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	<title>Digitalisierungspolitik &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Digitalisierungspolitik &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Digitalisierung als Diskriminierungstreiber? Wie Algorithmen strukturelle Ausgrenzung reproduzieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hannah Clar]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Aug 2022 10:31:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Stellen Sie sich vor, Sie sind eine Frau und sowohl Sie als auch Ihr Mann fühlen sich körperlich krank. Sie geben beide die gleichen Symptome bei einer Gesundheitsapp ein, um über das Krankheitsbild aufgeklärt zu werden. Ihrem Mann wird empfohlen sich von einem Arzt untersuchen zu lassen, Ihnen hingegen reicht laut der App etwas Bettruhe aus. Woran kann das liegen? Es ist keine Neuigkeit, dass auch in verschiedenen medizinischen Aspekten Sexismus reproduziert wird und Frauen die Ernsthaftigkeit ihres Leidens abgesprochen wird, dies belegen mehrere Studien (bspw. <a href="https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/nejm199907223410401">¹</a> <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12913047/">²</a> <a href="https://www.who.int/news-room/questions-and-answers/item/gender-and-health">³</a> ). Aber in diesem Fall hat ein ganz rationales und objektiv handelndes Programm die Entscheidung getroffen, oder? Nicht wirklich! Mit der sich immer schneller entwickelnden Digitalisierung, macht sich auch die Diskriminierung, in digitalen Räumen breit. Doch während der bewusste „Hass im Netz” bereits öffentlich wirksam thematisiert und teilweise bekämpft wird, sorgt programmierte Diskriminierung für eine viel breiter Gefächerte, wenn auch oft nicht direkt zu erkennbare, Einschränkung im alltäglichen Leben.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die aus der analogen Welt bekannten Formen der Diskriminierung, bspw. aufgrund von Geschlecht, Ethnie oder Sexualität, treten in der digitalen Welt in neuer Art und Weise zu Tage. Neben offensichtlicher, meist bewusst verübter Diskriminierung, wie Hasskommentare und Beiträge, kommt es zunehmend zu passiver Ausgrenzung durch Algorithmen, welche schlichtweg das unbewusst diskriminierende Verhalten der Menschen, die sie entwickelt haben bzw. nutzen reproduzieren und teilweise auch verstärken. Beispiele, für diese programmierte Diskriminierung gibt es zuhauf. In der Netflix-Dokumentation <a href="https://www.netflix.com/watch/81328723?trackId=255824129&amp;tctx=0%2C0%2CNAPA%40%40%7C148935e1-553a-4d62-b41b-7734d4ffc5f4-102622036_titles%2F1%2F%2Fcoded%20bias%2F0%2F0%2CNAPA%40%40%7C148935e1-553a-4d62-b41b-7734d4ffc5f4-102622036_titles%2F1%2F%2Fcoded%20bias%2F0%2F0%2Cunknown%2C%2C148935e1-553a-4d62-b41b-7734d4ffc5f4-102622036%7C1%2C%2C">„Coded Bias“</a> (zu Deutsch: Vorprogrammierte Diskriminierung), erklärt Joy Buolamwini, Programmiererin im MIT Media Lab, wie ihr Gesicht von einem Gesichtserkennungsprogramm, erst durch das Tragen einer weißen Maske erkannt wurde. Buolamwini ist Schwarz und die dunklere Farbe ihrer Haut konnte von dem Programm nicht erkannt werden, weil seine Programmierer*innen dem Algorithmus eine Datenbank mit mangelnder Diversität zugrunde legten. Das heißt, damit der Algorithmus fähig ist, Gesichter zu erkennen, müssen ihm möglichst viele Bilder von Gesichtern als Lernmaterial zu Verfügung gestellt werden. Da die Programmier-Szene aber hauptsächlich von weißen Männern dominiert wird, wurde höchstwahrscheinlich schlichtweg nicht berücksichtigt auch bzw. genügend Gesichter von nicht-weißen Frauen und Männern in die Datenbank einzuspeisen. Hier geht es also weniger um gewollte Ausgrenzung, vielmehr wird von sich selbst, als die gesellschaftliche Norm ausgegangen und „Abweichungen“ davon werden häufig vergessen.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><strong>Das Problem der fehlenden Transparenz</strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Dies ist nur eines von vielen Beispielen zu programmierter Diskriminierung. Doch während eine nur beschränkt funktionierende Gesichtserkennung schnell zu entdecken ist, gibt es Algorithmen bei denen eine potenziell diskriminierende Programmierung zunächst überhaupt nicht in Betracht gezogen, geschweige denn erkennbar ist. So arbeitete Amazon zeitweise mit einem Programm, welches eine Vorauswahl bei den eingeschickten Bewerbungen treffen sollte, um den Auswahlprozess zu beschleunigen oder zumindest zu erleichtern. Auch dieser Algorithmus wurde vorab mit Daten gefüttert. In diesem Fall, mit den Attributen von Personen, die in der Vergangenheit eingestellt wurden und sich erfolgreich im Unternehmen etablierten. Dieses Vorgehen führte dazu, dass das Programm größtenteils weiße Männer als Kandidaten vorschlug, da die zuvor von Menschen getroffenen Entscheidungen schlichtweg reproduziert wurden. Für die Bewerber*innen war dieser Prozess allerdings völlig undurchsichtig, durch die jeweils individuelle Ablehnung, konnte das Muster dahinter nicht bemerkt werden. Es besteht also zunehmend die Gefahr, nicht aufgrund von mangelnden Qualifikationen, sondern durch unfaire Algorithmen einen Job nicht zu bekommen.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span>Wer übernimmt die Verantwortung?</p></span><span><p></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Natürlich sind diese Beispiele auch der Politik und dem Staat nicht verborgen geblieben. Seit einiger Zeit widmet sich deswegen auch die im Familienministerium angesiedelte <a href="https://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/ueber-uns/ueber-uns-node.html">Antidiskriminierungsstelle des Bundes</a> (ADS) dem Thema. Die ADS berät Menschen, die Diskriminierung erfahren haben, klärt durch leicht zugängliche Artikel und Videos auf, führt Forschungsprojekte durch bzw. gibt diese in Auftrag und formuliert aus den Ergebnissen Handlungsvorschläge für die Politik. Zudem unterstützt sie verschiedene Nicht-Regierungsorganisationen, welche sich ebenfalls der Bekämpfung unterschiedlichen Aspekten von Diskriminierung widmen. Zu diesen von der ADS unterstützten NRO zählt auch <a href="https://algorithmwatch.org/de/">AlgorithmWatch</a>, die sich auf die Beobachtung, Analyse und Bewertung von Algorithmen spezialisiert haben.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Aber das Melden dieser diskriminierenden Vorfälle, sofern sie überhaupt entdeckt werden, führt meist zu keinerlei Konsequenzen für die Anbieter oder Unternehmen. Viele Opfer von digitalisierter Diskriminierung geben sich meist mit einer Entschuldigung oder Schmerzensgeld zufrieden, auch weil sie Angst haben, dass ein tatsächlicher Gerichtsprozess viel Zeit, Energie und Geld kosten würde. Obwohl es bereits Organisationen wie AlgorithmWatch gibt, die durch intensive Recherche und <a href="https://unding.de/">Diskriminierungs-Melde-Tools</a>  auf die Problematik aufmerksam machen, kann es nur durch flächendeckend staatliches Eingreifen, bzw. durch Präventivmaßnahmen zu einer tatsächlichen Besserung der Situation kommen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>AlgorithmWatch veröffentlichte am 10. Februar 2022 den <a href="https://algorithmwatch.org/de/digital-autonomy-policy-brief-5/">Policy-Brief #5</a>, der neben einer detaillierten Darstellung der programmierten Diskriminierung auch klare Lösungsansätze formulierte und Forderungen an die aktuelle Bundesregierung stellte. Und tatsächlich findet man in dem aktuellen Koalitionsvertrag die Ankündigung, dass das Allgemeine Gleichstellungsgesetz auf den digitalen Raum ausgeweitet werden soll. Ein wichtiger Schritt, der eine stabilere rechtliche Grundlage für juristische Verfahren schaffen würde und sowohl von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) als auch von AlgorithmWatch als sinnvollen Schritt erachtet wird.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Nachfragen bei der ADS, welche Ziele und Zukunftspläne bestehen und inwiefern der die Ankündigung der neuen Regierung bereits Einfluss auf ihre Arbeit genommen hat, blieben leider unbeantwortet. Die Entscheidung, über welches Budget die ADS künftig verfügt, liegt im Bundestag bzw. bei der derzeitigen Regierung. Diese hat in ihrem Koalitionsvertrag angegeben, sie wolle effektiver gegen Diskriminierung vorgehen. Eine sichtbare Besserung ist bis jetzt nicht zu erkennen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Vorprogrammierte Diskriminierung bleibt also weiterhin ein eher mangelhaft thematisiertes Problem. Die dafür zuständigen Behörden scheinen bis dato noch keine feste Strategie entwickelt zu haben. Somit wird es wohl weiterhin die Aufgabe der Vertreter*innen der Zivilgesellschaft sein, mit Aufklärung oder dem zur Verfügung stellen von Meldeportalen, ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Picture by <a href="https://pixabay.com/de/illustrations/hacker-computer-geist-cyber-code-4031973/">pixel2013</a> on <a href="https://pixabay.com/de/illustrations/gesch%c3%a4ft-bild-unterzeichnen-3079910/">pixabay</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-3"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div>
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		<title>Digitalisierung – Packen wir es an! Ein Appell an die Wahlsieger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Sep 2017 07:51:13 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Digitalisierungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung in der Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierungsbeauftragte]]></category>
		<category><![CDATA[Hubertus Porschen]]></category>
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					<description><![CDATA[Nicht nur die Schulen stecken noch tief in der Kreidezeit, auch die Politik hat die digitale Transformation bisher weitgehend verschlafen. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/wheelchair-538138_1920.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-153195" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/kanzleramt2.jpg" alt="wheelchair-538138_1920" width="640" height="309" /></a>Nicht nur die Schulen stecken noch tief in der Kreidezeit, auch die Politik hat die digitale Transformation bisher weitgehend verschlafen. Denn Digitalisierung bedeutet nicht, dass die Bundesregierung bei Facebook ist oder Steffen Seibert twittert. Digitalisierung bedeutet, dass sich alles ändert. Wir werden anders arbeiten, wir werden anders wirtschaften, wir werden anders leben. Die Digitalisierung birgt eine Riesenchance für unsere Gesellschaft. Die müssen wir jetzt nutzen, statt immer nur die Risiken in den Mittelpunkt zu stellen.</p>
<h3>Es ist höchste Zeit</h3>
<p>Leider wurde die grundlegende Bedeutung der Digitalisierung im gesellschaftlichen Diskurs lange unterschätzt. In der Wissenschaft, bei Think-Tanks sowie öffentlichen Verwaltungen und Ministerien war die Digitalisierung lange ein Nischenthema. So ist es wenig verwunderlich, dass Deutschland beispielsweise in den Bereichen Breitbandausbau, Bildungspolitik, Verwaltungsmodernisierung oder Start-up-Kultur nicht so gut vorbereitet ist, wie es wünschenswert wäre. Wir haben eindeutig zu spät und zu zaghaft reagiert. Im 21. Jahrhundert sollte jedoch niemand mehr die Durchschlagskraft von Vernetzung, Digitalisierung und Automatisierung unterschätzen.</p>
<h3>Digitalisierung muss Chefsache werden</h3>
<p>Doch statt in diesem semidigitalisierten Modus lethargisch zu verharren, ist es jetzt Zeit, dass nicht nur die Unternehmen, sondern endlich auch die Politik die Ärmel hochkrempelt und handelt. Während diverse Behörden und Ministerien an unterschiedlichen Fronten kämpfen, was die Digitalisierung ihrer jeweiligen Bereiche angeht, gibt es noch immer keinen Gesamtverantwortlichen. Es wird Zeit für einen Staatsminister im Kanzleramt, der alle Bemühungen der Bundesregierung zur Digitalisierung koordiniert und vorantreibt. Da die Digitalisierung alle Ministerien und politischen Aufgaben betrifft, ist dies sinnvoller, als ein symbolisches Digitalisierungsministerium einzurichten. Stattdessen braucht jedes Ministerium einen eigenen Digitalisierungsbeauftragten, der die Themen im eigenen Haus vorantreibt und in ständigem Kontakt zum Staatsminister für Digitalisierung steht. Dieser muss dann auch regelmäßig Rechenschaft vor dem Bundestag und in der Bundespressekonferenz über die Fortschritte ablegen.</p>
<h3>Glasfaserausbau</h3>
<p>Eine Hauptaufgabe für die nächste Bundesregierung wird definitiv der Breitbandausbau. Denn was nützt die größte Innovation, wenn sie die Menschen und Unternehmen in unserem Land nicht erreicht? Mitte 2015 lag der Anteil der Glasfaseranschlüsse an allen Breitbandverbindungen bei verschwindend geringen 1,3 Prozent. Und selbst Breitband ist zwischen Alpen und Emsland noch nicht überall zu finden. Die Finanzierung wäre schnell zu lösen. Denn der Bund hätte das Geld, er müsste es nur freisetzen. Die Rede ist hier von den T-Aktien in Bundesbesitz. Trotz der Privatisierung hält die Bundesrepublik immer noch mehr als 30 Prozent an der Deutschen Telekom. Bei einem Verkauf würde der Bund zwischen 10 und 20 Mrd. € erlösen können. Auch wenn mir klar ist, dass es beim Verkauf eines so großen Aktienpaketes zu Kursverfällen kommen kann, ist ein zweistelliger Milliardenerlös realistisch, vor allem wenn man sukzessive verkauft oder einen strategischen Partner außerbörslich findet. Dieses Kapital sollte dann in einen Breitbandausbaufonds fließen, der den Ausbau über mehrere Jahre finanzieren kann.</p>
<h3>Packen wir es an</h3>
<p>Ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft also. Denn nur Fortschritte bei der Digitalisierung sichern die Zukunft unserer Wirtschaft und damit direkt die Zukunft unseres Wohlstandes. Es wird Zeit, dass die Politik handelt. Die neue Bundesregierung hat die Chance einiges anzupacken.</p>
<p>Titelbild, by <a class="external" href="https://pixabay.com/de/users/PixelAnarchy-555/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PixelAnarchy</a> on <a class="external" href="https://pixabay.com/de/kanzleramt-berlin-regierungsviertel-9971/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/legalcode" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 1.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p><img decoding="async" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/b76402208ee9466fb38ce67c7c48ef44" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><span style="color: #000000; font-family: HelveticaNeue;"> </span></p>
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		<title>Netzpolitik oder Digitalisierungspolitik: Worum geht es hier eigentlich?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzpolitik-oder-digitalisierungspolitik-worum-geht-es-hier-eigentlich-134035/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Oct 2013 17:26:45 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Mindestspeicherfrist]]></category>
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					<description><![CDATA[Aus Netz- wird Digitalisierungspolitik und aus Vorratsdatenspeicherung Mindestspeicherfrist: Die CDU bringt erneut einen unverbrauchten Begriff für ein altes Thema in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Enzyklopädie_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-134066" alt="Enzyklopädie_bearb" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Enzyklopädie_bearb.jpg" width="639" height="399" /></a>Aus Netz- wird Digitalisierungspolitik und aus Vorratsdatenspeicherung Mindestspeicherfrist: Die CDU bringt erneut einen unverbrauchten Begriff für ein altes Thema in die Debatte. Ist das ein Versuch, das Feld der Netzpolitik nach eigenen Vorstellungen neu zu definieren, um Deutungshoheit zu erlangen? Oder werden einfach rechtzeitig zur neuen Legislaturperiode ausgediente und schwammige Begriffe durch adäquate Bezeichnungen ersetzt?<br />
Netzpolitik ist das Thema, mit dem die Piraten sich als Partei zu profilieren schienen. Netzpolitik ist der Begriff, der für Wirbel in der etablierten Welt der politischen Fachressorts sorgte und auch den Rahmen für eine neue Bürgerrechtsbewegung bot. Im Wahlkampf wurde es jedoch auffällig ruhig um ihn. Die Lücke, welche die Nicht-Beachtung netzpolitischer Themen von Seiten der Regierung hinterließ, konnten oder wollten die Oppositionsparteien offenbar nicht füllen. Zur Vorbereitung auf die Koalitionsverhandlungen erstellte jedoch ein Arbeitskreis der CDU ein <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/CDU-Arbeitsgruppe-probt-Ausstieg-aus-der-Netzpolitik-1981266.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Positionspapier zur „Digitalisierungspolitik“</a>. Der Begriff „Netzpolitik“ findet darin keine Erwähnung. Zudem werden in den nun laufenden Koalitionsverhandlungen netzpolitische Themen im Kulturausschuss, Unterarbeitsgruppe „Digitale Agenda“, behandelt. Hat diese begriffliche Umwidmung eine Bedeutung? Ist das Ausweichen auf den Begriff des „Digitalen“ als eine bewusste Umgehung politisch aufgeladener Begriffe zu verstehen? Bedeutet dies eine Fortsetzung der politischen Nicht-Beachtung? Oder wurde vielmehr eine neue und weitaus passendere Bezeichnung gefunden? Und das Thema<a href="http://blog.petertauber.de/?p=1902" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> in einer eigenen Arbeitsgruppe aufgewertet</a>? Schließlich war Netzpolitik noch vor vier Jahren lediglich auf der Agenda in den <a href="http://wlstorage.net/file/koalitionsverhandlungen-cdu-csu-fdp.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeitsgruppen „Familie/Integration/Kultur/Neue Medien“ sowie „Innen/Justiz/Informationsgesellschaft“</a>.</p>
<h3>Netzpolitik – Ein Begriff schwammiger Vielfalt</h3>
<p>Der Begriff Netzpolitik ist schwer definierbar und wird unterschiedlich verwendet. Bei schneller Google-Suche inklusive Filter Bubble taucht der Begriff zum ersten Mal 1996/7 in Beiträgen der Soziologen <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/8/8001/3.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rainer Rilling</a> und<a href="http://www.uni-muenster.de/PeaCon/produktionsoeffentlichkeitnetzpolitik.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Hans Krysmanski</a> auf. Keiner der Autoren bietet allerdings eine Definition, und eine solche ist bis heute schwer auffindbar. Allerdings wird bei beiden die Vielschichtigkeit bzw. Uneindeutigkeit des Konzepts von Netzpolitik bereits beispielhaft deutlich. Die verschiedenen Bedeutungen, die der Begriff auch in seinen aktuellen Verwendungen umfasst, versuchen wir hier aufzuschlüsseln.<br />
Sowohl Rilling als auch Krysmanski diskutieren die Möglichkeit, politische Prozesse durch Informationstechnik, im Besonderen durch das Internet, zu verändern. Rilling nennt diesen Aspekt der Netzpolitik „Cyberdemokratie“: Netzpolitik als<em> Politik durch das Netz</em>. Um diese umsetzen zu können, bedarf es einer gewissen Infrastruktur, deren Wartung und gegebenenfalls Regulierung: Das ist Netzpolitik als<em> Politik des Netzes</em>, der Netzinfrastruktur. Ein dritter Aspekt des Begriffs ist der querschnittsthematische Prozess der Vernetzung, da die informationstechnische Vernetzung Folgen für fast alle gesellschaftlichen Bereiche hat. So schwärmt Krysmanski von einer vernetzten „fundamentaldemokratischen globalen Wissenschaftlergemeinschaft“: <em>Netzpolitik als Querschnittsthema</em> zu den Folgen der Vernetzung.<br />
Viertens beinhaltet Netzpolitik, im Gegensatz zu anderen Politikbereichen wie Innen- oder Wirtschaftspolitik, für viele Akteure bereits eine politische Agenda per se. Dementsprechend leitet Rilling Offenheit und Transparenz direkt aus einer „Logik des Netzes“ ab. Netzpolitisch ist dann nur die Forderung nach Netzneutralität oder bedingungsloser Transparenz, während deren Ablehnung gegen dieses Verständnis von Netzpolitik verstößt: <em>Netzpolitik als Agenda.</em> Diese Vermischung von Agenda und Gegenstand kritisiert der Publizist Evgeny Morozov als <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/literatur/ein-netzstuermer-1.18162169" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Solutionismus“</a>, nämlich das Internet als universelle Lösung, wonach ihm inhärente Charaktermerkmale wie Offenheit und Transparenz zugeschrieben werden. Der Begriff Netzpolitik vereint so bis heute zumindest drei verschiedene Politikaspekte und eine politische Agenda.<br />
Vor dem Hintergrund der aktuellen Koalitionsverhandlungen läuft nun die Debatte, wie Netzpolitik institutionell in der nächsten Legislaturperiode in Regierung und Bundestag verankert werden soll. Daher erscheint eine (Neu-)Definition des Politikfeldes ein sinnvoller Schachzug.</p>
<h3>Das Auftreten der Digitalisierungspolitik</h3>
<p>In diesem Zusammenhang wirkt der Vorstoß der CDU, „Netzpolitik“ durch den Begriff „Digitalisierungspolitik“ zu ersetzen, wie ein Versuch, das Feld anders zu definieren. Die CDU-Netzpolitiker Peter Tauber und Thomas Jarzombek sehen darin auf Nachfrage von politik-digital.de jedoch keine inhaltliche Veränderung oder politische Motivation. Während Jarzombek auf eine „Anpassung an Begrifflichkeiten der Europäischen Union“ hinweist, verweist Tauber auf den Publizisten Christoph Kappes als Urheber. Kappes selbst jedoch sieht in einem <a href="http://christophkappes.de/netzpolitik/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog-Post</a> aus dem Jahr 2011 einen Unterschied zwischen den Begriffen, der für ihn offenbar groß genug ist, um für einen Wechsel zu plädieren. In diesem Beitrag spricht Kappes sich für die Bezeichnung Digitalisierungspolitik aus, da Netzpolitik den Blick zu sehr auf die Vernetzung konzentriere. Für ihn ist die Digitalisierung, also die Überführung von Informationen in diskrete, standardisierte Größen, mit dem Ziel, sie elektronisch verarbeiten zu können, der Kern der „Umwälzung“ der heutigen Gesellschaft. Vernetzung sei dabei nur ein Teil des Prozesses. Informationen müssen erst geschaffen werden, bevor sie verbreitet werden können. Netzpolitik bezeichnet für Kappes nur einen Teilbereich, nämlich das Internet als Regelungsgegenstand, die Netzinfrastruktur.<br />
Kappes‘ Argumente zielen auf die Kernfrage, ob Vernetzung oder Digitalisierung den wesentlichen Wandel darstellen. Sicherlich ist Digitalisierung eine Voraussetzung für die Vernetzung der Gesellschaft mithilfe von Informationstechnologien. Doch wie groß ist das Veränderungspotenzial von vereinzelten programmierbaren Maschinen, also Computern? Ist nicht die Vernetzung ursächlich für den politischen Handlungsbedarf in Breitbandausbau, Urheberrecht, Netzneutralität, Datenschutz und auch IT-Wirtschaft? Friedrich Krotz, Professor für Kommunikationswissenschaft, vertritt diese Gegenposition zu Kappes. Für ihn erscheint unvernetzte Digitalisierung schlicht <a href="https://www.bpb.de/dialog/netzdebatte/170932/von-den-digitalen-medien-zur-computergesteuerten-infrastruktur" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„belanglos“</a>.</p>
<h3>Umetikettierung mit System</h3>
<p>Fern von solchen abstrakten Diskursen sieht die Opposition durchaus eine politische und nicht nur akademische Motivation hinter der neuen Begriffswahl. Für <a href="http://malte-spitz.de/2013/10/23/netzpolitik-was-bleibt-und-was-kommt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Malte Spitz</a>, Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen, findet eine bewusste Neuverortung des Themas statt. „Die Umetikettierung hat System“, schreibt Spitz und nennt die Beispiele „neue Datenpolitik“ anstelle von „Datenschutz“ sowie „Mindestspeicherfrist“ statt „Vorratsdatenspeicherung“. Auch <a href="http://www.piratenpartei.de/2013/07/05/neusprech-alarm-mindestspeicherfrist-ist-vorratsdatenspeicherung-merkel-bleibt-auf-uberwachungskurs/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Piratenpartei</a> warnt vor Orwellschem Neusprech. „Digitalisierungspolitik“ könnte in diesem Sinne als Rahmen für eine konservative Netzpolitik dienen, die sich politisch aufgeladener Begriffe entledigt. Dies könnte nicht nur hilfreich sein, um von einem „links“ aufgeladenen „Etikett“ wegzukommen, wie es der SPD-Politiker <a href="http://politik-digital.de/anfang-oder-ende-der-netzpolitik-interview-mit-jan-moenikes/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jan Mönikes</a> vermutet, sondern darüber hinaus sollten auf diese Weise „Gefahren versteckt“ und „Protest erschwert“ werden, befürchtet Spitz.</p>
<h3>Von Begriffen zur institutionellen Verankerung</h3>
<p>Doch wie auch immer die Diskussion ausgeht, es kommt nun zunächst darauf an, Netz- oder Digitalisierungspolitik in einer neuen Regierung und im Bundestag institutionell zu verankern. Da es unumstritten ein Querschnittsthema ist, stehen die Koalitionäre vor der Herausforderung, das Thema sowohl dezentral in alle Gremien einzubringen, als auch ein zentrales Organ zu bilden, das durchsetzungsfähig und kompetent ist. So gibt es laut Thomas Jarzombek den Vorschlag, überall „Digitalisierungsbeauftrage“ einzusetzen, welche dann in Treffen „gemeinsame Strategien“ entwickeln. Doch welches Gewicht würden solche „Beauftragten“ haben?<br />
Digitalisierung als prozessbezogener und sehr allgemeiner Begriff kann das Bild eines eher schwachen, dezentralen Politikfelds vermitteln. Wohingegen Netzpolitik bereits mit konkreten Themen und politischen Debatten assoziiert ist, aber das Themenfeld im Verständnis einiger auf den Aspekt der Infrastruktur reduziert. Es bleibt, die Koalitionsverhandlungen und die nächste Legislaturperiode vor diesem Hintergrund auch semantisch genau zu beobachten. Denn Sprache ist auch Ausdruck von Macht und Widerstand. Bisher lag die Deutungshoheit meist bei der netzpolitischen Zivilgesellschaft.<br />
&nbsp;<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/mecklenburg/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thomas Kohler</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-SA 2.0)</a><br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
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		<title>Anfang oder Ende der Netzpolitik? &#8211; Interview mit Jan Mönikes</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Oct 2013 08:20:14 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Koalitionsverhandlungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD haben begonnen. Doch welche Rolle nehmen netzpolitische Themen ein? Während des Wahlkampfs schienen sie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/dt.-Bundestag.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-133797" alt="(C) Deutscher Bundestag / Lichtblick/Achim Melde" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/dt.-Bundestag-630x477.jpg" width="630" height="477" /></a> Die Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD haben begonnen. Doch welche Rolle nehmen netzpolitische Themen ein? Während des Wahlkampfs schienen sie trotz Überwachungsaffären in der Versenkung verschwunden zu sein. Im Interview wagt Netzpolitik-Experte Jan Mönikes (SPD) eine Einschätzung der Rolle von Netzpolitik(ern) in den laufenden Koalitionsverhandlungen.<br />
Ein halbes Jahr ist es her, dass die <a href="http://politik-digital.de/abschluss-der-internet-enquete-digitale-presseschau/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Enquete-Kommission Internet und Gesellschaft</a> ihre Ergebnisse dem Bundestag vorgestellt hat. Ihre Arbeit fiel in eine Zeit, die <a href="http://von-notz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konstantin von Notz</a> (Bündnis 90/Die Grünen) gestern beim <a href="http://blog.telekom.com/live/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">telegrafen_lunch der Telekom</a> als „Phase der Erkenntnis“ bezeichnete. Parteiübergreifend setzte sich die Überzeugung durch, dass die digitale Gesellschaft politischer Handlung bedarf und Netzpolitik einen höheren Rang in den politischen Institutionen einnehmen soll. Nun konstitutiert sich der Bundestag nach den Wahlen neu und die Unionsparteien verhandeln mit der SPD um eine große Koalition. Welche Rolle nimmt Netzpolitik in diesen Verhandlungen ein, was wird aus den Beschlüssen der Enquete-Kommission?<br />
Schon während des Wahlkampfs schien die „Phase der Erkenntnis“ zu Ende gegangen zu sein. Ein <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/CDU-Arbeitsgruppe-probt-Ausstieg-aus-der-Netzpolitik-1981266.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Positionspapier einer CDU-internen Arbeitsgruppe</a> zu „Digitalisierungspolitik“ scheint nun eine Schwächung der Position von Netzpolitik in den Koalitionsverhandlungen zu bestätigen: Der Begriff „Netzpolitik“ wird gar nicht verwendet, stattdessen sollen ein Staatssekretär und ein Unterausschuss im Bundestag sich mit „Digitalisierungspolitik“ beschäftigen. Dies würde eindeutig hinter die Forderungen nach einem Staatsminister und einem eigenen Hauptausschuss zurückfallen. In den Koalitionsverhandlungen wird Netzpolitik in der Unterarbeitsgruppe Digitale Agenda behandelt, die dem Bereich Kultur untergeordnet ist. Der CDU-Netzpolitiker Thomas Jarzombek sieht zwar in dem Begriffswechsel von Netzpolitik zu Digitalisierungspolitik keine inhaltliche Verschiebung, spricht jedoch beim telegrafen_lunch von der „großen Herausforderung, diesen Hype der letzten Jahre in die Zukunft zu bringen.“<br />
Im Interview bewertet Jan Mönikes für politik-digital.de die Meldungen und den Stand der Netzpolitik(er) in den Koalitionsverhandlungen. Er bloggt selber auf <a href="http://www.moenikes.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">moenikes.de</a>.<br />
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<strong>politik-digital.de:</strong> Für die Koalitionsverhandlungen haben sich Union und SPD auf eine Unterarbeitsgruppe „Digitale Agenda“ in der Arbeitsgruppe „Kultur“ geeinigt. Wird dort über netzpolitische Themen verhandelt werden? Was sagt das über die Stellung von Netzpolitik in den Koalitionsverhandlungen aus?<br />
<figure id="attachment_133799" aria-describedby="caption-attachment-133799" style="width: 195px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/jan_moenikes.jpg"><img decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-133799  " alt="jan_moenikes" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/jan_moenikes-195x119.jpg" width="195" height="119" /></a><figcaption id="caption-attachment-133799" class="wp-caption-text">Jan Mönikes ist Jurist für Wirtschafts- und Telekommunikationsrecht und Mitglied bei der SPD, wo er mit den „Netzpolitikern der ersten Stunde“ groß geworden und bis heute aktiv ist. Er betreibt eine <a href="http://www.schalast.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kanzlei in Berlin</a>, hat für große IT-Unternehmen gearbeitet und ist beratend tätig für <a href="http://www.moenikes.de/ITC/personliches/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">verschiedene Verbände.</a></figcaption></figure><br />
<strong>Jan Mönikes:</strong> Die Struktur der Verhandlungsgruppen orientiert sich an der bisherigen Struktur des Parlaments und seiner Ausschüsse. Der für netzpolitische Themen zuständige Querschnittsausschuss „Kultur und Medien“ war in der Vergangenheit auch „nur“ ein Unterausschuss – das ist insofern also noch kein Präjudiz für das Ergebnis der Verhandlungen. Wichtiger sind Personen und Positionen in den jeweiligen Verhandlungsgruppen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Die CDU/CSU-Fraktion hat ein <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/CDU-Arbeitsgruppe-probt-Ausstieg-aus-der-Netzpolitik-1981266.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeitspapier zu Netzpolitik</a> erstellt, welches Ihnen offenbar vorliegt. Auf Ihrem <a href="http://www.moenikes.de/ITC/2013/10/21/freunde-wir-waren-doch-schon-mal-weiter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a> befürchten Sie, dass es mit den Koalitionsverhandlungen „schwierig“ werden könnte, sollte dieses Papier zur Grundlage genommen werden. Um welche Punkte geht es Ihnen dabei? Welche sehen Sie besonders kritisch?<br />
<strong>Jan Mönikes:</strong> Wichtige Vorzeichen für die Verhandlungen sind die jeweiligen Positionen, mit denen die Verhandlungsführer ab heute in diese Arbeits- und Unterarbeitsgruppen gehen. Die SPD hat sich bislang eng an das gehalten, was sie auch vor der Wahl gesagt hat und geht in einigen Punkten auch darüber hinaus, beispielweise bei der Frage der Bündelung der Kompetenz in einem eigenen Ressort der Bundesregierung und einem spiegelbildlichen Hauptausschuss im Parlament. Bei dem Papier der Koalitionsabgeordneten ist das genau anders herum. Da liegen wesentliche Punkte, gerade diese beiden, die in der politischen Praxis sehr wichtig werden dürften, schon zu Beginn der Verhandlungen unter dem, was die Netzpolitiker der Union eigentlich früher öffentlich bekundet hatten. Ich will hier nicht von „Wählertäuschung“ sprechen, aber enttäuschend ist das schon. Und die Erklärungen zum Beispiel von Thomas Jarzombek, er wäre nicht dabei gewesen und es hätten sich andere Kräfte in der Fraktion durchgesetzt, ist nicht gerade ein Dementi und vermag mich auch nicht positiv für das Ergebnis der Verhandlungen zu stimmen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Zumindest in der Unions-Fraktion scheinen Netzpolitiker wie Thomas Jarzombek <a href="http://www.golem.de/news/grosse-koalition-cdu-sieht-schwierige-aufgabe-fuer-netzpolitik-1310-102320.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine schwierige Stellung</a> zu haben. Wie schätzen Sie diese ein?<br />
<strong>Jan Mönikes:</strong> Dazu kann ich nur sagen: Jeder muss zunächst in seinen eigenen Reihen um Einfluss und seine Positionen kämpfen. Dass er an stärkeren Widerständen scheitern kann, sollte man in einer Demokratie keinem Politiker vorwerfen. Wenn man aber den Eindruck bekommt, dass eine Seite noch nicht einmal versucht, für Inhalte engagiert zu streiten, dann muss man sich natürlich fragen, was die dann in Regierungsfunktion mit einem Posten in zweiter Reihe anfangen würden: wahrscheinlich wenig bis nichts. Sich hinter dem Minister oder der Kanzlerin verstecken, für ein schönes Büro, Dienstwagen und Zulagen, ohne den Zwang liefern zu müssen, das sind für mich keine zulässigen Kategorien von Politik. Da müssen die digitalen Unionisten noch inhaltlich nachlegen, wenn sie sich ein Amt verdienen wollen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> In dem CDU/CSU-Arbeitspapier ist nicht von Netz-, sondern von „Digitalisierungspolitik“ die Rede. Wie verstehen Sie den Begriff „Digitalisierungspolitik“? Wo ist für Sie der Unterschied zwischen Netzpolitik und Digitalisierungspolitik?<br />
<strong>Jan Mönikes:</strong> Das ist meines Erachtens mehr ein Kampf um die Deutungshoheit von Begriffen, als dass es um andere Inhalte ginge. Denn „digital“ im Wortsinne, also 0 und 1, kann auch Politik für und mit dem Internet nie sein. Ich halte den Begriff „Digital“ daher im Kontext von Politik für die Informationsgesellschaft für unglücklich, aber unschädlich. Es geht der Union hier meiner Meinung nach darum, von dem „links“ aufgeladenen Etikett der „Netzpolitik“ wegzukommen, da die „Netzaktivisten“ in den letzten Jahren ja immer gegen sie mobil gemacht haben. Wenn es hilft, zu vernünftigen Ergebnissen zu kommen, die das Thema in Deutschland politisch voranbringen, ist mir der Begriff dafür persönlich aber völlig egal.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Stehen die Beschlüsse der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft in den Koalitionsverhandlungen nun erneut zur Disposition?<br />
<strong>Jan Mönikes:</strong> In Deutschland gilt das Diskontinuitätsprinzip. Solange etwas kein Gesetz geworden ist, ist jeder neu gewählte Bundestag frei darin, ob und wie er die Beschlüsse des vorherigen Parlaments für sich gelten lassen will. Wenn sich die Netzpolitiker der Union an die eigenen Beschlüsse und Bekundungen in den Verhandlungen nicht mehr erinnern wollen, dann wird es für den kleineren Koalitionspartner schwer werden, sie auf den früheren Konsens zu verpflichten. Denn auf höherer Ebene, aber auch in der Öffentlichkeit, wird Netzpolitik – anders als Steuern und Mindestlohn – eben nicht als existenzielles Thema angesehen. Sprich: Wenn man sich hier nicht durchsetzen kann, scheitert keine Koalition und damit hat die SPD auch kein Druckmittel. Sie kann nur versuchen, zu überzeugen. Wenn die Union aber schon festgelegt ist, dann wird das schwierig, vielleicht sogar unmöglich sein.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Welche netzpolitischen Forderungen sind für Sie zentral?<br />
<strong>Jan Mönikes:</strong> Wir müssen auf europäischer Ebene und international bei Fragen wie Datenschutz, Vorratsdatenspeicherung, Telekommunikationsregulierung und Netzneutralität politisch und sachlich nachbessern, in Deutschland den Infrastrukturausbau und den Schutz der Kommunikation vorantreiben und unser Land und die Regierung endlich insgesamt besser auf das Internetzeitalter einstellen. Es ist ein ganzes Bündel von Aufgaben, die man zusammendenken muss. Es gibt nicht die eine „zentrale“ Forderung, die man mit einem Bundesgesetz lösen könnte – das macht das Thema ja so komplex und deshalb gibt es so viel „Netzpopulismus“ und symbolische Forderungen, die ich für problematisch halte.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> In einem Positionspapier fordert das Forum Netzpolitik der Berliner SPD einen Staatssekretär für Netzpolitik. Wo sollte dieser angesiedelt werden?<br />
<strong>Jan Mönikes:</strong> Egal in welchem Ressort: <a href="http://www.moenikes.de/ITC/2013/08/05/warum-deutschland-ein-internet-ministerium-braucht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ich halte das nicht für hinreichend.</a> Ein solcher Staatsminister oder Staatssekretär müsste schon ein außergewöhnlich charismatischer, kompetenter und anerkannter Netzpolitiker sein, wenn er ohne entsprechende Ressortzuständigkeit und Unterbau, als weisungsgebundener „Helfer“ der Kanzlerin oder eines Ministers, hier etwas notfalls auch gegen seine Leitungsspitze bewegen will. Den oder die Kollegin habe ich bislang aber nicht getroffen.<br />
Ich fürchte, dass bei diesem unterambitionierten Ansatz, den auch die Union vertritt, vom Ergebnis her bereits an einzelne Personen gedacht wird, die sich selbst oder denen Andere &#8211; und das wahrscheinlich auch zu Recht &#8211; nicht mehr als einen Staatssekretärsposten zutrauen. Natürlich könnte das schon mal ein Anfang sein – aber vielleicht eben auch das Ende. Ob sich nämlich daraus für die nächsten Wahlen die Notwendigkeit eines Ministeriums ableiten wird, was ich im Moment für dringend nötig halte, wage ich zu bezweifeln. Gelingt es dem Staatsminister oder der Staatssekretärin nämlich nicht, entgegen der Widrigkeiten, die sich aus der Weisungsgebundenheit und der begrenzten Kompetenzen eines Staatssekretärs zwangsläufig ergeben, dennoch Überdurchschnittliches zu leisten, könnte sich das Thema „Netzpolitik“ als eigenständiges Themenfeld dann nämlich im bundespolitischen Raum auch erst mal ganz erledigt haben. Frei nach dem Motto: „Siehste, hat das irgendwas gebracht? Nee, also machen wir das wie vorher“. Die Gefahr gibt es in einem eigenen, neuen Ressort nicht. Denn hier wird der Ministeriumsapparat in jedem Fall mehr leisten als jede normale Person, als Staatssekretär in einem der bestehenden Ressorts eingegliedert, wird leisten können. Und auch ein „Staatsminister“ wäre, abgesehen vom Titel, nichts anderes als ein solcher Staatssekretär, nur eben im Kanzleramt.<br />
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Bild (Banner): (C) Deutscher Bundestag / Lichtblick/Achim Melde<br />
Bild (Porträt): Jan Mönikes<br />
Text:</p>
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