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	<title>E-Learning &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>E-Learning &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Digitale Bildung ist mehr als die Anschaffung eines Whiteboards</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Jun 2018 12:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Die SPD will sich erneuern und ihr stellvertretender Bundesvorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel im Herbst hessischer Ministerpräsident werden. In seinem Buch „Die sozialdigitale [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/tablet-1632909_640_280.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-154725 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/tablet-1632909_640_280.jpg" alt="Tablet mit Händen by geralt via pixabay, CC0, bearbeitet " width="640" height="280" /></a>Die SPD will sich erneuern und ihr stellvertretender Bundesvorsitzender <a href="https://twitter.com/tsghessen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thorsten Schäfer-Gümbel</a> im Herbst hessischer Ministerpräsident werden. In seinem Buch „Die sozialdigitale Revolution“ beschäftigt er sich deshalb u.a. mit sozialdemokratischen Antworten auf die Herausforderung des Bildungssystems durch die Digitalisierung. Wir dokumentieren daraus Auszüge.</p>
<p>Unterricht, in dem fächerübergreifend gelernt wird, der zum Selbstlernen und Experimentieren anregt und Fragen aufwirft, ohne immer gleich vorgefertigte Antworten parat zu haben, legt die Grundlage dafür, dass sich Menschen sicher und angstfrei in einer sich permanent wandelnden Gesellschaft bewegen können. Sie müssen offen für Veränderungen sein, diese begrüßen, moderieren und in ihren Alltag integrieren können. Sie müssen mit anderen Menschen verschiedenster Herkünfte und Hintergründe zusammenarbeiten können, um den Wandel zu bewältigen – Schwerpunkte wie interkulturelle Kompetenz und Mandarin als Fremdsprache wären hier denkbar.</p>
<h3> Neue Herausforderungen für den Unterricht und die Menschen</h3>
<p>Sie sollten kreatives und spontanes Reagieren gelernt und verinnerlicht haben, denn nach dem Abschluss verlangen Unternehmen agiles Arbeiten, und ihnen begegnen Herausforderungen, die während der Schulzeit noch gar nicht bekannt gewesen sind – das gilt künftig noch mehr als bisher. Sie sollten über ihren Tellerrand hinausblicken und aus anderen Disziplinen lernen wollen, sich zugleich aber selbstbewusst in kleinere und größere Debatten einschalten können sowie Widersprüche verstehen, aushalten und akzeptieren.</p>
<p>Sie sollten ausbildungsfähig sein und neben den Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen nicht nur ihre Muttersprache beherrschen, was inzwischen häufig unterschätzt wird, sondern sich in „Technologie“ auch mit dem Coden auseinandersetzen, also mit dem Verstehen, Lesen und Schreiben von ersten Programmen und Apps. In solch einem Fach ginge es nicht nur um Informatik, sondern zusätzlich um Grundkenntnisse neuer Techniken wie zum Beispiel Blockchain, Virtual Reality, künstliche Intelligenz oder auch neue Apps, die die Schülerinnen und Schüler reihum einmal pro Woche in einem Kurzreferat vorstellen könnten, damit sie und alle anderen ein Bild davon bekommen, wie sich die Technologie entwickelt. Und nicht zuletzt sollten sie für die gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung und die wichtigsten ethischen Fragen sensibilisiert sein. Neue Technologien ziehen häufig einen veränderten Umgang untereinander nach sich. Anstatt jeden Einzelnen damit sich selbst zu überlassen, muss Medienkompetenz auf den Stundenplan.</p>
<h3> Wir brauchen ein Aktionsprogramm für digitale Lehrkompetenz</h3>
<p>Eine gute technische Ausstattung ist allerdings kein Selbstzweck, sondern ihr Einsatz ermöglicht es Lehrerinnen und Lehrern, den Unterrichtsinhalt verständlicher, leichter und schneller zu vermitteln. Hierfür müssen die Lehrkräfte jedoch ausgebildet sein. Zu häufig reduzierten sich die Investitionen aber auf die Anschaffung von Laptops, iPads, Tablet-PCs und Whiteboards, den interaktiven Multimediatafeln, die mit einem Rechner verbunden sind. Die notwendige Schulung der Lehrerinnen und Lehrer an diesen zum Teil sehr teuren und komplexen Whiteboards fand kaum statt, weshalb längst nicht alle ihr Gerät nutzen konnten, zum Teil bis heute nicht. Der Grund: Wir haben eine Trennung der Zuständigkeit für die technische Ausstattung von derjenigen für die konzeptionell-pädagogische Fortbildung. Erstere liegt bei der Kommune als Schulträger, letztere liegt beim Land – und in der Vergangenheit war die Zusammenarbeit, sagen wir es diplomatisch, verbesserungsfähig. Dieser Konstruktionsfehler muss schnellstens behoben werden. Hier muss die Lehrerfortbildung – für die das Land zuständig ist – auf eine neue Stufe gehoben werden.</p>
<h3>Volkshochschulen als Orte des digitalen Lernens</h3>
<p>In Deutschland leisten jeden Tag mehr als 900 Volkshochschulen Fort- und Weiterbildungen. Sie bieten Sprach- und Gesundheitskurse an, fördern die Grundbildung ebenso wie die Kultur und bringen Einzelne in ihrem Beruf weiter oder eröffnen neue Perspektiven. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene lernen hier ebenso wie zahlreiche Flüchtlinge, die alphabetisiert werden oder Sprach- und Integrationskurse bekommen. Darüber hinaus ist der Deutsche Volkshochschulverband international vernetzt und mit mehr als 200 zivilgesellschaftlichen, staatlichen und wirtschaftlichen Partnern in 30 Ländern im Kontakt. Es wäre naheliegend, diese Orte des Lernens als Anlaufstellen für Fragen der Digitalisierung auszubauen, zumal die Volkshochschulen begonnen haben, die Themen in ihre Angebote aufzunehmen. Neben sehr praktischen Computerkursen in Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder 3D-Drucken finden sich dort auch Vorträge oder Seminare, die über die Facebook-Nutzung in Zeiten des neuen EU-Datenschutzes oder über Sprachassistenzsysteme in den eigenen vier Wänden aufklären.</p>
<p>Der Vorteil: Die Volkshochschulen sind nicht nur in allen Bundesländern vertreten und vor Ort gut vernetzt. Sie sind ein bekannter und anerkannter Bildungsträger, der maßgeblich von den Ideen und der Mitarbeit seiner bundesweit mehr als 190.000 Honorarkräfte lebt. Deren niedrigschwellige Angebote orientieren sich per se an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger und laden zum Erfahrungsaustausch ein. Warum also nicht dafür sorgen, dass sie in der digitalen Gesellschaft eine größere Rolle spielen und für Menschen immer wieder dann zum Ansprechpartner werden, wenn in ihrem Leben Veränderungen anstehen? Die Geschwindigkeit, mit der die Veränderungen auf uns zukommen und uns herausfordern, macht es unmöglich, neue Strukturen zu konzeptionieren und aufzubauen – sie kämen schlicht zu spät, um den Wandel in die richtigen Bahnen zu lenken. Andererseits ist klar, dass wir eine zeitgemäße Fort- und Weiterbildung brauchen – allein mit der Ausbildung, die nur am Anfang des beruflichen Lebens steht, ist es nicht getan.</p>
<p>Thorsten Schäfer-Gümbel: Die sozialdigitale Revolution. Wie die SPD Deutschlands Zukunft gestalten kann. Copyright © 2018 Murmann Publishers GmbH, Hamburg (weitere Angaben finden Sie <a href="https://www.murmann-verlag.de/die-sozialdigitale-revolution.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>).</p>
<p>Titelbild: © geralt via <a href="https://pixabay.com/de/tablet-h%C3%A4nde-halten-b%C3%BCcher-1632909/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Online-Bildung weltweit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Carlotta Duken]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Aug 2016 12:47:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbank]]></category>
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		<category><![CDATA[Digital Divide]]></category>
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					<description><![CDATA[Computerboote in Bangladesh, Englisch per Skype in Uruguay und Internetbusse in Rwanda. Das Angebot an Online-Bildung auf der Welt wächst [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/One-Laptop-Per-Child.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-150079" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/One-Laptop-Per-Child.png" alt="One Laptop Per Child" width="640" height="301" /></a>Computerboote in Bangladesh, Englisch per Skype in Uruguay und Internetbusse in Rwanda. Das Angebot an Online-Bildung auf der Welt wächst stetig und kennt in seiner Kreativität keine Grenzen. Eine Auswahl an Initiativen und Projekten, die in benachteiligten Regionen das Lernen übers Internet ermöglicht, zeigt diese Weltkarte.</p>
<p>Die UN-Initiative „Education for All“ wollte bis 2015 alle Kindern auf der Welt zur Grundschule schicken. Trotz mehr Budget für Schulen und einem Zuwachs von Grundschülern bleibt dieses Ziel weit verfehlt. Immer noch mangelt es vielen Regionen dieser Welt an finanziellen Mittel und der richtigen Infrastruktur, oder aber Familien können es sich nicht leisten, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Während die Bildungsschere in vielen Ländern immer weiter auseinander geht, besteht Hoffnung, dass die benachteiligten Teile der Welt vom Internet und neuen Technologien für mehr Emanzipation und Bildung profitieren können.</p>
<p><iframe src="https://www.google.com/maps/d/embed?mid=1MtAYpYv3-saI74bTd_2b4dbprtw" width="640" height="480"></iframe></p>
<h3>Digitalisierung: Emanzipation in der Bildungslandschaft?</h3>
<p>Das Potenzial der Digitalisierung ist groß: der diesjährige Entwicklungsbericht der Weltbank beschäftigte sich mit dem Thema „Digital Dividends“, also mit dem Nutzen von digitalen Technologien für die Entwicklung und Wachstum von Ländern. Die weltweiten Zahlen von Handy-Besitzern und Internetanschlüssen boomen. Laut Weltbank haben derzeit mehr Menschen Handys als Elektrizität im Haus. Selbst bei den ärmsten 20% der Welt besitzen sieben von zehn Personen ein Mobiltelefon. Und doch gibt es wie mit der Bildung ein digitales Gefälle in der Gesellschaft zwischen den Menschen, die neue Medien besitzen und bedienen können, und denen, die es nicht tun. Dieser „digital divide“ zieht sich nicht nur zwischen Ländern und Kontinenten, sondern kann genauso im eigenen Land bestehen. Somit bleiben 60% der Menschheit „offline“; in manchen Regionen wie der Sub-Sahara Afrika sind es sogar 73%.</p>
<p>Wie helfen das Internet und neue Technologien, die digitale Kluft zu verringern und mehr Bildungschancen zu eröffnen? Es gibt viele Initiativen und Projekte weltweit, die zeigen, wie das funktioniert. Das Projekt „One-Laptop-Per-Child“ (OLPC) erreicht seit 2007 die ärmsten Schulkinder der Welt zwischen 6 und 12 Jahren mit über 22 Millionen sogenannte „xo Laptops“ in mehr als 42 Ländern. Aber auch große Tech-Firmen wie Microsoft oder Dell starten länderübergreifende Initiativen, die zusammen Millionen von benachteiligten Schülern den Zugang zu Computern ermöglichen. Dass dies sogar relativ umweltfreundlich und nachhaltig passieren kann, beweist Dell mit insgesamt 11 solarangetriebenen digitalen Klassenräumen, die meisten davon in Südafrika. Auf dem universitären Level gibt es „MOOCs“ (Massive Open Online Courses), über die wir bereits berichteten. Und schließlich gibt es viele nationale und regionale Lösungen, von denen einige hier vorgestellt werden. Gerade ländliche und benachteiligte Regionen, in denen es an Fachkräften und Materialen mangelt, profitieren vom Internet als Plattform für Online-Bildung.</p>
<h3>Grenzen der digitalen Bildungschancen</h3>
<p>Trotz Innovation und Nachhaltigkeit, die vieler der oben dargestellten Online-Bildungsinitiativen verkörpern, führen sie weniger zur Beseitigung der eigentlichen Probleme der Schulsysteme: ein multifunktioneller Computer ersetzt keinen Lehrer und auch der Mangel an grundlegenden Materialen wie Bücher, Stiften und Papier wird nicht behoben. Digitales Lernen bleibt ein wichtiges Werkzeug, von dem besonders ländliche Regionen der Welt profitieren können. Angepasst an lokale Bedürfnisse, eröffnen die Initiativen neue Bildungsmöglichkeiten für benachteiligte Teile der Gesellschaft. Und doch: es braucht strukturelle Veränderungen wie höhere Etats für Schulen, besser ausgebildete Lehrer und einfacheren Zugang zu grundlegender Bildung, die zu besseren Bildungschancen führen &#8211; nicht ein iPad oder Smartphone.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/carlagmo/5494518129/in/photolist-9nwQPc-4rV6t3-4YoxxW-4eE2Vh-5ocPHe-4gwcq1-4YjhKF-45QURm-4pi6m5-4rR1RM-xxq8z-5BSv3H-5nUy8m-anD7us-5rgHAw-c5bepm-4XxwLw-4rV3B5-9nzUZG-77tge4-4Yji1v-9nzWxU-ayQr68-9nwD7z-4rV4Nu-4SeSxY-4Xy4m3-8gGnas-4Xy4ky-4Yoxub-75wcV4-6vvKyM-4rV2j7-9nwLFr-9nzThJ-4XyCtQ-9nwBpn-2WyjG1-54vBRx-4zXEc7-54zQBC-4gwcB3-4YjhNK-8gD57M-5s8BUD-aG3Dh-4rR29B-8gGmaN-4rV6xA-4rV5N3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">P1010877</a> von <a href="https://www.flickr.com/photos/carlagmo/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Carla Gomez Monroy </a>via <a href="https://www.flickr.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, licensed <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a></p>
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		<title>Online-Lernplattform iversity gestartet</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/online-lernplattform-iversity-gestartet-133559/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Irena Sargsyan]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Oct 2013 09:32:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Learning]]></category>
		<category><![CDATA[Hannes Klöpper]]></category>
		<category><![CDATA[iversity]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Riecke]]></category>
		<category><![CDATA[MOOC]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Lehre]]></category>
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					<description><![CDATA[Die europäische Plattform für Massive Open Online Courses (MOOCs) iversity.org startete mit über 115.000 Studierenden. Mit dem Launch der Online-Lernplattform [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/1477994596_3558de5fb1_z.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-133563" alt="Uni_E-Learning" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/1477994596_3558de5fb1_z-630x419.jpg" width="630" height="419" /></a>Die europäische Plattform für Massive Open Online Courses (MOOCs) iversity.org startete mit über 115.000 Studierenden. Mit dem Launch der Online-Lernplattform beginnen die ersten sechs der insgesamt 24 MOOCs, die von Top-Professoren aus Europa und den USA angeboten werden.<br />
Massive Open Online Courses (MOOC) sind noch eine relativ junge Erscheinung. Die Begründer dieses Konzepts, die Kanadier George Siemens und Stephen Downes, starteten 2008 einen offenen Online-Kurs mit dem Titel „Connectivism and Connective Knowledge“. Jeder konnte an dieser Veranstaltung teilnehmen. Der Kurs konzentrierte sich auf gemeinsame Lernaktivitäten und Lernerfahrungen ohne feste Lernziele, Pflichtveranstaltungen und Prüfungen. Über 2.200 Teilnehmende registrierten sich weltweit. Der Kurs bekam die Bezeichnung „CCk08“ und wurde zum Modell für das neue <a href="http://www.bildungsserver.de/db/mlesen.html?Id=49828" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Format des MOOC</a>.<br />
Auf iversity.org haben Lehrende an Universitäten die Möglichkeit, ihr Wissen online tausenden Studierenden offen zugänglich zu machen. Studierende aus aller Welt profitieren dadurch von hochqualitativen universitären Bildungsangeboten.<br />
iversity.org bietet nun ein breit angelegtes und abwechslungsreiches Kursangebot für Europa mit Fächern wie Philosophie, Physik, Architektur, BWL, Politikwissenschaften und mehr. Auch wurden dabei einige Kurse so konzipiert, dass die Studierenden Leistungspunkte nach dem European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS) erhalten können.<br />
iversity hat mehr Studierende als die Universitäten von Stanford, Oxford, Cambridge und der Freien Universität Berlin zusammen. Ihrer Größe nach kann die Plattform mit der Fernuniversität Hagen gleichgestellt werden. Marcus Riecke, CEO, zeigte sich beim Launch am Dienstag positiv überrascht über die unerwartete Anzahl der eingeschriebenen Studierenden. Die große Resonanz bestätige, dass „MOOCs und Online-Lehre für die Zukunft der Hochschulbildung in Deutschland und Europa genauso relevant und revolutionär sind wie in den USA, wo das Phänomen letztes Jahr entstand“.<br />
Auch Hannes Klöpper, Mitgründer und Geschäftsführer von iversity, ist optimistisch. „Fast täglich erhalten wir Anfragen von ProfessorInnen und Institutionen, die MOOCs produzieren wollen. Das ist für uns ein klares Zeichen, dass Hochschullehrende und Universitäten das Potential der Online-Lehre erkannt haben“.<br />
Laut einer <a href="http://www.hauptsache-bildung.de/2013/ein-drittel-aller-deutschen-haben-bereits-erfahrungen-mit-e-learning/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie von BITKOM und FORSA</a> haben ein Drittel aller Deutschen Erfahrungen mit E-Learning. Führend im Bereich ist jedoch Großbritannien. Das kann sich allerdings in Zukunft ändern.<br />
&nbsp;</p>
<div id="stcpDiv">
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/flickerbulb/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chris Corwin</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY  SA 2.0) </a></p>
<div id="stcpDiv">
<section>
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<div id="post-132885">
<div>
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a>
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			</item>
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		<title>Digitale Presseschau &#8211; KW51</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Dec 2011 17:40:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsmann]]></category>
		<category><![CDATA[E-Learning]]></category>
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		<category><![CDATA[E-Demokratie]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/linkliste_banner.png" height="180" width="480" /><br />
Die neue Macht des Netzes, selbstverwaltete Gegendemokratie im Internet, emanzipierte Mutbürger und der Weihnachtsmann hinter Gittern - dies und mehr in der Digitalen Presseschau.
<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die neue Macht des Netzes, selbstverwaltete Gegendemokratie im Internet, emanzipierte Mutbürger und der Weihnachtsmann hinter Gittern &#8211; dies und mehr in der Digitalen Presseschau.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3 align="center"><strong>Video der Woche<br />
</strong></h3>
<p align="center">[youtube http://www.youtube.com/watch?v=4mFmfoiiNco]</p>
<p>Während der letzten Sendung des ZDF-Kulturmagazins „aspekte“ <a href="http://aspekte.zdf.de/ZDFde/inhalt/8/0,1872,8420776,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wurde der Beitrag</a> „Occupy Internet &#8211; 2011 und die neue Macht des Netzes“ ausgestrahlt, in dem auf die immer größere Bedeutung des Internet verwiesen wird. Sei es nun in punkto der vermeintlichen Dominanz einzelner Konzerne oder aber der Herausbildung einer neuen „fünften Gewalt“ &#8211; die vernetzte Öffentlichkeit.</p>
<p><strong><a href="http://faz-community.faz.net/blogs/deus/archive/2011/12/19/ein-lob-der-lobby.aspx" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ein Lob der Lobby</a></strong></p>
<p>Auf den ersten Platz der dieswöchigen Presseschau wählten wir einstimmig einen Artikel von Teresa Maria Bücker bei faz.net, in dem sie eine Lanze für digitale Interessenvertretungen wie die Digitale Gesellschaft bricht: „Es sind die Menschen, die über digitale Technologien das organisieren, was sie antreibt, die über das Internet politisch aktiv sind, die damit ihr Geld verdienen, die eine gemeinschaftliche Interessenvertretung brauchen.“</p>
<p><a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2011/12/spanien-selbstverwaltete-gegendemokratie-im-netz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Gegendemokratie im Netz</strong></a></p>
<p>Aus Protest an der klassischen Berichterstattung der Mainstream-Medien und einem alt hergebrachten Politikbetrieb geht die spanische außerparlamentarische Opposition, zu der z.B. die bekannte Democracia Real Ya zählt, zunehmend neue Wege mittels des Internet: per alternative soziale Netzwerke, Petitionsplattformen und Crowdsourcing. In ihrem Beitrag im ZDF Hyperland-Blog zeigen die Autoren Javier Ramos und Aidan Mac Guill auf, wie über verschiedene Plattformen im Netz ein alternatives System gemeinschaftlicher Verwaltung etabliert wird.</p>
<p><a href="http://www.taz.de/Russische-Anti-Putin-Aktivisten-im-Netz/!84094/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Im Kampf gegen die Kremlbots</strong></a></p>
<p>Nach der umstrittenen Parlamentswahl in Russland vom 4. Dezember war es landesweit zu größeren regierungskritischen Demonstrationen gekommen. Diese Protestbekundungen beschränken sich jedoch nicht allein auf die Straße, sondern finden auch im Netz ihren Niederschlag. In ihrem Beitrag bei taz.de lässt Alissa Starodub drei russische Netzaktivisten zu Wort kommen, die über den Protest im Internet berichten, das in Russland derzeit weder überwacht noch zensiert werde.</p>
<p><strong><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1632233/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Emanzipierte Mutbürger</a></strong></p>
<p>Mit seinem Beitrag zum Mutbürger erreichte der Publizist Christoph Giesa den vierten Platz. Er zeichnet ein positives Bild von den im Netz engagierten Menschen, die „zunehmend unabhängig von etablierten Strukturen mehr und mehr kreative und soziale, innovative und flexible Aktionen auf die Beine stellen“. Giesa rät den etablierten Kräften, sich dieser neuen Form der demokratischen Organisation von Bürgern zu öffnen – ansonsten manövrierten sie sich geradewegs ins Abseits.</p>
<p><a href="http://www.buzzmachine.com/2011/12/19/ftc-fines-santa-claus-over-coppa-violations/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Santa Claus hinter Gitter?</strong></a></p>
<p>Der Journalist Jeff Jarvis zählt in einem unterhaltsamen Beitrag Anklagepunkte auf, die gegen den Weihnachtsmann u.a. von Europäischer Kommission und dem Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar wegen angeblicher Verletzung des „Children Online Privacy Protection Act“ vorgebracht worden sind. So fordere Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner beispielsweise eine Untersuchung zur Nutzung von Google Street View durch Santa Claus für seine Weihnachtsroute.</p>
<p><strong><a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,805028,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Massen-Uni 2.0</a></strong></p>
<p>Am Beispiel des an der Stanford University auch über das Netz unterrichtenden deutschen Professors Sebastian Thrun hinterfragt Markus Verbeet bei Spiegel Online, was die universitäre Lehre mittels Internet für die Zukunft von Hochschulen bedeuten könnte. Dabei kritisiert er an der deutschen Hochschullandschaft, dass E-Learning bis dato nur an wenigen Universitäten über ein Schlagwort hinausgekommen sei, „so groß die Hoffnungen und die Fördersummen auch waren“.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Links, zwo, drei, vier (KW 8)</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/links-zwo-drei-vier-kw-8-0-4777/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[alemme]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 09:43:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
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		<category><![CDATA[Jugendmedienschutz-Staatsvertrag]]></category>
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					<description><![CDATA[Senioren sollen ans Netz herangeführt, Kinder davor geschützt werden - so will es zumindest der Jugendmedienschutzstaatsvertrag. Im Iran wurde das Netz nahezu abgestellt, um das Land vor einer Revolution zu schützen und Hacker schützen ihren Ruf durch eine neue Kolumne. Das und weitere Links im Wochenüberblick.
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Senioren sollen ans Netz herangeführt, Kinder davor geschützt werden &#8211; so will es zumindest der Jugendmedienschutzstaatsvertrag. Im Iran wurde das Netz nahezu abgestellt, um das Land vor einer Revolution zu schützen und Hacker schützen ihren Ruf durch eine neue Kolumne. Das und weitere Links im Wochenüberblick.</p>
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</p>
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<a href="http://www.focus.de/digital/internet/tid-17346/internetsperren-personenkontrollen-im-netz_aid_483352.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Finger weg vom Netz!</a>
</p>
<p>
Zum Jugendmedienschutzstaatsvertrag wurde am 18. Februar 2010 ein neuer Entwurf vorgelegt. Darin ist von verbindlichen Altersgrenzen, Netzsperren und einer größeren Verantwortung für die Provider die Rede. Die Piratenpartei plant bundesweite Mahnwachen. Dem <a href="http://www.cccmz.de/?p=767" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chaos Computer Club Bremen</a> liegt nicht nur die überarbeitete Version vor, er hat die Änderungen auch farblich markiert.</p>
<p><a href="http://www.tagesanzeiger.ch/digital/internet/Das-Zwitschern-in-Iran-ist-verstummt/story/30959208" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Iran: die Revolution vom Netz genommen</a>
</p>
<p>
Kurz vor dem 31. Jahrestag der Revolution haben die iranischen Behörden nicht nur die Leistungen der Internetdienste gedrosselt. Um das Kommunikationsnetz der Opposition lahmzulegen, wurde auch der Zugang zu Googlemail verbarrikadiert, verschiedene Mobilfunkanbieter stellten kurzzeitig ihre SMS-Dienste ein.</p>
<p><a href="http://nachrichten.rp-online.de/article/wissen/Ein-Internet-Portal-fuer-Geschichte/68879" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internetportal für Geschichte</a>
</p>
<p>
Die Vorbehalte der Wissenschaft gegenüber dem Internet sind oft groß. Doktoranden der Gerda-Henkel-Stiftung wollen das ändern und haben mit L.I.S.A. eine Wissenschaftsplattform mit historischem Schwerpunkt eingerichtet. Dossiers, Texte und Videos sollen dort zum wissenschftlichen Austausch anregen.</p>
<p><a href="http://bildungsklick.de/pm/72152/initiative-internet-erfahren-und-senioren-webcommunity-feierabendde-initiieren-gemeinsam-internet-patenschaften/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Senioren ans Netz!</a>
</p>
<p>
Kinder lernen heute spielend, mit dem Netz umzugehen. Um auch ältere Menschen in die Informationsgesellschaft zu integrieren, hat das Bundeswirtschaftsministerium zusammen mit der Senioren-Communitiy Feierabend.de die Initiative Internet erfahren gegründet. Sogenannte Internet-Paten vermitteln dort ihr Wissen an andere weiter.</p>
<p><a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E882A8BE5866A4E479574BBA73C7F7D32~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neugierige Nerds</a>
</p>
<p>
Über Hackerangriffe wie den auf Google wurde in der vergangenen Zeit viel berichtet. Eine andere Sicht auf den &quot;Mythos Hacker&quot; bietet Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos-Computer Clubs in ihrer neuen FAZ-Kolumne &quot;Aus dem Maschinenraum.&quot;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;StudiVZ wird E-Learning ausbauen&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/studivz-wird-e-learning-ausbauen-4661/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Kemmerich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 14:13:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[E-Learning]]></category>
		<category><![CDATA[StudiVZ]]></category>
		<category><![CDATA[e-teaching.org]]></category>
		<category><![CDATA[Live-Chat]]></category>
		<category><![CDATA[Samir Barden]]></category>
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					<description><![CDATA[StudiVZ ist das bekannteste deutschsprachige Studierenden-Netzwerk. Dient es eher sozialen Zwecken oder ist StudiVZ auch &#34;E-Learning von unten&#34;? Im Experten-Chat gab Samir Barden, als Marketing-Leiter einer der Macher des Netzwerks, am 23.11.2009 Antworten auf diese und andere Fragen der User von e-teaching.org und politik-digital.de.
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>StudiVZ ist das bekannteste deutschsprachige Studierenden-Netzwerk. Dient es eher sozialen Zwecken oder ist StudiVZ auch &quot;E-Learning von unten&quot;? Im Experten-Chat gab Samir Barden, als Marketing-Leiter einer der Macher des Netzwerks, am 23.11.2009 Antworten auf diese und andere Fragen der User von e-teaching.org und politik-digital.de.</p>
<p>
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</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Barden ist jetzt bei uns eingetroffen, der Chat kann also pünktlich beginnen. Vielen Dank, Herr Barden, dass Sie uns heute Fragen zum Thema &quot;studiVZ &#8211; E-Learning von unten?&quot; beantworten. Meine erste Frage an Sie: Können wir anfangen?
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/sbarden_250x296.jpg" alt="Samir Barden" title="Samir Barden" align="left" height="189" width="160" />
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Klar!
</p>
<p>
<b>loranthus:</b> Von wem genau wird studiVZ betrieben?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Wir gehören seit 2007 der Verlagsgruppe Holtzbrinck an. Wir sind aber eine eigenständige Firma in Berlin mit inzwischen knapp 220 Mitarbeitern.
</p>
<p>
<b>ska:</b> Welches Gewinnmodell steckt hinter studiVZ? Wofür werden die Daten verwendet?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Wir sind komplett werbefinanziert. Das ist auch ein Modell, das anfängt, sich zu tragen. Die Daten der Nutzer werden ausschließlich zum Betrieb der Plattform verwendet. Da weisen wir auch auf unser Datenschutzversprechen hin, welches auf unseren Seiten zu finden ist.
</p>
<p>
<b>loranthus:</b> Wie sieht die Zielgruppe von studiVZ aus? Sind das nur Studierende oder zunehmend auch Mitglieder, die ihr Studium bereits abgeschlossen haben?
</p>
<p>
<b>Samir Barden: </b>studiVZ als Unternehmen, wir heißen jetzt VZ-Netzwerke, betreibt drei Plattformen: schülerVZ, studiVZ und meinVZ. Die Kernzielgruppe sind deutschsprachige Internetnutzer im Alter zwischen zwölf und 29.
</p>
<p>
<b>loranthus:</b> Vernetzen sich Studierende in studiVZ vor allem studiumsbezogen, also innerhalb ihres Studienganges/ ihrer Universität oder studiumsunabhängig?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Die Nutzer vernetzen sich in allererster Linie mit ihren Freunden, mit Menschen, die sie real kennen. Ob sie diese Menschen aus ihrem privaten, nicht-universitären Umfeld kennen oder ob es Kommilitonen sind, spielt dabei keine Rolle. Der Fokus liegt immer auf der Kommunikation.
</p>
<p>
<b>Stefanie:</b> Beim Konkurrenten XING gibt es Alumni-Gruppen. Sind diese auch in studiVZ zu finden?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Ja, mit Sicherheit. Ich kann mich an kein Thema erinnern, zu welchem ich keine Gruppen bei uns auf den Plattformen gefunden habe.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hier eine etwas provokante Frage für den Marketing-Experten:
</p>
<p>
<b>monkey:</b> Was fehlt dem heutigen Studenten, wenn er nicht bei studiVZ ist?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Der schnelle und direkte Kommunikationskanal zu seinen Kommilitonen.
</p>
<p>
<b>Vera:</b> Wie gerechtfertigt ist diese Aussage: Mit sozialen Netzwerken wie studiVZ würden die Nutzer Zeit verschwenden, die sie sinnvoller für das Studium nutzen können?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Gute Frage. Wir verstehen uns nicht als Zeitdieb, sondern als Instrument, mit welchem unsere Nutzer besser und schneller mit ihren Freunden kommunizieren können. Inwieweit eine solche Kommunikation Zeitverschwendung ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wir hoffen, dass die Nutzung unserer Plattform für die meisten Nutzer keine Zeitverschwendung, sondern eine Erleichterung ist.
</p>
<p>
<b>Anja:</b> Zu Zeitdieb: Wie werden die VZ-Plattformen zeitlich genutzt (sowohl Tageszeiten, als auch auch Dauer der Nutzung)?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Von unseren über 15,5 Millionen Nutzern sind knapp 50 Prozent täglich mindestens einmal online. Die durchschnittliche Nutzungsdauer beträgt über 30 Minuten am Tag. Die Peaks sind &#8211; nicht überraschend &#8211; im schülerVZ nachmittags, wenn die Schule aus ist, und im studiVZ ab 16, 17 Uhr. Wir merken auch manchmal einen starken Einfluss der Werbepausen im Fernsehen. Zum Beispiel in den Pausen von Germany´s Next Topmodel schießt die Aktivitätskurve jedesmal in die Höhe.
</p>
<p>
<b>Hellen:</b> War das studiVZ jemals als E-Learning-Plattform konzipiert?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Nein. studiVZ war von Anfang an als Kommunikationsplattform gedacht, die Kommunikation von echten, realen Freundeskreisen digital abbildet. Sicherlich war einer der Gedanken bei der Gründung, dass gerade jungen Erstsemestern der Einstieg in eine neue Uni erleichtert wird.
</p>
<p>
<b>E-Learner:</b> Wäre es denn überhaupt sinnvoll, studiVZ für &quot;offizielles E-Learning&quot; zu nutzen?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Ob es denn sinnvoll wäre, unsere Plattform für offizielles E-Learning zu nutzen, weiß ich nicht wirklich. Es gibt ja immerhin von verschiedensten Hochschulen betriebene E-Learning-Plattformen, die teils schon sehr gut funktionieren.Wir sehen uns nicht als Konkurrenz-Produkt zu diesen E-Learning-Plattformen, können uns aber durchaus vorstellen, ein einfacher Zugang dazu zu werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hier eine aktuelle Nachfrage:
</p>
<p>
<b>KathrinP:</b> Das bedeutet, studiVZ bietet kein E-Learning-Potential?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Wir haben momentan, Stand heute, knapp über neun Millionen Diskussionsgruppen auf unserer Plattform. Eine sehr große Anzahl dieser Gruppen wird zum Austausch in geschlossenen Nutzergruppen genutzt. Ich sehe in sehr vielen Gruppen eine nutzergetriebene Form des Austauschs über studiennahe Inhalte. Ob das jetzt der direkte Austausch zu dem einzelnen Sachthema ist oder einfach nur das Koordinieren und Verabreden einer Lerngruppe, ist für uns nicht so relevant. Wichtig ist, dass eine solche Form der Kommunikation überhaupt stattfindet. Insbesondere im schülerVZ ist es üblich, dass sich nach der Schule über Hausaufgaben oder kommende Klassenarbeiten/Prüfungen ausgetauscht wird. Das Thema E-Learning hat da aber immer einen sehr cliquengeprägten Charakter.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hier eine Nachfrage für die Plattform schülerVZ:
</p>
<p>
<b>Frieda:</b> Könnte man nicht bei schülerVZ ein E-Learning Widget basteln?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Wir sind auf allen Plattformen ab Dezember diesen Jahres in der Lage, Open-Social Applikationen einzubinden. Mit Betreibern von E-Learning-Widgets sind die ersten sehr fruchtbaren Gespräche bereits gelaufen. Ich bin sicher, dass wir schon zu Beginn von Open-Social E-Learning Anwendungen anbieten werden können.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hier noch eine aktuelle Nachfrage zum Thema Open-Social-Applikationen:
</p>
<p>
<b>Brillenbär:</b> Was meiner Meinung nach auch sinnvoll für ein effizientes E-Learning wäre, ist das Hochladen von Dateien, so dass nicht nur alles in Foren geschrieben werden muss, sondern es auch möglich ist, eine Datei zu verschicken. Was halten Sie von dieser Idee?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Der Gedanke ist nicht neu. Der Wunsch, Dateien in unseren Netzwerken sowohl hochzuladen, als auch beweglich zu machen, ist schon lange da. Mit Open-Social werden Applikationen kommen, die genau das leisten werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das will jetzt aber jemand genauer wissen:
</p>
<p>
<b>Stefanie:</b> Bedeutet die Einbindung von Open-Social-Applikationen, dass auch Dritte Anwendungen bereitstellen können?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>djm:</b> Facebook hat sich ja durch seine API externen Entwicklungen geöffnet. Würde es nicht Sinn machen, auch E-Learning-Tools Zugriff für das studiVZ zu bieten, so dass die Masse zum E-Learning mobilisiert wird?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Facebook erlaubt Anwendungen den Zugriff auf die Daten der Freundesliste. Das werden wir nicht tun. Denn das entspricht in keinster Art und Weise den Vorgaben des deutschen Datenschutzes und birgt unserer Meinung nach auch ein sehr großes Risiko für die Nutzer. Sehr wohl werden die Anwendungen auf unserer Plattform sehr sozial sein. Die eingebauten Einschränkungen werden die Anwendungen allerdings daran hindern, mehr Daten als notwendig zu verarbeiten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> User Blubb hat noch eine Verständnisfrage:
</p>
<p>
<b>Blubb:</b> Was genau sind Social-Applikationen?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Open-Social ist die technische Plattform, die es erlaubt, externe Anwendungen in einem sozialen Netzwerk wie studiVZ zu nutzen. Als kleines Beispiel: Eine solche Anwendung kann ein Backgammon-Spiel sein, was zwei Nutzer live miteinander spielen können.
</p>
<p>
<b>VisPro:</b> Welche Open-Social Applikationen würden denn seitens studiVZ besonders begrüßt werden?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Alles was Kommunikation und Interaktion fördert und erleichtert. Ob es jetzt ein Chat ist, der Austausch von Dateien oder das gemeinsame Spielen, ist für uns nicht so wichtig.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das Thema Open-Social Applikationen und E-Learning scheint unsere Chatter sehr zu interessieren:
</p>
<p>
<b>djm:</b> Wann sollen die ersten Open-Social E-Learning-Anwendungen an den Start gehen?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Ich gehe davon aus, dass wir im Dezember schon die ersten E-Learning-Applikationen auf der Plattform haben werden.
</p>
<p>
<b>djm:</b> Es gibt ja Portale, die das Bewerten der Profs und Hochschulen erlauben. Sind solche Bewertungsfeatures in Zukunft eine Option, um die Kommunikation zu verstärken?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Wenn, dann erlauben wir diesen Diensten den Zugang zu unserer Plattform über Open Social. Die Entwicklung solcher Anwendungen ist zurzeit nicht geplant. Jedes Jahr führen wir jedoch das große VZ-Uni-Ranking durch, was auch weiterhin passieren wird.
</p>
<p>
<b>stefanie:</b> Wie funktioniert das studiVZ-Hochschulranking?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Jeder Studierende kann seine Hochschule nach verschiedensten Kriterien bewerten. Das Hochschulranking ist ein zeitlich begrenztes Ranking und keine ständig mitlaufende Bewertung der Hochschulen.Wir legen hier sehr viel Wert auf die Bewertung von &quot;weichen Faktoren&quot;, von der Lebensqualität der Stadt bis hin zum Mensaessen kann da sehr viel bewertet werden.
</p>
<p>
<b>Stefanie:</b> Wäre studiVZ nicht die ideale Plattform für einen Hochschulführer?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Sehr wahrscheinlich ja. Wir sind kein Anbieter von redaktionellen Inhalten, sondern unterstützen unseren Nutzer bei der Erstellung solcher Inhalte. Wenn also ein Hochschulführer kommt, dann werden die Nutzer ihn machen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hier zwei Fragen zum Thema Dozenten und studiVZ:
</p>
<p>
<b>Brillenbär:</b> Inwieweit kann man es verhindern, dass sich in studiVZ nicht nur Studenten, sondern auch Professoren und Dozenten anmelden, die die regen Diskussionen und Klausurfragen überwachen können? Könnte es gewährleistet werden, sich als tatsächlicher Student zu identifizieren?
</p>
<p>
<b>Sandra:</b> Sollten sich DozentInnen aus studiVZ komplett raushalten?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Zu Frage 1: Das kann man nicht verhindern. Wir haben keine Verifizierungsmechanismen bei der Anmeldung implementiert und werden das auch in Zukunft nicht tun.
</p>
<p>
Zu Frage 2: Wir bieten über die Privatsphäre-Einstellungen und die Instrumente der Gruppensichtbarkeit alle Möglichkeiten, unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu diskutieren, und empfehlen das unseren Nutzern. Wenn Dozenten einen Mehrwert in der Nutzung von studiVZ sehen, sind sie herzlich willkommen. Eine große deutsche Uni organisiert zum Beispiel alle Aktivitäten rund um die Erstsemester komplett über studiVZ, was von den Studenten auch sehr positiv angenommen wird.
</p>
<p>
<b>loranthus: </b>Gibt es direkte Verbindungen, d.h. eine Zusammenarbeit von studiVZ und Hochschulportalen?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Es gibt erste Gespräche. Mehr darf ich leider noch nicht verraten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hier zwei Fragen zum Thema Datenschutz:
</p>
<p>
<b>pmc:</b> Machen sich Studierende Gedanken oder Sorgen wegen Datenschutz? Ob beim &quot;offiziellen E-Learning&quot; oder in einem sozialem Netzwerk?
</p>
<p>
<b>Simmons:</b> Haben Sie nicht Angst, dass Ihnen nach dem Datenklau die User wegrennen? Was machen Sie, um diese zu halten?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Dass sich die deutschen Studierenden sehr intensiv Gedanken und Sorgen zum Thema Datenschutz machen, beweisen die Geschehnisse rund um unsere Änderungen unserer AGBs vor knapp zwei Jahren. Das finden wir gut. Auch wenn wir durch die öffentliche Meinung stellenweise ein Stück weit in schlechtes Licht gestellt worden sind, kann ich hier voller Überzeugung sagen, dass wir uns in jeglicher Hinsicht an geltendes deutsches Datenschutzrecht halten und darüber hinausgehend noch viel mehr leisten.
</p>
<p>
Bei der Anmeldung ist es inzwischen so, dass der Nutzer von Anfang an ein komplett unsichtbares Profil bekommt, welches er aktiv sichtbar schalten muss und hier immer wieder unsere Empfehlung bekommt, sich genau zu überlegen, welche Daten er wem zeigt. Wir machen uns eher Gedanken darüber, wie wir solche Dinge in Zukunft noch besser verhindern können und haben bereits nach sehr kurzer Zeit weitere Schutzmechanismen gegen das Auslesen von Nutzerdaten auf unseren Plattformen implementiert. Man darf hier allerdings nie vergessen, dass die ausgelesenen Daten von jedem angemeldeten Nutzer zu sehen waren, was zum Beispiel vergleichbar ist mit dem Abschreiben des Telefonbuchs. Nur dass bei uns keinerlei Adressdaten oder Telefonnummern öffentlich und außerhalb von Freundesnetzwerken sichtbar sind. Datenschutz ist auch einer der Gründe dafür, dass die Profile unserer Nutzer nicht von Suchmaschinen ausgelesen werden können. Andere soziale Netzwerke erlauben den Zugriff von Suchmaschinen auch auf Nutzerprofile.
</p>
<p>
<b>derNarr:</b> Gibt es bei Social-Applications und ernsthaftem E-Learning von unten nicht Probleme mit dem Datenschutz? (Nach der momentanen Rechtslage) Wie wird studiVZ dem entgegenwirken?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Soziale Applikationen werden bei uns nur auf das Zugriff haben, was ihnen explizit vom Nutzer freigegeben wird. Der Nutzer muss hier vor der Nutzung der Applikation ganz klar selbst angeben, welche seiner Daten verwendet werden dürfen. Hiermit begegnen wir den strengen Richtlinien des deutschen Datenschutzes komplett.
</p>
<p>
<b>Andre:</b> Zur Frage von Brillenbär: Wie kann ich mich dann vor Identitätsdiebstahl schützen? Beispielsweise, wenn mich jemand mit einem Bild von mir im VZ anlegt.
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Das Recht am eigenen Bild ist uns sehr wohl bekannt. Wir haben ein 120-köpfiges Support-Team, das in der Regel binnen 24 Stunden solche Anfragen beantwortet und löst. Man kann nicht verhindern, dass beispielsweise ein Freund ein Foto von einem hochlädt. Wir stellen aber durch schnelle Support-Prozesse sicher, dass dieses Foto dann auch wieder schnell verschwinden kann.
</p>
<p>
<b>VisPro:</b> Finden Sie es gerechtfertigt, dass potentielle Arbeitgeber Netzwerke wie studiVZ nutzen, um sich über das Privatleben der Bewerber zu informieren?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Das ist übliche Praxis. Es wäre falsch zu denken, dass ein potentieller Arbeitgeber nicht auch mal Google, Xing und andere soziale Netzwerke konsultiert, um sich ein besseres Bild vom Bewerber zu machen. Ich sehe es als zusätzliche Chance, einer oft recht kühlen und sachlichen Bewerbung ein menschliches Bild zu geben, was heute in Bewerbungsprozessen zunehmend wichtiger wird. Wir haben auf unserer Seite einen Bewerbungsleitfaden ins Leben gerufen, welcher Schritt für Schritt erklärt, wie man sich vor dem Absenden einer Bewerbung mit dem eigenen Profil auseinandersetzen sollte, um nicht in peinliche Situationen zu kommen.
</p>
<p>
<b>KathrinP:</b> Ist es auch ein Ziel von studiVZ &amp; Co., die Medienkompetenz der User zu schulen? (zum Beispiel was auch die Angabe von Daten auf den Profilseiten betrifft, das Uploaden von Fotos und der Tatsache, dass diese dann im www wiederzufinden sind.)
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Das Web vergisst bei uns sehr wohl. Alle Inhalte auf den Plattformen sind vor allen Suchmaschinen geschützt. Sprich: wenn ein Nutzer etwas löscht, ist es definitiv für immer weg und nicht über irgendwelche Suchmaschinenarchive oder sonstige Wege wieder auffindbar. Die Vermittlung von Medienkompetenz beschäftigt bei uns ein eigenes Team, welches mit Lehrmaterialien, Livechats und Videokonferenzen und direkt vor Ort in Schulen gemeinsam mit Lehrern und Schülern den richtigen Umgang mit sozialen Netzwerken schult. Zudem gibt es eine Eltern- und Lehrer-Hotline, welche täglich sorgenvolle Eltern und kritische Lehrer betreut.
</p>
<p>
<b>Simmons:</b> Gibt es schon so eine Art virtuelles Klassenzimmer, wo sich VZler treffen und Hausaufgaben zusammen besprechen können?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Das gibt es als Funktion noch nicht, wird aber sehr häufig über unsere Gruppenfunktion abgebildet.
</p>
<p>
<b>Jul23:</b> Was halten sie davon, ganze Klassen (samt Lehrerin) zu verifizieren und denen einen eigenen Room zu geben?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Eine sehr gute Frage. Die Funktion eines virtuellen Klassenzimmers bzw. sogar einer virtuellen Schule ist bei uns schon länger in Planung und wird in Teilen, zumindest durch Applikationen, ab Dezember Wirklichkeit. Wichtig an der Stelle ist jedoch, dass das schülerVZ eine komplett abgekapselte Plattform ist, die Erwachsenen nicht zugänglich ist.Wenn wir von der Anwesenheit von erwachsenen Nutzern in schülerVZ Kenntnis erlangen, löschen wir diese Profile unverzüglich.
</p>
<p>
<b>coarty:</b> Wird es auch so etwas wie Expertenchats bei studiVZ geben?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Wir werden unsere Chatfunktion (Plauderkasten) komplett überarbeiten und dann selbstverständlich auch über Chatmodelle jenseits der 1:1 Kommunikation nachdenken.
</p>
<p>
<b>loranthus:</b> Welche Mitgestaltungsmöglichkeiten haben die Mitglieder in studiVZ?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Wir haben in verschiedensten Gruppen Feedbackkanäle eingerichtet, die wir wöchentlich auswerten. Die Entscheidung, was als nächstes gebaut wird, prüfen wir sehr genau in Fokusgruppen und laden regelmäßig Nutzer zum Austausch über die Weiterentwicklung der Plattform ein. Grundsätzlich gilt bei uns im Büro die Politik der offenen Türen, jeder kann vorbeischauen, jeder kann reinschauen, jeder kann mitreden.
</p>
<p>
<b>VisPro:</b> Mal eine generelle Frage: Soziale Netzwerke gibt es viele im Internet. Einige Namen sind hier schon gefallen. In welchen Plattformbereichen sieht sich studiVZ gegenüber den Konkurrenten im Vorteil?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Zu allererst mal bei der Sicherheit der Daten, in Sachen Datenschutz und Privatsphäre-Optionen. Wir sind das einzige, mir bekannte soziale Netzwerk, das sich komplett an den deutschen Datenschutz hält. Wir sind auch in Sachen Jugendschutz sehr aktiv und ordentliches Mitglied in allen großen Jugendschutzorganisationen. Teilweise dort sogar im Vorstand, um das Thema Jugendschutz im Internet aktiv mitzugestalten. Was die Plattform angeht: Im Vergleich zu anderen sozialen Netzwerken bieten wir nicht den funktionalen Mehrwert, sind aber durch unsere lokale Nähe zur Zielgruppe besser in der Lage, auf ihre Bedürfnisse einzugehen.Wichtig für uns ist, dass unsere Plattformen dazu genutzt werden, echte Freundschaften zu pflegen. Das bedeutet: diejenigen Menschen, mit denen sich der Nutzer gerne im echten Leben umgibt und nicht einfach nur lose Bekanntschaften, die man irgendwo mal kennengelernt hat.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Abschluss noch eine Frage zur Person Samir Barden:
</p>
<p>
<b>stefanie:</b> Welche anderen Social Networking Plattformen nutzen Sie persönlich?
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Ich nutze Xing, LinkedIn, ich habe einen Facebook-Account, aber nicht wirklich viel Zeit ihn zu pflegen, und natürlich VZ.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren 60 Minuten e-teaching.org Expertenchat mit Samir Barden von studiVZ zum Thema E-Learning. Leider konnten aufgrund der Kürze der Zeit nicht alle Fragen gestellt werden, dafür bitte ich um Verständnis.
</p>
<p>
<b>Samir Barden:</b> Wenn Sie weitere Fragen haben, finden Sie mich auf den oben genannten Plattformen und können mich jederzeit kontaktieren. Vielen Dank für alle gestellten Fragen!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Bis zum nächsten e-teaching.org-Expertenchat</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>e-teaching.org-Expertenchat zu MeinProf.de</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/projekt/e-teachingorg-expertenchat-zu-meinprofde-4146/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[esnakker]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Nov 2008 17:47:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[E-Learning]]></category>
		<category><![CDATA[Projektvorstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Bewertungsportal]]></category>
		<category><![CDATA[e-learning.org]]></category>
		<category><![CDATA[MeinProf.de]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/e-teachingorg-expertenchat-zu-meinprofde-4146/</guid>

					<description><![CDATA[Mein Prof.de - Qualitätssicherung oder Denunzierung?  <br />
e-teaching.org-Expertenchat am 14. November 2008, 14 Uhr ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Prof.de &#8211; Qualitätssicherung oder Denunzierung?  <br />
e-teaching.org-Expertenchat am 14. November 2008, 14 Uhr <!--break--><br />
Welcher<br />
Student würde nicht gerne auch einmal seinen Professor bewerten?<br />
MeinProf.de, das 2005 von fünf Studenten der Technischen Universität<br />
Berlin gegründet wurde, erlangte mit diesem Konzept schnelle und<br />
weitreichende Aufmerksamkeit. Über 300.000 Bewertungen wurden bisher<br />
über die Internet-Plattform abgegeben. Bei manch einem Dozenten stößt<br />
diese Art der Demokratie im Web 2.0 nicht auf Gegenliebe. Nach<br />
Auffassung des Landesgerichts Berlin müssen die Professoren allerdings<br />
überspitzte Meinungsäußerungen hinnehmen.  </p>
<p>Wie aussagekräftig<br />
sind die Informationen auf Mein Prof.de wirklich? Wie werden sie von<br />
Studierenden und Professoren wahrgenommen? Im<br />
e-teaching.org-Expertenchat stellen sich die Portalmacher den Fragen<br />
der Community.</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<a href="http://www.t88198792.de/chat/index.php?cid=197&amp;id=eteaching" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier können Sie bereits vorab Ihre Fragen stellen.</a></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>„Profs können von Studenten Web2.0 lernen“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/profs-koennen-von-studenten-web20-lernen-4126/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[esnakker]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Oct 2008 17:40:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[E-Learning]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[E-Teaching]]></category>
		<category><![CDATA[Ullrich Dittler]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Montag, 27.Oktober 2008, war E-Learning-Experte Professor Ullrich Dittler im e-teaching.org-Expertenchat in Zusammenzuarbeit mit politik-digital.de. Er beantwortete zahlreiche Fragen zur Zukunft des e-Learning an den Universitäten und dessen Akzeptanz in der Studierendenschaft. Der  Experte chatette über die Vorteile abwechslungsreicher Lehre: &#34;Nichts ist schlimmer, als das was mir in meinem eigenen Studium passiert ist: Ein Dozent las in einer Vorlesung tatsächlich nur ein 17 Jahre altes Skript vor&#34;<b>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Montag, 27.Oktober 2008, war E-Learning-Experte Professor Ullrich Dittler im e-teaching.org-Expertenchat in Zusammenzuarbeit mit politik-digital.de. Er beantwortete zahlreiche Fragen zur Zukunft des e-Learning an den Universitäten und dessen Akzeptanz in der Studierendenschaft. Der  Experte chatette über die Vorteile abwechslungsreicher Lehre: &quot;Nichts ist schlimmer, als das was mir in meinem eigenen Studium passiert ist: Ein Dozent las in einer Vorlesung tatsächlich nur ein 17 Jahre altes Skript vor&quot;<b><br />
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<b>Moderator:</b> Herzlich willkommen zum e-teaching.org-Expertenchat mit Ullrich Dittler. Heute von 14 bis etwa 15 Uhr ist unser Thema &quot;e-Learning 2.0. Von den Hochschulen gehypt &#8211; bei Studierenden unerwünscht?&quot;. Wir freuen uns auf Ihre Fragen an unseren Experten.<br />
So, es ist fast 14 Uhr. Wie sieht es aus, wollen wir starten, Herr Dittler?
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<b>Ullrich Dittler:</b> Ja, sehr gerne!
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<i><b>Was sind Charakteristika von “Web 2.0” in der Lehre (im Gegensatz zu “E-Learning”)?<br />
</b></i>
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<b>Michi:</b> Was sind Ihrer Meinung nach die spezifischen Unterschiede zwischen &quot;E-Learning&quot; und &quot;Web 2.0 in der Lehre&quot;?
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<b>Ullrich Dittler:</b> Die Trennung zwischen E-Learning und Web 2.0 ist sicherlich ein Stück weit eine künstliche Trennung. Wenn wir probieren, beide Begriffe zu klassifizieren, dann können wir unter E-Learning beispielsweise so etwas wie Learning-Management-Systeme und CBTs bzw. WBTs verstehen. Oder auch die Möglichkeit, elektronische Aufgabenblätter auszufüllen und an die Dozenten zur Auswertung zurückzuschicken.<br />
Unter E-Learning 2.0 können wir all die Möglichkeiten fassen, die unter Web 2.0 verstanden werden, wenn sie in der Lehre eingesetzt werden: also beispielsweise Blogs, Wikis, Linksammlungen, Foren etc.<br />
Entscheidend ist gleichermaßen, dass sowohl bei E-Learning 1.0 als auch 2.0 die Lehrenden sich Gedanken über den sinnvollen Einsatz der Tools für ihre Vorlesungen und Seminaren machen sollten.
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<b>Cornelia:</b> Mögen die Hochschullehrer denn Web 2.0? Bedeutet für den Lehrenden doch auch einen gewissen Machtverlust.
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<b>Ullrich Dittler:</b> Web 2.0 hat Auswirkungen auf beiden Seiten des Lehr-Lern-Prozesses. Für die Lehrenden bedeutet es sicherlich den Aufbau weiterer Medienkompetenz, zusätzlich zu der Fachkompetenz. Damit stellt der Einsatz von E-Learning 2.0 zunächst immer auch eine Mehrbelastung für die Lehrenden dar. Der Machtverlust ergibt sich aus der sich seit Jahren ändernden Rolle zwischen Lehrenden und Lernenden: Mit zunehmendem Einsatz von Lehr- und Lernmedien änderte sich die Rolle der Lehrenden aus der Position eines absoluten Wissensträgers hin zu der Rolle eines Coaches im konstruktivistischen Sinne. Gleichzeitig konkurriert der Lehrende zudem immer auch mit anderen Wissensquellen.
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<b>Raki:</b> Aber werden Profs eine Gleichartigkeit zwischen Lehrenden und Lernenden zulassen?
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<b>Ullrich Dittler:</b> Ich glaube, Profs werden eine Gleichartigkeit zwischen Lehrenden und Lernenden zulassen müssen, da die Rollenerwartungen, mit denen Studierende ihnen gegenübertreten, sich ändern. Es würde dauerhaft nicht funktionieren, wenn eine Seite &#8211; beispielsweise die Lehrenden &#8211; auf eine klassische Professoren-Rolle pocht, während die Studierenden stärker eine Coaching-Rolle einfordern.
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<b>joker:</b> Mir gehts zu schnell weg von der ersten Frage. Konkret, welche Hochschulen propagieren/ praktizieren wirklich E-Learning 2.0? Die meisten machen doch nicht mal 1.0 &#8230;
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<b>Ullrich Dittler:</b> Die Einführung von E-Learning 1.0 an den Hochschulen war lange Zeit getrieben vom individuellen Engagement einzelner Lehrender. Zwischenzeitlich haben zahlreiche Hochschulen E-Learning Strategien entwickelt und entsprechende zentrale Einheiten gegründet. Das heißt, sie betreiben nicht nur Lernplattformen, sondern haben auch Schulungs- oder Anreizsysteme entwickelt, um die Lehrenden in der Einführung von elektronischen Lernmedien zu unterstützen und gleichzeitig die in der Regel virtuellen Angebote auch in der Hochschule sichtbar zu machen; z.B. durch E-Learning Awards.<br />
Derzeit ist auch der Einsatz von Web 2.0.-Tools vom Engagement einzelner Lehrender abhängig, die teilweise schon auf einer technischen Unterstützung durch die Medien- oder E-Learning-Zentren zurückgreifen können. Bei der didaktischen Unterstützung stehen viele entsprechende zentrale Einrichtungen aber auch noch am Anfang. Derzeit wird auch im Bereich E-Learning 2.0 noch viel ausprobiert, sicherlich ist nicht alles davon zukünftig erfolgreich.
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<b><i>Ist Web 2.0 bei Studierenden wirklich unerwünscht?</i><br />
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<b>Rubin:</b> Beruht der Titel des Chats auf einer Untersuchung? Wenn ja: Wo wurde das wie untersucht? Was sind die konkreten Ergebnisse?
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<b>Michaelis:</b> Evaluieren Sie den Einsatz von Web 2.0 bei den Studierenden?
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<b>Ullrich Dittler:</b> Der Titel der Veranstaltung trägt absichtlich das Fragezeichen, da vor allem Erfahrungen mit dem Einsatz von E-Learning 2.0 zu Grunde liegen, nicht jedoch belastbare empirische Erhebungen. Erfreulich ist, dass sich Hochschulen zunehmend – wie auf der GMW-Tagung 2008 in Krems zu hören war – mit dem Lernprozess der Studierenden auseinandersetzen und die Bedeutung von Lehr-Lern-Medien für diesen Prozess erheben. In diesen Studien gibt es erste Hinweise, dass dieses Fragezeichen durchaus ein Ausrufezeichen sein kann.
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<b>Ina:</b> Liegt das Unerwünschte des Web 2.0 von Seiten der Studierenden daran, dass sie es als ein Eingriff in ihre eigene Freiheit empfinden, wenn ihnen vorgeschrieben wird in welchen Wikis, Foren etc. sie tätig sein müssen?
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<b>Ullrich Dittler:</b> Ihre Frage gibt zwei wichtige Hinweise: Zum Einen verändert sich das Typische eines Forums oder Wikis, wenn die Beiträge nicht freiwillig verfasst weden, sondern das Ergebniss einer Anweisung des Dozenten sind und zum anderen sind unteschiedlichen WIKI- und Forensoftwar unterschiedlich “hip” und beliebt. Für uns als Lehrende sollte es ausreichen zu wissen, dass wir Tools einsetzen mit denen die Lernenden umgehen können. Bisher wählen wir die eingesetzten Tools aber eher nach dem Hörensagen aus – das heißt, nach vereinzelten studentischen Empfehlungen &#8211; evaluieren aber noch nicht systematisch, welches nun in der Studentenschaft die meistgenutzte Forensoftware ist. Vielleicht geht es sinnvoll auch nicht anderes, da die Bandbreite der Tools derzeit so groß ist, dass man daraus immer nur eine Auswahl treffen kann, die gegebenenfalls nach zwei bis drei Jahren überholt ist.
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<b>StefanK:</b> Gibt es Belege für die Unerwünschtheit von Web 2.0 bei den Studierenden? Meine Erfahrungen sind da ganz andere.
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<b>Ullrich Dittler:</b> Gerne gewähre ich an dieser Stelle Einblick in Erfahrungen, die Kollegen im Land Baden-Württemberg oder in der benachbarten Schweiz gemacht haben: So wurden beispielsweise in einer Veranstaltung in der Schweiz die Studierenden gebeten, ihre Lernerfahrungen in Blogs zu dokumentieren. Es zeigte sich, dass einige Studierende sich durchaus auf diese Aufgabe eingelassen haben und sehr persönliche und sehr ausführliche Lernblogs verfassten. Andere Studierende näherten sich der Aufgabenstellung eher mit einer ausgeprägt arbeitsökonomischen Perspektive und schrieben lediglich kurze Pflichtbeiträge. Diese waren aber inhaltlich dann nicht besonders ergiebig.<br />
An dem Beispiel sehen wir, dass es vermutlich dann ein Grundproblem gibt, wenn man ein Medium wie Blogs &#8211; das geprägt ist durch das Verständnis einer sehr persönlichen oder intimen, tagebuchartigen Darstellung von Inhalt &#8211; dahingehend instrumentalisiert wird, dass dessen Beiträge notenrelevant sind. Die Freiwilligkeit des Blogschreibens wird dann zur Pflichtaufgabe.<br />
Aber es gibt auch andere Beispiele, wo z.B. das Schreiben von Blogbeiträgen im Unterricht sehr gut funktioniert. Ebenfalls in einer Schweizer Veranstaltung wurden Studententeams gebeten, die Ergebnisse aus Experteninterviews in Blogs allen Seminarteilnehmern zugänglich zu machen. Hier entstanden sehr ausführliche und sehr umfangreiche und informative Blogbeiträge.
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<b>StefanK:</b> Ok, aber Lernblogs und Web 2.0 sind ja eigentlich nicht in einen Topf zu werfen; die Zurückhaltung hat wohl vermutlich mit der Nicht-Gewohntheit des Studierenden zur Refexion zu tun.
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<b>Elena:</b> StefanK: Ein bedenkenswerter Hinweis!
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<b>Ist der “private” Charakter von Web 2.0 ein Problem? Welche Bedeutung haben andere soziale Netzwerke?<br />
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<b>Rolfe:</b> Was versprechen Sie sich beispielsweise durch den Einsatz von Blogs? Warum muss man so ein privates Medium im Universitätsbetrieb nutzen? Ist doch irgendwie gar nicht passend
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<b>Ramona:</b> Aber fühlen sich die Studenten nicht von den Profs &quot;beobachtet&quot;, wenn sich sich in Foren austauschen?
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<b>Ullrich Dittler:</b> Es ist durchaus richtig, dass Studierende sich auch überlegen, welches Bild sie dem Dozenten gegenüber mit ihrem Engagement beispielsweise in Blogs und Foren abgeben. Auf der anderen Seite stellen sehr viele Studierende große Teile ihres Privatlebens in persönlichen Blogs, in StudiVZ-Einträgen, in XING-Einträgen, auf privaten Webseiten usw. ins Netz. Es ist durchaus manchmal spannend – beispielsweise bei der Betreuung von Abschlussarbeiten – in privaten Blogs eher über die Probleme und Schwierigkeiten dieser Arbeiten lesen zu können und in den Sprechstunden das Gefühl vermittelt zu bekommen, dass die Arbeit glatt und problemlos vonstatten geht. Auch hier stellt sich für den Dozenten die Frage, inwieweit er die Information aus privaten Webeinträgen, die wohl eher für Kommilitonen gedacht sind, in der Sprechstunde thematisiert. Es ist sicherlich nicht hilfreich, sich direkt auf die entsprechenden Blogbeiträge zu beziehen, aber es kann vielleicht eine Hilfestellung sein, auf Probleme als potentielle Probleme hinzuweisen und deutlich zu machen, wie denn Lösungen für derartige Probleme aussehen könnten oder in welcher Richtung der Student noch stärker bei seinen Recherchen suchen sollte.
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<b>sapereaude!:</b> Wäre es nicht sinnvoll, beim e-Learning mit vorhandenen &quot;Social Networking Systemen&quot; zusammenzuarbeiten und deren Infrastruktur zu nutzen? Bspw. eine &quot;General-Studies-Lehrkooperation&quot; mit StudiVZ zu starten? Oder E-Teaching-Managementkurse mit Xing?
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<b>Ullrich Dittler:</b> In vielen Bereichen greift die E-Learning-Community auf die etwas ältere Form von Social Networks zurück. Entsprechende Tagungen zu E-Learning in der Hochschullehre finden regelmäßig von verschiedenen Veranstaltern oder Interessengruppen getrieben statt. Sie sind eine sehr gute Gelegenheit zum Austausch mit Kolleginnen und Kollegen über deren Erfahrungen bezüglich des Einsatzes elektronischer Lehr- und Lernmedien.<br />
Neben Online-Educa in Berlin und LearnTec in Karlsruhe ist hier vor allem die jährliche GMW-Tagung zu nennen, die 2009 im September in Berlin stattfinden wird. Darüber hinaus stellt aber gerade ja auch e-teaching.org die von Ihnen angesprochene elektronische Form einer E-Learning-Community dar.
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<i><b>Welche eigenen Erfahrungen haben Sie mit Web 2.0 und der Beteiligung von Studierenden?<br />
</b></i>
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<b>Ullrich Dittler:</b> Ziel des Einsatzes von E-Learning oder E-Learning 2.0 ist es nach unserem heutigen Verständnis, die Qualität der Lehre zu verbessern. Das heißt, es geht nicht mehr darum, die Menge des Präsenzunterrichtes zu verringern, sondern darum, die Studierenden auch über die Präsenzveranstaltung hinaus zur Beschäftigung mit dem Themenfeld der Veranstaltung zu unterstützen. In diesem Sinne funktionieren beispielsweise auch veranstaltungsbegleitende Foren, in denen Studierende mögliche Klausurfragen sammeln können.<br />
Ich selbst mache seit einigen Semestern die Erfahrung, dass es zunächst Verwunderung auslöst, wenn man Studierende dazu einlädt, in einem Forum mögliche Klausurfragen zu sammeln und als Anreiz verspricht, dass &#8211; wenn die dort gesammelten Fragen spannender, cleverer und sinnvoller sind, als die Aufgaben, die man sich als Dozent selber überlegt &#8211; auch teilweise in der Klausur Verwendung finden. Zunächst wusste ich auch nicht, worauf ich mich dabei einlasse Es zeigte sich aber sehr schnell, dass nicht nur zahlreiche Fragen im Forum gesammelt werden, sondern dort auch die Antworten sehr differenziert diskutiert werden. Das Ziel dieser Fragensammlung war damit erreicht: die Studierenden zur reflektiven Auseinandersetzung mit dem Lernstoff zu bewegen. In diesem Sinne können E-Learning 2.0-Tools den Präsenzunterricht unterstützen.
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<b>jweissenboeck:</b> Experimentieren Sie auch in Ihren eigenen Lehrveranstaltungen mit Web 2.0 Anwendungen? Wenn ja, welche Erfahrungen machen Sie als Lehrender dabei?
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<b>Ullrich Dittler:</b> Ja natürlich, auch ich probiere in meinen Veranstaltungen vieles aus, wenn auch nicht alles erfolgreich. Das oben genannte Beispiel mit dem Klausurforum war sicherlich erfolgreich. Ein Beispiel, das bei mir weniger erfolgreich war, war der Aufbau eines Fach-Wikis im Rahmen einer Grundlagenvorlesung: Ich bat die Studierenden im ersten Semester darum, in der Vorlesung auftauchende Begriffe die ihnen unbekannt sind, zu sammeln. Im Anschluß wurde jeweils ein Verantwortlicher für den Begriff benannt, der diesen Begriff im Veranstaltungs-Wiki erklärt. Es zeigte sich leider sehr schnell, dass die Begriffserklärungen meist nur aus Wikipedia mit Copy &amp; Paste übernommen wurden und damit nicht die gewünschte Tiefe der Diskussion entstand. Dieses Vorgehen habe ich zwischenzeitlich beendet und stattdessen ein paar fundierte Fachlexika für die Bibliothek angeschafft.<br />
Ein anderes Thema, an dem wir im Moment arbeiten, ist der Einsatz von Audio- oder Video-Podcasts im Sinne von Vorlesungsaufzeichnungen für unsere Studierenden. Geboren wurde dieser Einsatz von Vorlesungsaufzeichnungen bei uns aus einer Notlage heraus: Da uns leider kurzfristig eine Lehrbeauftragte für eine Pflichtveranstaltung absagte, mussten wir eine Veranstaltung im Folgesemester nachholen, während viele der Teilnehmer im Auslandsemester waren. Wir haben diese Veranstaltung als Videopodcast montagabends in Furtwangen produziert, so dass sie von den Studierenden weltweit ab Dienstag früh abgerufen werden konnte. In den wöchentlichen Podcast-Beiträgen erhielten die Studierenden jeweils kleine Arbeitsaufträge, die sie innerhalb einer Woche zu erledigen hatten, um sicher zu stellen, dass sie auch regelmäßig an der Veranstaltung teilnahmen &#8211; und nicht erst am Semesterende alle Aufzeichnungen in einem Block rezipierten. Das Feedback, das ich auf diese Veranstaltungen hin von den Studierenden erhielt, war teilweise sehr viel persönlicher und zeigte eine stärkere Auseinandersetzung mit den Veranstaltungsinhalten, als dies bei Präsenzveranstaltungen üblich ist.
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<b>Michaelis:</b> Hat Web 2.0 was mit freiwilligem Engagement der Lerner zu tun? Wenn nicht, was ändert sich für die Gestaltung der Lehre?
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<b>Ullrich Dittler:</b> Nach der Form wie Web 2.0-Angebote außerhalb der Hochschule genutzt werden, ist die Freiwilligkeit der Nutzung ein zentrales, wenn nicht das zentrale Element. Wie oben bereits angesprochen, kann es dann zum Problem werden, wenn dieses durch Freiwilligkeit gekennzeichnete Medium zu einem Pflichtelement einer Vorlesung wird.<br />
Auf die Lehre haben die Web 2.0-Elemente im Grunde die gleichen Auswirkungen wie andere Lehr- und Lernmedien auch: Sie zwingen den Lehrenden dazu, sich mit der Gestaltung seines Unterrichts, immer und immer wieder zu beschäftigen und sind so sicherlich ein möglicher Motor für die Qualitätsverbesserung der Lehrveranstaltung. Aus hochschuldidaktischer Sicht ist dabei vielleicht gar nicht so entscheidend, ob nach diesen Überlegungen zur Veranstaltungsgestaltung E-Learning 2.0 -Tools zum Einsatz kommen oder nicht. Wichtig ist, dass der Dozent sich über die Unterrichtsgestaltung Gedanken macht!
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<b>Lari:</b> Ist es nicht so, dass im Endeffekt die Profs von den Studenten in Sachen Web 2.0 lernen können?
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<b>Ullrich Dittler:</b> Zweifellos ja. Sicherlich haben Studierende einen sehr guten Überblick über das ein oder andere Tool, das sinnvoll in den Unterricht integriert werden kann.
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<i><b>Gibt es doch eine Netgeneration? Wie steht sie zu klassischen (E-Learning-)Lernformen an Hochschulen?<br />
</b></i>
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<b>timo:</b> Gehen Sie davon aus, dass es entgegen der Forschungslage z.B. bei Herrn Schulmeister doch eine Netgeneration gibt?
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<b>tessi:</b> Evaluieren Sie auch, welche Tools die Studenten der Netgeneration im Endeffekt überhaupt benutzen wollen?
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<b>Ullrich Dittler:</b> Richtig ist, dass wir bei der großen Gruppe derer, die wir bisher als &quot;Studierende&quot; bezeichnet haben, auf ganz unterschiedliche Medienkompetenz zurückgreifen können:<br />
Informatikstudenten beispielsweise nutzen privat vermutlich schon länger Web oder Web 2.0-Technologien, als dies bei Studenten weniger technischer Fächer der Fall ist.<br />
Auch ich habe mit großem Interesse den Beitrag von Herrn Schulmeister im e-teaching.org-Chat verfolgt. Nach meiner subjektiven Wahrnehmung kommt nun langsam eine (Net-)Generation an die Hochschulen, die sich durch den Medienkonsum auszeichnet, wie er in der KIM -, der JIM-Studie oder der ARD-ZDF-Studie erhoben wurde. Dieser Eindruck kann aber durchaus dadurch zustande kommen, dass sich bei den Studenten, mit denen ich es mehrheitlich zu tun habe &#8211; also Studenten der Medieninformatik und der Onlinemedien &#8211; um eine besonders medienaffine Zielgruppe handelt. Zugespitzt formuliert: Diese Studenten checken morgens vor dem Frühstück als erstes ihre Mails und schreiben anstatt in die Sprechstunde zu kommen aus dem benachbarten PC-Pool zeitgleich eine Anfrage per Mail an den Dozenten. Offen ist noch die angesprochene Frage nach der Evaluation: Schwierig ist es immer, den Erfolg zweier Lehrformen miteinander zu vergleichen. Wir haben aber Kollegen im Haus, die den Erfolg der Teilnehmer einer Präsenzveranstaltung mit dem Erfolg der Teilnehmer verglichen haben, die eher auf Vorlesungsaufzeichnungen im Sinne von Lecture-Capturing zurückgegriffen haben. Dabei zeigt sich zunächst, dass nicht mehrheitlich auf die Vorlesungsaufzeichnungen zurückgegriffen wurde um daheim bleiben zu können und der Hörsaal nicht leer blieb. Der größte Teil der Studierenden besuchte auch weiterhin die Präsenzveranstaltungen und nutzte die Vorlesungsaufzeichnungen als zusätzliches Medium, neben Script und ihren eigenen Notitzen.<br />
Die Studierenden, die in der Regel aus gesundheitlichen oder organisatorischen Gründen nicht an der Präsenzveranstaltung teilnehmen konnten, waren aber in den Klausuren nicht auffällig; weder besser noch schlechter. Dies ist aber als Ergebniss einer persönlichen Beobachtung zu verstehen und es ist sicherlich kein belastbares Forschungsergebnis.
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<b>sigrun strauss-rapps:</b> Widerspricht diese Einschätzung der Zielgruppe nicht dem im Chattitel formulierten Thema?
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<b>Ina:</b> Die Sicht der Studierenden wurde noch gar nicht thematisiert &#8230; Weshalb genau ist es jetzt unerwünscht?
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<b>Ullrich Dittler:</b> Danke, dass Sie mit dieser Frage die Studierenden, die bei unseren Lehr- und Lernprozessen im Mittelpunkt stehen sollten, stärker in die Diskussion einbringen. Zwei der wesentlichen Aspekte wurden schon angesprochen: Das ist zum einen der Mehraufwand der zusätzlich zur Präsenzveranstaltung auch für die Studierenden entsteht. Und zum anderen die Angst, dass das individuelle Engagement der Studierenden mitgeloggt und damit für den Dozenten einsehbar wird.<br />
Gerade diese Angst der möglichen Kontrolle wurde ja auch an vielen Hochschulen schon thematisiert als Learning-Management-Systeme (LMS) eingeführt wurden. Bei uns beispielsweise &#8211; und das ist sicherlich an anderen Hochschulen auch zu beobachten gewesen &#8211; baten einige AStA-Vertreter darum, die Lernplattform auch aus Sicht der Lehrenden prüfen zu dürfen, um zu sehen, ob und welche Möglichkeiten der Lehrende hat, tatsächlich auch auf individuelle Daten der Studierenden (wie beispielsweise den regelmäßigen Abruf von Skripten) zugreifen zu können.
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<b>sigrun strauss-rapps:</b> Meine These ist: Studierende vergleichen &quot;traditionell themenorientierte&quot; und &quot;kollaborativ prozessorientierte&quot; Veranstaltungen und bewerten letztere dann als &quot;unstrukturiert&quot;, &quot;anstrengend&quot;. Die Rollenerwartung an Hochschullehrende ist ein Hindernis für didaktisch moderner gestaltete Lehre. Gleichzeitig bestätigen die Studierenden angebotenen On-Line-Verwaltungsangeboten den distributiven Nutzen des Internets.
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<b>Annet:</b> Frau Strauss-Rapps: Also tatsächlich eher Rezeption als Partizipation?
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<b>sigrun strauss-rapps:</b> Meine Antwort an Annet: Ja. Im Feedback zu einer Lehrveranstaltung mit 58 Teilnehmenden merkte ein (!) Student positiv an, dass er sich angeregt gefühlt hätte durch die interaktiven Möglichkeiten der Lernplattform MOODLE (WIKI + Foren).
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<b>Ullrich Dittler:</b> Viele Lehrende nutzen die Lehr-Lern-Infrastruktur sicherlich zunächst noch distributiv und unterstützen damit zunächst eine rezeptive Haltung der Studierenden. Das heißt, an vielen Hochschulen werden Lernmedien über LMS an die Studierenden weitergegeben, ohne dass spezifische Veranstaltungsformen und die sich zusätzlich ergebenen Möglichkeiten der elektronischen Lernmedien ausreichend berücksichtigt werden. Da die Lehrenden, die dies tun, im Sinne der Early Adopter, meistens auch durch innovative und moderne Präsenzlehre bekannt sind, bin ich nicht sicher, ob die oben genannten Rollenerwartungen tatsächlich ein Hindernis darstellen.<br />
Richtig ist aber zweifellos, dass die Rolle der Lehrenden sich durch die Möglichkeiten der elektronischen Lehr- und Lernmedien ändert und wir mitten in einem Lernprozess stecken.
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<i><b>Verändert der Einsatz von Web 2.0 die Lernkultur?<br />
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<b>Lars Bücken:</b> Inwiefern hat die Abneigung nicht auch etwas mit einer neuen Lernkultur zu tun, die sich zuerst etablieren muss?
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<b>Ullrich Dittler:</b> Mit der Änderung der Veranstaltungsform und der zunehmenden Bedeutung von Selbstlernphasen, wie sie beispielsweise in Bachelor-Studiengängen festgeschrieben sind, ändert sich zweifelsfrei auch die Lernkultur. George Siemens hat mit dem Ansatz des &quot;Konnektivismus&quot; hierzu vor wenigen Jahren ein lerntheoretisches Modell vorgelegt, von dem wir in den nächsten Jahren sehen werden, inwieweit es geeignet ist, die zunehmende Bedeutung von Selbstlernphasen zu beschreiben. Auffällig ist, dass neben der institutionellen Form des Lernens, wie es an Hochschulen betrieben wird, sich zunehmend ein Bereich des nicht-institutionellen Lernens, beispielsweise im Bereich des Hobbys, etabliert.<br />
Vielleicht stehen wir am Wechsel von institutionellen und medialen Lernwelten, die durch die Einführung der Mediendidaktik durch Comenius geprägt war, hin zu einer postmedialen Lernwelt.
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<b>Anonym:</b> Stichwort Lernkultur. Passen die etablierten Lernkulturen an den Hochschulen zur Philosophie Web 2.0?
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<b>Ullrich Dittler:</b> Nein, vermutlich nicht. Vielerorts ist die Lernkultur an Hochschulen noch geprägt vom klassischen Gedanken des Präsenzunterrichts, ausgehend von einem Lehrenden als Kompetenzträger, im Sinne einer unantastbaren fachlichen Koriphäe. Zunehmend wichtiger werden aber auch für den Hochschulalltag Lernprozesse, die getragen werden von der Gleichartigkeit der lehrenden und lernenden Individuen und deren Kooperation und Kollaboration. In Fachcommunities zeichnen sich Diskussionen dadurch aus, dass die Beteiligten gleichermaßen Kompetenzträger und Fragensteller sind und durch ihre Beteiligung an den Diskussionen zum einen Wissen vermitteln und zum anderen auch selber lernen &#8211; im Sinne von Lernen-durch-Lehren. Diese neuen Formen prägen bisher stärker das außerhochschulische Lernen, werden aber zunehmend auch in die Hochschule einfließen.
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<i><b>Wie hat sich E-Learning an Hochschulen entwickelt und verändert?<br />
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<b>Isabella:</b> Welche Web2.0-Werkzeuge werden an Hochschulen bevorzugt eingesetzt? Warum?
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<b>Ullrich Dittler:</b> Über den Einsatz von Blogs haben wir schon gesprochen. Zum Einsatz von Wikis hatte ich nur ein negatives Beispiel genannt, dennoch gibt es auch an Hochschulen funktionierende Autorenschaften und Verantwortlichkeiten für Wikipedia-Beiträge. Der Einsatz von Foren ist sicherlich an vielen Hochschulen üblich, und auch Vorlesungsaufzeichnungen in Form von Podcasts oder Video-Podcasts sind nicht mehr unüblich; zahlreiche Beispiele hierzu hat Frau Annette Stöber im entsprechenden E-Teaching.org-Chat vorgestellt.<br />
Andere Formen, wie beispielsweise das Abbilden von Lehrveranstaltungen in virtuellen Erlebniswelten wie Second Life, haben sich, so zumindest mein Eindruck, nicht durchsetzen können. Ein Beispiel, das mir dazu einfällt, ist ein Vortrag eines italienischen Kollegen, den er als Avatar in Second Life gehalten hat. Bei Betrachten dieses Beitrags wird deutlich, welche Probleme aus dieser veränderten Lehrwelt auch für den Rezipienten auch bei der Rezeption entstehen.
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<b>Moderator:</b> Die ersten 60 Minuten unseres Chats sind schon um. Hier gibt es aber noch viele offene Fragen. Können wir einige Minuten verlängern, Herr Dittler?
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<b>Ullrich Dittler:</b> Ja, gern.
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<b>TMeyer:</b> Kann es sein, dass E-Learning-Angebote von Studenten nicht genutzt werden, da sie der Meinung sind, dass diese noch nicht völlig ausgereift seien? Wie ist hier der Stand der Technik?
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<b>Ullrich Dittler:</b> Lange Zeit war die Situation von E-Learning-Angeboten an der Hochschule dadurch gekennzeichnet, das aufwändige Lernmedien über einen längeren Zeitraum hinweg konzipiert und realisiert wurden. Dabei wurden teilweise hervorragende Lehrmedien geschaffen, wie mit Blick in die Finalistenliste des Medida-Prix eindrucksvoll zu sehen ist. Der große Aufwand, der teilweise in diese, aus nationalen Förderungen unterstützten, Projekten geflossen ist, ist für viele Hochschulen aus eigenen Reihen nicht zu stemmen. Wir werden daher zukünftig vermutlich zunehmend weniger derartige &quot;große&quot; Lehrmedien in den Hochschulen sehen, sondern stärker auf die kleineren und weniger aufwändigen Informations- und Lehrmedien zurückgreifen, wie sie mit E-Learning 2.0 und Web 2.0-Tools generiert werden können.
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<b>StefanK:</b> Wäre das Konzept der &quot;Personal Learning Environments&quot; Ihrer Ansicht nach eine Möglichkeit, den Studierenden mehr Freiräume der Gestaltung zu übertragen?
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<b>Ullrich Dittler:</b> Während die frühen Lernprogramme sich oft dadurch auszeichneten, dass sie eben nicht auf persönliche Lernvorlieben oder persönliche Wissensstände reagieren konnten, greifen PLEs &#8211; wie dies auch schon bei den intelligenten tutoriellen Systemen realisiert wurde &#8211; stärker auf individuelles Vorwissen der einzelnen Lernenden zurück. Diese stärkere Individualisierung und Rücksichtnahme auf den Lernenden ist sicherlich eine der Voraussetzungen für eine stärkere Akzeptanz der elektronischen Lehr-und Lernformen.
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<b>joker:</b> Für die Schule rufen ja schon manche: Lasst uns mal in Ruhe arbeiten, Schluss mit den ständigen Reformen. Könnte das hier nicht genauso eintreten? Warum soll ich als Hochschullehrer den Web2.0-Tools hinterherhecheln? Nächstes Semester gibts doch schon neue &#8230; Will sagen, die überzeugenden Potenziale müssen ja noch erarbeitet und vermittelt werden. Wir reden viel über könnten/sollten usw.
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<b>Ullrich Dittler:</b> Richtig ist sicherlich, dass einige oder viele der Tools, die wir heute in die Lehre einbinden, in einigen Jahren nicht mehr die große Bedeutung spielen, die wir ihnen heute vielleicht zuordnen. Auf der anderen Seite werden sich auch einige Tools zweifellos im Alltag und im Hochschulalltag etablieren.<br />
Auch wenn jeder Einsatz und die zuvor notwendige konzeptuelle Überarbeitung einer Lehrveranstaltung einen Mehraufwand für den Lehrenden darstellen, ist gerade diese Auseinandersetzung mit der eigenen Veranstaltung aus hochschuldidaktischer Sicht sehr wünschenswert und wird in der Regel von den Studierenden auch honoriert.<br />
Nichts ist schlimmer, als das, was mir in meinem eigenen Studium begegnete: Ein Dozent las in einer Vorlesung tatsächlich nur ein 17 Jahre altes Skript vor; eine Vorlesung im schlimmsten Wortsinn!<br />
Die Einführung von Lehr- und Lernmedien, die in der Regel ja auch dann am Ende eines Semesters mit den Studierenden besprochen werden, ist eine gute Basis für eine Diskussion über die Form und die technische Unterstützung der Lehrveranstaltung. Berechtigte Kritik kann dann immer als Impuls zur Verbesserung auch der eigenen Veranstaltung verstanden werden.
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<b>Moderator:</b> Aus Zeitgründen leider die letzte Frage für heute. Das &quot;wirklich&quot; in der Frage ist sicher besonders betont:
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<b>paul:</b> Ist Web 2.0 bei Studierenden wirklich unerwünscht?
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<b>Ullrich Dittler:</b> Ich glaube, es ist deutlich geworden, dass zahlreiche Web2.0-Tools inzwischen zum Alltag von Studierenden gehören. Problematisch kann es dann werden, wenn diese Tools, die von Studierenden eben in einem anderen Kontext genutzt werden, dann Einzug in die institutionalisierte Form der Hochschullehre erhalten.<br />
Wie bei vielen anderen Lehr- und Lerntechnologien auch ist hier für den Erfolg und die Akeptanz dieser mediengestützten Lernelemente die Einbettung in den Präsenzunterricht und die Begleitung und Betreuung durch den Lehrenden ausschlaggebend.
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<b>Moderator:</b> So, das war eine gute Stunde (plus Nachspielzeit) e-teaching.org-Expertenchat. Vielen Dank an unseren Experten für die Antworten und vielen Dank an unsere Chatterinnen und Chatter für die Fragen. Der nächste Chat findet übigens schon am 14. November statt. Dann geht es um das Thema: &quot; MeinProf.de &#8211; Qualitätsicherung oder Denunzierung?&quot;</p>
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		<title>&#8220;Es gibt keine einheitliche Generation&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 May 2008 14:17:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
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		<category><![CDATA[Rolf Schulmeister]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 30. Mai war Rolf Schulmeister, Gründer des Interdisziplinären Zentrums für Hochschuldidaktik der Universität Hamburg und Initiator des Studiengangs „Master of Higher Education“, zu Gast im e-teaching.org-Expertenchat. Er beantwortete unter anderem die Frage, ob es die so genannte &#34;Net Generation&#34; gibt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 30. Mai war Rolf Schulmeister, Gründer des Interdisziplinären Zentrums für Hochschuldidaktik der Universität Hamburg und Initiator des Studiengangs „Master of Higher Education“, zu Gast im e-teaching.org-Expertenchat. Er beantwortete unter anderem die Frage, ob es die so genannte &quot;Net Generation&quot; gibt.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<i>Moderator:</i><br />
Hallo und herzlich willkommen zum e-teaching.org<br />
Expertenchat. Heute können Sie Prof. Schulmeister von der Uni Hamburg Ihre<br />
Fragen zum Thema &quot;Gibt es eine Net-Generation&quot; stellen. Hier ist es jetzt 14<br />
Uhr. Herr Schulmeister, können wir starten?</p>
<p><i>Rolf Schulmeister:</i><br />
Ja gerne.</p>
<p><b>Gibt es Ihrer Ansicht nach eine Net-Generation?</b></p>
<p><i><br />
Moderator:</i> Zum Einstieg die ganz allgemeine Frage, die auch die Überschrift<br />
für den heutigen Chat ergab: Gibt es Ihrer Ansicht nach eine<br />
Net-Generation?<br />
<i><br />
Rolf Schulmeister:</i><br />
Nein, es gibt viele verschiedene Menschen, aber keine<br />
einheitliche Generation, die man mit einem einheitlichen Merkmal beschreiben<br />
kann.</p>
<p><i>Silf:</i><br />
Sie scheinen ja nicht der These anzuhängen, dass die<br />
Net-Generation anders lernt als vorangegangene Studentengenerationen. Woran<br />
machen Sie das fest?<br />
<i><br />
Rolf Schulmeister:</i><br />
Ich habe in dem Aufsatz etwa 45 empirische<br />
Untersuchungen analysiert und festgestellt &#8211; es kommen immer mehr<br />
Untersuchungen zu tage &#8211; ich habe dabei festgestellt, dass die neuen Medien<br />
bei den Kindern dem Spiel dienen, den Jugendlichen zur Kommunikation, und<br />
bei den Erwachsenen der Übergang vom Kommunizieren zum Lernen schwierig ist.<br />
Dies ist offenbar auch ganz verständlich, da das Hauptziel der Jugendlichen<br />
die Kommunikation mit den Peers ist. Das ist uns allen bekannt. Weniger<br />
bekannt war, dass sie ihre vielen Erfahrungen im Umgang mit dem Computer<br />
nicht auf das Lernen übertragen.<br />
<i><br />
mehmann:</i><br />
Dass die Net-Generation existiert, hat aber doch durchaus auch<br />
empirischen Bestand, oder? Wenn man an die ARD-ZDF-Online-Studien denkt, so<br />
wird ein starker Zuwachs der Nutzung multimedialer Inhalte klar. Das gesamte<br />
Freizeitverhalten ändert sich. Das muss doch Auswirkungen auf das Lernen<br />
haben.<br />
<i><br />
Rolf Schulmeister:</i><br />
Diese These wird immer wieder vertreten. Es ist aber<br />
ein Denkfehler enthalten. Die Tatsache, dass Jugendliche und Kinder heute<br />
viel mehr mit Medien zu tun haben, bedeutet nicht, dass sie dadurch geprägt<br />
sind. Es kommt auf das Motiv an, mit dem sie dieses Medium nutzen. Und sie<br />
nutzen diese Medien durchaus mit der gleichen Motivation, mit der<br />
Jugendliche früher die Kontakte mit Gleichaltrigen wahrgenommen haben. Wir<br />
sind ja auch nicht, nur weil wir mit dem HiFi aufgewachsen sind, eine HiFi<br />
-Generation, oder diejenigen, die mit dem Kofferradio aufgewachsen sind,<br />
eine Kofferradio-Generation.</p>
<p><i>mehmann:</i><br />
Nachfrage: Glauben Sie, dass Jugendliche nicht durch die<br />
Nutzung neuer Medien geprägt sind? Ernsthaft?<br />
<i><br />
Rolf Schulmeister:</i><br />
Glaube ich ernsthaft. Ich glaube, die Jugend nutzt<br />
die Medien mit ihren Lebenseinstellungen. Und nur die Wenigsten sind<br />
ernsthaft der Sucht verfallen. Die Meisten nutzen die Medien mit ihren<br />
eigenen Lebensmotiven, zu den Zwecken, die sie auch ohne Medien haben, also<br />
Freundschaft oder Kontakt.</p>
<p><i>RUBeL:</i><br />
Sicher müssen Studierende spezielle Studien-Kompetenzen mit<br />
Medien erwerben, ebenso wie wissenschaftliches Schreiben. Aber sie tun sich<br />
leichter, sind unbefangener als Ältere bei der Einarbeitung in ein LCMS<br />
[Anm. der Redaktion: Learning Content Management System] usw. M.E. doch eine<br />
Generationenfrage!<br />
<i><br />
Rolf Schulmeister:</i><br />
Das ist vollkommen richtig. Das betrifft aber nicht<br />
nur die Jüngeren, sondern auch die Älteren, die schon länger mit Computern<br />
arbeiten, insbesondere wenn sie mit Computern aufgewachsen sind. Ich benutze<br />
Computer seit 1976. Es ist richtig, dass, wer längere Zeit mit Geräten<br />
umgeht, diese auch besser beherrscht. Dies ist allerdings eine triviale<br />
Erkenntnis, die dummerweise nicht bedeutet, dass die Kompetenz zur Nutzung<br />
der Funktionen dieser Medien damit wirklich gewachsen ist. Es lässt sich<br />
feststellen, dass selbst bei Jugendlichen, die häufig mit Computern<br />
arbeiten, die Kompetenz zur Beurteilung ihrer Suchergebnisse oder der<br />
Information nicht gestiegen ist. Im Gegenteil, es gibt Gruppen, die die<br />
Glaubwürdigkeit des Wissens, das aus dem Internet kommt, zu hoch<br />
einschätzen.</p>
<p><i>supporter:</i><br />
Es gibt natürlich auch schon viele ältere Menschen, die<br />
das Netz nutzen. Aber die Nutzung ist doch ganz schön unterschiedlich: Die<br />
Senioren mailen und halten Kontakt zur Familie, junge Menschen versuchen im<br />
Netz neue Leute kennen zu lernen.</p>
<p><i>Rolf Schulmeister:</i><br />
Das ist richtig, es ist immer wieder<br />
feststellbar. Noch gibt es Unterschiede zwischen den Altersstufen. Aber es<br />
ist in den letzten fünf Jahren offensichtlich geworden, dass die<br />
Unterschiede zu den Älteren nivelliert werden. Also, die etwas leichtere<br />
Zugangsweise führt dazu, dass sich auch die Älteren an die Medien wagen, mit<br />
denen sie nicht aufgewachsen sind.</p>
<p><i>Uuf:</i><br />
Müsste man nicht, anstatt über ganze Generationen zu<br />
diskutieren, die Zielgruppenfrage wieder in den Vordergrund stellen? Ist<br />
diese Zielgruppe nicht in jedem Studiengang grundverschieden und durch<br />
Kriterien wie Sozialisation geprägt?<br />
<i><br />
Rolf Schulmeister:</i><br />
Völlig richtig. Genau das ist die Hauptthese meiner<br />
Entgegnung auf die Thematik der Net-Generation. Das ist die Frage, die wir<br />
uns immer wieder stellen: Das ist die Diversität. Es wird brisant werden<br />
dadurch, dass wir in allen Bereichen feststellen, dass die sozialen<br />
Unterschiede die Chancen determinieren, also auch die Bildungschancen. D.h.<br />
die so genannte soziale Kluft, die digitial divide, ist eines der<br />
wichtigsten Themen, wenn wir über Verschiedenheit reden. Das hat PISA<br />
gezeigt, das zeigt auch die Diskussion der Hochschulpolitik nach Bologna und<br />
das zeigt auch die Diskussion des Themas „Gibt es eine Net-<br />
Generation?&quot;</p>
<p><i>Lara:</i><br />
Wird sich nicht erst später zeigen, ob es eine Net-Generation<br />
gibt? Z.B. weil die jetzige Studi-Generation ein ganz anderes Verhältnis zur<br />
Informationsverfügbarkeit entwickelt?</p>
<p><i>Rolf Schulmeister:</i><br />
Die Grundthese ist doch, dass es eine Generation<br />
in diesem Sinne gar nicht geben kann, sondern nur verschiedene Gruppen.<br />
Darum wird sich die Gruppe der nächsten Generation auch nicht als<br />
geschlossene Gruppe empfinden. Eine zweite These ist die, dass es immer<br />
selbstverständlich und alltäglich ist, wie man in der Umgebung lebt, in der<br />
man aufwächst. Währenddessen besagt die These der Net-Generation das<br />
Gegenteil, dass sie etwas anderes seien, beispielsweise veränderte Hirne<br />
hätten, eine andere Kultur, eine andere Psyche usw. Und das ist widerlegt<br />
worden. Ich habe in meinem Aufsatz auch deutlich gemacht, dass auch<br />
Versuche, bspw. Multitasking als Merkmal einer Generation zu bezeichnen,<br />
verkehrt wären, weil es einfach ein Gewöhnungsprozess ist. Ebenso kann man<br />
nicht sagen, dass die Ungeduld im Umgang mit diesen Geräten nur einer<br />
Generation zukommt. Jedem Benutzer erscheint ein älteres Gerät als<br />
langsam.<br />
<b></b>
</p>
<p>
<b>Über den<br />
Begriff der Generation allgemein</b><br />
<br />
<i><br />
Moderator:</i><br />
Noch zweimal generell zu Generationenfrage:</p>
<p><i>lenzen:</i><br />
Glauben Sie denn, dass es überhaupt schon eine &quot;Generation&quot;<br />
gegeben hat, die als solche gelabelt wurde? Es ist ja auch schwer, von der<br />
„68er Generation&quot; oder der „89er Generation&quot; oder von der „Generation Golf&quot;<br />
zu reden.</p>
<p><i>Lou:</i><br />
Gibt es dann auch keine 68er Generation, keine Baby Boomer<br />
usw.? Generation bedeutet ja nicht, dass alle gleich sind.</p>
<p><i><b>Rolf Schulmeister:<br />
</b></i>Generation als Metapher ist etwas anderes, als<br />
eine Behauptung über eine Kohorte von Menschen, die einen Zeitraum von 20<br />
bis 30 Jahren abdecken. Ich habe auch die Kohorte geschichtswissenschaftlich<br />
untersucht und festgestellt, dass die 68er-Generation immer eine Minderheit<br />
gewesen ist.</p>
<p><i>joker:</i><br />
Ok, es gibt nicht die Net-Generation. Treumann (2007) hat<br />
sieben Nutzertypen, was die Diversität bestätigt. Trotzdem scheint dies eine<br />
andere Diversität zu sein, als vor zehn Jahren. Und wie kann diese<br />
Diversität beim Lehren/Lernen aufgenommen werden?</p>
<p><i>Rolf Schulmeister:</i><br />
Es ist eigentlich ein uraltes Problem der<br />
Pädagogik. Seit der Zwergschule redet die Pädagogik über innere<br />
Differenzierung im Unterricht. Das Hauptthema, über das wir heute<br />
diskutieren, ist nicht die Generation, sondern die Verschiedenheit. Man<br />
stellt immer wieder fest, dass alle Benutzer der Neuen Medien in<br />
verschiedene Gruppen zerfallen. Aus Gründen der Motivation, der<br />
Sozialisation, der Kognition, des Lernstils, der interkulturellen Herkunft,<br />
der ethnischen Herkunft usw. Die Pädagogik reagiert darauf mit innerer<br />
Differenzierung. In der Hochschule reden wir vom offenen Lernen und von<br />
offenen Lernsituationen, um dieser Verschiedenheit gerecht zu werden. Leider<br />
fehlen in vielen Bereichen die Mittel, dies auch umzusetzen.</p>
<p><b>Nutzug<br />
von Medien und Diensten durch Studierende</b><br />
<br />
<i></i>
</p>
<p>
<i>mhz:</i><br />
Mehrere hunderttausend Studis sind bei StudiVZ aktiv. Was<br />
machen die da eigentlich? Gibt es da empirische Daten? Meine Vermutung:<br />
StudiVZ ist eine riesige Partnerbörse.<br />
<i><br />
Rolf Schulmeister:</i><br />
Ich habe dazu keine Daten und würde auch nicht gerne<br />
Vermutungen dazu anstellen. Das sollte vielleicht Psychologen vorbehalten<br />
bleiben. Aber Sie haben einen richtigen Hinweis gemacht, dass deutlich wird,<br />
dass nach wie vor die Kommunikation auch für über Zwanzigjährige ein<br />
wichtiges Thema ist. Und dass auch für diese Gruppe von Menschen die<br />
Kommunikation mit den neuen Medien wichtiger ist als das Lernen.</p>
<p><i>Lou:</i><br />
Spricht nicht für die Net-Generation, dass heute auf sozialen<br />
Plattformen die Art von virtuellen Lerngemeinschaften entstehen, die man<br />
früher vergeblich versucht hat künstlich zu initiieren? Rolf</p>
<p><i>Schulmeister:</i><br />
Es spricht nicht für die Net-Generation, es spricht<br />
für einige wenige Studierende, die erkannt haben, dass man in diesen<br />
Gemeinschaften sinnvoll miteinander umgehen, Informationen austauschen kann,<br />
vielleicht auch lernen kann. Aber auch nur vielleicht. Denn viele dieser<br />
Gemeinschaften bestehen nur im Austausch. Der größte Teil, von denen, die<br />
sich daran beteiligen, entspricht dem Typ des LURKERs. Also die Leute, die<br />
von dem Wissen anderer profitieren, aber nicht dazu beitragen wollen.</p>
<p><i>Lou:</i><br />
Anmerkung zu den LURKERn: Profitieren nicht am Ende doch jene,<br />
die Wissen aufarbeiten und bereitstellen mehr als die passiven<br />
Konsumenten?<br />
<i><br />
Rolf Schulmeister:</i><br />
Das ist völlig klar. Diejenigen, die Wissen<br />
konstruieren, haben natürlich die Nase vorn. Diejenigen, die Wissen nur<br />
rezipieren, da bleibt unklar, was sie davon rezipieren. Aber für manche<br />
Zwecke der Kommunikation und der Kooperation beim Lernen ist es<br />
ausgesprochen unglücklich, wenn einige Lernende nicht zu den Lernprozessen<br />
beitragen, weil dann die Last nur bei den Wenigen liegt, die diesen Vorgang<br />
aktiv tragen.<br />
<i><br />
Moderator:</i><br />
Ein Kommentar:</p>
<p><i>Lara:</i><br />
Meine wenig computeraffine Schwester organisiert zu meiner<br />
Verwunderung in einem Lehramtsstudium viel über StudiVZ. Da geht es um<br />
Inhalte, nicht (nur) um Geschwätz.<br />
<i><br />
Rolf Schulmeister:</i><br />
Ja. Es gibt in StudiVZ die Möglichkeit, geschlossene<br />
Gruppen zu organisieren, die sich mit Lerninhalten auseinandersetzen. Das<br />
ist aber noch selten der Fall. Man sieht aber auch, dass andere Medien, in<br />
denen aktive Teilhabe gefördert wird, wenig genutzt werden, zum Beispiel die<br />
Möglichkeit für Kommentare in Weblogs.<br />
<i><br />
heikoidensen:</i><br />
Wie ist die Rolle der Lehrenden in den vernetzten<br />
Lernprozessen? Moderator? Coach? Lernbegleiter?</p>
<p><i>Rolf Schulmeister:</i><br />
Ich weiß ja nicht, was die drei Begriffe alles<br />
konnotieren. Ich verstehe Moderator und Lernbegleiter als das Gleiche. Ich<br />
kenne Leute, die unter Coach nichts anderes verstehen als Lernbegleiter. Um<br />
es konkret zu beschreiben: Ich verstehe meine Rolle als Moderator so, dass<br />
ich die Entstehung der selbstständigen Lernprozesse der Studierenden von<br />
vorne bis hinten erkennen und damit auch begleiten kann. So kann ich am Ende<br />
der Arbeit genau wissen, wie die Studierenden zu ihren Ergebnissen gekommen<br />
sind, welche Schritte sie gemacht haben und dass ich ihnen in allen Stufen<br />
dieses Prozesses geholfen habe.</p>
<p><i>heikoidensen:</i><br />
Hat sich die Art und Weise des Diskurses durch die<br />
vernetzten Lern- und Kommunikationsweisen fundamental geändert &#8211; Stichwort<br />
Diskurskritik? Nicht nur über die neuen Medien, sondern mittels der neuen<br />
Medien als Werkzeuge: Wer spricht? Was ist eine Quelle? Wahrheit? Oder:<br />
Schwarmdenken? Kollaborative Wissens- und Diskursnetzwerke?<br />
Autorenschaften?</p>
<p><i>Rolf Schulmeister:</i><br />
Ich halte das zum jetzigen Zeitpunkt eher für<br />
eine Hoffnung, denn eine Realität. Die Chancen für Diskurse sind durch die<br />
Vernetzung gestiegen, einfach weil es mehr Kontakte dadurch gibt. Aber die<br />
Qualität der Diskurse ist durch das Medium bis heute noch behindert. Man<br />
kann in Präsenzsituationen einmal durch die zusätzlichen nonverbalen und<br />
paralinguistischen Signale, die man erhält, intensiver aufeinander eingehen<br />
und feststellen, an welchen Stellen Diskurse notwendig sind. Und man kann im<br />
unmittelbaren Umgang auch besser prüfen, wann man in den Diskurs einsteigen<br />
und wie lange man ihn durchhalten muss. Andererseits hat das Medium durch<br />
die Persistenz der Kommunikation die Chance, im asynchronen Modus einen<br />
langfristig wertvollen Diskurs zu fördern.</p>
<p><b>Einsatz von Medien in der<br />
Lehre</b></p>
<p><i>phlo:</i><br />
Wie sieht für Sie eine ideale Verknüpfung von Internet,<br />
Lehrenden und Lernenden aus?<br />
<i><br />
Rolf Schulmeister:</i><br />
Diese Frage führt wieder zurück auf die Frage der<br />
Diversität. Es gibt keine ideale Lösung. Es gibt Situationen, in denen die<br />
Medien nur im Präsenzunterricht auftreten, und es gibt Situationen, in denen<br />
die Medien den Präsenzunterricht ersetzen. Die Verschiedenheit der<br />
unterschiedlichen didaktischen Szenarien begründet sich auch durch<br />
unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen, unterschiedliche Inhalte,<br />
und es begründet sich durch die unterschiedliche Position im Curriculum. Es<br />
gibt also verschiedene Szenarien. Jedes Szenario braucht eine andere<br />
Konstellation für das Verhältnis von Präsenz und virtuellem Lernen.<br />
<i><br />
phlo:</i><br />
Während wir darüber diskutieren, ob es möglich ist Laptopklassen<br />
einzurichten, gibt es sie durch Initiativen, wie OLPC (Anm. der Redaktion:<br />
One Laptop per Child) oder Intel&#8217;s Classmate doch schon in Entwicklungs- und<br />
Schwellenländern. Werden wir überholt?<br />
<i><br />
Rolf Schulmeister:</i><br />
Wenn wir die Kritik in den USA an No Child Left<br />
Behind sehen, haben wir noch viel zu tun. Das Echo ist nicht durchweg<br />
positiv. Es war ein Propagandaplan, der nur wenigen Schulen geholfen hat.<br />
Dasselbe gilt für die Versuche, die von Microsoft oder Intel usw. gemacht<br />
wurden. Das sind Experimente. Die, wenn sie gut wissenschaftlich untersucht<br />
werden, sicherlich interessante Ergebnisse erbringen können, aber für die<br />
Breite nichts erbracht haben.<br />
<i><br />
Moderator:</i><br />
Nun die Frage, die in unserer Vorab-Phase die meisten Stimmen<br />
bekam:<br />
<i><br />
Ich:</i><br />
Ist es nicht ganz normal, dass Computer für Schule und Uni nur als<br />
Mittel zum Zweck genutzt werden? Ein Buch lese ich ja privat auch anders und<br />
aus anderen Gründen als für den Unterricht.<br />
<i><br />
Rolf Schulmeister:</i><br />
Genau, das hatten wir aber schon so ähnlich<br />
beantwortet. Kinder, die mit Geräten aufwachsen, werden diese auch benutzen.<br />
Für meine Generation war der Fernseher neu. Da haben wir über den Nutzen des<br />
Schulfernsehens diskutiert. Natürlich gab es Kinder, die exzessiv Fernsehen<br />
nutzten. Es muss sich in jeder Epoche wieder eine Ethik entwickeln, der<br />
Umgang mit Innovation herauszubilden. Und wir sind gerade dabei, dieses<br />
bezogen auf die Medien zu tun. Aber wie ich feststelle, werden diese Medien<br />
für die Zwecke genutzt, die dem Entwicklungsstand der Kinder und<br />
Jugendlichen entsprechen. Insofern kann man von einer Alltäglichkeit und<br />
Selbstverständlichkeit im Umgang mit diesen Medien ausgehen.<br />
<i><br />
Gast 22:</i><br />
In welchen Bereichen soll man denn Computer in der Schule / in<br />
der Uni benutzen? Wo ist der von Ihnen gesehene Mehrwert?<br />
<i><br />
Rolf Schulmeister:</i><br />
Mehrwert ist eine andere Frage, die wiederum<br />
differenziert beantwortet werden muss: Ökonomisch, Zeitersparnis, mehr<br />
Information. Es gibt aber auch Mehrwert durch Multimedia und es gibt einen<br />
Mehrwert, den man als didaktisch bezeichnet, wenn er für das Lernen Vorteile<br />
bietet. Solche Vorteile sehe ich beispielsweise in dem Bereich, in dem ich<br />
arbeite, der Gebärdensprache. Ich habe willkürlichen Zugriff auf Filme, eine<br />
visuelle Sprache. Naturwissenschaftler sehen einen Mehrwert darin, dass es<br />
Experimente in anderen Ländern gibt, auf die sie über das Internet zugreifen<br />
können, so genannte entfernte Labore. Andere wiederum, wie die<br />
Sprachwissenschaftler, holen sich einen Mehrwert daraus, dass sie auf<br />
Originalsprachdaten jederzeit Zugriff haben. Der Mehrwert ist also nach der<br />
Art der Inhalte, der Lernziele und dem Anlass des Lernens zu<br />
differenzieren.
</p>
<p>
<b>Medienkompetenz als Voraussetzung für Lehren und Lernen</b><br />
<br />
<i><br />
Toschko:</i><br />
Sind Sie der Meinung, dass schon in den Grundschulen Umgang mit<br />
den Internet gelernt werden muss?</p>
<p><i>Rolf Schulmeister:</i><br />
Da die Sechsjährigen bereits zu Hause mit<br />
Computern umgehen, sollte der Computer auch bereits in der 1. Klasse einen<br />
Platz finden. Ob das in einer so genannten Computerecke oder Laptopklasse<br />
stattfindet, das muss noch herausgefunden werden.</p>
<p>Soma: Was muss sich an den Schulen und Unis verändern, damit der Transfer<br />
von Medienkompetenz gelingt?<br />
<i><br />
Rolf Schulmeister:</i><br />
Man kann feststellen, dass wir für unsere zukünftigen<br />
Hochschullehrer eine wichtige Aufgabe haben. Sie müssen von vornherein in<br />
Lehre und Lernen die neuen Medien einbeziehen. Sie müssen selber Kompetenz<br />
im Umgang mit diesen Medien demonstrieren. Dies gilt insbesondere für die<br />
Lehre in den Schulen &#8211; nicht nur in Informatik &#8211; weil wir feststellen, dass<br />
die Schüler aus den Schulen &#8211; wenn sie in die Hochschule kommen &#8211; kein<br />
Verlangen danach haben, die Medien für das Lernen einzusetzen. Diese<br />
Voraussetzung ist aber bereits in der Schule zu legen.</p>
<p><i>AlexaHof:</i><br />
Also zählt es für die Medienkompetenz einer Person nicht<br />
nur, mit den neuen Medien umgehen zu können? Man muss also noch ein tieferes<br />
Verständnis dafür entwickeln?</p>
<p><i>Rolf Schulmeister:</i><br />
Die Neuen Medien sind ja nur Träger von<br />
Information und Wissen, das, worauf es eigentlich ankommt, sind eben Wissen<br />
und Information. Und da haben wir ein semantisches Problem. Wie beurteilen<br />
wir dieses Wissen und was fangen wir damit an? Dasselbe gilt für die<br />
Kommunikation. Wir können diese Geräte für die eingelebte Kommunikation<br />
nutzen. Aber wenn wir einen Diskurs führen, müssen wir Information und<br />
Kommunikation bewerten und beurteilen.<br />
<i><br />
sabbatical08:</i><br />
Der zentrale Lernstoff, der vermittelt werden muss, um<br />
junge Menschen den Computer sinnbringend einsetzen zu lassen, ist nicht<br />
Medienkompetenz, sondern Quellenkompetenz &#8211; wie ist die Qualität einer<br />
Quelle zu beurteilen. Sehen Sie das auch so?</p>
<p><i>Rolf Schulmeister:</i><br />
Das ist richtig, das ist die Definition, die<br />
Dieter Baacke aus Bielefeld mal formuliert hat und die heute noch in der<br />
Untersuchung der Bielefelder in dem Buch von Treumann und Meister et al.<br />
veröffentlicht wurde.</p>
<p><i>Moderator:</i><br />
Wie ist es denn Ihrer Erfahrung nach um die<br />
Quellenkompetenz der Studierenden bestellt? Rolf Schulmeister: Es hat eine<br />
sehr umfassende Untersuchung des University College London zusammen mit der<br />
British Library gegeben, die dieses Problem sehr gründlich untersucht hat.<br />
Danach sieht es nicht gut aus mit der Beurteilungskompetenz der<br />
Studierenden. Ich selbst kann nur über meine Studierende reden. Ich habe<br />
jetzt eine größere Untersuchung vor. Mich wundert aber, dass die<br />
Studierenden einem Menschen, der offensichtlich kompetent ist, Plagiate<br />
vorlegen.</p>
<p><i>Moderator:</i><br />
Ein Kommentar zur Quellenkompetenz:</p>
<p><i>freakofhouse:</i><br />
Also ich hab zu Beginn des Studiums einen Quellen-Kurs<br />
belegt, das war es. Da ging es den Lehrenden eher um die korinthenkackerisch<br />
richtige Zitierweise als um die Einschätzung der Qualität einer Quelle. Dann<br />
darf man sich doch nicht wundern.</p>
<p><i>Rolf Schulmeister:</i><br />
Völlig richtig, natürlich.</p>
<p><i>Moderator:</i><br />
Noch einmal zurück zur Diversität und<br />
Quellenkompetenz:<br />
<i><br />
AlexaHof:</i><br />
Aber basiert nicht jeder Studiengang &#8211; so verschieden diese<br />
auch sind &#8211; auf gewissen Grundkompetenzen? Ob ich nun Informatik, Biologie<br />
oder Germanistik studiere &#8211; die Kompetenz der Quellenkritik oder<br />
Quellenbewertung/ Recherche gehört doch unabhängig vom Fach zur<br />
Grundausstattung eines Studierenden. Ihre Meinung?<br />
<i><br />
Rolf Schulmeister:</i><br />
Ja und Nein. Einerseits kann man von so genannten<br />
heuristischen/methodischen Kompetenzen reden, die in allen Studiengängen<br />
gleich sind. Andererseits muss man in den Fächern mit unterschiedlich<br />
methodologisch strukturierten Inhalten umgehen. Und diese bedingen<br />
natürlich, dass man die Grundfertigkeiten auch variieren muss. Die neuen<br />
Studiengänge nach Bologna sehen ja hier einen Teil vor, den wir als<br />
Schlüsselkompetenzen oder Berufskompetenzen bezeichnen. Diese sollen in<br />
Zukunft verstärkt ausgebildet werden. Dafür sollen etwa 15 Prozent des ECTS<br />
vorgesehen werden.<br />
<i><br />
Moderator:</i><br />
Ist denn die Mehrheit der Lehrenden von der Medienkompetenz<br />
schon weit genug, um Computer-Unterricht anzubieten?<br />
<i><br />
Rolf Schulmeister:</i><br />
Nein, also wir reden ja heute noch davon, dass wir<br />
noch immer die Fünf-Prozent-Hürde überspringen wollen. Ich denke, dass es<br />
wohl keinen Professor gibt, der nicht mit dem Computer umgehen kann. Aber ob<br />
er/sie sinnvolle Möglichkeiten erkannt hat, im Unterricht die Medien zu<br />
nutzen, das ist eine andere Frage.</p>
<p>derkieler: Was sind denn die wichtigsten (neuen) Schlüsselkompetenzen<br />
jetziger Studienanfänger? Rolf Schulmeister: Wie bereits gesagt, sollen ja<br />
jetzt die Schlüsselkompetenzen gefördert werden in der Annahme, das<br />
Studenten mit wenig Kompetenzen aus der Schule kommen. Ich hätte gerne<br />
Schlüsselkompetenzen wie Neugierde, Skepsis, forschendes Verhalten, mehr<br />
Geduld mit Ungewissheiten oder Unsicherheiten, das Warten auf die Wahrheit,<br />
da hätte ich gerne mehr davon.
</p>
<p>
<b>Zur<br />
Institution Hochschule allgemein</b></p>
<p><i>phlo:</i><br />
Können die Universitäten denn mit der rasanten technischen<br />
Entwicklung überhaupt mithalten und somit gewährleisten, immer adäquate<br />
Lehrmittel zu Verfügung zu stellen.<br />
<i><br />
Rolf Schulmeister:</i><br />
Das war vor zwanzig Jahren &#8211; aus Preisgründen &#8211; viel<br />
schwieriger als heute. Heute ist in den Hochschulen die Offenheit gegenüber<br />
den Medien groß und die Preise sind günstig. Ich denke, es gibt keine<br />
Schwierigkeiten in dieser Hinsicht. Das Thema hat einen weiteren Aspekt: Es<br />
geht um Geräte und um Software. In dem Bereich, über den wir reden, also<br />
Web2.0, ist ja die Software kostenlos. Das Problem ist eher die Software,<br />
die wir für die Forschung brauchen. Da gibt es sehr spezielle und sehr teure<br />
Software.<br />
<i><br />
s.thurner:</i><br />
Ist nicht ein zentrales Problem, dass Hochschulen eher<br />
innovationsfeindlich sind, wenn es um die Reform der inneren Strukturen geht<br />
(&quot;der Muff von 1000 Jahren unter den Talaren&quot;) 😉 Rolf<br />
<i><br />
Schulmeister:</i><br />
Zu dem letzten Spruch habe ich eine sehr enge Verbindung;<br />
ich war anwesend, als das geschah. Aber: Hochschulen sind aus verschiedenen<br />
Gründen sehr träge Institutionen. Sie haben es einerseits mit Studiengängen<br />
zu tun, die über Jahrzehnte laufen sollen, zweitens haben sie einen<br />
verbeamteten Lehrkörper, drittens weil wir kein Evaluationssystem haben,<br />
viertens weil es keine Leistungsbelohnungssysteme gibt. Von daher ist<br />
verständlich, dass die Hochschulen ihre Innovation im Wesentlichen durch den<br />
immer wieder rein kommenden Nachwuchs beziehen.
</p>
<p>
<b>Zum E-Learning Markt<br />
allgemein</b></p>
<p><i>lottad:</i><br />
Der E-Learning Markt und der ganze<br />
Werkzeug-Instrumentarienkasten des E-Learnings ist total unübersichtlich.<br />
Ist eine Marktklärung und auch eine Etablierung von Standards in dem Bereich<br />
zu erwarten? Wünschen Sie das?</p>
<p><i>Rolf Schulmeister:</i><br />
Ich glaube nicht Letzteres. Es haben sich schon<br />
Marktführer herausgebildet. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, um die<br />
Übersichtlichkeit zu erhöhen, z.B. die von Baumgartner und meine. Es gibt<br />
auch Versuche, Standards zu entwickeln, beispielsweise die von IMS und<br />
<a href="http://www.e-teaching.org/glossar/ieee" onclick="popup('http://www.e-teaching.org/glossar/ieee/glossar_popup_view');return false;">IEEE</a>. Und die meisten Produzenten von Software orientieren sich auch an<br />
diesen Standards. Es gibt zwar auch Bereiche ohne Standards. Aber es ist<br />
davon auszugehen, dass auch diese bald geschlossen werden.<br />
<i><br />
Moderator:</i><br />
Das waren gut 70 Minuten e-teaching.org-Expertenchat. Vielen<br />
Dank an Herrn Schulmeister für seine Antworten und natürlich vielen Dank an<br />
unsere Nutzer für die vielen Fragen, die wir aus Zeitgründen leider nicht<br />
alle stellen konnten.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Chat zu e-Learning</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/projekt/chat-zu-e-learning-3854/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/projekt/chat-zu-e-learning-3854/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Torge]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Apr 2008 17:21:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[E-Teaching]]></category>
		<category><![CDATA[Geschäftsmodellentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Rolf Granow]]></category>
		<category><![CDATA[E-Learning]]></category>
		<category><![CDATA[Projektvorstellung]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Freitag, 25. April, von 14 Uhr bis 15:30 Uhr ist Prof. Dr.-Ing. Rolf Granow zu Gast im
e-Teaching.org-Live-Chat zum Thema &#34;Geschäftsmodellentwicklung für E-Learning&#34;.  Wenn Sie jetzt schon Fragen stellen möchten, können Sie das <a href="http://www.talksalon.de/?cid=151&#38;id=eteaching" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> tun.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Freitag, 25. April, von 14 Uhr bis 15:30 Uhr ist Prof. Dr.-Ing. Rolf Granow zu Gast im<br />
e-Teaching.org-Live-Chat zum Thema &quot;Geschäftsmodellentwicklung für E-Learning&quot;.  Wenn Sie jetzt schon Fragen stellen möchten, können Sie das <a href="http://www.talksalon.de/?cid=151&amp;id=eteaching" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> tun.<!--break--></p>
<p>
Viele E-Learning-Projekte wurden an deutschen Hochschulen in den letzten 10 Jahren entwickelt und<br />
durchgeführt – viele sind auch wieder verschwunden. Zumeist konnte keine Lösung für einen Dauerbetrieb ohne Projektförderung gefunden werden. Doch welche Art von Geschäftsmodellen eignet sich für die Hochschulen? Lässt sich mit E-Learning überhaupt Geld verdienen?<br />
Zu Gast ist Prof. Dr.-Ing. Rolf Granow, E-Learning-Beauftragter der FH Lübeck und Geschäftsführer der oncampus GmbH.
</p>
<p>
Welcher Mehrwert kann mittels eines kostenpflichtigen webbasierten Angebots für die Hochschule erreicht werden? Wie finanziert man die Kosten des laufenden Betriebes? Lohnt sich die Entwicklung aufwändiger Online-Studiengänge? Fragen Sie Rolf Granow im e-Teaching.org-Live-Chat. <a href="http://www.talksalon.de/?cid=151&amp;id=eteaching" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stellen Sie hier im Vorfeld schon Fragen.</a></p>
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