<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Digitale Ethik &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/digitale-ethik/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Tue, 23 Jun 2020 14:42:34 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Digitale Ethik &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Rezension: Julian Nida-Rümelin und Nathalie Weidenfeld &#8211; Digitaler Humanismus</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/rezension-digitaler-humanismus-155310/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/rezension-digitaler-humanismus-155310/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johannes Brinz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Oct 2018 06:27:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik der Digitalisierung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=155310</guid>

					<description><![CDATA[Könnte Siri ein Bewusstsein entwickeln und wenn ja, müssten wir ihr dann auch Menschenrechte zuerkennen? Wie sollen autonome Fahrzeuge in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-155316" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Der-Denkercut1-630x276.jpg" alt="File source: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Le_Penseur.jpg" width="630" height="276" /></p>
<p>Könnte Siri ein Bewusstsein entwickeln und wenn ja, müssten wir ihr dann auch Menschenrechte zuerkennen? Wie sollen autonome Fahrzeuge in Dilemmasituationen reagieren und können sie vielleicht sogar selbst Verantwortung übernehmen? Die Digitalisierung stellt die Philosophie vor eine Reihe neuer Probleme, die letztlich alle in einer Frage münden: Was ist der Mensch und wodurch unterscheidet er sich von Maschinen? Die Antwort, welche dieses Buch hierauf bietet, ist ganz einfach – es ist die typisch menschliche Fähigkeit sein Urteilen, Handeln und Fühlen von Gründen leiten zu lassen.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"></p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-155311" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/181004_Digitaler-Humanismus-cover.jpg" alt="181004_Digitaler Humanismus cover" width="161" height="265" /></p>
<p>Nida-Rümelin, Julian; Weidenfeld, Nathalie: Digitaler Humanismus – eine Ethik für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. München: Piper 2018. 220 S. ISBN 978-3-492-05837-7.</p>
<p></div></div>
<p>Ist es denkbar, dass künstliche Intelligenzen ein Bewusstsein entwickeln und welche Folgen hätte das für uns und unseren Umgang mit Technik? Wären vielleicht sogar Freundschaften zwischen Mensch und Maschine möglich oder lassen sich soziale Beziehungen nicht digitalisieren? Wie groß ist der Einfluss des Internet auf die heutige Kultur und kann es vielleicht sogar die Demokratie retten? Das erste, was einem beim Lesen dieses Buches ins Auge fällt, ist, wie viele philosophische Aspekte das Gebiet der Digitalisierung umfasst. Viele dieser Fragen kennen wir aus Filmen wie I Robot, Star Trek oder Matrix. Doch in Zeiten, in denen autonome Fahrzeuge und humanoide Roboter längst Realität sind, sind wir nun gezwungen, eine Ethik für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz zu entwickeln.</p>
<h3>Eine Ethik für das Zeitalter der künstlichen Intelligenz</h3>
<p>Dieser Aufgabe widmet sich nun – wie der Untertitel schon sagt – das Buch <a href="https://www.piper.de/buecher/digitaler-humanismus-isbn-978-3-492-05837-7" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Digitaler Humanismus</em></a><em> – eine Ethik für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz</em>. Es ordnet sich dabei ein in eine Reihe von Schriften, in denen der Münchner Philosoph Julian Nida-Rümelin sich mit den ethischen Aspekten gesellschaftlich besonders relevanter Themen auseinandersetzt und die eine enorme Breitenwirkung entfalten konnten. Nach <a href="https://www.buecher.de/shop/wirtschaftstheorie/die-optimierungsfalle/nida-ruemelin-julian/products_products/detail/prod_id/41831268/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ökonomie</a>, <a href="https://www.buecher.de/shop/politik/der-akademisierungswahn/nida-ruemelin-julian/products_products/detail/prod_id/40900371/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bildung</a> und <a href="https://www.buecher.de/shop/gerechtigkeit/ueber-grenzen-denken/nida-ruemelin-julian/products_products/detail/prod_id/47202093/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Migration</a> ist nun die Digitalisierung an der Reihe. Einen Sonderstatus erhält dieses Buch allerdings dadurch, dass die ethischen Reflexionen eingebettet sind in den Mythos der Digitalisierung, wie wir ihn aus Filmen und Science-Fiction-Romanen kennen. Zu verdanken ist dies der Zusammenarbeit mit Nathalie Weidenfeld. Weidenfeld besuchte die berühmte Lee Strassberg Schauspielschule in New York und ist promovierte Kultur- und Filmwissenschaftlerin. Derzeit arbeitet sie als freie Schriftstellerin und Lektorin in München. Seit 2001 ist sie verheiratet mit Julian Nida-Rümelin. Julian Nida-Rümelin studierte Philosophie und Physik und promovierte bei dem bedeutenden Wissenschaftstheoretiker Wolfgang Stegmüller. Nachdem er von 2001 bis 2002 Kulturstaatsminister war, kehrte er als Professor an die Universität zurück und zählt heute zu den <a href="https://www.euleev.de/images/andere_Redaktionen/Cicero_2008_29_09.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einflussreichsten deutschen Intellektuellen</a>. Darüber hinaus ist Nida-Rümelin Leiter des Bereiches Kultur am Zentrum Digitalisierung Bayern. Das vorliegende Buch verspricht also einen kundigen Einblick in die ethische und philosophische Dimension der Digitalisierung zu geben.</p>
<p>Jeder kennt die dystopische Vorstellung, dass menschliches Leben lediglich als Simulation in einer <em>Matrix </em>existiert. Oder das moralische Dilemma, vor das sich Sonny am Ende des Filmes <em>I Robot </em>gestellt sieht. Einen Großteil unserer Vorstellungen und Urteile bezüglich künstlicher Intelligenz beziehen wir aus Kinofilmen, Serien und Romanen. Und genau hier setzt dieses Buch an. Es handelt quasi im Mythos der Digitalisierung und versucht diesen philosophisch zu dekonstruieren. Anhand verschiedener Filmszenen werden die zu behandelnden Fragestellungen zuerst eröffnet und ausgeleuchtet, worauf dann die wissenschaftliche Analyse folgt. Dadurch greifen die Autoren Fragen auf, die man sich so oder so ähnlich selbst schon einmal gestellt hat. Das verleiht diesem Buch eine gewisse Plastizität und macht es auch Laien einfach greifbar. Doch auch an fachlichem Wissen mangelt es keineswegs. Systematisch folgt die Argumentation stets dem Humanismus Nida-Rümelins, wonach es die typisch menschliche Fähigkeit ist, sein Urteilen, Handeln und Fühlen von Gründen leiten zu lassen, die den Maßstab für unseren Umgang mit Technik abgeben muss.</p>
<p>Der digitale Humanismus wendet sich dabei sowohl gegen den Digitalisierungspessimismus als auch gegen die Silikon-Valley-Ideologie und ihre Idee eines Transhumanismus. Künstliche Intelligenz solle als Gelegenheit gesehen werden, ein menschliches und freies Leben zu befördern. Der Grundtenor ist hierbei stets: Ja, die Entwicklung künstlicher Intelligenz stellt uns vor eine Reihe neuer Probleme, aber wenn wir unser alltägliches Urteilen kohärent auf den Bereich der Digitalisierung übertragen, lassen sie sich gewinnbringend lösen.</p>
<h3>Künstliche vs. menschliche Intelligenz</h3>
<p>Doch was unterscheidet nun für Weidenfeld und Nida-Rümelin künstliche von menschlicher Intelligenz? Zuerst einmal besitzen Roboter keine Intentionen. Sie wollen nicht. Maschinen sind nicht in der Lage, sich selbst Ziele zu stecken oder Projekte zu verfolgen. Sie folgen lediglich vorher von Menschen festgelegten Operationen – auch selbstlernende Computer. Die Aufgaben verteilt noch immer der Programmierer. Und diese Abhängigkeit von Algorithmen ziehe eine grundsätzliche Trennlinie zwischen menschlichem Denken und digitalem Rechnen. Hierbei greift die Argumentation immer wieder auf ein meta-mathematisches Theorem zurück, wonach ein hinreichend komplexes System – wie eben auch das menschliche Urteilen, Handeln und Empfinden eines ist – nicht vollständig algorithmisch gefasst werden kann. Dieses Defizit schließe Roboter kategorisch von einer Vielzahl typisch menschlicher Eigenschaften aus.</p>
<p>So können Maschinen beispielsweise keine Würde besitzen, da diese aus der Fähigkeit entstehe, ein Leben nach eigenen Vorstellungen zu leben, Autor seines eigenen Lebens zu sein. Ohne Autorschaft keine Menschenwürde. Auch die Möglichkeit eines freien Willens bekommen die Roboter abgesprochen. Sie seien nicht in der Lage, eigene Gedanken und Vorhaben in die Tat umzusetzen. Computer folgen Stromimpulsen und sind damit lediglich Glieder in vorherbestimmten Kausalketten. Und wie steht es um die vielleicht wichtigste Eigenschaft: Die Emotionalität? In vielen Filmen sind Roboter Gefühlen zugänglich, und moderne weit ausgereifte Humanoiden scheinen durchaus menschliche Züge entwickeln zu können. Aber auch hier sind die Autoren äußerst kritisch. Wer glaube, Roboter können Gefühle empfinden, nur weil sie sich so verhalten als ob, sitze einem Irrglauben auf. So wie das Kind, das beim Zahnarzt versucht nicht zu weinen, den Schmerz dennoch fühlt, könne im Umkehrschluss die Turing-Maschine Gefühle zwar simulieren, nicht aber empfinden. Fühlen lasse sich eben nicht auf Verhalten reduzieren.</p>
<h3>Liquid Democracy, Digitale Bildung und Bedingungsloses Grundeinkommen</h3>
<p>In einigen der zwanzig Kapiteln werden aber nicht nur tiefenphilosophische Grundsatzfragen diskutiert, es wird auch explizit auf aktuelle politische Debatten Bezug genommen. Besonders intensiv wird dabei das Thema autonomes Fahren behandelt.  Zentrales Argument: KIs versagen bei moralischen Dilemmata! In gewissen Gefahrensituationen muss ein selbstfahrendes Auto beispielsweise entscheiden, ob es seinen Insassen in Lebensgefahr bringt oder auf Passanten auf dem Gehweg zusteuert. Während Menschen eine falsche Entscheidung, die im Bruchteil einer Sekunde getroffen wird, nachgesehen werden könne, müssen selbstfahrende Autos im Vornherein und nach reichlicher Überlegung auf ein gewisses Verhalten programmiert werden. Dies wiederum führe zu erheblichen Problemen mit dem ethischen und juristischen Grundsatz der Nicht-Verrechenbarkeit von Menschenleben. Man kommt nicht drum herum, das Töten von Menschen dem Auto einzuprogrammieren.</p>
<p>Eine erstaunlich scharfe Kritik erfährt die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens. Die Behauptung, die Digitalisierung der Industrie mache Erwerbsarbeit überflüssig, sei empirisch falsch und eine Spaltung der Gesellschaft in hochbezahlte Erwerbsarbeiter und großzügig Alimentierte sei gefährlich. Auch <a href="https://politik-digital.de/news/politik-via-app-movimento-5-stelle-154282/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">der Vision, Politik mittels Internet und Liquid Democracy wieder bürgernah zu machen</a>, erteilt dieses Buch eine Absage. Die große Zahl der Beteiligten mache den Entscheidungsprozess manipulationsanfällig und führe in Konflikte mit Bedingungen kollektiver und demokratischer Rationalität. An dieser Stelle werden neuerdings verschiedene Theoreme aus der Mathematik und der Entscheidungstheorie herangezogen. Eines der umfangreichsten Kapitel beschäftigt sich mit der digitalen Bildung. Anhand des Filmes <em>Der Rasenmähermann</em> aus dem Jahre 1992 werden die Schattenseiten einer ausgearteten Bildung im Sinne bloßer Wissensanhäufung beschrieben. Auch in Zeiten unbegrenzter Speicherung und Verfügbarkeit von Wissen müsse Bildung in erster Linie dazu dienen, die menschliche Urteilsfähigkeit zu schärfen und die zwischenmenschliche Kommunikation zu fördern.</p>
<h3>Fazit: Ein Buch für Stunden der Muße – nicht für das philosophische Oberseminar</h3>
<p>In <em>Digitaler Humanismus – eine Ethik für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz </em>werden die vielen verschiedenen philosophischen Aspekte der Digitalisierung einfach und eingängig behandelt und die Anbindung an bekannte Filme macht das Buch sehr unterhaltsam und besonders Technik- und SciFi-Begeisterten einfach zugängig. Leider fehlt es an einigen Stellen an philosophischer Tiefe. Zwar werden die wichtigsten Konzepte verständlich dargestellt und sinnvoll auf die digitalen Fragen bezogen, allerdings sind circa zehn Seiten pro Themengebiet einfach zu knapp, um wirklich einen tiefen Einblick in die Materie zu gewähren. Der geringe Umfang von gerade einmal zweihundert Seiten in Kombination mit dem ausufernden Stoffumfang macht eine ausführliche Abwägung der Argumente pro und contra unmöglich. Das wiederum führt dazu, dass verschiedene Abschnitte teils sehr deutlich aus einer bestimmten philosophischen Sichtweise heraus geschrieben sind. Weder die Frage nach der Willensfreiheit, noch die Ablehnung des Konsequentialismus sind in der Philosophie unumstritten. Vertraut man jedoch der Kompetenz der Autoren und verzichtet auf ausschweifende Begründungen, so erhält man ein Buch, das es schafft, Lesbarkeit mit akademischem Anspruch zu verbinden. Besonders sympathisch: Mit Hilfe anschaulicher Beispiele gelingt es den Autoren die Verbindung zur Lebenswelt nicht abreißen zu lassen, wenn die Begründung droht sich in den Wirren der theoretischen Philosophie zu verfangen,</p>
<p>Alles in allem handelt es sich bei <em>Digitaler Humanismus – Eine Ethik für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz </em>um ein Buch, das zwar keine wissenschaftlichen Ansprüche stellt, es allerdings weder an fachlicher Kompetenz noch an intellektuellem Anspruch mangeln lässt. Wer keine ausführliche Diskussion der verschiedenen ethischen Aspekte der Digitalisierung, sondern einen soliden und kurzweiligen Überblick über die einzelnen Themenbereiche erwartet, wird mit diesem Buch bestens bedient sein. Komplexe Zusammenhänge werden verständlich erläutert und die zwar gehobene, doch meist geradlinige Sprache ermöglicht ein flüssiges Lesen und schnelles Erfassen. Die Einbettung in den cineastischen Kontext und die gesellschaftliche Bedeutsamkeit des Themas machen dieses Buch einem breiten Publikum von Philosophie- und Technikinteressierten zugänglich und die Verbindung von Natur-, Kultur- und Geisteswissenschaft zeichnet ein möglichst vollständiges Bild eines digitalen Humanismus.</p>
<p>Titelbild:<br />
Der Denker by Jean-David &amp; Anne-Laure via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Le_Penseur.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikipedia Commons</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 2.0</a></p>
<p>Bild des Buchcovers: © Piper Verlag</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/rezension-digitaler-humanismus-155310/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Corporate Digital Responsibility: Vertrauen schaffen, doch was heißt das eigentlich?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/corporate-digital-responsibility-154798/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/corporate-digital-responsibility-154798/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julia Schymura]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Jun 2018 13:11:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Corporate Social Responsibility]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[CSR]]></category>
		<category><![CDATA[Corporate Digital Responsibility]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=154798</guid>

					<description><![CDATA[Corporate Social Responsibility, also Gesellschaftsverantwortung von Unternehmen, ist bereits seit langem fester Bestandteil unternehmerischer Praxis. Aber was genau steht hinter [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CDR_Engel2_Artikel1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-154801 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CDR_Engel2_Artikel1.jpg" alt="Stephan Engel trägt neben Bildschirm über &quot;CDR bei Otto&quot; vor" width="640" height="280" /></a>Corporate Social Responsibility, also Gesellschaftsverantwortung von Unternehmen, ist bereits seit langem fester Bestandteil unternehmerischer Praxis. Aber was genau steht hinter dem Begriff der Digital Responsibility? Inwiefern neue Verantwortung auf Unternehmen und Politik in einer digitalisierten Gesellschaft zukommt, wurde am Donnerstag, den 21. Juni, von der Arbeitsgruppe Ethik der Initiative D21 diskutiert.</p>
<p>Digitalisierung bringt neue, vorher nicht da gewesene Handlungsmöglichkeiten. Sie wirft Fragen auf, die wir vorher nicht gestellt haben – und auf die auch ethische Antworten gefunden werden müssen. Benötigen wir dafür eine neue Ethik, oder genügen bereits existierende ethische Frameworks? Die Arbeitsgruppe Ethik hat sich das Ziel gesetzt, ethische Grundvorstellung auf die digitalisierte Gesellschaft zu übertragen. In der Veranstaltung am 21.06.2018 beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit der Corporate Digital Responsibility – welche Verantwortungen haben Unternehmen in einer digitalen Gesellschaft? Wir werden heute politische und wirtschaftliche Interpretationen dieser Frage hören.</p>
<h3>CDR heißt, „Verantwortung nicht an der Garderobe der Digitalisierung abzugeben“</h3>
<p>„Für uns“, sagt Stephan Engel, Head of Corporate Responsibility der Otto Group, „ist Ethik Teil unserer wirtschaftlichen Erfolgsfunktion.“ In erster Regel sei er Kaufmann, Hamburger Kaufmann, nicht Ethiker. Angenehm ehrlich wirkt er mit seinem Bekenntnis. Dennoch, so steht es in dem 80 Seiten langen Imagebericht seines Unternehmens, bedeutet Kaufmannsein eben auch, sogenannte Kaufmannstugenden zu berücksichtigen: Werte sind essentiell für sein Unternehmen. Engel fährt fort: „CDR heißt, Verantwortung nicht an der Garderobe der Digitalisierung abzugeben.“ Was genau steckt hinter dieser Verantwortung? Neben den Vorteilen der Digitalisierung führt die Schnelligkeit, mit der sie voranschreitet, auch zu Verunsicherung, so steht es in dem Otto-Bericht. Das scheint Björn Stecher, stellvertretender Geschäftsführer der <a href="https://initiatived21.de/">Initiative D21</a>, zu meinen, als er kurz darauf von Vertrauensankern spricht, an denen sich Menschen festhalten können. „Es ist wichtig, Vertrauen zu schaffen“, sagt er, „um die Komplexität der Digitalisierung für die Gesellschaft zu reduzieren.“ Vertrauen ist ein Wort, das noch häufiger auf dieser Veranstaltung fällt, es scheint von hoher Bedeutung zu sein. Doch inwiefern ist das Schaffen dieses Vertrauens Teil dieser Verantwortung? Wie lässt sich der abstrakte Begriff CDR konkretisieren?</p>
<h3>CDR als digitale Ergänzung einer CSR?</h3>
<p>Jens-Rainer Jänig, Geschäftsführer der Kommunikationsagentur mc quadrat, versucht sich an einer Definition: Corporate Digital Responsibility sei Verständnis von Unternehmensverantwortung <em>in und für</em> eine digitale Gesellschaft. Es umfasse es eine regulierte und eine freiwillige Ebene: Einerseits also das Einhalten relevanter Gesetze oder Richtlinien, andererseits die Wahrnehmung einer freiwilligen Verantwortung bei der Mitgestaltung der digitalen Gesellschaft. Im Fokus, so Jänig, sollen die über die regulative Ebene hinausgehenden freiwilligen Maßnahmen stehen. In der anschließenden Diskussionsrunde sorgt das für Unklarheit bei anderen TeilnehmerInnen: An Regeln halten – ist das wirklich Verantwortung oder nicht vielmehr Selbstverständlichkeit, ja, eine notwendige Rahmenbedingung für gesellschaftliche Teilnahme? Aber, antwortet Stecher darauf, ist es beispielsweise mit der DSGVO überhaupt noch so eindeutig, inwiefern, wann und wo ein Unternehmen gegen Recht verstößt? Eine klare Antwort wird es heute also nicht darauf geben.</p>
<p>CDRs Vorgängerin, die Corporate Social Responsibility, ist lange ein Begriff. Sie umfasst in der Regel die zusätzlichen Pflichten und Verantwortlichkeiten, die ein Unternehmen sich auferlegt, nicht die gesetzlichen. Allerdings ist CDR ungleich CSR: Jänig fragt sich, welche Rolle CDR neben CSR einnehmen soll. Ist sie etwas grundlegend neues, nur eine digitale Neuinterpretation dessen, was bereits existiert – oder sollten wir sie vielmehr als Ergänzung verstehen?</p>
<p>Besonders groß, das ist für Jänig bereits eindeutig, ist allerdings die Verantwortung von Unternehmen in sehr marktmächtigen Positionen. Unternehmen mit monopolähnlicher Stellung, wie Google, dürfen nicht nur reagieren, sondern müssen proaktiv die Fragen beantworten, die Digitalisierung in Bezug auf Gesellschaft und Ethik aufwirft.</p>
<h3>Beschwerdemanagement als Bestandteil einer CDR</h3>
<p>Zuletzt hören wir die politische Perspektive. Wolfgang Teves vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz  erklärt, was aus seiner Sicht Potentiale einer CDR sind. Auch für ihn spielt Vertrauen eine Schlüsselrolle, auch für ihn geht CDR über Regulierungen hinaus: CDR ist etwas, das flexibler ist, und von jedem Unternehmen individuell definiert und umgesetzt werden kann. Die Handlungsfelder einer CDR sind für jedes Unternehmen, vom traditionellen Konzern bis zum Start-Up, unterschiedlich, anders als allgemeingültige Gesetze. Für Teves ist außerdem klar, dass es bei CDR um mehr geht, als nur um Transparenz und Datenschutz: Aus seiner Sicht als Verbraucherschützer sind auch Beschwerdemanagement und Streitbeilegungsverfahren essentielle Bestandteile von digitaler Verantwortung.</p>
<p>Teves sucht auch offen die Diskussion: Wie kann Politik CDR mitgestalten, und wie kann sie das Übernehmen von Verantwortung in der Digitalisierung begleiten? Für ihn steht fest, dass verschiedene Akteure zusammenarbeiten müssen: Politik, NGOs, Unternehmen, internationale Organisationen. Wie passend, dass aus jedem Feld heute jemand an der Sitzung der AG Ethik teilnimmt.</p>
<p>Am Ende Veranstaltung ist deutlich geworden, welche Schlüsselrolle Vertrauen zukommt. Es wird allerdings auch deutlich, dass wir erst am Anfang stehen: Wir wissen, dass CDR von großer Bedeutung ist – doch wie wir sie gestalten und was sie genau beinhalten wird, muss noch geklärt werden. Ist sie einfach nur ein Teil der CSR – die nun eben neben einer analogen, auch eine digitale Komponente umfasst? Oder ist sie wirklich etwas grundlegend Andersartiges? Derzeit suchen wir noch nach Antworten auf diese Frage, die die Rolle von immer digitaler werdenden Unternehmen prägen wird.</p>
<p>Die Arbeitsgruppe Ethik trifft sich einmal im Quartal und wird geleitet von der Initiative D21. Mehr Informationen dazu gibt es <a href="//initiatived21.de/arbeitsgruppen/ag-ethik/)">hier</a>.</p>
<p>Titelbild: © Redaktion.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/corporate-digital-responsibility-154798/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Digitale Agenda für eine lebenswerte Gesellschaft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/digitale-agenda-fuer-eine-lebenswerte-gesellschaft-152787/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/digitale-agenda-fuer-eine-lebenswerte-gesellschaft-152787/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Elisa Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jul 2017 08:22:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesregierung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=152787</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Am 29. Juni 2017 veranstaltete das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine eintägige Fachkonferenz zum Thema “Digitale Agenda für eine lebenswerte Gesellschaft”.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Experten wie <em>Dr. Ralf Kleindiek</em>, Staatssekretär des BMFSFJ, <em>Petra Mackroth</em>, Abteilungsleiterin Familie, oder <em>Maria Reimer</em> von “Jugend hackt”  sowie Engagierte aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft</span> <span style="font-weight: 400;">brachten in Präsentationen, Vorträgen, Gesprächskreisen und anregenden Diskussionen sämtliche Arbeitsbereiche des Ministeriums zur Sprache und berichteten über bisherige Entwicklungen, Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Eingangs stellte </span><i><span style="font-weight: 400;">Markus Beckedahl</span></i><span style="font-weight: 400;">, Chefredakteur von netzpolitik.org, einen Maßnahmenkatalog vor, um die digitale Ausrichtung unserer Gesellschaft erfolgreich umzusetzen und alle BürgerInnen zu inkludieren. Seiner Meinung nach ist der Zugang zu Internet mittlerweile ein Grundrecht wie der Zugang zu Strom und fließendem Wasser.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Beckedahl sprach sich auch für eine Erhöhung staatlicher Fördergelder aus, um Projekte wie die flächendeckende Installation von Breitband oder das “digitale Ehrenamt” einzuführen. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur muss nicht nur im Sinne von Breitband-Zugängen erfolgen, sondern auch im Bereich Medienkompetenz durch digitale Bildung und Weiterbildung. Schon jetzt engagieren sich viele ehrenamtlich in der Digitalisierung, so z. B. bei  Wikipedia, Freifunk Berlin oder dem Chaos Computer Club. Wenn ehrenamtliche Organisationen und Initiativen staatliche Konzepte unterstützen und teilweise Aufgaben übernehmen, denen der Staat schlichtweg nicht nachkommen kann, dann muss es für diese Art des Ehrenamts entsprechende Fördergelder (</span><i><span style="font-weight: 400;">digital funds</span></i><span style="font-weight: 400;">) sowie eine gleichwertige Anerkennung geben wie für traditionelle Ehrenämter, z.B. durch Auszeichnungen wie das Bundesverdienstkreuz für Digitales.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">In verschiedenen Workshops zur digitalen Spaltung, Medienkompetenz und demokratischem Teilhabe stellten Initiativen und Organisationen wie </span><a href="https://jugend.beteiligen.jetzt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400;">“jugend.beteiligen.jetzt”</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.gutes-aufwachsen-mit-medien.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400;">“Gutes Aufwachsen mit Medien”</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder das “</span><a href="http://www.kompetenzlabor.de/labor/century-competence-centre/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400;">21st Century Competence Center”</span></a><span style="font-weight: 400;"> ihre Projekte vor und gaben Impulse für die anschließenden Diskussionen.</span></p>
<h3>Nachbarschafts Empowerment</h3>
<p><i><span style="font-weight: 400;">Jennifer Schubert</span></i><span style="font-weight: 400;"> vom Design Research Lab machte sich für eine Art des Nachbarschafts Empowerments stark. Damit keine digitale Spaltung entsteht, muss die Gesellschaft zunächst bei der analogen sozialen Teilhabe ansetzen, denn digitale Spaltung ist oftmals bloße Kontinuität schon bestehender Ungleichheiten. Genau dort muss das Bewusstsein geschaffen werden, dass soziales Teilhabe, die Integration sämtlicher Gesellschaftsgruppen als Schlüssel einer erfolgreichen Umsetzung der Digitalisierung gebraucht wird. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Frage nach einem allgemeinen Netzzugang aller Bürger scheint für viele Experten schon fast veraltet zu sein. Wichtiger ist die Frage der Medienkompetenz, also den Umgang im Netz und mit den Medien.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Um Digitales für alle nutzbar zu machen, brauchen wir ein alltagsintegrierendes Konzept, das unterschiedliche Zugänge ermöglicht, lokal angepasst ist und so digitales Nachbarschafts Empowerment ermöglicht. Die digitale Nutzung muss stärker differenziert werden, zwischen der allgemeinen Internetnutzung und anderen Bereichen der Digitalisierung, wie z.B. der digitalen Mobilität durch Pedelecs und Elektroautos oder der Digitalisierung der Finanzen durch E-banking und Bitcoins u.ä.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Innovative Projekte wie der “</span><a href="https://www.youtube.com/watch?v=onM9y0dBMxU&amp;feature=youtu.be" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400;">Digitale Briefkasten</span></a><span style="font-weight: 400;">” des </span><a href="http://www.design-research-lab.org/projects/hybrid-letter-box/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400;">Design Research Lab</span></a><span style="font-weight: 400;"> der UdK Berlin, der Einwürfe digitalisiert, oder das Konzept von </span><a href="https://berlin.freifunk.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400;">Freifunk Berlin</span></a><span style="font-weight: 400;">, freie Netzwerke durch die Verbindung einzelner WLAN-Router zu schaffen, sollen als allgemeine Schnittstellen für Digitales dienen.</span></p>
<h3>Digitale Jugend und Bildung</h3>
<p><i><span style="font-weight: 400;">Gerhard Seiler</span></i><span style="font-weight: 400;"> vom 21st Century Competence Center ist der Meinung, digitale Kompetenzen müssen schon früh, also ab dem Kleinkindalter, im Kindergarten oder durch Tagesmütter vermittelt werden. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Dies kann auch einen Synergie-Effekt bei Eltern und Kindern hervorrufen. Durch neue, medien-integrierende Erziehungsmethoden, kann der Wissenserwerb von Kindern und Eltern kombiniert werden. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die digitale Bildung ist ein Baustein unserer zukünftigen Gesellschaft und soll bestmöglich gefördert werden. Bisher übernehmen weitestgehend externe Organisationen die digitale Bildungsarbeit der Schulen, weil das deutsche Bildungssystem noch nicht über die nötigen Ausrichtungen und Ressourcen verfügt. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Um kleine (ehrenamtliche) Verbände und Initiativen zu entlasten, muss die staatliche Förderung erhöht und neue Gesetzesinitiativen geschaffen werden, die digitale Bildung bereits in die Lehramtsausbildung integrieren und somit zukünftig die Voraussetzungen für digitalen Unterricht schaffen.</span></p>
<h3>Digitalisierung der Familie</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/kopfe/geraldine-de-bastion-im-herzen-ein-nerd-60107/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><i><span style="font-weight: 400;">Geraldine de Bastion</span></i></a><span style="font-weight: 400;">, Kuratorin der re:publica und Mitglied der Digitalen Gesellschaft, widmete sich in einer Präsentation den Fragen “Wie kann Frau nach der Babypause zurück in den Beruf?”, “Wie verändert Digitales die Familienkultur?” Und andersherum: “Wie passt sich diese der Digitalisierung an?”.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Studien zufolge verbringen Frauen nach wie vor einen erheblichen Teil des Tages mit der Haushaltsführung, sei es der Haushaltsputz oder die Einkäufe. Die schnellen technischen Entwicklungen haben es geschafft, diese unliebsamen Zeitaufwände zu automatisieren. Auch körperlich beeinträchtigten Menschen helfen die technischen Fortschritte, einem normalen (Arbeits-)Alltag nachgehen zu können. Der Staubsauger saugt von allein, Schulprojekte der Kinder lassen sich schnell mithilfe des 3D-Druckers realisieren und der Kühlschrank beschafft aufgebrauchte Lebensmittel durch automatische Nachbestellungen. Auch Homeoffice wird durch digitale Prozesse erleichtert und zudem bei Unternehmen immer beliebter. So bleibt mehr Zeit für das gemeinsame Familienleben. Doch die ist angesichts der Sinnüberflutung durch Social Media-Dienste und andere Apps häufig nicht mehr gegeben. Verbale Kommunikation findet in vielen Familien deutlich weniger statt. So verhält es sich auch beim Smart Home &#8211; es vereinfacht vieles, doch der Konsequenzen sind sich nur wenige bewusst. Je mehr Automatisierung durch Digitalisierung, desto höher das Risiko zu entmenschlichen, formulierte es de Bastion. Auch wenn das derzeit noch nicht der Fall ist, wird in naher Zukunft das Zusammenleben von Mensch und Roboter Alltag sein.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Auch hier setzt die Medienkompetenz an: sich nicht entmündigen lassen, sondern verstehen, was passiert und wie es passiert. Die digitale Logik begreifen und Algorithmen verstehen. Und dann entscheiden, worauf man sich einlassen möchte und was zu weit geht.</span></p>
<h3>Ethik der Zukunft</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Durch die Digitalisierung ist etliches möglich, doch stellt sich nicht nur die Frage, was wir erwarten und was erreicht werden kann, sondern umgekehrt auch, von welchen Folgen auszugehen ist und was wir verhindern wollen. Medienkompetenz bildet somit einen Ethik-Baustein, der angesichts der Komplexität der Digitalisierung dringend gebraucht wird.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Dennoch lässt sich Digitalisierung nicht in allen Bereichen durchsetzen und ist nicht überall sinnvoll anzuwenden. Darüber, ob die Digitalisierung beispielsweise in die (katholische) Kirche Einzug halten sollte, waren die Diskussionsteilnehmer geteilter Meinung.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Es wird notwendig, den Medien und der Technik gegenüber eine konkrete Haltung einzunehmen und weder den Technikoptimisten noch den Technikpessimisten zu sehr Glauben zu schenken, sondern die Fakten zu beurteilen und einen Technikrealismus zu schaffen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Im Rahmen der Digitalen Agenda hat das BMFSFJ einen Zehn-Punkte-Plan für die Entwicklung einer “smarten” Gesellschaft entworfen, der </span><a href="https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/presse/pressemitteilungen/digitale-agenda-fuer-eine-lebenswerte-gesellschaft/117122" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="font-weight: 400;">hier</span></a><span style="font-weight: 400;"> zu finden ist. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Bild:</strong> Elisa Meyer // CC0 Public Domain</p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-2" data-row="script-row-unique-2" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-2"));</script></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/digitale-agenda-fuer-eine-lebenswerte-gesellschaft-152787/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ethik-Kodex zur öffentlichen Meinungsbildung im Netz vorgelegt</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/ethik-kodex-zur-oeffentlichen-meinungsbildung-im-netz-vorgelegt-151630/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/ethik-kodex-zur-oeffentlichen-meinungsbildung-im-netz-vorgelegt-151630/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johannes Brinz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Mar 2017 17:38:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[United Nations]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatic Council]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik-Kodex]]></category>
		<category><![CDATA[öffentliche Meinungsbildung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=151630</guid>

					<description><![CDATA[In dem heute veröffentlichten „Kodex für öffentliche Kommunikation und Vertrauen“ fordert das Diplomatic Council mehr Sorgsamkeit bei der öffentlichen Meinungsbildung. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/united-nations-640-260.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151631" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/united-nations-640-260.png" alt="Titelbild: United Nations by Etereuti via pixabay, CC0 Public Domain  " width="640" height="260" /></a>In dem heute veröffentlichten „Kodex für öffentliche Kommunikation und Vertrauen“ fordert das Diplomatic Council mehr Sorgsamkeit bei der öffentlichen Meinungsbildung. Der bei der UN registrierte Think Tank reagiert damit auf die zunehmende Verbreitung von Falschmeldungen im Internet.</p>
<p>Auch für Privatpersonen, welche ihre Ansichten über soziale Netzwerke verbreiten, sollten ethische Maßstäbe bezüglich Wahrheit und Respekt gelten. Zu diesem Schluss kommt ein Team der Organisation Diplomatic Council um Chef-Redakteur Dr. Klaus-Ullrich Moeller. Da heutzutage die öffentliche Meinungsbildung nicht mehr vorrangig von professionellen Medien, sondern zunehmend auch von Privatpersonen über soziale Netzwerke gesteuert wird, sollten sich auch diese an gewisse Richtlinien halten.</p>
<p>In jüngster Vergangenheit kam es vermehrt zur Verbreitung von Fake-News. Um jedoch einen angemessenen Diskurs führen zu können, ist es unbedingt nötig, auf Fakten zurückzugreifen. Hierbei sei es Voraussetzung, dass zwischen Fakten und schieren Behauptungen unterschieden werde. Daher solle sich jeder, der sich öffentlich äußert, seiner besonderen gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sein, heißt es in dem Ethik-Kodex.</p>
<p>Kritik wird zudem an der Anonymität im Netz geübt. Durch diese sinkt die Hemmschwelle und unreflektierte Meinungen werden leichtfertig verbreitet: „Im öffentlichen Raum anonym aufzutreten widerspricht dem Kodex“, argumentieren die Verfasser.</p>
<p>Ein weiteres Problem stellt die Zunahme von Beleidigung und verbaler Gewalt im Internet dar. Hier schreiben die Autoren, Emotionen seien zwar legitimer Bestandteil des öffentlichen Diskurses, dürften jedoch nicht in Beleidigung und Verleumdung ausarten. Zudem sei ein klarer und verständnisorientierter Sprachstil nötig, um einen „konstruktiven Konsens“ zu erreichen. Den vollständigen Kodex können Sie <a href="https://www.diplomatic-council.org/de/dc-kodex-fuer-oeffentliche-kommunikation-vertrauen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier </a>nachlesen.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/de/vereinten-nationen-welt-flagge-un-1184119/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">United Nations by Etereuti</a> via pixabay, licensed <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-630x110.png" alt="cc-lizenz-630x11011" width="453" height="79" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/ethik-kodex-zur-oeffentlichen-meinungsbildung-im-netz-vorgelegt-151630/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gesellschaft und Ethik im digitalen Wandel</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/gesellschaft-und-ethik-im-digitalen-wandel-150365/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/gesellschaft-und-ethik-im-digitalen-wandel-150365/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jana Donat]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Oct 2016 10:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kant]]></category>
		<category><![CDATA[Kairos-Moment]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[kategorischer Imperativ]]></category>
		<category><![CDATA[Metaperspektive]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik der Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA["Aufstand für das Leben"]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Claus Eurich]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Handlungsmaxime]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ego-Tunnel]]></category>
		<category><![CDATA[Individualisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Ent-Persönlichung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=150365</guid>

					<description><![CDATA[Seit langem führen wir über das Phänomen der Digitalisierung vielfältige Debatten. Die problemorientierte Betrachtung der digitalen Sphäre führt uns aber auch [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-150390 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Die_Schule_von_Athen_bearbeitet_640x337-630x361.jpg" alt="Die Schule von Athen von Raffael, bearbeitet" width="630" height="361" />Seit langem führen wir über das Phänomen der Digitalisierung vielfältige Debatten. Die problemorientierte Betrachtung der digitalen Sphäre führt uns aber auch zu immer wiederkehrenden Diskursen und mehr Fragen als Antworten. Professor Dr. Claus Eurich, Technische Universität Dortmund, sieht uns, analog wie digital, gefangen in einem Labyrinth: Mal schaffe man es zwar um eine neue Ecke zu schauen, aber das große Ganze in Form einer Metaperspektive bleibe dabei auf der Strecke. Der Autor und Dozent setzt sich mit den großen Themen der Ethik, der gewaltlosen Kommunikation und Journalistik auseinander. In einem Interview sprechen ich mit ihm über genau diese Aspekte – bezogen auf den digitalen Wandel, der uns alle umgibt.</p>
<p><strong> politik-digital</strong>: Wenn wir die Themenkomplexe, Digitalisierung und Ethik, fassbar machen wollen: Was ist der erste Gedanke der Ihnen in den Sinn kommt, wenn Sie zunächst die Begriffe Digitalisierung und Gesellschaft miteinander verknüpfen?</p>
<p><strong>Claus Eurich</strong>: Zum einen ist es eine rein technische Frage. Was ist Digitalisierung überhaupt, und wie löst sie die analogen Strukturen, die über Jahrhunderte gewachsen sind, allmählich auf? Dann gilt es, verschiedene Ebenen zu betrachten – für mich sind drei Ebenen wichtig: Digitalisierung hat erstens Auswirkungen auf einer infrastrukturellen Ebene, also im Bereich der Ökonomie, der Industrie, des Dienstleistungsbereichs, im Bereich des Verkehrs usw. Die zweite Ebene umfasst Medien, die Herstellung von Öffentlichkeit und das, was wir mit Vernetzung umschreiben. Das Dritte ist die persönliche Ebene: Da wo es den Menschen betrifft, seinen Umgang mit der digitalen Technik und das, was man vielleicht auch als Mensch-Maschine-Symbiose bezeichnen kann.</p>
<h3>Individualisierung und Ent-Persönlichung</h3>
<p><strong>politik-digital</strong>: Bleiben wir mal auf der dritten, der menschlichen, Ebene: Inwiefern glauben Sie, dass dieser Aspekt der Digitalisierung momentan starke Einflüsse auf die Gesellschaft ausübt?</p>
<p><strong>Claus Eurich</strong>: Ich glaube, dass wir es im Moment bei der Digitalisierung mit einem Quantensprung in der menschlichen Entwicklung insgesamt zu tun haben – ohne, dass wir bisher eine angemessene Chance gehabt hätten, uns geistig, seelisch und emotional anzupassen. Dadurch ist ein unglaublicher Sog entstanden, der ambivalente Züge zeigt: Einerseits gibt es eine stärkere Vernetzung der Menschen miteinander, gleichzeitig aber auch eine starke Ent-Persönlichung mit verstärkter Individualisierung. Überall sehe ich, wie Menschen in grotesker Weise mit ihren Geräten verschmolzen sind. Und dann wird deutlich: Das ist mehr als nur der Austausch von Informationen und Bildern. Hier geht es auch um tiefe seelische Bedürfnisse, um Sehnsucht nach etwas, nach Begegnung, nach Vertrautheit. Diese Bedürfnisse werden nun projiziert, und sie können sich ausleben in diesen Geräten. Wohin uns das führt, halte ich im Ergebnis momentan noch für recht offen.</p>
<p><strong>politik-digital</strong>: Technische Veränderungen prägen nicht nur gesellschaftliche Prozesse, sondern werfen auch neue ethische Fragestellungen auf. Kann man auf menschlicher Ebene generell von einer Bewusstseinsänderung sprechen?</p>
<p><strong>Claus Eurich</strong>: Unbedingt. Es ist ein Herausholen aus raumzeitlicher Enge, auch aus dem unmittelbaren Zusammensein und der direkten Kommunikation. Gleichzeitig ist es aber eben auch eine Entfremdung von der direkten Lebensumwelt, in der ich mich befinde. Ich begegne zum Beispiel kaum noch Menschen auf der Straße oder im öffentlichen Raum, die Augenkontakt suchen und halten, weil sie so sehr mit ihren Geräten beschäftigt sind, gleichsam ganz in sie aufgesogen sind. Auch das hat sehr viel mit Bewusstsein zu tun. Die Ethik dahinter ist nun ein ganz eigenes Thema: Wir brauchen bei dem Umgang mit Informationstechnologien keine eigene Informationsethik. Das wäre ein Verkennen der ethischen Grundanforderung! Denn: Das Ethos ist unabhängig von diesen Entwicklungen und meint, dass es immer, in jeder Situation und jeder historischen Phase bestimmte Grundsätze gibt, die es gilt, in das Leben zu integrieren und situativ anzuwenden.</p>
<h3>Kants Kategorischer Imperativ als digitale Handlungsmaxime</h3>
<p><strong>politik-digital</strong>: Wie können wir uns das jetzt genau vorstellen?</p>
<p><strong>Claus Eurich</strong>: Nehmen wir zum Beispiel Immanuel Kant. Man kann seinen kategorischen Imperativ modern interpretieren als das Grundgesetz der Achtsamkeit im Leben. Und wenn ich das dann durchdenke in meinem Verhalten, beispielsweise bezogen auf den Umgang mit Smartphones und wie ich mich über Straßen bewege, und mir vorstelle: Das ist jetzt ein allgemeines Gesetz, dass sich alle Menschen so bewegen und sich so voneinander abwenden, dann wird mir vielleicht schnell einiges klar &#8211; vorausgesetzt ich bin bereit zur Selbstreflexion.</p>
<p><strong>politik-digital</strong>: Von dieser Verdinglichung, die Sie damit auch ansprechen, erzählen Sie ja auch in Ihrem neusten Buch „<a href="http://www.interbeing.de/aktuelles/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aufstand für das Leben</a>“. Sie appellieren, dass es Zeit wird aufzuwachen. Die Zerstörung und die Besinnungslosigkeit, mit der wir dem Leben, nicht nur dem Menschlichen, begegnen, sollen ein Ende haben. Inwiefern finden wir destruktive Energien auch im Internet?</p>
<p><strong>Claus Eurich</strong>: Das Internet enthält einfach alles, Helles und Dunkles. Hier ist keine pauschale Aussage möglich. Ich würde daher auch die vielen Formen der elektronischen Kommunikationsweisen als erstes unter dem Vorzeichen sehen, wie sie uns ablenken und aus der direkten Lebenszuwendung und Wahrnehmung von Problemen herausführen. Gleichzeitig machen sie uns auch auf ganz bestimmte Probleme erst aufmerksam. Ich glaube nicht, dass wir auch nur den Hauch einer Chance haben als Gattung zu überleben, wenn wir die globalen Probleme nicht auch auf einer globalen Weise angehen und dazu gehört sicherlich auch eine globale Form der Vernetzung. Sie sehen also, das Dunkle und das Notwendige hängen immanent zusammen. Es gibt kein Internet nur des Lichts oder nur des Schattens.</p>
<h3>Journalismus: Wir brauchen mehr Haltung!</h3>
<p><strong>politik-digital</strong>: Woran fehlt es uns nun in der Gesellschaft, um mehr Licht zu schaffen?</p>
<p><strong>Claus Eurich</strong>: Es fehlt vor allem die Vision. Was halten wir für lebenswert? Diesen Diskurs vermisse ich in unserer Kultur. Dafür setzen wir unsere persönlichen Bedürfnisse einfach zu absolut. Wir haben verlernt über uns selber hinauszudenken. Dieser „Ego-Tunnel“, wie Thomas Metzinger es formuliert, in dem wir alle auf allen Ebenen stecken, scheint mir das Problem. Und genau da haben Informationstechnologien eine außerordentliche Kraft, dies auch noch zu verstärken.</p>
<p><strong>politik-digital</strong>: Diese Kraft muss auch einen enormen Einfluss auf den Journalismus selbst haben. Inwiefern glauben Sie, dass das Prinzip des Ego-Tunnels auch im Journalismus heutzutage Dinge und Prozesse aufwühlt?</p>
<p><strong>Claus Eurich</strong>: Dem Journalismus kommt in diesen ganzen Prozessen eine Schlüsselverantwortung zu, die meiner Auffassung nach höher anzusiedeln ist als die von Politik und Ökonomie. Es ist der Journalismus, der die Weltbilder in den Menschen stiftet und auch das Nachdenken über Handlungsoptionen. Wir haben in Deutschland, gerade auch im internationalen Maßstab, neben allem Defizitärem einen ganz exzellenten Journalismus – auch auf einem sehr hohen, selbstreflexiven Level. Zweifellos lässt sich aber auch da noch immer eine ganze Menge verbessern. Ich würde da eher weniger an den Strukturen ansetzen, sondern vielmehr bei dem Journalist als Person. Denn Ethik heißt für mich in aller erster Linie „Haltung“: Haltung haben, Haltung bewahren und wirklich innere Werte in sich tragen, die mir heilig sind und hinter die ich nicht zurücktrete. Gleichzeitig müssen wir registrieren, dass der klassische professionelle Journalismus im Internetzeitalter und einer völligen Zugangsfreiheit, was Informationen betrifft, an Bedeutung verliert.</p>
<h3>Zeit für Entscheidungen: Der Kairos-Moment</h3>
<p><strong>politik-digital</strong>: Eine lösungsorientierte Perspektive nimmt auch der sogenannte Kairos-Moment in Ihrem aktuellen Buch ein. Was genau beschreibt der Kairos-Moment und befinden wir uns auch in der digitalen Welt in einem Moment des Entscheidens?</p>
<p><strong>Claus Eurich</strong>: Ich würde nicht sagen, dass wir uns in der digitalen Welt in einem besonderen Moment des Entscheidens befinden, denn die digitale Welt ist ein Teil der Welt. Sie ist Teil der Handlungsmaxime und der -optionen, die wir auf allen Ebenen haben. Von daher können wir das nicht trennen. Als Kairos verstehe ich Geschichtsmomente, in denen sich Wege und Richtungen entscheiden. Kairos meint: In jedem Moment gibt es eigentlich immer alles an Optionen, die Möglichkeiten sind da – es entscheidet nur die Art und Weise, wie wir darauf schauen. Und wenn ich mal versuche eine Summe zu bilden aus den globalen Herausforderungen, die wir haben, dann glaube ich, stehen wir im Herzpunkt eines solchen historischen und globalen Kairos-Moments. Die Digitalisierung und die Möglichkeit, dass wir uns in hoher Geschwindigkeit und in hoher Zahl auf diesem Planeten vernetzen, das ist für mich der entscheidende Punkt, der das Digitale betrifft und in alles miteinbezieht. Das Gefühl der Vernetzung und der Solidarität im positiven Sinne sind dabei von größter Bedeutung.</p>
<p><strong>politik-digital</strong>: Dass wir und selbst eher als findende, lösungsorientierte Menschen wahrnehmen, spiegelt also eine Notwendigkeit wider, auch um im Digitalen den Kairos-Moment nicht zu verpassen. Bei einem <a href="http://www.evolve-magazin.de/radio/aufstand-fuer-das-leben/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview mit Radio evolve</a> bezeichnen Sie sich trotz der intensiven Auseinandersetzung mit destruktiven Energien, Krisen und Unheil dennoch als Optimist. Wie können Sie mir und den LeserInnen helfen, unseren Optimismus nicht zu verlieren oder gar wiederzufinden?</p>
<p><strong>Claus Eurich</strong>: Wir haben gar keine andere Chance als optimistisch zu sein, denn sonst wird der Sog des Destruktiven auch in der Wahrnehmung einfach zu stark. Wenn ich das Leiden auf unserem Planeten immer in allen Dimensionen und Facetten an mich heranlassen würde, dann wäre das schlicht und einfach nicht auszuhalten. Optimismus meint, das zu integrieren und trotzdem weiterzugehen und ganz im Sinne der existenzialistischen Ethik, sich immer wieder neu zu entwerfen. Wir brauchen eine Vision vom Leben, die uns durch alle Katastrophen hindurchzieht und weiter aufrecht gehen lässt.</p>
<h3>Optimismus als einzige Chance, auch online</h3>
<p><strong>politik-digital</strong>: Um seinen Optimismus auch in den digitalen Sphären nicht zu verlieren, hat das<a href="http://www.digitale-ethik.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Institut für Digitale Ethik</a> der Hochschule für Medien in Stuttgart sogenannte <a href="http://www.digitale-ethik.de/beratung/10-gebote/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10 Gebote </a>veröffentlicht. Sie sollen uns helfen, uns in der digitalen Welt zurechtzufinden durch Gebote wie „Messe deinen Wert nicht an Likes und Posts“ oder „Glaube nicht alles, was Du online siehst und informiere Dich aus verschiedenen Quellen“. Welche (digitale) Handlungsmaxime geben Sie uns mit auf den Weg?</p>
<p><strong>Claus Eurich</strong>: Mir liegt besonders am Herzen, ein eigenständiger Mensch zu sein und nicht zum Anhängsel oder Opfer einer Technik zu werden. Und wenn ich merke, hier läuft etwas ungut im Bereich der digitalen Nutzung, sollte ich mich in der Lage sehen, zu reagieren und auch andere Wege zu gehen. Im eigenständigen Denken und Entwickeln ethischer Maßstäbe beginnt für mich alles. Hier erst entsteht Menschsein. Und dann versuche deine Lebenswelt so zu gestalten, dass du wirklich das Gefühl hast: Es ist gut für mich und es dient dem Leben insgesamt. Einen anderen Ratschlag kann ich nicht geben.</p>
<p><strong>politik-digital</strong>: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Eurich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Die Schule von Athen von Raffael, public domain, verändert</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/gesellschaft-und-ethik-im-digitalen-wandel-150365/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Daten als Währung – Bezahlen mit dem guten Profil</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/daten-als-waehrung-bezahlen-mit-dem-guten-profil-149424/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/daten-als-waehrung-bezahlen-mit-dem-guten-profil-149424/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jun 2016 15:05:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Bürgerrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich-Naumann-Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Schlömer]]></category>
		<category><![CDATA[Verbotsprinzip]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Gesellschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=149424</guid>

					<description><![CDATA[Daten regieren die Welt. Ob soziale Medien, kostenlose Spiele oder kleiner Alltagshelfer, nichts geht ohne sie. Geld spielt keine Rolle, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/mobile-phone-smartphone-hand-1419275-by-geralt-via-Pixabay-licensed-under-CC0-e1464866690221.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-149426" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/mobile-phone-smartphone-hand-1419275-by-geralt-via-Pixabay-licensed-under-CC0-e1464866690221-630x277.jpg" alt="mobile-phone-smartphone-hand-1419275 by geralt via Pixabay licensed under CC0" width="630" height="277" /></a>Daten regieren die Welt. Ob soziale Medien, kostenlose Spiele oder kleiner Alltagshelfer, nichts geht ohne sie. Geld spielt keine Rolle, wir bezahlen mit unseren Daten. Über die Liquidität dieser neuen Währung diskutierte die Friedrich-Naumann-Stiftung</p>
<h3>Die große Datenfrage</h3>
<p>Was genau sind eigentlich Daten? Behindert Datenschutz den Wettbewerb? Big Brother vs. Big Data, wo lauern die Gefahren in der Datenverarbeitung? Die Zuhörer der Veranstaltung „<a href="Handle so mit deinen Daten, wie du erwartest, dass sie mit dir handeln.">Daten als Währung</a>“ waren mit vielen Fragen gekommen.</p>
<p>Auf dem Podium diskutierten die Datenschutzexpertin Dr. Jana Moser, der Modeunternehmer Philipp Lück sowie der FDP-Politiker Bernd Schlömer. Durch die Veranstaltung führte Dr. Dirk Neumann.</p>
<p>Zunächst erläuterte Bernd Schlömer die Wichtigkeit des Datenschutzes als persönliches Grundrecht. Jeder Nutzer habe das Recht auf Schutz der Privatsphäre und der informationellen Selbstbestimmung. Dafür bedarf es aber eines Bewusstseins für dieses Grundrecht, wie Neumann findet. Denn Datenschutz reiche nur soweit, wie er einfach umsetzbar sei. Sobald der Mehrwert und Annehmlichkeit für den einzelnen Nutzer überwiegen, seien diese bereit vieles preiszugeben, auch wenn die AGBs von Anwendungen wie Whatsapp durchaus Raum für Verbesserung böten. Dieses Bewusstsein könnte man fördern, indem man die Datenschutzbehörden stärke beispielsweise direkt und bei den Verbrauchschutzzentralen mit ansiedle, meint Schlömer.</p>
<p>Zwar gelte das Verbotsprinzip, erinnert die Datenschutzexpertin Moser, aber dies sei in der Praxis sehr kompliziert. Verbotsprinzip bedeutet, das alles, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, verboten ist. Genau hier beginne die große Diskussion. Sind IP-Adressen bereits personenbezogene Daten oder nicht? Wie sieht es aus mit Email-Adressen, die keine Rückschlüsse auf Personennamen zulassen? Hier sieht Moser die große Herausforderung des Datenschutzes. Während in den Vereinigten Staaten das Thema Datenschutz eine eher untergeordnete Rolle spiele, wie sie aus Erfahrungen im Silicon Valley, berichtet, behinderten sich in Deutschland Datenschutz und Wettbewerb gegenseitig. „Wo keine Rechtssicherheit besteht, haben User Sorgen. Juristen wissen aber nicht was sie zu tun haben“, bedauert die Datenschutzexpertin. Aus diesem Grund plädiert sie dafür, einen klaren Rechtsrahmen zu setzen, der in einem effektiven Wettbewerb den Datenschutzaspekt berücksichtigt.</p>
<h3>Von Herren und Hütern der Daten</h3>
<p>„Wenn es nicht verständlich ist, dann kaufe ich in einem Onlineshop nichts“, meldete sich ein Zuhörer aus dem Publikum zu Wort. Hier erkennt Moser das große Dilemma des Datenschutzes. Auf der einen Seite benötige es eines umfassenden Schutzes der Persönlichkeitsrechte, auf der anderen Seite müsse aber auch ein großer Umfang an Eventualitäten abgedeckt sein. Im Umkehrschluss bedeute dies, die Verordnungen würden immer länger und länger. Eine ständige Aktualisierung sei bei diesem technischen Fortschritt kaum mehr zu bewältigen.</p>
<p>Viel wichtiger findet Moser daher die Frage: „Wozu werden meine Daten genutzt? Dem pflichtet Schlömer bei. Er will das Verbotsprinzip aufweichen. Bei Daten müsse eine klare Unterscheidung zwischen Informationen und Privatsphäre gemacht werden. Ziel müsse sein, das Anlegen eines vollständigen Profils über eine Person zu verhindern. Aber, wendet der Unternehmer Lück ein, die entscheidende Frage sei hier, welche Daten es für ein Geschäftsmodell benötige und welche nicht. Sein Unternehmen verwende die erhobenen Daten, um Kunden in bestimmte Nutzergruppen einzuteilen. Lange Datenschutzerklärungen seien hier eher hinderlich, da sie vom Kunden nicht gelesen würden. Man dürfe den Kunden nicht überfordern sondern müsse ihn anleiten, klar und einfach die Geschäftsbedingungen erläutern.</p>
<p>Hier sieht Ex-Pirat Schlömer die Gefahr, dass die Daten noch anderweitig und nicht im Sinne der Nutzer verwendet werden könnten. Dem entgegnet Moser, man müsse in der gesamten Debatte „auf dem Teppich bleiben“, eine sachliche Diskussion führen. Nicht jede Datenverarbeitung sei per se „böse“. Der Modeunternehmer Lück pflichtet dem bei. Datenverarbeitung diene in seinem Unternehmens dazu, einen Mehrwert für den Kunden zu schaffen. Um das Vertrauen der Kunden zu stärken, müssten Unternehmen daher klar kommunizieren, zu welchen Zwecken sie welche Daten erheben. Das beinhaltet auch Datensparsamkeit, also nur die Daten zu erheben, die wirklich nötig sind, wie Schlömer unterstreicht.</p>
<p>„Daten haben einen neuen Raum geschaffen für alle. Sie sind Neuland sowohl für Staat als auch Industrie. Daher muss der Konsument immer die Datenschutzdiskussion im Kopf behalten, sich fragen, welche Daten er preisgibt und wie er sich schützt.“ Mit diesen Worten schließt Neumann die Diskussion.</p>
<p>Unter dem Strich stellt die Veranstaltung heraus: (Kunden-)Daten werden immer wichtiger um Kundenfreundlichkeit zu fördern, den Konsumenten besser zu verstehen und ihm passende Angebote zu unterbreiten. Viele Geschäftsmodelle werden darauf aufgebaut. Dabei besteht aber auch immer die Gefahr, dass Daten missbräuchlich verwendet werden. Der derzeitige Rechtsrahmen genügt nicht, um eine klare Unterscheidung zu treffen. Aufgrund der Komplexität der Thematik ist fraglich, ob dies überhaupt möglich ist. Die Diskussion um eine digitale Ethik muss also weitergeführt werden. Solange noch keine festen Regeln etabliert wurden, sollten sie alle Nutzer, ob Staat, Industrie oder Gesellschaft an den kategorischen Imperativ der Datenethik halten: Handle so mit deinen Daten, wie du erwartest, dass sie mit dir handeln.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/users/geralt-9301/">Geralt</a> via <a href="https://pixabay.com/">Pixabay</a> licensed <a href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CCO</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/daten-als-waehrung-bezahlen-mit-dem-guten-profil-149424/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
