<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Dirk Niebel &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/dirk-niebel/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Mon, 15 Mar 2010 16:19:44 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Dirk Niebel &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>&#034;Westerwelle hat sich nichts vorzuwerfen&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/westerwelle-hat-sich-nichts-vorzuwerfen-4800/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/westerwelle-hat-sich-nichts-vorzuwerfen-4800/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nina Schröter]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 16:19:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[BMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesentwicklungsministerium]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungshilfe]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Dirk Niebel]]></category>
		<category><![CDATA[Video-Chat]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/westerwelle-hat-sich-nichts-vorzuwerfen-4800/</guid>

					<description><![CDATA[Dirk Niebel (FDP) war am Montag, den 15. März 2010 zu Gast im
tagesschau-Videochat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Die User
diskutierten mit dem Bundesentwicklungminister unter anderem über den von ihm geplanten radikalen Umbau der Entwicklungszusammenarbeit sowie die Dienstreisen und Hartz IV-Debatte von Guido Westerwelle.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dirk Niebel (FDP) war am Montag, den 15. März 2010 zu Gast im<br />
tagesschau-Videochat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Die User<br />
diskutierten mit dem Bundesentwicklungminister unter anderem über den von ihm geplanten radikalen Umbau der Entwicklungszusammenarbeit sowie die Dienstreisen und Hartz IV-Debatte von Guido Westerwelle.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p><center><a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll552.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="/wp-content/uploads/Dirk_Niebel_Chat.jpg" width="400" height="241" /></a></center><center> </center> <br />
Wenn Sie den Videochat noch einmal sehen wollen, klicken Sie einfach auf das Bild.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/westerwelle-hat-sich-nichts-vorzuwerfen-4800/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#034;Kleinliches Gezänk in Großer Koalition&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotkleinliches_gezaenk_in_grosser_koalitionquot-521/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotkleinliches_gezaenk_in_grosser_koalitionquot-521/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Jul 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Dirk Niebel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/quotkleinliches_gezaenk_in_grosser_koalitionquot-521/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span class="fett"> Am 2. Juli 2007 war Dirk Niebel, Generalsekretär
der FDP, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de.
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span class="normal">Er
wünscht sich eine stabile Zweierkoalition, hält Die Linke
für eine Gefahr und will das Klima mithilfe der Kernenergie
schützen.</span></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span class="fett"> Am 2. Juli 2007 war Dirk Niebel, Generalsekretär<br />
der FDP, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de.<br />
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span class="normal">Er<br />
wünscht sich eine stabile Zweierkoalition, hält Die Linke<br />
für eine Gefahr und will das Klima mithilfe der Kernenergie<br />
schützen.</span></span></span><!--break-->
</p>
<p>
<b><b>Moderatorin:</b></b> Herzlich willkommen<br />
im tagesschau-Chat. Heute ist FDP-Generalsekretär Dirk Niebel<br />
zu uns ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Bundeshaushalt, Koalitionsfrage,<br />
Mindestlohn: Wie immer ist der Chat offen für Fragen zu allen<br />
Themen, die unsere User interessieren. Herr Niebel, ich begrüße<br />
Sie, können wir beginnen?
</p>
<p>
<b><b>Dirk Niebel:</b></b> Gerne, hallo.</p>
<p><b>Merle:</b> Auch wenn es eine Steilvorlage ist: Wo sind<br />
Ihrer Meinung nach die größten Schwachpunkte der Großen<br />
Koalition?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Oh, wie lange haben wir Zeit? 😉<br />
Diese so genannte Große Koalition sollte eigentlich ihre großen<br />
Mehrheiten im Bundestag und Bundesrat dazu nutzen, die Probleme<br />
der Menschen zu lösen. Stattdessen verliert sie sich in kleinlichem<br />
Gezänk und weicht auf Nebenthemen aus.
</p>
<p align="left">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/niebel_original.jpg" alt="Dirk Niebel" align="absmiddle" height="293" width="379" /><br />
<i> Dirk Niebel, Generalsekretär der FDP</i>
</p>
<p>
<b>NRWler:</b> Die Arbeitslosenzahlen fallen, anscheinend<br />
gibt es einen Wirtschaftsaufschwung &#8211; irgendwas muss die große<br />
Koalition also richtig gemacht haben, oder?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Dass die Arbeitslosenzahlen fallen,<br />
ist gut, und dass die Wirtschaft wächst, ist auch gut. Wenn<br />
man aber weiß, dass die Weltwirtschaft seit fünf Jahren<br />
brummt, ist es doch ziemlich spät gewesen, dass der Aufschwung<br />
uns erreicht hat. Sich jetzt auszuruhen und zu meinen, alles würde<br />
von selbst gut werden oder bleiben, wäre ein großer Fehler.<br />
Gerade jetzt müsste diese Regierung die Weichen für die<br />
notwendigen Veränderungen stellen, die es uns ermöglichen,<br />
auch in einer zu befürchtenden Konjunkturflaute, die irgendwann<br />
kommen wird, erfolgreich zu bleiben.</p>
<p><b>Neutronenhülse:</b> Wie lange geben Sie der großen<br />
Koalition noch?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Ich befürchte, die halten durch<br />
bis zum bitteren Ende. Ähnlich wie die beiden Boxer in der<br />
letzten Runde, die sich stützen, weil sie alleine nicht mehr<br />
auf den Beinen stehen können. Wenn es schneller rum wäre,<br />
umso besser.</p>
<p><b>Thomas51:</b> Wer wäre Ihr Koalitionstraumpartner,<br />
falls es zu Neuwahlen kommt?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Unsere Koalitionspartner sind die<br />
Bürgerinnen und Bürger. Wir wollen so stark werden wie<br />
irgend möglich. Unser Ziel bei Neuwahlen wäre eine stabile<br />
Zweierkonstellation.</p>
<p><b><b>Moderatorin:</b></b> Man hat aber schon<br />
den Eindruck, die FDP ist in der Koalitionsfrage auf die Union fixiert.<br />
Die schaut sich aber auch woanders um, zum Beispiel bei den Grünen.<br />
Steigt in Ihren Reihen langsam Panik hoch?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Wenn Herr Schäuble meint, dass<br />
er, weil die Grünen mit Herrn Schily schon einschlägige<br />
Erfahrungen haben, die Bürgerrechte mit den Grünen noch<br />
weiter einschränken kann, muss er diesen Weg wohl gehen. Wir<br />
wollen eine bessere Regierung für Deutschland. Dafür braucht<br />
man eine starke FDP.</p>
<p><b>werwiewas: </b>Was ist denn Ihre Meinung zu einem Bündnis<br />
von SPD und Linkspartei?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Was Herr Wowereit seit sechs Jahren<br />
in Berlin praktiziert und gerade dieses Wochenende als Modell für<br />
Deutschland erklärt hat, ist eine große Gefahr für<br />
unser System. Was in über 80 Jahren in mehr als 70 Ländern<br />
der Welt mit mehr als 20 Milliarden Probanden immer wieder zu den<br />
gleichen Ergebnissen geführt hat, nämlich den Bankrott<br />
des Staates und dem Ruf der Menschen nach Freiheit, ist für<br />
eine deutsche Regierung nicht zukunftsfähig.</p>
<p><b>smarty: </b>Gibt es eine strukturelle linke Mehrheit<br />
in Deutschland und wenn ja, welche Funktion hat dann die FDP?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Es gibt keine strukturelle linke Mehrheit<br />
in Deutschland. Aber es ist richtig, dass bei abnehmender Wahlbeteiligung<br />
der Grad der Mobilisierung der eigenen Wählerschaft wahlentscheidender<br />
wird als in der Vergangenheit. Die Aufgabe der FDP ist, deutlich<br />
zu machen, dass die Alternative zu einer bürgerlich liberalen<br />
Gesellschaft etwas ist, was 17 Millionen Menschen in diesem Land<br />
bereits leidvoll kennengelernt haben.</p>
<p><b>bn998:</b> Herr Niebel, Sie haben auf die Frage der<br />
Moderatorin hinsichtlich der Panik um die Ämter nicht beantwortet!</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Überhaupt keine Panik, keine<br />
Sekunde lang. Im Gegenteil: Schwarz-grüne Überlegungen<br />
führen eher zu einer Stärkung der Wählerschaft der<br />
FDP.</p>
<p><b>Moderatorin:</b> Zur aktuellen Innenpolitik:</p>
<p><b>frink75:</b> Wie positioniert sich die FDP bei den<br />
aktuellen Vorschlägen aus der großen Koalition zu Investivlöhnen<br />
auf der einen und Deutschlandfonds auf der anderen Seite?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Wir waren immer der Ansicht, dass<br />
Mitarbeiterbeteiligung positiv zu bewerten ist. Allerdings ist der<br />
so genannte Deutschlandfond der SPD eine absolute Luftnummer. Wer<br />
in Fonds investieren möchte, kann das schon heute am Finanzmarkt,<br />
ohne, dass ein womöglich von Gewerkschaftsfunktionären<br />
verwaltetes Bürokratiemonster gebildet werden muss. Die Schaffung<br />
einer neuen Steuersubvention durch die Union ist auch nicht hilfreich.<br />
Vernünftig ist es, Arbeitnehmer am Erfolg des Betriebes zu<br />
beteiligen, ohne den Betrieb für die Zukunft zu belasten. Das<br />
bedeutet: Erfolgsabhängige Lohnkomponenten, die auch zum Teil<br />
im eigenen Betrieb investiert werden, fördern die Bindung der<br />
Arbeitnehmer an das Unternehmen, verbessern die Eigenkapitalquote<br />
des Betriebes, ohne, wie zum Beispiel Tariflohnerhöhungen,<br />
die auch in wirtschaftlich schlechten Jahren mitgetragen werden<br />
müssen, Arbeitsplätze zu gefährden.</p>
<p><b>Redondo:</b> Was halten Sie von der Mindestlohndebatte,<br />
beziehungsweise einem Mindestlohn?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Mindestlöhne sind maximaler Unsinn.<br />
Sind sie zu niedrig, wirken sie nicht. Sind sie zu hoch, vernichten<br />
sie Arbeitsplätze in der legalen Wirtschaft. Richtig wäre,<br />
über Mindesteinkünfte zu diskutieren, wie die FDP das<br />
mit ihrem Bürgergeldsystem, also einem Steuer- und Transfersystem<br />
aus einem Guss, seit vielen Jahren tut.</p>
<p><b>Moderatorin:</b> Kein Mindestlohn, sondern Bürgergeld,<br />
in dem alle sozialen Hilfen des Staates zusammengefasst sind. Was<br />
macht da den großen Unterschied?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Der entscheidende Unterschied ist,<br />
dass Menschen in die Lage versetzt werden, durch ihre eigene Arbeit<br />
ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn produktivitätsorientierte<br />
Löhne gezahlt werden, haben gerade Geringqualifizierte bessere<br />
Chancen, wieder einsteigen zu können. Wenn diese Löhne<br />
zu einem vernünftigen Leben nicht ausreichen, soll es aus den<br />
ohnehin vorhandenen steuerfinanzierten Sozialleistungen einen direkten<br />
Steuerzuschuss für den Arbeitnehmer geben. Das erhöht<br />
den Anreiz zur Arbeitsaufnahme und verringert Mitnahmeeffekte, wie<br />
sie bei anderen Modellen, wie zum Beispiel beim Kombilohn, garantiert<br />
stattfinden würden.</p>
<p><b>jungundfrei:</b> Stichwort Arbeitslosigkeit: Ist es<br />
Ihrer Meinung nach ein realistisches Ziel, die Zahl der Arbeitslosen<br />
auf unter eine Million Menschen zu drücken?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Das politische Ziel muss nach wie<br />
vor Vollbeschäftigung sein. Die Frage der Realisierbarkeit<br />
beantwortet sich durch die Stellung der Rahmenbedingungen. Hier<br />
werfe ich dieser Bundesregierung Arbeitsverweigerung vor &#8211; siehe<br />
oben.</p>
<p><b>ass: </b>Wo sind Ihrer Meinung nach die Milliardenüberschüsse<br />
der Bundesanstalt für Arbeit am besten aufgehoben?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Bei den Beitragszahlern. Alles, was<br />
die Bundesagentur zuviel an Geld hat, hat sie Arbeitnehmern und<br />
Arbeitgebern vorher zuviel weggenommen. Die Möglichkeit, die<br />
Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zu senken, besteht schon<br />
seit Anfang des Jahres. Bei einem Beitragssatz von 3,5 Prozent hätten<br />
Arbeitnehmer mehr vom selbstverdienten Geld übrig und Arbeitgeber<br />
könnten leichter einstellen, wenn es weniger kostet.</p>
<p><b>jungundfrei:</b> Stichwort Sozialstaat: Wo sehen Sie<br />
noch Änderungsbedarf?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Die sozialen Sicherungssysteme müssen<br />
generationengerecht und zukunftssicher gestaltet werden. Das bedeutet<br />
bei der Pflegeversicherung einen gleitenden Einstieg hin zur Kapitaldeckung,<br />
bei der Rentenversicherung neben einer Stärkung der privaten<br />
Altersvorsorge einen flexiblen Renteneintritt bei Wegfall aller<br />
Hinzuverdienstgrenzen als Alternative zum starren Renteneintrittsalter.<br />
Bei der gesetzlichen Krankenversicherung brauchen wir einen dritten<br />
Weg zwischen Bürgerzwangsversicherung und Kopfpauschale. Unser<br />
Privatmodell sichert eine gute Gesundheitsversorgung zu bezahlbaren<br />
Preisen in der Zukunft. Last but not least muss die Vereinbarkeit<br />
von Familie und Beruf und die Stärkung des Bildungssystems<br />
insbesondere auch im frühkindlichen Bereich eine Daueraufgabe<br />
der Politik bleiben.</p>
<p><b>Moderatorin:</b> Hier kommt ein Kompliment:</p>
<p><b>montagsmaler: </b>Ich finde es sehr gut, dass Sie in<br />
letzter Zeit auch die soziale Komponente stärker betonen. Viele<br />
Freunde, die vorher stark FDP-skeptisch waren, sehen das ebenso.<br />
Werden Sie es schaffen, auch diesen Flügel stärker zu<br />
betonen &#8211; so wie in den letzten Monaten?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Die sozialpolitische Ausrichtung der<br />
FDP hat immer den Menschen in den Mittelpunkt gestellt. Auch unsere<br />
Vorschläge in der Steuer-, Finanz- und Wirtschaftspolitik dienen<br />
letztlich der Verbesserung der Lebenssituation der einzelnen Bürgerinnen<br />
und Bürger. Dass dieser ganzheitliche Ansatz jetzt deutlicher<br />
wahrgenommen wird, freut mich.</p>
<p><b>S.Hennecke:</b> Also Vollbeschäftigung ist aus<br />
volkswirtschaftlicher Sicht sicher Unsinn, aber wie wollen Sie konkret<br />
das Ausbildungsniveau in Deutschland erhöhen (Stichwort Autonomie<br />
von Bildungseinrichtungen)?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Die Stärkung autonomer Bildungseinrichtungen<br />
ist eine langjährige Forderung der Liberalen. Das beginnt mit<br />
Wahlfreiheit im vorschulischen Bereich (Stichwort Betreuungsgutscheine),<br />
Wahlfreiheit im schulischen Bereich (Wegfall der Schulamtsbezirke)<br />
und Autonomie der Hochschulen. Dazu gehört im Bereich der beruflichen<br />
Bildung die deutlich verbesserte Durchlässigkeit der Bildungsgänge,<br />
aber auch eine weit größere Modularisierung der Ausbildungsberufe.</p>
<p><b>Fiwi_Bochum:</b> Ich arbeite als wissenschaftlicher<br />
Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum. Seit einem Semester<br />
zahlen unsere Studierenden Studiengebühren. Leider dürfen<br />
die Gelder nicht für zusätzliche Mitarbeiter, Professoren<br />
oder technische Ausstattung verwendet werden, sondern im Wesentlichen<br />
nur für Tutorien und Bibliotheken. Leider verlieren die Gebühren<br />
damit jeglichen Sinn, denn die Lehre wird nicht verbessert. Wie<br />
konnte es zu dieser Fehlsteuerung kommen?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Studienentgelte, die etwas anderes<br />
sind als Gebühren, geben den Studierenden Nachfragemacht und<br />
verbessern die Kapitalausstattung der Bildungseinrichtung. Die Details<br />
der NRW-Hochschulfinanzierung sind mir nicht bekannt, ich weiß<br />
aber, dass das Hochschulfreiheitsgesetz von Nordrhein-Westfalen<br />
in der Fachwelt als Meilenstein für eine verbesserte Autonomie<br />
der Bildungseinrichtungen angesehen wird. Der Einstieg in Studienentgelte,<br />
die der Bildungseinrichtung unmittelbar zugute kommen, also nicht<br />
an klebrigen Fingern von Länderfinanzministern hängen<br />
bleiben, war überfällig und wird mittelfristig zu deutlich<br />
verbesserten Angeboten für die Studierenden führen.</p>
<p><b>Moderatorin:</b> Zwei Fragen zur Schulpolitik:</p>
<p><b>kanone:</b> Stichwort Bildung: Wie stehen Sie zu der<br />
frühen Selektion von Schulkindern im deutschen Bildungssystem?</p>
<p><b>mitvielenfragen:</b> Wie steht die FDP zu der Zusammenlegung<br />
von Haupt- und Realschulen in einzelnen Bundesländern &#8211; halten<br />
Sie dies für den richtigen Weg?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Die Schulpolitik ist in der Kompetenz<br />
der jeweiligen Bundesländer und auch die Qualität der<br />
jeweiligen Schulen variiert von Land zu Land sehr stark. In meinem<br />
Bundesland Baden-Württemberg sehen wir bereits den Kindergarten<br />
nicht nur als Betreuungsstätte sondern als Bildungsstätte<br />
an. Die Stärkung der frühkindlichen Bildung hat bei uns<br />
schon deshalb einen hohen Stellenwert, weil die Startchancen der<br />
Kinder dadurch verbessert werden. In Baden-Württemberg haben<br />
wir uns gerade jetzt für eine Stärkung der Hauptschule<br />
im dreigliedrigen Schulsystem entschieden, weil wir der Ansicht<br />
sind, dass sie breiten Bevölkerungsschichten mehr Grundlagenbildung<br />
mitgeben muss, als das in der Vergangenheit oftmals der Fall war.</p>
<p><b>Moderatorin:</b> Themenwechsel:</p>
<p><b>Mehdorn: </b>Wie stehen Sie angesichts der Streiks<br />
zum Thema Bahn-Börsengang?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Ich bin nach wie vor für den<br />
Börsengang der Bahn, allerdings bin ich auch nach wie vor für<br />
die Trennung von Netz und Betrieb. Die Zurverfügungstellung<br />
des Bahnnetzes soll eine staatliche Aufgabe bleiben, allerdings<br />
muss jeder, der Züge fahren lassen kann, dann auch einen gleichen,<br />
diskriminierungsfreien Zugang bekommen. Nur so wird der Wettbewerb<br />
auf der Schiene sich zum Besten für den Verbraucher entwickeln<br />
können.</p>
<p><b>Moderatorin:</b> Haben Sie keine Angst vor Qualitätsverlust?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Das Gegenteil ist der Fall. Wie sie<br />
schon heute feststellen können, sind Qualität und Service<br />
privater Anbieter auf den von der Deutschen Bahn AG aufgegebenen<br />
Strecken um ein vielfaches höher, als bei der Staatsbahn.</p>
<p><b>wiwi:</b> Mit Bezug auf Ihre Antwort zum Bahn-Börsengang:<br />
Wäre das Halten der Netze in staatlicher Hand nach ihrer Ansicht<br />
auch eine Lösung für Strom und Telefonnetze?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Nein, weil hier der Wettbewerb insbesondere<br />
bei der Telekommunikation dazu geführt hat, dass sich, im Gegensatz<br />
zum Monopolanbieter Bahn, die besten technologischen Entwicklungen<br />
durchsetzen konnten.</p>
<p><b>ole: </b>Bahn bedeutet Mobilität für alle,<br />
ist auch am umweltverträglichsten. Glauben Sie, dass dies das<br />
Ziel eines international agierenden Logistikkonzerns sein würde?<br />
Haben wir es hier nicht eher mit einer hoheitlichen Aufgabe zu tun?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Hoheitliche Aufgaben sind innere und<br />
äußere Sicherheit, Justiz und Finanzverwaltung. Als Aufgabe<br />
der Daseinsvorsorge kann das Vorhalten des Bahnnetzes durch den<br />
Staat die Voraussetzung für diskriminierungsfreien Zugang jedes<br />
geeigneten Betreibers sein. Es ist nicht Aufgabe des Staates, internationale<br />
Logistikbetriebe zu unterhalten. Die Expansion der Deutschen Bahn<br />
AG in diesen Bereich unterstreicht nochmal die Notwendigkeit der<br />
Privatisierung.</p>
<p><b>Moderatorin: </b>Zu einer hoheitlichen Aufgabe &#8211; Sicherheit:</p>
<p><b>Andreas25:</b> Nach den jüngsten Terrorakten in<br />
London und Glasgow und den Gerüchten über mögliche<br />
Anschläge der Taliban in Deutschland dürfte die Sicherheitslage<br />
sehr angespannt sein. Wie steht die FDP zu Einsätzen der Bundeswehr<br />
im Inneren? Sollte die Bundeswehr nicht auch zur Sicherung öffentlicher<br />
Plätze und Gebäude eingesetzt werden?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Die Trennung von innerer und äußerer<br />
Sicherheit ist nicht nur historisch sondern auch praktisch zu begründen.<br />
Soldaten sind keine Hilfspolizisten und wenn Planstellen bei der<br />
Polizei nicht besetzt werden, müssen die Innenminister sich<br />
das vorhalten lassen, dürfen aber nicht nach dem Militär<br />
schreien. Notwendig ist es, bürgerliche Freiheitsrechte und<br />
den berechtigten Wunsch nach Sicherheit mit Augenmaß abzuwägen.<br />
Selbst in totalitären Staaten gibt es keine absolute Sicherheit.<br />
Es gibt aber auch keine Freiheit ohne Sicherheit, so dass der Abwägungsprozess<br />
das politisch Entscheidende ist.</p>
<p><b>marc lichtenberg: </b>Herr Niebel, Bundestrojaner hin<br />
oder her &#8211; Herr Schäuble will den Beweis für die Unschuld<br />
von dem einzelnen Bürger, anstatt der Beweispflicht des Staates.<br />
Wie geht das mit der FDP zusammen?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Überhaupt nicht. Die Unschuldsvermutung<br />
in der Strafprozessordnung ist ein Fundament unserer Rechtsordnung.<br />
Beim öffentlich-rechtlichen Wurm, also dem Ausspähen von<br />
privaten Computern, wird die Terrorismusbekämpfung bestimmt<br />
nicht gestärkt. Erstens würden Terroristen jeden Computer<br />
wahrscheinlich nur einmal benutzen, zweitens müsste die Software<br />
dem Staat einen Zugang offen halten, der innerhalb kürzester<br />
Zeit auch jedem zweitklassigen Hacker bekannt wäre. Betroffen<br />
wären wieder mal die ganz normalen Bürger, die gegenüber<br />
dem Staat auch ein Recht auf Privatheit haben. Deswegen lehnen wir<br />
Online-Durchsuchungen kategorisch ab.</p>
<p><b>Hauptgefreiter: </b>Sie sind doch auch Soldat gewesen:<br />
Was würde die FDP in Sachen Bundeswehr anders machen?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Seit vielen Jahren sind wir der Ansicht,<br />
dass die Bundeswehr zu einer freiwilligen Armee umgebaut werden<br />
muss. Die Wehrform richtet sich nach der außenpolitischen<br />
Bedrohungslage und den verteidigungspolitischen Notwendigkeiten.<br />
Beides hat sich seit dem Kalten Krieg deutlich geändert. Darüber<br />
hinaus ist die Dienstgerechtigkeit nicht gegeben, wenn nur gut ein<br />
Drittel eines Jahrgangs zu irgendeinem Zwangsdienst herangezogen<br />
wird. Die Bundeswehr muss als Freiwilligenarmee für die aktuellen<br />
sicherheitspolitischen Fragestellungen ausgerüstet und ausgebildet<br />
werden, um mit weniger Soldaten als heute eine höhere Einsatzfähigkeit<br />
als heute zu erhalten.</p>
<p><b>Moderatorin:</b> Da sind wir beim Haushalt. Der FDP-Haushaltsexperte<br />
Otto Fricke schlägt vor, bei der Bundeswehr zu sparen. Geben<br />
Sie ihm Recht?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Eine Freiwilligenarmee, wie wir sie<br />
fordern, würde nicht billiger, aber effizienter werden. Durch<br />
die damit einhergehende Strukturveränderung würde es auch<br />
Auswirkungen auf die Truppenverwaltung und die Ausstattung der Streitkräfte<br />
geben. Mit einer Konzentration auf die Kernaufgaben einer Armee<br />
und der weiteren Nachfrage nicht-militärspezifischer Aufgaben<br />
bei privaten Anbietern kann die Kostenstruktur der Streitkräfte<br />
deutlich verbessert werden.</p>
<p><b>Moderatorin:</b> Noch ein weiteres aktuelles Thema:</p>
<p><b>joe333:</b> Stichwort Energiepolitik. Nach den aktuellen<br />
Atomkraftwerk-Störfällen in Krümmel und Brunsbüttel<br />
stellt sich wieder mal die Ausstiegsfrage. Wie sehen Sie die künftige<br />
Energiepolitik?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Die Tatsache, dass von interessierten<br />
Kreisen der Brand eines Transformatorhäuschens zu einem kerntechnischen<br />
Störfall umgedeutet wird, ist geradezu putzig. Wenn Umweltminister<br />
Trittin auch nur einen einzigen Anhaltspunkt für irgendeinen<br />
Sicherheitsmangel bei einem Kernkraftwerk gefunden hätte, wäre<br />
dies garantiert sofort abgestellt worden. Übrigens zu recht.<br />
Wir brauchen für die Zukunft einen vernünftigen Energiemix,<br />
wobei die Kerntechnologie als Übergangstechnologie nicht nur<br />
aus wirtschaftlichen sondern vor allem aus umweltpolitischen Erwägungen<br />
dazugehört. Klimaschutz ohne Kerntechnologie wird zumindest<br />
für einen Übergangszeitraum schwer zu realisieren sein.<br />
Energieeffizienz, Forschung in bessere Speichertechnologien zur<br />
Erhöhung der Grundlastfähigkeit regenerativer Energien<br />
und die Energieforschung müssen Hand in Hand gehen.</p>
<p><b>Moderatorin:</b> Wir kommen schon langsam zum Ende.<br />
Es gibt auch Interesse an Partei-Interna:</p>
<p><b>montagsmaler: </b>Warum beschränken Sie sich bei<br />
der Außendarstellung nur auf den Generalsekretär und<br />
Herrn Westerwelle &#8211; andere Parteien, auch kleine, zeigen mehr Experten<br />
vor oder tun zumindest so, als ob sie das könnten.</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Wir beschränken uns in keiner<br />
Weise. Wir haben viele hervorragende Experten für alle Politikfelder<br />
und versuchen bei Medienanfragen diese auch möglichst zu positionieren.<br />
Leider ist es oftmals so, dass Anfragen zum Beispiel an den Vorsitzenden<br />
gehen und wenn dieser jemand anderen anbietet, der mindestens genauso<br />
gut und vielleicht mit noch mehr Detailkenntnis bei Fachfragen zur<br />
Verfügung stehen würde, lautet die Antwort oft &quot;Den<br />
kennt ja keiner.&quot; Wie aber soll denn derjenige bekannt werden,<br />
wenn viele Medienvertreter vielleicht auch wegen der Quote lieber<br />
auf die bekannten Gesichter zurückgreifen?</p>
<p><b>Moderatorin:</b> Das lassen wir jetzt mal so stehen.<br />
Aber eine weitere Frage: Die FDP muss sich derzeit von vielen Seiten<br />
einen Vorwurf gefallen lassen. Der lautet: &quot;Geschlossen wie<br />
nie, aber langweilig.&quot; Tödliche Gefahr für eine Partei,<br />
oder?</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Ich glaube, die Beurteilung der Medienvertreter<br />
und der Bevölkerung geht hier weit auseinander. Die Medien<br />
lieben den Streit, die Menschen die Geschlossenheit.</p>
<p><b>Moderatorin:</b> Das soll das Schlusswort sein. 60<br />
Minuten tagesschau-Chat sind vorüber. Einmal mehr bitten wir<br />
um Nachsicht, dass wir nicht alle Fragen unserer User stellen konnten.<br />
Vielen Dank für Ihr Interesse. Auch herzlichen Dank an Sie,<br />
Herr Niebel, dass Sie heute Zeit für uns hatten. Das Chat-Protokoll<br />
finden Sie in Kürze auf tagesschau.de und politik-digital.de.</p>
<p><b>Dirk Niebel:</b> Danke schön. Einen ergebnisorientierten<br />
Arbeitstag wünsche ich noch.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotkleinliches_gezaenk_in_grosser_koalitionquot-521/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Mit der Absage pflegen Grüne das Denkmal Fischer&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotmit_der_absage_pflegen_gruene_das_denkmal_fischerquot-162/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotmit_der_absage_pflegen_gruene_das_denkmal_fischerquot-162/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Jan 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimdienst]]></category>
		<category><![CDATA[Dirk Niebel]]></category>
		<category><![CDATA[BND-Affäre]]></category>
		<category><![CDATA[Untersuchungsausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[CIA-Affäre]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/quotmit_der_absage_pflegen_gruene_das_denkmal_fischerquot-162/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="fett">
Am Montag, 23. Januar, war Dirk Niebel, MdB und Generalsekretär 
der FDP, zu Gast im tagesschau-Chat von tagesschau.de in Kooperation 
mit politik-digital.de. Die Haltung der Grünen zu einer Einsetzung 
eines Untersuchungsausschusses zur BND- und CIA-Affäre kommentierte 
Niebel ebenso wie das Investitionsprogramm der schwarz-roten Regierung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
Am Montag, 23. Januar, war Dirk Niebel, MdB und Generalsekretär<br />
der FDP, zu Gast im tagesschau-Chat von tagesschau.de in Kooperation<br />
mit politik-digital.de. Die Haltung der Grünen zu einer Einsetzung<br />
eines Untersuchungsausschusses zur BND- und CIA-Affäre kommentierte<br />
Niebel ebenso wie das Investitionsprogramm der schwarz-roten Regierung.<!--break-->
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte, draußen<br />
ist es knackig kalt, aber in unserem Chat geht&#8217;s hoffentlich gleich<br />
heiß her: herzlich willkommen beim tagesschau-Chat. Unser<br />
Gast im ARD-Hauptstadtstudio ist heute der Generalsekretär<br />
der FDP, Dirk Niebel. Wie immer können Fragen zu allen Themen<br />
gestellt werden &#8211; wir sammeln und &quot;arbeiten ab&quot;. Herzlich<br />
willkommen, Herr Niebel, können wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Klar.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Niebel, wie teuer erkauft die<br />
FDP die Zustimmung der Grünen zum BND-Untersuchungsausschuss?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Wir haben nie einen BND-Ausschuss<br />
gefordert, sondern einen Ausschuss, der sich mit der Aufhellung<br />
der Grauzonen des rechtsstaatlichen Handeln beschäftigt. Damit<br />
die Grünen hier kein Argument haben, um abzuspringen, haben<br />
wir in einem Kompromissvorschlag fast vollständig ihre Formulierungen<br />
des Untersuchungsauftrages übernommen.
</p>
<p>
<b>Frederik (in Rouen):</b> Sehr geehrter Herr Niebel,<br />
wie stehen Sie zu der Meinungsänderung der Grünen? Warum<br />
sind die Grünen nun zum Verzicht bereit und warum beharrt die<br />
FDP auf den Untersuchungsausschuss?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Wir wollten immer umfassende Transparenz<br />
gewährleisten, von der Entführung deutscher Staatsbürger<br />
über CIA-Flüge bis zu Verhören in Foltergefängnissen.<br />
Wenn die Grünen jetzt abspringen, dient das nicht der Pflege<br />
des Rechtsstaates, sondern der des Denkmals Fischer.
</p>
<p>
<b>hansprobst: </b>Muss man sofort, wenn die Medien brüllen,<br />
einen Ausschuss einrichten?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Im Gegenteil. Wenn aber seit Ende<br />
letzten Jahres viele Fragen nicht beantwortet wurden und immer neue<br />
dazu kommen, ist es die Aufgabe des Parlaments, die Regierung zu<br />
kontrollieren.
</p>
<p>
<b>Hook:</b> Schaden Sie mit einem Untersuchungsausschuss<br />
nicht der Arbeit des BND?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Der Vorwurf, Aufklärung würde<br />
die innere Sicherheit gefährden, ist infam. Das Gegenteil ist<br />
der Fall. Nicht aufzuklären würde den Rechtsstaat gefährden.<br />
Darüber hinaus ist uns die Notwendigkeit funktionierender Geheimdienste<br />
bewusst. Auch ein Untersuchungsausschuss kann teilweise geheim tagen<br />
und wird sicher keine operativen Aufgaben des BND öffentlich<br />
machen.
</p>
<p>
<b>aron:</b> Was für Themen wünschen Sie (oder<br />
die FDP) denn im Detail aufgeklärt zu sehen? Geht es nur um<br />
die Beteiligung deutscher an der Zielauswahl oder auch um andere<br />
Themen wie die CIA-Flüge oder auch um Fälle wie die Entführung<br />
el-Masris?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Die Frage der Aufgaben des BND im<br />
Irak ist nur ein kleiner Bestandteil des notwendigen Untersuchungsauftrages.<br />
Der Schwerpunkt muss neben den von Ihnen angesprochenen Themen bei<br />
der Durchsetzung des absoluten Folterverbotes liegen. Daher muss<br />
geklärt werden, ob deutsche Behörden unter Folter erzielte<br />
Erkenntnisse verwertet haben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch mal zum Kompromiss: Sie sagen,<br />
sie haben fast vollständig die Formulierungen des Untersuchungsauftrages<br />
der Grünen übernommen. Was genau heißt das?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Das bedeutet, dass dieser Untersuchungsausschuss<br />
nicht einer Abrechnung mit Rot-Grün dienen soll, sondern Aufklärung<br />
über die nicht beantworteten Fragen bringen soll. Das bedeutet<br />
weiter, dass die Grünen sich nicht herausreden können<br />
und dass es kein politisches Argument für sie gibt, sich zu<br />
verweigern.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wie reagieren Sie und die FDP, wenn<br />
die Grünen tatsächlich abspringen?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Ein Untersuchungsausschuss kann dann<br />
nicht beantragt werden. Aber die Öffentlichkeit würde<br />
erkennen, dass alles, was die Grünen jemals über Rechtsstaat,<br />
Bürgerrechte, Transparenz und demokratische Kontrolle erzählt<br />
haben, ad absurdum geführt würde.
</p>
<p>
<b>Chestnut:</b> Könnte das Ganze nicht zum PR-Desaster<br />
für die FDP werden? Wenn die Partei zu verzweifelt an dem Ausschuss<br />
festhält, denkt sich doch jeder: Klar, die haben&#8217;s nötig,<br />
weil sie in der Opposition sind.
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Wenn die kleinste Fraktion im Bundestag,<br />
die Grünen, sich an der Aufklärungsmöglichkeit nicht<br />
beteiligt, werden sie schon ihre Gründe haben. Der Untersuchungsausschuss<br />
muss nicht belegen, ob Joseph Fischer gelogen hat oder nicht. Wer<br />
heute in den Focus guckt, erfährt, dass Fischer sich am 16.<br />
Dezember 2003 ausführlich von den BND-Agenten in Aman hat vortragen<br />
lassen,<br />
obwohl er noch Anfang des Jahres der Öffentlichkeit und seiner<br />
Fraktion gesagt hat, dass er diesen Vorgang nicht kenne.
</p>
<p>
<b>drasdo:</b> Ich verstehe die ganze Diskussion nicht.<br />
Jede Bundesregierung, die staatspolitisch verantwortlich handelt,<br />
muss, um sich ein eigens Bild zu verschaffen, Mitarbeiter in eine<br />
Krisenregion schicken. Mit der Diskussion erreichen Sie allerdings<br />
den Mann am Stammtisch sehr gut.
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Die erste Aussage ihres Satzes ist<br />
völlig richtig. Hier geht es nur um die Deckungsgleichheit<br />
von Reden und Handeln. Viel wichtiger sind mir die anderen unbeantworteten<br />
Fragen, die ich vorhin schon genannt hatte.
</p>
<p>
<b>aron:</b> Würden Sie sagen, Sie haben den konkreten<br />
Verdacht, dass deutsche Behörden Folteraussagen verwendet haben?<br />
Welche Zeugen würden sie zu diesem Thema gerne befragen?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Innenminister Schäuble hat in<br />
der Bundestagsdebatte gesagt, in den Akten gäbe es keine Erkenntnisse,<br />
die auf die Verwertung von Foltergeständnissen hinweisen. Das<br />
reicht nicht aus!
</p>
<p>
<b>luftikus:</b> Das parlamentarische Kontrollgremium<br />
hat die BND-Geschichte aus Bagdad schon für unproblematisch<br />
erklärt. Wieso soll das dann überhaupt noch in den Ausschuss?<br />
CIA würde doch reichen. Dann machen bestimmt auch die Grünen<br />
mit.
</p>
<p>
<b>dunkelmann:</b> Hallo Herr Niebel, für wie groß<br />
halten Sie denn den Einfluss von Fischer in der Grünen-Fraktion?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> zu luftikus: Einspruch. Das parlamentarische<br />
Kontrollgremium hat festgestellt, dass die Agenten entsprechend<br />
ihres Auftrages korrekt gehandelt haben. Das bedeutet etwas anderes.<br />
Im Übrigen: Wir haben nie einen BND-Ausschuss gefordert. Wir<br />
haben die Fragestellung der Grünen fast vollständig übernommen.<br />
Aber die Reihenfolge der Fragen in unserem Vorschlag so verändert,<br />
dass CIA und Folter vorne stehen und nicht der BND, wie es die Grünen<br />
vorgeschlagen haben. Zu dunkelmann: Er (Joschka Fischer) wurde in<br />
der Vergangenheit als Gottvater bezeichnet, wenn er innerhalb einer<br />
Woche die Fraktion und Parteiführung nach einem klaren &#8216;Ja&#8217;<br />
zum Untersuchungsausschuss zu einem &#8216;Nein&#8217; umdrehen kann, sagt dass<br />
nicht nur was über seinen Einfluss, sondern auch über<br />
das mangelnde Rückgrat der grünen Fraktion aus.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Für Sie ein Skandal?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Zumindest sehr erhellend.
</p>
<p>
<b>hans probst:</b> Wie stehen Sie dann zu Aussagen eines<br />
Wolfgang Schäuble, man dürfe &quot;erfolterte&quot; Aussagen<br />
von Häftlingen auch in Deutschland in einem Rechtsstreit verwenden?
</p>
<p>
<b>R.M.:</b> Dürfen Ihrer Meinung nach deutsche<br />
Behörden unter keinen Umständen Folteraussagen verwenden?<br />
Auch nicht im zugespitzten Fall, in dem dadurch Leben gerettet werden<br />
können?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Das absolute Folterverbot darf nicht<br />
aufgeweicht werden. Wer sich im Kampf gegen den Terror nicht rechtstaatlicher<br />
Mittel bedient, begibt sich auf eine schiefe Bahn und überschreitet<br />
eine rote Linie, wodurch man sich auf die gleiche Ebene begibt,<br />
wie diejenigen, die man bekämpfen will.
</p>
<p>
<b>bndagent:</b> Wird auch die Beziehung zwischen Frau<br />
Osthoff und dem BND Teil des Untersuchungsausschusses sein?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Ich glaube, es ist notwendig, dass<br />
der Bundesaußenminister dem parlamentarischen Kontrollgremium<br />
gegenüber zum Fall Osthoff Rede und Antwort steht. Dieser Fall<br />
ist zwar sehr diffus, hat mit dem anderen Komplex aber nichts zu<br />
tun.
</p>
<p>
<b>blacktimh:</b> Wie finden Sie die Vorwürfe, dass<br />
Susanne Osthoff die Entführung plante?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Das kann ich nicht beurteilen. Der<br />
Umstand, dass eventuell Lösegeld bezahlt wurde und davon einiges<br />
bei ihr aufgefunden wurde, verbietet es aber, dass die Bundesregierung<br />
gegenüber den zuständigen Gremien weiterhin schweigt.<br />
Sollte sich der Vorwurf bewahrheiten, ist es meines Erachtens nicht<br />
nur kriminell, sondern Frau Osthoff hätte anderen potenziellen<br />
Entführungsopfern einen Bärendienst erwiesen.
</p>
<p>
<b>Hasenchartbreaker:</b> Hallo Herr Niebel. Was ist<br />
eigentlich dran an dem Gerücht, dass die FDP intern schon ziemlich<br />
von der Selbstdarstellung eines Herrn Westerwelle genervt ist?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Überhaupt nichts.
</p>
<p>
<b>Eirikr:</b> In Deutschland wird immer wieder mit nachfrageorientierten,<br />
keynesianisch ausgerichteten Argumenten gefochten. Warum ist es<br />
so schwer, den Leuten klar zu machen, dass das Schnee von gestern<br />
ist? Zumal nur eine Minderheit unter den Experten in Deutschland<br />
daran glaubt und im europäischen Ausland damit auch nicht mehr<br />
argumentiert wird.
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Das Grundproblem besteht darin, dass<br />
gerade bei einer großen Koalition die schwarz und rot lackierten<br />
Sozialdemokraten den Bürgern nichts zutrauen. So versuchen<br />
sie, mit einem Investitionsprogramm, für das sie das Geld nicht<br />
haben, etwas zu erreichen, was Bürger und Unternehmen, wenn<br />
ihnen der Staat mehr vom selbstverdienten Geld überließe,<br />
viel besser selbst könnten.
</p>
<p>
<b>Oskar Matzerat:</b> Was genau unterscheidet für<br />
Sie den Begriff &quot;liberal&quot; im Deutschen von dem &quot;liberal&quot;<br />
im Amerikanischen?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Im deutschen Liberalismus wurde der<br />
Nachtwächterstaat durch die sogenannten Neoliberalen abgelöst,<br />
die dafür gesorgt haben, dass im Umgang untereinander Spielregeln<br />
aufgestellt wurden, die der Staat wie ein Schiedsrichter zu überwachen<br />
hatte. Mittlerweile könnte man glauben, der Schiedsrichter<br />
möchte gerne selbst die Tore schießen. Das kann nicht<br />
funktionieren. Der amerikanische Liberalismus ähnelt meines<br />
Erachtens eher dem alten Nachtwächterstaat.
</p>
<p>
<b>jj:</b> Sehr geehrter Herr Niebel. An sich bin ich<br />
ja der FDP gegenüber sehr wohlgesonnen, doch habe ich in letzter<br />
Zeit ein Problem: Mir fällt auf, dass das einzige, was man<br />
von den Liberalen hört, Gemecker ist. Es wird von Bundesparteiseite<br />
nur rumgemosert, gemeckert, kritisiert. Ist das die Rolle der FDP<br />
in der Opposition?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Überhaupt nicht. Da ist ihre<br />
Wahrnehmung leider sehr eingeschränkt. Schon im Vorfeld des<br />
Koalitionsvertrages war es die FDP, die in der Diskussion über<br />
die Föderalismusreform die Großkoalitionäre zwingen<br />
konnte, auch eine Reform der Finanzbeziehungen in Deutschland im<br />
Koalitionsvertrag festzuschreiben. Die Rolle der FDP als Oppositionsführer<br />
ist eine konstruktive, die die große Koalition auch antreibt<br />
und selbstverständlich zu kontrollieren hat.
</p>
<p>
<b>aron_:</b> Noch einmal zu den Foltervorwürfen:<br />
Als überzeugter Gegner von Folter frage ich mich, wie derart<br />
ungeheuerliche Vorwürfe entstehen konnten. Woher kommt die<br />
Vermutung, dass deutsche Behörden Folteraussagen verwendet<br />
hätten?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Deutsche Beamte haben nach Auskunft<br />
des Bundesinnenministers sowohl in Guantanamo als auch in syrischen<br />
und libanesischen Gefängnissen, die für Folter bekannt<br />
sind, Vernehmungen durchgeführt. Übrigens ohne, dass der<br />
Generalbundesanwalt davon wusste. Allein das bedarf der rückhaltlosen<br />
Aufklärung.
</p>
<p>
<b>PPM:</b> Sehr geehrter Herr Niebel, was sehen sie<br />
denn so problematisch daran, dass der BND im Irak aktiv war und<br />
eventuell Informationen an die Amerikaner weitergegeben hat? Die<br />
USA sind schließlich unsere Verbündete und wenn der BND<br />
Informationen weitergegeben haben sollte, sehe ich darin kein Problem.<br />
Warum auch?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Grundsätzlich würde ich<br />
Ihnen zustimmen. Handeln und Reden der Bundesregierung würde<br />
dann allerdings sehr weit auseinander klaffen. Nichtbeteiligung<br />
am Irakkrieg bedeutet ja nicht nur, keine Soldaten zu schicken.<br />
Aber noch einmal: Die FDP hat zu keinem Zeitpunkt einen BND-Ausschuss<br />
gefordert, sondern von Anfang an eine umfassende Beleuchtung der<br />
Grauzonen rechtsstaatlichen Handelns.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachfrage nach Verhören in Guantanamo:
</p>
<p>
<b>Clemens Gretkowski:</b> Was für Beamte, Herr<br />
Niebel? BND, Bundespolizei, Bundeswehr? Was für Beamte haben<br />
die Vernehmungen durchgeführt?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Nach meinem Wissen Beamte des Bundeskriminalamtes.
</p>
<p>
<b>Montagsmaler:</b> Kommt meine Frage noch? Ich entdecke<br />
in der Rückkehr der Menschenrechts- und Rechtsstaatsthemen<br />
mehr Gemeinsamkeiten zwischen FDP und SPD als mit der CDU. Steht<br />
Ihnen nur die Marktscheu der Sozialdemokraten bei einer Koalition<br />
im Wege?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Koalitionsfragen werden beantwortet,<br />
wenn sie sich stellen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Dennoch: Könnte die SPD der Nach-Schröder-Ära<br />
für die Liberalen im Bund künftig wieder interessant sein?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Da die Sozialdemokratisierung der<br />
Union in rasendem Tempo vorangeht, unterscheiden sich Union und<br />
SPD immer weniger voneinander. Das bedeutet für uns, all die<br />
Menschen, die einen Politikwechsel wollten und nur einen Personalwechsel<br />
bekamen, sind bei der FDP herzlich willkommen.
</p>
<p>
<b>Kallebeckenbauer:</b> Hallo Herr Niebel, sind die<br />
gewählten Abgeordneten wirklich die Vertreter des Volkes? Ich<br />
habe nicht immer den Eindruck. Da wird viel über die Köpfe<br />
der Leute hinweg entschieden. Warum machen Sie von der FDP sich<br />
nicht stark dafür, Volksabstimmungen generell einzuführen?<br />
Haben die Politiker davor Angst?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Wir haben uns als FDP seit längerer<br />
Zeit für eine Stärkung plebiszitärer Elemente ausgesprochen.<br />
Das gilt insbesondere, wenn die Legislaturperiode tatsächlich<br />
auf 5 Jahre verlängert werden sollte. Generell halten wir aber<br />
an der repräsentativen Demokratie in einem 82-Millionen Volk<br />
fest.
</p>
<p>
<b>David13:</b> Was hält die FDP von der Lohnforderung<br />
der IGM: Konjunkturbremse oder eine echte Alternative um den Binnenmarkt<br />
anzukurbeln?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Ein &quot;Superprogramm&quot; zur<br />
Vernichtung von innerdeutschen Arbeitsplätzen. Stattdessen<br />
würde ein einfaches und niedriges Steuersystem zu einem wesentlichen<br />
Schub für mehr Wachstum und weniger Arbeitslosigkeit führen.
</p>
<p>
<b>Usama:</b> Hallo Herr Niebel. Die Erhöhung der<br />
Mehrwertsteuer haben Sie gegeißelt, weil sie die Konjunktur<br />
abwürge. Jetzt geißeln Sie die staatlichen Investitionen,<br />
die die Konjunktur ankurbeln sollen. Was wollen Sie denn überhaupt?<br />
Noch mehr Belastung der kleinen Leute und Entlastung der großen<br />
Unternehmen?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Es ist doch unsinnig, dass der Staat<br />
den Bürgern ihr selbstverdientes Geld wegnimmt, durch einen<br />
teuren Verwaltungsapparat katalysiert, um es ihnen dann hinterher<br />
nach Abzug der Verwaltungskosten zweckgebunden in Form eines Investitionsprogramms<br />
wieder zurück zu geben. Nicht der Staat, die Bürger wissen<br />
besser, was sie mit ihrem Geld anfangen sollen.
</p>
<p>
<b>Copperhead:</b> Wird die FDP per Bundesrat die Mehrwertsteuer-Erhöhung<br />
zu Fall bringen?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Kein Land mit FDP-Regierungsbeteiligung<br />
wird der Mehrwertsteuer-Erhöhung zustimmen. Das bedeutet, wir<br />
müssen unsere Regierungsbeteiligung in Baden-Württemberg,<br />
Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt am 26. März erhalten und<br />
dann noch ein weiteres Bundesland von der Unsinnigkeit der Mehrwertsteuer-Erhöhung<br />
überzeugen, um diese zu verhindern. Im September wählen<br />
die rot-rot regierten Länder Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.<br />
Ich bin gespannt, wie die PDS ihren Wählern eine Mehrwertsteuer-Erhöhung<br />
verkaufen möchte. Sie sehen also, wenn die FDP in den Wahlen<br />
stark wird, gibt es eine echte Chance, die Mehrwertsteuer-Erhöhung<br />
zu verhindern.
</p>
<p>
<b>Tequilllla:</b> Halten sie es für möglich,<br />
aus ihrer Oppositionsrolle bestimmte Projekte der CDU (oder auch<br />
SPD) zu unterstützen, die im jeweils anderen Lager der Koalition<br />
keine hundertprozentige Zustimmung findet und so eventuell die Stimmen<br />
zur Durchsetzung fehlen? Ich denke da an die Kombilohn-Debatte seitens<br />
der CDU, die nicht von allen SPD Anhängern als Unsinn abgetan<br />
wird, aber auch nicht von allen getragen wird.
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Von unserer Warte aus wäre das<br />
sicher möglich, allerdings wird die Regierung bestimmt nicht<br />
mit wechselnden Mehrheiten arbeiten. Das bedeutet alles, worüber<br />
die beiden sich nicht einigen können, findet nicht statt. Also<br />
Politik auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner.
</p>
<p>
<b>Jk:</b> Wie stellen sie sich denn eine Ausmistung<br />
der &quot;teuren&quot; Verwaltung vor? Mehr Bundeskompetenz und<br />
weniger Ebenen? Ein vereinfachtes Verwaltungsverfahrensgesetz? Da<br />
hätte ich doch Angst, dass Sie Rechtsschutzinstanzen für<br />
den Bürger beschneiden müssten.
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Weniger Aufgaben für den Staat<br />
und mehr Freiheit für den Bürger bedeutet in der Konsequenz<br />
auch weniger Verwaltung. Eine Aufgabenüberprüfung dessen,<br />
was der Staat zu tun hat, ist dringend überfällig. Befristete<br />
Gesetze und Verordnungen, Bürokratiefolgeabschätzung im<br />
Vorfeld von Gesetzgebungsverfahren würden ein Übriges<br />
tun.
</p>
<p>
<b>PPM:</b> Tendieren Sie dazu, dass sich die Union gerade<br />
dem &#8216;sozialen Gedanken&#8217; anbiedert, anstatt sich wieder ihrem eigenen<br />
&#8216;konservativen&#8217; Profil zuzuwenden,<br />
oder sehen Sie diese Entwicklung als eine kurzfristige Entwicklung?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Im Binnenwettbewerb der beiden großen<br />
sozialdemokratischen Parteien sehe ich eher einen dauerhaften Linksruck<br />
im deutschen Bundestag. Es gibt vier staatsgläubig/sozialdemokratisch<br />
strukturierte Fraktionen und eine bürgerlich liberale.
</p>
<p>
<b>Lennox:</b> Ich dachte, es ging hier um Geheimdienstmethoden<br />
und Terroristenjagd!?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wie in der Anmoderation angekündigt:<br />
&quot;Wie immer können Fragen zu allen Themen gestellt werden&quot;.
</p>
<p>
<b>aron_:</b> Halten sie die Diskussion um den Atomwiedereinstieg<br />
in Anbetracht der ebenso knappen Uranvorkommen für sinnvoll?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Kernkraftwerke, die nicht sicher<br />
sind, müssen sofort abgestellt werden. Kernkraftwerke, die<br />
sicher sind, müssen die Chance bekommen, entsprechend ihrer<br />
wirtschaftlichen Lebensdauer betrieben zu werden. Eine Forderung<br />
nach Neubau von Kernkraftwerken halte ich für unsinnig, insbesondere,<br />
weil mir kein Betreiber bekannt ist, der sie ernsthaft erheben würde.
</p>
<p>
<b>lemonBER:</b> Auch wenn Sie die Grünen zu den<br />
staatsgläubigen Parteien zählen &#8211; sehen Sie nicht gerade<br />
bei Bürgerrechtsthemen und eben auch beim Missbrauch der Regierungsmacht<br />
durch all zu selbstgerechte Staatlichkeit Anknüpfungspunkte<br />
an die Grünen, die zweite Partei mit zumindest liberalem Potential?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Ich sehe Anknüpfungspunkte in<br />
Teilen der grünen Wählerschaft, nicht aber im Handeln<br />
der grünen Partei. Weder in der Regierungszeit, wo sie die<br />
Lösung von Problemen immer irgendwelchen staatlichen Organisationen<br />
zugeordnet hat, noch in der Opposition, wo sie jetzt auf dem besten<br />
Weg ist, alle öffentlich proklamierten Ziele zum Schutz von<br />
Joseph Fischer über Bord zu werfen.
</p>
<p>
<b>Klammerbeutel:</b> Hallo Herr Niebel. Offensichtlich<br />
kommen Sie ja von der großen Koalition mit Ihrer ehemaligen<br />
Partnerpartei, der CDU, nicht so richtig los. Besteht bei dieser<br />
Konstellation der Opposition überhaupt die Chance einer schlagfertigen<br />
Gegenposition zur amtierenden Regierung?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Selbstverständlich. Erstens,<br />
weil große Koalition zwar große Mehrheit bedeutet, nicht<br />
aber große Problemlösungskompetenz. Eine große<br />
Koalition hat langwierige Abstimmungsprozesse, um sich auf den kleinsten<br />
gemeinsamen Nenner zu einigen. Das reicht nicht zur Lösung<br />
der Probleme Deutschlands.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Für die Kanzlerin gehen die Beliebtheitswerte<br />
stark nach oben: Warum steht die große Koalition so gut da?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Erstens ist Frau Merkel eine durchaus<br />
sympathische Persönlichkeit. Zweitens bringen große Koalitionen<br />
es mit sich, dass viele Menschen sie gewählt haben, sich also<br />
gerne im Ergebnis wieder sehen. Hierfür nehmen sie ebenso wie<br />
Teile der veröffentlichten Meinung inhaltliche Abstriche hin.
</p>
<p>
<b>Imperanevs:</b> Sie stehen Sie persönlich zu<br />
einem geplanten gesamtdeutschen Einbürgerungstest?
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Grundsätzlich bin ich der Ansicht,<br />
dass man von Einbürgerungswilligen über die Kenntnisse<br />
der deutschen Sprache hinaus Grundkenntnisse des deutschen Gesellschaftssystems<br />
erwarten kann. Ein Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung<br />
ist zwingend, das bedeutet aber nicht, dass der Staat alles fragen<br />
darf. Die sexuelle Ausrichtung oder individuelle religiöse<br />
Überzeugungen sind Privatsache.
</p>
<p>
<b>Peter18:</b> Wie alles im Leben, so sollte auch diese<br />
Geschichte den normalen Dienstweg gehen und von den Vorgesetzten<br />
der beiden Agenten geklärt werden. Ich denke, ein Nachrichtendienst<br />
ist zum beschaffen von Informationen da. Auch für die Beschaffung<br />
von Lageinformationen aus dem Irak und wenn diese dann auch noch<br />
dazu dienen, dass der Schaden an zivilen Gebäuden minimiert<br />
wird, ist das zumindest militärisch gesehen sehr wertvoll.
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Abgesehen davon, dass wir keinen<br />
reinen BND-Untersuchungsausschuss wollen, dient natürlich auch<br />
die Weitergabe nicht zu bombardierender Ziele einem militärischen<br />
Zweck. Der Jurist nennt so etwas Umkehrschluss. Hier geht es wieder<br />
um die Frage von Reden und Handeln einer Regierung.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren 60 Minuten tagesschau-Chat.<br />
Wie stets die Bitte um Nachsicht an diejenigen, die mit ihrer Frage<br />
nicht zum Zuge gekommen sind. Vielen Dank für Ihr Interesse.<br />
Vielen Dank an Sie, Herr Niebel, dass Sie heute Zeit für unsere<br />
User hatten. Das Chat-Protokoll finden Sie wie immer auf tagesschau.de<br />
und politik-digital.de. Dort erfahren Sie auch die Termine für<br />
die nächsten Chats. Nächster Gast bei uns ist die Grüne<br />
Bundestagsabgeordnete und Bundestagsvize-Präsidentin Katrin<br />
Göring-Eckardt am 6. Februar ab 13 Uhr.
</p>
<p>
<b>Dirk Niebel:</b> Vielen herzlichen Dank und ich wünsche<br />
Ihnen allen einen ergebnisorientierten Arbeitstag.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotmit_der_absage_pflegen_gruene_das_denkmal_fischerquot-162/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dirk Niebel über eine neue Arbeitsmarktpolitik</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/dirk_niebel_ueber_eine_neue_arbeitsmarktpolitik-252/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/dirk_niebel_ueber_eine_neue_arbeitsmarktpolitik-252/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[uheimann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Jan 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Dirk Niebel]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarktpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesagentur für Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz IV]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/dirk_niebel_ueber_eine_neue_arbeitsmarktpolitik-252/</guid>

					<description><![CDATA[<span class="fett"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span class="normal">
Am Mittwoch, den 26. Januar war Dirk Niebel, </span><span style="font-family: Arial,helvetica">arbeitsmarktpolitischer 
Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion</span>, von 13 bis 14 Uhr zu 
Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de. 
Der FDP-Politiker rechnete u.a.mit der Bundesagentur für Arbeit 
und Hartz-IV-Regelungen</span><span style="font-size: x-small"> ab</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">.</span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="fett"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span class="normal"><br />
Am Mittwoch, den 26. Januar war Dirk Niebel, </span><span style="font-family: Arial,helvetica">arbeitsmarktpolitischer<br />
Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion</span>, von 13 bis 14 Uhr zu<br />
Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.<br />
Der FDP-Politiker rechnete u.a.mit der Bundesagentur für Arbeit<br />
und Hartz-IV-Regelungen</span><span style="font-size: x-small"> ab</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">.</span></span><!--break--><span class="fett"></p>
<p>Moderator: </span>Liebe Politik-Interessierte, willkommen im tacheles.02-Chat.<br />
Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und<br />
politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de.<br />
Zum chatten ist der FDP-Bundestagsabgeordnete Dirk Niebel ins ARD-Hauptstadtstudio<br />
gekommen. Herzlich willkommen, los geht´s gleich mit dieser<br />
Frage:</p>
<p>
<span class="fett">itchy:</span> Herr Niebel, was haben Sie eigentlich<br />
gegen Hartz IV? Geht es Ihnen nicht weit genug?
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel</span>: Ich habe vom Grundsatz her<br />
nichts gegen Hartz IV. Die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe<br />
und Sozialhilfe ist eine sinnvolle und überfällige Reform.<br />
Ich kritisiere bei Hartz IV die Umsetzung der Reform und dass durch<br />
diese Reform natürlich das Grundproblem des Arbeitsmarktes<br />
&#8211; zu wenig Arbeitsplätze zu haben &#8211; nicht gelöst wird.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator</span>: Was passt Ihnen konkret nicht<br />
an der Umsetzung?
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel</span>: Ich bin der festen Überzeugung,<br />
die Bundesagentur für Arbeit ist mit dieser Aufgabe überfordert.<br />
Ich hätte mir die Zuständigkeit für die Betreuung<br />
der Langzeitarbeitslosen bei den kommunalen Trägern der Sozialhilfe<br />
gewünscht. Bei dem betroffenen Personenkreis ist der Verlust<br />
des Arbeitsplatzes meistens nur ein Problem von vielen. Für<br />
diese umfassende Beratungstätigkeit fehlt der Bundesagentur<br />
jede Kompetenz.
</p>
<p>
<span class="fett">Durchlaucht:</span> Herr Niebel, sind private<br />
Arbeitsvermittler eine bessere Lösung als dieses Geschwulst<br />
BA?
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel:</span> Private Arbeitsvermittler<br />
sowie die weite Einführung privatwirtschaftlicher Elemente<br />
in der staatlichen Arbeitsvermittlung wären die richtige Mischung.<br />
Ich bin allerdings der Ansicht, dass die Bundesagentur in ihrer<br />
jetzigen Form nicht reformierbar ist und daher aufgelöst werden<br />
sollte.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator: </span>Was tun mit den 80.000 BA-Beamten<br />
und -Angestellten?
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel: </span>Es sind 90.000. Auflösung<br />
heißt nicht Abschaffung, sondern ist ein Terminus Technikus.<br />
Durch die Auflösung der Behörde besteht sie eine juristische<br />
Sekunde lang nicht. D.h. es besteht auch die Selbstverwaltung mit<br />
Frau Engelen-Kefer nicht mehr (das wäre ein Mehrwert als solcher).<br />
Zweitens bestehen die behördeninternen Vorschriften nicht mehr,<br />
sondern es gilt das Gesetz. Drittens kann das starre öffentliche<br />
Dienst- und Tarifvertragsrecht eine sinnvolle Strukturverränderung<br />
nicht mehr blockieren. Wir schlagen ein Dreisäulensystem stattdessen<br />
vor: 1.) eine Versicherungsagentur, die nichts anderes macht als<br />
die Lohnersatzleistungen. 2.) eine schmale Arbeitsmarktagentur,<br />
die nur für das überregional Notwendige wie die Transparenz<br />
der gemeldeten Stellen sorgt und 3.) vor Ort in kommunaler Trägerschaft<br />
steuerfinanziert die aktive Arbeitsmarktpolitik (Bundestagsdrucksache<br />
DrS 15/2421).
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Lässt sich unter www.bundestag.de<br />
in der Datenbank schnell finden. <br />
Zwischendurch ein bisschen Selbsteinschätzung:
</p>
<p>
<span class="fett">Andreas Thieme:</span> Würden Sie sich<br />
selbst als Humanist bezeichnen? Zu welchem Flügel der FDP zählen<br />
Sie sich?
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel:</span> Ich würde mich, glaube<br />
ich, nicht als Humanisten bezeichnen, sondern als klassischen liberalen<br />
Freidenker, der sich allein aus diesem Grund in keine Flügelecken<br />
stellen lässt. Dennoch: Ohne Flügel kann man nicht fliegen.
</p>
<p>
<span class="fett">Anna:</span> Aus Ihren Konzepten schließe<br />
ich, dass die Menschen mit aller Kraft der Wirtschaft dienen sollten.<br />
Sollte nicht die Wirtschaft dem Menschen dienen?
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel:</span> Eine gut funktionierende<br />
Wirtschaft ist die Vorraussetzung dafür, soziale Sicherungssysteme<br />
überhaupt unterhalten zu können. Die Bundesregierung hat<br />
richtigerweise 500 Mio. Euro Flutopferhilfe angekündigt. Auch<br />
wenn Herr Fischer und Herr Schröder so getan haben, als sei<br />
es ihr eigenes Geld, handelt es sich hier um Steuereinnahmen, die<br />
nur aufgrund funktionierender Wirtschaftskreisläufe zu Stande<br />
gekommen sind. Sie sehen, beides bedingt sich gegenseitig.
</p>
<p>
<span class="fett">Freudenberg:</span> Und was sagen Sie zu denjenigen,<br />
die wenig Sozialhilfe erhalten, aber auch keine Chance auf einen<br />
neuen Arbeitsplatz haben trotz intensivster Bemühungen? Welche<br />
Perspektive haben diese Menschen denn?
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel:</span> Die Frage zeigt ein Grundproblem<br />
der Reform auf. Hartz IV schafft keine neuen Arbeitsplätze<br />
(außer vielleicht bei der BA). Um neue Arbeitsplätze<br />
zu schaffen und vorhandene sichern zu können, bedarf es weiterer<br />
umfassender Reformen im Steuer-, Arbeits- und Tarifvertragsrecht<br />
sowie den vermehrten Abbau bürokratischer Vorschriften.
</p>
<p>
<span class="fett">rasmuni II:</span> Was erwarten Sie von der<br />
Konzentration der EU-Kommission auf Wirtschaftswachstum, die Baroso<br />
angekündigt hat?
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel:</span> So einseitig habe ich die<br />
Ankündigung Barosos nicht verstanden. Richtig ist aber, dass<br />
wirtschaftliches Wachstum ab einer bestimmten Steigerungsrate zu<br />
mehr Arbeitsplätzen, somit zu mehr Wohlstand der Bevölkerung<br />
und damit zu mehr Staatseinnahmen führt.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator: </span>Eine Kernfrage für die<br />
Liberalen, würde ich sagen:
</p>
<p>
<span class="fett">Oberst_Schlag: </span>Sie fordern eine Lockerung<br />
des, ich zitiere, &quot;verkrusteten Arbeits- und Tarifrechts&quot;.<br />
Meinen Sie ernsthaft, mit der Lockerung des Kündigungsschutz<br />
und der Tarifverträge Arbeitsplätze zu schaffen?
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel: </span>Das Kündigungsschutzgesetz<br />
hat sich, wie übrigens viele anderen Schutzgesetze auch, zu<br />
einem Arbeitsplatz-Besitzenden-Schutz verändert. Diejenigen,<br />
die draußen stehen, stoßen dadurch auf eine Barriere.<br />
Statt einzustellen wird lieber der Weg in Überstunden, Arbeitnehmerverleih<br />
oder Schwarzarbeit gewählt. Sicher ist allein der Kostenfaktor<br />
nicht ausreichend erklärend für die Arbeitslosigkeit.<br />
Aber dennoch dürfen die Kosten und Nebenkosten der Arbeit nicht<br />
außer Acht gelassen werden. Meiner Meinung nach ist es sinnvoller,<br />
dass Belegschaft und Unternehmensleitung sich auf Maßnahmen<br />
zur Arbeitsplatzsicherung und -schaffung einigen können, als<br />
Verbandsfunktionäre von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden,<br />
die die konkrete Situation des Betriebes überhaupt nicht beurteilen<br />
können.
</p>
<p>
<span class="fett">Ganuadar:</span> Fakt ist, dass viele deutsche<br />
Unternehmen doch unglaubliche Gewinne machen? Wie kann man die Arbeitgeber<br />
dazu animieren, mehr Arbeitsplätze hier zu schaffen, damit<br />
der Bürger auch wieder mehr davon hat und sich mehr leisten<br />
kann, was wieder die Wirtschaft stimuliert usw.?
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel:</span> Steuern zahlen kann nur<br />
der, der Arbeit hat. Deswegen ist es wichtig, Arbeitsplätze<br />
im eigenen Land zu halten. Im internationalen Wettbewerb kann es<br />
dennoch manchmal der Arbeitsplatzsicherung im Inland dienen, wenn<br />
auch in Auslandsarbeitsplätze investiert wird und dadurch eine<br />
Mischkalkulation möglich wird. Da wir niemals ein Billiglohnland<br />
werden und werden wollen, ist unsere Innovationsfähigkeit für<br />
zukünftige Arbeitsplätze das entscheidende Investitionskriterium.<br />
Hier ist die Politik &#8211; insbesondere der Grünen &#8211; gefordert,<br />
nicht immer nur Risiken, sondern auch Chancen zu sehen. Der Transrapid<br />
wurde in Deutschland erfunden und fährt in Shanghai, die Gentechnik<br />
wurde in Deutschland weitgehend mitentwickelt, genetisch hergestelltes<br />
Insulin kommt aus den Vereinigten Staaten, die sog. &quot;grüne&quot;<br />
Gentechnik wird von Frau Künast gerade nach Amerika vertrieben<br />
und, weil auch die Grünen mittlerweile in die Jahre kommen,<br />
steht zu befürchten, dass sie aus israelischer Stammzellenforschung<br />
entwickelte Medikamente gegen ihre Alterskrankheiten übers<br />
Internet in Deutschland bestellen werden.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Da verstehen Sie sich bestimmt<br />
gut mit Kanzler Schröder. Na, vielleicht doch eine SPD-FDP-Koalition<br />
2006?
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel:</span> Der Kanzler und sein Vizekanzler<br />
Joseph Fischer haben sich ja bereits im letzten Jahr die ewige Liebe<br />
versichert. Wir wollen Rot-Grün ablösen.
</p>
<p>
<span class="fett">Hartmut:</span> Herr Niebel, es ist bekannt,<br />
dass Sie jahrelang bei der Bundesagentur beschäftigt waren.<br />
Wie kann es sein, dass ich es so lange bei einem Arbeitgeber aushalte,<br />
den ich so ablehne bzw. die geleistete Arbeit der Mitarbeiter so<br />
in Misskredit bringe.
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel:</span> Die Arbeit der Mitarbeiter<br />
wird von mir in keiner Weise kritisiert. Sie können auch Michael<br />
Schumacher in einen Mini setzen und er wird kein Formel-1-Rennen<br />
gewinnen. Die Strukturen der BA als zentral gesteuerte Großbehörde,<br />
insbesondere aber die informellen Strukturen sowie das, was ich<br />
als Arbeitslosenindustrie bezeichne, halte ich im jetzigen System<br />
für nicht reformierbar. Die Arbeitslosenindustrie aus Bildungsträgern,<br />
Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und auch aus öffentlichen<br />
Händen, die meistens in den Taschen der Bürger stecken,<br />
sind es über Jahrzehnte hinweg gewohnt gewesen, dass immer<br />
mehr Geld in das System gesteckt wurde, indem es umverteilt wurde.<br />
Die Effizienz dieser Veranstaltung bezeichnet sogar Bundesminister<br />
Clement als äußerst ungenügend.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Statement von:
</p>
<p>
<span class="fett">PQ:</span> Die Bundesagentur für Arbeit<br />
ist nur noch ein riesengroßer Verwaltungsapparat, welcher<br />
den eigentlichen Zweck, nämlich die Vermittlung von Arbeitslosen,<br />
verfehlt. Ich habe seit 4 Monaten nicht ein einziges Stellenangebot<br />
erhalten!
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel:</span> Das Kerngeschäft der<br />
BA, die Vermittlung in Arbeit, an der ihre Effizienz, aber auch<br />
ihre Existenzberechtigung gemessen wird, ist dramatisch vernachlässigt<br />
worden. Allein zwischen 2003 und 2004 sind die Vermittlungen nach<br />
Auswahl und Vorschlag um 26,6 Prozent zurückgegangen. Rechnet<br />
man nur die Vermittlung ohne öffentliche Fördergelder,<br />
ist die Quote sogar deutlich über 30% gesunken.
</p>
<p>
<span class="fett">Oberst:</span> Die Konjunktur lässt Unternehmen<br />
immer weniger Spielraum für Ausbildungen, denn die sind für<br />
die meisten Firmen ein Zuschussgeschäft. Stimmen sie dem zu?<br />
Wenn ja, warum?
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel:</span> Grundsätzlich ja. Die<br />
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die auf den Arbeitsmarkt wirken,<br />
wirken natürlich genauso auf den Ausbildungsstellenmarkt. Also<br />
gibt es hier den gleichen Reformbedarf. Darüber hinaus ist<br />
es verständlich, dass bei über 40.000 Unternehmenspleiten<br />
nicht zu aller erst an die Einstellung eines Azubis für die<br />
nächsten 3 Jahre gedacht wird, sondern an das Überleben<br />
der Firma. Die faktisch bestehenden Mindestvergütungen lassen<br />
oftmals vor allem im Osten die Begründung eines Ausbildungsverhältnisses<br />
nicht zu. Selbst wenn der Azubi bereit wäre, für ein geringeres<br />
Geld einen Ausbildungsplatz anzutreten und der Ausbildungsbetrieb<br />
in der Lage wäre, bei einer geringeren Ausbildungsvergütung<br />
einen entsprechenden Platz zur Verfügung zu stellen.
</p>
<p>
<span class="fett">Kurti: </span>Herr Niebel, denken Sie wirklich,<br />
wenn ich mit meinem Diplom frisch von der Uni komme und nicht sofort<br />
einen Job kriege, dass ich irgendeinen &quot;zumutbaren&quot; Job<br />
annehmen muss? Das wirft mich doch in meinen Chancen zurück<br />
und eine Bewerbungsphase nach der Uni ist doch heute nur normal.
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel: </span>Grundsätzlich sucht<br />
es sich aus jeder Beschäftigung nach einem anderen Arbeitsplatz<br />
leichter als aus der Arbeitslosigkeit. Außerdem kann man bei<br />
jeder Beschäftigung zusätzliche Erfahrung sammeln und<br />
die Arbeitsmotivation belegen. Darüber hinaus ist es immer<br />
noch so, dass die größte Zahl von Akademikern in ihrem<br />
späteren Leben überdurchschnittlich gute Verdienstmöglichkeiten<br />
hat. Ist es dann gerecht, ein mit den Steuergeldern der Fleischereifachverkäuferin<br />
finanziertes ALG II zu beziehen, statt selbst etwas zum Lebensunterhalt<br />
beizutragen, wenn das möglich ist?
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator: </span>Zweimal ähnlich:
</p>
<p>
<span class="fett">MiHi:</span> Meines Erachtens belasten Studiengebühren<br />
in erster Linie kinderreiche Familien im mittleren Einkommenssegment.<br />
Sie fallen nämlich beim BaföG durch und für die Erstausbildung<br />
sind immer noch die Eltern zuständig.
</p>
<p>
<span class="fett">hilfe, wir verbl?&#8230;.: </span>ad Studiengebühren:<br />
Gerade wurde festgestellt, dass alle Sozialsysteme zusammenbrechen,<br />
weil die Deutschen keine Kinder mehr kriegen. Wer kriegt denn jetzt<br />
noch mehr Nachwuchs, wenn ich jetzt auch noch das Geld für<br />
die Studiengebühren meiner Kinder auf die Seite schaffen muss.<br />
Wo bleibt denn die Familienförderung, gerade für Akademiker,<br />
die Beruf und Kinder gerne verbinden möchten, wenn es nicht<br />
in den sozialen Absturz führt?
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Da hat sich ja auch ihr Kollege<br />
Daniel Bahr entsprechend geäußert.
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel: </span>Das Konzept der FDP für<br />
Studiengebühren ist eindeutig auf nachlaufende Gebühren<br />
ausgerichtet. Das bedeutet, dass der Akademiker, wenn er einen entsprechend<br />
adäquat bezahlten Beruf hat, aus diesen Einkünften im<br />
Nachhinein seine Studiengebühren an seine ehemalige Hochschule<br />
zahlt. Dies verhindert eine Sozialauswahl während des Studiums<br />
und trägt den grundsätzlich besseren Einkommenschancen<br />
von Akademikern Rechnung. Es stellt sich die Frage, warum ein Hochschulstudium<br />
kostenfrei sein soll, also von allen Steuerzahlern bezahlt wird,<br />
wohingegen Kinderbetreuungsplätze kostenpflichtig sind, also<br />
von Eltern aller sozialen Schichten persönlich bezahlt werden<br />
müssen.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Zum Thema angehende Akademiker<br />
in Jobs und in den ersten Berufsjahren:
</p>
<p>
<span class="fett">kieru:</span> Ich bezweifele, dass Akademiker<br />
später adäquat verdienen. Dies sieht man schon daran,<br />
dass Studierende für Praktika kein Geld mehr erhalten.
</p>
<p>
<span class="fett">Spejbl:</span> Ich denke, dass der Job der Ausbildung<br />
entsprechen sollte. Personalpolitisch wäre es für den<br />
Bewerber fatal, müsste er zwischendurch was Unterqualifiziertes<br />
machen. Welcher Personalchef stellt mit so einem Lebenslauf jemanden<br />
ein, zumal man ja in der Zeit gar nicht im eigentlichen Beruf tätig<br />
ist, also quasi raus.
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel:</span> Also nach meinen Kenntnissen<br />
waren auch in der Vergangenheit Praktika meist unbezahlt. Zur zweiten<br />
Frage: Glauben Sie, für einen Personalchef ist es attraktiver,<br />
einen Akademiker einzustellen, der vielleicht monate- oder jahrelang<br />
nichts gemacht hat, als jemanden der &#8211; gegebenenfalls auch überqualifiziert<br />
&#8211; wenigstens irgendetwas gemacht hat? Volkswirtschaftlich richtig<br />
ist allerdings, dass es sich hier um eine Fehlallokation handeln<br />
würde, die vorzugsweise zu verhindern ist.
</p>
<p>
<span class="fett">Jkoeppern:</span> Ich möchte mich an dieser<br />
Stelle nicht FÜR Studiengebühren aussprechen, aber ich<br />
möchte aus meiner Sicht als Student zwei Punkte zu bedenken<br />
geben: 1. Viele Kommilitonen, die nur zum Spaß in den Vorlesungen<br />
sind, würden ihr Studium abbrechen und so mehr Raum für<br />
die wirklich interessierten Studenten schaffen. 2. Sobald der Student<br />
zahlt, ist er Kunde und hat seine Forderung nach einer höheren<br />
Qualität der Lehre mehr Gewicht.
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel:</span> Beides ist richtig. Darüber<br />
hinaus führen nachlaufende Studiengebühren, die der Bildungseinrichtung<br />
direkt zu Gute kommen, zu einem Wettbewerb unter den Bildungseinrichtungen,<br />
der die Qualität von Lehre und Forschung erhöhen wird.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Noch einmal zur Klarstellung:
</p>
<p>
<span class="fett">Just: </span>Herr Niebel, das heißt, Sie<br />
betrachten die Enführung der Studiengebühren in erster<br />
Linie als &quot;Entlastung des Staates / der Steuerzahler&quot;<br />
und nicht als Möglichkeit der Verbesserungen der Universitäten.<br />
Sprich: Sollen die Studiengebühren auf der einen Seite die<br />
staatlichen Zuschüsse auf der anderen Seite ersetzen?
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel:</span> Nein, die staatlichen Zuschüsse<br />
auf der anderen Seite müssen bestehen bleiben. Die Studiengebühren<br />
sollen als Instrument des Wettbewerbs unter den Bildungseinrichtungen<br />
und damit einer Erhöhung der Qualität des Studiums betrachtet<br />
werden.
</p>
<p>
<span class="fett">homo ex macchina: </span>Was halten Sie davon,<br />
Absolventen deutscher Bildungseinrichtungen, die ins Ausland abwandern,<br />
für ihre Bildung bezahlen zu lassen?
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel:</span> Ich halte sehr viel davon,<br />
Absolventen von Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen <br />
die Möglichkeit zu geben, in Deutschland zu forschen und zu<br />
arbeiten. Dazu gehört, wie vorhin bereits abgesprochen, ein<br />
unverkrampftes Verhältnis zu wissenschaftlichen Neuerungen<br />
(Gentechnik, Transrapid,&#8230;). Allerdings ist auch der internationale<br />
Austausch von Kenntnissen in vielen Wissenschaftsfeldern Grundvoraussetzung<br />
für erfolgreiche Forschung und Entwicklung. Daher sollten wir<br />
statt Strafmaßnahmen eher auch das Studium für Ausländer<br />
in Deutschland attraktiver machen. Wer in Deutschland ausgebildet<br />
wurde, wird auch eher deutsche Technologien oder Verfahren im Herkunftsland<br />
anwenden.
</p>
<p>
<span class="fett">RegiBull:</span> Aber wie stellt man sicher,<br />
dass langfristig die staatlichen Zuschüsse nicht doch gekürzt<br />
werden. Das kann ja niemand mehr nachvollziehen?
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel:</span> Z.B. in Baden-Württemberg<br />
wurden in öffentlich-rechtlichen Vereinbarungen zwischen Land<br />
und Hochschulen die staatlichen Zuschüsse zunächst bis<br />
2006 festgeschrieben. Danach sollen weitere langfristige Vereinbarungen<br />
wieder abgeschlossen werden.
</p>
<p>
<span class="fett">Parteifreund:</span> In der Webcam ist zu sehen,<br />
dass Sie ganz entspannt dasitzen. Ich frage mich, wer schreibt denn<br />
hier eigentlich?
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator: </span>Das wollen wir mal aufklären:<br />
Damit unser Gast entspannt antworten kann, tippen wir für ihn!<br />
🙂
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel:</span> Den Gast freuts&#8230;
</p>
<p>
<span class="fett">Ich:</span> Von was für einer Summe wird<br />
im Zusammenhang mit Studiengebühren eigentlich gesprochen?<br />
Ein Student zahlt ja heute bereits pro Semester 150-200€ für<br />
Verwaltung etc&#8230;?
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel: </span>Die Summe soll nach unseren<br />
Vorstellungen von der jeweiligen Hochschule selbst festgelegt werden.<br />
Wie wir überhaupt den Hochschulen möglichst umfangreiche<br />
Autonomie gewähren wollen. Das war einer der Streitpunkte,<br />
an der die Föderalismuskommission gescheitert ist. Diese Semester/<br />
Verwaltungsgebühren, die derzeit zu bezahlen sind, haben nichts<br />
mit Studiengebühren im engeren Sinne zu tun, sondern beinhalten<br />
in der Regel die Verwaltungskosten für Immatrikulation, Prüfungen<br />
und gegebenenfalls den Grundbeitrag für das Studententicket.
</p>
<p>
<span class="fett">ArnoF: </span>Wie soll sichergestellt werden,<br />
dass die heute angepeilte Summe nicht in Zukunft ständig erhöht<br />
wird, wie es z.B. in Australien geschehen ist?
</p>
<p>
<span class="fett">Schwedenfan:</span> Aber es muss doch eine Begrenzung<br />
geben für die Summe, die die Hochschulen festlegen können?!
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel:</span> Der Wettbewerb unter den<br />
Bildungseinrichtungen wird &#8211; vorausgesetzt die Hochschulen sind<br />
autonom, ihre Studierenden auszusuchen und die Studierenden sind<br />
autonom, ihre Hochschule auszusuchen &#8211; dafür sorgen, dass die<br />
Studiengebühren nicht ausufern. Grundvoraussetzung dafür<br />
ist allerdings die Abschaffung der ZVS.
</p>
<p>
<span class="fett">Laubenpieper:</span> Herr Niebel, Frau Pieper<br />
ist zuletzt in die Kritik geraten und einige aus den eigenen Reihen<br />
fordern gar ihren Rücktritt. Sehen Sie sich bereits als zukünftigen<br />
Generalsekretär der FDP?
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel:</span> Allein der Parteivorsitzende<br />
hat für die Funktion der Generalsekretärin oder des Generalsekretärs<br />
das Vorschlagsrecht. Frau Pieper ist Generalsekretärin. Der<br />
Bundesparteitag im Mai wird den gesamten Vorstand und das Präsidium<br />
der FDP neu wählen.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator: </span>Aber zutrauen würden<br />
Sie sich den Job?
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel: </span>Ich habe in meinen 8 Jahren<br />
als Fallschirmjäger meine physischen und psychischen Grenzen<br />
so genau kennen gelernt, dass ich ziemlich gut abschätzen kann,<br />
was ich mir zutraue. Das sage ich Ihnen aber nicht alles.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Da wir zahlreiche Fragen zum<br />
Thema Bundeswehr und Dirk Niebel haben, hier noch zwei:
</p>
<p>
<span class="fett">Oberst:</span> Sie waren lange Zeit bei der<br />
Bundeswehr. Hat diese Zeit auf ihren politischen Kurs abgefärbt?
</p>
<p>
<span class="fett">Frank_29: </span>Bringt Hartz IV der Bundeswehr<br />
eine Schwemme neuer Anwärter?
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel:</span> Meine Zeit bei der Bundeswehr<br />
hat natürlich meine politischen Positionen mit geprägt.<br />
Ich glaube allerdings nicht, dass Hartz IV zu einer Bewerberschwemme<br />
führen wird, da die Bundeswehr 1. immer kleiner wird und 2.<br />
die Wehrgerechtigkeit schon heute nicht mehr gewährleistet<br />
ist und wir 3. in der sich entwickelnden Freiwilligenarmee eine<br />
sehr gezielte Personalauswahl zur Bewältigung des neuen Aufgabenspektrums<br />
unserer Streitkräfte brauchen werden.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Das war’s, eine Stunde<br />
ist um. Vielen Dank für das große Interesse, wir haben<br />
jede Menge Fragen offen. Herzlichen Dank, Herr Niebel, dass Sie<br />
Zeit für den Chat hatten. Die Transkripte aller Chats finden<br />
Sie auf den Seiten der Veranstalter. Die nächsten Chats: DGB-Chef<br />
Michael Sommer kommt am Donnerstag, 3. Februar, Bundesverkehrsminister<br />
Manfred Stolpe am Mittwoch, 9. Februar. Beide Chats beginnen um<br />
dreizehn Uhr. Das tacheles.02-Team wünscht allen noch einen<br />
schönen Tag.
</p>
<p>
<span class="fett">Dirk Niebel: </span>Vielen Dank und Tschüss!</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/dirk_niebel_ueber_eine_neue_arbeitsmarktpolitik-252/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Chat mit Dirk Niebel (FDP)</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat_mit_dirk_niebel_fdp-261/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat_mit_dirk_niebel_fdp-261/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[awegscheider]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Dec 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz-Konzept]]></category>
		<category><![CDATA[Dirk Niebel]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/chat_mit_dirk_niebel_fdp-261/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><a href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/dniebel.shtml#ta">tacheles.02</a>: 
Chat am 4. Dezember 2002<br />
</b> <br />
<br />
<b><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/dniebel2.jpg" alt="Dirk Niebel" align="left" height="107" width="78" /></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><a href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/dniebel.shtml#ta">tacheles.02</a>:<br />
Chat am 4. Dezember 2002<br />
</b> </p>
<p><b><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/dniebel2.jpg" alt="Dirk Niebel" align="left" height="107" width="78" /></b><br />
Moderator:</b> Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02<br />
ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Heute ist Dirk Niebel,<br />
der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, unser<br />
Gast. Vielen Dank Herr Niebel, dass Sie ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen<br />
sind.<br />
Herr Niebel, Sind Sie soweit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Ja, klar.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Heute gab es die neuen Zahlen der BfA. Die Zahl der Arbeitslosen lag im<br />
November bei 4,026 Millionen. Es ist der höchste November-Wert seit<br />
fünf Jahren. Sie waren Arbeitsvermittler in Heidelberg bis Sie 1998<br />
Abgeordneter wurden; Sie kennen also die Arbeitsämter aus eigener<br />
Erfahrung. Die Reform der Bundesanstalt für Arbeit soll maßgeblich<br />
zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit beitragen. Kann das funktionieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Wenn eine wirkliche Reform der Strukturen der Bundesanstalt eingeleitet<br />
und umgesetzt wird, kann der Arbeitsmarktausgleich deutlich beschleunigt<br />
werden. Leider sind davon bisher nur rudimentäre Anfänge zu<br />
erkennen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hartz: </b>Hätten<br />
Sie und Ihre Fraktion das Hartz-Konzept wortgetreuer umgesetzt? Was ist<br />
ihre Hauptkritik?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:<br />
</b>Nein, wir hätten das Hartz-Konzept nicht wortgetreuer umgesetzt.<br />
Hauptkritikpunkte waren und sind: Ich-AG statt Abschaffung des Scheinselbständigengesetzes,<br />
Personal Service Agenturen als faktische Verstaatlichung der Zeitarbeit<br />
statt wirkliche Deregulierung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes;<br />
500 Euro Haushaltsjobs statt eines wirkliche Niedriglohnbereiches.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ines</b>:<br />
Wie sinnvoll ist die Trennung der Arbeitslosenhilfe und die der Sozialhilfe?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Die Trennung ist überhaupt nicht sinnvoll. Allein die Doppelverwaltung<br />
kostet uns 5 Milliarden Euro pro Jahr.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Resi: </b>Sie<br />
wollen, dass der Arbeitslose die Beweislast für die Zumutbarkeit<br />
eines Arbeitsplatzes erhält. Wie wollen Sie das moralisch rechtfertigen?<br />
Ist der Arbeitslose nicht eh schon arm genug dran?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel</b>:<br />
Solidarität ist keine Einbahnstraße. Wer eine zumutbare Beschäftigung<br />
ablehnt und weiterhin die Unterstützung der Solidargemeinschaft haben<br />
möchte, dem kann auch abverlangt werden nachzuweisen, dass er für<br />
diese Ablehnung einen wichtigen Grund hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>grafschaft:</b><br />
Kann man wirklich mit harten Konsequenzen im Sozialbereich die Arbeitslosigkeit<br />
drastisch drosseln?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:<br />
</b>Hier gilt das Prinzip: keine Leistung ohne grundsätzliche<br />
Bereitschaft zur Gegenleistung, oder auch: fördern und fordern genannt.<br />
Es muss auch jede Möglichkeit genutzt werden, in den Arbeitsprozess<br />
zurückzukehren, was manchmal durch falsche Anreizsetzung erschwert<br />
wird. Dies bedeutet nicht nur Einschnitte, sondern auch die Notwendigkeit,<br />
z.B. höhere Hinzuverdienstgrenzen in der Sozialhilfe zu ermöglichen.<br />
Zu deutsch: Wer arbeitet, muss mehr in der Tasche haben als wer nicht<br />
arbeitet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hartzer:</b><br />
Was ist denn zumutbar? Ist es zumutbar, dass ein Akademiker am Bau arbeitet,<br />
im Büro? Wo zieht man denn da die Grenzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Die Zumutbarkeitsregelungen im SGB III sind im Wesentlichen ausreichend.<br />
Sie müssen nur konsequenter angewendet werden.<br />
Moderator: SGB = Sozialgesetzbuch, das auch solche Dinge regelt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Das bedeutet zum Beispiel, dass ein Einkommen nach der ersten Zeit der<br />
Arbeitslosigkeit bis zur Höhe des Leistungssatzes zumutbar ist. Eine<br />
Regelung die auch von rot-grün nicht geändert worden ist. Oder<br />
aber, dass Pendelzeiten erwartet werden können, um einen Arbeitsplatz<br />
zu bekommen. Darüber hinaus bedeutet es auch, gegebenenfalls nach<br />
einer längeren Zeit der Arbeitslosigkeit eine Tätigkeit unterhalb<br />
der formalen Qualifikation anzunehmen. Dies ist jeweils im Einzelfall<br />
zu entscheiden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Kleiner Kommentar zwischendurch von:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jobvermittler:</b><br />
Herr Niebel, mir ist zwar klar, dass das alles kompliziert ist, aber ihre<br />
Antworten sind sehr fachsprachlich. Geht’s auch deutlicher?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Klar geht’s auch deutlicher, aber auf Kosten der Genauigkeit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Ok, nächste Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sommer:</b><br />
Sind die Vorstandsgehälter großer Unternehmen nicht völlig<br />
unangemessen angesichts der derzeitigen Lage? Wo bleibt da die Solidarität<br />
mit dem Wirtschaftsstandort Deutschland?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:<br />
</b>Wenn ich mir die Abfindungen der Telekom-Manager angucke, empfinde<br />
ich die Größenordnung vor dem Hintergrund, dass die Kleinaktionäre<br />
keine Dividende bekommen, als unanständig. Grundsätzlich soll<br />
derjenige, der viel leistet, auch gut verdienen, wie manche Milliongehälter<br />
erwirtschaftet werden, ist mir dabei schwer erklärlich, aber irgendwie<br />
muss es sich ja wohl rechnen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>niebelungen:<br />
</b>Was ist mit Managementfehlern wie bei Babcock, Kirch oder Holzmann?<br />
Das kostet doch mehr Arbeitsplätze, als die wenigen Arbeitsunwilligen,<br />
auf denen alle rumhacken?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:<br />
</b>Managementfehler wird es immer wieder geben. Es ist dann allerdings<br />
sinnvoll, wenn nicht der Bundeskanzler mit Kamerateams versucht, diese<br />
zu Lasten von solide wirtschaftenden Firmen wie bei Holzmann kurzzeitig<br />
zu kaschieren. Das ändert aber gar nichts daran, dass Politik dafür<br />
Sorge tragen muss, dass die sozialen Sicherungssysteme denjenigen Hilfe<br />
geben, die sich alleine nicht helfen können, und diese Schwachen<br />
vor den Faulen schützt, die die Systeme ausnutzen wollen, sonst reicht<br />
das Geld nicht für die wirklich Bedürftigen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>pogo: </b>Die<br />
FDP fordert einen flexiblen Arbeitsmarkt zur Überwindung der Beschäftigungsmisere<br />
sowie tendenziell Lohnverzicht zur Rettung von Arbeitsplätzen. In<br />
Ostdeutschland ist die Arbeitslosigkeit fast doppelt so hoch wie im Westen<br />
und das, obwohl der ostdeutsche Arbeitsmarkt extrem flexibel ist: nur<br />
ca. 25 Prozent der ostdeutschen Unternehmen sind in einem Flächentarifvertrag<br />
organisiert, die Löhne sind gegenüber dem Westen niedriger und<br />
die Wochenarbeitszeit ist länger, warum also dennoch die hohe Arbeitslosigkeit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Wären in Ostdeutschland nicht so flexible Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer<br />
und wären nicht so viele Betriebe aus den Arbeitgeberverbänden<br />
ausgetreten, wäre die Arbeitslosigkeit dort vermutlich doppelt so<br />
hoch. Auch rot-grün und die Gewerkschaften haben gegen diesen Umstand,<br />
dass kaum Tarifverträge angewendet werden, nichts unternommen, weil<br />
sie die Folgen kennen. In Ostdeutschland muss sich etwas wie eine mittelständische<br />
Wirtschaft immer noch entwickeln. Hier werden 80% der Ausbildungs- und<br />
70% der Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt. Das schafft man<br />
nicht, wenn der Staat fast alle Aufträge an Beschäftigungsgesellschaften<br />
gibt, wie es z.B. durch die im Jobaqtiv-Gesetz vorgesehenen sog. beschäftigungsfördernden<br />
Infrastrukturmaßnahmen fast notwendig ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mymelody:</b><br />
Naja: sich auf Vermutungen stützen wirkt aber nicht sehr sicher&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gast33:</b><br />
Na das macht den Ostdeutschen sicher Mut Herr Niebel &#8211; wie sehen sie denn<br />
blühende Landschaften entstehen, etwa in Sachsen-Anhalt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel</b>:<br />
Zu gast33: Zum Beispiel wie in der vorigen Antwort angedeutet: 1. Gesetzgebung,<br />
die Privaten die Möglichkeit gibt, am Markt teilzunehmen. 2. eine<br />
Steuer- und Abgabenpolitik, die es den Bürgern ermöglicht, zu<br />
konsumieren und den Betrieben zu investieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>küstenniebel</b>:<br />
Ja aber angesiedelt und subventioniert werden doch von allen Parteien<br />
eher vorzeigbare Großprojekte wie BMW (glaube ich?) in Leipzig,<br />
oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Ansiedlung zu unterstützen ist etwas anderes als a) dauerhaft zu<br />
subventionieren oder b) durch rechtliche Rahmenvorgaben Wettbewerb zu<br />
verhindern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>küstenniebel:</b><br />
Sie sagen: Nur wenn die Lohnnebenkosten der Unternehmen endlich deutlich<br />
gedrückt werden, werden vor allem im lohn- und beschäftigungsintensiven<br />
Mittelstand wieder nachhaltig Stellen entstehen. Billiglohnland D? Dann<br />
geht der Konsum im Inland auch nicht hoch.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Das habe ich nie gesagt. Lohnnebenkosten belasten Unternehmen und Arbeitnehmer<br />
in gleicher Weise. Beide müssen entlastet werden, um Konsum und Investitionen<br />
anzukurbeln. Nur das schafft Arbeitsplätze, und nur wer Arbeit hat,<br />
kann auch Steuern und Abgaben zahlen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>petra:</b><br />
Regiert zurzeit der DGB Deutschland?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jüsi:</b><br />
Wie beurteilen Sie die Rolle der Gewerkschaften in Deutschland? Hindern<br />
sie das Land am wirtschaftlichen Aufschwung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Ich anerkenne die Notwendigkeit von Gewerkschaften, weil ich nicht möchte,<br />
dass Arbeitnehmer ausgebeutet werden. Ich anerkenne nicht, wenn die Gewerkschaften<br />
versuchen, die Richtlinien der Politik zu bestimmen. Das müsste der<br />
Bundeskanzler machen. Leider hat er sich durch die Wahlkampfführung<br />
und die Tatsache, dass 74,1% der Mitglieder der SPD Fraktion und fast<br />
25% der Mitglieder der Grünen Fraktion Gewerkschaftsmitglieder sind,<br />
in eine erhebliche Abhängigkeit gebracht. Das führt dazu, dass<br />
der Einfluss der Gewerkschaften auf die Regierungspolitik ungesund groß<br />
ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>pogo: </b>Bundeskanzler<br />
Gerhard Schröder (SPD) hat sich gegen die Pläne einiger SPD-Länder<br />
zur Wiedereinführung der Vermögensteuer gewandt. Ist das Thema<br />
damit vom Tisch oder nur ein Trick vor den Landtagswahlen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Nein. Der Bundeskanzler hat den entsprechenden SPD-Länder faktisch<br />
freie Hand gelassen. Das Thema ist noch nicht erledigt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dicki</b>:<br />
Aber die Politik braucht eine freie Wirtschaft, die mitzieht und nicht<br />
ins Ausland abwandert bzw. damit droht. Wer zahlt denn keine Steuern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Die Vermögenssteuer ist aus mehreren Gründen abzulehnen: 1.<br />
Sie ist verfassungswidrig, weil die Gesamtbelastung der Menschen und der<br />
Unternehmen in diesem Land zu hoch ist. 2. Sie besteuert aus bereits versteuertem<br />
Einkommen bestehendes Vermögen. 3. Der größte Teil der<br />
kleinen und mittleren Betriebe sind Personengesellschaften, bei denen<br />
Privat &#8211; und Betriebsvermögen nicht voneinander getrennt werden können.<br />
Hier wird die Substanz der Unternehmen besteuert und dadurch Arbeitsplätze<br />
vernichtet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>homer:</b><br />
Befürworten Sie einen von der CDU/CSU initiierten Untersuchungsausschuss<br />
zum sogenannten Wahlbetrug der SPD?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kazak: </b>Die<br />
Regierungsseite wird möglicherweise die Wahlversprechen der Regierung<br />
Kohl zum Thema machen. Droht damit nicht ein kleinteiliges gegenseitiges<br />
Aufrechnen von Fehlern, so dass sich am Ende die Öffentlichkeit angewidert<br />
abwendet?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel</b>:<br />
Ich denke, dass der Untersuchungsausschuss deshalb notwenig ist, weil<br />
ein großer Unterschied darin besteht, sich mit Einschätzungen<br />
vor der Wahl geirrt zu haben oder regierungsamtlich erworbene Kenntnisse<br />
wissentlich zurückgehalten zu haben. Ein kleinteiliges gegenseitiges<br />
Ausrechnen von Fehlern kann durch die konkrete Fragestellung des Untersuchungsausschusses<br />
verhindert werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Einen &quot;Egomanen&quot;, von dem sich die Liberalen &quot;nicht<br />
immer wieder in Geiselhaft nehmen&quot; lassen dürften &#8211; so haben<br />
Sie Jürgen W. Möllemann vor kurzem genannt. Der hat noch immer<br />
sein Bundestagsmandat, wie werden Sie ihn begrüßen, wenn Sie<br />
sich demnächst im Bundestag begegnen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Das Bundestagsmandat kann er nur selbst niederlegen. Parteien und Fraktionen<br />
haben auf die Mandate richtigerweise keinen Zugriff. Die FDP-Bundestagsfraktion<br />
hat das Ausschlussverfahren gegen Herrn Möllemann eingeleitet, weil<br />
eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihm nicht mehr möglich ist.<br />
Das gilt für mich ganz genau so. Wenn er die Möglichkeit des<br />
rechtlichen Gehörs wahrnimmt, werde ich ihn ganz normal begrüßen<br />
und für seinen Ausschluss aus der Fraktion stimmen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>supergirl:</b><br />
Hätte sich Westerwelle nicht eher von Möllemann distanzieren<br />
müssen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Guido Westerwelle weiß in der rückschauenden Betrachtung auch,<br />
dass er früher, klarer hätte agieren müssen. Dies war auch<br />
schon im Mai meine Meinung. Damals war er in der Situation, den Laden<br />
zusammenhalten zu wollen und möglichst intern den Konflikt zu lösen.<br />
Heute wissen wir, dass das nicht funktioniert hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>russland:<br />
</b>War Westerwelle zu feige, sich von dem Mann zu trennen, der die<br />
FDP in Nordrhein Westfalen erst hoch gebracht hat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Westerwelle war zu keinem Zeitpunkt gegenüber Möllemann feige.<br />
Er hat als Vorsitzender zunächst versucht, das Problem intern zu<br />
lösen. Er hat Beschlüsse aller Parteigremien herbeigeführt,<br />
die Möllemanns Verhalten missbilligt haben. Möllemann hat sich<br />
für sein Verhalten bei ihm entschuldigt und Besserung gelobt. Zumindest<br />
bei letzterem hat er es mit der Wahrheit nicht so genau genommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>homer: </b>Wie<br />
stehen Sie inhaltlich zum Wahlkampfblatt von J.W.Möllemann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>brüderchen:<br />
</b>Distanzieren Sie sich auch von seinen Inhalten wie den Attacken<br />
auf jüdische Mitbürger und das Stimmenfangen am rechten Rand?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Ich habe mich von Anfang an intern und öffentlich von den einseitigen<br />
anti-israelischen politischen Aussagen Möllemanns distanziert und<br />
werde das auch in Zukunft weiterhin laut und deutlich tun.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>wellerückwärts:</b><br />
Befürchten Sie nicht hohe Stimmenverluste bei den Landtagswahlen<br />
durch die Möllemann-Posse?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Die Möllemann-Affäre überlagert leider unsere inhaltliche<br />
politische Arbeit. Dennoch rechne ich bei beiden Landtagswahlen mit einem<br />
guten Ergebnis für die FDP. In Hessen wird die gute Regierungsarbeit<br />
von Ruth Wagner zur Wiederwahl gestellt. Und in Niedersachsen geht es<br />
bei der Landtagswahl nicht mehr um die Frage, wer Kanzlerkandidat der<br />
SPD wird, wie beim letzten Mal, sondern um landesspezifische Fragen, aber<br />
auch um eine Beurteilung der Arbeit der Bundesregierung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>anton_wohlfahrt:<br />
</b>Ist Möllemann nicht auch ein Bauernopfer, weil die FDP sich<br />
so massiv verkalkuliert hat mit ihren 18%?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Nein. Möllemann ist Täter und nicht Opfer. Außerdem haben<br />
wir die Ziele, die das Projekt 18 beinhaltet, nicht aufgegeben. Wir werden<br />
weiterhin als eigenständige liberale Partei daran arbeiten, möglichst<br />
viele Menschen auf dem Weg zur Reform für unser Land zu überzeugen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>wasserwoge:</b><br />
Die FDP beutelt es ja ziemlich durch. Wahldebakel, Möllemann. Ist<br />
jetzt der Spaß in der Spaßpartei vorbei?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>brüderchen</b>:<br />
Ist das Projekt 18% vorbei und auch die Zeiten des Guidomobils? Warum<br />
sind sie diesem Irrweg gefolgt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Die FDP hat immer einen sachlichen Wahlkampf mit politisch notwendigen<br />
Forderungen geführt, die wir versucht haben, medial interessant den<br />
Menschen zu vermitteln. Die politischen Inhalte sind immer noch notwendig,<br />
um die Probleme Deutschlands in der Zukunft zu lösen. Das Guidomobil<br />
unterschied sich von Joseph Fischers Tour-Bus vor allem dadurch, dass<br />
es sieben Liter weniger auf 100 km verbrauchte.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>floppy:</b><br />
Aber die 18 % sind demnach vom Tisch, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:<br />
</b>Die 18% waren für mich immer synonym für eine starke<br />
liberale Partei. Das Ziel ist das Gleiche und wer sich in Europa umsieht,<br />
wird feststellen, dass fast jedes unserer Nachbarländer eine oder<br />
zwei liberale Parteien hat, die ähnliche Wahlergebnisse schon erreicht<br />
haben. Wir arbeiten dran.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gulli:</b><br />
Arbeitet der umstrittene Berater Herr Goergen noch für die FDP? Er<br />
ist doch mitverantwortlich für den Kurs 18 und Fun-Faktor?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Er arbeitet nicht mehr für die FDP und ist auch nicht Mitglied der<br />
FDP.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>brüderchen:<br />
</b>Der Noch-Liberale Jürgen W. Möllemann hat seiner Partei<br />
für den Fall eines Ausschlusses unmissverständlich gedroht:<br />
Dann werde er eine eigene Partei gründen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>7%:</b><br />
Vom Überflieger zur Unperson, ein Haider in Deutschland?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Wenn Möllemann meint, eine Partei gründen zu wollen, soll er<br />
das tun. Er wird sich wundern, wie wenige ihm folgen. Eine derartige Partei<br />
könnte im besten Fall am äußerst rechten Wählerspektrum<br />
agieren. Ich halte dies für nicht sonderlich erfolgsversprechend.</p>
<p><b>libertine:</b> Droht, wenn Möllemann eine Partei gründet,<br />
eine populistische FDP ähnlich der FPÖ?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Zu libertine: Eine populistische FDP wird es nicht geben. Der Reformdruck<br />
in der Mitte der Gesellschaft ist groß genug, um unsere Ziele durchzusetzen.<br />
Auch die Verhinderung einer Haiderisierung der FDP gebietet es, sich von<br />
Herrn Möllemann zu trennen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sepp: </b>Wird<br />
die FDP in zukünftigen Wahlkämpfen wieder verstärkt auf<br />
Programm und weniger auf Show setzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel</b>:<br />
Wir haben immer sehr stark auf unsere programmatischen Aussagen gesetzt.<br />
Manches muss man mediengerecht verpacken, um wahrgenommen zu werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Letzte Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sepp:</b><br />
Wird die FDP in Zukunft wieder Kanzlerkandidaten aufstellen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel:</b><br />
Die Frage von Kanzlerkandidaturen stellt sich zur Zeit nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Sehr geehrter Herr Niebel, liebe Chatterinnen und Chatter, eine<br />
Stunde ist vorbei. Ich danke Herrn Niebel für&#8217;s Kommen und den Chat-Interessierten<br />
für die Fragen. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dirk Niebel</b>:<br />
Es tut mir leid, dass ich nicht alle Fragen beantworten konnte, aber die<br />
Zeit vergeht wie im Fluge, wenn man sich mit Dingen beschäftigt,<br />
die Spaß machen.<br />
Vielen Dank und auf Wiedersehen.</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat_mit_dirk_niebel_fdp-261/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
