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	<title>dol2day &#8211; politik-digital</title>
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	<title>dol2day &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Gamifizierung der Politik?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Schumacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Aug 2012 13:48:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Gestern endete die Gamescom 2012. Mit mehr als 275.000 Besuchern war sie erneut ein voller Erfolg. politik-digital.de hat sich aus [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/gamifizierung-der-politik/ian-muttoo-cc-by-sa-3-0/" rel="attachment wp-att-120353"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-120353" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Ian-Muttoo-CC-BY-SA-3.0-630x418.jpg" alt="" width="630" height="418" /></a>Gestern endete die Gamescom 2012. Mit mehr als 275.000 Besuchern war sie erneut ein voller Erfolg. politik-digital.de hat sich aus diesem Grund gemeinsam mit Gerhard Loosch und Ulrich Santo vom IT-Unternehmen Glamus mit der Frage auseinandergesetzt, ob Gaming und Politik zusammen passen und ob politisch-innovative Ideen im Bereich Computerspiele eine Zukunft haben.</p>
<p>In den 1990er Jahren waren politische Werbe- oder Lernspiele gang und gäbe. Sei es das Lernspiel &#8220;Unser Parlament &#8211; Forum der Demokratie&#8221; (1998), mit dem man &#8211; im Auftrag des Deutschen Bundestags &#8211;  interaktiv mehr über die deutsche Geschichte erfahren konnte; oder die vom Bundeswirtschaftsministerium initiierte &#8220;Energie-Manager&#8221;-Simulation (1993), mithilfe derer die Spieler eine Restaurantkette aufbauen, aber dabei auf ökologische Aspekte achten sollten. Selbst Parteien setzten vereinzelt auf Werbespiele, um die jüngeren Zielgruppen anzusprechen. So versuchte die damalige PDS (heute: Die Linke) mit dem Spiel &#8220;Captain Gysi und das Raumschiff Bonn&#8221; (1997) die Ära Kohl in ein neues Licht zu rücken. Spielend konnte man dabei dem grauen Planeten unter Commander Kohl entfliehen und das etwas marode Raumschiff Bonn mit Captain Gysi in die Galaxis Futura führen.</p>
<p>Alle diese Formate hatten das Ziel, mit einem neuen Format &#8211; den Computerspielen &#8211; politisch kaum interessierte Jugendliche für die Politik zu begeistern. Aber wie erfolgreich waren diese Politspiele? Einer, der es wissen muss, ist Gerhard Loosch. Er ist Geschäftsführer bei Glamus, einem Unternehmen, das in den 1990ern Spiele für politische Institutionen entwickelte. Für Loosch begann das Problem mit der großflächigen Distribution der Computerspiele: &#8220;Damals wurden die Spiele nur auf Diskette verteilt und das Internet steckte in den Kinderschuhen. Zur Erfolgsmessung konnte man also nur die Zahl der Diskettenbestellungen heranziehen&#8221;. Dennoch konnte Glamus mit Spielen wie „Auf dem Weg nach Europa“ (1993) und dem „Gesetzgebungsspiel“ (1994) einige Erfolge verbuchen. Immerhin wurden von diesen Lernspielen bis zu 500.000 Exemplare produziert und durch das Recht auf freie Vervielfältigung weiter verstreut. So dürften insbesondere Schulen und Lehrer von dem damaligen &#8220;neuen&#8221; Medium gebraucht gemacht haben. Das Feedback, das Glamus zu der Zeit bekommen hat, war sehr positiv: &#8220;Aus den Rückmeldungen ließ sich ableiten, dass die Spielenden durchaus einiges an Wissen über die behandelten Themen mitgenommen haben. Und das war für unsere Kunden natürlich das wesentlichere Erfolgskriterium&#8221;, so Loosch.</p>
<p><strong>Rückzug aus dem Spielesektor &#8211; folgt der Wiedereintritt?</strong></p>
<p>In der deutschen Politik sind Politspiele heute rar gesät. Nur das Umweltministerium besitzt noch einen eigenen <a title="Spielesektor Bundesumweltministerium" href="http://www.bmu.de/spiele/doc/41619.php">Spielesektor</a>, in dem Kinder den nachhaltigen Umgang mit der Umwelt lernen können. Es scheint, als hätten all die anderen Institutionen und Parteien das Projekt &#8220;Computerspiele&#8221; ad acta gelegt. Wahrscheinlich waren die Erfolge zu gering für ein solches Projekt. Dabei könnten Spiele auch in Zukunft helfen, Politikverdrossenheit bei Jugendlichen zu bekämpfen. Grund ist die gestiegene Nachfrage nach Online- oder Social Network-Spielen und sogenannte Spiele-Apps. Das bestätigt auch der IT-Entwickler Loosch: &#8220;Bei Apps &amp; Co. gibt es sicherlich eine Menge Potential, um mit politischen und gesellschaftlichen Themen Menschen anzusprechen&#8221;. Das zeigt ebenfalls der in den vergangenen Jahren neu entstandene Markt von &#8220;serious&#8221; oder &#8220;social impact games&#8221;, die &#8220;ernsthafte&#8221; oder soziale Inhalte in den Fokus rücken. Durch die Revolution der Spielebranche dank Smartphones, Tablets etc. versuchen Firmen und auch Nichtregierungsorganisationen den Spielmarkt für sich zu gewinnen. Spiele müssen eben nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern können auch Träger für Informationen, soziale Anliegen oder Bildung sein. Das hat auch die Europäische Union längst festgestellt, die für Kinder Spiele mit dem Thema Europa <a title="Kinderecke Europäische Union" href="http://europa.eu/kids-corner/index_de.htm">entwickeln ließ.</a></p>
<p>Also warum springt die deutsche Politik nicht (wieder) auf den &#8220;Spiele-Zug&#8221;? Wie der netzpolitische Sprecher der SPD <a title="Pressemitteilung Lars Klingbeil" href="http://blogs.spdfraktion.de/netzpolitik/2012/08/15/computerspiele-sind-teil-unserer-kultur/">Lars Klingbeil anlässlich der diesjährigen Gamescom verkündete</a>, &#8220;stellen Computerspiele nicht nur einen erheblichen Wirtschafts- und Standortfaktor dar, sondern sind Teil unserer Kultur&#8221;. Ein Grund dafür, dass Computerspiele in der Politik trotzdem kaum einen Stellenwert haben, ist laut Loosch, dass die Politik Computerspiele primär als ein Problem ansehe: Nicht nur &#8220;Killer-Spiele&#8221; seien damit gemeint, sondern auch die Probleme, &#8220;die ein zeitlich exzessives Leben in virtuellen Welten wie World of Warcraft &amp; Co mit sich bringen&#8221;. Seiner Ansicht nach sei in den Köpfen der Politiker noch nicht angekommen, dass inhaltlich entsprechend aufgeladene Spiele auch nach wie vor eine gute Kommunikationsstrategie darstellen können&#8221;, so Loosch. Die sogenannte <a title="Definitione Gamifizierung Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gamification">&#8220;Gamifizierung&#8221;</a> von spielfernen Systemen, zu denen die Politik mit Sicherheit gehört, wird künftig wohl wieder diskutiert werden müssen. Auch wenn Glamus sich in der jüngsten Vergangenheit fast gänzlich aus dem Spielesektor herausgezogen hat, sieht Geschäftsführer Loosch einen Markt für Politspiele. Allerdings gibt er zu bedenken, dass durch das Internet und die Etablierung der „Apps“ die Ansprüche natürlich deutlich gestiegen seien. Man müsse deshalb &#8220;mehr Aufwand betreiben&#8221; als früher und einfach den &#8220;richtigen Nerv&#8221; treffen.</p>
<p>Faktisch sind laut Loosch dem Medium Computerspiele keine Limits gesetzt. Eine originelle Idee sei mehr als die halbe Miete. Loosch weiter: &#8220;Auch unsere Spiele wurden nicht gespielt, weil man etwas über Gesetzgebung oder ein vereinigtes Europa und seine Mitglieder lernen wollte. Die Spiele waren nett und witzig gemacht. Und dass man dabei etwas lernte, schadete ja nicht&#8221;. Hinsichtlich der Auswahl gebe es sicherlich viele Themen, die sensibel behandelt werden müssen, so Loosch, aber dies vorausgesetzt, würde sich zu jedem Thema etwas machen lassen.</p>
<p><strong>Der Wahl-O-Mat als Steckenpferd der politischen Bildung</strong></p>
<p>Kein wirkliches Spiel, jedoch auf jeden Fall eine innovative Idee der politischen Bildung ist der <a title="Homepage des Wahl-O-Mat" href="http://www.bpb.de/politik/wahlen/wahl-o-mat/">Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)</a>, der erstmals zur Bundestagswahl 2002 online ging. Er veranschaulicht interaktiv die verschiedenen politische Programme bzw. Positionen der Parteien und trägt so dazu bei, die Bürger im politischen Sinne weiterzubilden. Dabei sei laut Ulrich Santo, der bei Glamus für die technische Umsetzung des Wahl-O-Mat zuständig ist, gerade der spielerische Ansatz interessant. Politik besitze &#8211; insbesondere bei jüngeren Zielgruppen &#8211; an sich keine besondere Strahlkraft. Die Besonderheit des Wahl-O-Mat ist daher, dass Bürger &#8220;nach wenigen Minuten ein recht gutes Bild haben, mit welcher Partei man in welchen Punkten gleicher Ansicht ist&#8221;, so Santo weiter. Wer den Wahl-O-Mat bei einer Europa-, Bundes- oder Landtagswahl schon mal ausprobiert hat, wird bestätigen, dass er im Gegensatz zu dem zeitlich intensiven Lesen von Parteiprogrammen nicht nur Spaß macht, sondern sehr informativ ist &#8211; und das nicht nur für Jung- und Erstwähler, sondern auch für ältere Wählergruppen oder Wahlinteressierte.</p>
<p>Der Wahl-O-Mat beweist, dass innovative und kreative Ideen im Spielesektor durchaus auch im politischen Bereich Erfolg versprechen. Das zeigen auch nicht-staatliche Projekte. Die mehrfach ausgezeichnete Politik-Online-Community <a href="http://www.dol2day.com/">&#8220;democracy online today (dol2day)&#8221;</a> ist ein Beispiel dafür, wie Bürger mit guten Ideen selbst gegen Politikverdrossenheit vorgehen wollen. &#8220;dol2day&#8221; ist zwar (nur) eine Demokratie-Simulation, mit der Nutzer unter anderem Diskussionen über politische Themen führen oder jemanden zum &#8220;Internetkanzler&#8221; wählen können, allerdings dürfte auch dieses Format helfen, Nutzer politisch oder demokratisch zu bilden. Auch das Onlinespiel <a href="http://www.powerofpolitics.com/StartNew.aspx">&#8220;Power of Politics&#8221;</a>, ein privates Projekt der beiden Österreicher Peter Merschitz und Tim Preuster, zielt von vornherein darauf ab, Politikverdrossenheit spielend zu reduzieren. In &#8220;Power of Politics&#8221; steuert man die Karriere eines virtuellen Politikers, der in verschiedensten Bezirken in Österreich, Deutschland, Liechtenstein oder der Schweiz zu Wahlen antritt. Ziel des Spiels ist es, von der Bezirksebene bis zur Bundes- bzw. Kanzlerebene zu kommen. Dabei muss man wie im realen Leben thematische Schwerpunkte setzen, Debatten mit anderen Politikern führen und Wahlveranstaltungen organisieren.</p>
<p>Wie diese erfolgreichen Beispiele von Politik-Simulationen zeigen, können Politspiele oder computerspielbasierte Lernprogramme zukünftig wieder einen größeren Platz in der politischen Wirklichkeit einnehmen. In der heutigen Zeit, in der Handy-Apps und Onlinespiele zum täglichen Leben von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gehören, könnten die politischen Institutionen diese Zielgruppen direkter und sogar „spielend leicht“ erreichen.</p>
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		<title>Rechte unterwandern dol2day</title>
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		<dc:creator><![CDATA[drohde]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jan 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechtsextremismus im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Propaganda]]></category>
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		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Im April 2000 gründeten fünf Studenten aus Aachen democracy online 2day, beworben als größte deutschsprachige Politik-Community. Die Mitglieder diskutieren dort über aktuelle Themen, stellen Umfragen und können sich in einer der Parteien organisieren, die wiederum alle vier Monate zur Wahl des Internetkanzlers antreten. Die Hoffnung der Betreiber war, dass durch den spielerischen Charakter wieder mehr junge Menschen für Politik interessiert und begeistert werden könnten. Die steigenden Benutzerzahlen gaben ihnen Recht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Im April 2000 gründeten fünf Studenten aus Aachen democracy online 2day, beworben als größte deutschsprachige Politik-Community. Die Mitglieder diskutieren dort über aktuelle Themen, stellen Umfragen und können sich in einer der Parteien organisieren, die wiederum alle vier Monate zur Wahl des Internetkanzlers antreten. Die Hoffnung der Betreiber war, dass durch den spielerischen Charakter wieder mehr junge Menschen für Politik interessiert und begeistert werden könnten. Die steigenden Benutzerzahlen gaben ihnen Recht.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Im Sommer 2000, kurz nach der ersten Kanzlerwahl fielen plötzlich etliche rechte Mitglieder bei<br />
                            <a href="http://www.dol2day.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dol2day</a> auf. Bei der Sonntagsfrage bekamen Republikaner und NPD zusammen über 10% und in den Diskussionen tauchten vermehrt Accounts auf, die rassistische Thesen verbreiteten und den Nationalen Widerstand feierten. Dahinter steckte ein Aufruf zum Einstieg bei dol2day auf den Seiten des „Nationalen Info-Telefones“.<br />
                            <br />Die Betreiber von dol2day, Redaktion genannt, reagierten mit Sperrung der auffälligen Accounts und ihrer Vertrauten. Da die Gesperrten sich sofort neu anmeldeten bzw. schon vorher zusätzliche Accounts angelegt hatten, half diese Aktion allerdings nicht weiter und führte zur Überforderung der Redakteure. Deshalb beschloss die Redaktion nach einigen Wochen, ein aus Dolern bestehendes Gremium einzusetzen, welches über die Sperrung von Accounts entscheiden sollte.</p>
<p>Im September 2000 wurde die erste nationale Partei gegründet, die FUN (Freiheitlich – Unabhängig – Deutsch), die sich als Sammelbecken für Patrioten und Nationale verstand. Innerhalb kurzer Zeit wurde die FUN zu einer der größten Parteien und machte in den folgenden Monaten immer wieder durch provokante Texte und Aktionen, wie „Tag der Befreiung“, sowie auffällige Mitglieder auf sich aufmerksam. Den meisten anderen Parteien war sie ein Dorn im Auge. Eine Zusammenarbeit wurde kategorisch ausgeschlossen.</p>
<p>Auch außerhalb von dol2day fiel die FUN negativ auf. Kaum ein Interview in dem die Redakteure nicht darauf angesprochen wurden. Im Mai und Juni 2003 spitzte sich die Situation zu, die FUN, und damit auch dol2day, wurden in mehreren Verfassungsschutzberichten erwähnt. Statt Rücksicht auf die Auswirkungen auf dol2day zu nehmen, feierten die Betroffen die Erwähnung als Erfolg. Diese Umstände haben die Betreiber dazu veranlasst, die gesamte Partei FUN zu löschen. Zudem wurden beide im Bericht genannten Mitglieder gesperrt. Die ehemaligen FUN-Mitglieder und deren Sympathisanten nahmen das natürlich nicht einfach hin, sondern protestierten in Form von massiven Spamaktionen. Manche Foren waren tagelang nicht benutzbar. Für jeden gesperrten Account kamen zwei neue dazu. Bereits früher waren zwei kleine, noch extremere rechte Parteien gesperrt worden. Doch vergleichbare Protestaktionen gab es damals nicht.</p>
<p>Nachdem die erste Erregung verflogen war, trafen sich Vertreter der Nationalen mit der Redaktion. Diese ließ unter Auflagen die Gründung einer neuen nationalen Partei zu, die ausdrücklich keine Nachfolgepartei sein durfte. Nach kurzer Zeit war die FREUNDE (Freiheitlich – Unabhängig – Deutsch) gegründet, eine ähnliche Startseite, größtenteils dieselben Mitglieder und auch diese war bald die mitgliederstärkste Partei bei Dol. Nach kurzer Zeit schien wieder alles wie zuvor. Die Doler, die sich über das deutliche Zeichen der Redaktion in Form der Löschung gefreut hatten und sie unterstützen, fühlten sich desillusioniert.</p>
<p>Nur eineinhalb Jahren später hatte die FREUNDE die Situation wieder auf die Spitze getrieben. Ständige Provokationen und fehlende Einsicht hatten die Geduld der Redaktion erschöpft. Als nun während des Wahlkampfes im Oktober 2004 Wahlkampfbanner mit Sonnenrad geschaltet wurden und der Kanzlerkandidat durch fragwürdige, rechtsextreme Profiltexte auffiel, zog die Redaktion die Notbremse, sperrte den Kandidaten und löschte erneut die Partei. Wieder gab es ähnliche Protestaktionen wie bei der ersten Löschung, allerdings in geringerem Umfang. Durch konsequentes Durchgreifen der Redaktion und temporäre Sperrung der Neuanmeldung bekam man diese jedoch rasch in den Griff. Eine weitere Neugründung der Partei wurde zudem kategorisch ausgeschlossen, da die Betroffenen ihre zweite Chance nicht genutzt hatten und keine Spur Lernbereitschaft zu erkennen war.</p>
<p>Die Partei war nun zwar weg, doch die verantwortlichen Mitglieder größtenteils noch da. Eigentlich sollte sich das Gremium um Doler kümmern, die gegen die Regeln verstoßen und strafbare Inhalte verbreiten, aber durch immer neue Regeln war daraus inzwischen eine bürokratische und fast handlungsunfähige Justizsimulation geworden. Mitte Januar wurden Moderatoren eingeführt, eine Handvoll ausgewählter Doler, die unter anderem Meinungen und Umfragen unsichtbar machen und Provokateure für einige Stunden am Posten hindern können. Inwiefern dies auch positive Auswirkungen in Bezug auf die Reduzierung rechtsextremer Äußerungen haben wird, muss sich allerdings noch zeigen.</p>
<p>Die Community wurde durch das Thema sehr gespalten. Die Sympathisanten kritisierten deutlich die Löschung. Zum Teil setzten sie durch Austritt aus dem Förderverein die Redaktion unter Druck. Andere begrüßten die Schritte als längst überfällig. Sie traten in den Förderverein ein und hofften auf weitere Sanktionen der Redaktion gegenüber den rechtsextremen Accounts. Diese wiederum stellen sich als seriöse Rechte, Nationale oder Opfer einer politisch einseitigen Redaktion und Verleumdungen linker Doler dar. Eine weitere Gruppe lehnt zwar die Äußerungen ab, hält aber aus Gründen der Meinungsfreiheit Löschungen von Parteien für die falsche Lösung.</p>
<p>Die Betreiber haben stets betont, sie würden sich nicht beeinflussen lassen. Trotz aller Kritik von innen und außen und negativen Auswirkungen der FUN wollten sie allen nicht strafbaren Meinungen einen Platz bei dol2day einräumen. Deshalb warteten sie sehr lange, bis sie den Schritt der Parteilöschung gingen, da von Seiten der FUN einfach kein Entgegenkommen und keine Rücksichtnahme auf die Plattform zu spüren war. Um dennoch keine (legale) politische Richtung komplett auszuschließen, ließen sie wieder eine neue nationale Partei zu. Doch die weiterhin fehlende Einsicht und der dadurch bedingte hohe Arbeitsaufwand der Redaktion machten eine erneute Löschung schließlich unumgänglich. Aufgrund der früheren Erfahrungen wurde diese nun auch konsequent durchgezogen. Das Vorgehen scheint Erfolg zu haben. Die Beschwerden bei der Redaktion wegen rechtsextremer Doler sind deutlich zurückgegangen.</p>
<p>Effektiv gegen Rechtsextremismus bei dol2day können nur die Betreiber vorgehen. Alle Maßnahmen haben lediglich zur Verbesserung geführt, eine wirkliche Lösung des Problems ist auch nach fünf Jahren noch nicht gefunden.</p>
<p>
                            <span class="fett">Die Autorin ist Mitglied von &#8216;democracy online 2day&#8217;</span></p>
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		<title>Grimme Online Award 2002</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzkultur-gr2-shtml-2680/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[rstreicher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Jun 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Preisträger]]></category>
		<category><![CDATA[Grimme Online Award]]></category>
		<category><![CDATA[Telepolis]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[dol2day]]></category>
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					<description><![CDATA[Undotiert aber renommiert - zum zweiten Mal wurde der Grimme Online Award vergeben]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Undotiert aber renommiert &#8211; zum zweiten Mal wurde der Grimme Online Award vergeben<!--break-->
                    </p>
<p>Letztes Jahr hatte politik-digital.de zu den Siegern gehört, dieses Jahr muss es genügen, über die siegreiche Konkurrenz zu berichten. Erst zum zweiten Mal überhaupt wurde am Samstag, den 15. Juni 2002 der undotierte<br />
                    <a href="http://www.grimme-online-award.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grimme Online Award</a> vergeben. Das renommierte Adolf<br />
                    <a href="http://www.grimme-institut.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grimme Institut</a> aus Marl, normalerweise bekannt für die Vergabe des Adolf Grimme Fernsehpreises, will nach eigener Darstellung die Qualitätsmaßstäbe des Fernsehpreises auf das Medium Internet übertragen.</p>
<p>Aus 1600 Vorschlägen nominierte das Institut 23 Angebote, von denen am Ende vier Netzauftritte prämiert wurden. In den Kategorien &#8220;TV&#8221;, &#8220;Web TV&#8221; und &#8220;Medien-Journlismus&#8221; waren der Jury eigentlich je zwei Preise zur Verfügung gestanden, offensichtlich aber entsprach die Qualität der Nominierungen nicht den Anforderungen.</p>
<p>&#8220;Qualität im Netz ist noch immer eine rare Sache&#8221; meinte daher ZDF-Reporter Steffen Seibert, der durch den Gala-Abend in Düsseldorf führte und sah darin einen Grund mehr, &#8220;die Perlen zu ehren.&#8221; Friedrich Hagedorn, Sprecher des Grimme Instituts betonte, dass es vielmehr darum ginge, den innovativen Ansatz als die perfekte Umsetzung auszuzeichnen und gab gegenüber dem Tagesspiegel zu, dass die inhaltliche Entwicklung im Vergleich zum ersten Grimme Online Award vielleicht ein bisschen stehen geblieben sei.</p>
<p>Eine Aussage, die auf die Homepage<br />
                    <a href="http://www.telepolis.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.telepolis.de</a> sicherlich nicht zutrifft. Der Preisträger im Bereich &#8220;Medienjournalismus&#8221; veröffentlicht täglich vier bis fünf neue Beiträge zu einem breiten Themenspektrum. Das &#8220;Magazin der Netzkultur&#8221; vom hannoverschen Verlag Hans Heise sieht sich selbst als Forum für Kunst-, Kultur-, Wissenschafts-, und Unterhaltungsangebote aus aller Welt. Dass die Macher dabei auf technischen Schnickschnack verzichten und konsequent an einem minimalistischen Design festhalten, kam nicht nur bei der Auswahlkommission in Marl besonders gut an. Allein im Mai 2002 klickten sich knapp fünf Millionen User auf die Seite, die sich seit der CeBIT 1996 einer kritischen und hintergründigen Berichterstattung verschrieben hat.</p>
<p>Was Innovation und Aktualität anbetrifft kann auch die Webseite &#8220;democracy online today&#8221; zu der Spitze gezählt werden. Das Politik-Simulations-Spiel aus Aachen machte in der Kategorie &#8220;Newcomer&#8221; gemeinsam mit dem Angebot des Bielefelder Jugendrings das Rennen. Wer sich bei<br />
                    <a href="http://www.dol2day.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.dol2day.de</a> registrieren lässt, hat die Möglichkeit, an einer virtuellen Internet-Republik teilzunehmen. So sollen sich Nutzer spielerisch der Politik nähern und die Funktionsweise einer Demokratie kennen lernen. Die Idee der Plattform überzeugte auch das Wahlkampfbüro der CDU, die ihr Simulationsspiel<br />
                    <a href="http://www.wahlkreis300.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlkreis300</a> nennen. Die CDU kopierte die grundlegenden Strukturen von dol2day.de und versuchen, den echten parteipolitischen Wahlkampf so realitätsnah wie möglich zu simulieren. Das hat man bei dol2day nicht nötig. Hier kämpfen Parteien wie &#8220;Le Petit Prince&#8221; gegen die &#8220;Heile Welt Partei&#8221; und küren schon in der ersten Juliwoche ihren neuen Kanzler. &#8220;Der entscheidende Unterschied zwischen dol2day und dem Wahlkreis300 ist der Umgang mit der politischen Neutralität&#8221;, erklärte dol2day-Betreiber Andreas Hauser im Interview gegenüber<br />
                    <a href="/edemocracy/wahlkampf/wahlkreis300/dol2day.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>.</p>
<p>Im Bereich &#8220;Web TV&#8221; siegte<br />
                    <a href="http://www.borscht.tv" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Borschts Welt&#8221;</a>. Bei der interaktiven Doku-Soap können die User am Drehbuch mitschreiben. Des weiteren bekam<br />
                    <a href="http://www.jetzt.de">jetzt.de</a>, der Internet-Auftritt des Jugendmagazins der Süddeutschen Zeitung, den Förderpreis &#8220;Medienkompetenz&#8221; gemeinsam mit der digitalen<br />
                    <a href="http://www.autolernwerkstadt.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AutoLernWerkStadt</a> von Volkswagen und dem Deutschen Bibliotheksverband. Der WDR teilte den Preis in der Kategorie &#8220;Fernsehen&#8221; für sein<br />
                    <a href="http://www.wdr.de/online/stammzellen/index.phtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Angebot zum Thema Stammzellen</a> mit dem Multimediaprojekt<br />
                    <a href="http://www.dasding.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;DASDING&#8221;</a> des SWR. Einen Preis für die Kategorie &#8220;Journalismus im Internet&#8221; gibt es beim Grimme-Institut nicht zu vergeben.</p>
<p>Die freche Frage von Steffen Seibert, warum der Award nicht einfach Online Preis genannt werden könne, blieb genauso unbeantwortet wie die Frage nach der Zukunft der Trophäe. Denn wenn das Land Nordrhein-Westfalen seine Fördermittel streicht, wird die Preisverleihung 2003 sicherlich nicht mehr in dieser Form stattfinden können.</p>
<p>Politik-digital.de möchte an dieser Stelle allen Gewinnern ganz herzlich gratulieren.</p>
<p>
                      
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 20.06.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
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		<title>Koppelung an Partei mehr ein Nachteil</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Mar 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Hauser]]></category>
		<category><![CDATA[Neutralität]]></category>
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		<category><![CDATA[dol2day]]></category>
		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>
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					<description><![CDATA[politik-digital sprach mit dol2day-Betreiber Andreas Hauser darüber, ob das Politiksimulations-Spiel der CDU 
<a href="http://www.wahlkreis300.de/">www.wahlkreis300.de</a> zum ernstzunehmenden Konkurrenten wird.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>politik-digital sprach mit dol2day-Betreiber Andreas Hauser darüber, ob das Politiksimulations-Spiel der CDU<br />
<a href="http://www.wahlkreis300.de/">www.wahlkreis300.de</a> zum ernstzunehmenden Konkurrenten wird.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> dol2day ist der &quot;Marktführer&quot; im Bereich Politiksimulationen im Internet. Fühlt sich die Redaktion geehrt, dass die Idee nun prominent in den Wahlkampf der<br />
<a href="http://www.cdu.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CDU</a> integriert worden ist?
</p>
<p>
<b>Andreas Hauser:</b> Die starke Anlehnung des Wahlkreis300 an der Idee von<br />
<a href="http://194.9.168.118/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dol2day</a> bestätigt sicherlich das von uns bereits vor zwei Jahren erstellte Konzept einer Internetdemokratie. Allerdings sind wir stark verwundert, dass die CDU scheinbar keine Kosten und Mühen gescheut hat, um eine parteipolitische Variante zu kreieren. Besonders die Neutralität der redaktionelle Betreuung ist für die praktische Umsetzung einer Internetdemokratie zwingend erforderlich und in diesem Fall nicht gegeben.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Inwiefern hat sich wahlkreis300.de an der dol2day-Umgebung orientiert bzw. welche Unterschiede weist wahlkreis300.de zur Plattform von dol2day auf?
</p>
<p>
<b>Andreas Hauser:</b> Wahlkreis300.de hat die grundlegende Eigenschaften von dol2day übernommen. Der Funktionsumfang ist zwar nicht mit dol2day zu vergleichen, die grundlegenden Strukturen sind aber nahezu identisch. Insofern hätten wir uns sicherlich gefreut, wenn Frau Dr. Merkel auf der<br />
<a href="/econsumer/verbraucherschutz/cebit2002.shtml">CeBIT</a> zumindest einen Hinweis auf den Ideengeber gegeben hätte.
</p>
<p>
Der entscheidende Unterschied zwischen dol2day und dem Wahlkreis300 ist der Umgang mit der politischen Neutralität. Der Gedanke einer Internetdemokratie zeichnet sich dadurch aus, dass viele unterschiedliche Meinungen aufeinander treffen und über Parteigrenzen hinweg Entscheidungen getroffen werden. Durch die Betreuung seitens der CDU wird sich Wahlkreis300.de den Vorwurf gefallen lassen müssen, diese Neutralität nicht wahren zu können.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Um das Projekt scheint ein juristischer Streit zwischen den Parteien auszubrechen. Grund dafür ist die unerlaubte Verwendung von Parteilogos und die Besetzung parteipolitischer Positionen in der virtuellen Wahlkampfumgebung. Gibt es ähnliche Probleme auch bei dol2day?
</p>
<p>
<b>Andreas Hauser:</b> Es gab zu Beginn des Projektes vor fast zwei Jahren eine vergleichbare Diskussion mit einer Bundestagspartei bzgl. des Namens ihres virtuellen Pendants. Mit der Feststellung, dass dol2day keinerlei politische Richtung bevorzugt und durch die Unterstützung von dol2day Mitglieder wurde das Problem aber einvernehmlich gelöst.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Der Server von wahlkreis300.de ist seit der Eröffnung der Plattform beinahe öfter offline als online. Woran könnte das liegen?
</p>
<p>
<b>Andreas Hauser:</b> Das Wahlkreis300.de Team kämpft nun offenbar mit all den Kinderkrankheiten aus denen dol2day bereits herausgewachsen ist. Ich könnte mir vorstellen, dass die verantwortlichen Personen die zahlreichen Probleme technischer und insbesondere organisatorischer Art unterschätzt haben, die sich bei einem solch komplexen System zwangsläufig ergeben. Außerdem gibt es zur Zeit keinerlei Maßnahmen, die dem Missbrauch durch Nutzer des Angebotes vorbeugen.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Die CDU begreift wahlkreis300.de als &quot;politisches Bildungsangebot&quot; für Jung- und Erstwähler. Was kann man dort lernen?
</p>
<p>
<b>Andreas Hauser:</b> Plattformen wie dol2day bieten politisch interessierten Menschen und natürlich auch den Jungwählern die Möglichkeit, sich spielerisch der Politik zu nähern und die Funktionsweise einer Demokratie kennen zu lernen. Besonders wichtig ist es, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auch nach außen vertreten zu können. Solche Plattformen sind die einzige und beste Möglichkeit, sich mit den unterschiedlichsten Meinungen auseinander zu setzten und andere Denkweisen kennen zu lernen. Die Meinungsvielfalt könnte allerdings in der parteipolitischen Betreuung von Wahlkreis300.de ihre Grenzen finden.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Haben die dol2day-Mitspieler das Projekt bereits wahr genommen und wie beurteilt die Community das Angebot?
</p>
<p>
<b>Andreas Hauser:</b> Unsere Benutzer haben wahlkreis300.de sehr schnell wahrgenommen und eine lebhafte Diskussion darüber entfacht. Negativ stößt den Mitgliedern insbesondere auf, dass es sich um keine unabhängige Instanz handelt die den Wahlkreis300 zur Verfügung stellt. Hinzu kommen zur Zeit die Serverprobleme und der im Vergleich zu dol2day geringere Funktionsumfang.
</p>
<p>
<b>politik-digital:</b> Was bedeutet die Popularität von wahlkreis300.de für dol2day? Wird es eine Abwanderung von dol2day-Spielern in Richtung wahlkreis300.de geben, weil man dort enger an die &quot;richtige&quot; Politik angekoppelt ist?
</p>
<p>
<b>Andreas Hauser:</b> Dass das Angebot an eine &quot;richtige&quot; Partei gekoppelt ist, ist sicher mehr ein Nachteil, denn ein Vorteil. Genau so werten es zumindest die dol2day-Mitglieder und befürchten eine starke Beeinflussung der Wahlkreis300-Mitglieder durch die CDU.
</p>
<p>
Da der &quot;User-Strom&quot; in beide Seiten fließt, gibt es bei uns keine Befürchtung, dass Mitglieder abwandern werden. Durch die zusätzliche Publicity richten wir uns eher auf einen Mitgliederzuwachs ein.
</p>
<table border="0" cellpadding="2" width="146">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">
			Erschienen am 21.03.2002
			</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
<!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Deutschland rennt!</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/deutschland_rennt-625/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Oct 2000 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Simulation]]></category>
		<category><![CDATA[dol2day]]></category>
		<category><![CDATA[Politik-Community]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">
<b>&#34;General T&#34; hat abgedankt. Er war der erste Internetkanzler und das für ganze zwei Monate. Ihm folgte  Reto&#34;, der den Job jetzt seit ca. einem Monat macht. Gemein ist beiden, dass sie politisch engagiert sind, aber dennoch keine reale Macht besitzen. Nun ist dies nichts grundsätzlich neues, da mit politischem Engagement nicht unbedingt der Besitz von politischer Macht einhergeht.</b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"><br />
<b>&quot;General T&quot; hat abgedankt. Er war der erste Internetkanzler und das für ganze zwei Monate. Ihm folgte  Reto&quot;, der den Job jetzt seit ca. einem Monat macht. Gemein ist beiden, dass sie politisch engagiert sind, aber dennoch keine reale Macht besitzen. Nun ist dies nichts grundsätzlich neues, da mit politischem Engagement nicht unbedingt der Besitz von politischer Macht einhergeht.</b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Die Politik-Community <a href="http://www.dol2day.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">democracy online 2day&quot;</a>, die bereits<br />
die zweite &quot;Kanzlerwahl im Internet&quot; veranstaltete, möchte deshalb auch eher die heutige<br />
Einstellungen der Internet-Generation an die Politiker vermitteln und zeigen, dass das Internet<br />
sehr wohl als politisches Medium taugt. Dazu haben sie sich quasi ein politisches Monopoly-Spiel<br />
im Internet ausgedacht, bei dem die einzelnen Parteien und ihre Kandidaten u.a. &quot;Bimbes&quot; sammeln<br />
müssen, um den über 5.000 Mitgliedern zu zeigen wie engagiert sie sind.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Solche und andere Beispiele von Bürgerengagement wie Petitionen gegen die Flut von Werbeemails<br />
oder Aktionen für die Einführung von günstigen <a href="http://www.ungetaktet.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Pauschaltarifen</a>, die ohne Taktung abrechnen<br />
zeigen, dass das Interesse an politischen Auseinandersetzungen im Netz<br />
größer als je zuvor ist. Der eigentliche Inhalt gerät dabei im Vergleich zur Kommunikation<br />
über das Ereignis sowie der Möglichkeit zur schnellen und unbegrenzten Vernetzung der Aktivisten<br />
immer mehr in den Hintergrund. Bezogen auf das Medium erscheint dies sinnvoll, doch dem<br />
demokratischen Image scheint es eher zu schaden.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Entsteht hier eine neue Form des Politikverständnisses und des Protests? In Fachkreisen gilt es<br />
als unbestritten, dass das Internet als Medium sinnvoll eingesetzt werden kann, damit sich<br />
Akteure besser aggregieren, aber auch artikulieren können. Angefangen von den E-Mail Bombardements<br />
auf den französischen Präsidenten, als der die Atombombe unter dem Mururoa-Atoll hochgehen ließ,<br />
bis hin zu den Aktivitäten von Teilen der jugoslawischen Bevölkerung, die unter dem Namen<br />
&quot;Cyber Yugoslavia&quot; als sogenannte Mikronation im Netz firmiert, lässt sich die digitale Spur<br />
des politischen Protests verfolgen. Dennoch besitzen solche Aktionen auch Auswirkungen auf die<br />
&quot;reale Welt&quot;. So plant die Mikronation <a href="http://www.yuga.com/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Cyber Yugoslavia</a> bei Erreichen einer Einwohnerzahl von<br />
fünf Millionen Bürgern, eine Mitgliedschaft bei der UNO zu beantragen und somit als souveräner<br />
Staat zu gelten. Demnach wollen sich die virtuellen Bürger ein Territorium von 20 Quadratmetern<br />
von der UNO erbitten, in dem sie als Zentrum des Staates ihren Server platzieren können.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Für die Haudegen der mittlerweile &quot;alten sozialen Bewegungen&quot; muten diese neuen Artikulations-<br />
und Vergemeinschaftungsformen wohl ein wenig seltsam an und momentan werden diese Aktionen im<br />
Diskurs um gesellschaftspolitische Probleme eher am Rande wahrgenommen. Doch ablesbar an diesen<br />
Beispielen ist, dass sich die Formen der politischen Auseinandersetzungen in den nächsten Jahren<br />
gehörig ändern werden, und dass sich hier nur der Anfang einer neuen politischen Kultur offenbart.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"><b>Ein Generationskonflikt?</b><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Aber auch die hiesigen Aktivitäten auf dem Weg zur digitalen Demokratie werden äußerst skeptisch betrachtet<br />
oder allzu oft fälschlicherweise auf das bloße Wählen am Computer reduziert. Sicherlich hatten<br />
dem Netz verbundene Menschen wie Howard Rheingold oder Al Gore andere Hoffnungen als sie von<br />
einer &quot;Wiederbelebung des griechischen Marktplatzes&quot; bzw. von der &quot;Neugeburt der athenischen<br />
Demokratie&quot; sprachen. Überrascht muss man deswegen auch feststellen, das mit den ersten<br />
Einbrüchen auf dem neuen Markt sowie mit einigen Konkursen sogenannter &quot;Start-Ups&quot; auch<br />
gleichzeitig die digitalen Visionen einer demokratischeren und engagierteren Gesellschaft ins<br />
Abseits geraten sind. Es wird kräftig gerudert zur Zeit, leider mehr zurück als nach vorn. Die<br />
Rede von der wachsenden digitalen Spaltung (digital devide) zwischen Arm und Reich oder von der<br />
Flut unnützlicher Informationen macht die Runde. Das Überschwängliche ist dabei zum Leidwesen der<br />
politisch motivierten Akteure im Internet nicht dem Realistischen, sondern vielmehr einem<br />
allgemeinen Pessimismus gewichen.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Doch wo sind die Chancen für die Demokratie, bei all den berechtigten Risiken, die zur Zeit<br />
diskutiert werden? Wie immer liegt die Wahrheit irgendwo zwischen Apokalypse und utopischen<br />
Paradies. Zunächst hilft es einem sich zu fragen, wer die &quot;Demokratie-Latte&quot; in der Diskussion<br />
so hoch gehängt hat. Wie fast alle Diskurse wird auch die Diskussion um die Entwicklungschancen<br />
der Demokratie durch das Internet maßgeblich von einer Generation bestimmt, die sich selbst<br />
eingestehen musste, schon die letzten Visionen auf dem Marsch durch die Institutionen zu Grabe<br />
getragen zu haben. Das klingt gemein, weil diese Akteure meistens noch nicht einmal eine Ahnung<br />
davon haben wie ein Computer funktioniert und jetzt auch noch dafür verantwortlich gemacht werden<br />
sollen. Doch Unkenntnis schützt &#8211; wie oft erlebt &#8211; leider nicht vorm mitplappern, besonders nicht<br />
wenn es um gesellschaftspolitische Visionen geht. So stellt man sich die berechtigte Frage, ob<br />
neuerdings nicht ein wenig Schadenfreude mit im Spiel ist, wenn es um den vermeintlichen<br />
&quot;Hype ums Netz&quot; geht.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"><b>Wie viel Bürgerdemokratie verträgt der Staat?</b><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Immer noch kommen zu viele Parteien altbacken mit ihrem Internetauftritt daher oder lassen sie<br />
ihren Mitgliedern nicht die Informationsfreiheit zu, nach denen das Medium geradezu schreit.<br />
Zukünftig wird es mindestens genauso wichtig sein, den inneren Zusammenhalt mit der Basis in den<br />
Parteien zu bewahren oder auch neu herzustellen, wie die offiziellen Website weiterzuentwickeln.<br />
Auch die Netzinitiativen der Regierung lassen eine klare Richtung vermissen. Der Bundeskanzler<br />
will Deutschland bis ins Jahr 2005 jede Dienstleistung der gesamten <a href="http://www.bund.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Bundesverwaltung online</a><br />
bereitstellen, das Innenministerium verschlankt den Staat mit der Initiative<br />
<a href="http://www.staat-modern.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">staat-modern</a> und zahlreiche Kommunen und Städte arbeiten längst an der<br />
kommunalen Online-Verwaltung (www.mediakomm.net), die vom Bundeswirtschaftsministerium mit<br />
50 Mio. DM getragen wird. Doch wer kann da noch durchblicken oder Synergien nutzen? In diesem<br />
Sammelsurium von Experten, Wissenschaftlern, Unternehmern und Politikern finden sich zwar immer<br />
die üblichen Verdächtigen, teilweise aber auch in doppelter und dreifacher Funktion, ohne das ein<br />
Hauch von Koordination durch die neuen Amtsstuben weht.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"><b>Deutschland rennt und keiner lenkt?</b><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Sehr viel der jetzigen Multimediaintiative der Bundesregierung erinnert an die<br />
Startschwierigkeiten nach der Wahl von Rot/Grün. Eine kürzlich veröffentlichte Studie von<br />
<a href="http://www.bah.com/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Booz Allen &amp; Hamilton</a> (&quot;Digitale Spaltung in Deutschland &#8211; Ausgangssituation, Internationaler<br />
Vergleich, Handlungsempfehlungen&quot;)  kommt zu dem Schluss, dass noch erhebliche Defizite bei der<br />
Abstimmung der verschiedenen Bemühungen bestehen. Es fehlt eine zentrale Stelle, die alle<br />
Anstrengungen bündelt und den Informationsfluss beweglich hält. Ein spezielles<br />
Internetministerium &#8211; wie es andere europäische Länder eingerichtet haben &#8211; wäre ein erster<br />
möglicher Schritt. Dass eine solche Stelle dringend erforderlich ist, zeigt die Fülle der<br />
Projekte und Initiativen, die derzeit wie Pilze aus dem digitalen Brachland schießen.<br />
Landesregierungen, Ministerien, Verbände und Privatwirtschaft müssen sich stärker vernetzen und<br />
in ihren Aktionen abstimmen. Denkbar ist auch eine Koordinierungsstelle für Konzeptionsarbeit,<br />
ergänzt von einer bundesweit zugänglichen Datenbank zum Nutzungsverhalten, über das es noch<br />
immer keine fundierten empirischen Erkenntnisse gibt und schließlich in der Praxis eine<br />
konzertierte Bildungsarbeit, um die verbreitete Scheu vor der digitalen Technologie zu verringern.<br />
Über ein solches Internetministerium müssten dann die jetzigen Internetregierungsaktionäre Schily,<br />
Müller und Bulmahn verhandeln. Und allein daraus resultiert bereits ein neues Problem.<br />
Vielleicht sucht &quot;General T&quot; ja gerade einen neuen Job bzw. was macht eigentlich Jost Stollmann?<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Dieser Artikel erschien zuerst in der <a href="http://www.taz.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">taz</a> vom 19. Oktober 2000.<br />
</span></span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zwei Monate deutscher Internetkanzler</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/zwei_monate_deutscher_internetkanzler-681/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[fstegers]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Simulation]]></category>
		<category><![CDATA[dol2day]]></category>
		<category><![CDATA[Politik-Community]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/zwei_monate_deutscher_internetkanzler-681/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Reto alias Urs Fähndrich hat sein Amt als Kanzler der Politik-Community
&#34;democracy online 2day&#34; angetreten. Reale Macht hat er jedoch nicht, und
im Gegensatz zu Amtsvorgänger Tim Peters fehlt ihm auch das medienwirksame Etikett
&#34;erster deutscher Internetkanzler&#34;. Peters, der sich als Taktgeber sah,
der die Einstellungen der Internet-Generation an die
Politiker vermittelt, ist sich jedoch sicher, daß auch sein(e)
Nachfolger diese Rolle wirksam ausfüllen können. Er selbst zieht nach
dem Ende seiner Amtszeit eine nüchterne, aber positive Bilanz.</b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Reto alias Urs Fähndrich hat sein Amt als Kanzler der Politik-Community<br />
&quot;democracy online 2day&quot; angetreten. Reale Macht hat er jedoch nicht, und<br />
im Gegensatz zu Amtsvorgänger Tim Peters fehlt ihm auch das medienwirksame Etikett<br />
&quot;erster deutscher Internetkanzler&quot;. Peters, der sich als Taktgeber sah,<br />
der die Einstellungen der Internet-Generation an die<br />
Politiker vermittelt, ist sich jedoch sicher, daß auch sein(e)<br />
Nachfolger diese Rolle wirksam ausfüllen können. Er selbst zieht nach<br />
dem Ende seiner Amtszeit eine nüchterne, aber positive Bilanz.</b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die zweimonatige Regierungszeit des 26-jährigen Berliners endete am<br />
1. September. Begonnen hatte die Netzkarriere einer<br />
Juninacht in einer Juninach um 2:56. Da legte sich Tim Peters mit<br />
einem Mausklick das Pseudonym &quot;General T&quot; zu, wie sein Useraccount<br />
verrät.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Keine vier Wochen später wurde der Jura-Student zum ersten<br />
Internetkanzler Deutschlands gewählt, von den  Usern der Plattform &quot;dol2day&quot;, die<br />
spielerisch umsetzten, was Visionäre digitaler Demokratie seit<br />
Jahren träumen.<br />
Online diskutiert die Community-Mitglieder über<br />
Fragen von der Steuerreform bis zur Abtreibung &#8211; und verdienen dafür<br />
Bimbes. Ein fragwürdiges Demokratiemodell?<br />
&quot;Den gibt&#8217;s hier nur für<br />
harte politische Arbeit&quot;, beruhigt Peters, der in real life bei der<br />
Jungen Union aktiv ist.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Er sammelte in drei<br />
Online-Stunden täglich eine ganz Menge Bimbes, half mit, das Programm<br />
der virtuellen Christdemokraten zu formulieren und setzte sich als<br />
deren Spitzenkandidat schließlich gegen Internet-Grüne und -Liberale<br />
durch. Im Netz abgeschlagen: die Sozialdemokraten.<br />
Statt im Bungalow residierte der Internetkanzler in einer WG in einem<br />
stilvoll renovierten Altbau in Berlin-Mitte. Die Verbindung zum<br />
Wahlvolk hielt ein 56k-Modem, kein ADSL. Aber um die Ecke machen ein<br />
Dutzend Internet-Startups die Chaussee-Straße zur &quot;Silicon Street&quot;.<br />
In einem davon jobbt Tim Peters neben dem Jura-Studium.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Er fühlt sich<br />
als Teil einer Internet-Generation. Und wenngleich er von dol2day<br />
als &quot;Spiel&quot; oder &quot;Experiment&quot; redet, sah er an seine Aufgabe als<br />
Sprecher dieser Generation: &quot;Das sind engagierte, stark vernetzte<br />
junge Menschen mit einem überdurchschnittlichen Bildungsstand, aus<br />
allen politischen Lagern.&quot; Unabhängig davon, welcher Partei sich die<br />
dol2day- Mitglieder normalerweise zuordneten &#8211; bei Internet-Themen<br />
seien sie sich einig, meint Peters. Und auch wenn die Ideen und<br />
Meinungen der dol2day- Community nicht unbedingt repräsentativ<br />
seien, wären sie doch aufgrund der demographischen Zusammensetzung<br />
als Trendbarmeter für die Politik interessant.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Kanzlerschaft bedeutete für Peters vor allem eine Mittlerrolle zu<br />
den Parteien und Parlamentariern. Im Gegensatz zum Bundeskanzler übt er<br />
keine Regierungsfunktion aus &#8211; das&quot;Herrschaftsgebiet&quot; ist ja auch nur<br />
virtuell. Die Kanzler-Stimme zählt in den dol2day- Diskussionen nicht<br />
mehr als die eines gerade beigetreten Mitglieds. Die Funktion ähnelt<br />
eher der des Bundespräsidenten, der Themen setzen und die Community nach<br />
außen vertreten kann.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wie, das war zu Beginn der Amtszeit von &quot;General<br />
T.&quot; noch nicht genau definiert. Zusammen mit den dol2day- Machern<br />
versuchte er, auf zwei Wegen den Dialog mit politischen Entscheidern<br />
einzuleiten:<br />
Zum Chat mit der Community stellten sich auf seine Einladung<br />
CDU-Internet-Sprecher Thomas Heilmann, SPD-Netzexperte Jörg<br />
Tauss und Hildegard Müller, Vorsitzender jungen Union. Von ihnen<br />
fühlte sich der Internetkanzler ernst genommen &#8211; auch wenn in seiner<br />
Wählerschaft neben der deutschen Innenpolitik oder der EU-Osterweiterung<br />
auch über ganz andere Themen diskutiert.<br />
Peters:  &quot;Die Umfrage:<br />
&#8216;Welchen Brotaufstrich ißt du morgens am liebsten?&#8217; hat schon<br />
Kultstatus.&quot;<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ärgerlich nur, daß die Chat-Funktion nicht gleich zu Beginn der<br />
Kanzlerschaft zu Verfügung stand. Die studentischen Gründer von<br />
dol2day hatten Probleme, die Technik einzubauen. Noch mehr<br />
hektische Handy-Telefonate zwischen Kanzler und Konstrukteuren waren<br />
nötig, bis endlich das versprochene Umfrage-Tool einsatzbereit war.<br />
Tim Peters hatte in der Community Online-Petitionen zu &quot;Mehr Wettbewerb<br />
im Ortsnetz&quot;<br />
und &quot;Multimedia-Ausbildung in Schulen&quot; geplant.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Ergebnisse<br />
sollten gleichsam als Unterschriten-Aktion der Netizens an die<br />
wirklichen politischen Entscheidungsträger weitergeleitet werden.<br />
Weil die technische Umsetzung sich stark verzögerte, konnte der<br />
Kanzler zwar Einfluß auf die Gestaltung des Umfrage-Tools nehmen,<br />
hatte aber selbst nicht mehr viel davon.&quot;Nur 200 der rund 4000<br />
registrierten Nutzer unterstützen die Aktion bis zum Ende der<br />
Kanzlerschaft, berichtet er enttäuscht: ?Aber es war ja eine<br />
Premiere.&quot;<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Jetzt hofft General T., dass sein seit dem 9. September gewählter<br />
Nachfolger das Tool besser einsetzen könne. Dafür habe es Kanzler Nr.<br />
2 aber  natürlich schwerer als er, von den Politikern wahrgenommen zu<br />
werden als er, meint Peters.<br />
Trotzdem gibt er sich überzeugt, daß<br />
sein Posten mehr darstellt als ein vorübergehendes Maskottchen für<br />
ein paar Medienberichte und Politker, die sich mit dem Siegel der<br />
hippen New Economy schmücken wollen.<br />
Auch Kanzler Nr. 2 und 3. können<br />
seiner Meinung nach als Sprecher der Internet-Generation auftreten.<br />
Voraussetzung: gute Ideen, hochwertige Gäste im Chat. Und eine<br />
technische Neuerung bei dol2day: Die Anliegen, die der Kanzler an<br />
die Politik weiterleiten soll, müssten besser aus der Masse der<br />
diskutierten Fragen hervorgehoben werden. Sonst könne der Kanzler<br />
keine Agenda setzen.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die kurze Amtszeit und die damit verbundene Fluktuation sieht er<br />
dagegen nicht als grundsätzliches Problem. Im Internet sei das Tempo<br />
ja auch schneller. Daß sie gerade auf drei Monate erhöht wurde,<br />
findet er trotzdem gut.<br />
Langfristig, so die Einschätzung von<br />
&quot;General T&quot;, werde dol2day zwar ein Spiel bleiben, aber eines, das<br />
die Politik auf den großen Handlungsbedarf in Sachen Internet<br />
hinweise.<br />
Als Ersatz für die Realpolitik möchte er das dol2day- Modell mit<br />
häufigen Abstimmungen und Umfragen aber nicht sehen. Da setzt<br />
RCDS-Mann Peters auf festere Strukturen: &quot;Ich bin ein Anhänger<br />
repräsentativer Demokratie. Am Ende muß jemand die langfristige<br />
Verantwortung übernehmen.&quot; Als Partizipationsinstrument auf lokaler<br />
Ebene kann er sich das Netz dagegen durchaus vorstellen.<br />
Die größten Chancen beim Interneteinsatz liegen seiner Meinung nach<br />
jedoch eher in der virtuellen Diskussionskultur, die er sie bei<br />
dol2day kennengelernt hat. Die Lösung seien virtuelle<br />
Organisationen als Ergänzung zur herkömmlichen Parteistruktur: &quot;Die<br />
sind ideal für Leute für Leute, die jung und mobil sind, und nicht<br />
ständig Zeit haben, sich abends ab 18 Uhr in einer Kneipe zu treffen<br />
und lokal Politik zu machen, aber dafür jeden Tag eine halbe Stunde<br />
aufwenden, um online zu diskutieren.&quot;<br />
</span></span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Liberal besiegt Christdemokratisch</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/liberal_besiegt_christdemokratisch-682/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[shirsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Simulation]]></category>
		<category><![CDATA[dol2day]]></category>
		<category><![CDATA[Politik-Community]]></category>
		<category><![CDATA[Urs Fähndrich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Würfel sind gefallen, die Stichwahl bei
<a href="http://www.dol2day.com/" target="_new" rel="noopener noreferrer">dol2day</a> ist zu ende.
Nach einem heißen ersten Wahlgang, mußten &#34;Mr. Bodensee&#34; von der Christdemokratischen
Internet Partei und sein liberaler politischer Kontrahent, &#34;Reto&#34;, eine weitere Runde überstehen,
bevor sich das endgültige Ergebnis abzeichnete. Alle anderen  Parteien ließen sie weit hinter
sich, weder die Grünen im Internet, noch die Sozialdemokratische Internet Partei oder die
Sozialisten im Netz, konnten den beiden Kandidaten das Wasser reichen. Eine Tendenz, die
sich auch im richtigen Wahlkampf fortsetzen wird ? Bleibt abzuwarten...!</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Würfel sind gefallen, die Stichwahl bei<br />
<a href="http://www.dol2day.com/" target="_new" rel="noopener noreferrer">dol2day</a> ist zu ende.<br />
Nach einem heißen ersten Wahlgang, mußten &quot;Mr. Bodensee&quot; von der Christdemokratischen<br />
Internet Partei und sein liberaler politischer Kontrahent, &quot;Reto&quot;, eine weitere Runde überstehen,<br />
bevor sich das endgültige Ergebnis abzeichnete. Alle anderen  Parteien ließen sie weit hinter<br />
sich, weder die Grünen im Internet, noch die Sozialdemokratische Internet Partei oder die<br />
Sozialisten im Netz, konnten den beiden Kandidaten das Wasser reichen. Eine Tendenz, die<br />
sich auch im richtigen Wahlkampf fortsetzen wird ? Bleibt abzuwarten&#8230;!</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Mit seinen 35, 38 Prozent lag der christdemokratische Kandidat im ersten Wahlgang noch<br />
weit vor dem Liberalen, der nur 23, 81 Prozent der Stimmen für sich verbuchen konnte. Die Wende<br />
erfolgte in der Stichwahl zwischen den beiden Anwärtern für das Internetkanzleramt.<br />
&quot;Reto&quot; (IDL) erziehlte ein traumhaftes Ergebnis, über 54 Prozent der surfenden Wähler<br />
gaben ihm ihre Stimme, nur knapp 43 Prozent wählten &quot;Mr. Bodensee&quot; (CIP).<br />
Obwohl beide einen sehr aktiven Wahlkampf betrieben hatten und auch ihre Wahlkampfseiten<br />
bei dol2day häufig aktualisierten, war die Wahlbeteiligung mit 47,06 Prozent viel geringer<br />
als beim ersten Wahlgang, wo über 60 Prozent der  Community ihre Stimme abgaben.<br />
-Politikverdrosenheit nun auch im Netz?<br />
Eher nicht, denn kaum war der neue Internetkanzler gekührt, hatten sich schon neue Parteien<br />
formiert. Diese haben Namen, die endlich mal nicht sofort die Nähe des Real Life Pendants<br />
erahnen lassen. Doch noch sind sie in der Entstehungsphase und müssen sich erst bei den<br />
Mitgliedern der dol2day- Community profilieren, bevor sie bei der nächsten Wahl in drei Monaten<br />
um Wählerstimmen werben können.<br />
Aber nun ist erst einmal &quot;Reto&quot; an der Reihe als Kanzler in sein virtuelles Amt einzuziehen.<br />
Seine Dankessagungen an die Wähler hat er schon gemacht, auch über die wichtigsten Ziele<br />
hat er sich geäußert: ein &quot;guter Kanzler für alle Mitglieder&quot; möchte er werden und viel<br />
Öffentlichkeitsarbeit leisten, damit die im Netz formulierten Ideen nicht nur virtuelle<br />
Spielerein bleiben, sondern auch im Real Life auf fruchtbaren Boden stoßen.<br />
</span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Interview mit Urs Fähndrich alias Reto, neuer Internetkanzler und Mitglied der &quot;Liberalen im Internet&quot;</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wird die IDL in irgendeiner Form von der<br />
FDP finanziell unterstützt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Reto</b>: Nein, die IDL ist auch eine von der FDP vollkommen unabhängige &quot;virtuelle&quot; Partei,<br />
wobei es sicherlich personell sehr viele überschneidungen gibt und auch es inhaltlich<br />
viele übereinstimmungen zu den meisten Themen gibt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Denken sie, dass sie mit ihrer<br />
Partizipation an den Aktivitäten von<br />
dol2day etwas in der realen Politik bewirken können?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Reto</b>: Ja, auf jeden Fall. Dol2day hat die Chance, sich als innovativer Ideenlieferant<br />
für die RL-Politik<br />
zu etablieren. Wir können Politiker für unsere Ideen gewinnen.<br />
Die stark steigende Medienresonanz<br />
wird mit Sicherheit ihren Teil dazu beitragen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie wichtig war Ihnen ein<br />
Wahsieg bei dieser Kandidatur?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Reto</b>: Jeder der sich für bestimmte Ideale engagiert, will sicherlich auch erfolgreich sein. Aber mein<br />
persönliches Glück hängt natürlich nicht davon ab. Ich will kein Politiker werden. Davon<br />
gibt es in Deutschland genug, was wir brauchen sind politisch engagierte Bürger, die nicht<br />
in ihrem Elfenbeinturm sitzen, sondern die Probleme der Menschen kennen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie häufig werden sie ihren Amtsgeschäften im virtuellen Kanzleramt<br />
nachkommen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Reto</b>: Internetkanzler zu sein bedeutet sicherlich viel Arbeit, aber dafür hat man auch<br />
die Chance etwas zu<br />
bewegen. Schon jetzt investiere ich täglich mindestens 2 Stunden für dol2day und im Wahlkampf<br />
natürlich<br />
vielmehr. Da hat eine Nacht auch nur mal 2 Stunden. Die Sache ist es aber wert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b>Bedeutet diese Kanzlerschaft eher Spaß<br />
oder ist sie ernst zu nehmen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Reto</b>: Sie ist auf jeden Fall ernst zu nehmen, da dol2day die Chance hat,<br />
die politische Meinungsbildung<br />
zu revolutionieren. Und wir stehen am Anfang einer vielleicht neuen &quot;Epoche&quot; der Demokratie.<br />
Für mich gibt es nichts spannenderes.</span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was haben Sie während der<br />
Stichwahl- Tage gemacht?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Reto</b>: Wir haben weiter an unserem Programm gefeilt, um es weiter zu optimieren und haben<br />
die inhaltlichen Unterschiede zu unserem Konkurrenten der CIP herausgestellt, um den<br />
Wählern, die im ersten Wahlgang für einen anderen Kandidaten gestimmt haben, ihre<br />
Entscheidung zu erleichtern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Hat Sie Ihr Wahlsieg nicht ein<br />
bißchen überrascht, immerhin lagen sie nach dem ersten Wahlgang hinter &quot;Mr. Bodensee&quot;?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Reto</b>: Eigentlich war ich nicht überrascht, da Mr Bodensee durch seine Position nur Stimmen aus<br />
seiner eigenen Partei bekommen hat. Unser klares liberales Programm ist hingegen auch<br />
auf sehr große Akzeptanz bei den Parteilosen und den Mitgliedern anderer Parteien gestossen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Denken sie, dass die Online-Wahl auch die Tendenzen der realen<br />
Wählerstimmung aufzeigt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Reto</b>: Eindeutig ja, das Ergebnis zeigt sehr klar, dass die Generation @ ihre Anliegen bei den Liberalen<br />
am besten aufgehoben fühlt. Im Internet, wie im &quot;RL&quot; (real life). Entsprechend sind vorallem im<br />
Bereich &quot;Neue Technologien&quot; viele Aktionen geplant, so z.B. im Bildungsbereich, wo  die<br />
&quot;Neue Technologien&quot; noch eine viel zu geringe Bedeutung haben und die Gefahr eines &quot;digital divide&quot;<br />
besteht. Geplant sind auch Aktionen gegen neue Abgaben, wie z.B. der Urheberrechtsabgabe für<br />
Computer, Drucker, CD-Brenner etc. und gegen Rundfunkgebühren für Internetanschlüsse.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Sind Aktionen mit der FDP geplant?<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Reto</b>: Grundsätzlich ist die IDL eine eigenständige &quot;virtuelle Partei&quot;. Da aber in vielen<br />
Bereichen programmatisch<br />
eine Übereinstimmung mit der FDP herrscht, sind Kooperation sicherlich denkbar. Konkret geplant<br />
ist<br />
z.B. mit den Julis eine Präsentation von dol2day auf dem Bundesparteitag der FDP in Berlin.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Internetkanzler die Zweite</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/internetkanzler_die_zweite-683/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[shirsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Simulation]]></category>
		<category><![CDATA[dol2day]]></category>
		<category><![CDATA[Politik-Community]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Nun geht sie schon in die zweite Runde, die Wahl des Internetkanzlers
von <a href="http://www.dol2day.com/" target="_new" rel="noopener noreferrer">dol2day</a>
Vom ersten bis zum neunten September kann wieder online die Stimme abgegeben werden,
dol2day, eine der größten politischen communities im deutschsprachigen Internet,
ruft erneut zur Wahl des Internetkanzlers auf.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Nun geht sie schon in die zweite Runde, die Wahl des Internetkanzlers<br />
von <a href="http://www.dol2day.com/" target="_new" rel="noopener noreferrer">dol2day</a><br />
Vom ersten bis zum neunten September kann wieder online die Stimme abgegeben werden,<br />
dol2day, eine der größten politischen communities im deutschsprachigen Internet,<br />
ruft erneut zur Wahl des Internetkanzlers auf.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Warum Online wählen? dol2day gibt<br />
dem angestammten Wahlzyklus ein neues Gesicht: Politische<br />
Sensibilisierung der Internet-Surfer durch direkte Wahl im Netz,<br />
die Möglichkeit, eine Meinung zum Ausdruck bringen zu können,<br />
Engagement des Einzelnen vor politischer Expertise. So sollen gerade<br />
Personen, die sich am realen Politikalltag<br />
weniger beteiligen, angesprochen und motiviert werden. Auch neuen<br />
Parteigründungen steht<br />
nichts im Weg, so lange man die 50 Mindeststimmen aufbringen kann.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nach der zweimonatigen Legislaturperiode von &quot;General T&quot; (&quot;Christdemokratische Internetpartei&quot;),<br />
werben dieses Mal fünf Anwärter um die Gunst der surfenden Wähler.<br />
Die virtuellen Parteien, denen die Kandidaten angehören, erinnern stark<br />
an die realen Parteien, von dunkelrot (&quot;Sozialisten im Internet&quot;) bis schwarz<br />
(&quot;Christdemokratische Internetpartei&quot;) sind alle vorhanden, die auch sonst in keinem<br />
Wahlkampf fehlen.<br />
Doch vermisst man die alternativen Gruppierungen, die hier so leicht ins Leben gerufen<br />
werden könnten.<br />
Selbst im Netz herrscht die eintönige Parteienlandschaft, die der Wähler schon aus<br />
dem normalen Leben kennt. Die Nähe der Internetparteien zu ihren realen Pendants wird<br />
dadurch noch verstärkt, dass sie Links zu den Partei-Adressen auf den Wahlkampfseiten<br />
eingebaut haben und mit Politikern aus den Bundesparteien werben.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">So verwundert es auch nicht, dass die<br />
&quot;Grünen im Internet&quot; sich<br />
vor allem für den Volksentscheid bei dol2day Community-Fragen aussprechen.<br />
Die Kandidatin mit Nickname &quot;Tolle&quot;, möchte eine &quot;Kanzlerin für alle&quot; werden,<br />
parteien-übergreifend diskutieren und leidenschaftlich ihr virtuelles Kanzleramt führen.<br />
<br />
Ihr jugendlicher Kontrahent von den &quot;Liberalen im Internet&quot;, &quot;Reto&quot;, orientiert<br />
sich stark an den Leitsätzen der gleichnamigen  Bundestagspartei. &quot;Gleiche Chancen für alle<br />
&#8211; aber keine staatliche Lenkung&quot;, ist einer seiner politischen Grundsätze.<br />
Doch Politik ist für den Nordrhein-Westfalen nicht nur eine ernste Angelegenheit,<br />
sondern sollte auch Spaß machen, deswegen hat er sein Profil mit Politiker-Witzen aufgelockert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">&quot;Mr. Bodensee&quot;, von der &quot;Christdemokratischen Internetpartei&quot; , wirbt mit harten,<br />
konservativen Statements für seine Person. Unter anderem prangert er die &quot;unzulänglichen<br />
Reförmchen&quot; der realen Bundesregierung an und spricht sich gegen die EU-Sanktionen,<br />
Österreich betreffend, aus. Als Kanzler, verspricht er, wird er fest zu seinen Grundsätzen<br />
stehen, ein &quot;offenes Ohr&quot; für alle haben und die Internetkriminalität bekämpfen.<br />
&quot;DE_GB&quot;, auch Bodo genannt, der Kandidat der &quot;Sozialdemokratischen Internetpartei&quot;,<br />
steht für eine aktive Politik gegen intolerante, fremdenfeindliche und diskriminierende<br />
Ansichten und, wie sollte es anders sein, beförwortet eine Anlehnung an sozialdemokratische<br />
Grundsätze, besonders im Bereich der Renten-und Sozialpolitik.<br />
Die &quot;Sozialisten im Internet&quot; versuchen mit &quot;Jutta&quot; ins virtuelle Kanzleramt zu gelangen.<br />
Diese Anwärterin äußert sich nicht so explizit über ihr reales Leben wie ihre politischen<br />
Gegner, eher durch ihre gestarteten Umfragen und  Meinungen kann sich der Wähler ein Bild<br />
von ihr machen.Allgemein fordern die Sozialisten, dass alle Schulen Internetzugang<br />
bekommen sollen, damit so die Politikbegeisterung der Jugendlichen gesteigert werden kann.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die erste Entscheidung ist heute schon gefallen, es wird eine Stichwahl zwischen dem Kandidaten<br />
der &quot;IDL&quot; (&quot;Internet den Liberalen&quot;) und dem Anwärter der &quot;Christdemokratischen Internetpartei&quot;<br />
geben. Letzterer erreichte die meisten Stimmen mit über 38 Prozent, gefolgt von seinem<br />
liberalen Kontrahenten, Reto, mit 23,81 Prozent.<br />
Die restlichen Parteien erziehlten weniger starke Ergebnisse, erstaunlich auch die<br />
Plazierung der &quot;Sozialdemokratische Internetpartei&quot; auf dem vorletzten Platz, ihr Real-Life<br />
Pendant kann sich momentan an positiven Tendenzen erfreuen.<br />
So sehr die zwei, noch im Wahlkampf stehenden, Kandidaten auch ihre Unabhängigkeit<br />
von den realen Parteien betonen, so ganz lässt sich dies nicht nachvollziehen,<br />
denn beide haben das entsprechende Parteibuch und engagieren sich seit längerer Zeit<br />
aktiv in ihrer Region bei partei- politischen Aktivitäten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Egal wer am Ende das Rennen macht, es bleibt abzuwarten, ob den so schön formulierten virtuellen<br />
Zielen auch reale Umsetzungen folgen werden, denn außer ihrer Kanzlerposition im Netz, haben die Kandidaten<br />
keinerlei amtliche Befugnisse.<br />
Auch wenn sie versuchen wollen Ideenlieferanten für die Politik im Bundestag zu werden,<br />
so richtig neue Konzepte können sie eigentlich noch nicht vorweisen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die kreativen Veranstalter der Wahl, eine Gruppe Studenten aus Aachen, verfolgen seit<br />
der ersten Kanzlerwahl im Internet das ehrgeizige Ziel eine eigene Internetpartei in den<br />
&quot;richtigen&quot; Bundeswahlkampf zu schicken. Um dies zu schaffen, bleibt ihnen noch ein bißchen<br />
Zeit, vielleicht gelingt es den aktiven Mitglieder ihrer democracy online today- Gemeinde ja<br />
bis dahin ein paar wirklich neue politische Aspekte für die real- life Politik zu finden, so<br />
dass die Online- Wahlen nicht nur eine kleine virtuelle Sache am Rande darstellt, sondern in<br />
Zukunft auch von realen Politikern ernst genommen werden wird.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Attacke von rechts</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/attacke_von_rechts-685/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/attacke_von_rechts-685/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[sdalferth]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[dol2day]]></category>
		<category><![CDATA[Politik-Community]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Simulation]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/attacke_von_rechts-685/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Zeit der Anonymität ist jetzt auch bei dol2day, dem Veranstalter von Internetwahlen vorbei. Da
rechtsextreme Äußerungen in den Foren überhand genommen haben, ergreifen die Verantwortlichen
Maßnahmen</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Zeit der Anonymität ist jetzt auch bei dol2day, dem Veranstalter von Internetwahlen vorbei. Da<br />
rechtsextreme Äußerungen in den Foren überhand genommen haben, ergreifen die Verantwortlichen<br />
Maßnahmen</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Nachdem seit einiger Zeit in den Foren des Veranstalters der Wahlen zum Internetkanzeler<br />
<a href="http://dol2day.deltagate.com/htd/index.php3"> dol2day</a> (politik-digital<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/dol2day.shtml">berichtete</a>) verstärkt rechtsextremes<br />
Gedankengut verbreitet wurde, sollen jetzt Maßnahmen ergriffen werden. Zunächst<br />
tauchten Beiträge mit rassistischem Inhalt in den Diskussionsforen von dol2day<br />
auf. Kurz darauf wurden die Verantwortlichen von Mitgliedern des Forums darüber<br />
informiert, dass sie persönlich bedroht und beleidigt worden seien. Andreas<br />
Hauser erklärte, dass die Gefahr der Unterwanderung durch radikale Strömungen,<br />
die der demokratischen Struktur des Angebots feindlich gesonnen sind unbedingt<br />
gebannt werden muss. Nicht nur dass die demokratische Struktur des Angebots<br />
gewahrt werden soll, auch der Eindruck, bei dol2day handele es sich um ein rechtsextremes<br />
Forum, soll unbedingt vermieden werden. Der Vorwurf einer inhaltlichen Schieflage<br />
ist in der Tat nicht eingebildet, sondern wurde bereits von verschiedenen Seiten<br />
laut.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Daher wird das Team von dol2day zwei unterschiedliche Strategien einsetzen, die ineinandergreifen und so<br />
die Gefahr der Unterwanderung bannen sollen.<br />
So werden als erste Maßnahme in Zukunft alle neuen Mitglieder sowohl Name als auch Telefonnummer<br />
angeben müssen, um sich registrieren zu können. Schon registrierte Mitglieder werden darüber benachrichtigt<br />
werden, dass sie innerhalb einiger Tage ihre Daten angeben müssen, um in Zukunft noch bei dol2day<br />
mitmachen zu können. Allen Accounts, die keiner Personen zugeordnet werden können, droht das<br />
unausweichliche Schicksal der Sperrung bzw. sie werden gelöscht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Diese Massnahme ist nötig, um zu vermeiden, dass Doppelaccounts angelegt werden und schon bestehende<br />
entfernt werden können. Die Möglichkeit der Doppel- und Mehrfachaccounts sei auch eines der grossen<br />
Probleme, sagt Andreas Hauser von dol2day. Es sei nicht die absolute Zahl der Rechtsradikalen, die das<br />
Konzept der Aktion zum Einstürzen zu bringen drohe. Vielmehr sei es die Tatsache, dass sich viele dieser<br />
Mitglieder bis zu 30 oder gar 40 Emailadressen holen und dies auch offen in den Foren verkünden. Mit diesen<br />
Adressen waren sie bisher in der Lage sich als neue Mitglieder anzumelden und dann die Abstimmungen und<br />
Diskussionsforen zu &quot;überschwemmen&quot;. Das soll die neue Regelung verhindern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Veröffentlichung der persönlichen Daten ist nicht geplant, es sei denn, das Mitglied stimmt der<br />
Veröffentlichung explizit zu. Auch werden diese Daten ausschließlich zur Überprüfung der Accounts verwendet<br />
und in keinem Fall weitergegeben. Weder zu kommerziellen noch zu polizeilichen Zwecken.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Probleme, die sich bei einer Identifizierung über die Telefonnummer zum Beispiel bei Familien mit nur einem<br />
Anschluss ergeben, sollen über den persönlichen Kontakt mit den Verantwortlichen von dol2day geregelt werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Initiatoren von dol2day wollen nicht alleine die Verantwortung für in den Foren verbreitete Meinungen<br />
übernehmen und sich der Diskussion gegenüber nicht parteilich verhalten. Daher wird parallel zu der ersten<br />
Massnahme noch eine zweite eingeführt. Diese sieht die Schaffung eines Kontrollgremiums vor, das sich aus<br />
registrierten und durch die erste Massnahme überprüften Mitgliedern zusammensetzen wird. Die personelle<br />
Zusammensetzung an sich werde sich nach der Größe der einzelnen Parteien richten, erklärte Andreas Hauser.<br />
Dieses auf demokratischer Ebene liegende Gremium werde mit dem Recht ausgestattet, Mitgliederaccounts<br />
zu sperren. Um jedoch eine Sperrung zu erreichen, müsse innerhalb des Gremiums eine &quot;sehr große Mehrheit&quot;<br />
gefunden werden. Dies soll nach Auffassung der dol2day Initiatoren verhindern, dass aufgrund der Stärke einer<br />
Partei Ausschlüsse aus parteitaktischen Gründen beschlossen werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Diese Maßnahme der Gremienbildung hat der ersten gegenüber den Vorteil, dass sie &quot;von unten&quot; praktiziert<br />
wird. Dadurch wird der Eindruck vermieden, dass die gesamte virtuelle Parteienlandschaft von einer Art<br />
&quot;big brother&quot; kontrolliert wird. Ein solche Lösung des Problems ist auch dem demokratischen Selbstverständnis<br />
der Veranstalter angemessen. Daher ist die Art und Weise, wie mit dem Problem umgegangen wird, ein<br />
weiterer Pluspunkt der Aktion.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ein Nebeneffekt dieser Maßnahmen ist auch eine Demokratisierung desWahlvorgangs. Denn ab der nächsten<br />
Wahl am 1. September wird es aufgrund der neuen Regelungen nicht mehr möglich sein, dass eine Person<br />
zweimal abstimmt. Ein weiterer positiver Effekt wird eine bessere Übersicht über die tatsächliche Zahl der<br />
Mitglieder sein. Doch wird seitens dol2day nicht von einer allzu großen Zahl von Accounts ausgegangen, die<br />
durch die Sperrung wegfallen werden. Andreas Hauser erwartet einen Wegfall von ca. 200, maximal jedoch<br />
300 Doppelaccounts.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Verbreitung von rechtsextremen Inhalten war auch das Thema einer Konferenz, die Ende Juni in Berlin<br />
stattfand. Dort debattierten internationale Vertreter das Problem der &quot;Hassseiten&quot;. Oft thematisiert wurde die<br />
problematische Grenze zwischen dem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung und der Durchsetzung nationaler<br />
Strafgesetze. Denn die Wünsche der Politik, Staatsanwälte und Polizei traten in krassen Widerspruch mit der<br />
Auffassung von Bürgerorganisationen und NGOs. Diese fordern die Beibehaltung der freien Meinungsäußerung<br />
im Internet.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die &quot;Berliner Erklärung&quot;, die bei dieser Konferenz verabschiedet wurde, stellt nach Aussage der Justizministerin<br />
Herta Däubler-Gmelin eine Grundlage dar, auf der Vermittlungsansätze entwickelt werden können. Allerdings<br />
sind die Erwartungen nicht allzu hoch , dass ein Konsens gefunden wird. So liegt das Problem nach Ansicht<br />
von Bernd Herrmann von der Heinrich-Böll-Stiftung darin, dass ein Konsens über Werte, die geschützt werden<br />
sollen, nur unter Einbeziehung der gesamten Weltbevölkerung erreicht werden kann. Da dies jedoch nicht<br />
möglich ist, sieht er eine Einigung noch in weiter Ferne.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Beschränkungen, wie sie dol2day jetzt eingeführt hat, sind eine Möglichkeit, den Hass im Internet auf kleinerer<br />
Ebene einzudämmen. Auch wenn diese Lösungen nicht zu einer Eindämmung extremistischer Äußerungen<br />
im großen Rahmen taugen, ist der Ansatz, der auf die Vernunft der Mitglieder setzt, zu Zeit der einzig gangbare,<br />
wenn man die demokratischen Strukturen wahren will.<br />
</span></p>
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		<title>Am 1. Juli ist Kanzlerwahl</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Simulation]]></category>
		<category><![CDATA[dol2day]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Stellen Sie sich vor, am 1. Juli ist Wahl, und keiner geht hin. Weil alle Wähler einfach per Mausklick ihre
Stimme abgeben.
Bis zur echten Bundestagswahl vergehen zwar noch zwei Jahre, im Internet wird aber schon in wenigen
Wochen abgestimmt. Gewählt wird der erste deutsche Internetkanzler.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Stellen Sie sich vor, am 1. Juli ist Wahl, und keiner geht hin. Weil alle Wähler einfach per Mausklick ihre<br />
Stimme abgeben.<br />
Bis zur echten Bundestagswahl vergehen zwar noch zwei Jahre, im Internet wird aber schon in wenigen<br />
Wochen abgestimmt. Gewählt wird der erste deutsche Internetkanzler.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auf den Seiten von <a href="http://www.dol2day.com/">dol2day.com </a> präsentieren sich seit Mitte Mai die virtuellen Parteien und die Aspiranten<br />
auf eine Kanzlerkandidatur. Die meisten Parteien haben sich in Anlehnung an die Bundestagsparteien formiert,<br />
es gibt die Grünen, die Sozialdemokraten, die Liberalen und die CDI, die Christdemokratischen Internetpartei.<br />
Mitglied werden kann jeder interessierte User. Selbst einer Parteigründung steht wenig im Weg, die Politpioniere<br />
brauchen lediglich 50 Stimmen, die ihre Partei unterstützten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In der nächsten Runde geht es dann auf Bimbes-Jagd. Die Internet-Kandidaten sammeln Punkte, die den<br />
Wählern zeigen, wie engagiert und zuverlässig sie sind. Bimbes gibt es für die Anwesenheit im Netz,<br />
für Diskussionsbeiträge und für die Anregung von Themen, die in Abstimmungen behandelt werden.<br />
Wie im echten Leben müssen die Netz-Politiker auch ihre Glaubwürdigkeit unter Beweis stellen. Dafür<br />
haben die Macher von dol2day ein System entwickelt, dass Vertrauenspunkte zählt. Auf Grund der Äußerungen<br />
und Veröffentlichungen der Kandidaten können andere Parteimitglieder ihr Vertrauen aussprechen oder entziehen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bimbeskönig ist zur Zeit Marcel aus Eisenach, der für &quot;Sozialisten ins Internet&quot; als Lucky kandidiert.<br />
Auf seiner Seite erfährt man nicht nur, dass Lucky ein fröhlicher Hutträger in Partystimmung ist, sondern<br />
bereits 92 Abstimmungen zu politischen Fragen initiiert hat, sich mit 156 Beiträgen an Diskussionen beteiligt<br />
hat und ihm darüber hinaus noch 39 Personen ihr Vertrauen schenken. Ob Lucky, oder aber beispielsweise<br />
Andreas von der IDL (Internet den Liberalen) das Rennen macht, entscheiden wie im echten Wahlleben die<br />
Wähler. Nachdem während der Wahlkampfphase vom 21. bis 30. Juni die ISDN-Leitungen glühen werden,<br />
kann dann jeder, der auf die Seiten von &quot;democracy online 2day&quot; geht, am 1. Juli seine Stimme abgeben.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Was wie ein großes lustiges<br />
Polit-Monopoly aussieht, wird von einem hehren Gedanken beflügelt. Die<br />
Macher von dol2day, eine Gruppe von Studenten aus Aachen, wollen mit<br />
ihrer Politiksimulation das Interesse an politischen<br />
Auseinandersetzungen stimulieren. Das Internet gibt ihnen dabei die<br />
Möglichkeit, basisdemokratisch und flexibel zu kommunizieren. politik<br />
ist dann nicht nur digital sondern auch direkt. Jeder kann sich hier<br />
politisch engagieren und über Politik kommunizieren, weder ein<br />
Bundestagsmandat noch eine echte Parteimitgliedschaft sind nötig. Die<br />
Motivation zum politischen Engagement soll sich über den Spass an dem<br />
Kanzlerspiel einstellen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Konzept geht auf: Seit dem Launch der Seiten am 15. Mai haben sich knapp 500 User in einer Partei<br />
organisiert. Die meisten der Aktiven sind zwischen 19 und 25 Jahre alt und studieren. Dabei sind es keineswegs<br />
nur Studenten der Politikwissenschaften, die sich hier im virtuellen Wahlgeschehen üben, vielmehr beteiligen<br />
sich auch Mediziner, BWLer oder Informatikstudenten. Die Parteivorsitzenden nehmen ihre Internetpräsenz ernst:<br />
durchschnittlich 2 Stunden täglich sind die Online-Demokraten im Netz aktiv, berichtet einer der Initiatoren des<br />
Projektes, Andreas Hauser.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Die Wahl im Internet, als Vision bisher nur Gegenstand von ambitionierten Politikerrunden, wird hier schon<br />
einmal geprobt. Der Internetkanzler wird aber nicht nur per Mausklick ermittelt, er muss den Umgang mit dem<br />
Medium beherrschen und wird nach seiner Wahl auch in ein Online-Kanzleramt einziehen. Auf dieser Webpage<br />
wird der Kanzler dann weiterhin politische Themen zur Diskussion vorschlagen und Abstimmungen durchführen.<br />
Auch wenn er keine Regierungsgewalt hat, hofft das dol2day-Team, dass die Offline-Politik auf den Internetkanzler<br />
aufmerksam wird. Zum einen weil er die demokratischen Möglichkeiten, die das Internet bietet, transparent<br />
macht, zum anderen weil er als Stelle fungiert, die politische Meinungen und Themen der interessierten<br />
Öffentlichkeit bündelt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bei allem Spaß verfolgen die Online-Demokraten ein hochgestecktes Ziel: bei der nächsten realen<br />
Bundestagswahl wollen sie eine Internetpartei aufs Wahlkampfparkett schicken. Eins ist jetzt schon klar:<br />
im politik-digital Wahlkampftest werden die dol2dayer eine Menge Bimbes für ihren Webauftritt bekommen.<br />
</span></p>
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