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	<title>Edda Müller &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Edda Müller &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Whistleblower-Preis für Edward Snowden &#8211; Interview mit Edda Müller</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina zur Nedden]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Aug 2013 08:41:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Edda Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Whistleblower]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
		<category><![CDATA[Transparency International]]></category>
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					<description><![CDATA[Morgen Abend wird der Whistelblower-Preis 2013 in Berlin an Edward Snowden verliehen – der selbst natürlich nicht vor Ort sein [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Blume.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-131733" alt="Licht ins Dunkel" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Blume.jpg" width="640" height="428" /></a>Morgen Abend wird der Whistelblower-Preis 2013 in Berlin an Edward Snowden verliehen – der selbst natürlich nicht vor Ort sein kann. Auch Transparency International e.V. beteiligt sich an der Verleihung. Wir haben anlässlich der heutigen Preisvergabe ein Interview mit Edda Müller von Transparency International Deutschland geführt.<br />
Seit Wochen schon hält Edward Snowden die Welt mit immer neuen Enthüllungen über das Vorgehen der Geheimdienste in Atem. Morgen Abend wird ihm – natürlich in Abwesenheit – der <a href="http://transparency.de/2013-07-24_Whistleblowerpreis.2334.0.html?&amp;contUid=5245" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Whistleblower-Preis</a> 2013 in Berlin verliehen. Seit 1999 werden mit dem Preis <a href="http://www.vdw-ev.de/index.php/de-DE/arbeitsfelder-der-vdw/informationen-zu-qwhistleblowernq" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Persönlichkeiten geehrt</a>, „die in ihrem Arbeitsumfeld oder Wirkungskreis schwerwiegende, mit erheblichen Risiken oder Gefahren für Mensch und Gesellschaft (…) verbundene Missstände aufgedeckt haben.“ Erstmals beteiligt sich in diesem Jahr die Antikorruptionsorganisation Transparency International e.V. an der Verleihung. Edda Müller, Vorsitzende von <a href="http://www.transparency.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Transparency International Deutschland,</a> hat mit uns vor einem Monat im Interview über die Notwendigkeit dieser Auszeichnung und den unzureichenden Schutz von Whistleblowern in Deutschland gesprochen:<br />
<strong>politik-digital.de</strong>: Wie kam es zu der Wahl von Edward Snowden als Preisträger des Whistleblower-Preises 2013?<br />
<strong>Edda Müller</strong>: Der Whistleblower-Preis wird seit 1999 alle zwei Jahre von der <a href="http://www.vdw-ev.de/index.php/de-DE/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW e.V.)</a> und der deutschen Sektion von <a href="http://www.vdw-ev.de/index.php/de-DE/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">International Association of Lawyers Against Nuclear Arms (IALANA)</a> verliehen. Der Preis wurde zum siebten Mal vergeben und Transparency International Deutschland beteiligt sich dieses Jahr erstmalig. Es liegt in der Tradition des Preises, Menschen auszuwählen, die bei aktuellen Problemen den Mut bewiesen haben, uneigennützig an die Öffentlichkeit zu gehen und diese Probleme bekannt zu machen. Zu den Preisträgern gehört zum Beispiel der Russische Kapitän <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Konstantinowitsch_Nikitin" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alexander Nikitin</a>, der auf unsichere Atommülllager und gefährliche Praktiken der russischen Nordmeerflotte aufmerksam machte, sowie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Ellsberg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Daniel Ellsberg</a>, der Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums, der 1971 die Pentagon-Papiere an die Presse weitergab.<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"> Prof. Dr. Edda Müller wurde 1942 in Sorau/Niederlausitz geboren und lebt in Berlin. Sie ist Honorarprofessorin an der Verwaltungshochschule Speyer. Sie studierte Neuere Geschichte und Politikwissenschaft in München, Berlin und an der ENA in Paris. Nach beruflichen Stationen im Umweltbundesamt und im Bundesumweltministerium war sie Ministerin für Natur und Umwelt in Schleswig-Holstein (1994-1996) und Vizedirektorin der Europäischen Umweltagentur in Kopenhagen. Von 2001 bis 2007 war sie Vorsitzende der Verbraucherzentrale Bundesverband. Seit 2010 ist sie Vorsitzende von Transparency Deutschland. Zuvor hatte sie dem Beirat von Transparency Deutschland angehört.</div></div><br />
<strong>politik-digital.de</strong>: Warum beteiligt sich Transparency International Deutschland dieses Jahr zum ersten Mal am Whistleblower-Preis?<br />
<strong>Edda Müller</strong>: Zum einen haben wir uns beteiligt, weil wir glauben, dass der Preis die Notwendigkeit eines verstärkten Whistleblower-Schutzes in Deutschland auf die politische Agenda bringen kann. Der zweite Grund war der Anlass selbst. Die massenhafte, verdachtsunabhängige Speicherung und Auswertung von Daten hat eine Dimension angenommen, die uns zweifeln lässt, ob der Ausgleich von Sicherheit und Freiheit, auch im Bereich der Korruptionsbekämpfung, richtig abgewogen wurde.<br />
<strong>politik-digital.de</strong>: Wie steht es um den Schutz von Whistleblowern in Deutschland?<br />
<strong>Edda Müller</strong>: Er ist unzureichend. Wir haben keine verpflichtende rechtliche Gesetzgebung (Arbeitnehmerschutz) für Whistleblower in Deutschland. Es gibt eine Reihe von freiwilligen, unverbindlichen Vereinbarungen, die im Zusammenhang mit Compliance-Programmen in Unternehmen eingeführt werden können. Damit hat man zum Beispiel die Möglichkeit, anonym Hinweise über unrechtmäßiges Handeln an einen Ombudsman zu geben. Der Fall der deutschen Krankenpflegerin <a href="http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/erfolg-fuer-brigitte-heinisch-altenpflegerin-erhaelt-90-000euro-/6672302.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brigitte Heinisch</a> die die unzureichende Pflege von Menschen in einem Altenheim anzeigte, daraufhin gekündigt wurde und bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gehen musste, um ihr Recht einzufordern, veranschaulicht diesen Missstand. Das derzeit gültige deutsche Arbeitnehmerrecht, das die Loyalität der Arbeitnehmer auch im Fall von unrechtmäßigem Handeln des Arbeitgebers einfordert, ist vorsintflutlich. Ähnliche Zustände gibt es übrigens im Bereich des Verbraucherschutzes. Ich erinnere an den <a href="http://www.sueddeutsche.de/bayern/ekelfleisch-prozess-nicht-zustaendig-zeuge-kritisiert-behoerden-1.1099136" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LKW-Fahrer, der den Gammelfleisch-Skandal aufdeckte</a>. Er erhielt zwar eine Auszeichnung vom Bundeslandwirtschaftsminister, verlor aber trotzdem seine Arbeit.<br />
<strong>politik-digital.de</strong>: Wie beurteilen Sie es, dass Deutschland und die EU Snowden kein Asyl gewähren wollen?<br />
<strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/EddaMueller4_Danetzki1.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-131723" alt="EddaMueller4_Danetzki1" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/EddaMueller4_Danetzki1.jpg" width="120" height="168" /></a>Edda Müller</strong>: Es gibt eine Fülle von Fragen, die noch offen sind und beantwortet werden müssen. Die Bundesregierung erweckt den Eindruck, als ob sie nicht genau wisse, inwiefern deutsche und amerikanische Geheimdienste zusammengearbeitet und Daten von deutsche Bürgern abgeschöpft und analysiert haben. Da weiterhin vieles ungeklärt ist, hielten wir von Transparency International Deutschland es für richtig, wenn Deutschland Edward Snowden als Zeugen vernehmen würde. Man könnte jemanden nach Moskau schicken oder ihn nach Deutschland einladen und in ein Zeugenschutzprogramm aufnehmen.<br />
<strong>politik-digital.de</strong>: Was halten Sie davon, dass Edward Snowden von den USA als Staatsfeind Nr. 1 betrachtet wird?<br />
<strong>Edda Müller</strong>: Ich empfinde das als eine unverständliche Übertreibung. Er kann nur Staatsfeind Nr. 1 sein, wenn er massives Fehlverhalten der USA, dessen Bekanntmachung den Vereinigten Staaten international schadet, aufgedeckt hätte. Er verletzt jedoch keine Sicherheitsinteressen, wenn er enthüllt, dass Kommunikation abgehört wird, denn es ist allgemein bekannt, dass dies geschieht. Ich erinnere an den Fall <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Echelon" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Echelon</a>, der 2011 im Europäischen Parlament untersucht worden ist. Das war ein Vorläufer-Spähprogramm, das genutzt wurde, um europäische Unternehmen auszuspionieren. Damals begründeten die USA das nicht mit Sicherheitsinteressen, wie es jetzt geschieht, sondern mit der Missachtung des fairen Wettbewerbs.<br />
Hier finden Sie den Link zur <a href="http://www.vdw-ev.de/index.php/de-DE/arbeitsfelder-der-vdw/informationen-zu-qwhistleblowernq/preisverleihung-fuer-whistleblower/8-aktuelles-und-veranstaltungen-des-vdw/202-whistleblower-preistraeger-2013" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Preisverleihung</a> vom 30.08.2013.<br />
Bilder: <a href="http://www.flickr.com/photos/adabi/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ada Birk</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-ND 2.0)</a>, Danetzki, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-ND 2.0)</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130752" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Arbeit von Bundesumweltminister Trittin war &#8220;aus meiner Sicht etwas zu kompromissreich.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/die_arbeit_von_bundesumweltminister_trittin_war_quotaus_meiner_sicht_etwas_zu_kompromissreichquot-279/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[kreinhardt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Oct 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherzentrale]]></category>
		<category><![CDATA[Dosenpfand]]></category>
		<category><![CDATA[Edda Müller]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/emueller.jpg" alt="Prof. Dr. Edda Müller" align="left" border="0" height="96" width="82" /></b> 
<span style="color: #000000"><b><b>Prof. Dr. Edda Müller, Vorstand 
des Bundesverband Verbraucherschutz, am 2. Oktober 2003 zu Gast im tacheles.02 
Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/emueller.jpg" alt="Prof. Dr. Edda Müller" align="left" border="0" height="96" width="82" /></b><br />
<span style="color: #000000"><b><b>Prof. Dr. Edda Müller, Vorstand<br />
des Bundesverband Verbraucherschutz, am 2. Oktober 2003 zu Gast im tacheles.02<br />
Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Politik-Interessierte und Freunde oder Gegner der Dose, herzlich<br />
willkommen im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format<br />
von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von<br />
tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de. Im ARD-Hauptstadtstudio begrüße<br />
ich heute Prof. Dr. Edda Müller, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes<br />
der Verbraucherzentralen. Das Dosenpfand ist heute unser Thema, aber natürlich<br />
nicht nur das. Fragen zu anderen verbraucherpolitischen Themen sind herzlich<br />
willkommen. Können wir beginnen Frau Müller? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Es gibt offenbar noch grundsätzlichen Klärungsbedarf:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mehrwegflasche</b>:<br />
Bitte noch einmal zur grundsätzlichen Klärung: Was genau ist<br />
die Neuerung an dem neuen Dosenpfand, Frau Müller?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Das Dosenpfand wird erhoben für alle Getränkever-packungen (nicht<br />
nur Dosen), in denen kohlensäurehaltige Getränke abgefüllt<br />
sind. Es beträgt 25 Cent für Verpackungen mit einem Inhalt unter<br />
1,5 Liter. Darüber sind es 50 Cent.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>horst2</b>: Umweltverbände<br />
sprachen von einem reibungslosen Start der unterschiedlichen Rücknahmesysteme.<br />
Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) beurteilte den Start<br />
als &quot;blankes Chaos&quot; wegen der vielen konkurrierenden Systeme.<br />
Wieso driften die Meinungen komplett auseinander, Frau Müller?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Wie die tatsächliche Situation ist, können wir noch nicht beurteilen.<br />
Der HDE, als Vertreter des Handels, möchte am liebsten das Dosenpfand<br />
kippen, während die Umweltverbände das Ziel, nämlich die<br />
Erhöhung der Mehrwegquote, im Blick haben. Insofern könnte die<br />
Einschätzung etwas mit der Interessenlage zu tun haben. Im übrigen<br />
liegt das in der Hand des Handels, das Chaos, was der Handel seit 9 Monaten<br />
angerichtet hat, zu beenden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>nummer1</b>: Was<br />
ist der Sinn dahinter, auf Getränke mit Kohlensäure Pfand zu<br />
erheben und auf diejenigen ohne Kohlensäure keines?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Der Sinn erschließt sich dem Betrachter nicht ohne weiteres. Der<br />
Hintergrund ist politischer Natur. Die Verpackungsverordnung von 1991,<br />
novelliert 1998, hat sich wegen des Widerstandes des Handels und der Getränkeindustrie<br />
lediglich auf die kohlensäure-haltigen Getränke bezogen. Bundesumweltminister<br />
Trittin will dies ändern. Eine Novelle der Verpackungsverordnung,<br />
die auch andere Getränke wie Fruchtsäfte oder Milch einbezieht,<br />
wird derzeit im Bundesrat von den CDU-regierten Bundesländern angehalten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Warum ist die Novellierung nicht gleich passiert, dem Verbraucher macht<br />
man es dadurch doch nur schwer?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Politische Mehrheiten für eine solche sinnvolle Lösung zu finden,<br />
war und ist deshalb schwierig, weil der Handel massiv dagegen Front bezogen<br />
hat und die kohlensäurehaltigen Getränke waren bereits durch<br />
die Verpackungsverordnung geltendes Recht. Dieses dann in die Praxis umzusetzen,<br />
war und ist, wie wir wissen, schon schwierig genug. Richtig wäre<br />
es allerdings gewesen, bereits 1991 sämtliche Getränke einzubeziehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>himmel</b>: Hat<br />
hier die Industrie also gute Lobby-Arbeit geleistet??</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Dazu passt:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Albrecht</b>: Hat<br />
der Herr Trittin ein Durchsetzungsproblem?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Allerdings. Und er hat dieses meines Erachtens selber verschärft,<br />
dadurch dass er im Januar vereinbart hat, ein Stillhalteabkommen mit dem<br />
Handel abzuschließen. Das heißt, er hat akzeptiert, dass der<br />
Handel die Verpackungen nicht in allen Läden flächendeckend<br />
zurücknehmen musste.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
&quot;Himmel&quot; fragt noch mal zur Industrie-Lobby-Arbeit:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>himmel</b>: Können<br />
Sie hier konkreter werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Also wenn man hier über Industrie redet, muss man ganz spezifisch<br />
den Handel ansprechen. Der Handel hat bis Ende Dezember 2001 mit allen<br />
Mitteln versucht, das Pfand zu verhindern. Er hat sämtliche rechtliche<br />
Instanzen angerufen und hat sich anschließend im Januar beschwert,<br />
dass er nicht genug Zeit gehabt habe, ein Pfandsystem aufzubauen. Eine<br />
solche Konstruktion ist im deutschen Rechtssystem einmalig. Es ist damit<br />
vergleichbar, dass ein Bürger ein Strafmandat nicht bezahlt, weil<br />
er sagt, ihm gefalle die verkehrsrechtliche Regelung nicht. Insofern hat<br />
die Problematik des Dosenpfands über die reine Umweltfrage hinaus<br />
eine beispiellose Bedeutung für das Rechtsempfinden in unserem Land.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>HDEler</b>: Wer<br />
ist denn Unterstützer des Handels auf politischer Ebene?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Es hat sicherlich große Diskussionen auch mit dem Bundeswirtschafts-ministerium<br />
gegeben und es hat auch auf Länderebene Diskussionen gegeben über<br />
das Verhältnis von Arbeitsplätzen, die wegfallen und solche,<br />
die neu geschaffen werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Wie weit halten Sie das Argument von Dosenblech-Produzenten für berechtigt,<br />
das Dosenpfand kille Arbeitsplätze?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Nun ja, was wir derzeit erleben, ist eine verstärkte Nachfrage nach<br />
Mehrweg. Im Ergebnis bedeutet das, dass die Hersteller von Mehrwegverpackungen<br />
Arbeitsplätze neu einrichten müssen, während in den Bereichen,<br />
deren Absatz zurück geht, es möglicherweise zum Abbau von Arbeitsplätzen<br />
kommt. Insgesamt stärkt die Nachfrage nach Mehrweg den regionalen<br />
Wirtschaftskreislauf. Es könnte also zu einer verstärkten Nachfrage<br />
nach regionalen und deutschen Produkten kommen und der Importanteil zurückgehen.<br />
Im Endeffekt könnte das positive Auswirkungen auf die Arbeitsplatzsituation<br />
in Deutschland haben. Die Auswirkungen auf den Import sind natürlich<br />
auch der Grund, warum die Europäische Kommission die Umsetzung der<br />
Verpackungsverordnung in Deutschland mit Argusaugen verfolgt. Sie verlangt,<br />
das ein flächendeckendes Rücknahmesystem aufgebaut wird, um<br />
die Nachteile für ausländische Getränkeanbieter gering<br />
zu halten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>russel</b>: Welche<br />
Position zu Pfandsystemen und ähnlichem sollte Deutschland Ihrer<br />
Meinung nach in der Europäischen Union vertreten? Hier prallen doch<br />
unterschiedlichste Vorstellungen von Systemen aufeinander?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Generell ist auch aus Sicht der deutschen Verbraucherverbände ein<br />
Getränkemehrwegsystem dem massenhaften Absatz von Einwegverpackungen<br />
vorzuziehen. Das sehen die Vertreter der Verbraucher und auch Umweltvertreter<br />
auch in anderen EU-Ländern genauso. Einzelne Wirtschaftskreise mögen<br />
dies anders beurteilen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Zwei Fragen zum gleichen Thema.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ja?</b>: Frau Müller,<br />
Dosen und Einwegflaschen dürfen nun bundesweit überall dort<br />
zurückgegeben werden, wo ein Händler gleichartige Verpackungen<br />
verkauft. Wegen zahlreicher Inselsysteme bleibt die Rückgabe jedoch<br />
kompliziert. Wie wollen Sie das Problem künftig in den Griff bekommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jana</b>: Was wollen<br />
Sie künftig gegen die sogenannten Inselsysteme unternahmen, die die<br />
Rückgabe komplizieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Die Frage ist völlig richtig. Wir beobachten im Moment mit großer<br />
Sorge, dass der Handel die Verpflichtung zur flächendeckenden Rücknahme<br />
dadurch untergräbt, dass er sogenannte Insellösungen schafft.<br />
Hier werden Flaschen und andere Verpackungen in der Form mehr oder weniger<br />
umfänglich verändert mit der Folge, dass der Verbraucher diese<br />
Verpackungen nur im jeweiligen Handel zurückgeben kann. Um dagegen<br />
anzugehen, dass auf diese Weise die Rücknahmesituation für den<br />
Verbraucher noch schwieriger wird, brauchen wir Ihre Mithilfe. Wir bitten<br />
alle Verbraucher, sich an die zuständige Landesbehörde zu wenden,<br />
wenn ihre Einwegverpackung im Handel nicht zurückgenommen wird, und<br />
uns insbesondere auch über sogenannte Insellösungen zu informieren.<br />
Wir werden dann dafür sorgen, dass die Gerichte entscheiden, was<br />
eine gleichartige Verpackung ist. Unser Erachtens kann das nicht allein<br />
darin bestehen, das durch eine geringfügige Veränderung der<br />
Verpackungsform es bereits dazu kommt, dass der Handel sich von der Rücknahmeverpflichtung<br />
freikauft. Dieses Hintertürchen muss dringend im Rahmen der anstehenden<br />
Novelle der Verpackungsverordnung geschlossen werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Um die Händler zu &quot;verpetzen&quot; bieten Sie unter <a href="http://www.vzbv.de/">www.vzbv.de</a><br />
sogar einen Musterbrief an. &quot;Schädigen&quot; Sie damit nicht<br />
vor allem die kleinen Händler?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Das sehen wir nicht so. Wir wollen damit insbesondere dafür sorgen,<br />
dass sich der Handel nicht länger der Umsetzung geltenden Rechtes<br />
entziehen kann und die Länderbehörden das tun, was ihre Pflicht<br />
ist: Nämlich Verstöße gegen geltende Gesetze zu ahnden.<br />
Zudem sind Geschäfte unter 200 m² und kleine Kioske von der<br />
Verordnung ausgeschlossen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Märkte unter 200 m² Verkaufsfläche müssen nur Dosen<br />
der Marken zurücknehmen, die sie auch führen, wie Sie sagen.<br />
Der Verbraucher kann ja wohl kaum mit dem Zollstock durch den Laden laufen.<br />
Werden die gekennzeichnet? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Also ich denke mal, es handelt sich um kleine, sogenannte Tante-Emma-Läden,<br />
und der klassische große Supermarkt wird immer in der Kategorie<br />
über 200 m² liegen. Im Zweifel werden die Behörden zu entscheiden<br />
haben, ob es sich um einen Laden unter oder über 200 qm handelt.<br />
Das muss nicht der Verbraucher nachmessen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>patrick_schmeichel</b>:<br />
Finden Sie nicht, dass dieses real existierende Chaos um das Rücknahmesystem<br />
einen positiven Einfluss auf die Verbraucher und Hersteller hat? Dass<br />
Einwegverpackungen zunehmend verschwinden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Das ist richtig. Ziel der Verpackungsverordnung des Dosenpfandes war,<br />
<br />
die Stabilisierung des Mehrwegsystems. Deshalb hat der Gesetzgeber langfristig<br />
dem Handel angekündigt, dass das Einwegpfand in dem Moment erhoben<br />
wird, in dem die Mehrwegquote unter 72 % absinkt. Der Handel hätte<br />
es also schon seit Jahren in der Hand gehabt, das Einwegpfand zu verhindern<br />
&#8211; wenn er denn verstärkt Mehrwegverpackungen angeboten hätte.<br />
Unsere Empfehlung an die Verbraucher ist daher klar: Ärgern Sie sich<br />
nicht länger mit dem Pfand für Einweg herum, sondern kaufen<br />
Sie Mehrweg.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
dazu meint bzw. fragt:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>cola</b>: Handelt<br />
es sich also bei der Einführung des Dosenpfands um die größte<br />
je durchgeführte Erziehungsmaßnahme??</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Ja, wenn man so will, ist es das. Es handelt sich aber in erster Linie<br />
um einen sinnvollen Beitrag zur Schonung von Material und Energieressourcen.<br />
Und im übrigen um einen Beitrag zur Unterstützung regionaler<br />
Wirtschaftskreisläufe.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Kommentar dazu:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>raucherzentrale</b>:<br />
Gute Frage Cola, aber wer sollte erzogen werden? Der Handel oder die Verbraucher?<br />
Und ist das Aufgabe der Politik?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dose</b>: Was passiert<br />
eigentlich, wenn die Mehrwegquote zu hoch wird? Wird dann wieder zurückgeschraubt<br />
und der Einweganteil wieder angepasst?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Nein, es gibt keine Regelung der Begrenzung nach oben. Wenn sich im Markt<br />
100% Mehrweg durchsetzen wird, wird die Einwegverpackung natürlich<br />
obsolet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Aluminia</b>: Inwieweit<br />
waren Verbraucherschutzverbände in den Gesetzgebungsprozess miteinbezogen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Wir haben natürlich sowohl bei der Verordnung von 1998 als auch bei<br />
der Verordnung von 1998 unsere Stellungnahmen abgegeben. Wir haben uns<br />
allerdings für die Einführung einer Abgabe anstelle einer Pfandregelung<br />
eingesetzt. Auf diese Weise wäre das Rücknahmechaos vermieden<br />
worden und bei den Herstellern ein klarer ökonomischer Anreiz zur<br />
Nutzung von Mehrweg gegeben worden. Der Handel hat damals diese Abgaberegelung<br />
1991 und 1998 massiv abgelehnt. Insofern ist es schon äußerst<br />
fadenscheinig, wenn der Handel sich plötzlich für eine Abgaberegelung<br />
stark macht. Im Übrigen waren wir nicht beteiligt bei den vielfältigen<br />
Gesprächen des Bundesumweltministers mit dem Handel, die schon an<br />
eine Art Kuhhandel erinnern und bei denen die Vertreter der Verbraucher<br />
vor der Tür gehalten wurden. Insgesamt hat diese Situation zu annähernd<br />
375 Millionen Euro Mehreinnahmen in den Kassen des Handels geführt,<br />
weil &#8211; wie der Handel selbst erklärt hat &#8211; etwa 25% der Einwegverpackungen<br />
und damit auch des Pfandes von den Verbrauchern nicht zurückgefordert<br />
wurde.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Was ist mit dem Argument des Handels, man habe Mehrkosten durch die Rücknahme<br />
etc.?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Das ist natürlich totaler Blödsinn. Der Handel hat ja gerade<br />
nicht investiert und keine Automaten aufgestellt und insofern müsste<br />
der Handel schon belegen, wo er die 375 Millionen Euro (als vorsichtige<br />
Schätzung) gelassen hat. Im Übrigen ist die Pfandregelung nicht<br />
dafür da, die Investitionen des Handels zu finanzieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>armesdeutschland</b>:<br />
Bedeutet das konkret, dass Politik und Wirtschaft wissentlich den Verbraucher<br />
blechen lassen haben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Diesen Eindruck haben wir. Und wir fordern deshalb den Handel auf, die<br />
zurückbehaltenen Pfandbeträge einer Stiftung zuzuführen.<br />
Im Übrigen gilt das auch für den Bundesfinanzminister, der durch<br />
die Erhebung der Mehrwegsteuer auf das Pfand mit über 50 Mio. Euro<br />
an den Mehreinnahmen beteiligt ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mehrwegflasche</b>:<br />
Frau Müller, was passiert mit den vorher gekauften Dosen? Kann der<br />
Käufer für diese rückwirkend Pfand kassieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Nur in den Läden, wo er gekauft hat mit dem entsprechenden Pfandschein,<br />
den er hoffentlich aufbewahrt hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>helena</b>: Die<br />
Prognos-Studie ermittelte, dass der ökologische Nutzen in keinem<br />
Verhältnis zu den wirtschaftlichen Folgen (u.a. für Verbraucher)<br />
steht. Teilen Sie diese Einschätzung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Diese Einschätzung teile ich nicht. Insbesondere bedürfte es<br />
hierfür einer wesentlich differenzierteren Betrachtung der Auswirkungen<br />
auf die verschiedenen Branchen und auf die Regionalverteilung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Noch mal zu den 375 Millionen Euro:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Katja2</b>: Wie<br />
will man denn herausbekommen wie die 375 Millionen Euro im Handel verteilt<br />
sind? Wer sollte denn das Geld an welche Stiftung zahlen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Wir sind der Auffassung, dass das der Hauptverband des deutschen Einzelhandels<br />
tun sollte, bei dem der Hauptteil des deutschen Einzelhandels organisiert<br />
ist. Die Stiftung wäre eine Stiftung für Verbraucherinformation<br />
und -aufklärung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>müllermilch</b>:<br />
Ist die gegenwärtige Situation eine Niederlage für ihre Lobbyarbeit?<br />
Auch wenn ich ihre Arbeit persönlich sehr begrüße.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Ich denke, dass es keine Niederlage ist, sondern dass es deutlich macht,<br />
dass der Verbraucher regelmäßig über den Tisch gezogen<br />
werden kann, wenn er nicht durch eine starke Verbraucherorganisation in<br />
seinen Interessen geschützt wird. Sie können sicher sein, dass<br />
wir in den folgenden Monaten unsere Klagerechte einsetzen und nutzen werden,<br />
um die Situation zu beenden, dass Politik und Handel mit den Verbrauchern<br />
Katze und Maus spielen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Sie waren in den 90er Jahren Umweltministerin in Schleswig-Holstein, wissen<br />
also, wie es so in den Ministerien läuft. War die Arbeit von Bundesumweltminister<br />
Jürgen Trittin professionell?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Sie war aus meiner Sicht etwas zu kompromissreich. Seine Beamten hätten<br />
gut daran getan, ihm deutlich zu machen, dass man eine einmal geschlossene<br />
Regelung nicht einseitig aussetzen darf.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Politik-Interessierte, unsere Zeit ist vorbei, vielen Dank für<br />
Ihr Interesse und die Fragen. Herzlichen Dank, Frau Müller, dass<br />
Sie ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen sind. Alle Chat-Transkripte finden<br />
Sie wie immer auf den Seiten der Veranstalter. Das tacheles.02-Team wünscht<br />
allen Beteiligten noch einen schönen Tag und ein angenehmes verlängertes<br />
Feiertags-Wochenende. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edda Müller</b>:<br />
Vielen Dank!</span></p>
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