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	<title>Einbürgerungstest &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Einbürgerungstest &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Weniger Streit, wie von allen gefordert, führt zu weniger Wahlbeteiligung&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/weniger-streit-wie-von-allen-gefordert-fuehrt-zu-weniger-wahlbeteiligung-150/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jbergmeister]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Mar 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small">Am Dienstag, den 28.März 
2006, war <span style="font-size: x-small">Wolfgang Schäuble,</span> Bundesinnenminister 
(CDU), zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. 
</span></b><b><span style="font-size: x-small">Er beantwortete Fragen zum 
Ausgang der Landtagswahlen, zum umstrittenen hessischen Einbürgerungstest 
und zu einem möglichen Einsatz der Bundeswehr bei der bevorstehenden 
Fußball-WM.</span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small">Am Dienstag, den 28.März<br />
2006, war <span style="font-size: x-small">Wolfgang Schäuble,</span> Bundesinnenminister<br />
(CDU), zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de.<br />
</span></b><b><span style="font-size: x-small">Er beantwortete Fragen zum<br />
Ausgang der Landtagswahlen, zum umstrittenen hessischen Einbürgerungstest<br />
und zu einem möglichen Einsatz der Bundeswehr bei der bevorstehenden<br />
Fußball-WM.</span></b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> Heute begrüßen<br />
wir im ARD-Hauptstadtstudio Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble.<br />
Herr Schäuble hat zuletzt besonders zu den Themen Zuwanderung<br />
und den Einsatz der Bundeswehr bei der bevorstehenden Fußball-WM<br />
Stellung bezogen. Selbstverständlich ist unser Chat auch heute<br />
wieder für Fragen aus anderen Themenbereichen offen. Herr Schäuble,<br />
können wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Bitte, ja.
</p>
<p>
<b>Musgries:</b> Herr Schäuble, nach knapp vier<br />
Monaten der neuen Bundesregierung werden nun langsam auch die Themen<br />
angegangen, die für Konflikte innerhalb der großen Koalition<br />
sorgen. Welche Themen gehören dazu und wo sehen Sie die größten<br />
Differenzen gegenüber der SPD?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble</b>: Wir haben ja die Gesundheitsreform<br />
bei den Koalitionsverhandlungen zurückgestellt, weil wir dort<br />
große Unterschiede haben. In dieser Woche beginnen die Gespräche<br />
zwischen CDU/CSU und SPD. Außerdem müssen wir den Arbeitsmarkt<br />
weiter flexibilisieren und in absehbarer Zeit muss der Finanzminister<br />
mit den Arbeiten an der Unternehmenssteuerreform beginnen.
</p>
<p>
<b>Uli12: </b>Hallo Herr Schäuble. Wie bewerten<br />
Sie den Ausgang der Landtagswahlen am Sonntag?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> In Baden-Württemberg<br />
gut, in Sachsen-Anhalt auch gut, in Rheinland-Pfalz sind wir natürlich<br />
traurig. Aus der Sicht der Bundesregierung wird man allerdings sagen<br />
können, dass alle drei Landtagswahlergebnisse eher eine Bestätigung<br />
der Politik von Angela Merkel sind.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Auch wenn Rot und Schwarz hat in absoluten<br />
Zahlen verloren haben?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> In absoluten Zahlen haben<br />
alle verloren, weil die Wahlbeteiligung so traurig niedrig ist.<br />
Aber das hat wohl auch damit zu tun, dass weniger Streit, der von<br />
allen immer gefordert wird, im Ergebnis zu weniger Wahlbeteiligung<br />
führt.
</p>
<p>
<b>Lennox:</b> Sehr geehrter Herr Schäuble, verstehen<br />
Sie, warum es eine Opposition zur Einführung von Einbürgerungstests<br />
gibt? Sollte das nicht eines der normalsten Dinge sein?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Dass es unterschiedliche<br />
Auffassungen, also Opposition gibt, ist völlig normal. Dass<br />
man vor Erwerb der Staatsangehörigkeit etwas davon wissen sollte,<br />
was diese Staatsangehörigkeit ausmacht, scheint mir auch normal<br />
zu sein. Für viele Dinge müssen wir unsere Fähigkeiten<br />
nachweisen, warum nicht für den Erwerb der Staatsangehörigkeit.
</p>
<p>
<b>E-Woman:</b> Hallo Wolfgang, durch die Möglichkeit<br />
des Trainierens von Antworten ist der Einbürgerungstest doch<br />
wenig aussagekräftig. Wo wird da die Geisteshaltung geprüft?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Auch mit dem Trainieren<br />
von Antworten lernt der Bewerber etwas über unser Land. Und<br />
das ist der Sinn der Sache.
</p>
<p>
<b>S.Haber:</b> Können Sie mir zwei deutsche Mittelgebirge<br />
nennen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Den Harz und den Schwarzwald.
</p>
<p>
<b>pompardine:</b> Hallo Herr Schäuble! Ich halte<br />
die Einbürgerungstests ja an sich für eine gute Idee,<br />
aber wenn man sieht, dass nicht mal Deutsche, vor allem Schüler,<br />
diese Fragen zum größten Teil beantworten können,<br />
fange ich an zu zweifeln! Was denken Sie darüber?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Die Vorbereitung auf einen<br />
solchen Test führt dazu, dass man etwas lernt, was man bisher<br />
nicht weiß. Auf die Weise bekommt man Kenntnisse von unserem<br />
Land, die jemand, der hier geboren und aufgewachsen ist, so nicht<br />
nachzuweisen braucht.
</p>
<p>
<b>michael schäfer:</b> Ich komme aus Berlin und<br />
mich bewegt die mögliche Abschiebung der Familie Aydin. Die<br />
Familie lebt schon lange hier und ist gut integriert. Die 17-jährige<br />
Tochter Hayriye wurde letzte Woche sogar von Bundespräsident<br />
Horst Köhler für ihr soziales Engagement ausgezeichnet.<br />
Gibt es für diese Familie noch Hoffnung?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Zuständig für<br />
die Entscheidung ist das Land, nicht die Bundesregierung. Deswegen<br />
muss ich mich etwas zurückhalten. Das Problem liegt darin,<br />
dass die Eltern, soweit ich es verstanden habe, früher falsche<br />
Angaben gemacht haben. Ob man deshalb ein Kind, das hier lange aufgewachsen<br />
ist, abschieben muss, das ist genau das Problem.
</p>
<p>
<b>CDUwähler:</b> Wäre ein Bewerbungsgespräch,<br />
in dem entsprechende Fragen gestellt werden, nicht geeigneter um<br />
eine richtige Haltung gegenüber unseren Werten zu überprüfen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Das ist der Weg, den zurzeit<br />
Baden-Württemberg geht. Nun müssen die Länder ihre<br />
Erfahrungen austauschen, um zu einer gemeinsamen Position zu kommen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ist Deutschland nun eigentlich ein<br />
Einwanderungsland oder nicht?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble: </b>Ich kann mit dem Begriff<br />
nicht viel anfangen, weil unterschiedliches darunter verstanden<br />
wird. Natürlich findet ständig Einwanderung nach Deutschland<br />
statt. Aber klassische Einwanderungsländer sind solche, die<br />
sich die Menschen aussuchen, die zu ihnen kommen dürfen. Und<br />
das war bisher nicht die Situation in Deutschland.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch einmal zur niedrigen Wahlbeteiligung:
</p>
<p>
<b>Werner11:</b> Welche Ursachen hat diese Politikverdrossenheit?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ich weiß nicht,<br />
ob es Politikverdrossenheit ist. Man könnte ja auch unterstellen,<br />
die Leute seien mit den Verhältnissen so zufrieden, dass sie<br />
nicht einmal zur Wahl gehen wollen. Das ist dasselbe Problem, wie<br />
die Debatte über Streit oder Konsens. Auf der einen Seite sagen<br />
die meisten, die Parteien sollten nicht so viel streiten sondern<br />
mehr an einem Strang ziehen. Aber wenn sie dann in einer großen<br />
Koalition zusammenerarbeiten wird gesagt, mangels Alternativen sei<br />
es ja langweilig.
</p>
<p>
<b>Student-xy:</b> Guten Tag! Andere Staaten haben bereits<br />
Einbürgerungstests, in wie weit kann Deutschland auf die Erfahrung<br />
dieser für sich selber zurückgreifen beziehungsweise sich<br />
mit diesen Staaten austauschen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Wir tun das. Und in der<br />
Tat berufen sich die Befürworter von Tests auf die positiven<br />
Erfahrungen anderer Länder.
</p>
<p>
<b>Monne:</b> Oftmals verlassen Politiker die Diskussionsrunde,<br />
wenn Rechtsradikale anfangen zu reden. Wann gibt es endlich eine<br />
Offensive, in welcher dem Radikalismus inhaltlich die Argumente<br />
genommen werden und zwar spürbar in der ganzen Bundesrepublik?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble: </b>Ich finde, die Wahlergebnisse<br />
vom letzten Sonntag zeigen, dass wir in der Bekämpfung des<br />
Rechtsradikalismus erfolgreich sind. Entgegen manchen Befürchtungen<br />
sind sie überall klar an der 5 Prozent-Grenze gescheitert.<br />
Und das ist der beste Weg, Rechtsradikale zu bekämpfen: Dafür<br />
zu sorgen, dass sie keine Unterstützung in der Bevölkerung<br />
finden.
</p>
<p>
<b>Wenzel:</b> So bekämpfen wir sie auf der politischen<br />
Schiene, aber wie wollen sie rechtsradikale Jugendliche von ihrem<br />
falschen Weg abbringen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Durch Argumente, durch<br />
Vermittlung von politischen Inhalten, die nicht radikal sind und<br />
durch öffentliche Ächtung von Rechtsradikalismus.
</p>
<p>
<b>admiralitaet:</b> Welche Legitimation hat eine Landesregierung<br />
bei unter 50 Prozent Wahlbeteiligung?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Wahlen sind Wahlen. Wer<br />
nicht wählt, trifft auch eine Entscheidung &#8211; und akzeptiert,<br />
dass die Mehrheit der anderen verbindlich ist. Das ist das Grundgesetz<br />
der Demokratie. Im Übrigen müssen diejenigen, die nicht<br />
wählen, sich die Frage stellen, wie es mit ihrem Demokratieverständnis<br />
steht.
</p>
<p>
<b>TKS: </b>Hallo Herr Schäuble. Ich würde<br />
Sie gerne fragen, ob es nicht auch andere Möglichkeiten gibt,<br />
um zu &quot;messen&quot;, wie gut sich eine eingewanderte Person/Familie<br />
in unserer Gesellschaft integriert (hat)?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Natürlich gibt es<br />
viele Möglichkeiten. Bei vielen stellt sich die Frage gar nicht.<br />
Aber bei denjenigen, die eben nicht mit dem deutschstämmigen<br />
Teil der Bevölkerung kommunizieren ist es schon richtig, ein<br />
bisschen genauer danach zu schauen, ob sie denn überhaupt mit<br />
uns zusammen leben wollen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Was halten Sie vom Vorschlag Stoibers,<br />
sich am Modell USA zu orientieren, sprich: Interviews mit anschließenden<br />
Prüfungen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Das ist eine Möglichkeit,<br />
die sich ja nicht nur in den USA gut bewährt.
</p>
<p>
<b>B. Wunden:</b> Zur Einwanderung: Wäre es nicht<br />
besser, einen europäischen &quot;Verteilungsschlüssel&quot;<br />
einzuführen? Denn schließlich halten Italien und Spanien<br />
mit ihrer Arbeit illegale Einwanderer auch davon ab nach Deutschland<br />
zu kommen.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Es gibt eben Menschen,<br />
die möchten nach Finnland und nicht nach Portugal. Und deswegen<br />
wird es mit einem europäischen Einwanderungsschlüssel<br />
nicht ganz einfach sein. Aber diejenigen, die aus Verfolgung Zuflucht<br />
suchen, die könnten schon solidarisch in Europa verteilt werden.<br />
So wie wir das auch in Deutschland zwischen den Bundesländern<br />
machen.
</p>
<p>
<b>jsmo: </b>Wie stellen sie sich den Bevölkerungsschutz<br />
in 5-10 Jahren vor?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Das ist eine etwas umfassende<br />
Frage, denn die Bedrohungen &#8211; sei es durch Naturkatastrophen, sei<br />
es durch neue Epidemien oder auch durch den internationalen Terrorismus<br />
&#8211; sind ungeheuer vielfältig. In einer Zeit, in der sich durch<br />
die wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen alle Verhältnisse<br />
rasend schnell ändern, müssen wir immer daran arbeiten,<br />
optimalen Schutz auch gegen neue Bedrohungen zu gewährleisten.<br />
Aber konkret kann man das für die nächsten zehn Jahre<br />
nicht vorhersagen, weil letzten Endes die Zukunft immer ungewiss<br />
ist.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Zwei Fragen mit ähnlichem Tenor:
</p>
<p>
<b>Heitmann: </b>Herr Schäuble, muss ich bei einem<br />
Bundeswehreinsatz zur Fußball-WM etwa an schwer bewaffneten<br />
Soldaten vorbei ins Stadion gehen?
</p>
<p>
<b>PeterPan: </b>Wird die Bundeswehr während der<br />
WM im Inland eingesetzt werden? Ist das wirklich nötig?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Kein Mensch hat je daran<br />
gedacht, die Fußballstadien durch die Bundeswehr zu schützen.<br />
Worum es geht ist, dass die Bundeswehr bestimmte Fähigkeiten,<br />
die nur sie hat, etwa im ABC-Schutz, für den Notfall bereit<br />
hält und zur Verfügung stellt. Darüber hinaus könnte<br />
die Bundeswehr die Polizei an anderer Stelle soweit entlasten, dass<br />
wir notfalls mehr Polizisten für den Schutz der Stadien aber<br />
auch der öffentlichen Plätze, an denen Fernsehübertragungen<br />
stattfinden, zur Verfügung haben.
</p>
<p>
<b>Zweiniger: </b>Wie kann eine ohnehin schon unterdurchschnittlich<br />
finanzierte, nicht polizeilich ausgebildete Bundeswehr während<br />
der Fußballweltmeisterschaft die Polizeiorgane sinnvoll unterstützen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Auf dem Balkan tut sie<br />
das auch, und in Afghanistan ebenso. Warum soll sie das nicht auch<br />
in Deutschland können?
</p>
<p>
<b>Sonne:</b> Wie sicher ist die Fußball-WM, vor<br />
allem das Public Viewing? Was passiert, wenn dort jemand eine Bombe<br />
zündet?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Nach menschlichem Ermessen<br />
ist die Fußball-WM gut geschützt. Aber die Herausforderung<br />
ist angesichts der vielen Public-Viewing Veranstaltungen riesengroß.<br />
Wir müssen alles tun, um zu verhindern, dass eine Bombe gezündet<br />
wird. Aber hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht.
</p>
<p>
<b>FLo7: </b>Wie sehen Sie derzeit das Problem der Rechtsradikalität<br />
im Fußball?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Nicht besonders. Schließlich<br />
sind im Fußball so viele Stars aus anderen Kontinenten &#8211; auch<br />
in der Bundesliga &#8211; eingesetzt. So dass die Gefahr von Nationalismus<br />
und Rassismus nicht groß sein kann.
</p>
<p>
<b>syrakuse: Thema Fußball-WM:</b> Wie steht es<br />
um die IT-technische Ausstattung der Polizeien in Bund und Ländern?<br />
Datenaustausch gewährleistet? Insbesondere bei Einsatz an &quot;offenen&quot;<br />
Versammlungsplätzen (Big Screens)?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble: </b>Die Polizeien von Bund<br />
und Ländern sind fortlaufend dabei, ihre technischen Ausstattungen<br />
weiter zu entwickeln. Angesichts der rasanten Entwicklung in der<br />
Informationstechnologie ist man da nie am Ende. Aber für die<br />
Fußball-WM sind wir gut vorbereitet.
</p>
<p>
<b>jsmo: </b>Wenn Bundeswehr zur WM eingesetzt werden<br />
soll, so heißt das, dass die Möglichkeiten und Strukturen<br />
des Schutzes der Bevölkerung in ihrer aktuellen Form nicht<br />
ausreichen &#8211; trifft dies zu und wie soll hier Abhilfe geschaffen<br />
werden?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Die Bundeswehr wird nur<br />
das tun, was sie nach dem Grundgesetz darf. Aber das wird sie auch<br />
tun. Da die Fußball-WM Sicherheitsherausforderungen in einer<br />
bisher nicht gekannten Größenordnung stellt &#8211; insbesondere<br />
beim Public Viewing &#8211; ist es ja nur vernünftig, dass alle Verantwortlichen<br />
sich bemühen, das menschenmögliche an Vorkehrungen zu<br />
leisten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Im Zusammenhang mit der Diskussion<br />
um den Einsatz der Bundeswehr bei der WM war oft davon die Rede,<br />
worauf Sie angeblich hinaus wollen: Es war die Rede vom „amerikanischen<br />
Modell“ oder von der Bundeswehr als „stiller Reserve<br />
der Polizei“. Trifft das zu?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Die Aufgaben von Polizei<br />
und Bundeswehr sind unterschiedlich. Das bleibt auch in der Zukunft<br />
so. Aber die Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit<br />
sind durch die Entwicklungen in der globalisierten Welt sehr fließend<br />
geworden. War der elfte September 2001 ein Fall der inneren oder<br />
der äußeren Sicherheit? Die UNO hat ihn jedenfalls als<br />
&quot;kriegerischen Akt&quot; gemäß der Charta der Vereinten<br />
Nationen gewertet.
</p>
<p>
<b>Finity: </b>Sind Sie der Meinung, man sollte die Bundeswehr<br />
auch nach der WM in Bereichen der inneren Sicherheit einsetzen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> In dem Sinne, dass die<br />
Bundeswehr dort tätig sein muss. Wo die Möglichkeiten<br />
der Polizei erschöpft sind, halte ich es für richtig,<br />
dafür die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen.
</p>
<p>
<b>pompardine:</b> Wie sicher ist das Verfahren zur Einstellung<br />
der Sicherheitskräfte zur WM hinsichtlich der Herausfiltrierung<br />
von Rechtsradikalen und Hooligans ohne bekannte Vorbestrafung?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Auf bitten des Organisationskomitees<br />
werden diejenigen, die im Stadionbereich tätig sind, anhand<br />
vorhandener Karteien überprüft. Aber wer bisher nicht<br />
auffällig geworden ist, kann dabei auch nicht erkannt werden.
</p>
<p>
<b>Levent: </b>Herr Schäuble, glauben Sie nicht,<br />
dass ein Militäraufgebot zur WM in Deutschland, ein &quot;falsches&quot;<br />
Bild der Deutschen vermittelt?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Nein. Es gibt kein Land,<br />
in dem der Einsatz der Armee im Inneren so begrenzt ist wie in Deutschland.<br />
Wenn wir also tun, was alle anderen machen, schaffen wir kein falsches<br />
Bild.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei ähnliche Fragen:
</p>
<p>
<b>UKvsD:</b> Warum wird nicht endlich in Deutschland<br />
eine Berufsarmee eingeführt? Brauchen wir den ganzen Block<br />
von Pflichtdienst und alternativem Zivildienst? Mit einer Berufsarme<br />
würden doch ganz andere Qualitätsmaßstäbe freigesetzt.
</p>
<p>
<b>Browser:</b> Warum gibt es nicht die Berufsarmee?<br />
Ist das bisherige System nicht längst überholt angesichts<br />
neuer Herausforderungen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Im internationalen Vergleich<br />
kann sich die Bundeswehr mit der Mischung aus Berufs- und Zeitsoldaten<br />
und Wehrpflichtigen durchaus sehen lassen. Durch die Wehrpflicht<br />
finden viele überdurchschnittlich qualifizierte Bewerber auch<br />
den Weg in die Laufbahn des Berufs- oder Zeitsoldaten. Im Übrigen<br />
ist durch die Wehrpflicht die Armee in unserer demokratisch verfassten<br />
Gesellschaft gut verankert.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zu den Unruhen in Frankreich:
</p>
<p>
<b>Regierungsinspektor:</b> Welche Maßnahmen können<br />
wir in Deutschland ergreifen, damit solche brenzligen Situation<br />
in Bezug auf die Jugendlichen nicht auch bei uns vorkommen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ich glaube die Situation<br />
in Deutschland ist mit der Lage in den französischen Banlieus<br />
nicht zu vergleichen. Aber auch wir werden alles tun müssen,<br />
um die Menschen ausländischer Abstammung möglichst gut<br />
zu integrieren. Was die aktuellen Auseinandersetzungen um die französische<br />
KündigungsschutzGesetzgebung angeht, sehe ich keine Parallelen<br />
zu Deutschland. Im Übrigen haben wir ja die Möglichkeit<br />
von zweijährigen Probezeiten, was Frankreich jetzt einführen<br />
möchte.
</p>
<p>
<b>gengenbach:</b> Überwachungskameras schützen<br />
nicht vor Verbrechen! Dass haben wir ja jetzt bei der Überwachung<br />
der Kanzlerwohnung gesehen. Wie stehen sie dazu?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ich habe bisher nicht<br />
gehört, dass in der Kanzlerwohnung ein Verbrechen verübt<br />
worden sei. Im Übrigen haben Videokameras manchmal schon eine<br />
abschreckende Wirkung. Vermutlich wäre etwa die Zahl der Ladendiebstähle<br />
durchaus größer, wenn es keine Videoüberwachung<br />
gäbe.
</p>
<p>
<b>nk: </b>Wie schätzen Sie die Diskussion über<br />
die Abgeordnetengehälter ein? Kollege Merz hat sich ja ausdrücklich<br />
dagegen ausgesprochen.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Friedrich Merz wehrt sich<br />
dagegen, dass Abgeordnete andere Einkünfte offen legen sollen.<br />
Darüber wird das Verfassungsgericht entscheiden müssen.
</p>
<p>
<b>alleswasrechtist: </b>Wie sieht die Zukunft des Beamtentums<br />
aus?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Wir werden auch in Zukunft<br />
für die Erfüllung hoheitlicher Aufgaben ein leistungsfähiges<br />
Beamtentum brauchen, mit dem wir in der Vergangenheit gut gefahren<br />
sind. Das schließt eine Modernisierung, die im Übrigen<br />
auch immer stattgefunden hat, natürlich nicht aus.
</p>
<p>
<b>nele:</b> Herr Schäuble, ist Bürokratieabbau<br />
für Bürger und Verwaltung noch Ihr Thema?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ja, für die Bürger<br />
schon deswegen, weil sie sich über zuviel Bürokratie zu<br />
recht ärgern. Und deshalb bemühen wir uns auch in der<br />
Verwaltung, möglichst viel Bürokratie abzubauen.
</p>
<p>
<b>Fewnaf: </b>Rente: Wie viel Sinn macht private Vorsorge?<br />
Wenn jemand als Vorsorge fürs Alter ein Haus kauft, kann es<br />
ihm wieder weggenommen werden, wenn er arbeitslos wird. Finden Sie<br />
einen solchen Eingriff des Staates rechtens? Betriebswirtschaftlich/bürokratisch<br />
ist eine solche Maßnahme auf jeden Fall unsinnig, da der Staat<br />
das Haus zwar einkassiert, aber dem arbeitslosen Vorbesitzer Miete<br />
zahlen muss (evtl. sogar für ein anderes Haus).
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ich denke, dass das Prinzip<br />
richtig ist, dass die Gemeinschaft der Steuerzahler einem Menschen<br />
nur dann hilft, wenn er selbst nicht in der Lage ist, sich zu helfen.<br />
Deswegen ist private Vorsorge für das Alter durchaus richtig.<br />
Denn es geht ja darum, die gesetzliche Rente zu ergänzen und<br />
dabei wird dann Erspartes nicht angerechnet.
</p>
<p>
<b>sebastian80:</b> Sie wissen, dass das Renten- und<br />
das Krankenversicherungssystem in Deutschland definitiv kollabieren<br />
werden. Die &quot;Korrekturen&quot;, die momentan geplant sind,<br />
verzögern den Zusammenbruch nur. Warum handelt die Politik<br />
seit über 30 Jahren nicht entsprechend? Was kann getan werden,<br />
um die Politik in Deutschland handlungsfähiger und -williger<br />
zu gestalten?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Politik handelt fortlaufend,<br />
um unsere gesetzlichen Sicherungssysteme an die demografische Entwicklung<br />
anzupassen. Das ist das eigentliche Problem, dass der Anteil älterer<br />
Menschen &#8211; vor allem auch durch steigende Lebenserwartung &#8211; größer<br />
und der Anteil jüngerer kleiner wird. Gegen diese Veränderung<br />
beziehungsweise die sich daraus ergebenden Konsequenzen gibt es<br />
in der Öffentlichkeit viel Widerstand, weshalb mutige Reformkonzepte<br />
oft vom Wähler nicht belohnt werden. Wenn man entschlossenere<br />
Reformen will, muss man sich mit den politischen Debatten und bei<br />
den Wahlen dafür entsprechend engagieren. Einen anderen Weg<br />
gibt es in der Demokratie nicht.
</p>
<p>
<b>Florian Bott:</b> Noch eine Frage zum Gesundheitssystem:<br />
Welche Reaktion würde die Bundesregierung zeigen, wenn die<br />
Mehrheit der deutschen Ärzte ihre Kassenzulassung zurückgeben<br />
wird, falls den Ärzte-Streik-Forderungen nicht nachgegeben<br />
würde?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ich denke, es wir immer<br />
genügend Ärzte geben, die bereit sind, kranken Menschen<br />
zu helfen. Man sollte im Übrigen die Probleme von Ärzten<br />
immer auch ein wenig vergleichen mit den Nöten von Menschen,<br />
die keinen Arbeitsplatz haben.
</p>
<p>
<b>Don_Mulli:</b> Lieber Herr Schäuble, der Spiegel<br />
berichtete kürzlich über die von der damaligen Bundesregierung<br />
zurückgewiesene Überführung des so genannten &quot;Bremer<br />
Taliban&quot; aus Guantanamo. Kann ich mir sicher sein, dass unter<br />
Ihrer Führung die Geheimdienste und das Innenministerium anders<br />
entschieden hätten?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Wir haben uns für<br />
die Freilassung von Herrn Kuraz eingesetzt und auch erklärt,<br />
dass er nach Deutschland zurückkehren kann, obwohl er nicht<br />
die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Ich denke, dass das<br />
bald der Fall sein wird.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Was heiß bald?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Das kann ich so genau<br />
jetzt nicht sagen. Aber die Bundeskanzlerin hat ja auf ihre Bitte<br />
nach Freilassung eine positive Reaktion der amerikanischen Seite<br />
erfahren.
</p>
<p>
<b>Marcel_Goette:</b> Sehr geehrter Herr Dr. Schäuble,<br />
es gibt Diskussionen, nach denen die Legislaturperiode des Bundestags<br />
auf fünf oder mehr Jahre verlängert werden soll. Halten<br />
Sie dies für richtig?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ich persönlich finde<br />
vier Jahre ausreichend, aber fünf Jahre ist auch okay. Von<br />
einer längeren Zeitspanne habe ich nicht gehört.
</p>
<p>
<b>olivares:</b> Werden während der WM Mannschaftsquartiere<br />
wie USA, Iran, Saudi-Arabien besonders geschützt?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Alle Mannschaftsquartiere<br />
werden besonders geschützt. Und natürlich gibt es besonders<br />
gefährdete Mannschaften, zu denen die von Ihnen genannten gehören.<br />
Auf diese wird dann besonders aufgepasst, hoffentlich.
</p>
<p>
<b>Helmuth Bohl:</b> Sehr geehrter Herr Dr. Schäuble,<br />
wird es in Deutschland je eine Vereinfachung des Steuersystems geben?<br />
Können Sie eine Schätzung in Jahrzehnten abgeben, bis<br />
wann damit gerechnet werden kann?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ich hoffe noch in diesem<br />
Jahrzehnt.
</p>
<p>
<b>Debattant:</b> Sehr geehrter Herr Bundesminister Dr.<br />
Schäuble. Seit der Ablehnung der EU-Verfassung bei den Referenden<br />
in Frankreich und den Niederlanden steckt Europa in der Krise. Welche<br />
Perspektive hat der europäische Integrationsprozess? Sollte<br />
Ihre Idee eines Kerneuropas wiederbelebt werden?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Das kann sein, dass es<br />
dazu kommt. Ich denke, wir müssen uns nach der Einführung<br />
der europäischen Währung in den nächsten Jahren vor<br />
allem darauf konzentrieren, in der Außen- und Sicherheitspolitik<br />
neue europäische Gemeinsamkeit zu entwickeln. Wenn die Menschen<br />
in Europa begreifen, dass europäische Einigung für unser<br />
aller Sicherheit notwendig ist, werden wir auch wieder mehr Zustimmung<br />
für das europäische Projekt bekommen und so die gegenwärtige<br />
Krise überwinden können. Das wird allerdings auch notwendig<br />
sein, dass sich die europäische Ebene nicht in alle Bereiche<br />
einmischt. Vermutlich, werden auf diesem Weg einige europäische<br />
Länder voran gehen in der Hoffnung, dass die anderen später<br />
nachfolgen. Das kann man dann, wenn man will, als Kerneuropa bezeichnen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum möglichen Kongo-Einsatz:
</p>
<p>
<b>JFK:</b> Die Bundesrepublik steht finanziell sehr<br />
schlecht da. Warum müssen ausgerechnet wir den größten<br />
Teil der Soldaten stellen? Wer trägt die Kosten? Kann nicht<br />
die Weltpolizei Großbritannien sich auch beteiligen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Das ist ein gemeinsamer<br />
europäischer Einsatz, bei dem wir keinen größeren<br />
Anteil tragen, als unserem Verhältnis in Europa entspricht.<br />
Die Briten machen übrigens in Afghanistan sehr viel mehr als<br />
wir.
</p>
<p>
<b>Regierungsinspektor:</b> Energiepolitik: Wir streben<br />
in Europa eine gemeinsame Energiepolitik an, wie sieht dann der<br />
faktische Verzicht von Atomstrom aus?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ich halte davon wenig.<br />
Weil ja die anderen Länder überall auf der Welt nicht<br />
auf die friedliche Nutzung der Kernenergie verzichten wollen. Insofern<br />
ist ein nationaler Alleingang immer problematisch. Aber in der Frage<br />
haben die beiden Partner der großen Koalition unterschiedliche<br />
Vorstellungen.
</p>
<p>
<b>UN-Beobachter:</b> Kann die EU langfristig ein Instrument<br />
der kollektiven Sicherheit darstellen, das der NATO Aufgaben abnehmen<br />
kann (auch operativ)? Eigentlich sollte die NATO als Verteidigungsbündnis<br />
keine Krisenbewältigung durchführen. Ist das eine Lücke<br />
für die EU?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Die EU kann teilweise<br />
Aufgaben wahrnehmen, die sonst auch die NATO machen könnte.<br />
Auf dem Balkan tut sie das schon. Aber auch die NATO werden wir<br />
zur Krisenbewältigung brauchen, weil in der NATO Europäer<br />
und Amerikaner zusammengeschlossen sind. Mit dem Ende des Kalten<br />
Kriegs haben sich die Bedrohungslage und damit auch die Einsatznotwendigkeiten<br />
für die NATO grundlegend verändert.
</p>
<p>
<b>s:</b> Herr Schäuble, WM, Kongo, Afghanistan,<br />
Balkan: Stößt die Bundeswehr nicht langsam an ihre Grenzen?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Die Bundeswehr ist durch<br />
die vielen Einsätze stark belastet. Aber beispielsweise in<br />
Kongo ist nur ein kleines Kontingent vorgesehen, von nur vier Monaten.
</p>
<p>
<b>Horace T. West:</b> Laut „Spiegel“ hat<br />
die Bundesrepublik im Korruptionsranking weiter an Boden verloren.<br />
Welche Maßnahmen gedenkt der Innenminister zu ergreifen, um<br />
der Korruption in unserem Land Einhalt zu gebieten? Abgesehen davon,<br />
dass es oft bei uns als Kavaliersdelikt angesehen wird, ist ja wohl<br />
das wichtigste Problem, dass man hierzulande nicht mit allzu intensiver<br />
Strafverfolgung rechnen muss.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Die Strafverfolgungsbehörden<br />
der Länder, die dafür zuständig sind, verfolgen Korruption<br />
mit großem Nachdruck und wachsendem Erfolg. Wir haben die<br />
Gesetze zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität allgemein<br />
verstärkt und das ist auch nicht ohne Wirkung geblieben.
</p>
<p>
<b>Browser:</b> Herr Schäuble, wie unterstützt<br />
die deutsche Bundesregierung die Opposition in Weißrussland?<br />
Welche Maßnahmen sind ihrer Meinung nach nötig, um ein<br />
auf den Menschenrechten basierendes System zu forcieren?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Die europäische Union<br />
hat ja Sanktionen gegen Weißrussland, wegen der Wahlmanipulation<br />
und der Unterdrückung der Opposition, beschlossen. Daran beteiligt<br />
sich die Bundesrepublik Deutschland. Und es ist auch richtig, dass<br />
wir solche Maßnahmen nicht im nationalen Alleingang, sondern<br />
im europäischen Verbund treffen.
</p>
<p>
<b>JFK:</b> Glauben Sie, unsere Mannschaft wird Weltmeister?
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Als Fußballfan hofft<br />
man immer auf den Erfolg der eigenen Mannschaft. Wunder gibt es<br />
immer wieder und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren 60 Minuten tagesschau-Chat.<br />
Viele interessante Fragen sind eingegangen, die wir leider nicht<br />
alle berücksichtigen konnten. Dennoch vielen Dank an alle,<br />
die mitgemacht haben. Besonderen Dank auch an Sie, Herr Schäuble,<br />
dass Sie heute Zeit für unsere User hatten. Nächster Gast<br />
bei uns ist Konrad Schily. Er ist MdB der FDP und wird am Donnerstag,<br />
den 6. April zum tagesschau-Chat ins ARD-Hauptstadtstudio kommen.<br />
Beginnen werden wir pünktlich um 13 Uhr.
</p>
<p>
<b>Wolfgang Schäuble:</b> Ich bedanke mich für<br />
das Interesse und für viele interessante Fragen. Jedenfalls<br />
ist es besser zu diskutieren, als nicht zur Wahl zu gehen.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Ein bundeseinheitlicher Einbürgerungstest ist sinnvoll&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jbergmeister]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Mar 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Föderalismusreform]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Harry Carstensen]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Ausländerpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Einbürgerungstest]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b>Am Dienstag, den 21. März 2006, war 
Peter Harry Carstensen</b><b><span style="font-size: x-small">,</span></b><b> 
Ministerpräsident von Schleswig-Holstein</b><b>, 
zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de.</span> 
Er beantwortete Fragen zum hessischen Einbürgerungstest, zur 
Föderalismusreform, zu den anstehenden Landtagswahlen und zu 
Studiengebühren und Bildungspolitik.</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b>Am Dienstag, den 21. März 2006, war<br />
Peter Harry Carstensen</b><b><span style="font-size: x-small">,</span></b><b><br />
Ministerpräsident von Schleswig-Holstein</b><b>,<br />
zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de.</span><br />
Er beantwortete Fragen zum hessischen Einbürgerungstest, zur<br />
Föderalismusreform, zu den anstehenden Landtagswahlen und zu<br />
Studiengebühren und Bildungspolitik.</b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<span class="fett"><span class="fett"><span class="fett"><b>Moderator</b></span></span></span>:<br />
Verehrte Politik-Interessierte, herzlich willkommen zum tagesschau-Chat.<br />
Heute stellt sich Peter Harry Carstensen, Ministerpräsident<br />
von Schleswig-Holstein, Ihren Fragen. Sie können Ihre Fragen<br />
jederzeit stellen, wir sammeln und schauen, wie viele wir schaffen.<br />
Peter Harry Carstensen chattet aus Kiel. Einen guten Tag, Herr Ministerpräsident<br />
nach Kiel und die Frage: Können wir beginnen?
</p>
<p class="normal">
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Moin, natürlich<br />
können wir beginnen! Freue mich auf den Chat. Hier war bis<br />
eben gutes Wetter, jetzt fängt es an zu schneien. Ich hoffe,<br />
dass es woanders gut bleibt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das Schöne am Chat: alles wetterunabhängig,<br />
Hauptsache die Strommasten bleiben stehen: beginnen wir damit:
</p>
<p>
<b>isi: </b>Ist ein Fragebogen auf hohem Niveau als Einbürgerungstest<br />
wirklich sinnvoll?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen: </b>Es ist schon notwendig,<br />
dass eine Einbürgerung etwas schwieriger sein wird, als Mitglied<br />
eines Vereins zu sein und ich bin schon dafür, dass es richtig<br />
ist, auch Hürden aufzubauen, um deutlich zu machen, dass man<br />
wirklich den Schritt auch überlegt. Deutsch zu werden heißt,<br />
Teil einer Gesellschaft zu werden, die besondere Werte und Traditionen<br />
hat und pflegt. Es muss auch deutlich gemacht werden, dass man das<br />
will. Ob es nun richtig ist, dass dies ein Test mit 100 Fragen ist,<br />
das kann und sollte man diskutieren.
</p>
<p>
<b>Hansi88:</b> Ich finde, dass Einbürgerungstests<br />
doch nur dann helfen, wenn unsere Politiker selbst diesen Fragen<br />
gewachsen sind?
</p>
<p>
<b>m.d.: </b>Herr Carstensen, können Sie alle Fragen<br />
des hessischen Einbürgerungstests aus dem Stegreif beantworten?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Aus dem Stegreif könnte<br />
ich sie nicht beantworten, aber mit etwas Vorbereitung bekomme ich<br />
das hin. Es geht aber nicht darum, dass man das aus dem Stegreif<br />
beantworten kann, sondern dass man sich mit der Kultur, mit der<br />
Geschichte, mit der Politik des Landes beschäftigt und das<br />
kann man in der Vorbereitung auch tun.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Zweimal zum gleichen Thema:
</p>
<p>
<b>Thommy:</b> Meiner Meinung nach ist der Einbürgerungstest<br />
ja sehr sinnvoll. Aber was bringt der gleiche noch, wenn man eh<br />
schon alles Fragen zuhause vorbereiten kann? Stellt das nicht direkt<br />
den gesamten Sinn dieses Tests in Frage?
</p>
<p>
<b>Minas: </b>Glauben Sie wirklich an den Sinn von Einwanderungstest<br />
in der Form dieses Fragenkatalogs, wenn man bedenkt, dass man schlichtweg<br />
100 Antworten auswendig zu lernen braucht? Wäre die Möglichkeit<br />
individueller Entscheidung (&#8216;Auswahlgespräche&#8217;) nicht besser<br />
als Grundlage?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Also erst einmal habe<br />
ich gesagt, dass man sich bei der Vorbereitung auch mit der Kultur<br />
und der Geschichte eines Landes beschäftigt. Das ist ja auch<br />
Sinn des Tests, dass man sich nicht so einfach anmelden kann wie<br />
bei einem Verein. Aber über das Verfahren sollte sicherlich<br />
noch mal gesprochen und diskutiert werden.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Kommentar von:
</p>
<p>
mulfi: Ich lebe in Kanada und erlebe tagtäglich Einwanderung<br />
in seiner buntesten Form. Deutschland kann sich meiner Meinung nach<br />
endlich mal erlauben, auch die eigenen Wünsche auszudrücken<br />
und durchaus kontrollieren, wen sie ins Land lassen. Ich finde den<br />
Einbürgerungstest absolut in Ordnung.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> und Frage von:
</p>
<p>
<b>Eberhard:</b> Ist es nicht sinnvoller, Sprachkenntnisse<br />
abzufragen?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Das ist eine Voraussetzung.<br />
Es ist nicht so, dass man an der Grenze stehen kann und sagen kann,<br />
ich will Deutscher werden. Schon heute gibt es Voraussetzungen,<br />
nämlich: acht Jahre Aufenthalt, selbst für das Einkommen<br />
sorgen zu können, die Sprache zu beherrschen. Also, es ist<br />
jetzt auch nicht von heute auf morgen möglich, die deutsche<br />
Staatsbürgerschaft anzunehmen und das ist auch gut so. Im Übrigen<br />
stimme ich dem zu, was Mulfi gesagt hat: Wer Deutscher werden will,<br />
hat auch gewissen Ansprüchen zu entsprechen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Und noch mal im Doppelpack:
</p>
<p>
<b>Peter: </b>Ich denke, die Tests sind in Ordnung, die<br />
Auswahl der Fragen aber unglücklich. Völlig unverständlich<br />
bleibt aber, warum jedes Bundesland seinen eigenen Katalog aufstellt.<br />
Hier zeigt sich doch nur wieder, wie verwaltungsintensiv der Föderalismus<br />
ist, oder?
</p>
<p>
<b>Schneemann:</b> Sollte so ein Fragebogen nicht Aufgabe<br />
der Bundesregierung sein? Wieso bearbeiten einzelne Länder<br />
dieses Thema?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Im Moment wird das Thema<br />
von einzelnen Ländern aufgegriffen. Es ist aber sinnvoll, dort<br />
ein gemeinsames, abgestimmtes Verfahren zu finden. Es wäre<br />
ja unsinnig, die Staatsbürgerschaft in Rheinland-Pfalz zu beantragen,<br />
weil es dort vielleicht einfacher wäre um dann anschließend<br />
nur über den Rhein zu gehen und in Hessen zu wohnen. Das kann<br />
es ja wohl nicht sein.
</p>
<p>
<b>Janosch:</b> Als zusätzliche Hürde vor der<br />
Einwanderung finde ich den Test nicht schlecht. Wie viel Fragen<br />
in Prozent sollte man denn als Einbürgerungskandidat Ihrer<br />
Meinung nach richtig haben?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Jetzt muss ich den Test<br />
wohl selbst noch mal machen, damit ich selbst weiß, was ich<br />
als Deutscher jetzt schon beantworten kann. Ich habe ja gesagt,<br />
dass man über den Test, über die Art eines Tests sicher<br />
noch einmal diskutieren muss.
</p>
<p>
<b>Lucas: </b>Der beste Zugang zu einer Gesellschaft<br />
ist doch die Sprache. Mir erscheint es so, als wolle die Politik<br />
mit dem Wissenstest den Zugang zur deutschen Staatsbürgerschaft<br />
erschweren. Wer durchfällt ist dann selber Schuld und die Politik<br />
ist fein raus, da sie kein weiteres Geld für Integration und<br />
Deutschunterricht aufwenden muss.
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Das ist nicht der Fall.<br />
Wir werden in Schleswig-Holstein schon im Kindergarten Sprachtests<br />
einführen. Sprache hat etwas mit Integration zu tun. Aber Integration<br />
ist ein Weg, eine Sache von zwei Seiten. Man muss zulassen, dass<br />
integriert wird, man muss helfen, dass integriert werden kann und<br />
man muss Integration auch wollen. Wer nicht Deutsch spricht und<br />
nicht Deutsch sprechen will, zeigt, dass er sich auch nicht integrieren<br />
will.
</p>
<p>
<b>mulfi: </b>In Kanada gibt es Provinzen, wo es einfacher<br />
ist, einzuwandern. Das liegt aber an der wirtschaftlichen Lage der<br />
einzelnen Provinzen. Man versucht in einwohnerschwachen Regionen,<br />
eher zu unterstützen, so dass nicht alle Neuankömmlinge<br />
nach Toronto oder Vancouver gehen. Könnten Sie sich das nicht<br />
auch für Deutschland vorstellen?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen: </b>Das Grundgesetz sieht<br />
eine Freizügigkeit für jeden Deutschen vor. Wer Deutscher<br />
geworden ist, hat das Recht auf diese Freizügigkeit und das<br />
ist auch gut so. Wenn ich richtig informiert bin, ist Kanada etwas<br />
größer als Deutschland. Hier ist das keine Lösung.
</p>
<p>
<b>OW: </b>Schauen wir uns mal zwei Szenarien an. Zum<br />
einen ein &#8216;reicher&#8217; Einwanderer, der in das Land investieren möchte<br />
und zum anderen ein &#8216;Otto-Normal&#8217; Einwanderer, der sich hier eine<br />
Existenz aufbauen will. Könnte es dort Unterschiede geben?<br />
Wie stehen Sie dazu?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> In Kanada sind die Investitionen, die<br />
der Einwanderer mitbringt, wohl von Bedeutung. Oder es war so.
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen: </b>Nein, da gibt es überhaupt<br />
keine Unterscheide, weil es hier nicht um Einwanderung geht, sondern<br />
um den Erwerb der Staatsbürgerschaft, die &#8211; wie schon erwähnt<br />
&#8211; auch an andere Voraussetzungen gebunden ist, wie einen achtjährigen<br />
Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Gut, vielleicht steht die Einbürgerung<br />
am Ende einer Einwanderung. Aber steht dieses Thema Fragenkatalog<br />
nicht genau für den Umgang mit der Einwanderung?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Nein, das glaube ich nicht.<br />
Hier geht es darum, denjenigen, die hier schon lange leben auch<br />
die Möglichkeit zu geben, auch die deutsche Staatsbürgerschaft<br />
zu erwerben.
</p>
<p>
<b>Porthos: </b>Was ist mit den ausländischen Jugendlichen/Kindern,<br />
wenn die Eltern sich entschließen, die deutsche Staatsbürgerschaft<br />
anzunehmen? Müssen diese dann auch einen Test machen?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Das ist eine schwierige<br />
Frage. Hat sicherlich etwas mit dem Alter zu tun und ob sie hier<br />
zur Schule gehen und unsere Kultur, Wirtschaft und Politik im Unterricht<br />
kennen lernen.
</p>
<p>
<b>krawallier:</b> Wieso muss sie noch erschwert werden,<br />
wenn es sowieso keinen &#8216;Run&#8217; auf die deutsche Staatsbürgerschaft<br />
gibt?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Das hat nichts mit &quot;run&quot;<br />
oder Nachfrage zu tun, sondern mit einem Selbstverständnis<br />
und Selbstbewusstsein der deutschen Nationalität zu tun.
</p>
<p>
<b>Chris1: </b>Welche Probleme hat es denn bisher gegeben,<br />
so dass plötzlich die Einführung von Einbürgerungstests<br />
erwogen wird?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Es geht um Integration.<br />
Und Integration insbesondere dann, wenn auch noch die deutsche Staatsbürgerschaft<br />
angestrebt werden soll. Dann sind Voraussetzungen zu erfüllen.<br />
Und diese Voraussetzungen haben zu tun mit der deutschen Sprache<br />
und der Gesellschaft in die jemand reingehen will. Ich will deutlich<br />
machen, dass es hier nicht um einen Vereinsbeitritt geht, sondern<br />
hier werden Rechte und Pflichten, die sich aus unserem Grundgesetz<br />
ergeben, übernommen.
</p>
<p>
<b>Frühling:</b> Wie sehr kann die Demographie bei<br />
der Diskussion eine Rolle spielen? Es werden immer mehr Kinder geboren.<br />
Wäre da nicht die Alternative ausländischen Bürgern<br />
die Staatsbürgerschaft zu erleichtern, um sie an Deutschland<br />
zu binden?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Leider werden immer weniger<br />
Kinder geboren. Aber ich glaube, das Problem wird noch nicht so<br />
richtig erkannt. Es geht nicht um ein Erschweren oder Erleichtern,<br />
sondern es geht um eine Einbürgerung, um eine Staatsbürgerschaft,<br />
um ein Identifizieren mit dieser Gesellschaft und mit diesem Staat.<br />
Und ich bin doch der Meinung, dass dieses auch abgeprüft werden<br />
muss.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eindeutige Gegenposition von:
</p>
<p>
<b>Hakki Cavus:</b> Der Test hat nichts mit Sprache zu<br />
tun, vielmehr ist enthält es Elemente einer Aufdoktrinierung<br />
einer Gesinnung. Wo bleibt die ach so propagierte Meinungsfreiheit,<br />
die insbesondere bei den Verunglimpfungen eines religiösen<br />
Wertes so sehr gepriesen wurde?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Dann habe ich einen anderen<br />
Test gelesen. Diese Meinung kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.<br />
Ich bin im Übrigen der Meinung, dass wir auch in Deutschland<br />
andere Probleme haben und staune so über den Stellenwert dieser<br />
Diskussion. Ich gehe davon aus, dass in der nächsten Woche<br />
die Diskussion auf einer ganz anderen Basis geführt werden<br />
kann.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Aus welchem Grund? Weil die Landtagswahlen<br />
dann vorbei sind?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Sicherlich auch.
</p>
<p>
<b>Lilith und Kain:</b> Herr Carstensen, warum ist das<br />
Thema &#8216;Der Ausländer&#8217; für die CDU vor Wahlen so interessant?
</p>
<p>
<b>angie: </b>Was sagen Sie zu dem Vorwurf, dass Sie<br />
mit Ihren Plänen zu einem Einbürgerungstest am rechten<br />
Rand des politischen Spektrums fischen?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Das ist Unsinn. Gerade<br />
dieser Chat und die Fragen zeigen doch, dass es hier sehr unterschiedliche<br />
Meinungen gibt und die haben nichts mit dem rechten Rand des politischen<br />
Spektrums zu tun. Ich bin hier doch nicht in einem rechten Chat.
</p>
<p>
<b>Wahlausgag:</b> Herr Carstensen. Welche Rolle spielt<br />
der Wahlausgang am kommenden Sonntag für die große Koalition<br />
in der Bundespolitik?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Überhaupt keine.<br />
Die große Koalition ist ein Bündnis der Vernunft, in<br />
Berlin genauso wie in Schleswig-Holstein. Wer sich in Verantwortung<br />
um die Probleme in Deutschland und auch in Schleswig-Holstein kümmert,<br />
der lässt sich<br />
von den Wahlergebnissen überhaupt nicht beeinflussen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Als Landesvater und Großkoalitionär<br />
in Kiel: Was ist der wichtigste Tipp, den Sie Angela Merkel gegeben<br />
haben – oder geben?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Erst einmal dafür<br />
zu sorgen, dass man menschlich miteinander arbeiten kann. Zweitens<br />
dafür zu sorgen, dass die wichtigen Probleme in Verantwortung<br />
und in der richtigen Reihenfolge abgearbeitet werden können.<br />
Drittens den Rücken gerade halten, weil es bei der Lösung<br />
großer Probleme auch Gegenwind geben wird.
</p>
<p>
<b>unknown:</b> Herr Carstensen, eine Frage zur Bildungspolitik:<br />
Die Kompetenz dafür soll vollständig an die Länder<br />
übergeben werden. Macht es wirklich Sinn angesichts von PISA<br />
und Globalisierung gerade auf diesem Gebiet Kleinstaaterei zu betreiben?<br />
Sind Sie der Meinung, dass die Bürger (auch die Schüler)<br />
mit dieser Dezentralisierung der Bildung einverstanden sind?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Es gibt ja die Kultusministerkonferenz,<br />
die die Aufgabe hat, die Bildungspolitik der Länder zu koordinieren.<br />
Aber Kultur ist natürlich in den Ländern unterschiedlich.<br />
Und dem gerecht zu werden und die Vorteile unterschiedlicher Kulturen<br />
herauszuarbeiten, dient die Kulturpolitik der Länder.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Und was sagen Sie zum Vorwurf der Kleinstaaterei?<br />
Schließlich ist ein Umzug mit zwei Kindern in unterschiedlichem<br />
Schulalter von Berlin nach München heute schon ein echtes Abenteuer.<br />
Das kann viel Nachhilfeunterricht kosten.
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Das kann ein Problem sein<br />
und diese Probleme müssen minimiert werden. Das hat aber nichts<br />
damit zu tun, ob die Länder ihre Kulturhoheit wahrnehmen oder<br />
nicht. Wenn Sie in Bayern von der Oberpfalz ins Allgäu ziehen,<br />
wenn Sie in Schleswig-Holstein von Nordfriesland nach Stormarn ziehen,<br />
gibt es auch Probleme. Die Länder haben auch ein Interesse<br />
daran, ihre eigenen Bildungsstandards hochzuhalten und nicht gleichmachen<br />
zu lassen. Wettbewerb <br />
kann hier belebend wirken.
</p>
<p>
<b>Migi: </b>Führt diese Kompetenzverteilung nicht<br />
dazu, dass in den Ländern bei einem Regierungswechsel die Schulpolitik<br />
immer wieder neu orientiert und den Vorstellungen der Regierungspartei/<br />
-koalition angepasst wird?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Die Gefahr gibt es in<br />
allen Politikbereichen. Aber ich glaube, wir tun der Schulpolitik<br />
keinen Gefallen, wenn wir weiter an ideologischen Grabenkämpfen<br />
festhalten. Diese werden auf dem Rücken von Schülerinnen<br />
und Schülern ausgetragen. Wir sollten uns vielmehr die demografische<br />
Entwicklung in unseren Regionen ansehen und werden dann feststellen,<br />
dass der Mangel an Schülern uns vor ganz andere Probleme stellen<br />
wird. Und die haben wir pragmatisch zu lösen.
</p>
<p>
<b>manu: </b>Zur Föderalismusreform: Soll die Föderalismusreform<br />
so umgesetzt werden wie sie jetzt ist? Trotz Ihrer Mängel vor<br />
allem im Umweltbereich? Schaffen Sie dadurch nicht &#8216;verfassungswidriges<br />
Verfassungsrecht&#8217;? Es gibt dann zum einen den Rechtsgrundsatz &#8216;Bundesrecht<br />
bricht Landesrecht&#8217; zum anderen die &#8216;Abweichungsgesetzgebung&#8217; der<br />
Länder.
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Wenn die &quot;Abweichungsgesetzgebung&quot;<br />
der Länder im Grundgesetz festgeschrieben ist, dann ist das<br />
natürlich nicht verfassungswidrig. Schleswig-Holstein ist nicht<br />
über alle Regelungen, die vorgeschlagen sind, begeistert und<br />
das haben wir auch deutlich gemacht. Aber es ist notwendig, dass<br />
wir eine Neuordnung der bundesstaatlichen Ordnung bekommen. Es muss<br />
deutlich werden, wer für welche Politikbereiche verantwortlich<br />
ist und wir haben Verantwortlichkeiten in letzter Zeit außerordentlich<br />
stark verwischt.
</p>
<p>
<b>ichdasich:</b> Entschuldigen sie die Zwischenfrage,<br />
aber wo sie gerade so motiviert über Schulpolitik reden &#8211; wann<br />
waren sie das letzte Mal in einer?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Ich habe häufiger<br />
hier Schulklassen hier bei mir und es ist auch erst wenige Wochen<br />
her seit ich eine Schule besucht habe. Aber man muss auch nicht<br />
krank gewesen sein, um zu wissen, wie Gesundheitspolitik gemacht<br />
wird.
</p>
<p>
<b>Guest1617:</b> Erfahrungsgemäß wird jährlich<br />
das Bildungsbudget in den neuen Bundesländern gekürzt.<br />
Ist es aus dieser Sicht sinnvoll, den einzelnen Ländern weitere<br />
Befugnisse zuzusichern?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Ich weiß nicht,<br />
ob die erste Aussage stimmt. Ich kann nur für mein Land reden:<br />
Für uns ist die Bildungspolitik Schwerpunktpolitik. Sie fängt<br />
übrigens nicht erst in der Schule an, sondern sie beginnt schon<br />
im Kindergarten, insbesondere im letzten Kindergarten-Jahr.
</p>
<p>
<b>DerDude:</b> Wäre es nicht auch Konsequent, einige<br />
Bundesländer zusammenzulegen, in Hinblick auf Kosten, demografische<br />
Entwicklung, ausufernde Verwaltung? Haben die Stadtstaaten, z.B.<br />
Bremen und Hamburg heutzutage noch ein Existenzrecht als eigenes<br />
Bundesland?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Unsere Zusammenarbeit<br />
mit Hamburg ist exzellent. Wir tun alles, um noch enger zusammen<br />
zu arbeiten. Aber einen Zusammenschluss <br />
müssen die Bürgerinnen und Bürger entscheiden.
</p>
<p>
<b>endgegner:</b> Was für Änderungen würden<br />
sie noch an der Föderalismusreform vornehmen?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Wir haben Probleme mit<br />
der Neuordnung des Beamtenrechts, mit dem Strafvollzug, den die<br />
Länder übernehmen sollen und wir haben natürlich<br />
Sorgen, dass wir bei der Hochschulförderung den Kürzeren<br />
ziehen könnten.
</p>
<p>
<b>der Wilde:</b> Apropos, was halten sie von der teilweisen<br />
Privatisierungen von Justizvollzugsanstalten wie sie in Hessen teilweise<br />
stattfindet?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Ich halte viel von Privatisierungen.<br />
Aufgabe des Staates ist, für die Sicherheit zu sorgen und auch<br />
für den Strafvollzug zu sorgen. Länder müssen nicht<br />
Eigentümer von Gefängnissen sein, sie müssen dafür<br />
sorgen, dass es Gefängnisse gibt.
</p>
<p>
<b>Fischer:</b> Herr Ministerpräsident, bremst sich<br />
die große Koalition in Kiel nicht manchmal selbst? Sicher,<br />
Sie hätten lieber mit der FDP regiert, aber nehmen interne<br />
Konflikte nicht zu?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Nein. Kommen Sie: Wir<br />
laden Sie ein, diese Koalition einmal zu beobachten. Wer in der<br />
Lage gewesen ist, Haushaltseckwerte im Kabinett zu beschließen,<br />
die einen intensiven Sparhaushalt beschreiben, wie wir das in der<br />
letzten Woche gemacht haben, bei dem kann man nicht von Konflikten<br />
sprechen natürlich haben wir unterschiedliche politische Auffassungen,<br />
aber das Land hat riesige Probleme, die wir auch gemeinsam lösen<br />
können und müssen. Das tun wir.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Da fällt mir ein: Heide Simonis<br />
hat erklärt, sie wisse, wer der &quot;Heide“-Mörder<br />
ist. Wissen Sie es auch?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Nein, ich weiß es<br />
nicht. Und ich gebe gerne zu, mich interessiert es auch außerordentlich<br />
wenig. Bei uns geht es nicht darum, einen Dolch zu suchen, sondern<br />
Hacke und Spaten in die Hand zu nehmen und für das Land zu<br />
arbeiten.
</p>
<p>
<b>Wahlausgag:</b> Der Wahlausgang in Baden-Württemberg<br />
scheint relativ klar an die CDU zu gehen. In RLP bleibt wahrscheinlich<br />
Herr Beck an der Regierung. Welchen Wahlausgang prognostizieren<br />
Sie für Sachen-Anhalt?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Prognosen sind deswegen<br />
immer so schwer, weil sie in die Zukunft gerichtet sind. Deshalb<br />
wage ich mich da nicht ran. Und was ich von Demoskopen halte, sage<br />
ich nach der Wahl in Schleswig-Holstein lieber nicht.
</p>
<p>
<b>tach: </b>Welche Ratschläge geben Sie &#8211; nach<br />
Ihren eigenen Erfahrungen &#8211; Christoph Böhr in Rheinland-Pfalz<br />
auf den Weg?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Siegen wollen und arbeiten<br />
bis zum letzten Tag, bis zur letzten Stunde.
</p>
<p>
<b>timo111:</b> Herr Ministerpräsident: Was halten<br />
sie von dem Vorschlag, Kindergartenplätze umsonst zu Verfügung<br />
zu stellen? Ich bin selbst Gemeinderat und weiß, dass die<br />
Kommunen am Ende wieder die Zahler sind. Was will die Politik noch<br />
alles auf die unterste Ebene abschieben?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Ich halte Kindergartenplätze<br />
gerade in Hinsicht auf die Schulpolitik für außerordentlich<br />
wichtig. Es wäre schön, wenn wir uns das leisten könnten,<br />
insbesondere das letzte Kindergartenjahr für die Eltern kostenfrei<br />
zu gestalten. Mir ist aber sehr bewusst, dass wir uns das als Land<br />
und die meisten Kommunen derzeit nicht leisten können.
</p>
<p>
<b>nordmann:</b> Sind Sie für Studiengebühren<br />
in Schleswig-Holstein und wenn ja, glauben Sie diese mit der SPD<br />
durchsetzen zu können?
</p>
<p>
<b>IngoKiel:</b> Ich bin Student aus der Landeshauptstadt<br />
Kiel und würde gerne kurz und prägnant Ihre Meinung zum<br />
Thema Studiengebühren in Schleswig-Holstein lesen!
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Ich halte Studiengebühren<br />
für dringend geboten. Wir werden allerdings, so steht es im<br />
Koalitionsvertrag, keinen Alleingang machen, aber auch keine Insellösung<br />
zulassen, wenn Studiengebühren in den Nachbarländern eingeführt<br />
werden. Studiengebühren müssen den Universitäten<br />
zugute kommen und dienen nicht dazu, Haushaltslöcher zu füllen.<br />
Voraussetzung ist ein vernünftiges Darlehensystem und ein System<br />
von Stipendien. Keiner darf durch Studiengebühren abgehalten<br />
werden, zu studieren. Kann mir mal jemand verraten, warum Studiengebühren<br />
von Bösem sein sollen? Wohingegen jeder erwartet, dass Kindergartenplätze<br />
durch Eltern finanziert werden müssen?
</p>
<p>
<b>Oskar:</b> Herr Carstensen, ich war enttäuscht,<br />
dass Sie angetreten sind, um Schulden abzubauen und die Staatsverschuldung<br />
brutal erhöht haben. Woher kommt die Füllhornausschüttungslust,<br />
wenn man erst an der Macht ist?
</p>
<p>
<b>Peter Harry Carstensen:</b> Ich weiß nicht,<br />
woher Sie diese Informationen haben. Sie haben sich sicherlich nicht<br />
über Schleswig-Holstein informiert.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine Stunde tagesschau-Chat ist vorbei.<br />
Vielen Dank, Herr Ministerpräsident, dass Sie sich Zeit für<br />
den Chat genommen haben! Es sind noch jede Menge Fragen vorhanden,<br />
aber wir beschränken uns ja auf 60 Minuten. Vielen Dank an<br />
alle interessierten Chatter und noch der Hinweis: Am kommenden Montag<br />
chatten wir am Tag nach der Landtagswahl um 14.30 Uhr mit dem ARD-Wahlexperten<br />
Jörg Schönenborn. Am Dienstag stellt sich dann Bundesinnenminister<br />
Wolfgang Schäuble ab 13.45 Uhr der Diskussion. Das Protokoll<br />
dieses Chats gibt’s in Kürze zum Nachlesen auf den Seiten<br />
von tagesschau.de und politik-digital.de. Wir wünschen allen<br />
noch einen schönen Tag!
</p>
<p><b>Peter Harry Carstensen:</b> Danke für die Fragen<br />
und die Möglichkeit zu antworten. Beste Grüße aus<br />
Kiel.</p>
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