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	<title>Digitale Erinnerung &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Digitale Erinnerung an den spanischen Bürgerkrieg</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jul 2008 10:39:22 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Digitale Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Franco]]></category>
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					<description><![CDATA[60 Jahre hat es gedauert, bis sich Spanien an die republikanischen Opfer des Bürgerkriegs (1936-39) erinnern wollte und erinnern durfte. Heute sind es vor allem gut vernetzte Angehörigen-Verbände, die via Internet das öffentliche Bewusstsein prägen und politische Forderungen stellen.
<p>
&#160;
</p>
<div style="text-align: center">
<img src="/sites/politik-digital.de/files/080703_fosacomun.jpg" alt="Screenshot fosacomun" height="274" width="340" />
</div>
<p align="center">
<i>Screenshot fosacomun </i>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>60 Jahre hat es gedauert, bis sich Spanien an die republikanischen Opfer des Bürgerkriegs (1936-39) erinnern wollte und erinnern durfte. Heute sind es vor allem gut vernetzte Angehörigen-Verbände, die via Internet das öffentliche Bewusstsein prägen und politische Forderungen stellen.</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div style="text-align: center">
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="/wp-content/uploads/080703_fosacomun.jpg" alt="Screenshot fosacomun" height="274" width="340" />
</div>
<p align="center">
<i>Screenshot fosacomun </i><br />
<!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Jesús<br />
Fernández Álvarez wurde im Morgengrauen des 25. Juni<br />
1938 in Oviedo/Asturien hingerichtet. Der 33-Jährige war<br />
Mitglied der Kommunistischen Partei und kämpfte im Bataillon<br />
&quot;Máximo Gorki&quot; gegen die franquistischen Truppen.<br />
Insgesamt 30 Gefangene wurden an diesem Tag erschossen und in einem<br />
Massengrab verscharrt. Jesús Fernández Álvarez<br />
ist einer von ca. 30.000 <i>desaparecidos </i>(Verschwundenen):<br />
Opfer des Bürgerkriegs auf der republikanischen Seite, deren<br />
Verbleib nicht endgültig geklärt ist. 60 Jahre nach seinem<br />
Tod hat er einen Grabstein erhalten &#8211; er ist 200 Pixel hoch und 155<br />
Pixel breit.
</p>
<p><b>Das Ende des Beschweigens</b></p>
<p>
Der<br />
Grabstein besteht aus einem Foto, einer Rose sowie einer<br />
Kurzbiografie. Abgebildet ist er  auf der Internetseite <a href="http://fosacomun.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fosacomun</a>. Die Betreiberin der Seite, die <i>Asociación<br />
de Familiares y Amigos de la Fosa Común de Oviedo, </i>ist<br />
eine von zahlreichen Angehörigen-Initiativen, die sich seit 1996<br />
in Spanien konstituiert haben. Ihr Ziel ist es, den unbekannten<br />
Opfern des Bürgerkrieges ein Gesicht zu geben und diese in Würde<br />
zu beerdigen. Zudem wollen sie  den Verbleib von Vermissten klären,<br />
die während des Bürgerkriegs und der Folgezeit starben.
</p>
<p>
Ein<br />
erstaunlicher Schritt in einem Land, das nach dem Ende der<br />
Franco-Diktatur 1975 durch eine konsequente Geschichtsvergessenheit<br />
aufgefallen ist. Der Übergang zur Demokratie gilt noch heute<br />
als Musterbeispiel eines friedlichen Systemwechsels. Doch wurde<br />
dieser  durch das anhaltende  Beschweigens der republikanischen Opfer<br />
erkauft.
</p>
<p>
Ein<br />
Bruch mit dieser Tradition fand erst zur Jahrtausendwende statt:: Die<br />
sozialistische Opposition erhöhte den Druck auf die konservative<br />
Regierung;  gleichzeitig traten erste zivilgesellschaftliche Gruppen<br />
in Erscheinung. Zentrale Figur dieser Bewegung war der<br />
Lokaljournalist Emilio Silva, der nach den Überresten seines<br />
Großvaters recherchierte und diese Arbeit in einer<br />
Regionalzeitung dokumentierte. Die Berichterstattung fand ein<br />
gewaltiges Echo: Aus dem ganzen Land meldeten sich  Menschen, die<br />
ebenfalls nach Angehörigen suchten; Archäologen und<br />
Forensiker boten ihre Unterstützung an. Mit der bald gegründeten<br />
<a href="http://www.memoriahistorica.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><i>Vereinigung zur Rückgewinnung der historischen Erinnerung</i></a> rückte das Thema der Verschwundenen mit Macht ins öffentliche<br />
Bewusstsein.
</p>
<p><b>Vernetztes Erinnern</b></p>
<p>
Diese<br />
Erinnerungsarbeit findet vor allem im Internet statt. Vereine,<br />
Initiativen, Institutionen, politische Gruppierungen und<br />
Einzelpersonen tragen auf miteinander vernetzten Internetseiten<br />
Informationen zusammen, die das ideologisch verzerrte Geschichtsbild<br />
der Franco-Jahre revidieren.
</p>
<p>
So<br />
werden unter <a href="http://museomemoriarepublicana.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://museomemoriarepublicana.blogspot.com/</a> Fotos,<br />
Briefe, Filmausschnitte und Hintergrundberichte kunstvoll zu einer<br />
Collage montiert: Diese soll, an die Opfer erinnern, die in den<br />
franquistischen Gefängnissen der Hauptstadt Madrid verschwanden.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div style="text-align: center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/080703_museummemorial.jpg" alt="Screenshot Museum Memoria Republicana" height="138" width="340" />
</div>
<div style="text-align: center">
<i>Screenshot Museo Memoria Republicana </i>
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Andere<br />
Seiten beispielsweise erinnern ästhetisch und technisch<br />
hochprofessionell an die Bombardierung Barcelonas durch Francos<br />
Truppen (<a href="http://www.idep.es/juliansite/bombardeo/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><u>idep.es/juliansite/bombardeo/</u></a>)<br />
oder dienen als virtueller Stammtisch für Mitglieder der<br />
Internationalen Brigaden<br />
(<u><a href="http://www.brigadasinternacionales.org/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">brigadasinternacionales.org/index.html</a></u>).
</p>
<p>
Das<br />
vielleicht persönlichste und gleichzeitig grafisch<br />
eindrucksvollste Beispiel digitaler Erinnerungsarbeit einer einzelnen<br />
Person ist die Seite <a href="http://www.fusilados.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fusilados.org</a>, auf der „Héctor&quot;<br />
seinem Großvater Ismael ein Denkmal setzt. Ismael wurde<br />
am 3. November 1939 nahe Burriana/Valencia erschossen.<br />
Die Todesstrafe wurde verhängt, weil er Mitgliedschaft in einer<br />
Gewerkschaft und ein „Feind des Katholizismus&quot; gewesen sei.<br />
Héctor dokumentiert auf der Website seine Spurensuche, zeigt<br />
Fotos von den Orte des Geschehens, legt über die heutigen Ansichten<br />
Schablonen, die etwa ein Massengrab markieren. Das heutige Haus der<br />
Kultur wird von der historischen Aufnahme des Militärgefängnisses<br />
überblendet, der unscheinbare Straßenabschnitt als<br />
Hinrichtungsstätte identifiziert &#8211; bekannte und banale Orte<br />
der Stadt erzählen plötzlich eine Geschichte.
</p>
<p><b>Politische Forderungen</b></p>
<p>
Die<br />
Arbeit an einem kollektiven Gedächtnis im Internet ist dabei<br />
mit ganz konkreten politischen Forderungen verknüpft. So geht es<br />
u.a. um  Entschädigungszahlungen, juristische Rehabilitation der<br />
Opfer, staatliche Unterstützung für weitere Exhumierungen<br />
oder die Tilgung von Straßenbenennungen aus der Franco-Ära.<br />
Hier steht noch eine umfassende rechtliche Regelung aus, auf die die<br />
zahlreichen Initiativen im Vorfeld mit teils erheblichen Druck<br />
Einfluss nehmen wollen.
</p>
<p>
Übrigens:<br />
Inzwischen erinnern in Oviedo ein Monument und eine großflächige<br />
Gedenktafel an Jesús Fernández Álvarez und die<br />
anderen republikanische Opfer des Bürgerkriegs &#8211; ganz real.</p>
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