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	<title>Dosenpfand &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Dosenpfand &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Die Arbeit von Bundesumweltminister Trittin war &#8220;aus meiner Sicht etwas zu kompromissreich.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/die_arbeit_von_bundesumweltminister_trittin_war_quotaus_meiner_sicht_etwas_zu_kompromissreichquot-279/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[kreinhardt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Oct 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Edda Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/emueller.jpg" alt="Prof. Dr. Edda Müller" align="left" border="0" height="96" width="82" /></b> 
<span style="color: #000000"><b><b>Prof. Dr. Edda Müller, Vorstand 
des Bundesverband Verbraucherschutz, am 2. Oktober 2003 zu Gast im tacheles.02 
Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/emueller.jpg" alt="Prof. Dr. Edda Müller" align="left" border="0" height="96" width="82" /></b><br />
<span style="color: #000000"><b><b>Prof. Dr. Edda Müller, Vorstand<br />
des Bundesverband Verbraucherschutz, am 2. Oktober 2003 zu Gast im tacheles.02<br />
Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Politik-Interessierte und Freunde oder Gegner der Dose, herzlich<br />
willkommen im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format<br />
von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von<br />
tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de. Im ARD-Hauptstadtstudio begrüße<br />
ich heute Prof. Dr. Edda Müller, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes<br />
der Verbraucherzentralen. Das Dosenpfand ist heute unser Thema, aber natürlich<br />
nicht nur das. Fragen zu anderen verbraucherpolitischen Themen sind herzlich<br />
willkommen. Können wir beginnen Frau Müller? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Es gibt offenbar noch grundsätzlichen Klärungsbedarf:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mehrwegflasche</b>:<br />
Bitte noch einmal zur grundsätzlichen Klärung: Was genau ist<br />
die Neuerung an dem neuen Dosenpfand, Frau Müller?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Das Dosenpfand wird erhoben für alle Getränkever-packungen (nicht<br />
nur Dosen), in denen kohlensäurehaltige Getränke abgefüllt<br />
sind. Es beträgt 25 Cent für Verpackungen mit einem Inhalt unter<br />
1,5 Liter. Darüber sind es 50 Cent.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>horst2</b>: Umweltverbände<br />
sprachen von einem reibungslosen Start der unterschiedlichen Rücknahmesysteme.<br />
Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) beurteilte den Start<br />
als &quot;blankes Chaos&quot; wegen der vielen konkurrierenden Systeme.<br />
Wieso driften die Meinungen komplett auseinander, Frau Müller?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Wie die tatsächliche Situation ist, können wir noch nicht beurteilen.<br />
Der HDE, als Vertreter des Handels, möchte am liebsten das Dosenpfand<br />
kippen, während die Umweltverbände das Ziel, nämlich die<br />
Erhöhung der Mehrwegquote, im Blick haben. Insofern könnte die<br />
Einschätzung etwas mit der Interessenlage zu tun haben. Im übrigen<br />
liegt das in der Hand des Handels, das Chaos, was der Handel seit 9 Monaten<br />
angerichtet hat, zu beenden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>nummer1</b>: Was<br />
ist der Sinn dahinter, auf Getränke mit Kohlensäure Pfand zu<br />
erheben und auf diejenigen ohne Kohlensäure keines?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Der Sinn erschließt sich dem Betrachter nicht ohne weiteres. Der<br />
Hintergrund ist politischer Natur. Die Verpackungsverordnung von 1991,<br />
novelliert 1998, hat sich wegen des Widerstandes des Handels und der Getränkeindustrie<br />
lediglich auf die kohlensäure-haltigen Getränke bezogen. Bundesumweltminister<br />
Trittin will dies ändern. Eine Novelle der Verpackungsverordnung,<br />
die auch andere Getränke wie Fruchtsäfte oder Milch einbezieht,<br />
wird derzeit im Bundesrat von den CDU-regierten Bundesländern angehalten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Warum ist die Novellierung nicht gleich passiert, dem Verbraucher macht<br />
man es dadurch doch nur schwer?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Politische Mehrheiten für eine solche sinnvolle Lösung zu finden,<br />
war und ist deshalb schwierig, weil der Handel massiv dagegen Front bezogen<br />
hat und die kohlensäurehaltigen Getränke waren bereits durch<br />
die Verpackungsverordnung geltendes Recht. Dieses dann in die Praxis umzusetzen,<br />
war und ist, wie wir wissen, schon schwierig genug. Richtig wäre<br />
es allerdings gewesen, bereits 1991 sämtliche Getränke einzubeziehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>himmel</b>: Hat<br />
hier die Industrie also gute Lobby-Arbeit geleistet??</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Dazu passt:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Albrecht</b>: Hat<br />
der Herr Trittin ein Durchsetzungsproblem?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Allerdings. Und er hat dieses meines Erachtens selber verschärft,<br />
dadurch dass er im Januar vereinbart hat, ein Stillhalteabkommen mit dem<br />
Handel abzuschließen. Das heißt, er hat akzeptiert, dass der<br />
Handel die Verpackungen nicht in allen Läden flächendeckend<br />
zurücknehmen musste.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
&quot;Himmel&quot; fragt noch mal zur Industrie-Lobby-Arbeit:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>himmel</b>: Können<br />
Sie hier konkreter werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Also wenn man hier über Industrie redet, muss man ganz spezifisch<br />
den Handel ansprechen. Der Handel hat bis Ende Dezember 2001 mit allen<br />
Mitteln versucht, das Pfand zu verhindern. Er hat sämtliche rechtliche<br />
Instanzen angerufen und hat sich anschließend im Januar beschwert,<br />
dass er nicht genug Zeit gehabt habe, ein Pfandsystem aufzubauen. Eine<br />
solche Konstruktion ist im deutschen Rechtssystem einmalig. Es ist damit<br />
vergleichbar, dass ein Bürger ein Strafmandat nicht bezahlt, weil<br />
er sagt, ihm gefalle die verkehrsrechtliche Regelung nicht. Insofern hat<br />
die Problematik des Dosenpfands über die reine Umweltfrage hinaus<br />
eine beispiellose Bedeutung für das Rechtsempfinden in unserem Land.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>HDEler</b>: Wer<br />
ist denn Unterstützer des Handels auf politischer Ebene?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Es hat sicherlich große Diskussionen auch mit dem Bundeswirtschafts-ministerium<br />
gegeben und es hat auch auf Länderebene Diskussionen gegeben über<br />
das Verhältnis von Arbeitsplätzen, die wegfallen und solche,<br />
die neu geschaffen werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Wie weit halten Sie das Argument von Dosenblech-Produzenten für berechtigt,<br />
das Dosenpfand kille Arbeitsplätze?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Nun ja, was wir derzeit erleben, ist eine verstärkte Nachfrage nach<br />
Mehrweg. Im Ergebnis bedeutet das, dass die Hersteller von Mehrwegverpackungen<br />
Arbeitsplätze neu einrichten müssen, während in den Bereichen,<br />
deren Absatz zurück geht, es möglicherweise zum Abbau von Arbeitsplätzen<br />
kommt. Insgesamt stärkt die Nachfrage nach Mehrweg den regionalen<br />
Wirtschaftskreislauf. Es könnte also zu einer verstärkten Nachfrage<br />
nach regionalen und deutschen Produkten kommen und der Importanteil zurückgehen.<br />
Im Endeffekt könnte das positive Auswirkungen auf die Arbeitsplatzsituation<br />
in Deutschland haben. Die Auswirkungen auf den Import sind natürlich<br />
auch der Grund, warum die Europäische Kommission die Umsetzung der<br />
Verpackungsverordnung in Deutschland mit Argusaugen verfolgt. Sie verlangt,<br />
das ein flächendeckendes Rücknahmesystem aufgebaut wird, um<br />
die Nachteile für ausländische Getränkeanbieter gering<br />
zu halten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>russel</b>: Welche<br />
Position zu Pfandsystemen und ähnlichem sollte Deutschland Ihrer<br />
Meinung nach in der Europäischen Union vertreten? Hier prallen doch<br />
unterschiedlichste Vorstellungen von Systemen aufeinander?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Generell ist auch aus Sicht der deutschen Verbraucherverbände ein<br />
Getränkemehrwegsystem dem massenhaften Absatz von Einwegverpackungen<br />
vorzuziehen. Das sehen die Vertreter der Verbraucher und auch Umweltvertreter<br />
auch in anderen EU-Ländern genauso. Einzelne Wirtschaftskreise mögen<br />
dies anders beurteilen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Zwei Fragen zum gleichen Thema.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ja?</b>: Frau Müller,<br />
Dosen und Einwegflaschen dürfen nun bundesweit überall dort<br />
zurückgegeben werden, wo ein Händler gleichartige Verpackungen<br />
verkauft. Wegen zahlreicher Inselsysteme bleibt die Rückgabe jedoch<br />
kompliziert. Wie wollen Sie das Problem künftig in den Griff bekommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jana</b>: Was wollen<br />
Sie künftig gegen die sogenannten Inselsysteme unternahmen, die die<br />
Rückgabe komplizieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Die Frage ist völlig richtig. Wir beobachten im Moment mit großer<br />
Sorge, dass der Handel die Verpflichtung zur flächendeckenden Rücknahme<br />
dadurch untergräbt, dass er sogenannte Insellösungen schafft.<br />
Hier werden Flaschen und andere Verpackungen in der Form mehr oder weniger<br />
umfänglich verändert mit der Folge, dass der Verbraucher diese<br />
Verpackungen nur im jeweiligen Handel zurückgeben kann. Um dagegen<br />
anzugehen, dass auf diese Weise die Rücknahmesituation für den<br />
Verbraucher noch schwieriger wird, brauchen wir Ihre Mithilfe. Wir bitten<br />
alle Verbraucher, sich an die zuständige Landesbehörde zu wenden,<br />
wenn ihre Einwegverpackung im Handel nicht zurückgenommen wird, und<br />
uns insbesondere auch über sogenannte Insellösungen zu informieren.<br />
Wir werden dann dafür sorgen, dass die Gerichte entscheiden, was<br />
eine gleichartige Verpackung ist. Unser Erachtens kann das nicht allein<br />
darin bestehen, das durch eine geringfügige Veränderung der<br />
Verpackungsform es bereits dazu kommt, dass der Handel sich von der Rücknahmeverpflichtung<br />
freikauft. Dieses Hintertürchen muss dringend im Rahmen der anstehenden<br />
Novelle der Verpackungsverordnung geschlossen werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Um die Händler zu &quot;verpetzen&quot; bieten Sie unter <a href="http://www.vzbv.de/">www.vzbv.de</a><br />
sogar einen Musterbrief an. &quot;Schädigen&quot; Sie damit nicht<br />
vor allem die kleinen Händler?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Das sehen wir nicht so. Wir wollen damit insbesondere dafür sorgen,<br />
dass sich der Handel nicht länger der Umsetzung geltenden Rechtes<br />
entziehen kann und die Länderbehörden das tun, was ihre Pflicht<br />
ist: Nämlich Verstöße gegen geltende Gesetze zu ahnden.<br />
Zudem sind Geschäfte unter 200 m² und kleine Kioske von der<br />
Verordnung ausgeschlossen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Märkte unter 200 m² Verkaufsfläche müssen nur Dosen<br />
der Marken zurücknehmen, die sie auch führen, wie Sie sagen.<br />
Der Verbraucher kann ja wohl kaum mit dem Zollstock durch den Laden laufen.<br />
Werden die gekennzeichnet? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Also ich denke mal, es handelt sich um kleine, sogenannte Tante-Emma-Läden,<br />
und der klassische große Supermarkt wird immer in der Kategorie<br />
über 200 m² liegen. Im Zweifel werden die Behörden zu entscheiden<br />
haben, ob es sich um einen Laden unter oder über 200 qm handelt.<br />
Das muss nicht der Verbraucher nachmessen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>patrick_schmeichel</b>:<br />
Finden Sie nicht, dass dieses real existierende Chaos um das Rücknahmesystem<br />
einen positiven Einfluss auf die Verbraucher und Hersteller hat? Dass<br />
Einwegverpackungen zunehmend verschwinden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Das ist richtig. Ziel der Verpackungsverordnung des Dosenpfandes war,<br />
<br />
die Stabilisierung des Mehrwegsystems. Deshalb hat der Gesetzgeber langfristig<br />
dem Handel angekündigt, dass das Einwegpfand in dem Moment erhoben<br />
wird, in dem die Mehrwegquote unter 72 % absinkt. Der Handel hätte<br />
es also schon seit Jahren in der Hand gehabt, das Einwegpfand zu verhindern<br />
&#8211; wenn er denn verstärkt Mehrwegverpackungen angeboten hätte.<br />
Unsere Empfehlung an die Verbraucher ist daher klar: Ärgern Sie sich<br />
nicht länger mit dem Pfand für Einweg herum, sondern kaufen<br />
Sie Mehrweg.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
dazu meint bzw. fragt:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>cola</b>: Handelt<br />
es sich also bei der Einführung des Dosenpfands um die größte<br />
je durchgeführte Erziehungsmaßnahme??</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Ja, wenn man so will, ist es das. Es handelt sich aber in erster Linie<br />
um einen sinnvollen Beitrag zur Schonung von Material und Energieressourcen.<br />
Und im übrigen um einen Beitrag zur Unterstützung regionaler<br />
Wirtschaftskreisläufe.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Kommentar dazu:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>raucherzentrale</b>:<br />
Gute Frage Cola, aber wer sollte erzogen werden? Der Handel oder die Verbraucher?<br />
Und ist das Aufgabe der Politik?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dose</b>: Was passiert<br />
eigentlich, wenn die Mehrwegquote zu hoch wird? Wird dann wieder zurückgeschraubt<br />
und der Einweganteil wieder angepasst?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Nein, es gibt keine Regelung der Begrenzung nach oben. Wenn sich im Markt<br />
100% Mehrweg durchsetzen wird, wird die Einwegverpackung natürlich<br />
obsolet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Aluminia</b>: Inwieweit<br />
waren Verbraucherschutzverbände in den Gesetzgebungsprozess miteinbezogen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Wir haben natürlich sowohl bei der Verordnung von 1998 als auch bei<br />
der Verordnung von 1998 unsere Stellungnahmen abgegeben. Wir haben uns<br />
allerdings für die Einführung einer Abgabe anstelle einer Pfandregelung<br />
eingesetzt. Auf diese Weise wäre das Rücknahmechaos vermieden<br />
worden und bei den Herstellern ein klarer ökonomischer Anreiz zur<br />
Nutzung von Mehrweg gegeben worden. Der Handel hat damals diese Abgaberegelung<br />
1991 und 1998 massiv abgelehnt. Insofern ist es schon äußerst<br />
fadenscheinig, wenn der Handel sich plötzlich für eine Abgaberegelung<br />
stark macht. Im Übrigen waren wir nicht beteiligt bei den vielfältigen<br />
Gesprächen des Bundesumweltministers mit dem Handel, die schon an<br />
eine Art Kuhhandel erinnern und bei denen die Vertreter der Verbraucher<br />
vor der Tür gehalten wurden. Insgesamt hat diese Situation zu annähernd<br />
375 Millionen Euro Mehreinnahmen in den Kassen des Handels geführt,<br />
weil &#8211; wie der Handel selbst erklärt hat &#8211; etwa 25% der Einwegverpackungen<br />
und damit auch des Pfandes von den Verbrauchern nicht zurückgefordert<br />
wurde.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Was ist mit dem Argument des Handels, man habe Mehrkosten durch die Rücknahme<br />
etc.?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Das ist natürlich totaler Blödsinn. Der Handel hat ja gerade<br />
nicht investiert und keine Automaten aufgestellt und insofern müsste<br />
der Handel schon belegen, wo er die 375 Millionen Euro (als vorsichtige<br />
Schätzung) gelassen hat. Im Übrigen ist die Pfandregelung nicht<br />
dafür da, die Investitionen des Handels zu finanzieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>armesdeutschland</b>:<br />
Bedeutet das konkret, dass Politik und Wirtschaft wissentlich den Verbraucher<br />
blechen lassen haben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Diesen Eindruck haben wir. Und wir fordern deshalb den Handel auf, die<br />
zurückbehaltenen Pfandbeträge einer Stiftung zuzuführen.<br />
Im Übrigen gilt das auch für den Bundesfinanzminister, der durch<br />
die Erhebung der Mehrwegsteuer auf das Pfand mit über 50 Mio. Euro<br />
an den Mehreinnahmen beteiligt ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mehrwegflasche</b>:<br />
Frau Müller, was passiert mit den vorher gekauften Dosen? Kann der<br />
Käufer für diese rückwirkend Pfand kassieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Nur in den Läden, wo er gekauft hat mit dem entsprechenden Pfandschein,<br />
den er hoffentlich aufbewahrt hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>helena</b>: Die<br />
Prognos-Studie ermittelte, dass der ökologische Nutzen in keinem<br />
Verhältnis zu den wirtschaftlichen Folgen (u.a. für Verbraucher)<br />
steht. Teilen Sie diese Einschätzung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Diese Einschätzung teile ich nicht. Insbesondere bedürfte es<br />
hierfür einer wesentlich differenzierteren Betrachtung der Auswirkungen<br />
auf die verschiedenen Branchen und auf die Regionalverteilung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Noch mal zu den 375 Millionen Euro:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Katja2</b>: Wie<br />
will man denn herausbekommen wie die 375 Millionen Euro im Handel verteilt<br />
sind? Wer sollte denn das Geld an welche Stiftung zahlen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Wir sind der Auffassung, dass das der Hauptverband des deutschen Einzelhandels<br />
tun sollte, bei dem der Hauptteil des deutschen Einzelhandels organisiert<br />
ist. Die Stiftung wäre eine Stiftung für Verbraucherinformation<br />
und -aufklärung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>müllermilch</b>:<br />
Ist die gegenwärtige Situation eine Niederlage für ihre Lobbyarbeit?<br />
Auch wenn ich ihre Arbeit persönlich sehr begrüße.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Ich denke, dass es keine Niederlage ist, sondern dass es deutlich macht,<br />
dass der Verbraucher regelmäßig über den Tisch gezogen<br />
werden kann, wenn er nicht durch eine starke Verbraucherorganisation in<br />
seinen Interessen geschützt wird. Sie können sicher sein, dass<br />
wir in den folgenden Monaten unsere Klagerechte einsetzen und nutzen werden,<br />
um die Situation zu beenden, dass Politik und Handel mit den Verbrauchern<br />
Katze und Maus spielen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Sie waren in den 90er Jahren Umweltministerin in Schleswig-Holstein, wissen<br />
also, wie es so in den Ministerien läuft. War die Arbeit von Bundesumweltminister<br />
Jürgen Trittin professionell?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Sie war aus meiner Sicht etwas zu kompromissreich. Seine Beamten hätten<br />
gut daran getan, ihm deutlich zu machen, dass man eine einmal geschlossene<br />
Regelung nicht einseitig aussetzen darf.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Politik-Interessierte, unsere Zeit ist vorbei, vielen Dank für<br />
Ihr Interesse und die Fragen. Herzlichen Dank, Frau Müller, dass<br />
Sie ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen sind. Alle Chat-Transkripte finden<br />
Sie wie immer auf den Seiten der Veranstalter. Das tacheles.02-Team wünscht<br />
allen Beteiligten noch einen schönen Tag und ein angenehmes verlängertes<br />
Feiertags-Wochenende. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Vielen Dank!</span></p>
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