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	<title>E-Developement &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Russland: Vom Präsidenten zum Bloggen verdammt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexey Sidorenko]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 17:27:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Präsident Medwedew treibt das Web 2.0 voran, Gouverneure sollen bloggen und Offline-Beamte können ihren Job verlieren: Der Web-Analyst Alexey Sidorenko beschreibt, wie sich die politische Elite in Russland im Internet präsentiert und wie die russische Blogosphäre aufgestellt ist.<br />
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Präsident Medwedew treibt das Web 2.0 voran, Gouverneure sollen bloggen und Offline-Beamte können ihren Job verlieren: Der Web-Analyst Alexey Sidorenko beschreibt, wie sich die politische Elite in Russland im Internet präsentiert und wie die russische Blogosphäre aufgestellt ist.</p>
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Die vergangenen vier Jahre seit 2006 wurden in Russland durch eine „Bloggisierung“ der politischen Elite geprägt. Blogs sind zu einer Plattform für politische Kommunikation, PR und Propaganda geworden. Sie versuchen, die Kommunikationslücke zwischen dem Establishment und den Massen zu füllen und bieten Plattformen für politische Analysen und Kommentare.
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<b>Ausweichmedium Internet</b>
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Nachdem die wichtigsten oppositionellen Massenmedien zwischen 2003 und 2004 unter die Kontrolle von regierungsnahen Konzernen gerieten, entwickelte sich das Internet zu einem alternativen Forum für eine unabhängige politische Diskussion in Russland. Anfänglich wurde diese Entwicklung von Seiten der Regierung nicht sehr ernst genommen, doch mit der steigenden Anzahl von Internetzugängen wuchs letztendlich auch der Druck auf die Politik, auf das neue Medium zu reagieren.
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2008 fingen die ersten Regionalpolitiker an, Blogs für ihre politischen Aktivitäten zu nutzen. Einer der ersten offiziellen Blogger war <a href="http://chirkunov.livejournal.com/profile" target="_blank" title="chirkunov.livejournal.com" rel="noopener noreferrer">Oleg Tschirkunow</a>, Gouverneur der Perm-Region. Sein Blog ist momentan auf der <a href="http://blogs.yandex.ru/top/?username=chirkunov#chirkunov" target="_blank" title="Blog-Rating" rel="noopener noreferrer">Top-150 Liste</a> des RuNet Blog-Ratings. Nikita Belych, der ehemalige Vorsitzende der liberalen Partei „Union der rechten Kräfte“, bloggte bereits bevor er Gouverneur der Kirow-Region wurde. Sowohl Tschirkunow als auch Belych werden als die einzigen „echten Blogger“ unter den Gouverneuren angesehen.
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Bis Anfang 2009 war der Kreml im Internet offiziell nur wenig vertreten. Im Januar startete der russische Präsident Dmitri Medwedew seinen <a href="http://blog.kremlin.ru/" target="_blank" title="blog.kremlin.ru" rel="noopener noreferrer">Video-Blog</a>, vier Monate später öffnete die LiveJournal-Community des Präsidenten (<a href="http://community.livejournal.com/blog_medvedev/" target="_blank" title="blog_medvedev" rel="noopener noreferrer">blog_medvedev</a>). Der Weblog-Anbieter LiveJournal (LJ) gehört dem Kreml-nahen Oligarchen Alexander Mamut und hostet eine Vielzahl von Politik-Blogs.
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<b>Der direkte Draht zum Präsidenten</b>
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Das besondere an Medwedews Blog war, dass auch Kommentare zugelassen waren, wenngleich diese vorab moderiert wurden. Der bloggende Präsident entwickelte sich zu einem der meist diskutierten Themen in der russischen Blogosphäre. Sein Post „Über die Entwicklung des Internets in Russland“ erhielt mehr als 4500 Kommentare.
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Einige Nutzer sahen in dem Präsidentenblog eine Plattform, auf der man Beschwerden einreichen kann, in der Hoffnung, dass sich die Regierung des Problems annimmt. In einigen Fällen funktionierte dies auch: Ein illegales Kasino in Balaschicha wurde geschlossen, ein entlassener Mann aus Saratow wurde wieder eingestellt und ein Geschäftsmann aus Sankt Petersburg erhielt einen Anti-Krisen-Kredit für sein Unternehmen.
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<b>Der Präsident als Trendsetter</b>
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Mittlerweile haben 18 der 83 Gouverneure in Russland ein Blog, doch die meisten davon sind inhaltlich uninteressant. In der Regel kopieren sie Inhalte vom Blog des Präsidenten, wie zum Beispiel kurze Videoauszüge oder Pressemitteilungen von der PR-Abteilung. Einigen Blogs fehlt auch die Kommentarfunktion. Eine Tatsache, die deutlich zeigt, was für ein Verhältnis die Gouverneure zu Feedback und öffentlichen Debatten haben.
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Im Januar 2010 unternahm Präsident Medwedew einen weiteren Schritt, Blogs zum offiziellen Mainstream zu machen. Während eines Treffens mit den Gouverneuren des Landes ließ Medwedew verlauten, dass Beamte, die nicht mit dem Internet umgehen können, ihren Job verlieren könnten. Außerdem wies er die Gouverneure an, „sich mit Blogs auseinanderzusetzen, aktiver an der Online-Diskussion teilzunehmen und die Online-Medien zu unterstützen.“
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<b>Jelzins Tochter bloggt </b>
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Mittlerweile unterhalten nicht nur aktive Regierungspolitiker Blogs, sondern auch einige politische Persönlichkeiten aus früheren Tagen. Im Dezember 2009 zum Beispiel eröffnete Tatjana Jumaschew, die Tochter des ersten russischen Präsidenten Boris Jelzin, ihr <a href="http://t-yumasheva.livejournal.com/profile" target="_blank" title="t-yumasheva.livejournal.com" rel="noopener noreferrer">Blog</a>. Innerhalb der ersten zwei Monate zog sie bereits mehr als 10.000 Leser an und entfachte unter anderem eine hitzige Debatte über die Rolle der Reformen ihres Vaters in den Neunzigern.
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<i>Übersetzt aus dem Englischen von politik-digital.de. Demnächst in<br />
der Serie &quot;Politics en Blog&quot;: Berichte aus dem Libanon, Ägypten, Südafrika, Bolivien u.a.</i></p>
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		<title>Die Probleme von Malaysias digitaler Elite</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Syafique Shuib]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 14:33:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein bloggender Premier und ein Innenminister, der Blogger verhaftet: Der Journalist Syafique Shuib schreibt über das Potential und die Probleme der internetaffinen Bewohner von Malaysia.<br />
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein bloggender Premier und ein Innenminister, der Blogger verhaftet: Der Journalist Syafique Shuib schreibt über das Potential und die Probleme der internetaffinen Bewohner von Malaysia.</p>
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Täglich teile ich meine Gedanken mit den Lesern meines Blogs, meinen Facebook-Freunden (von denen ich die meisten noch nie gesehen habe) und schreibe 140-Zeichen Mitteilungen via Twitter. Vor einigen Jahre wären solche Plattformen der freien Meinungsäußerung noch undenkbar gewesen. Jetzt formiert sich in Malaysia eine neue Generation junger Blogger – die digitale Elite, die sogenannte Generation Y. Sie wollen gehört werden und das Land ein klein wenig verbessern.
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<b>Internetaffine Malaysier</b>
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Laut dem <a href="https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/my.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CIA World Factbook</a> haben rund 17 Millionen Menschen in Malaysia Zugang zum Internet, das entspricht einer Abdeckung von gut 66 Prozent der Landesbevölkerung. Dank erschwinglicher PCs und Laptops und leichterem Zugang zu Breitband-Internet werden es zusehends mehr. Die meisten aktiven Nutzer Sozialer Medien kommen aus der Stadt, doch auch die Zahl der User aus ländlichen Gebieten vergrößert sich stetig.
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Eine <a href="http://www.comscore.com/ger/Press_Events/Presentations_Whitepapers/2010/The_State_of_Social_Networks_in_Asia_Pacific_with_a_Focus_on_Malaysia" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie des Marktforschungsunternehmens comScore</a> fand heraus, dass sich von den aktiven, über 15-jährigen Nutzern im Jahr 2009 rund 78 Prozent regelmäßig in Sozialen Netzwerken bewegt haben. Das entspricht einem Anstieg von 10 Prozent im Vergleich zu 2008. Und die Zahlen werden 2010 weiter steigen. Damit weist Malaysia im Verhältnis eine ebenso hohe Soziale Medien-Nutzung auf wie einige westliche Industrieländer.
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<b>Twitternder Premier</b>
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Sogar der Premierminister von Malaysia, Najib Abdul Razak, <a href="http://www.1malaysia.com.my/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bloggt</a>, hat einen eigenen <a href="http://www.twitter.com/najibrazak" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitteracount</a> und einen <a href="http://www.youtube.com/mohdnajibrazak" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Youtube-Kanal</a>. Und natürlich haben viele in der Szene die Hoffnung, dass ein twitternder Premier auch weitere Kabinettskollegen und Politiker zur Nutzung der Sozialen Medien motivieren könnte.
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Allerdings sind nicht alle Regierungsmitglieder so internetaffin wie Razak. Der Kommunikations- und Kulturminister Rais Yatim zum Beispiel warnte noch vor kurzem vor den Gefahren der Online-Kultur. Sas Internet sei ein Wirtschaftsmodell des Westens, so Yatim. &quot;Wir sagen nicht, dass Malaysier Facebook oder Twitter nicht nutzen dürfen, aber wenn sie das tun, dann müssen sie dabei die vom Islam, Buddhismus oder des Christentums vermittelten Werte aufrecht erhalten, um unsere Kultur zu bewahren,&quot; <a href="http://www.mysinchew.com/node/34079" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sagte</a> er gegenüber der malaysischen Nachrichtenagentur Bernama.
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<b>Unabhängige Informationen sind rar</b>
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Die Mainstream-Medien in Malaysia werden von der Regierung kontrolliert und die großen Zeitungen gehören zu Teilen den politischen Parteien. Deshalb sind ihre Berichte meist unkritisch und einseitig. Doch die technisch versierten Malaysier beziehen ihre Informationen auch aus anderen Quellen und wünschen sich Alternativen zu unserer bestehenden Medienlandschaft,  sehnen sich nach mehr unabhängigen Informationen.
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<p>
Die Sozialen Medien bieten eine solche Alternative, insbesondere weil die Inhalte von den Bürgern für die Bürger geschaffen worden sind. Diese Art des &quot;Bürgerjournalismus&quot; erlaubt es den Menschen, Informationen zu verbreiten, die in der Mainstream-Berichterstattung nicht enthalten sind. Und weil Facebook und Twitter auch über Mobiltelefone zu bedienen sind, ist es einfacher geworden, über Ereignisse zu berichten, sobald sie passieren.
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<b>Meinungsfreiheit – wie lange noch?</b>
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<p>
Bisher können die Blogger noch schreiben, worüber sie wollen. Die Regierung beobachtet lediglich Blogs, die als &quot;heikel&quot; eingestuft werden. Es gibt allerdings keine eindeutige Definition von &quot;heikel&quot;. Am 25. Januar zum Beispiel wurde ein Blogger verhaftet, weil er eine angeblich beleidigende Bemerkungen über den Tod des Sultans von Johor machte – ein Staat Malaysias, der an Singapur grenzt. &quot;Dieser Fall soll eine Warnung sein an andere, die denken, sie könnten ohne Konsequenzen sagen, was sie wollen&quot;, sagte Innenminister Datuk Seri Hishammuddin Tun Hussein als Reaktion auf die Festnahme.
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Dennoch: Die Sozialen Medien haben mein Land überrannt und sind gekommen, um zu bleiben. Meine Gedanken und Wörter alleine werden das Land über Nacht nicht verändern. Aber die Generation Y als Ganzes wird gehört und kann vielleicht die Zukunft unseres Landes ein wenig mitgestalten.<i></i>
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<i>Übersetzt aus dem Englischen von politik-digital.de. Demnächst in der Serie &quot;Politics en Blog&quot;: Berichte aus dem Libanon, Ägypten, Russland, Bolivien u.a.</i></p>
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