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	<title>digitale Partizipation &#8211; politik-digital</title>
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	<title>digitale Partizipation &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Smart Cities &#8211; Teil 2: Kopenhagen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Herrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jul 2018 13:32:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Smart City]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer Innovationen schaffen möchte, die Lösungen generieren, muss erst einmal Daten über das Problem sammeln. Damit möglichst viele Unternehmen selbst [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Kopenhagen.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-154896 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Kopenhagen.png" alt="Smart Kopenhagen" width="640" height="350" /></a>Wer Innovationen schaffen möchte, die Lösungen generieren, muss erst einmal Daten über das Problem sammeln. Damit möglichst viele Unternehmen selbst aktiv nach Lösungen für ein besseres Zusammenleben in der Stadt suchen können, arbeitet Dänemarks Hauptstadt aktuell daran, ihre Stadtnutzungsdaten online zu veröffentlichen. Geschaffen wird also eine Art „Big Data Marketplace“, auf dem Daten erkundet, erworben oder selbst hochgeladen werden können.</p>
<p>Bis zum Jahr 2025 soll Dänemarks Hauptstadt nicht nur CO<sub>2</sub>-neutral werden, sondern auch zur Smart-City. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen möglichst viele Investoren mit anpacken. Mit einem digitalen Marktplatz, auf dem der Kauf und Verkauf sowie die gemeinsame Nutzung von Daten ermöglicht werden soll, versucht Kopenhagen nun, Innovationen im Bereich der Stadtentwicklung voran zu treiben. Die Online-Plattform trägt den Namen „<a href="https://www.hitachivantara.com/en-us/pdf/white-paper/hitachi-service-overview-city-data-exchange.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">City Data Exchange (CDE)</a>“ und ist eine Kollaboration der Stadt Kopenhagen, der Hauptstadtregion Dänemark und des Technik-Konzerns Hitachi. Ziel des Projektes ist es, eine Plattform zu schaffen, die öffentliche und private Daten kombiniert. So soll der Informationsaustausch zwischen öffentlichem Sektor und Privatwirtschaft gefördert werden.</p>
<p>Aktuell stellt die Plattform hauptsächlich Rohdaten zur Verfügung, im weiteren Verlauf soll das Angebot aber auch durch entsprechende Analysewerkzeuge ergänzt werden. Dabei bietet der CDE Daten in verschiedenen Kategorien an, wie beispielsweise in den Bereichen Infrastruktur, Geschäftsdaten und Wirtschaft, Klima und Umwelt oder Wohnhäuser. Kunden der Plattform sind damit alle, die ein Interesse daran haben, was Kopenhagen, seine Unternehmen und seine Bevölkerung bewegt. Von Behörden über Stadtplanungsämter bis hin zu Telekommunikationsnetzwerken oder Geschäftsinhaberinnen und -inhabern: vielfältige Branchen haben ein potentielles Interesse an den Daten. Kopenhagens digitaler Daten-Marktplatz zeigt, dass die Frage nach dem Umgang mit „Big Data“ letztendlich entscheidend dazu beiträgt, ob sich eine Stadt zur Smart City entwickeln kann.</p>
<h3>Ein digitaler Marktplatz für öffentliche und private Daten</h3>
<p>Das Prinzip des digitalen Marktplatzes ist nicht neu, sondern setzt letztendlich um, was seit Jahrhunderten auf Marktplätzen rund um den Globus funktioniert. Statt Obst oder Gemüse werden Datenmengen zum verkauften Produkt und finden einfach und transparent Abnehmerinnen und Abnehmer. Das Besondere daran: Datenanalyse ist damit nicht länger nur denen vorbehalten, die in der Lage sind, große Datenmengen selbst zu sammeln. Anders ausgedrückt, nicht jeder der Gemüse verarbeitet, muss nun noch einen Acker besitzen. Kopenhagens digitaler Big-Data-Marktplatz ermöglicht Unternehmen und Privatpersonen exakt die Daten zu erwerben, die sie für ihre Zwecke benötigen. Das schafft mehrere Vorteile. Zum einen müssen Daten nicht für jedes Projekt neu gesammelt werden, sondern können zeitgleich für verschiedene Projekte benutzt werden. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch wertvolle Arbeitskraft, die bisher vor jeder Datenanalyse in den Prozess der Datenerhebung fließen musste. Mit den CDE soll also auch kleineren Unternehmen die Chance geboten werden, sich an der Gestaltung der Stadt von morgen zu beteiligen. Zudem ermöglicht der Daten-Marktplatz eine bessere Übersicht bezüglich bisher gesammelter Informationen. Das generiert ein besseres Bewusstsein für Nutzungsbereiche, in denen bisher wenig oder gar keine Daten vorliegen. Schlussendlich, so erhofft sich zumindest die Stadt Kopenhagen, bietet der Big-Data-Marketplace eine Chance, Kreativität und Innovation im Bereich der Stadtentwicklung zu steigern. Probleme, die das Leben in der Stadt erschweren, sind unter Umständen noch gar nicht identifiziert und können an Hand der zur Verfügung gestellten Daten schneller und effizienter lokalisiert werden.</p>
<h3>Wer zahlt die Standgebühren?</h3>
<p>Mitinitiiert wird das Projekt vom japanischen Technik-Konzern Hitachi. Das Unternehmen entwickelte selbst beispielhaft zwei Anwendungen auf Basis der zur Verfügung gestellten Daten, um den Mehrwert der Plattform zu veranschaulichen. Wie so oft auf dem Markt der „Smart City“ Innovationen, steht also auch hier ein Konzern hinter der Entwicklung und Realisierung des Projektes. Die Problematik der Abhängigkeit besteht daher auch beim CDE. Auch wenn die Plattform in Zusammenarbeit mit der Stadt Kopenhagen und der Hauptstadtregion Dänemark entstand, so birgt die Zusammenarbeit mit Technik-Riesen wie Hitachi immer die Gefahr, die Anwendung des entsprechenden Anbieters zu präferieren. Dass sich der CDE den Austausch von privatwirtschaftlichen und öffentlichen Daten zu Aufgabe macht, erklärt die Kooperation zwischen öffentlichen und privatwirtschaftlichen Trägern des Projektes aber zumindest teilweise. Laufende Kosten der Online-Plattform werden aktuell noch durch Service-Gebühren und Abonnements gedeckt. Auch wenn der Datenzugang damit nicht komplett „for free“ ist, sind die Kosten noch immer um ein vielfacheres geringer als die einer eigenen Datenerhebung.</p>
<h3>„Big Data“ als Konsumgut</h3>
<p>Letztendlich beschäftigt sich Kopenhagens digitaler Daten-Marktplatz mit der Frage, ob Datenmengen künftig als „normales“ Konsumgut etabliert werden können. Der Abstraktionsgrad von Begriffen wie „Big Data“ ist nur einer der zahlreichen Gründe, die bisher verhinderten, dass Daten, wie andere Produkte auch, erworben und konsumiert wurden. Datenmengen erscheinen für Fachfremde oft wenig greifbar und laufen daher Gefahr, den Status eines „normalen“ Produkts zu verlieren. Obwohl sich viele Anbieter heutzutage nicht direkt mit der von Ihnen angebotenen Dienstleistung, sondern mit den dabei erworbenen Daten finanzieren, besitzen Datenmengen bisher kaum transparente Preisschilder. Userinnen und User willigen oftmals ein, ihre Daten zu abzugeben und sind sich dabei teilweise nicht bewusst, dass diese Daten überhaupt einen Wert besitzen. „I want to know how much I pay for my data. Do I pay to much?“ so auch Dr. Monika Lessl, Leiterin der Abteilung „Corporate Innovation and Research &amp; Development“ des DAX-Unternehmens BAYER, vergangene Woche bei einer Veranstaltung der Telefonica in Berlin. Wie viel sind meine Daten wert, wem nutzen sie und wie können wir einen transparenten Markt schaffen, auf dem nachvollzogen werden kann, wer welche Daten wie konsumiert? Ein Bewusstsein für den finanziellen Wert von Daten bildet die Grundlage für eine effektive und sichere Nutzung von Big Data. Der City Data Exchange der Stadt Kopenhagen könnte dabei einen ersten Meilenstein am Rande des Weges hin zu einem transparenten, sicheren und nutzerfreundlichen Umgang mit dem Konsumgut „Big Data“ markieren.</p>
<p><em><strong>Teil 3 befasst sich mit den <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-3-dubai-154901/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Robocops&#8221; in Dubai</a>. Die weiteren Stationen auf unserer Smart-City-Reise sind: <a href="https://politik-digital.de/news/smart-citiesteil-1-rio-de-janeiro-154888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rio de Janeiro</a>, <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-4-wien-154912/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wien</a> und <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-5-santander-154917/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Satander</a>. Zum Übersichtsartikel geht es <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-eine-reise-durch-die-stadte-von-morgen-154873/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</strong></em></p>
<hr />
<p>Titelbild: saskiakoopmans0 via <a href="https://pixabay.com/de/kopenhagen-segeln-urlaub-858271/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet. Manuchi via <a href="https://pixabay.com/de/hintergrund-zusammenfassung-linie-2462431/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Lehre im Aufbruch: Wegweiser für eine zeitgemäße Bildung. Teil 2</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/medienkompetenz/lehre-im-aufbruch-wegweiser-fuer-eine-zeitgemaesse-bildung-teil-2-152446/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexa Schaegner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jun 2017 12:41:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitaler Wandel]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Bildung]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Im <a href="http://politik-digital.de/news/lehre-im-aufbruch-wegweiser-fuer-eine-zeitgemaesse-bildung-152304/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ersten Teil</a> ging es um die Bedeutung von Kreativität und Kommunikation für eine zeitgemäße und zukunftsorientierte Bildung. Im Folgenden geht um die Kompetenzen des Kritisches Denkens und der Kollaboration.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Kritisches Denken: Gemeinsame Grundlage für Verstehen und Handeln</h3>
<p>Um Fortschritt möglich zu machen, egal ob in der Bildung oder gesamtgesellschaftlich, ist kritisches Denken unabdingbar. Kritisches Denken heißt unterscheidendes Denken (aus dem griechischen &#8220;krinein&#8221; = unterscheiden). Es geht dabei also nicht einfach um &#8220;Kritik üben&#8221; oder die Entkoppelung von Theorie und Praxis, wie oft fälschlicherweise angenommen, sondern im Gegenteil darum, die Beschaffenheit der eigenen Umwelt, Informationen und Situationen zu erkennen, zu verarbeiten und zu verstehen. Was kritisches Denken ist und was nicht, beschreibt hervorragend Lisa Rosa in <a href="https://shiftingschool.wordpress.com/2017/02/17/kritisch-denken-lernen-fuer-alle-kern-der-literacy-von-heute-und-morgen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Kritisch Denken Lernen für alle&#8221;</a>. Und dieses Kritische Denken<em> &#8220;muss – wie einst die primäre Literacy zur Überwindung des allgemeinen Analphabetismus – systematisch explizit und zugleich problemorientiert implizit in der Schule erworben werden. Mit dem Anspruch, dass Alle es lernen.&#8221;</em> Alle bedeutet natürlich auch Lehrende, denn erstens wird es unmöglich sein, kritisches Denken zu vermitteln, wenn man es selbst nicht praktiziert. Zweitens ist kritisches Denken für Lehrende unabdingbar notwendig, um die eigene Rolle zu reflektieren und das Handeln dynamisch an die sich wandelnden Verhältnisse und Bedürfnisse der SchülerInnen anzupassen.</p>
<p>Die Forderung Lisa Rosas, diese Art des Denkens systematisch und fächerübergreifend in die Lehrpläne zu integrieren, ist daher ein absolut notwendiges, wenn auch langfristiges Ziel auf der Agenda für zeitgemäße Bildung. Wodurch kritisches Denken darüber hinaus konkret und von allen Beteiligten gleichermaßen geschult werden kann, ist die Praxis von Partizipation und demokratischem Handeln. Projekte wie <a href="www.aula.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aula</a> und andere Ansätze, die Mitbestimmung direkt im Schulalltag integrieren, fördern automatisch auch kritisches Denken und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit.</p>
<h3>Kollaboration: Zusammenarbeit fördern</h3>
<p>In der Stärkung der kollaborativen Fähigkeiten besteht ein großes und unter anderem mit digitalen Mitteln relativ einfach umzusetzendes Potential für zeitgemäße Bildung. Gemeinsames Arbeiten ist nützlich für den Austausch von Wissen, zum Knüpfen von Kontakten, zur Entlastung des einzelnen und zur Steigerung der Arbeitsqualität. Umso erstaunlicher ist es zu sehen, dass LehrerInnen aktuell weniger in Zusammenarbeit geschult, sondern eher zu EinzelkämpferInnen ausgebildet werden. Sowohl im Studium als auch im Referendariat wird gemeinsames Arbeiten bisher wenig gefördert. Am Ende der anspruchsvollen Ausbildung voller Kontrollen und Lehrproben steht das &#8220;selbstständige&#8221; Lehren, was letztendlich bedeutet: die meiste Zeit alleine unter SchülerInnen oder alleine am Schreibtisch zu sein. Neben einem Austausch fehlt so auch der Vergleich zu anderen KollegInnen.</p>
<p>Bei unseren Schulbesuchen merken wir daher auch, wie ungewohnt es für einige LehrerInnen ist, bei ihrer Arbeit beobachtet und möglicherweise auch verglichen zu werden. Wenn wir auf die obligatorischen Frage &#8220;Wie läuft das denn in den anderen Klassen und Schulen?&#8221; antworten, dass es überall ähnliche Herausforderungen gibt, folgt meist eine große Erleichterung.</p>
<p>Gemeinsames Arbeiten stärkt außerdem Beziehungen, und zwar nicht nur zwischen Lehrenden, sondern zwischen allen an Schulen beteiligten AkteurInnen. Umso erschreckender ist der teils unkollegiale Umgang von Lehrenden untereinander. Konflikte und Auseinandersetzungen sind in jedem Arbeits- und Lebenskontext normal und sogar notwendig. Dass allerdings viele, in unterschiedlichsten Gebieten besonders engagierte LehrerInnen die Erfahrung teilen, in anderen Bildungskontexten als VorreiterInnen wahrgenommen, im eigenen Kollegium aber ausgebremst und sogar angefeindet zu werden, kann kein Zufall sein. Durch solche Strukturen werden nicht nur Menschen persönlich geschwächt und Fortschritte erschwert, sondern auch schwierige Vorbilder geschaffen. Wie kann man konstruktiv über Themen wie Cyber-Mobbing oder den Mangel an sozialem Miteinander von SchülerInnen diskutieren, wenn man gleichzeitig andere herabwürdigt?</p>
<p>Konsequenterweise führt das auch dazu, dass engagierte LehrerInnen sich häufig andere &#8220;Felder&#8221;, neben der Schule, suchen, in denen ihre Visionen auf fruchtbaren Boden fallen. Das ist natürlich auch gut, um die notwendige Debatte außerhalb der Schulen voranzutreiben – aber wer führt dann die Entwicklung innerhalb der Lehrerkollegien an und weiter? So müssen also gemeinsame Wege beschritten werden, damit digitale und analoge Tools, Konzepte, Ideen und Lösungen im Bereich zeitgemäßer Bildung Eingang in einen breiten und vor allem konstruktiven Diskurs innerhalb von Schulen und darüber hinaus finden. Die bereits beschriebenen <a href="http://www.edushift.de/2015/09/20/barcamp-als-teil-der-schulentwicklung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">offenen Fortbildungen durch beispeilsweise Barcamps</a> oder auch Weiterbildungen in <a href="https://ecbw17.educamps.org/session/k1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ressourcen- und lösungsorientierter Kommunikation </a>können da erste Wegweiser sein.</p>
<h3>Ausblick: Wann, wenn nicht jetzt? <b> </b></h3>
<p>Wir befinden uns in einer Zeit mit wachsenden &#8220;Herausforderungen&#8221;, die einen Wandel in vielen Lebensbereichen notwendig, aber vielleicht auch erst möglich machen. Bildung ist  dabei ein, wenn nicht sogar das Fundament, an dem wir ansetzen müssen, wenn wir zeitgemäße gesellschaftliche Verhältnisse schaffen möchten. Drei Vorschläge für einen konstruktive Fortgang der Debatte um zeitgemäße Bildung:</p>
<p><strong>1. Auf die Haltung kommt es an</strong></p>
<p>Eine Debatte um zeitgemäße Bildung muss neben dem &#8220;Was&#8221; vor allem auch das &#8220;Wie&#8221; in den Fokus stellen. Dazu ist eine Neu-Verhandlung dessen, was Lehrende leisten müssen und was sie brauchen, unbedingt notwendig.</p>
<p><strong>2. Gute, zeitgemäße Lehre ist keine Theorie</strong></p>
<p>Neben einem Kern an engagierten Menschen gibt es bereits kreative Visionen und Konzepte für eine zeitgemäßere Bildung. Der nächste Schritt ist die Weiterentwicklung und Weiterverbreitung dieser Konzepte und der für die Umsetzung notwendigen Kompetenzen.</p>
<p><strong>3. Politischer Wille und finanzielle Ressourcen sind unabdingbar</strong></p>
<p>Um einen nachhaltigen Wandel im Geist der Schulen und der Haltung der Lehrenden zu bewirken, braucht es die notwendigen Strukturen. Das bedeutet mehr Zeit und Raum zum Lernen und Ausprobieren für alle Beteiligten. Für einige braucht es sogar noch mehr: Ein neues Verständnis für die Bedingungen von Digitalität und die Herausforderungen unserer Zeit. Dafür sind gleichermaßen entsprechende Aus- und Weiterbildungsangebote für LehrerInnen sowie digitale Infrastrukturen für Schulen zu schaffen.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/de/users/Jankos-2508601/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jankos</a> via Pixabay <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>Lehre im Aufbruch: Wegweiser für eine zeitgemäße Bildung</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/lehre-im-aufbruch-wegweiser-fuer-eine-zeitgemaesse-bildung-152304/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexa Schaegner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jun 2017 12:39:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Gesellschaft verändern bedeutet Schule verändern und umgekehrt. In der Debatte um zeitgemäße Bildung geht es um neue Inhalte und überreife Strukturen. Vor allem aber geht es um die beteiligten Menschen und deren Haltung, ohne die jede Bildungsreform eine leblose Hülle ist. Dieser Text nimmt Herausforderungen und mögliche Handlungsansätze für Lehrende in den Blick. Wegweiser sind dabei jene Kompetenzen des 21. Jahrhunderts, die wir alle für ein gelingendes Leben unter den Bedingungen von Digitalität brauchen: Kreativität, Kommunikation, Kollaboration und kritisches Denken.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Menschen angemessen zu unterrichten, ist mit einer besonderen Verantwortung verbunden. Gute Lehre verlangt einem Menschen sehr viel ab, und auch wenn die Aussicht auf einen sinnvollen und sicheren Job vielen attraktiv erscheint, ist nicht jeder und jede für diese Aufgabe geeignet. Hinzu kommt, dass die gesellschaftliche Erwartungen an LehrerInnen zwar enorm hoch, deren öffentliches &#8220;Image&#8221; allerdings weniger positiv besetzt ist. Nicht nur beschäftigen sich seit Jahren diverse Publikationen mit dem, was Lehrende alles falsch machen, auch scheint es einen sich haltenden &#8220;Common Sense&#8221; über den Berufsstand zu geben. Wer von uns Nicht-Bildungsmenschen hat nicht schon einmal gesagt (oder zumindest gedacht?): <em>&#8220;Lehrer, puh….anstrengend&#8221;</em>?</p>
<p>Dabei erinnert man sich an die Frustrierten, über die Jahre fies gewordenen, aus der eigenen Schullaufbahn. Oder meint die Besserwissenden und Welt-ErklärerInnen, die einem mal bei einer Party im Bekanntenkreis über den Mund gefahren sind. Ja, all diese Typen von Lehrenden gibt es. Fakt ist aber: diese Art der undifferenzierten Bewertung erschwert den umfassenden Wandel, den sich so viele für die Zukunft der Bildung wünschen. Denn, man ahnt, was kommt: Es gibt natürlich auch die anderen, die begeisterten, engagierten und leidenschaftlichen LehrerInnen. Facettenreiche Ideen dazu, wie man heute als Lehrende/r &#8220;<a href="https://www.joeran.de/jra064_lehrer_in_werden_episode2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Welt verbessern kann</a>&#8220;, lassen sich beispielsweise in zwei spannenden Ausgaben der Podcast-Reihe <a href="https://www.joeran.de/podcast/">„Jöran ruft an“ </a>nachhören.</p>
<p>Was bei allem Engagement bleibt, ist ein Schulsystem, in dem äußerer Umwälzungen zum Trotz lange kaum Veränderung stattfand: <em>&#8220;Man kann es irgendwie machen und durchkommen. Aber wenn man es richtig macht, ist es eigentlich immer zu viel</em>, erzählte mir jüngst ein befreundeter Lehrer beim Mittagessen. Das bringt den Eindruck von permanenter &#8220;Überlastung&#8221;, der sich durch die Besuche der aula-Schulen und diverser Gespräche mit Lehrenden zieht, ziemlich auf den Punkt. Durchatmen, reflektieren und planen, wie denn nun zeitgemäße Lehre in den straffen Schulalltag integriert werden kann, ist nahezu unmöglich.</p>
<p>Weitere Realiäten, die es inner- und außerhalb von Schulen dringend zu verhandeln gäbe, sind <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kolumne-das-deutsche-valley-wischen-ist-zu-wenig-1.3535418" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veraltete Lehrpläne und Lehrmethoden</a>, der Fokus des Systems auf Noten und Abschlüsse, schlechte technische Ausstattung (PCs, mobile Geräte, Whiteboards) und Infrastruktur (WLAN!), ein <a href="http://bildungsluecken.net/534-demokratie-defizit-schulen-formen-keine-muendigen-buerger" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mangel an demokratischen Strukturen</a> und der eben über allem schwebende Mangel an Zeit. Letzterer kann nicht oft genug betont werden, denn die tollsten Konzepte und Ideen bringen nichts, wenn niemand Zeit und <a href="http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/digitalisierung-in-der-schule-wenn-lehrer-mit-der-internetverbindung-kaempfen-14640919.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kaum jemand das nötige Wissen hat</a>, um sie umzusetzen. Dies zu ändern <a href="https://www.ccc.de/de/updates/2017/cms-forderungen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wird unter andem Aufgabe politischer Akteure sein</a>, von deren verstärktem Einsatz die Zukunft zeitgemäßer Bildung abhängt.</p>
<p>Um wirklich an den richtigen Stellschrauben zu drehen, ist es enorm wichtig, die Zukunft von Bildung im Kontext von sowohl gesellschaftlichem als auch digitalem Wandel zu betrachten. Wie es <a href="https://twitter.com/lisarosa" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lisa Rosa</a> treffend auf den Punkt bringt, geht es bei der Auseinandersetzung um die Gestaltung zeitgemäßer Bildung um nichts geringeres als die Frage:</p>
<p><strong><a href="https://shiftingschool.wordpress.com/2016/10/24/welche-digitale-bildungsrevolution-wollen-wir/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>&#8220;Welche Art von Gesellschaft wollen wir, und wie soll darum die Bildung unter den Bedingungen der Digitalität aussehen?&#8221;</em></a></strong></p>
<p>Ein Modell, das zeitgemäßes Lernen und Lehren in diesem Zusammenhang abbildet, ist das <a href="https://mihajlovicfreiburg.wordpress.com/2017/04/18/kommunikation-kollaboration-kreativitaet-und-kritisches-denken-mehr-als-buzzwords/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">4K-Modell des Lernens</a>. Dabei werden vier Kernkompetenzen (abgeleitet vom <a href="http://www.p21.org/our-work/p21-framework" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Framefork for 21st Century learning</a>) beschrieben, die notwendig sind, um unter den Bedingungen des aktuellen digitalen, aber auch gesellschaftspolitischen Wandels ein gelingendes Leben zu führen: Kreativität, Kommunikation, Kritisches Denken und Kollaboration.</p>
<p>Die folgenden Abschnitte sind ein Versuch, anhand der vier Kompetenzen aktuelle Handlungsansätze und Herausforderungen für Lehrende aufzuzeigen. Ebenso wie die verschiedenen Lebensbereiche, die sie berühren, sind sie nicht getrennt voneinander und bedingen sich in vielerlei Hinsicht gegenseitig. Dennoch sind es gute Überschriften wenn es darum geht, Beobachtungen und Annahmen zusammenzufassen.</p>
<h3>Kreativität: Raum für Experimente und Innovation schaffen</h3>
<p>Den Zusammenhang von Bildung, Gesellschaft und Digitalität ernst zu nehmen heißt, verschiedenen Wissensgebiete innerhalb wie außerhalb von Schule miteinander zu kombinieren und interdisziplinär zu arbeiten. Um das zu leisten und Innovation zu ermöglichen, ist ein kreatives Vorgehen gefragt, denn es gibt keine schematischen Lösungen für einen solch komplexen Ansatz. Kreativität ist die Fähigkeit, aktiv und gestalterisch zu handeln und sich dabei auch abseits von Routinen zu bewegen, sodass neue Wege möglich werden. Das bedeutet auch, Gewohnheiten loszulassen, was viel schwerer ist als es sich anhört. Aber es ist notwendig, damit Neues entstehen kann.</p>
<p>Kreativität im außerschulischen Raum entsteht unter anderem durch die Zusammenarbeit von experimentierfreudigen Menschen aus verschiedensten Wissensgebieten. Ein interessantes Beispielprojekt dafür sind die kürzlich gestarteten <a href="https://edulabs.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">edulabs</a>. Hier kommen Menschen mit Technik- und Designkenntnissen mit LehrerInnen, PädagogInnen, und Menschen aus politischen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, um gemeinsam an offenen und innovativen Bildungsformaten zu arbeiten. Das, was unter anderem dort passiert, kann wiederum das Entstehen von kreativem, fächerübergreifendem Lehren innerhalb von Schulen fördern. Unter den Bedingungen von Digitalität kreativ zu unterrichten, bedeutet dabei auch, aber nicht nur, digital gestützte Methoden des Lehrens und Lernens zu entdecken und für das eigene Fach einzusetzen. Wer dabei stehen bleibt, den früheren Frontalunterricht durch Erklärvideos zu ersetzen, macht zwar Unterricht mit digitalen Mitteln, hat aber den Kern von zeitgemäßer Bildung nicht getroffen. Das Gleiche gilt für analoge, aber in vielerlei Hinsicht veraltete Lehrmethoden wie <a href="https://twitter.com/search?q=L%C3%BCckentexte&amp;src=typd" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Lückentexte&#8221;</a>, die scheinbar einfach nicht aus der Mode kommen.</p>
<p>Insgesamt ist es wichtig, eine Offenheit gegenüber dem eigenen Lernprozess zu entwickeln und keine Angst vor Fehlern oder den eigenen Grenzen zu haben. Dass nicht in jedem Klassenraum sofort der <a href="https://twitter.com/erklaerbrueder/status/868427704709906433" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Greenscreen ausgerollt</a>, mit <a href="http://joerdis-doerner.de/linkliste-design-thinking-in-der-bildung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Design-Thinking</a>,<a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2016-10/calliope-mikrocontroller-grundschule-dritte-klasse" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Calliope &amp; Co </a>oder <a href="https://schulesocialmedia.com/2013/06/14/social-media-im-deutschunterricht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Social Media</a> gearbeitet werden kann und muss, ist klar. Welche Methoden wo sinnvoll einzusetzen sind, ist immer themen-, kontext- und personenabhängig. Und letztlich steht bei aller Kreativität am Ende die wichtigste Frage: Welche Methoden und welches Material haben SchülerInnen dabei geholfen, welche Kompetenzen zu erwerben? Inspirierend ist hier beispielsweise die <a href="http://www.suchmaschinen-doktor.de/glossar/40-social-bookmarks.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Social-Bookmarking</a> Plattform <a href="https://www.edutags.de/ueber-edutags" target="_blank" rel="noopener noreferrer">edutags</a>, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Materialien von SchülerInnen und LehrerInnen bewerten zu lassen.</p>
<h3>Kommunikation: Den Perspektivenwechsel unterstützen</h3>
<p>Kommunikation im schulischen Umfeld zeitgemäß zu denken, bedeutet auch, digitale Kommunikation in die Lehre zu integrieren. Es bedeutet aber noch viel mehr: zu verstehen, was Kommunikation im digitalen Wandel eigentlich bedeutet.</p>
<p>Ein lehrreicher Aha-Moment im Rahmen des aula-Projekts war, als in einer der Pilotschulen nach über 9 Monaten Praxiseinsatz wiederholt gefragt wurde, ob denn auch daran gedacht wird, die online-Kommunikation der aula-Plattform in das reale Leben zu übertragen. An dieser Frage wird einiges deutlich. Unter anderem auch, dass wir es offenbar nicht geschafft haben, unser Konzept, das natürlich eine Kombination von online- und offline-Kommunikation vorsieht, durchgängig an alle LehrerInnen zu tragen.</p>
<p>Was hier aber auch klar wird: Die spezifischen Bedingungen von Kommunikation im Digitalen wie Asynchronität, Interaktivität, Diskursivität etc. und deren Bedeutung sind noch längst nicht allen bewusst. Und das kann perspektivisch zum Problem für gelingende Kommunikation in der Schule und für generelle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben werden. Nur wer <a href="https://dotcomblog.de/wie-ich-verstand-das-digitale-netze-die-bildung-revolutionieren-werden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalität versteht</a> und <a href="https://mihajlovicfreiburg.wordpress.com/2017/04/13/lehren-und-lernen-im-digitalen-zeitalter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aktiv mitgestaltet</a>, wird in der Zukunft an der Lebenswelt nachfolgender Generationen teilhaben können. Denn letztlich verändert der routinierte Umgang mit Digitalität auch das <a href="https://dotcomblog.de/digitale-medien-und-ablenkung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kommunikationsverhalten, Techniken des Lesens, Schreibens und Sprache an sich. </a></p>
<p>So lange diese umfassenden Wirkungen von Digitalität nicht selbst erfahren und verinnerlicht werden, bleiben Unsicherheiten und Missverständnisse bestehen. Eine der Folgen davon ist, dass einige weiterhin die Unterscheidung zwischen &#8220;analoger&#8221; und &#8220;digitaler&#8221; Kommunikation mit einer Trennung zwischen &#8220;realer&#8221; und &#8220;digitaler&#8221; Welt gleichsetzen. Hier gilt es in Zukunft zu vermitteln, dass &#8220;analog&#8221; und &#8220;digital&#8221; verschiedene Formen von Kommunikation darstellen, die aber beide gleichermaßen real sind und gleichzeitig stattfinden können. Dabei muss es natürlich darum gehen, Digitalität mit allen Facetten, sowohl den spezifischen Möglichkeiten als auch gleichzeitigen Herausforderungen und Konfliktpotentialen zu diskutieren.</p>
<p>In den konkreten Situationen, wenn wir durch Lehrende mit Vorbehalten gegenüber dem &#8220;Digitalen&#8221; in der Schule konfrontiert werden, entstehen dann manchmal paradoxe Momente. Denn wir wollen ja tatsächlich, unter anderem mit der Integration digitaler und partizipativer Strukturen, einige der als bisher &#8220;real&#8221; empfundenen Verhältnisse verändern. Dabei werden allerdings zwei Ebenen miteinander vermischt. Unbegründet ist die Annahme, analoge Kommunikation würde durch digitale Kommunikation ersetzt. Vollkommen richtig hingegen ist, dass Digitalität Strukturen verändern kann und unter anderem Dinge sichtbar macht, die vorher nicht in dieser Form zu sehen waren. Machtverhältnisse, Kommunikationswege, Qualität und Quantität der eigene Arbeitsweise werden transparenter und nachvollziehbarer und das ist manchmal vielleicht auch mit Unbehagen verbunden.</p>
<p>In jedem Fall bedarf es konkreter Unterstützung und Aufklärungsarbeit um diesen notwendigen Perspektivenwechsel in der Breite anzustoßen. Langfristiges Ziel muss dabei in jedem Fall auch eine <a href="https://mihajlovicfreiburg.wordpress.com/2016/01/04/offene-lehrerfortbildungsformate/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reform der Ausbildung von LehrerInnen</a> sein. Für die bereits ausgebildeten geht es darum, Räume für das &#8220;learning by doing&#8221; zu schaffen. Dazu eignen sich offene und partizipative Formate wie beispielsweise Barcamps <a href="https://mihajlovicfreiburg.wordpress.com/2017/05/27/barcamp-macht-schule/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(Hier ein ausführlicher Bericht der Pestalozzi-Schule Freiburg</a>) ganz hervorragend, weil sie auf gegenseitigem Wissensaustausch und Wertschätzung basieren.</p>
<p>Lesen Sie hier den<strong><a href="http://politik-digital.de/news/lehre-im-aufbruch-wegweiser-fuer-eine-zeitgemaesse-bildung-teil-2-152446/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> zweiten Teil</a> </strong>des Artikels über Kritisches Denken, Kollaboration und den Ausblick.</p>
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<p><strong>Titelbild:</strong> <a href="https://pixabay.com/de/users/Jankos-2508601/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jankos</a> via Pixabay <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
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		<title>Digital ist nicht genug: Ideen zu zeitgemäßer Bildung nach dem educamp</title>
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		<pubDate>Fri, 05 May 2017 16:46:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das aula-Team war beim educamp in Bad Wildbad. Dort wurden wir nicht nur von Barcamp-Newbies zu absoluten Fans des Formats, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das aula-Team war beim educamp in Bad Wildbad. Dort wurden wir nicht nur von Barcamp-Newbies zu absoluten Fans des Formats, sondern haben seitdem die leise Ahnung, es hier mit dem Kern einer neuen, zeitgemäßen Bildungsbewegung zu tun zu haben. Dabei ist eines ganz klar geworden: Bildung muss nicht nur digital, sondern auch partizipativ gedacht und gelebt werden. Und es wird Zeit, das umzusetzen.</p>
<h3>Aula und die Bildungsdebatte</h3>
<p>Ich bin keine Bildungsexpertin. Als große Anhängerin von “Partizipationsthemen” in Theorie und Praxis, kam ich eigentlich erst vor etwa 2 Jahren über Marina Weisbands Plan, Mitbestimmung über eine Online-Plattformen an Schulen zu beleben, mit Bildungsthemen in Kontakt. Seit dem Sommer 2016/17 arbeitet das aula-Team (Marina Weisband, Daniel Schumacher und ich) bei politik-digital e.V. mit vier Pilotschulen in Deutschland, geben Workshops für SchülerInnen, LehrerInnen und versuchen, alle Beteiligten bei der Integration von aula in den Schulalltag zu unterstützen. Die Arbeit an den Schulen ist zugleich unglaublich bereichernd und anstrengend. Viele Dinge klappen in der Praxis nicht so wie zuvor geplant und gehofft: es kam und kommt immer wieder zu Verzögerungen und Phasen der Stagnation und des Motivationsverlustes.</p>
<p>Ein normaler Verlauf für “Projekte” aller Art, haben wir uns sagen lassen. Trotz oder vielmehr wegen dieser Erfahrungen sehen wir inzwischen deutlich, dass das, was wir mit aula machen, wirklich auf einen Bedarf stößt. Ein Bedarf der zwar in vielen, spezifischen Debatten diskutiert wird, aber bisher keine breite Öffentlichkeit gefunden hat.</p>
<p>Das, was bereits seit Monaten in unseren Köpfen, den Pilotschul-Klassenräumen und unserem politik-digital-Büro waberte, fand mit einem Mal einen lebendigen Ausdruck: Das Educamp in Bad Wildbad. Neben einer neuen Leidenschaft für dieses tolle, offene Format (#jetztnurnochbarcamps) mit ebenso engagierten wie inspirierenden Menschen und konstruktivem Input, nahmen wir vor allem neue Erkenntnisse mit. Erkenntnisse zum einen über unser Projekt selbst,  was wir bei unserem Ansatz bisher gut gemacht und was wir übersehen haben (ein weiterer Text dazu folgt).  Zum anderen Erkenntnisse darüber, wie neue und alte Herausforderungen in Bildung, Politik und Digitalisierung miteinander zusammenhängen und welchen Beitrag wir vielleicht dazu leisten können.</p>
<h3>Kernkompetenzen zeitgemäßer Bildung: Das 4K-Modell</h3>
<p>Auf dem educamp ist an vielen Stellen besonders eines deutlich geworden: Dass zeitgemäße Bildung sowohl digital als auch partizipativ organisiert sein muss, um jungen Menschen die Chance zu geben, offene, und kritische Erwachsene zu werden, die kreativ mit Herausforderungen umgehen und sich anderen Menschen gegenüber mitfühlend verhalten. Genau dazu kam eine besonders spannende und wegweisende <a href="https://ecbw17.educamps.org/session/e1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Diskussion nach dem Input</a> von <a href="https://mihajlovicfreiburg.wordpress.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dejan Mihajlovic</a> zum 4K-Modell des Lernens zustande.</p>
<p>Beim 4K-Modell werden die Fähigkeiten “Kommunikation, Kreativität, Kritisches Denken und Kooperation” vor dem Hintergrund aktueller, auch digitaler Herausforderungen als Kernkompetenzen verstanden, die jede und jeder braucht, um im im 21. Jahrhundert ein gutes Leben leben zu können. Dass dieses Modell deutlich über das hinausgeht, was aktuell an Fähigkeiten vermittelt wird, bestätigten nahezu alle Wortbeiträge der Diskussion nachhaltig. Insbesondere die Aussage eines Menschen, dem bei seinen einleitenden Worten “Ich komme aus der Wirtschaft” &#8211; bei aller Offenheit- zunächst der Stempel des Lobbyisten anhaftete. Was er dann sagte, war aber sehr spannend. Er arbeite bei HP und der Konzern habe wahnsinnige Probleme dabei, Nachwuchs zu finden. Er sprach von “stromlinienförmigen Lebensläufen”, von Menschen, die “ganz viel wissen, aber nicht arbeiten können” und nur auf “Selbstoptimierung und Egoismus” gepolt seien. Der darauf folgende Einwand, es sei “Interessant, dass so etwas jetzt aus der Wirtschaft kommt, weil Bildung ja gerade erst ökonomisiert wurde” spiegelte einen Teil der Verblüffung wider, die man in den Gesichtern lesen konnte.</p>
<p>Die Diskussion um das 4K-Modell macht eines sehr deutlich: Irgendwie laufen in der deutschen Schul- und Ausbildungslandschaft Theorie und Praxis aktuell überhaupt nicht zusammen. Weil Schulen kaum Räume dafür bieten, die mit 4K abgebildeten Kompetenzen zu erwerben und anzuwenden, muss sich etwas ändern und mindestens alle dort Anwesenden sind gewillt, diese Veränderungen mitzugestalten. Was das Educamp hier leisten kann, ist neben Netzwerken und Erfahrungsaustausch daher vor allem auch das Sammeln praktischer Erfahrungen. Weil in der Ausbildung von LehrerInnen wenig (bis keine) Zeit auf die Vermittlung von Kompetenzen in digitalen Bereichen und zeitgemäßer didaktischer Methoden verwendet wird, ist das educamp vor allem auch ein Labor für das Ausprobieren neuer, digitaler Tools (Artikel folgt). Und auch hier bewirkt die spontane Struktur des Barcamps, dass von der Einzel-Session für NeueinsteigerInnen rund um das Thema Digitales bis zur Spielwiese für Fortgeschrittene und Nerds nahezu alles möglich ist.</p>
<p>Daneben finden auch die notwendigen Meta-Diskussionen anhand praktischer Beispiele statt, von denen es nächstes Mal gerne noch mehr geben dürfte. Da gab es ein kontroverses Gespräch von  zu “Lobbyismus in der Bildung”, das mit der Frage endete, was eigentlich unsere eigenen “Bildungs-Interessen” von denen der “Menschen aus der Wirtschaft” qualitativ unterscheidet. Ist es das Geld? Ist es der Bildungsraum, der auch Schutzraum sein muss? Oder ist es am Ende so, dass  ein transparenter Umgang mit Lobbyismus und InteressensvertreterInnen sogar hilfreich für SchülerInnen sein kann, weil “Beeinflussung” überall stattfindet und sie so lernen, diese besser zu erkennen?</p>
<p>Dann gab es die Reflektionsrunde <a href="https://ecbw17.educamps.org/session/f3/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“Mit Medien über Medien nachdenken”</a>, in der sich die Anwesenden nach dem Beitrag von <a href="http://bildungsluecken.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Philosophielehrer Dominik Schöneberg</a> darüber austauschten, wie man innerhalb und außerhalb des Philosophieunterrichts kritisches Denken zu Medien verankern kann. In der lebhaften Session von <a href="https://dotcomblog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Guido Brombach</a> ging es um <a href="https://ecbw17.educamps.org/session/j2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“Das Digitale und das Politische”</a>. Hier wurde es richtig “meta” – denn Guidos Kernthese: “Wir versuchen, das Digitale mit dem Analogen zu erklären und laufen damit Gefahr, ein falsches Bild zu bekommen” ist ebenso wahr wie schonungslos. Auch wenn manche es sich ganz offen oder insgeheim wünschen: Das Digitale geht nicht mehr weg und ist auch nicht getrennt von der sogenannten “Analogen Welt”. Deswegen ist es wichtig, die spezifische Dynamik des Digitalen in allen Lebensbereichen und in der Bildung im Speziellen zu verstehen und in die Praxis zu integrieren.</p>
<h3>Eine neue Bildungsbewegung?</h3>
<p>Es mag einem Barcamp- und Bildungseinsteigerinnen- Enthusiasmus geschuldet sein, aber ich habe das Gefühl, hier mit Menschen in Kontakt gekommen zu sein, die Teil einer neuen, eben zeitgemäßen Bildungsbewegung sind. In jedem Fall gibt es wirklich viel zu tun. Und weil das so ist, versteht sich dieser Text als erster Beitrag und Einstieg von politik-digital und dem aula-Team  in die Debatte um zeitgemäße Bildung.</p>
<p>Was in jedem Fall folgt, ist ein Beitrag zum Stand von “aula” und der Bedeutung von Partizipation innerhalb der Debatte sowie ein Überblick über digitale Tools, die wir inzwischen kennen gelernt haben.  Darüber hinaus möchten wir einige Beobachtungen teilen, die wir während der Praxisphase von aula gemacht und die sich beim Educamp zu Thesen verstetigt haben. Diese Thesen betreffen die aktuellen Herausforderungen von LehrerInnen und SchülerInnen im deutschen Bildungssystem. Und weil eine Debatte von kontroversen Beiträgen lebt, sei an dieser Stelle bereits erwähnt, dass wir uns über künftige Gastbeiträge genauso freuen wie über Kritik, Ergänzungen und konstruktive Gegenrede.</p>
<h3>Titelbild: @frausonnig via <a href="https://twitter.com/frausonnig/status/858748497725718528/photo/1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">twitter </a></h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Ohne bessere Finanzierung der Zivilgesellschaft scheitert der digitale Wandel</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/ohne-bessere-finanzierung-der-zivilgesellschaft-scheitert-der-digitale-wandel-149648/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2016 12:29:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wann haben Sie das letzte mal für eine digitalpolitische Initiative gespendet? Wissen Sie, welche Mittel die digitale Zivilgesellschaft in Deutschland [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/globe_pixabay.jpg" rel="attachment wp-att-149197"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149652 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/globe_pixabay.jpg" alt="globe by geralt via pixabay licensed CC0" width="642" height="316" /></a>Wann haben Sie das letzte mal für eine digitalpolitische Initiative gespendet? Wissen Sie, welche Mittel die digitale Zivilgesellschaft in Deutschland hat, im Vergleich mit Tierschutzorganisationen, dem ADAC oder ihrem Sportverein? Weil die Digitalisierung so rapide und tiefgreifend in unsere Gesellschaft eingreift, darf diese nicht nur von politischen und wirtschaftlichen Interessen alleine getrieben sein, es braucht auch eine starke Zivilgesellschaft, damit Deutschland die digitale Transformation erfolgreich und fair gestalten kann. Eine starke Zivilgesellschaft sichert Teilhabe großer Teile der Bevölkerung und schützt die Grundrechte. Dafür braucht sie eine solide Finanzierung, doch daran mangelt es.</p>
<p>Die Zivilgesellschaft aggregiert gesellschaftlichen Willen und Expertise abseits parteipolitischer Zwänge und wirtschaftlichen Interessen. Diese meist ehrenamtliche Arbeit kostet Geld. Die Vorstellung, der Motor unserer lebhaften Zivilgesellschaft würde allein von der Motivation und dem Schweiß selbstloser Idealisten angefeuert, ist ein Trugschluss. Gleichwohl mischen sich heute so viele Menschen ein wie nie zuvor. Viele ehrenamtlich engagierte Menschen tun dies zusätzlich zu einer Erwerbstätigkeit, und haben oft mehr als nur ein gemeinnütziges Amt inne. Den meisten Organisationen der digitalen Zivilgesellschaft mangelt es an Ressourcen, um ihrer gesellschaftlichen Rolle nachhaltig und konsequent nachzugehen. Dabei ist eine aktive Zivilgesellschaft neben einer unabhängigen Presse ein ganz wesentlicher Bestandteil von Demokratie und Pluralismus, vor allem in Zeiten des Wandels.</p>
<h3>Ohne Ressourcen keine Ideen</h3>
<p>Mangelnde Ressourcen für die politische Arbeit und für Herausforderungen bei der kritischen Durchleuchtung der Treiber und Profiteure Wandels der Gesellschaft, fehlende professionelle Koordination, Ressourcenmangel bei der Sicherstellung der Nachhaltigkeit von zivilgesellschaftlichen Engagement, Talentschwund und brachliegende Projektideen oder verpuffende Wirkung großartiger Ideen sind nur ein paar der Folgen. Vor allem in neueren Themenbereichen wie der Digitalisierung tun sich Vereine, Stiftungen und Initiativen besonders schwer, nachhaltig Mittel zu akquirieren.</p>
<p>Dies hat fatale Folgen für unser Land, denn nur eine aktive Zivilgesellschaft kann der Politik als fähiger Partner zur Seite stehen, gesellschaftlich nicht wünschenswerte Tendenzen kontrastieren und Gegengewicht für kurzfristige kommerzielle Agenden sein. Die Zivilgesellschaft ist meist getrieben von Idealen und langfristigen Vorstellungen, während viele Politiker und Konzerne in der Regel kurzsichtig agieren und die gesamtgesellschaftlichen Interessen nicht in dem gebotenen Maß berücksichtigen.</p>
<p>Beispiel Frequenzauktion: Als Rundfunkfrequenzen durch die Abschaltung des analogen Fernsehens frei wurden, kamen bei der Auktion nur eine Handvoll großer Konzerne zum Zug, Zivilgesellschaftliche Initiativen wie Freifunk nicht. Überlegungen, diese Bandbreiten zum Erschließen von vom Internet ausgeschlossener Regionen zu nutzen (<a href="http://www.mabb.de/presse/neuigkeiten/details/studie-wi-fi-innovation-durch-offenes-spektrum.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie es beispielsweise in der snv-Studie dargelegt wird</a>), wurden ignoriert. Der digitale Wandel birgt reihenweise unglaublich wichtige Themen und Chancen, die für unsere Gesellschaft langfristig von immenser Bedeutung sind. Doch im Gegensatz zu etablierten Politikfeldern gibt es keine ausreichend einflussreiche Stimme aus der Zivilgesellschaft für die digitalen Themen, die so neu, abstrakt oder technisch sind, dass es häufig noch keine klassisch institutionelle Kapazitäten dafür zur Verfügung stehen.</p>
<h3>Die Interessensgruppen einbeziehen</h3>
<p>Neben der Wissenschaft und Forschung legt die transparente und vielfältige Beeinflussung von Politik durch Interessengruppen die intellektuelle Basis für politisches Handeln. Zu letzterem gehört auch eine gesunde, starke Zivilgesellschaft ähnlich wie etwa in den Bereichen Naturschutz, Bildung oder Sport, um gesellschaftlichen Ideen und Wünschen politisches Gehör zu verschaffen oder verschaffen wollen – Deutschland hat beim digitalen Wandel viel aufzuholen. Das können wir nur zusammen mit den vielen in der Gesamtgesellschaft verstreuten Gestaltern schaffen. Politik und der Wirtschaft müssen diese Gestalter auch institutionell einbeziehen. Notwendig ist auch auf den traditionellen Feldern der Zivilgesellschaft mehr Bewusstsein für digitale Themen. Beides zusammen kann auch die Finanzierungsproblematik mindern.</p>
<p>Das Magazin Politik Digital hat 2014 exemplarisch eine <a href="http://politik-digital.de/news/spenden-im-netz-fuers-netz-ein-ueberblick-140482/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Umfrage</a> in der Vereinswelt Berlins gestartet und sich erkundigt, wie es um die Finanzierung der digitalen Szene bestellt ist. Das Ergebnis: schlecht. Zwei Jahre später sieht es kaum besser aus. Während sich in anderen Ländern auch im Bereich der Digitalen Transformation längst eine Professionalisierung der Zivilgesellschaft entwickelt, wie man sie in hierzulande noch am ehesten aus dem Sportbereich kennt, sieht es in Deutschland eher mau aus.</p>
<h3>Kaum eine Chance für die digitale Szene</h3>
<p>Es braucht aber dringend mehr Bewusstsein bei Geldgebern und Bürgern für die Notwendigkeit, den digitalen Wandel auch zivilgesellschaftlich viel stärker zu fördern, damit dieser Bereich langfristig arbeiten kann und die teils horrenden Belastungen einzelner Freiwilliger besser zu stützen vermag. Der digitale Wandel scheint den Deutschen aktuell einfach zu wenig Wert zu sein. <a href="http://www.konradlischka.info/2015/01/blog/digitalegesellschaft/wie-viel-digitale-ngos-deutschen-niederlaendern-und-franzosen-wert-sind/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konrad Lischka hatte das mal pro Kopf umgerechnet</a>, die Situation heute ist wohl noch nicht besser.</p>
<p>Auch wenn sich in Deutschland kurzfristig wohl kaum einzelne Großspender für abstrakte digitalpolitische Themen und Initiativen finden werden, ist es dennoch notwendig, die Suche nach Mäzenen nicht aufzugeben. Genauso wie sich diverse industriegetragene Stiftungen etabliert haben, um die heutige Bundesrepublik gesellschaftlich mit zu gestalten, brauchen wir auch in den “neueren” Wirtschaftsbereichen mehr, größeres und vielschichtigeres Engagement in den finanziellen Größenordnungen von Mohn, Quandt, Krupp oder Albrecht. Darüber hinaus müssen sich auch öffentliche Fördermittelstrukturen stärker wandeln und den neuen Gegebenheiten anpassen.</p>
<p>Die Digitalisierung verlangt schnellere Finanzierungsvehikel, mehr Flexibilitäten, interdisziplinäre Ansätze und ein höheres Maß an Riskofreudigkeit, egal ob Investitionen, Grants oder Kofinanzierung durch die öffentliche Hand. Zu viele Gelder sind heute an unflexible und starre Fördervorgaben der analogen Welt geknüpft, die weitgehend in den Logiken der 80er Jahre verhaftet sind. Ganz konkret müssen in diesem Zusammenhang auch gesetzliche Bestimmungen her, um den Umgang mit öffentlich geförderten Unterfangen zukunftssicher, fair und transparent zu gestalten. Dazu gehören mehr flexible Ressourcen, aber auch Regelungen, die öffentlich gefördertes Wissen und wissenschaftliche Erkenntnisse für alle zugänglich machen.</p>
<h3>Profi-Kampagnen statt verschleierter Lobbyarbeit</h3>
<p>Die Unabhängigkeit von gemeinnütziger Arbeit darf auch in den digitalen Politikbereichen nicht unter einseitig vorhandenen Mittelstrukturen leiden. Wie bei allen anderen Themen erleben wir auch bei der Digitalisierung starke Interessenskonflikte, institutionelle ausgetragene Eigeninteressen oder verpackte Lobbyarbeit. Ein wichtiges Gegengewicht dafür ist eine professionellere Kampagnenarbeit, größere Sponsoring-Bereitschaft bei Unternehmen jenseits der großen IT-Multis und vor allem Spendenbereitschaft bei Einzelpersonen. All dies hängt stark miteinander zusammen, denn ohne entsprechende Aufklärungsarbeit bleibt die Komplexität digitaler Themen weiterhin ein großes Hindernis für breite Zugänglichkeit. Diese Aufklärungsarbeit kostet Ressourcen.</p>
<p>Auf einem Barcamp Mitte August, initiert von den beiden Autoren dieses Artikels, Christian Heise (u.a. Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. und Förderverein freie Netzwerke e.V.) und Sebastian Haselbeck, soll erstmals dezidiert darüber gesprochen werden, wie sich die digitale Zivilgesellschaft bei der Finanzierung nachhaltiger aufstellen kann und welche Folgen, Auswirkungen und Einfluss von Tätigkeiten im Spannungsfeld zwischen Ehrenamt und Beruf entstehen. Das Unconference-Konzept wird derzeit noch in einem <a href="https://pad.okfn.org/p/wmuegr" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Etherpad</a> finalisiert. Darin heisst es aktuell:</p>
<blockquote><p><em>„Auch wenn mit der (digitalen) Zivilgesellschaft meist der Raum zwischen Staat, Wirtschaft und Gesamtgesellschaft gemeint ist, ist dieser Bereich aus vielen Gründen nicht wirtschaftsfrei. Professionelles zivilgesellschaftliches Engagement braucht eine stabile Finanzierung, um politische und legislative Prozesse langfristig begleiten zu können. Verglichen mit Bereichen wie etwa dem Umwelt- und Naturschutz ist die Spendenbereitschaft und -kapazität der Zivilgesellschaft beim Thema digitale Bürgerrechte deutlich geringer. Jeder neue Akteur in diesem Feld verschärft den ohnehin bestehenden Wettbewerb um finanzielle Ressourcen noch weiter. Auf der Suche nach neuen Geldquellen rücken auch Wirtschaftsunternehmen in das Blickfeld digitaler Bürgerrechtsgruppen. Auf dieser Unconference soll sich alles um die Fragen nach den möglichen Grenzen, Auswirkungen und Folgen wirtschaftlicher Durchdringung der (digitalen) Zivilgesellschaft drehen. Fragen wollen wir auch nach den Folgen und Auswirkungen beruflicher und ehrenamtlicher Tätigkeit zivilgesellschaftlicher Akteure sowie nach ethischen Aspekten der ehrenamtlichen Arbeit im digitalen Zeitalter.“</em></p></blockquote>
<p>Interessierte können sich zur Teilnahme bereits per Facebook Event, im Pad oder per E-Mail anmelden. Vorschläge für einen Tagungsort sind natürlich noch willkommen. Auf der Veranstaltung sollen idealerweise Diskussionen darüber stattfinden, welche ethischen Grundsätze beim Sponsoring wichtig sind, wie Ehrenamt, Beruf und Privatleben vereinbar sind, wie groß die potentielle Konkurrenz um die wenigen Finanzmittel ist, wie erfolgversprechend thematische Fokussierung von Organisationen sein könnte und vor allem, wie bessere Außenkommunikation beim Fundraising helfen kann. Besondere Aufmerksamkeit könnte auch der Frage zukommen, welche hybriden Modelle aus GmbHs, Investoren, Stiftungen und Vereinen möglicherweise zukunftsweisend sein könnten.</p>
<p><em>Dies ist ein Crosspost von Netzpiloten.de. Der Artikel ist zuerst <a href="http://www.netzpiloten.de/finanzierung-zivilgesellschaft-digitaler-wandel/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort</a> erschienen und eine Gemeinschaftsarbeit von <a href="http://politik-digital.de/user/shaselbeck/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sebastian Haselbeck</a> und <a href="http://politik-digital.de/user/cheise/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christian Heise</a>.<br />
</em></p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/globe-women-slide-come-closer-489519/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Globe</a> by </span><a href="https://pixabay.com/en/users/geralt-9301/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span class="licensetpl_attr">geralt</span></a><span class="licensetpl_attr"> via <a href="https://pixabay.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a> licenced <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Hilft das Internet gegen Bürgerfrust?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Apr 2016 12:19:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vor kurzem hielt ich unter diesem Titel einen Vortrag vor engagierten Bürgern in Lübeck. Dies geschah nicht, wie man vielleicht [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/sprechblasen-rechteck-kommunikation-by-geralt-via-Pixabay-licensed-CC0-e1460630590478.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-148959" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/sprechblasen-rechteck-kommunikation-by-geralt-via-Pixabay-licensed-CC0-e1460630590478-630x277.jpg" alt="sprechblasen-rechteck-kommunikation by geralt via Pixabay licensed CC0" width="630" height="277" /></a>Vor kurzem hielt ich unter diesem Titel einen Vortrag vor engagierten Bürgern in Lübeck. Dies geschah nicht, wie man vielleicht zur Zeit vermuten könnte, vor dem Hintergrund der Diskussion um PEGIDA oder Facebookhetzer, sondern es wurde diskutiert, ob und wie Online-Bürgerbeteiligung und -Bürgerservices helfen können, den allgemeinen Bürgerfrust zu mindern. Das Interessante ist, man kann das eine nicht mehr ohne das andere diskutieren, auch wenn es auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun hat.</p>
<br/><div class="subcolumns">
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Die These dazu ist, dass wir derzeit eine Form von Online-Bürgerbeteiligung erleben, wie es sich die Organisatoren und Unterstützer niemals vorgestellt oder gewünscht hätten. Zur Zeit müsste man deswegen die Titelfrage mit einem Nein beantworten. Das Internet hilft nicht gegen Bürgerfrust, sondern es befördert ihn sogar. Hass und Frust, der sonst unterhalb unserer Wahrnehmungsschwelle lag, wird auf einmal sichtbar und wir erschrecken aufgrund der Intensität dieser „Meinungen“ und der Masse an Wutbürgern, die auf einmal in nächster Nähe zu uns in den sozialen Netzwerken auftauchen.</p>
<p>Ganz so pessimistisch und negativ möchte ich es aber nicht stehen lassen. Denn es gibt eine Reihe von positiven Gegenbeispielen. Soziale Medien helfen auch, Vorurteile und Falschmeldungen zu widerlegen, dem Engagement eine Plattform zu geben, Hilfe zu koordinieren und Menschen miteinander zu vernetzen. Aber was wird hängenbleiben, an was werden wir uns in fünf Jahren erinnern?</p>
<p>Wir dürfen deswegen aufgrund der jetzigen schwierigen Situation nicht aufgeben, konstruktive Bürgerbeteiligung zu forcieren. Politik und Verwaltung müssen transparenter werden und mehr Angebote machen. Das Internet kann dazu eine Menge beitragen und tut dies bereits. Es gibt gerade auf kommunaler Ebene eine Menge guter Projekte, die zeigen, das eine konstruktive Beteiligung sowohl der Politik als auch den Bürgerinnen und Bürgern hilft. Deswegen kann es kein Argument sein, dass dort zu wenige mitmachen, sondern die derzeitige Situation muss ein Ansporn sein, dass alle Formen von Beteiligung besser werden müssen, aber auch, dass sie Zeit und Ressourcen benötigen.</p>
<p>Ob wir damit den „Bürgerfrust“ abbauen sei dahingestellt. Der hat meistens sowieso andere Gründe. Und da kann dann wiederum auch das Internet nicht helfen.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/de/users/geralt-9301/">Geralt</a> via  <a href="https://pixabay.com/">Pixabay </a>unter <a href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CCO</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="378" height="66" /></a><br />

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		<title>Zwischen Social Network und Polit-Tinder: Was kann die neue Plattform Brigade?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/test-soziales-netzwerk-brigade-146285/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Löser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jun 2015 15:22:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[soziales Netzwerk]]></category>
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					<description><![CDATA[In Deutschland scheint der Graben zwischen Politikern und Bürgern immer größer zu werden. Das liegt nicht zuletzt an den Bürgern, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Abstimmung.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-146286" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Abstimmung.jpg" alt="Abstimmung" width="640" height="276" /></a>In Deutschland scheint der Graben zwischen Politikern und Bürgern immer größer zu werden. Das liegt nicht zuletzt an den Bürgern, die ihre Meinung immer seltener kommunizieren. Weil das in den USA ähnlich ist, hat der ehemalige Facebook Präsident und Napster-Mitbegründer Sean Parker <em>„Brigade</em>“ vorgestellt. Das soziale Netzwerk soll durch griffige politische Statements Meinungsbilder der Bürger einfangen. Wir haben die Handy-Applikation getestet.</p>
<p>Noch immer ist Sean Parker eng mit Facebook-Gründer Marc Zuckerberg verbunden. Doch im Gegensatz zu seinem Kumpel ist Parker davon überzeugt, dass Facebook nicht das richtige Medium sei, um seine politische Identität preiszugeben: „Auf Facebook gibt es einfach bestimmte soziale Normen, die du befolgst, und sie bestimmen, was du teilst und wann du es sein lässt.“ Für die Wiederbelebung der öffentlichen politischen Debatte sei ein soziales Netzwerk dennoch die beste Möglichkeit, weshalb Parker nun mit Brigade aufwartet.</p>
<p>Der Zutritt zur Beta-Version erfolgt bisher zwar nur per Einladung, doch muss das niemanden abschrecken. Über <a href="http://www.brigade.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.brigade.com</a> kann man unter Angabe seiner Emailadresse auch einen Einladungslink anfordern. Das funktioniert allerdings nicht automatisiert und so muss man eventuell ein wenig warten, bis die Entwickler in Kaliforniern ausgeschlafen haben.<img decoding="async" class=" size-full wp-image-146290 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Trendingtopics.jpg" alt="Trendingtopics" width="240" height="257" /></p>
<p>Wer wie ich selbst den Bestätigungslink erst gegen Mitternacht unserer Zeit erhält, läuft Gefahr, das Licht mal wieder später als geplant auszuschalten, weil es überraschend Spaß macht sich zu positionieren. Nach Angabe einiger persönlicher Informationen (Name, Geschlecht, Geburtsdatum und Herkunftsort) geht es direkt los. Unter „Trending Topics“ findet man auf der Startseite Sammlungen von Statements zu aktuellen Themen wie dem von Republikaner Rand Paul vorgeschlagenen <a href="http://www.vox.com/2015/6/19/8810269/rand-paul-flat-tax" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einheitssteuersatz</a> oder dem rassistisch motivierten <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/attentat-kirche-charleston-103.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Massaker</a> in Charleston. Dabei stößt man unweigerlich auch auf Aussagen, zu denen man als Nicht-Amerikaner nicht allzu viel zu sagen hat. Aber nur weil ich über TTP (Der TTIP-Version für den Pazifik-Raum) noch weniger weiß als über TTIP, entscheide ich mich noch lange nicht für „unsure“, sondern gebe fleißig mein „agree“ oder „disagree“. Auch wenn man seine Enthaltung begründen kann (übrigens genauso wie eine Zustimmung oder Ablehnung), fühlt sich Meinungslosigkeit einfach nicht gut an. Und so klickt man sich immer weiter durch, bis es auf einmal wieder nach eins ist und die Augen vor Müdigkeit schwer werden.</p>
<h3>Als Soziales Netzwerk enttäuscht Brigade bisher</h3>
<p>Am nächsten Morgen werfe ich noch einen Blick in mein Profil und muss mit Bedauern feststellen, dass die Anzahl meiner Supporter noch recht übersichtlich ist, will sagen: Null. Aber wozu braucht man eigentlich Supporter? Gegenseitige Unterstützung ist dann sinnvoll, wenn man politisch auf einer ähnlichen Linie ist. Beim Besuch anderer Profile wird ein prozentualer Wert angezeigt, in welchem Ausmaß die Nutzer Meinungen teilen – ganz allgemein, aber auch auf Themenbereiche wie Außenpolitik, Minderheitenrechte oder Gesundheitssystem heruntergerechnet. Für die Statistiker unter uns ist auch ersichtlich, wie viele gleiche Statements bewertet wurden. Das erhöht die Aussagekraft deutlich. Wegen all dieser schönen Übersichten bin ich dann aber doch ein wenig enttäuscht, dass mir keine fremden Nutzer mit ähnlichen Anschauungen vorgeschlagen werden. Ein soziales Netzwerk mit beschränkten Möglichkeiten sich zu vernetzen? Das scheint mir nicht so ganz im Sinne des Erfinders, aber noch handelt es sich ja auch nur um eine Beta-Version. Um nicht ohne Supporter dazustehen, durchstöbere ich nochmal mein Telefonbuch (Wo habe ich eigentlich mein Einverständnis zum Zugriff gegeben?) und schicke Einladungen raus. Sobald ich ein paar Bekannte zur Teilnahme motiviert habe, werfe ich nochmal einen Blick auf den sozialen Charakter der als Social Network angepriesenen Applikation.<img decoding="async" class=" wp-image-146287  alignright" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Campaign.jpg" alt="Campaign" width="180" height="320" /></p>
<h3>Hoffnung für unpopuläre Kampagnen</h3>
<p>Wer in einem Themenbereich bestimmte Zustimmungswerte überschreitet, erhält automatisch Vorschläge für passende Kampagnen, die es sich zu unterstützen lohnt. Deshalb unterstütze ich nun „Defend the Free and Open Internet“ und „End Climate Change Denial“. Beide Kampagnen haben mit Unterstützern im unteren dreistelligen Bereich vermutlich noch nicht allzu viel Gewicht in Washington, das sollte bei einer Beta-Version allerdings nicht verwundern. Auf meiner Startseite werden mir jetzt Posts oder Links zu Unterschriftenaktionen angezeigt. Es ist gut vorstellbar, dass Brigade bei entsprechender Nutzerzahl eine formidable Möglichkeit für Kampagnen bieten wird, sich einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren.</p>
<p>Die „Trending Topics“ arbeite ich mittlerweile schneller ab als neue erscheinen. Deshalb nehme ich mir für die einzelnen Statements mehr Zeit und kommentiere meine Meinung hin und wieder. Das tun auch einige andere Mitstreiter und so entwickeln sich unter besonders kontroversen Thesen regelrechte Diskussionen. Statt des von Facebook bekannten „Like“-Systems, kann man Begründungen der Nutzer hochwählen, sodass sie in der Anzeige weiter nach oben rutschen. Trotz der drei Supporter aus meinem Freundeskreis, die ich mittlerweile anwerben konnte, liegt mein „Impact Score“ (Bewertung des Einflusses des Nutzers im Netzwerk) noch immer konstant bei Null. Dabei wurden immerhin schon vier Begründungen von mir hochgewählt. Nicht dass mir mein Einfluss sonderlich wichtig wäre, aber eine transparente Erklärung, wie genau man an Einfluss gewinnt, wäre auch zur Evaluierung hilfreich gewesen.</p>
<h3>Meinungsfang Hui, Social Network Pfui</h3>
<p>Brigade wird mit dem Ziel entwickelt, die Amerikaner zu größerer politischer Teilhabe zu motivieren. Das geht laut Parker am einfachsten mit einer Online-Plattform, auf der die Bürger bereitwillig ihre Meinung kundtun. Die Erfahrungen mit der Beta-Version haben den Eindruck vermittelt, dass Brigade dieses Ziel erreichen kann. Je kontroverser das Statement, desto mehr Begründungen waren darunter zu finden. Das Konzept motiviert allerdings auch diejenigen, die ihre Meinung nicht ausschweifend begründen möchten. Der Neugier reicht meist schon der Vergleich mit den übrigen Wählern. Wie von selbst erhält man als Bürger einen Überblick über Themenbereiche, die aktuell von Bedeutung sind oder das noch werden könnten. Gewinnt Brigade ausreichend Nutzer, ist es nicht nur für Kampagnen interessant sondern auch für Meinungsforschungsinstitute und sogar Politiker, die mit relativ wenig Aufwand ein Meinungsbild einfangen können.</p>
<p>Doch das Netzwerk offenbart auch eklatante Schwächen. Im jetzigen Entwicklungsstand ist es leider nicht möglich, unbekannte Nutzer mit gleichen Interessen aufzutun und zu unterstützen. Es ist auch nicht offensichtlich, wie genau man seinen Einfluss im Netzwerk erhöhen kann. Der soziale Charakter des Netzwerks wird letztendlich jedoch der entscheidende Faktor sein, Brigade auch für eine breitere Öffentlichkeit attraktiv zu machen. Gelingt es den Entwicklern noch, an den richtigen Stellschrauben zu drehen, wird Brigade zwar nicht den politischen Diskurs auf ein neues Level haben. Doch kann das Netzwerk dabei helfen, den Bürgern wieder mehr Mut zu politischen Statements im öffentlichen Raum zu geben. Ob es Brigade tatsächlich zu Relevanz bringen wird, hängt dann jedoch ganz stark davon ab, dass sich nicht nur politisch interessierte Bürger durch die Statements klicken, sondern auch diejenigen, die sich der politischen Teilhabe bisher weitgehend entzogen haben.</p>
<p>Bilder: <a href="https://www.flickr.com/photos/joachim_s_mueller/7229362338/in/photolist-c1Qnyf-c1Qnpo-c1Quwb-c1QmSd-98yhHE-c1Qo4m-kWmTvn-6YHKy-kWnRxJ-6DS1zK-6DWarQ-6DS1wZ-cpgC3Q-bkLEpq-c1QqEu-c1Qqx9-c1QnTL-r2JTHk-kWmSqr-kWmfhM-kWmRCV-c1Qtey-kWmPsx-bkLCwW-kWnJSQ-kWmLce-kWmNvT-kWmQaV-kWmLST-dfmZ8R-dHej4H-cemg55-kWnKjb-8j4nZX-8j7C8q-8j4nPF-aEAdJs-c1QnGu-dfnaMj-ejj2Po-dfneBM-pxjedp-9eC5Zu-9tbWWY-9dJjbe-9dJjba-9dJjb6-MZjEX-q5Qr4c-2S1Krf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Joachim S. Müller</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(BY-NC-SA 2.0)</a>, Screenshots</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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