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	<title>digitale Inklusion &#8211; politik-digital</title>
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	<title>digitale Inklusion &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Internet Governance Forum 2019</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Merz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2019 10:09:27 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Das Internet Governance Forum (IGF) ist eine Diskussionsplattform für verschiedene Interessengruppen, die Informationen zu Praktiken und Strategien im Zusammenhang mit dem Internet und Technologien austauschen. Da das Thema Internet Governance auf dem Weltinformationsgipfel, der von der UN ausgerichtet wird, immer für große, kontroverse Diskussionen sorgte, entschied man sich 2006 das Internet Governance Forum ins Leben zu rufen. 2019 fand dieser in Berlin statt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Datenverwaltung (Data Governance)</h3>
<p>Der Ausgangspunkt der verschiedenen Panels und Workshops ist, dass Daten DIE Schlüsselressource für Wirtschaft und Gesellschaft darstellen und bei ihrer Benutzung der Mensch im Vordergrund stehen soll. Da in unterschiedlichen Ländern oftmals verschiedene Richtlinien zum Benutzen von Daten gelten, die Globalisierung aber dafür sorgt, dass die Welt immer vernetzter wird, führt dies oft zu Komplikationen. Auf dem IGF werden Möglichkeiten für globale Datenrichtlinien diskutiert und vorgestellt. Diese sollen sich nach moralischen Standards richten und dadurch die fundamentalen Persönlichkeitsrechte sichern.</p>
<h3>Digitale Inklusion</h3>
<p>Im Zuge der Agenda für nachhaltige Entwicklung (SDGs) diskutieren die Teilnehmer*innen darüber, wie man den Zugang zum Internet inklusiv gestalten kann. Im Fokus stehen in diesem Zusammenhang soziale und wirtschaftliche Teilhabe, Gleichstellung der Geschlechter und die Wahrung der Menschenrechte. Dafür muss eine Kultur des Vertrauens zwischen Bürger*innen und Staat etabliert werden. Der Aufbau und Ausbau digitaler Infrastruktur ist der erste Schritt, damit alle Menschen von den Vorteilen des Internets profitieren zu können. Digitale Bildung soll im nächsten Schritt das Potenzial der Nutzung des Internets erhöhen und Diskriminierung bekämpfen.</p>
<h3>Sicherheit, Stabilität und Beständigkeit</h3>
<p>Das Internet kann seine positive Wirkung nur entfalten, wenn sich Individuen im digitalen Raum sicher fühlen. Gegen Hate Speech vorzugehen ist deswegen die gemeinsame Verantwortung von Zivilbevölkerung, Wirtschaft und Politik. Dasselbe gilt für die Desinformationen und Fake News. Auch die Rechte von Kindern müssen im Internet gewahrt bleiben. Dafür soll sichergestellt werden, dass Provider besser mit Strafverfolgungsorganen zusammenarbeiten, um eine effektivere Verurteilung von Straftaten im Netz zu gewährleisten. Die Diskutant*innen tauschen sich darüber aus, wie die Kooperation zwischen Staaten, Unternehmen und einzelnen Personen verbessert werden kann, um Sicherheitsrisiken zu minimieren und gleichzeitig die digitalen Persönlichkeitsrechte zu gewährleisten. Auch Cybersecurity-Ansätze von Staaten müssen diese respektieren.</p>
<h3>Das Internet of Things und das Problem mit der Sicherheit</h3>
<p>Unter dem Titel „The Internet of Things towards the future, building on inherent Core Internet Values“ fand auf dem diesjährigen IGF eine große Diskussionsrunde der Dynamic Coalition on IoT statt.</p>
<p>Der Ausdruck Internet der Dinge (Internet of Things, kurz: IoT) beschreibt vernetzte, intelligente Gegenstände, die sowohl untereinander als auch mit dem Internet verbunden sind. Dabei kann es sich um unterschiedlichste Objekte handeln, vom Alltagsgegenstand wie einem Fernseher oder medizinischem Equipment bis zur industriell genutzten Maschine, die die Produktionsparameter per Sensoren überwacht, um Verzögerungen zu vermeiden und die Qualität zu sichern. Mit komplexeren IoT-Anwendungen könnte es zukünftig möglich sein, globale Probleme wie den Welthunger zu lösen. So könnte die Produktion von Lebensmitteln verbessert werden, indem alltägliche Prozesse, wie die Überwachung der Feuchtigkeit von Pflanzen und der langzeitigen Reproduktionsrate des Saatguts automatisiert werden.</p>
<p>Wie bei jeder neuen Technologie müssen neben den neu entstehenden Möglichkeiten auch die neu entstehenden Risiken beachtet werden. Diese liegen vor allem in der Sicherheit der einzelnen Geräte. Diese sind oft schlecht gesichert und zugleich Teil eines Netzwerks, was sie zu einer Sicherheitslücke für das gesamte System machen kann. Um das IoT für eine „free, secure and enabling rights environment,[and for] the future we want“zu nutzen, müssen die Risiken minimiert werden.</p>
<h3>Wie lässt sich das erreichen?</h3>
<p>Ein Teilnehmer der Diskussionsrunde war Frederic Dnock, von der Internet Society, einer NGO, die sich weltweit für den Ausbau der Internet-Infrastruktur einsetzt. Dnock stellte Richtlinien für unterschiedliche Sektoren vor, die dazu beitragen sollen, das IoT sicherer zu nutzen. Für die Hersteller und Verkäufer sollte „security by design“ zum festen Prinzip in der Produktion von IoT-Geräten werden. Ein echter Fortschritt in Sachen IoT-Sicherheit war im vergangen Jahr in Kooperation mit der Mozilla Foundation gelungen. Man einigte sich auf 5 Minimum-Standards für die Sicherheit des IoT, deren Einhaltung durch die Hersteller die Konsumenten und ihre Geräte schützen. Diese umfassen:</p>
<ol>
<li>Verschlüsselte Kommunikation für jedes Gerät</li>
<li>Regelmäßige Sicherheitsupdates</li>
<li>Ankündigung des nächsten Updates für den Konsumenten</li>
<li>Starke Passwörter</li>
<li>Zugängliche Datenschutzerklärung (Einfache Sprache)</li>
</ol>
<p>Diese Prinzipien werden von unterschiedlichen Ländern weltweit propagiert, besonders hervor tut sich jedoch Kanada, das diese Standards für IoT tatsächlich implementiert hat. Ein großer Fortschritt für die Sicherheit des IoT, da nun NGO und Regierungen damit beginnen können sich hinter diesen Standards zu vereinen und sie rechtlich auch in anderen Ländern bindend zu machen.</p>
<p>Doch IoT-Sicherheit ist ein Thema, das nicht nur große Firmen mit industriellen Fertigungsanlagen betrifft, sondern zieht sich bis in den häuslichen Bereich und dort liegt die Hauptgefahr für den Endverbraucher und seine Daten.</p>
<h3>Sicherheit im SmartHome von Morgen</h3>
<p>Die zahlreichen smarten Gerätschaften, die bereits in viel Haushalten zu finden sind, bleiben bisher nahezu komplett ohne staatliche Regulierungen. Ein Zustand der so nicht weiter existieren darf. Um diesen jedoch zu ändern besteht Handlungsbedarf in unterschiedlichen Bereichen. Zum einen müssen aus der Politik technologieunabhängige Regulierungsgesetze kommen, die für Hersteller Sicherheitsupdates zur Pflicht machen. Gleichzeitig müssen die Bürger*nen besser gebildet werden, wenn es um Programmieren und Internetsicherheit geht. Erreichen lässt sich das am einfachsten über eine Implementierung in die Schulbildung.</p>
<p>Zusätzlich könnten auch unabhängige Verbraucherschutz-Organisationen, wie hier in Deutschland z.B. die Stiftung Warentest, eine entscheidende Rolle in der Bewertung einnehmen. Sie würden zwar keinen politischen Druck auf die Industrie ausüben, dafür aber einen finanziellen, denn informierte Bürger*innen können ein klares Zeichen für Sicherheit setzten und so die Wirtschaft zwingen, den Anforderungen zu folgen. Letztlich wäre speziell eine Art „Label“ oder Klassifizierung von IoT-Geräte in Bezug auf Sicherheit und Nutzbarkeit besonders sinnvoll. Wer diese jedoch vergeben sollte, konnte auch von den Teilnehmer*innen der Diskussion nicht vollständig geklärt werden.</p>
<h3>Sicherheit schon heute?</h3>
<p>Am Ende liegt die Sicherheitsentscheidung aktuell beim Kunden, der diese vor dem Kauf alleine treffen muss. Dabei sollte vor allem eine Risiko- vs.-Nutzen-Abwägung des IoT-Gegenstands im Vordergrund der Entscheidung stehen. Brauche ich das wirklich? Entsteht für mich persönlich durch die Internetanbindung tatsächlich ein Mehrwert? Bei vielen der Geräten kann man die IoT-Option, also die Verbindung zum Internet, deaktivieren und damit natürlich sicher bleiben Allerdings opfert man so auch den Mehrwert, den uns IoT-Geräte bieten.</p>
<p>Für die sichere Nutzung von IoT oder „smarten Geräten“ hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik auf seiner Website einige Tipps zusammengefasst. Diese reichen von dem Ratschlag, die Software und damit die Sicherheitsupdates aktuell zu halten, über die Verwendung von sicheren Passwörter (und nicht die des voreingestellten Werkspassworts) bis hin zu der Verwendung eines virtuellen privaten Netzwerks (VPN) für einen sichere Zugriff auf das Heimnetzwerk, auch von außerhalb. Wer mehr dazu erfahren möchte, sollte diesem <a href="https://www.bsi-fuer-buerger.de/BSIFB/DE/DigitaleGesellschaft/IoT/SmartHome/SmartHome_node.html;jsessionid=10F42E34F376008A36D863B28C3F6F16.2_cid351">Link </a>folgen.</p>
<p>Das IoT bietet immer mehr Möglichkeiten, komplexe Aufgaben einfach und automatisiert zu lösen und bildet heute die Grenze zwischen virtueller und realer Welt, nun liegt es an den Herstellern sowie den Regierungen zu handeln und letztlich leider beim Konsumenten, diese sicher und sinnvoll zu nutzen.</p>
<p id="fn-1">Photo by IGF</p>
<div class="_3bJ2H CHExY">
<p>&nbsp;</p>
</div>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-2" data-row="script-row-unique-2" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-2"));</script></div></div></div>
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		<title>Inklusion und das Digitale: Drei Mythen zur inklusiven Schule</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Sep 2017 07:50:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[inklusive Schule]]></category>
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					<description><![CDATA[eDeutschland ist auf dem Weg zu einem inklusiven Bildungssystem. Mit der Ratifizierung der UN-Konvention 2009 hat sich Deutschland verpflichtet, die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>e<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/wheelchair-538138_1920.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-153195" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/wheelchair-538138_1920.jpg" alt="wheelchair-538138_1920" width="640" height="309" /></a>Deutschland ist auf dem Weg zu einem inklusiven Bildungssystem. Mit der Ratifizierung der UN-Konvention 2009 hat sich Deutschland verpflichtet, die politische, wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu verwirklichen. Dazu gehört der gemeinsame Schulbesuch von Kindern mit und ohne Behinderung. Allerdings verläuft die Umsetzung sehr schleppend; an vielen Stellen regt sich Widerstand, der sich zum Teil auf strittige Annahmen stützt. Mythen zum Thema gibt es viele, doch wie viel Wahrheit steckt dahinter? Drei Mythen zur inklusiven Schule.</p>
<h3>Mythos 1: ‚Inklusion ist teuer&#8221;</h3>
<p dir="ltr">Dass schulische Inklusion erstmal mit Mehrkosten verbunden ist, liegt auf der Hand: zusätzliche Sonder- und Sozialpädagogen werden gebraucht, Baukosten fallen an. Und auch die Praxis zeigt: Inklusion kostet Geld. In Nordrhein-Westfalen haben die Grünen für den Zeitraum 2010-2019 1,2 Milliarde Euro für die Umsetzung angesetzt. In Hamburg hat man seit 2010 viele zusätzliche Lehrkräfte angestellt: 450 direkt für die Inklusion, 950 allgemeine zusätzliche Lehrer und 30 für spezielle Förderschulen.</p>
<p dir="ltr">Doch die Kostenfrage ist komplizierter als oft angenommen. So ist der Aufbau eines inklusiven Bildungssystems teuer, doch nehmen die Kosten mit der Zeit ab. Am Beispiel Nordrhein-Westfalen sind etwa 37,8 Millionen Euro pro Jahr angesetzt, doch ergeben sich nach einigen Jahren finanzielle Handlungsspielräume. Jede Förderschule, die mit der Zeit nicht mehr gebraucht wird, setzt 200.000 Euro frei.</p>
<p dir="ltr">Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hat sich den Kosten verschiedener Inklusions-Ansätze gewidmet. Die Studie zeigt: Der Erhalt der bisherigen Doppelstruktur kostet zusätzliche 660 Millionen Euro, während die Umverlagerung der Ressourcen und Kompetenzen der Förderschulen an die allgemeine Schulen mit keinem zusätzlichen finanziellen Mehraufwand verbunden wäre. Die Lösung scheint auf der Hand zu legen: Die Doppelstruktur abschaffen. Allerdings gilt auch das Wahlrecht der Eltern, das Eltern entscheiden lässt, ob sie ihre Kinder in separate Institutionen oder in Inklusionsschulen schicken wollen. Eine komplette Abschaffung der Doppelstruktur ist deshalb nicht möglich.</p>
<p dir="ltr">Zu beachten ist, dass bei den Kosten oft  die außerschulischen Folgen von sonderpädagogischen Schuleinrichtungen unberücksichtigt bleiben. Ein Großteil der Schüler_innen an sonderpädagogischen Einrichtungen verlässt die Schule ohne Abschluss. Fehlende Bildung erhöht die Wahrscheinlichkeit, später von Transferleistungen abhängig zu sein. Vor allem Schüler_innen mit Lernproblemen, die größte Gruppe in sonderpädagogischen Einrichtungen, profitieren von der inklusiven Schule. Mit Schulabschluss haben sie bessere Chancen auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Der erschwerte Zugang von Menschen mit Behinderungen zum Arbeitsmarkt mindert das Bruttoinlandsprodukt. Das bedeutet, dass Inklusion sowohl volkswirtschaftlich sinnvoll, als auch sozial nachhaltig ist.</p>
<p dir="ltr"><strong>Fazit:</strong> Ja, Inklusion bedeutet finanzielle Ausgaben, doch verringert sie gleichzeitig auch die Abhängigkeit von sozialen Hilfesystemen und bringt mehr ausgebildete Arbeitskräfte hervor. Eine Frage, auf die wir als Gesellschaft in diesem Zusammenhang eine Antwort finden müssen, ist, ob Geld in einem wohlhabenden Land wie Deutschland ein ausschlaggebender Faktor bei der Schaffung einer inklusiven Gesellschaft sein sollte. Wichtig ist, dass das Wahlrecht der Eltern in der Frage der Doppelstruktur berücksichtigt werden muss.</p>
<h3>Mythos 2: “Inklusion wird auf dem Rücken leistungsfähiger Schüler_innen umgesetzt&#8221;</h3>
<p dir="ltr">Für diesen Mythos ist es hilfreich, die Annahmen hinter der Aussage anzuschauen. Die Aussage setzt erstens voraus, dass es im “regulären&#8221; Klassenzimmer generell zwei Gruppen gibt: eine große, homogene Gruppe, die im Unterricht mehr oder weniger gut mitkommt, und eine zweite, die Leistungsfähigen, die mehr können. Unser aktuelles Schulsystem selektiert Schüler_innen in verschiedene, vermeintlich homogene Leistungs-Gruppen, wodurch Lernen effektiver möglich sein soll. Es wird angenommen, dass alle in ihrem passenden Lernumfeld gut mitkommen und die Leistungsfähigen zumindest mit guten Noten belohnt werden. Bei der Inklusion, so die zweite Annahme, wird das Leistungsniveau aller Schüler_innen “nach unten” an die Hilfsbedürftigen angepasst.</p>
<p dir="ltr">Die erste Annahme deckt ein falsches Inklusionsverständnis auf. Die Annahme von fächerübergreifend mehr oder weniger homogenen Gruppen leugnet fachspezifische Stärken und Schwächen von Schüler_innen. Schüler_innen, die in manchen Fächer nicht mitkommen und sich in anderen langweilen oder mehr wissen wollen. Die Segregation in verschieden Schulformen verstärkt diesen Effekt. Inklusion sollte als Chance gesehen werden, individuelle Förderung in einem gemeinsamen Raum zu ermöglichen. Leistungsfähige Schüler_innen würden hier nicht weniger gefördert werden, sondern ganz im Gegenteil: jeder Schüler wird im angemessenen Niveau unterrichtet, somit bietet inklusiver Unterricht gerade für leistungsfähige Schüler_innen die Möglichkeit, ihre Talente und Interessen zu entfalten.</p>
<p dir="ltr">Die zweite Annahme ist die berechtigte Befürchtung, dass sich das allgemeine Leistungsniveau an den Schwächsten ausrichtet. Die Praxis zeigt aber, dass dies nicht unbedingt geschieht. Eine durchwege Vereinfachung des Schulstoffes sollte vermieden werden. So sind ein leistungsfähiges Schulsystem und Inklusion kein Widerspruch in sich, wie das folgende Modell zeigt:</p>
<p dir="ltr">Auf Rügen wird seit 2010 das <a href="https://www.rim.uni-rostock.de">Rügener Inklusionsmodell</a> (RIM) umgesetzt. Es verbindet Prävention und Integration. Die Schüler_innen werden über das Schuljahr hinweg gescreent, um Risiken in einzelnen Schulfächern oder Kernkompetenzen zu identifizieren. Wöchentliche Tests helfen beim Erfassen des Wissenstandes der Kinder. Anhand dessen werden Kinder in drei Förderebenen eingeteilt, die auf die jeweiligen Bedürfnisse des Kindes eingehen. Die Intensität und Spezifität der Fördermaßnahmen unterscheidet sich in allen drei Ebenen und ermöglicht individuelles Lernen im gemeinsamen Raum. Das System hat bisher positive Ergebnisse hervorgebracht. Während keine negativen Auswirkungen auf die schulische Leistung der anderen Schüler_innen zu beobachten waren, wirkte es sich positiv auf die Leistungen der förderbedürftigen Kinder aus. Im Bereich emotional-soziale Entwicklung traten ebenfalls positive Effekte auf. Ein <a href="https://www.papilio.de/papilio_sozial-emotionale-kompetenz.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bereich</a>, der erst in den letzten Jahren mehr Aufmerksamkeit bekommen hat.</p>
<p dir="ltr"><strong>Fazit:</strong> Stimmt so nicht. Die Daten zeigen, dass Inklusion keine negativen Auswirkungen auf die Schulleistungen von Kindern hat. Sie kann eventuell auch positive Auswirkungen haben, da individueller gefördert werden kann. Im Bereich emotional-soziale Entwicklung scheint Inklusion ebenfalls positive Auswirkungen zu haben.</p>
<h3>Mythos 3: “Das ist mit unserem Bildungssystem nicht vereinbar”</h3>
<p dir="ltr">Durch den deutschen Föderalismus ergibt sich die Situation, dass Inklusion auf das jeweilige Schulsystem angepasst und neu durchdacht werden muss. In den Bundesländern sind verschiedene Schulformen für die Inklusion verantwortlich. So übernehmen in Baden-Württemberg die Gemeinschaftsschulen Inklusion, während gleichzeitig ein mehrgliedriges Schulsystem erhalten bleibt. In Hamburg gibt es seit 2010 die Stadtteilschule, in der Haupt-, Real- und Gesamtschulen und die Aufbaugymnasien zusammengeführt wurden. Dort lernen schon länger alle Schüler_innen gemeinsam. Inklusion geht daher immer mit dem Abbau von separaten Institutionen einher. Es ist richtig, dass Inklusion schwer vereinbar ist mit einem Schulsystem, das früh versucht, Schüler_innen in vermeintlich homogene Gruppen zu separieren. Dies zeigt sich auch in der Exklusionsquote: während in Hamburg 4.2% aller Schüler_innen in separaten, sonderpädagogischem Institutionen unterrichtet werden, sind es in Baden-Württemberg 5,0%.</p>
<p dir="ltr">Wenn konsequent umgesetzt, hat Inklusion daher auch tiefgehenden Einfluss auf die Organisation des Regelschulsystems. Wann und unter welchen Umständen gemeinsames Lernen hilfreich ist, muss im spezifischen Fall behandelt werden. Erfolg kann Inklusion nur haben, wenn eine ausreichende Finanzierung für die Übergangsphase bereitgestellt wird. Fest steht aber, dass eine Zusammenlegung der beiden Systeme Vorteile für die Schüler_innen haben und im Endeffekt sogar kosteneffektiv sein kann (siehe Mythos 1 + 2).</p>
<p dir="ltr">Oft wird angenommen, dass ein leistungsfähiges, mehrgliedriges Schulsystem und ein inklusives Schulsystem widersprüchlich sind. Doch Beispiele wie auf Rügen (siehe Mythos 2) zeigen, dass dies nicht der Fall sein muss. Vielmehr stellt sich insgesamt die Frage, welche Werte und Einstellungen mit einem mehrgliedrigen Schulsystem aufrechterhalten werden und welche gesellschaftlichen Folgen das hat. Selektion schafft exklusive, kostenaufwändige Räume. Der Mythos ihrer einzigartigen Effizienz wird von vielen Seiten weiterhin verteidigt, auch wenn immer mehr inklusive Schulen zeigen, dass gemeinsames Lernen unter den richtigen Konditionen funktionieren kann.</p>
<p dir="ltr"><strong>Fazit:</strong> Ja, Inklusion ist nicht mit einem selektiven Bildungssystem vereinbar. &#8220;Unser&#8221; Bildungssystem gibt es aber so erstmal nicht. Wer Inklusion umsetzen will, muss exklusive Räume abschaffen. Inklusive Schulen zeigen, dass gemeinsames Lernen funktionieren kann und dass sie leistungsfähige Schüler_innen hervorbringen können.</p>
<p>Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-auf-der-suche-nach-zeitgemaesser-teilhabe-152998/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ersten</a> Teil der Serie &#8220;Inklusion und das Digitale&#8221; haben wir uns gefragt, was zeitgemäße Teilhabe bedeutet. Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-ein-gespraech-ueber-barrierefreie-kommunikation-152972/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zweiten</a> Teil haben wir uns über barrierefreie Kommunikation unterhalten. Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-das-piksl-projekt-als-beispiel-digitaler-inklusion-2-153078/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dritten</a> Teil haben wir das PIKSL-Projekt vorgestellt.</p>
<p>Titelbild, by <a class="external" href="https://pixabay.com/de/users/Stefan_Schranz-594890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stefan_Schranz</a> on <a class="external" href="https://pixabay.com/de/rollstuhl-behindert-sport-aktiv-538138/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/legalcode" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 1.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p><img decoding="async" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/b76402208ee9466fb38ce67c7c48ef44" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><span style="color: #000000; font-family: HelveticaNeue;"> </span></p>
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		<title>Inklusion und das Digitale: Das PIKSL Projekt als Beispiel digitaler Inklusion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Aug 2017 07:36:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Um Inklusion zu verwirklichen, müssen neue, auch physische Räume geschaffen werden, in denen dies geschehen kann. Doch wie kann ein [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/13392052_920387604754009_9001369434041649745_o.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-153095" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/13392052_920387604754009_9001369434041649745_o.jpg" alt="13392052_920387604754009_9001369434041649745_o" width="640" height="315" /></a>Um Inklusion zu verwirklichen, müssen neue, auch physische Räume geschaffen werden, in denen dies geschehen kann. Doch wie kann ein solcher Raum aussehen und wie kann man ihn nutzen? Das PIKSL-Labor in Düsseldorf macht es vor.</p>
<p>&#8220;Personenzentrierte Interaktion und Kommunikation für mehr Selbstbestimmung im Leben&#8221;, kurz <a href="http://www.piksl.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PIKSL</a>, ist ein Projekt der <i>In der Gemeinde leben gGmbH</i> (IGL). Das PIKSL-Labor ist ein offener Raum, in dem Menschen mit geistiger Behinderung Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien bekommen. Dies soll ihnen selbstbestimmte, digitale Teilhabe ermöglichen. Laborant_innen erlernen bei PIKSL zum einen den Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien, bringen aber auch Senior_innen und Einsteiger_innen in Computerkursen den Umgang mit digitalen Medien bei. Ein weiterer Bestandteil des Projekts PIKSL ist die Zusammenarbeit  von Laborant_innen  mit Fachleuten, um neue Lösungsansätze zu entwickeln. Zusammen wollen sie Komplexität und Barrieren abbauen.</p>
<p>Das PIKSL-Labor ist Ort der Begegnung und der Interaktion. Durch menschliche Nähe sollen hier innovative Kommunikationskonzepte entstehen. Dies zeigt sich unter anderem im Design des Raumes im Düsseldorfer Stadtteil Flingern, der von Multifunktionalität und Design mit inklusivem Charakter geprägt ist.</p>
<h3>Der Inklusive Raum: vom Konzept zur Umsetzung</h3>
<p>Beim Betretenen des Raumes erinnert das puristische Design von PIKSL an ein Coworking Space. Der Raum ist hell, schlicht und einladend. Er soll stigmatisierungsarm sein, also keine stereotypen und negativen Assoziationen hervorrufen. Wenn man einen Ort schaffen will, der inklusiv ist, ist das auch eine praktische Angelegenheit, in der Mobiliar, Ausstattung und Architektur in Betracht gezogen werden müssen.</p>
<p>Der selbst entwickelte fahrbare und höhenverstellbare Computer-Arbeitstisch ist ein Beispiel für Multifunktionalität. Das Universal Design-Produkt <a href="http://www.mo-der-tisch.de/piksl-labor.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mo</a> wurde in einem Design-Workshop mit Menschen mit Lernschwierigkeiten entwickelt. Er wird in Handarbeit von Menschen mit Behinderung produziert und wird jetzt auch online verkauft. Universales Design beschreibt die Gestaltung eines Raumes oder eines Produktes,sodass ihn viele Menschen ohne weitere Unterstützung oder Anpassung nutzen können. Der Tisch ist so gestaltet, dass er sich auch für Menschen im Rollstuhl eignet.. Die Tische kann man individuell zusammenstellen- der Raum ist dadurch flexibel nutzbar: ob für Workshops, Kurse oder einfach nur als sozialer Treffpunkt.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/piksl_labor_raumansicht.jpeg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-153143 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/piksl_labor_raumansicht.jpeg" alt="piksl_labor_raumansicht" width="640" height="301" /></a></p>
<p>Zur Ausstattung des Raumes gehören auch Computer mit drei verschiedenen Betriebssystemen: Windows, OS X und Ubuntu. Jeder soll entscheiden können, womit er am besten zurecht kommt. Jedes Betriebssystem hat Vorteile: so sind bei OS X die Benutzerhilfen wie zum Beispiel die Vorlesefunktion leicht zu finden, während Ubuntu ein Open Source-Produkt ist. Wichtig ist, dass die Leute bei PIKSL mit einem Betriebssystem arbeiten, das sie auch zuhause benutzen können.</p>
<p>Die L-Form des Raumes ermöglicht, dass es auch einen separaten Offline-Bereich gibt. In diesem sozialen Raum wird geredet,  Kaffee getrunken oder zusammen gegessen. Der Standort von PIKSL ist ebenfalls kein Zufall: nicht am Stadtrand, sondern mitten im bunten Düsseldorfer Stadtteil Flingern befindet sich das Gebäude. Das ehemalige Arbeiterviertel ist von einer heterogenen Bevölkerungsstruktur geprägt. Hier treffen sanierte Altbauten, besetzte Häuser, Studenten-WGs und deren Bewohner_innen aufeinander. Die Integration in einen belebten Stadtteil bedeutet, dass eine Vielzahl an Menschen das PIKSL-Projekt wahrnehmen und selbst ein Teil davon werden: Schüler_innen machen hier ihre Hausaufgaben, Anwohner_innen kommen vorbei, um etwas auszudrucken oder gucken einfach nur neugierig beim Vorbeilaufen.</p>
<h3>Menschen mit Lernbehinderung im Mittelpunkt</h3>
<p>Bei PIKSL sind Menschen mit geistiger Behinderung unter anderem Expert_innen. Zum Beispiel in den 8-wöchigen Computerkursen, die das PIKSL-Labor anbietet. Dort bringen sie Senior_innen und PC Einsteig_innen den Umgang mit Computern bei. Am Anfang des Kurses wird gemeinsam ein Plan erstellt, der auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer_innen abgestimmt ist. In einer 15-minütige WDR Doku über PIKSL erzählt die Teilnehmerin Helga Sökefeld von einem VHS-Kurs, sich an Anfänger_innen richtete, aber nicht das richtige Tempo für sie hatte. Wenn jemand weiß, wie schwierig die ersten Schritte mit einem Computer sein können, wenn Dinge zu schnell, zu umständlich oder kompliziert erklärt werden, dann die Menschen vom PIKSL-Labor. Hier brillieren sie durch ihre Geduld und ihre Fähigkeit, älteren Menschen Schritt für Schritt den Computer näher zu bringen.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Werbung_Senioren_7.jpeg"><img decoding="async" class=" wp-image-153145 size-medium alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Werbung_Senioren_7-305x145.jpeg" alt="Werbung_Senioren_7" width="305" height="145" /></a>Diese Computerkurse sind nur ein Beispiel von vielen Projekten, welche die Laborant_innen ins Zentrum der Lernkultur bei PIKSL stellen. Ein solcher Ansatz möchte nicht nur Teilhabe an digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglichen, sondern auch interdisziplinär Barrieren abbauen. Das PIKLS-Labor ist ein Ort, an dem sich Menschen mit Lernbehinderungen in verschiedenen Rollen erleben können: mal als Vermittler_in, mal als Nutzer_in, mal als Expert_in. Sie sollen am Erfolg des Projekts teilhaben, gleichzeitig aber auch bei der Forschungs- und Entwicklungsarbeit dabei sein. Begleitet werden sie dabei von weiteren Expert_innen, die ihr spezielles Fachwissen situativ einbringen. Ob ein Glossar für leichte Sprache, bei dem die Nutzer_innen mitmachen und komplexe Wörter melden können, oder die Entwicklung eines Content Management Systems, das Menschen mit geistiger Behinderung das digitale Publizieren vereinfacht: nie sind die Menschen, um die es geht, an der Peripherie. Nie ist ihre Behinderung Teil des Problems, sondern wird als Ressource verstanden, die bei der Entwicklung von Lösungsansätze eine zentrale Rolle spielt. Die Laborant_innen sind zum ersten Mal direkt in Gestaltungsprozessen involviert. Darin unterscheidet sich PIKSL-Labor von anderen Projekten und Initiativen.</p>
<h3>Anhaltende Positive Entwicklungen</h3>
<p>Die Einzigartigkeit von PIKSL zeigt sich auch am erfolgreichen Projektverlauf: 2015, nur 5 Jahre nach Start des PIKSL-Projektes und vier Jahre nach der Eröffnung in Düsseldorf, entstand ein zweites in Bielefeld. Zahlreiche Preise hat das Projekt gewonnen: zwei internationale Auszeichnungen der Vereinten Nationen für &#8220;Innovative Practise 2016&#8221;, vom Land Nordrhein-Westfalen wurde es als &#8220;Ort des Fortschritts&#8221; ausgezeichnet. Um mehr Menschen digitale Teilhabe zu ermöglichen, sollen nun noch mehr PIKSL-Labore entstehen. Die SKala-Initiative fördert deshalb seit November 2016 die Skalierung von PIKSL-Laboren. SKala ist eine Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten in Partnerschaft mit dem gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus PHINEO. SKala fördert bis zum Jahr 2020 etwa 100 gemeinnützige Organisationen mit insgesamt bis zu 100 Millionen Euro in den Bereichen Inklusion und Teilhabe, Engagement und Kompetenzförderung, Brücke zwischen den Kulturen sowie Katastrophenhilfe. Nach dem ersten Schritt einer Machbarkeitsstudie, wird nun auch die Verbreitung von PIKSL-Laboren gefördert.</p>
<h3>Nachhaltiges Konzept, auch außerhalb des Labors</h3>
<p>Der Erfolg des Projektes ist nicht überraschend: der Lösungsansatz von PIKSL ist genauso nachhaltig wie ermächtigend. So sind ethische Fragestellungen und Datenschutz individuell immer wieder Thema. Das offene WLAN bei PIKSL ist für jede_n zugänglich. Die Teilnehmer_innen werden über die Netiquette, die Regeln des Miteinanders aufgeklärt und lernen, damit umzugehen oder darüber zu diskutieren. Sie sollen selbst Kompetenzen erwerben, die ihnen ein selbständigen und selbstbewussten Umgang mit digitalen Medien ermöglichen. Barrieren abbauen bedeutet eben auch, die Abhängigkeit von professionellen Hilfesystemen zu reduzieren.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Besprechung-im-PIKSL-Labor.jpeg"><img decoding="async" class=" wp-image-153153 size-medium alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Besprechung-im-PIKSL-Labor-305x145.jpeg" alt="Besprechung im PIKSL Labor" width="305" height="145" /></a>Der Ansatz des PIKSL-Labors zielt nicht nur auf die dort beschäftigten Laborant_innen ab. Das Labor bietet auch inklusive Firmen-Trainings an, die Einfühlungsvermögen, Toleranz, Verantwortungsbewusstsein, Selbstvertrauen und Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit eines Teams stärken sollen. So wirkt das PIKSL-Projekt als transformative Kraft nach außen. Das Projekt ist wichtiges Beispiel dafür, wie Inklusion aussehen und wie die Wahrnehmung und das Selbstverständnis einer marginalisierten Gruppe durch ein Projekt zum Positiven verändert werden kann. Es zeigt außerdem das gesamtgesellschaftliche Potential, das inklusive Räume haben können, denn am Ende profitieren alle Seiten von Inklusion.</p>
<p>Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-auf-der-suche-nach-zeitgemaesser-teilhabe-152998/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ersten</a> Teil der Serie &#8220;Inklusion und das Digitale&#8221; haben wir uns gefragt, was zeitgemäße Teilhabe bedeutet. Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-ein-gespraech-ueber-barrierefreie-kommunikation-152972/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zweiten</a> Teil haben wir uns über barrierefreie Kommunikation unterhalten.</p>
<p>Bilder: Copyright by <a href="http://www.piksl.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PIKSL</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p><img decoding="async" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/b76402208ee9466fb38ce67c7c48ef44" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><span style="color: #000000;font-family: HelveticaNeue"> </span></p>
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		<title>Inklusion und das Digitale: Ein Gespräch über barrierefreie Kommunikation</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Aug 2017 11:11:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&#8220;Teilhabe für Alle ist eine utopische Vorstellung&#8221; &#8211; diesen Satz hört man häufiger, wenn es um Inklusion geht. Doch wie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2016_inklusion_tourismus_weiland_highres_225.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-152993 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2016_inklusion_tourismus_weiland_highres_225.jpg" alt="Mit Gebaerdensprache im Deutschen Historischen Museum" width="640" height="315" /></a>&#8220;Teilhabe für Alle ist eine utopische Vorstellung&#8221; &#8211; diesen Satz hört man häufiger, wenn es um Inklusion geht. Doch wie sehen Betroffene das? Wir haben uns mit Wille Felix Zante, Aktivist und Autor bei der Deutschen Gehörlosenzeitung getroffen, um über barrierefreie Kommunikation zu reden und die Möglichkeiten der digitalen Inklusion zu konkretisieren.</p>
<p>Inklusion ist ein häufig verwendetes und gleichermaßen unscharfes Konzept &#8211; oft wird es widersprüchlich und unterschiedlich verwendet. Der Begriff ist ebenso vielfältig und wandelbar wie die Gruppen, denen eine gleichberechtigte Teilhabe an allen gesellschaftlichen Bereichen ermöglicht werden soll. Hinzu kommen unter dem Stichwort digitale Inklusion neue Möglichkeiten, die durch die digitale Revolution entstanden sind. <strong><span style="font-weight: 400">Doch ist es überhaupt sinnvoll, Inklusion und digitale Inklusion zu unterscheiden? Wann ist Inklusion &#8220;digital&#8221; und wann nicht? Welche Akteure müssen zusammenkommen, damit Inklusion erfolgreich umgesetzt werden kann? Ein Gespräch über digitale Inklusion und barrierefreie Kommunikation.</span></strong></p>
<h3>Gehörlosenzeitung &#8211; Sprachrohr der Gehörlosen-Community</h3>
<p dir="ltr">Gebärdensprache als gemeinsamer Nenner: Seit 1950 publiziert <a href="http://gehoerlosenzeitung.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Zeitschrift unter dem heutigen Namen</a> rund um das Thema Gehörlosenkultur. Ob Geschichten über gehörlose Menschen, politische Aktionen oder die Aktivitäten des Deutschen Gehörlosenbunds: die Zeitschrift berichtet über Themen, die zur Zeit in der Community wichtig sind. „Die Gehörlosenzeitung richtet sich an alle, die sich für Gebärdensprache interessieren“, erläutert Zante die Zielgruppe. „Ich denke, wir werden hauptsächlich von Gehörlosen gelesen. Aber auch von Hörenden, die zum Beispiel Gebärdensprachpädagogik oder Gebärdensprachdolmetschen studieren. Oder von Leuten, die durch ihr Umfeld davon betroffen sind.“ Seit Januar diesen Jahres gibt es die Zeitschrift nun auch als e-paper. Die Überlegung, die Zeitschrift teilweise als Übersetzung in Gebärdensprache in Videoform sowie Teile der Zeitschrift in vereinfachter Sprache anzubieten, wurden intern diskutiert, so Zante. „Ideal wäre es gewesen, das Ganze im kompletten Heftumfang umzusetzen, aber das ist nicht möglich mit unserem Budget, höchstens mit Unterstützung von außen“. Die Ablehnung der Video-Idee hatte mehr praktische Gründe: für eine Seite Text werden ganze 5 Minuten Video benötigt. „Meine Erfahrung ist, dass sich Leute das Video für drei Minuten angucken, länger nicht. Man kriegt dann nicht den gleichen Tiefgang, es ist ein komplett anderes Medium.“. Das schlüge sich auch produktionstechnisch in einem viel höherem Aufwand nieder.</p>
<h3>Barrierefreiheit &#8211; Aufgabe der Gesellschaft oder der Politik?</h3>
<p dir="ltr">Bei dem Begriff Barrierefreiheit denken viele Leute an bauliche Maßnahmen, zum Beispiel Rollstuhlrampen oder Ampelschaltanlagen für blinde Menschen, aber weniger an Gehörlose, die auf sprachliche Inklusion angewiesen sind. Fehlende Untertitel bei Videos, Sprachnachrichten über WhatsApp: digitale Medien sind für Gehörlose nicht per se inklusiv. Zante erinnert sich an Pager, die ersten digitale Kommunikationsmittel noch vor dem Handy. Dann das Internet: „Ich hab ’96 meinen ersten Internetzugang gehabt, da war ich 13 Jahre alt und das hat mir die Welt geöffnet.“ Das vermehrte Auftauchen von Audio-und Videoinhalten im Internet war dann wieder eine starke Ausgrenzung. „Das Internet ist aber nach wie vor sehr schriftlich“ – das hat Vor-und Nachteile, denn für einige Gehörlose stellt Schriftsprache eine Barriere dar. Doch auf Youtube gibt es immer mehr Videos in Gebärdensprache. Film und Fernsehen haben heutzutage Untertitel, auch wenn diese oftmals von schlechter Qualität sind. Seitdem Instagram auch Videos zulässt, ist die App auch ein visuelles Medium für Gehörlose geworden. Das Internet ist also Raum des Austauschs und der Kommunikation für Gehörlose, auch wenn nicht jeder Bereich gleich zugänglich für alle ist.</p>
<p dir="ltr"><div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/foto-wille-felix-zante.jpg"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-152983" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/foto-wille-felix-zante.jpg" alt="foto-wille-felix-zante" width="152" height="179" /></a><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Matthias-Storath_Potrait_Interview1.jpg"><br />
</a>Wille Felix Zante, Jahrgang 1984, studierte Gebärdensprache und Amerikanistik. Heute arbeitet er als freier Autor für die Deutsche Gehörlosenzeitung und bietet Studienhilfe, Beratung und Workshops rund um die Themen Gehörlosigkeit, Behinderung und Gebärdensprache an.</p>
<p dir="ltr">Bild von Hannes Wiedemann</div></div>
<p dir="ltr">Wie kann man dieser Ungleichheit entgegenwirken? Entweder die Gesellschaft für digitale Barrierefreiheit sensibilisieren, oder mehr Regulierung vom Staat einfordern? „Ich glaube, am effektivsten wäre eine gesetzliche Verpflichtung. Beziehungsweise eine ganz harte Vorschrift.“ Zante verweist auf die USA, wo der gesamte öffentliche Bereich barrierefrei sein muss. Eine Behörde organisiert dort einen Dolmetscher oder stellt eine Art barrierefreier Kommunikation bereit und übernimmt die Kosten. In Deutschland hingegen lastet es auf der Einzelperson. „In Deutschland ist es so, dass ich ganz unterschiedliche Kostenträger habe und es an mir als Betroffener hängen bleibt, mich darum zu kümmern.“ Den Dolmetscher beim Arzt übernimmt die Krankenkasse, aber gegebenenfalls muss noch ein Antrag bei einer Behörde oder einem Kostenträger gestellt werden; ein großer Aufwand, der an den Individuen hängen bleibt. „Also einfach mal spontan Ausweis abholen geht nicht… also das geht in Berlin sowieso nicht“, lacht Zante. „Aber es ist einfach nochmal schwieriger.“ Es ist deshalb nicht überraschend, dass Zante im Bereich der digitalen Barrierefreiheit klare und strikte gesetzliche Vorschriften fordert. Zwar verpflichtet die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung die Behörden zur digitalen Barrierefreiheit, doch gilt dies nicht für private Internetseiten. Ansonsten gibt es nur Richtlinien, doch diese allein reichen ohne gesellschaftliches Bewusstsein nicht aus.</p>
<p dir="ltr">Einen wesentlichen Grund für dieses mangelnde Bewusstsein sieht Zante in der Schule. „Das Schulsystem ist ja von Natur aus selektiv… es gibt auch Berührungsängste, die nur durch Begegnungen abgebaut werden können.“ Ein inklusiver Ansatz für Gehörlose sieht vor, dass Gehörlose an ‚reguläre‘ Schulen gehen und dort ein Dolmetscher bereitgestellt wird. Das ist ein hoher Kostenaufwand, doch könnte dies sehr effektiv sein: wenn Menschen mit Gebärdensprache in Kontakt kommen, kann das ein Anreiz sein, die Sprache zu lernen, für Schüler, sowohl auch für Lehrer.</p>
<p dir="ltr">Hinzu kommt ein Mangel an Dolmetschern. Auf einen Dolmetscher fallen heute fast 100 Gehörlose, mehr Ausbildungsstellen werden benötigt. Die Inklusion von Gehörlosen an Schulen und Universitäten kann nur gelingen, wenn sich auch das Handeln politischer Institutionen ändert. Dazu muss die entsprechende Infrastruktur vorhanden sein. Zum Beispiel die Videotelefonie, die gehörlosen Menschen die digitale Kommunikation durch Gebärdensprache ermöglicht. Auch Video-Dolmetschdienste existieren schon. Leider sind mobile Daten und Internet sehr teuer in Deutschland. „Jetzt gibt es die Möglichkeit. Da muss die Infrastruktur gelegt werden und die Kostenfrage geklärt werden“, fordert Zante. Auch hier zeigt sich: Ohne das entsprechende Handeln politischer Institutionen kann das inklusive Potenzial digitaler Medien nicht voll ausgeschöpft werden.</p>
<h3>Neue (Digitale) Räume</h3>
<p dir="ltr">Durch neue, digitale und nicht-digitale Inklusionskonzepte fällt auch der Raum der Gehörlosenschule als Ort der Begegnung für Gehörlose weg. Dies sehen einige sehr kritisch, Zante vertritt eine andere Position: es gehe auch darum, in der Mehrheitsgesellschaft zu leben und Strategien zu entwickeln, damit umzugehen. Gerade die Inklusion in ‚reguläre‘ Schulen ist ein wichtiger Aspekt. „Ich glaube, es wird eine sehr selbstbewusste Generation heranreifen in den nächsten 10 Jahren, die sich darüber bewusst sind, was sie sind, was sie brauchen.“ Ob das Digitale in diesem Prozess helfen könne? Sie können vieles vereinfachen, man kann mehr Leute erreichen, aber digitale Medien sind keine Zaubertricks, betont Zante. Allem geht ein Bewusstsein und die Bereitschaft voraus, dass man sich für Barrieren sensibilisiert und dann barrierefreie Kommunikationswege schafft. Das Digitale ist ein Tool hierfür, kein Garant. So könne eine WhatsApp Gruppe hilfreich sein, wenn sich alle in der Schriftsprache sicher und wohl fühlen und keine Sprachnachrichten verwendet werden. Allerdings ist ein Medium nicht per se inklusiv &#8211; es ist die Art und Weise, wie es angewandt wird. So fühlen sich viele Gehörlose in der Gebärdensprache wohler. Ähnliches gilt für die Zusammenführung von gehörlosen Schülern und hörenden Schülern: Inklusion beschreibt keine abstrakte Idee, sondern eine Praxis, die sowohl strukturell als auch zwischenmenschlich umgesetzt werden muss. Die Frage, ob gemeinschaftliches und kollektives Denken in einem Schulsystem möglich ist, das auf Selektion und Leistungsdenken aufbaut, ist eine andere. Klar ist aber auf jeden Fall, dass wenn Inklusion erfolgreich umgesetzt werden will, ein kollektiver Wandel stattfinden muss. Dieser muss in der Schule, aber auch in der gesamten Gesellschaft stattfinden.</p>
<p dir="ltr">Inklusion und digitale Medien verändern die Gehörlosen-Community genauso tiefgreifend wie die den hörenden Teil der Gesellschaft. Die Räume, die existieren, verändern sich, ebenso die Art der Kommunikation. So seien Zante zufolge rückläufige Zahlen beim Treffen im Gehörlosen-Clubheim zu beobachten, weil Leute nun über digitale Medien kommunizieren. „Dadurch geht auch der politische Aspekt ein bisschen verloren. Weil das Gehörlosen-Clubheim auch immer eine Interessenvertretung ist.“ Die Gehörlosen-Community organisiert sich im Rahmen der digitalen Revolution neu. Es ist Aufgabe von politischen Entscheidungsträgern, diese Organisation zu unterstützen und mit Gehörlosen neue inklusive Lösungsansätze zu entwickeln und sie mit neuen technischen Entwicklungen zu verbinden.</p>
<p>Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-auf-der-suche-nach-zeitgemaesser-teilhabe-152998/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ersten</a> Teil der Serie &#8220;Inklusion und das Digitale&#8221; haben wir uns gefragt, was zeitgemäße Teilhabe bedeutet. Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-das-piksl-projekt-als-beispiel-digitaler-inklusion-2-153078/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dritten</a> Teil haben wir das PIKSL-Projekt vorgestellt.</p>
<p dir="ltr">
<p>Titelbild, &#8216;<a href="http://gesellschaftsbilder.de/photo/1349/Mit-Gebaerdensprache-im-Deutschen-Historischen-Museum.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mit Gebaerdensprache im Deutschen Historischen Museum</a>&#8216; by Andi Weiland on <a href="http://gesellschaftsbilder.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gesellschaftsbilder.de</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/legalcode" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC 2.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p><img decoding="async" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/b76402208ee9466fb38ce67c7c48ef44" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><span style="color: #000000;font-family: HelveticaNeue"> </span></p>
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		<title>Inklusion und das Digitale: Auf der Suche nach zeitgemäßer Teilhabe</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Aug 2017 13:28:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Inklusion ist ein Konzept, bei dem es grob gesagt um gleichberechtigte Teilhabe aller an allen gesellschaftlichen Bereichen geht. Als &#8220;Schlagwort&#8221; [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/7011885443_57667f9640_k.jpeg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-153002" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/7011885443_57667f9640_k.jpeg" alt="7011885443_57667f9640_k" width="640" height="313" /></a><br />
Inklusion ist ein Konzept, bei dem es grob gesagt um gleichberechtigte Teilhabe aller an allen gesellschaftlichen Bereichen geht. Als &#8220;Schlagwort&#8221; ist es in den letzten Jahren auch im Zusammenhang mit Chancen der Digitalisierung populär geworden. Was aber ist Inklusion eigentlich genau? Welche Konzepte verbergen sich dahinter und welche Veränderungen ergeben sich seit Aufkommen des &#8220;Digitalen&#8221;? Diese Fragen sind der Anlass für eine Artikelreihe, in der wir uns verschiedenen Dimensionen von digitaler und nicht digitaler “Inklusion” anschauen, um einem zeitgemäßen Inklusionsbegriff näher zu kommen.</p>
<p dir="ltr">Wenn man von einer intuitiven Beschreibung hin zu einer treffenden Definition will, merkt man schnell, dass &#8220;Inklusion&#8221; sehr Verschiedenes und teils Widersprüchliches meint. Allgemein betrachtet zielt Inklusion darauf ab, alle möglichen Dimensionen menschlicher Vielfalt wie Gender, Alter, Kultur, sozialer Status oder körperlich-geistige Verfassung anzunehmen und dabei aufkommende Hürden zu bewältigen. Inklusions-Konzepte möchten anerkennen, dass für verschiedene Gruppen verschiedene Herausforderungen bestehen. Dabei wird “Inklusion” oft normativ als ein Ziel verstanden, an das es anzukommen gilt. Diese Konzeption limitiert den Begriff aber auf einen erreichbaren Idealzustand und lässt außer Acht, dass es sich bei Inklusion letztlich vielmehr um einen dynamischen Prozess handelt. Versteht man Inklusion als gesellschaftlichen Prozess, geht es dabei um eine kontinuierliche Aushandlung von Einstellungen und Handlungen einer Gesellschaft, einschließlich ihrer politischen Institutionen, gegenüber bestimmten Gruppen.</p>
<h3>Inklusion und das Digitale</h3>
<p dir="ltr">Durch die digitale Revolution sind neue Formen der Teilhabe entstanden, doch haben haben nicht alle gesellschaftliche Gruppen gleich davon profitiert. Die digitale Inklusion ist ein relativ neuer Begriff, der in diesem Kontext entstanden ist. Der Kommunikationswissenschaftler und Bildungsforscher Bastian Pelka differenziert in <a href="https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/werkstatt/217272/digitale-inklusion-digitale-exklusion-teilhabe-in-einer-digitalen-gesellschaft" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seinem Vortrag</a> zwischen Inklusion mit digitalen Medien und Inklusion in die digitale Gesellschaft. Dabei unterscheidet er zwei Ebenen. Zum einen die Möglichkeiten zur Gestaltung von Inklusion, die sich durch die digitale Medien geöffnet haben, zum anderen aber die gesamtgesellschaftliche Veränderung, die die digitale Revolution hervorgebracht hat. Die Fragen, die aufkommen, sind: welchen Missständen hat sie entgegengewirkt, welche verschärft und wie können neue technologische Errungenschaften inklusiv genutzt werden?</p>
<h3>Inklusion, Integration, Partizipation &#8211; was nun?</h3>
<p dir="ltr">Oft wird “Barrierefreiheit“ als zentraler Bestandteil von Inklusion angebracht. Barrierefreiheit bedeutet die Gestaltung der Umwelt, sodass sie von allen Menschen ohne zusätzliche Hilfen genutzt werden kann. Der Begriff der digitalen Barrierefreiheit überträgt das Prinzip auf den digitalen Raum. Barrierefreiheit meint nicht nur bauliche Maßnahmen, sondern kann auch der Auftritt einer Webseite in leichter Sprache sein. Oft wird der Begriff Inklusion als Gegenentwurf verwendet, wenn von Exklusion im Sinne von mangelnder Teilhabe am gesellschaftlichen Leben oder fehlender politischer Partizipation die Rede ist. Bei der Antwort auf exkludierende Ausgangssituationen muss zwischen Inklusion und Integration unterschieden werden. Während es bei Integration darum geht, dass Menschen in eine vermeintlich homogene Gruppe integriert werden, versteht sich Inklusion als Schritt hin zu einer Gesellschaft, die Vielfalt anerkennt und lebt. Die Betonung liegt immer auf der Abkehr von der normativen Vorstellung eines einheitlichen Ideals, hin zu einer Vorstellung, die menschliche Vielfalt akzeptiert. Dieses Prinzip gilt erstmal für alle Gruppen, die von der Norm abweichen, doch erfahren manche Gruppen mehr gesellschaftliche Barrieren als andere. Deshalb wird der Begriff vermehrt in Bezug auf Menschen mit Behinderungen verwendet.</p>
<h3>Rechtliche Lage für Menschen mit Behinderungen</h3>
<p dir="ltr">In den letzten Jahren gab es einige rechtliche Meilensteine, die das Leben von Menschen mit Behinderungen stark beeinflusst haben. Auch medial ist das Thema präsenter geworden. Das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) wurde 2002 erlassen und soll die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) ergänzt das BGG: seit 2006 müssen alle Internetauftritte des Bundes barrierefrei sein. Doch gelten beide Gesetze nur für staatliche Institutionen wie Behörden und Ämter, der verbleibende öffentliche und private Raum ist nicht reguliert.</p>
<p dir="ltr">Auf internationaler Ebene gibt es die UN-Behindertenrechtskonvention, die Ende 2006 von den Vereinten Nationen (UN) verabschiedet wurde. 2009 trat sie in Deutschland in Kraft. Inklusion ist seitdem ein Menschenrecht. Das bedeutet, dass jede/r das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe in allen Bereichen hat. Die Konvention sieht vor, dass Kinder mit und ohne Behinderungen nach Möglichkeit nicht mehr in separaten Institutionen unterrichtet werden. Seitdem wird das Thema häufiger öffentlich thematisiert und ist zu einem entscheidenden Wahlkampfthema geworden. Im Fokus steht dabei meist die <a href="http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/hamburg-schulfrust-wegen-inklusion-eltern-rechnen-mit-der-politik-ab-a-1151378.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Überforderung der Schulen und eine nicht ausreichende Finanzierung</a>. Sind solche strukturelle Veränderungen, das was es braucht um inklusive Prozesse zu fördern? Oder geht es am Ende nicht auch um eine <a href="http://www.zeit.de/kultur/2017-05/inklusion-bildungssysteme-haltungsproblem-sozialpaedagogie-10nach8" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frage der Haltung</a>?</p>
<p dir="ltr">Die digitale Revolution hat die Gesellschaft verändert. Wenn zeitgemäße Inklusion nicht etwas ist, an dem eine Gesellschaft ‚ankommen‘ kann, sondern ein kontinuierlicher Prozess,  steht nun zwingend die Frage im Raum, wie dieser digitale Wandel für verschiedene Gruppen gestaltet werden kann. Diese Artikelreihe versucht verschiedene Dimensionen und deren Gestaltungsmöglichkeiten von zeitgemäßer Inklusion zu greifen. Wie können inklusive Räume heutzutage aussehen? Kann man überhaupt von ‚digitaler Inklusion’ reden? Welches inklusive Potential haben digitale Medien in und außerhalb der Schule? Und welche Rolle spielen Staat und Gesellschaft bei der Inklusion?</p>
<p>Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-ein-gespraech-ueber-barrierefreie-kommunikation-152972/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zweiten</a> Teil haben wir uns über barrierefreie Kommunikation unterhalten. Im <a href="http://politik-digital.de/news/inklusion-und-das-digitale-das-piksl-projekt-als-beispiel-digitaler-inklusion-2-153078/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dritten</a> Teil haben wir das PIKSL-Projekt vorgestellt.</p>
<p>Titelbild, by <a href="https://pixabay.com/de/users/geralt-9301/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">geralt</a> on <a href="https://pixabay.com/de/social-media-personen-2457842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay.com</a> // <a class="external" href="https://pixabay.com/de/service/terms/#usage" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a>, Eigene Bearbeitung</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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