtsabkommen unterzeichnet. Vielleicht ist es an der Zeit, auch über ein digitales Völkerrecht nachzudenken. Gemeinsame verbindliche Standards könnten unser digitales Leben begleiten und Sicherheiten sowie Vertrauen in diese Technologien wiederherstellen, gar ihre positiven Entwicklungen verteidigen und fördern.</p>
<p>Das Meer umspannt unseren blauen Planeten wie das Internet unsere neue digitale Welt. Niemand -keine Person noch Nation- kann für sich behaupten, alleiniger Besitzer des Internet zu sein. Die digitalen Technologien haben die Menschheit in einer neuen Welt vereint. Erhalt der Natur und des ökologischen Gleichgewichts sind daher wichtig, um diese zu schützen. Nur gemeinsam durch freie internationale Forschung und wissenschaftliche Zusammenarbeit können wir die großen Potenziale erkennen und erforschen, die uns die neuen Technologien bringen. Wie das internationale Völkerrecht den Umgang der Völker miteinander ordnet, könnte ein digitales Völkerrecht den Umgang der Nutzer miteinander regeln.</p>
<h3>Die Zukunft des Internets und die Zukunft der Menschen</h3>
<p>Natürlich mag die Vorstellung eines digitalen Völkerrechts angesichts der Grenzenlosigkeit des Internets und der Komplexität einzelner Interessengruppen illusorisch erscheinen, jedoch sollten wir folgendes nicht vergessen: Die gesamte Menschheit teilt und teilt mit. Dies geschieht immer mehr durch die neue gemeinsame digitale Welt. Die Chancen stehen also nicht schlecht, denn wie wünschte es sich einst John Lennon in seiner Hymne für den Frieden:„Imagine all the people sharing all the world.“ <a href="http://politik-digital.de/news/menschenrechte-im-cyberspace-zwischen-panoptikum-und-privatsphaere-149411/">Die Frage nach einem neuen digitalen Völkerrecht wird uns also weiter beschäftigen</a>. Unsere <a href="http://politik-digital.de/news/auf-dem-weg-zur-datenunion-gemeinsam-verschieden-auch-im-netz-148966/">Reihe</a> durch Europa geht zu Ende. In diesem Sinne bleibt dem Leser nur zu wünschen: Gute Reise auf der nächsten virtuellen Entdeckungsfahrt!</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/de/users/stokpic-692575/">Stokpic</a> via <a href="https://pixabay.com/">Pixabay</a> licensed <a href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CCO</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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			</item>
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		<title>Datenschutz zwischen Vertrauen und Vorreitern – Ein Blick nach Estland</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 May 2016 14:16:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen Datenschützern und Netzkulturen- Eine digitale Reise durch Europa]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Ganz am Rande Europas liegt ein kleines Land, das sich dem digitalen Wandel verschrieben hat. Internet gehört hier zu den Grundbedürfnissen und ist überall zu haben. Ob Steuererklärung oder Arztbesuch: die E-Bürger erledigen alles übers Netz. Große staatliche Datenbanken stellen die Informationen bereit. Ein Blick auf Datenschutz in Estland zwischen Vertrauen und Vorreitern.</p>
<h3> Vom Balkan zum Computerhub</h3>
<p>Aus dem nahen Finnland erklang die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=yS_IHqUOMrs">Mu isamaa</a>, die estische Nationalhymne: Über den finnischen Sender YLE lauschten viele Esten zur Zeit der Sowjetunion den neusten Nachrichten und Entwicklungen in der ganzen Welt. Bis zur singenden Revolution verbot die sowjetische Führung das Vortragen estischer Lieder, weshalb der sprachlich, kulturell und geographisch nahe Nachbar Finnland dabei half, die eigene Kultur nicht zu vergessen.</p>
<p>Als Teil der Hanse waren die estnischen Städte bereits im Mittelalter offen für Austausch und Innovationen. Viele Völker wie die Dänen, Schweden und  Deutschen haben ihre Spuren in Estland hinterlassen. Unter der Sowjetunion wurde gar versucht, durch eine gezielte Ansiedlungspolitik von Russen die estnische Kultur aus dem Alltag zu verbannen.</p>
<p>Nach dem Zusammenbruch der UdSSR und der Wiedererlangung der Unabhängigkeit 1991 stand Estland wie viele postkommunistische Staaten vor einer wirtschaftlichen und kulturellen Selbstfindungsphase. Es waren vor allem die selbst noch sehr jungen Gründerväter des modernen Estland, die darin ihre Chancen erkannten. Anstatt an das veraltete sowjetische Erbe, das diese neue Politikergeneration selbst kaum mehr kannte, anzuknüpfen, fokussierten sie sich direkt auf die neusten Technologien. Bereits in den 1990er Jahren hatten sämtliche Schulen Estlands einen Internetzugang. Während in Deutschland erste wichtige Börsenmakler das Handy in Deutschland für sich entdeckten, telefonierte man in Tallinn bereits wie selbstverständlich mobil.</p>
<p>Der „Tiigrihüpe“, der Sprung des digitalen baltischen Tigers, wurde zum neuen einenden Symbol einer erstarkten noch jungen estnischen Nation. Große Anstrengungen und Einschnitte modernisierten das Land und brachten es an die Spitze des digitalen Wandels in Europa.</p>
<h3> Welcome to E-Estonia</h3>
<p>Wer sich in Estland auf die Suche nach einem freien W-Lan macht, der braucht nicht lange suchen. Über 99% des Landes vom Strand bis in die dichtesten Wälder sind mit einem kostenlosen W-Lan Netz ausgestattet. Esten, die über keine eigenen Computer verfügen, haben die Möglichkeit, auf Banken, Postämtern oder sogar im Dorfladen kostenlos die Rechner zu benutzen. Internet ist in Estland als Grundrecht in der Verfassung verankert.</p>
<p>Von diesem Grundrecht machen die Esten fleißig Gebrauch. Als E-Bürger können sie sämtliche Behördengänge bequem online erledigen. Anstelle mühsam die Handschrift des Arztes zu entziffern, können Patienten einfach per ID-Karte das gewünschte Rezept vom Apotheker erhalten. Schüler lernen online, Entwickler tüfteln an immer neuen Ideen, Rentner skypen mit ihren Freunden von zu Hause aus. Es scheint fast, als sei das ganze Land durch und durch vernetzt. Diskussionen, Politik alles findet im Netz statt. Sogar der Gang zur Wahlkabine lässt sich mittlerweile bequem per Mausklick erledigen.</p>
<p>Wofür man in Deutschland drei Wochen braucht, das kann man in Estland in weniger als 15 Minuten erledigen. In wohl keinem anderen Land der Welt lässt sich so schnell und einfach ein Unternehmen gründen. Diese innovative technikfreundliche Haltung hat sicher dazu beigetragen, dass der weltweite Internettelefondienst Skype hier seine Wurzeln hat.</p>
<p>Das neue E-Estonia hat aber eine neue Zweiklassengesellschaft geschaffen. Auf der einen Seite bemüht sich die estnische Regierung um Zuwanderung und die Ansiedlung neuer Unternehmen im Land. Neubürger und Ausländer erhalten eine <a href="https://e-estonia.com/e-residents/about/">E-Residence</a>, mit der sie, das Wahlrecht und die Aufenthaltsgenehmigung ausgenommen, sämtliche Angebote des digitalen Estlands nutzen können. Auf diese Weise sollen Investoren und Unternehmen angeregt werden in das kleine Land mit etwa 1,3 Millionen Einwohner zu investieren.  Prominentester E-Resident ist sicher der japanische Premierminister Shinzo Abe. Bis 2025 plant man in Tallinn, die Zahl der E-Residenten auf über 10 Millionen zu erhöhen.</p>
<p>Dem gegenüber steht die nach wie vor schwierige Integration der russischen Minderheit im Land. Während der sowjetischen Zeit waren diese bewusst in Estland angesiedelt worden und machen heute etwa 30% der Bevölkerung aus. Aufgrund der traumatischen Erfahrung des Verlustes der eigenen Unabhängigkeit von 1918 misstrauen viele Esten dieser Gruppe. Viele sehen in der russischsprachigen Minderheit einen verlängerten Arm der russischen Regierung, welche die eigene mühsam errungene Unabhängigkeit wieder in Frage stelle. Viele russischsprachige Bewohner in Estland sind nach wie vor staatenlos, da sie Russland nicht als Staatsbürger anerkennt und Estland ihnen die Einbürgerung verweigert oder massiv erschwert.  Bis heute sind trotz technologischem Wandel und neuem E-Government die Fragen von Integration und Teilhabe dieser Minderheit in Estland noch immer nicht gelöst worden.</p>
<h3> Vertrauen ist das sicherste Passwort</h3>
<p>Ganz schön viele Dienste bietet das moderne E-Estonia seinen Bewohnern. Viele Dienste bedeuten aber auch viele Daten, die gespeichert und gesammelt werden. Insbesondere nach den Enthüllungen des NSA-Skandals ist die massenhafte Sammlung von Daten durchaus kritisch zu sehen. Jedoch beruhigt der estnische Präsident Toomas Hendriks Ilves, der selbst bereits in seiner Jugend erste Erfahrungen als Programmierer gesammelt hat: „Ich sorge mich aber nicht vor dem &#8220;Big Brother&#8221;, sondern vor Big Data. Davor, dass Unternehmen all die Daten, die sie von mir haben, gegen mich verwenden.“ Derzeit kümmern sich etwa 20 Mitarbeiter des Andmekaitse Inspektioon, kurz <a href="http://www.aki.ee/">AKI</a>, um den Schutz der  Daten. Das Vertrauen der Esten in ihre Behörden ist groß, denn sie können ihre Daten und den Zugriff darauf immer einsehen, kontrollieren und jeden Missbrauch direkt den Behörden melden.</p>
<p>Das Beispiel Estland macht zwei Dinge deutlich: Zum einen zeigt E-Estonia <a href="http://politik-digital.de/news/estland-europas-digitalisierungs-streber-auf-dem-weg-zum-onlinestaat-143581/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eindrucksvoll</a>, welches Potenzial die modernen Technologien noch zu bieten haben. Leider bleibt Estland damit sehr allein, wenn es das Land nicht schafft, sein Know-How und seine Kompetenzen als Exportgut in andere Länder der EU und darüber hinaus weiterzugeben. Zum anderen zeigt sich, wo der Schlüssel für einen erfolgreichen digitalen Wandel liegt. Estland macht vor, wie Europa in den nächsten Jahren aussehen könnte. Diese Entwicklung ist nicht aufzuhalten. Das muss sie auch nicht, jedoch müssen wir lernen sie richtig zu interpretieren, mit ihr umzugehen und sie zu gestalten. Viele dieser Prozesse sind komplex und für die Bürger kaum nachzuvollziehen. Dafür ist vor allem viel Vertrauen nötig. Vertrauen in den Nutzen der Technologie, Vertrauen in die Sicherheit der Systeme und nicht zuletzt Vertrauen in die Kompetenz und Rechtsstaatlichkeit der obersten Datenschützer.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://flic.kr/p/9rednS" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EstonianFlag</a> by Ville Säävuori via <a href="https://www.flickr.com/people/uninen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flickr</a> licensed <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div>
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		<title>Datenschutz zwischen Dolce Vita und Vita Digitale – Ein Blick nach Italien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 May 2016 10:47:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen Datenschützern und Netzkulturen- Eine digitale Reise durch Europa]]></category>
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					<description><![CDATA[Kennst du das Land, wo die Zitronen blühen, wir das Telefonino spüren? Wo die Menschen dem Internet entfliehen, dahin, dahin [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kennst du das Land, wo die Zitronen blühen, wir das Telefonino spüren? Wo die Menschen dem Internet entfliehen, dahin, dahin möcht ich mit dir, o Leser, zieh´n. Ein Blick auf den italienischen Datenschutz zwischen dolce vita und vita digitale.</p>
<h3>Ciao bella Italia</h3>
<p>Lange hatte man auf ein Lebenszeichen gewartet. Am 30. April 1986 war es dann endlich so weit: Das erste Internetsignal aus den Wäldern Pennsylvanias erreichte den Schiefen Turm von Pisa. Anlässlich dieses Geburtstages blickte Italien mit dem <a href="http://italianinternetday.it/">Internet Day 2016</a> auf die Ursprünge des Netzes zurück.</p>
<p>Buongiorno Italia, der Anfang war gelegt. Mit Sieben-Meilen-Stiefeln machten sich die italienischen Netzpioniere daran, die Möglichkeiten dieser neuen Welt auszukundschaften. Im Jahre 1990, als das Centro di ricerca, sviluppo e studi superiori in Sardegna &#8211; kurz CRS4 &#8211; gegründet wurde, begann das Internet immer größere Schritte zu machen. Unter der Leitung des Physiknobelpreisträgers Carlo Rubbia entstand mit <a href="http://www.crs4.it/">www.crs4.it</a> die erste Website im Bel Paese. Neben Informationen über Museen und Kunst in 26 Sprachen bot die Website auch Chatforen, einen kommerziellen E-Mail-Dienst und einen regelmäßigen Newsletter. Nicht zuletzt brachte das CRS4 den auf der Insel verbreiteten <a href="http://www.unionesarda.it/">L´Unione Sarda</a> online, als erste Zeitung überhaupt in Europa. Besonders wichtig war diese Quelle natürlich für die Fußballergebnisse und den Sport allgemein, welchen die Wissenschaftler auf einer der ersten Sportseiten im Netz mitverfolgten.</p>
<p>Schon damals ärgerten sich diese Sportfans über das Zeitspiel beim Laden. Der Download eines einzigen mp3 Liedes dauerte zu dieser Zeit über 20 Minuten. Deshalb förderte das Projekt Socrate der Società Italiana per l&#8217;Esercizio Telefonico bereits 1995 die Versorgung ganz Italiens mit Breitband. Jedoch machte dieses Vorhaben und das Gesamtprojekt Internet in Italien mit der Privatisierung der italienischen Telecom 1998 einen großen Rückschritt.</p>
<h3>Nichts geht über die Familie</h3>
<p>Familien sind traditionell immer noch die größten sozialen Netzwerke in Italien. Nichts geht über die eigene Familie mit ihrer teils unüberschaubaren Zahl an Mitgliedern, Verbindungen und Traditionen. Über 95% der italienischen Unternehmen sind nach wie vor kleine Familienunternehmen mit nicht viel mehr als 10 Angestellten. Viele Angelegenheiten werden lieber zwischen Verwandten intern gelöst. Daher wundert es nicht, dass nur etwa 45% der Bevölkerung ihrer Regierung im Umgang mit persönlichen Daten vertrauen.</p>
<p>Auch dem neuen Medium Internet begegnen viele mit Skepsis. Mehr als ein Drittel aller Italiener nutzt das Internet so gut wie überhaupt nicht. Meist sind die Gründe dafür fehlende Bildung, fehlende Aufklärung über die Möglichkeiten oder schlicht der fehlende Bedarf.</p>
<p>Wenn Italiener kommunizieren wollen, gehen sie lieber eine besondere Beziehung ein. In vermutlich keinem anderem Land der Welt ist die Liebe zum Handy oder Smartphone so groß. Praktisch jeder Italiener besitzt mindestens ein Telefonino, wie sie die kleinen Geräte liebevoll nennen, die sie fast von Geburt an begleiten. Häufig sind aber auch zwei und mehr mobile Telefone keine Seltenheit für das gesprächsfreudige Volk. Über 97 Milliarden Minuten widmete die Telefonnation ihren Beziehungen im letzten Jahr. Natürlich ist nicht jede davon glücklich. Waren früher noch große Degengefechte und Giftanschläge zwischen den Montagues und Capulets nötig, genügt heute eine falsche Whatsapp Nachricht um Romeo und Julia auseinanderzubringen. Über 40% der Scheidungen in Italien gehen momentan auf Whatsapp zurück und Messaging-Nachrichten sind sogar vor Gericht als Beweismittel für heimliche Affären zugelassen.</p>
<p>Genau so familiär geht es auch bei der italienischen Datenschutzbehörde zu. Gerade einmal vier Mitglieder hat die Garante per la protezione dei dati personali, kurz <a href="http://www.garanteprivacy.it/web/guest/home/">Garante</a>. Sie werden einmalig für eine Amtszeit von sieben Jahren durch das Parlament gewählt und üben ihr Amt unabhängig aus. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die Einhaltung des Datenschutzgesetzes von 2003 zu überwachen. Angesichts von über sechs verschiedenen Regierungen allein in der Amtszeit des ersten Präsidenten des Garante ist dies jedoch nicht einfach. Bisher liegt das Land auf einem der letzten Plätze des Digital Economy and Society Index der europäischen Union.</p>
<h3>Alle Wege führen ins Netz</h3>
<p>Italien ist ein Land voll langer Geschichte und großen Traditionen, aber auch veralteter Strukturen. Letzteres hat auch der derzeitige Ministerpräsident Matteo Renzi erkannt. Bis zum Jahre 2020 forciert er den Plan einer Mindestdatenübertragung von 30 Mbits/s im Land und sogar 100 Mbits/s in den großen Zentren.</p>
<p>Vielleicht ist das Internet aber doch nicht so innovativ, modern wie bisher angenommen. In Civitacampomorano, einem 450 Einwohner-Dorf in Molise, macht der Künstler Biancoshock mit seinem <a href="http://www.biancoshock.com/web-00.html">Projekt Web 0.0</a> darauf aufmerksam. Getweetet wird nicht per Smartphone sondern mündlich auf der Parkbank neben dem großen Facebook auf dem Dorfplatz. Retweeten kann man das Gehörte bei einem Glas Wein beim Wirt im Google oder aber rasch noch bei Ebay (vulgo Supermarkt) reinspringen und die passenden Gadgets für das nächste Tinder zu Sonnenuntergang im Park kaufen. Wer auf den Rat der weisen Dorfältesten &#8211; Spitzname Wikipedia &#8211; hört, dem ist ein Like so gut wie sicher. Es wird deutlich, dass das Internet die Welt nicht neu erfunden hat. Sondern es hat nur den Bedürfnissen der Menschen nach Kommunikation und Kultur neue Möglichkeiten gegeben. Diese Chancen müssen in der derzeitigen Krise erkannt und für die Zukunft genutzt werden. Fratelli d´Italia, Italien hat sich eingeloggt. Es ist eine große Aufgabe, die vor Italien liegt, doch auch das Internet wurde nicht an einem Tag vernetzt.</p>
<p>Titelbild <a href="https://pixabay.com/de/users/Hans-2/">Hans </a>via <a href="https://pixabay.com/">Pixabay</a> licensed <a href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CCO</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Datenschutz zwischen Bergen und Behörden- Ein Blick nach Österreich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 May 2016 15:06:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen Datenschützern und Netzkulturen- Eine digitale Reise durch Europa]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Bürgerrechte]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist ein Land zwischen Bergen und Tälern, Höhen und Tiefen. Mitten im Herzen Europas gelegen bestimmt die Alpenrepublik das [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ein Land zwischen Bergen und Tälern, Höhen und Tiefen. Mitten im Herzen Europas gelegen bestimmt die Alpenrepublik das digitale Tempo mit. Aber manchmal erscheint es, als überhole sich die Alpenrepublik mit ihren ehrgeizigen Zielen selber. Ein Blick auf Datenschutz in Österreich zwischen Bergen und Behörden.</p>
<h3>Jede Einlaufstelle nur einen Klick entfernt</h3>
<p>Grünes Formular, rotes Formular, braunes Formular, jedes Jahr verbringen Menschen unzählige Stunden auf Ämtern. Nicht nur wer wie die gallischen Helden Asterix und Obelix einen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=lIiUR2gV0xk">Passagierschein A38</a> benötigt, kennt die eigene und eigenartige Welt der Behörden. In Österreich ticken die Uhren da ganz anders.</p>
<p>Seit vielen Jahren ist die Alpenrepublik <a href="http://politik-digital.de/news/identifikation-per-smartphone-der-oesterreichische-weg-143073/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vorreiter</a> in Sachen „E-Government“. Bereits seit 1998 ist die Taskforce „E-Austria“ damit betraut, Bürgern und Beamten das Leben durch den Einsatz neuer Technologien einfacher zu machen. Ob neue Wohnung, neues Auto oder neuer Ausweis – die nächste Einlaufstelle ist nur einen Klick entfernt. Einlaufstelle nennt man die Stelle zur Annahme von Anträgen und Post bei Behörden in Österreich. Sämtliche Formulare lassen sich auf <a href="https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public">help.gv.at.</a> finden, ausfüllen und einreichen. Möglich macht dies die „digitale Bürgerkarte“, mit deren Hilfe sich Bürger beispielsweise einfach online ausweisen oder auch Unternehmen Visa für den neuen Mitarbeiter beantragen können. Wen es in die Ferne zieht, dem hilft die Auslandsservice App des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres. Von Länderinfos, Sicherheitshinweisen bis Gesundheitstipps sind viele Informationen enthalten. Falls es im Ausland zu unerwarteten Ereignissen kommen sollte oder man diplomatische Hilfe benötigt, dann weist die App auch den schnellsten Weg zum Konsulat oder zur Botschaft.</p>
<p>Die „digitale Bürgerkarte“ selbst ist keine Karte im klassischen Sinne, sondern eine Sammlung von Onlinediensten. Wer möchte, kann damit auch gleich per Smartphone seine Steuererklärung abgeben. Welcher Anteil der Steuern in welchen Bereich fließt verrät das Programm „<a href="https://www.bmf.gv.at/meinsteuer-euro/">Mein Steuereuro</a>“. Einzelne Ausgaben pro Gemeinde kann man sich auf <a href="https://www.data.gv.at/">data.gv.a</a>t anschauen. Wer mit dieser Finanzpolitik nicht einverstanden ist, kann sich via Petitionsplattform direkt an die Stadt Wien wenden.</p>
<p>Ganz schön viele Möglichkeiten, ganz schön viele Daten. Um hier den Überblick zu behalten, stellt das österreichische Datenschutzgesetz besondere Bedingungen. Sämtliche Verfahren zur Verarbeitung personenbezogener Daten müssen in einer Datenbank bei der Datenschutzbehörde gespeichert werden.</p>
<h3>Schöne neue digitale Alpenwelt</h3>
<p>Sie ist fast zu schön um wahr zu sein, diese neue digitale Alpenwelt. Datenschutz spielt für viele Österreicher eine wichtige Rolle. Das Land gehört zu den Spitzenreitern, was Informatikabsolventen betrifft. Jedoch verlassen immer noch viele die Schule ohne in ihrer Laufbahn mindestens eine Stunde Informatikunterricht nach Lehrplan erhalten zu haben. Ausstattung, Bildung und Kenntnis über diese neuen Technologien sind noch ausbaufähig. Um die obersten Datenhüter ist es nicht besser bestellt. Sie betreiben noch immer Datenschutz am Existenzminimum ihrer Kapazitäten.</p>
<p>Bereits im Jahre 1979 wurde die österreichische Datenschutzkommission (DSK) gegründet. Ähnlich lang wie die Geschichte der DSK ist auch die Liste ihrer Baustellen.    Seit ihrem Bestehen klagte die Datenschutzkommission über fehlende Ressourcen. Bis 2014 war die DSK im österreichischen Bundeskanzleramt angesiedelt. Es scheint, dass die Datenschützer einen besonderen Draht zum Bundeskanzler hatten. Das fand auch der Europäische Gerichtshof, weshalb das Bundeskanzleramt die DSK in eine unabhängige <a href="https://www.dsb.gv.at/">Datenschutzbehörde </a>(DSB) umgebaut hat. Diese neue formale Unabhängigkeit wahrzunehmen erweist sich aber de facto als schwierig. Die gesamte Behörde verfügt über 25 Mitarbeiter, die sich über 17.000 Akten gegenüber sehen. Nicht einer der Beamten ist Techniker, weshalb die DSB auf auswärtige Expertise angewiesen ist. Das Gesamtbudget für „Sachaufwand“ ist mit 68.000€ auch sehr knapp bemessen. Vergleichbare Länder der EU verfügen im Schnitt über 43 Mitarbeiter, die tschechische Republik sogar über 85. Aus diesen Gründen verwundert es nicht, dass die Datenschützer Österreichs Mühen haben all ihren Verpflichtungen im Land und in der EU nachzukommen.</p>
<h3>Geheim bleibt geheim</h3>
<p>Es sei „ein sicherheitspolitisches Bekenntnis“, verteidigte die ehemalige Innenministerin Johanna Mikl-Leitner eine Neuauflage der Vorratsdatenspeicherung. 2014 hatte der österreichische Verfassungsgerichtshof die massenhafte Speicherung von Kommunikationsdaten für nicht gesetzeskonform erklärt. Im Zuge dieses Urteils wurde auch bekannt, dass keine Sicherheitsmaßnahmen für die gespeicherten Daten getroffen worden waren.</p>
<p>Geheimhaltung, das sogenannte Amtsgeheimnis, gehört zur österreichischen Politik wie der Kaiserschmarrn zur österreichischen Küche. Informationen sollen demnach nur in sehr kleinen Bissen zu sich genommen und genossen werden. Seit 1920 hat dieses Amtsgeheimnis sogar Verfassungsrang. Es kehrt die Auskunftspflicht praktisch um, sodass nur Informationen herausgegeben werden, wenn die Behörden finden, sie seien von öffentlichem Interesse. Daher wundert es nicht, dass Österreich unter vergleichbaren Ländern im <a href="http://www.rti-rating.org/country-data">Right to Information Index</a> den letzten Platz belegt. Trotz viel Protest und gesellschaftlichem Druck hat die österreichische Regierung bis jetzt kein Transparenzgesetz für mehr Informationspflichten verabschiedet.</p>
<h3>Land der Berge, Land am Datenstrome</h3>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=QAOwboVYvc0">„Geh bitte!!</a> Koa Göld, koa Wissen, koa goarniks. Bei dem Schas doa koa man nur sudderen.“ Das „sudderen“, ein latentes permanentes Nörgeln, ist fester Bestandteil der spritzigen österreichischen Gesprächskultur. Je mehr Nachdruck eine Beschwerde haben soll, desto eher kommt der Dialekt zum Einsatz, wie Ingrid Gogler und Fabian Lebersorger auf der <a href="https://re-publica.de/16/session/oida-depperter-bist-augrennt-shitstormen-auf-osterreichisch-oidarp">re:publica</a> erläuterten. Dialekt dient dazu, persönlicher sich seinen Emotionen hinzugeben, den Schoasdromme, wie Shitstorm in den Alpen sinngemäß heißen könnte, freien Lauf auf den Tasten zu lassen. „Oida, da zuckst aus“. Viele Österreicher outen sich in deutschsprachigen Foren mit dem Dialekt, um Identität zu stiften und andere Österreicher für sich zu mobilisieren, erläutern Gogl und Lebersorger weiter. „Oida depperter, bist augrennt?, war Titel der Veranstaltung und ist eine gute Frage für die gegenwärtige österreichische Politik.</p>
<p>Langsam entdecken die österreichischen Parteien die sozialen Netzwerke für sich. Während jedoch das Angebot der großen Volksparteien SPÖ und ÖVP eher sachlich orientiert gehalten ist, gestaltet die rechtspopulistische FPÖ ihre Seite sehr persönlich auf die Person (Heinz Christian) HC Strache zugeschnitten. Wöchentlich ermittelt die <a href="//www.politometer.at/">Plattform Politometer</a> die Reichweite von Persönlichkeiten bzw. politischen Parteien durch die sozialen Netzwerke. HC Strache belegt hier den Spitzenplatz, der kürzlich zurückgetretene Bundeskanzler Faymann landet weit abgeschlagen auf Platz 41. „Es scheint, dass die etablierten Parteien den Kontakt zu den Wählern verlieren“. „Währenddessen haben viele an den Wahlurnen das Gefühl, die neuen rechtspopulistischen Bewegungen würden ihnen in der digitalen Fußgängerzone wieder Gehör schenken“, erklärt der Netzaktivist Sasha Lobo das Zwischenergebnis der Bundespräsidentenwahl. Das geht sich nicht aus.</p>
<p>Wie gut diese Kräfte wirklich zuhören lässt sich auf <a href="https://neuwal.com/%20">neuwal.com</a> prüfen. Hier werden regelmäßig Reden, Umfragen und Interviews veröffentlicht. Wer möchte, der kann auch gerne im Stichwahlduell mit Freunden und Familie seine Position und die der Mitspieler mit den Kandidaten Hofer und Van der Bellen abgleichen. Aber auch anderswo regt sich Widerstand im Süden. Seit 2011 legt sich der österreichische Jurist Maximilian Schrems mit den großen der Branche an. Mit über 25.000 weiteren Klägern ist er bereits gegen den die Datenpraxis von Facebook juristisch vorgegangen. Letztlich brachte er mit seinem „Verein zur Durchsetzung des Grundrechts auf Datenschutz &#8220;<a href="Verein%20zur Durchsetzung des Grundrechts auf Datenschutz &quot;europe-v-facebook.org">europe-versus -facebook.org</a>&#8221; das Safe Harbour Abkommen, den Datentransfer in die Vereinigten Staaten, zum Scheitern.</p>
<p>Die schöne neue Alpenwelt hat Österreich in vielen Dingen modernisiert. Heute bestimmt das Land den Takt des digitalen Wandels mit. Das ist leiwand, &#8220;positiv&#8221;, wie man es in Österreich sagen würde. Jedoch scheint die Alpenrepublik sich all zu häufig selbst in ihren Zielen zu überholen. Einfache kurze Wege per Mausklick haben einen Preis, der in den meisten Fällen mit Daten bezahlt werden muss. Insgesamt ist in Sachen Datenschutz immer noch mehr Aufklärung, Ausstattung und Kommunikation gefragt. Heute scheint Kommunikation einfacher denn je, doch muss sie angesichts der politischen Entwicklungen neu betrieben werden. Österreich hat viele neue Möglichkeiten geschaffen, vieles vereinfacht, doch stehen einige neue große Umwälzungen bevor. Auf diese muss das Land reagieren. Also pack ma´s. Mutig in die neuen Zeiten.</p>
<p>Titelbild <a href="https://pixabay.com/de/users/pepa74-1557704/">Pepa74 </a>via <a href="https://pixabay.com/">Pixabay</a> licensed <a href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CCO</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Datenschutz zwischen Siesta und non plus ultra- Ein Blick nach Spanien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 May 2016 15:07:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Jedes Jahr zwischen Sonne und Meer, pulsierenden Metropolen oder alten historischen Landschaften erkunden unzählige Besucher die iberische Halbinsel. Ob Highspeed [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jedes Jahr zwischen Sonne und Meer, pulsierenden Metropolen oder alten historischen Landschaften erkunden unzählige Besucher die iberische Halbinsel. Ob Highspeed für jeden oder Piraten für freie Daten,“ España es diferente“. Ein Blick auf den spanischen Datenschutz zwischen Siesta und dem Streben nach dem non plus ultra.</p>
<h3>Buen Camino- Der lange Weg zu Demokratie</h3>
<p>„<a href="https://www.youtube.com/watch?v=yaO5YuoRQjE">Ich bin dann mal weg</a>“, machte sich der Autor und Kabarettist Hape Kerkeling vor einigen Jahren auf den „Camino“. Über 791 Kilometer führen den Pilger quer durch Nordspanien bis nach Santiago de Compostela, vorbei an Orten voller Geschichte. Eine enorme Strecke musste auch Spanien zurücklegen, um zu dem zu werden, was es heute ist.</p>
<p>„Buen Camino“ ermuntern sich die Pilger bis sie das ferne Ziel Santiago erreichen. Ebenso machte sich Spanien nach dem Tod Francos auf einen weiten Weg zur Demokratie, doch die „Transición“ gelang. 1978 wurde die erste demokratische Verfassung verabschiedet. Es folgte 1986 der Beitritt zur europäischen Union, dessen wichtiges Mitglied Spanien bis heute ist.</p>
<p>In der langjährigen Geschichte ist ein Datum besonders wichtig. 1492 wurde ein neuer Kontinent entdeckt, was den Aufstieg Spaniens zur Weltmacht einläutete. Vor einiger Zeit hat Spanien einen neuen virtuellen Kontinent für sich entdeckt und beginnt auch diesen zu kolonialisieren.</p>
<h3>Man lernt nie aus</h3>
<p>„Dieses Gesetz schränkt den Gebrauch der Informatik ein um die Ehre und die persönliche sowie familiäre Vertraulichkeit zu wahren sowie jedem Bürger die Ausübung seiner Rechte zu garantieren.“</p>
<p>Zum einen setzt Artikel 18 der spanischen Verfassung den modernen Technologien deutliche Grenzen, zum anderen soll aber auch die gesellschaftliche Teilhabe an diesen Errungenschaften sichergestellt werden. Daher hat jeder Spanier das Recht auf schnellen- mindestens 1 Megabyte pro Sekunde- Anschluss an das Netz zu einem bezahlbaren Preis. Es ist nicht verwunderlich, dass sich dadurch seit 2002 die Zahl der Internetteilnehmer in Spanien mehr als verfünffacht hat.</p>
<p>Über 75% der Spanier nutzen heute das Internet regelmäßig, doch noch immer waren über 7 Millionen ihrer Landleute noch nicht im Netz. Viele geben an, dass sie diese Technologie nicht brauchen würden oder aber nicht verstehen würden. Hierfür wurde 1993 die <a href="http://www.agpd.es/portalwebAGPD/index-ides-idphp.php">Agencia Española de Protección de Datos (AEPD)</a> zum angemessenen Umgang mit Daten ins Leben gerufen.</p>
<p>Alle Daten sind gleich, oder doch nicht? Diese Frage befeuert die Diskussion um Netzneutralität immer wieder. Sind manche gespeicherten Daten harmloser, unbedenklicher gar ungefährlicher als andere? Das spanische Datenschutzgesetz von 1999 hat hierauf seine Antwort gefunden. Je nach Grad der Vertraulichkeit unterteilt das Gesetz die gespeicherten Informationen in drei Gruppen. Je persönlicher die Informationen sind, desto höher ist deren Schutz. Jede Stufe verlangt besondere Sicherheitsmaßnahmen angefangen bei einem Berichtssystem für Zwischenfälle, über ein Backup-System bis hin zur Verpflichtung spätestens alle zwei Jahre sämtliche Sicherheitsmaßnahmen auf ihre Aktualität zu überprüfen. Kommen Unternehmer diesen Anforderungen nicht nach, drohen bis zu 600.000€ Bußgeld, welche die AEPD auch rigoros einzutreiben versucht.</p>
<p>Nicht ganz einfach ist dieses System zu durchschauen. Das ist sich die AEPD durchaus bewusst und bietet spezielle Hilfestellungen an. Verschiedene Werkzeuge auf der Website führen Unternehmen durch die Wirren des spanischen Datenschutzes. Am Ende erhalten die Teilnehmer einen individuellen Bericht, an welchen Stellen noch Verbesserungsbedarf besteht. Aber die größte Nutzergruppe sind Jugendliche. Über 95% von ihnen sind regelmäßig im Netz. An sie wenden sich spezielle Lernspiele, welche den bewussten Umgang mit den neuen Technologien fördern sollen.</p>
<h3>Exportschlager Datenschutz</h3>
<p>Doch das ist noch nicht das non plus ultra. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Plus_Ultra">Plus ultra</a>, immer weiter, lautet das Motto Spaniens, wie es auch im Wappen der spanischen Flagge zu finden ist. Wie einst bei Kaiser Karl V die Sonne geht auch im Reich des Internet der Strom niemals aus. Einst brachten die Spanier die spanische Sprache und Kultur auf den neuen Kontinent, heute bringen sie ihre Datenkultur mit in diese neue virtuelle Welt.</p>
<p>Zusammen mit dem ehemaligen Mutterland arbeiten die südamerikanischen Staaten an einem gemeinsamen Datenschutz in Lateinamerika. Mit Unterstützung Spaniens wurde das „<a href="http://www.redipd.org/index-ides-idphp.php">Red Iberoamericana</a>“ als Forum für regelmäßigen Austausch und Diskussion zum Thema digitale Welten geschaffen. Im Zuge dieser erfolgreichen Zusammenarbeit haben Argentinien, Kolumbien, Peru und einige weitere südamerikanische Staaten bereits eigene bindende Datenschutzgesetze etabliert.</p>
<h3>Auf der Suche nach dem neuen El Dorado</h3>
<p>Zunächst waren es vor allem die Conquistadoren, welche diese neue Welt erforschten. Angetrieben wurden sie von der Suche nach Gold und Reichtum, dem legendären El Dorado. Heute sind Daten das neue Gold und eine moderne Generation von Conquistadoren macht sich auf die Suche nach ihnen.</p>
<p>Große Verlage und Zeitungen konnten 2014 eine so genannte „Google Steuer“ durchsetzen. Jede Verwendung von Artikelausschnitten oder auch nur Überschriften sollte kostenpflichtig werden. Die großen Verlagshäuser erhofften sich hohe Summen von Google, jedoch trat das Gegenteil ein. Google News ist seit Dezember 2014 in Spanien geschlossen. Es wird geschätzt, dass sich der jährliche Schaden aus dieser Schließung auf mehr als 10 Millionen Euro beläuft, wobei kleinere Verlage noch stärker von der gesunkenen Präsenz im Internet betroffen sind.</p>
<p>Einst lauerten Piraten in Buchten der Karibik den großen Goldtransporten gen Spanien auf. Die modernen Piraten haben sich neue Verstecke aufgebaut. Über 87% der Downloads in Spanien sind illegal, insbesondere für Filme und Musik aber auch Videospiele und Bücher. Der Marktwert dieser Produkte beläuft sich auf über 24 Milliarden. Damit ist Spanien Spitzenreiter bei Internetpiraterie. Ließe sich diese Internetpiraterie erfolgreich bekämpfen, ließen sich mehr als 22.000 direkte und mehr als 100.00 indirekte Arbeitsplätze schaffen bei über 500 Millionen Euro zusätzliche Steuereinnahmen. Für ein Land das noch stark unter den Folgen der Wirtschaftskrise zu leiden hat ist dies ein nicht unerheblicher Faktor.</p>
<p>Darum hat die spanische Regierung reagiert und das Ley Sinde verabschiedet. Mithilfe dieses Gesetzes bezweckte die Regierung Rajoy die Wirtschaft zu reformieren und ein nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum zu generieren. Brisant ist jedoch die Neuregelung des Urheberrechts. Dank der gesetzlichen Ermächtigung hat das spanische Kulturministerium die Befugnis Betreiber von illegalen Plattformen ausfindig zu machen oder Seiten einfach zu sperren. Um aktiv zu werden genügt eine einfache Anzeige durch Autor, Band oder kulturschaffendes Unternehmen. Richtern bleiben nach Prüfung durch das Kulturministerium weniger als 24 Stunden um das gezielte Aufspüren von Personen zu legitimieren. Besondere Brisanz erlangte dieses Gesetz als in den Wikileaks Enthüllungen bekannt wurde, dass die amerikanischen Geheimdienste auf die Verabschiedung des Ley Sinde drängten.</p>
<p>„Es ist schnell, es ist gratis, warum soll ich 20 Euro für eine CD bezahlen“, argumentieren viele Spanier, die sich illegal im Internet etwas herunterladen. „Es geht zu weit, dass Millionen von Bürgern als Piraten verdächtigt werden, man sie als Verbrecher zu bezeichnet, nur aus der Tatsache heraus, dass sie Kultur teilen und danach verlangen“, kritisierte die Verbraucherorganisation FACUA das Vorhaben der Regierung Rajoy. Sie fordern, dass sich die großen Konzerne des Kulturbetriebes endlich an die neuen Bedingungen anpassen müssten. Allerdings sind die User sich selber den Folgen ihres eigenen Handelns häufig kaum bewusst.</p>
<p>Kulturgüter gehören zu Spanien wie die Siesta zur Mittagspause. Genau diese Vielseitigkeit ist es, die jedes Jahr unzählige Urlauber auf die iberische Halbinsel lockt. Zu diesem kulturellen Reichtum gehört auch der Mann aus der Mancha, Don Quijote. Wenn nicht beide Seiten sowohl Konsumenten als auch Produzenten einsehen, dass sie ihr Verhalten gegenüber digitalen Kulturgütern ändern müssen, so werden sie auch weiterhin wie Don Quijote nur gegen Windmühlen kämpfen. Es sind die Höhen und Tiefen, welche die spanische Kultur so faszinierend machen. Spanien befindet sich trotz Rückschlägen durch die Wirtschaftskrise auf einem guten Weg für Demokratie, Datenschutz und ist auch Vorbild für andere Länder. In diesem Sinne:„<a href="https://www.youtube.com/watch?v=_eg4seQjlLQ">Qué Viva España!</a>“</p>
<p>Titelbild <a href="https://pixabay.com/de/users/Efraimstochter-12351/">Efraimstochter </a>via <a href="https://pixabay.com/">Pixabay</a> licensed <a href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CCO</a></p>
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