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	<title>Elektronische Archivierung &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Elektronische Archivierung &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Kanadas digitale Behauptung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 May 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitale Archivierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Elektronische Archivierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Beispiele für Nutzeranwendungen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Beispiele für Nutzeranwendungen<!--break--></p>
<p>
                              <span class="fett">Die Gratwanderung zwischen nationaler Identität und kultureller Beeinflussung von außen beschäftigt nicht nur Europa. Kanada steht vor der gleichen Herausforderung: Wie kann nationale Identität aufgebaut und erhalten werden – trotz aller inneren Gegensätze und äußeren Einflüsse?</span>
                            </p>
<p>In Kanada treffen viele Kulturen aufeinander: als zweisprachiges Land ist es geprägt von einer französischsprechenden Minderheit, die mit einer englischsprechenden Mehrheit – noch verstärkt durch die Nähe zu Amerika – konfrontiert wird. Das beliebte Einwanderungsland steht immer wieder vor der Aufgabe, neue Kanadier zu integrieren. Durch die späte Unabhängigkeit gibt es wenige kanadische Helden, die ein festes kulturelles und historisches Erbe bilden. Dass in Sachen nationaler Identität Handlungsbedarf besteht, illustriert nicht zuletzt die – vielleicht auf den Konsum amerikanischer Fernsehsender beruhende – Annahme jedes vierten Kanadiers, sein Land habe einen Präsidenten.</p>
<p>Kanadas strategische Antwort darauf besteht im Aufbau eines digitalen Archivs, das als Plattform für eine gemeinsame Öffentlichkeit dient. Dafür stellt der kanadische Staat jährlich 2 Millionen Euro zur Verfügung. Das Projekt wird in Kooperation zwischen dem französischsprachigen öffentlichen Rundfunkanbieter<br />
                            <a href="http://www.radio-canada.ca" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Radio Canada</a> und der<br />
                            <a href="http://www.cbc.ca" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Canadian Broadcasting Corporation</a> (CBC) für den englischen Sprachraum realisiert.</p>
<p>
                              <strong>Ziele und Vorgaben des Projekts</strong>
                            </p>
<p>Seit 1998 werden die flüchtigen audiovisuellen Mediendokumente aufbereitet und zu vergleichsweise geringen Diffusionskosten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Projekt sei weniger als Widerstand gegen die USA gedacht, möchte aber zeigen dass und erklären warum Kanada anders ist, positioniert Professor Pierre Bélanger, Experte für Medienrecht und -ökonomie an der Universität Ottawa, das digitale Archiv zum großen westlichen Nachbarn. Der kanadische Staat erscheint für seine Sponsortätigkeit mit seinem Logo im Portal, ohne weiteren Einfluss auf die Gestaltung der Inhalte zu nehmen. Die finanzielle Unterstützung kommt beiden Projektpartnern zu gleichen Teilen zugute – obwohl 60 % der Kanadier englischsprachig sind.</p>
<p>Das Archiv gibt keine Darstellung der Geschichte Kanadas, sondern überliefert Fakten zu Ereignissen jeder Art: vom Jahrhundertsturm bis zum Papstbesuch. Der Nutzer kann anhand von authentischen Dokumenten nachvollziehen, wie sich kanadische Medien dazu positioniert haben. Das digitale Archiv existiert bei identischem Layout und gleicher Navigationsführung in einer<br />
                            <a href="http://archives.radio-canada.ca/index.asp?IDLan=0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">französischen</a><br />
                            <br />und in einer<br />
                            <a href="http://archives.cbc.ca/index.asp?IDLan=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">englischen</a> Version. Beide Portale sind miteinander verlinkt. Der Benutzer gelangt jederzeit per Mausklick auf das Schlüsselwort „Archives“ in das anderssprachige Pendant. Nur die jeweilige Perspektive auf ein Ereignis variiert: so wird beispielsweise das Streben nach Unabhängigkeit in den französischsprachigen Medien anders thematisiert als in den englischsprachigen. Die beiden öffentlichen Räume bieten mit ihren komplementären Blickwinkeln die Möglichkeit, den Standpunkt des jeweils anderen in der spezifischen Landessprache kennen zu lernen. Der Abruf der Medieninhalte bleibt für den Nutzer kostenlos. Mit der Konsultation von Dokumenten, erwirbt er nicht das Recht, diese auch zu veröffentlichen. Die öffentlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten CBC und Radio Canada bieten Benutzern als Service nur den Zugang zu medialen Inhalten, bleiben aber selbst die Copyright-Inhaber.</p>
<p>
                              <strong>Beispiele für Nutzeranwendungen</strong>
                            </p>
<p>Interessiert sich der Nutzer für die Reaktion der Kanadier auf den Papstbesuch 1984, erhält er ausführliche Informationen dazu. Auch die Frage, wie Kanada den 11. September 2001 erlebte, bleibt nicht unbeantwortet. Kurz: Das nationale digitale Archiv gibt Antworten auf die Frage, welche Vision der Welt Kanada vertritt. Es enthält über 7000 Radio- und Fernseh-Clips, die in 8 Kategorien unterteilt sind. Zur leichteren Navigation gibt eine Zeitleiste in jeder von ihnen die Themenkomplexe und die im Archiv erfasste Dauer von Ereignissen in der Zeit von 1920 bis 2005 an.</p>
<p>
                              <strong>Organisation des digitalen Archivs</strong>
                            </p>
<p>Von den 31 Festangestellten arbeiten 18 in Montreal und 13 in Toronto an der Aufbereitung des audiovisuellen Materials. Einmal im Monat findet ein Treffen statt, um die Aktivitäten zu koordinieren und Themen festzulegen. Eine wichtige Voraussetzung für die Dokumentation im Archiv ist die Verfügbarkeit von Medienaufnahmen bei beiden Kooperationspartnern. So kann beispielsweise der Fall der Amerikanerin Terri Schiavo von Radio Canada nicht dokumentiert werden, da die französischsprachige Anstalt keine Dokumente über sie besitzt und der Anspruch besteht, möglichst unsynchronisierte Originalaufnahmen bereitzustellen. Aus diesem Grund sind jeweils<br />
                            <br />7 % der Dateien nur in einer der beiden Landessprachen verfügbar. Mit rund 85 % liegt jedoch ein großer Teil der Dateien zweisprachig vor. Weitere Kriterien für die Themenauswahl sind der qualitative Zustand von medialen Dokumenten und die Einhaltung der Urheberrechte.</p>
<p>
                              <strong>Inhaltliche und formale Herausforderungen</strong>
                            </p>
<p>Trotz einer hohen Akzeptanz wird das digitale Archiv auch mit inhaltlichen und formalen Schwierigkeiten konfrontiert. Zum Beispiel wird in der Kategorie „Leben und Gesellschaft“ auf die Geschichte des Nationalhelden Terry Fox eingegangen. Der an Krebs erkrankte Kanadier lief mit einem künstlichen Bein einen inzwischen legendären „Marathon of Hope“ und sammelte so unter hoher Medienresonanz Spenden für die Krebsforschung. Während Terrys Kampf mit seiner Krankheit in Toronto intensiv verfolgt und gefeiert wurde, ignorierte Montreal das Schicksal des englischsprechenden Kanadiers. Seine Leistung, 143 Tage täglich über 42 Kilometer zu laufen, wird am 25. Jahrestag seines Marathons mit einer 1-Dollar-Prägemünze, dem sogenannten „Terry“ gewürdigt. Das Frappante: Auf den unfreundlichen Empfang in Montreal finden sich im französischsprachigen Portal keine Hinweise.</p>
<p>Ein Hindernis formaler Natur bilden urheberrechtliche Bestimmungen. Obwohl Celine Dion eine bekannte Kanadierin ist, findet der User in der Kategorie „Kunst und Unterhaltung“ kaum Informationen über sie. Der Grund dafür liegt in den Copyright-Bestimmungen. In Toronto und Montreal gibt es jeweils einen Rechtsberater, der sich für die häufig mit hohen Kosten verbundene Befreiung der Medieninhalte von Copyrights einsetzt.</p>
<p>
                              <strong>Bewertung des Archivs</strong>
                            </p>
<p>Nach einer vierjährigen Aufbauphase des Archivs werden heute zunehmend die Auswirkungen auf die Konstruktion nationaler Identität erforscht. Dafür steht ein Budget von 60.000 Euro zur Verfügung. Die Reaktionen auf das digitale Archiv sind gemischt. Während es die englischsprachigen Provinzen akzeptieren, bleibt die französische Minderheit skeptischer, weil der Staat als Geldgeber involviert ist. Jeden Monat werden etwa 500.000 Seiten aufgerufen, davon etwa 320.000 im Portal der CBC und 200.000 bei Radio Canada.</p>
<p>Das Projekt ist Teil der Förderung des Department of Canadian Heritage, welches sich mit dem Programm Canadian Culture Online (<br />
                            <a href="http://www.canadianheritage.gc.ca/index_e.cfm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CCO</a>) für die Entwicklung von und den freien Zugang zu digitalem kulturellen kanadischen Content einsetzt und dabei zu gleichen Teilen auch die Präsenz der französischen Sprache im Internet unterstützt..<br />
                            </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Digitale Chance statt digitalem Kulturkampf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dhalft]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 May 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitale Archivierung]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Search]]></category>
		<category><![CDATA[Google Print]]></category>
		<category><![CDATA[Retrodigitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[The European Library]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Projekt_tag]]></category>
		<category><![CDATA[Elektronische Archivierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Ende des vergangenen Jahres machte der Google-Konzern eine Kooperation mit fünf renommierten Bibliotheken aus den Vereinigten Staaten und England öffentlich. Diese zielt darauf ab, deren Bestand zu digitalisieren und die gescannten Buchseiten im Internet abrufbar zu machen. Umgehend kritisierte der Leiter der französischen Nationalbibliothek das Ansinnen als unilateralistisch und regte eine kontinentaleuropäisches Gegenprojekt an. Seitdem steckt in den transatlantischen Kulturbeziehungen der Bücherwurm. Dabei könnte eine Chance vertan werden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Ende des vergangenen Jahres machte der Google-Konzern eine Kooperation mit fünf renommierten Bibliotheken aus den Vereinigten Staaten und England öffentlich. Diese zielt darauf ab, deren Bestand zu digitalisieren und die gescannten Buchseiten im Internet abrufbar zu machen. Umgehend kritisierte der Leiter der französischen Nationalbibliothek das Ansinnen als unilateralistisch und regte eine kontinentaleuropäisches Gegenprojekt an. Seitdem steckt in den transatlantischen Kulturbeziehungen der Bücherwurm. Dabei könnte eine Chance vertan werden.</p>
<p><!--break--></p>
<p>
                            <span class="fett">Die Google &#8211; Strategie<br />
                            <br /></span><br />
                            <br />„<br />
                            <a href="http://print.google.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google Print</a>“ nennt sich das ehrgeizige Digitalisierungsprojekt des 54 Milliarden US-Dollar schweren Internetkonzerns Google. Allein in Deutschland hat die werbefinanzierte Suchmaschine einen geschätzten Marktanteil von 75-85%. Und nun sind nach den virtuellen Webseiten auch ihre papierenen Vorgänger dran. Mit Investitionen von 150 &#8211; 200 Millionen Dollar, verteilt auf zehn Jahre, beabsichtigt Google bis zu 4,5 Milliarden Buchseiten zu digitalisieren und ins Internet zu stellen. Dies folgt der erklärten Firmendevise, alle verfügbaren Informationen weltweit zugänglich zu machen.</p>
<p>                            <span class="fett">Bestandsbeschaffung für die Digitalisierung</span></p>
<p>Um sich die zu digitalisierenden Bücher zu beschaffen, verfolgt Google eine Doppelstrategie. Zum einen hat der Konzern Kooperationsverträge mit den renommierten Bibliotheken von<br />
                            <a href="http://www.harvard.edu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Harvard</a>,<br />
                            <a href="http://www.stanford.edu/">Stanford</a>, der<br />
                            <a href="http://www.umich.edu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">University of Michigan</a>, der<br />
                            <a href="http://www.bodley.ox.ac.uk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bodleian Library</a> der University of Oxford und der<br />
                            <a href="http://www.nypl.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">New York Public Library</a> abgeschlossen. Je nach Vertragsgestaltung bekommen die Buchgeber eine digitale Kopie ihrer Bestände, die sie ihren Nutzern zugänglich machen oder einfach archivieren können. Zum anderen arbeitet Google mit Verlagen zusammen, die ihre Bücher scannen lassen und dafür sowohl an den Werbelinkeinnahmen beteiligt werden als auch auf höheren Absatz der Papierversion hoffen.</p>
<p>
                            <span class="fett">Das Suchverfahren</span></p>
<p>Für Ergebnisse aus „Google Print“ muss bei der Sucheingabe bei Google nur „book about“ vorangestellt werden. Bei urheberrechtsfreien Büchern ist dann das entsprechende Werk vollständig online lesbar. Demgegenüber sind Texte die noch geschützt sind nur zeilen- bzw. seitenweise einzusehen. Dass der Suchdienst bereits jetzt erste Ergebnisse liefert, spricht für den großen Ehrgeiz, den der Konzern in das Projekt investiert. Einzige Krux: Bisher ist die Dienstleistung nur über das amerikanische Portal von Google nutzbar.</p>
<p>
                            <span class="fett">Die europäische Antwort</span></p>
<p>Das europäische Echo ließ nicht lange auf sich warten. Zuerst schrieb der Leiter der<br />
                            <a href="http://www.bnf.fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">französischen Nationalbibliothek</a>, Jean-Noël Jeanneney, im Januar 2005 einem geharnischten Zeitungsartikel, in dem er die Einbeziehung ausschließlich englischsprachiger Bibliotheken als Kulturimperialismus brandmarkte. Wer zukünftig im Internet nach Bücherinhalten suche, müsse zwangsläufig auf englische Titel oder schlimmer noch auf bloße Übersetzungen französischer Klassiker stoßen. Mittelfristig etabliere sich so eine Dominanz des Englischen gegenüber den kontinentaleuropäischen Sprachen. Dagegen müsse man sich im Namen der Kulturvielfalt wehren.</p>
<p>Schnell machte sein Staatspräsident Jacques Chirac die Abwehr angloamerikanischer Sprachdominanz zur Chefsache und initiierte ein Schreiben sechs europäischer Staatsmänner (unter ihnen der deutsche Kanzler) an die EU, in welchem sie eine entschlossene Antwort der Staatengemeinschaft anmahnten.</p>
<p>
                            <span class="fett">TEL – ME &#8211; MORE</span></p>
<p>Vor einigen Wochen wurde dann durch 19 europäische Nationalbibliotheken der Vertrag für die von Jeanneney eingeforderte Gegenoffensive unterschrieben. Unter dem Projektnamen TEL-ME-MORE soll im Rahmen einer<br />
                            <a href="http://www.europeanlibrary.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digitalen europäischen Bibliothek</a> der Bestand der europäischen Nationalbibliotheken im Internet zugänglich gemacht werden.</p>
<p>Damit wird an bereits existierende Digitalisierungsprojekte der einzelnen Nationalbibliotheken angeknüpft. Neu sind allerdings die Dimensionen, welche die geplante Kooperation nun erreicht. Konkrete Angaben über den Umfang der einzubeziehenden Bestände gibt es in dieser Phase zwar noch nicht, aber es ist bereits klar, dass mehrere Millionen Euro zusätzlich eingeplant sind. Die EU-Kommissarin<br />
                            <a href="http://europa.eu.int/comm/commission_barroso/reding/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Viviane Reding</a> kündigte ihrerseits schon an, die Digitalisierung von Bibliotheken, Filmen sowie Fernseh- und Ton-Dokumenten aus dem europäischen Kulturerbe mit 60 Millionen Euro zu unterstützen.</p>
<p>Neben den Anstrengungen von Google und den europäischen Gegenplänen wirken bisherige Digitalisierungsvorhaben wie Wellblechhütten neben Hochhäusern. So etwa das auf ca. 450.000 Buchseiten angewachsene „<br />
                            <a href="http://gutenberg.spiegel.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Projekt Gutenberg</a>“, welches sich auf Schriftsteller spezialisiert hat, deren Texte nicht mehr dem Copyright unterliegen. Auch die französische „<br />
                            <a href="http://gallica.bnf.fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gallica</a>“, die immerhin 80.000 komplette Werke umfasst, erscheint mit einem Etat von um die 150.000 € unterfinanziert.</p>
<p>
                            <span class="fett">Verwunderung bei Google</span></p>
<p>Auf der anderen Seite des Atlantiks reibt man sich ob der Kampfeslust der Europäer betont verwundert die Augen und beeilt sich abzuwiegeln. Man beabsichtige überhaupt nicht, sich auf englischsprachige Werke zu beschränken. Aber irgendwo müsse doch begonnen werden. Dazu verweisen sie auf laufende Gespräche mit kontinentaleuropäischen Bibliotheken und Verlagen. So unterbreitete Google nachweisbar jüngst 130 Verlagen in Frankreich ein Angebot auf Digitalisierung ihrer Bücher.</p>
<p>
                            <span class="fett">Digitalisierung als europäische Chance</span></p>
<p>Die Diskussion um „Google Print“ erinnert an diejenige um die Radiopflichtquote für nationale Musik. Es scheint so, als wollte sich die europäische Kultur selbst unter Artenschutz stellen. Aber solch Pessimismus ist gar nicht angebracht.</p>
<p>Die Digitalisierung der Buchbestände ist nämlich eine Chance für die europäischen Sprachen, im Internet wahrnehmbarer zu werden. Zunächst zeigen<br />
                            <a href="http://www.wm-impulse.net/archive/2004/04/000001.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studien</a>, dass die Webseiten in der jeweiligen Landessprache in Relation zu englischsprachigen Seiten seit Jahren ohnehin zunehmen, was die Angst vor Amerikanisierung durch das Internet widerlegt. Zudem scheint man zu vergessen, dass schon die Bestände der angloamerikanischen Bibliotheken (welche teilweise komplett gescannt werden) mitunter bis zur Hälfte aus fremdsprachlicher Literatur bestehen. Der Direktor der Bibliothek von Stanford, Michael Keller, gab denn auch auf Nachfrage an, die Universität werde selbstverständlich von Google fremdsprachliche Literatur digitalisieren lassen. Dementsprechend finden sich bereits jetzt unter den „Google Print“ &#8211; Suchergebnissen Bücher in deutscher Sprache. Ob durch Google selbst, einen kommerziellen Konkurrenten wie etwa Yahoo! oder die europäischen Nationalbibliotheken, die Digitalisierung auch der kontinentalen Buchbestände wird mit Sicherheit realisiert.</p>
<p>
                            <span class="fett">„bibliotheca universalis“</span></p>
<p>Dabei ist nun das Projekt einer europäischen digitalen Bibliothek so wichtig, wie die Aufregung um „Google Print“ überflüssig. Es ist in jedem Fall sinnvoll im Rahmen von TEL-ME-MORE die bisherigen Digitalisierungsanstrengungen der einzelnen europäischen Nationalbibliotheken zu koordinieren und zu erweitern. Aber dies kann auch als Ergänzung zu „Google Print“ verstanden werden.</p>
<p>Denn bei allen Kassandra-Rufen sollte nicht vergessen werden, dass das Mammutprojekt einer Digitalisierung der weltweiten Buchbestände allen Seiten Vorteile bringt. Nicht zuletzt den armen und ärmsten Ländern, die damit einen zuvor unerreichbaren Zugang zum gesammelten Weltwissen erhalten. Wenn die eigene europäische Digitalisierungsinitiative die lang ersehnte „bibliotheca universalis“ befördert, dann hat sie bereits einen wertvollen Effekt. Einigt sich Europa mit Google, um Synergieeffekte zu erzielen, könnte man diesen maximieren.<br />
                            </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Archive: Geister der Vergangenheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Oct 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zehn Jahre Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Langzeitarchivierung]]></category>
		<category><![CDATA[Copyright]]></category>
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					<description><![CDATA[Speicherkapazität und Langzeitarchivierung gelten als eines der ganz wichtigen Merkmale des Mediums Internet: Alte Inhalte können unbegrenzt neben neuen stehen und diese ergänzen. Die Praxis prägen heute Pragmatismus und Paid Content. Und sie birgt einige Fallstricke für Redaktionen und Nutzer, die diesen nicht immer bewusst sind.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Speicherkapazität und Langzeitarchivierung gelten als eines der ganz wichtigen Merkmale des Mediums Internet: Alte Inhalte können unbegrenzt neben neuen stehen und diese ergänzen. Die Praxis prägen heute Pragmatismus und Paid Content. Und sie birgt einige Fallstricke für Redaktionen und Nutzer, die diesen nicht immer bewusst sind.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Spiegel Online hat im Archiv gekramt und gönnt seinen Usern zum zehnjährigen Bestehen ein Surferlebnis aus der Frühzeit des Web: Surfen wie 1996. Möglicherweise waren der Redaktion Design und Inhalte aus den allerersten Monaten doch etwas zu sparsam, um sie der Öffentlichkeit noch einmal zu präsentieren – oder die allerersten Webseiten sind schlicht nicht mehr vorhanden. Denn trotz theoretisch unbegrenzter Speicherkapazität: Bei vielen Online-Medien verschwinden Artikel auf die eine oder andere Weise.</p>
<p>                            <span class="fett">Die endlichen Archive<br />
                            <br /></span><br />
                            <br />Häufig landen sie ganz automatisch hinter dem Internet-Äquivalent einer Zollschranke, im kostenpflichtigen Archiv. Bei Spiegel Online etwa muss man für exklusive Internet-Texte nach drei Monaten, für Texte aus der Print-Ausgabe schon nach einem Monat löhnen. Die Süddeutsche Zeitung hält Zeitungstexte sogar nur sieben Tage auf der Website kostenlos bereit – dann verkauft sie der Verlag über sein Tochterunternehmen DIZ. Extra für die Online-Ausgabe erstellte Texte sind im Gegensatz zu Spiegel Online gratis.<br />
                            <br />Aber auch sie bleiben nicht ewig verfügbar, sondern – wie bei manch’ anderer Website – nur zurück bis zum letzten Relaunch. Aus dem alten Angebot sind laut Online-Chef Helmut Martin-Jung nur einige zeitlose Dossiers, etwa zu Wissenschaftsthemen, übernommen worden: &#8220;Wir sind ja kein Archivierungsunternehmen. Das hätte uns technisch ausgebremst, wenn wir die alten Artikel alle weiter vorhalten würden.&#8221; Das gleiche Bild bei stern.de: Artikel ab dem Relaunch im Dezember 2003 lassen sich über die Suchfunktion finden. &#8220;Darüber hinaus können Stern-Artikel über die G+J-Pressedatenbank kostenpflichtig recherchiert werden&#8221;, erklärt Redaktionsleiterin Barbara Hamm.<br />
                            <br />Das Argument: die Technik. Immerhin seien seit dem Relaunch vor gut zwei Jahren schon wieder rund 25.000 neue Artikel produziert worden, meint Martin-Jung.<br />
                            <br />Holger Meier, stellvertretender Chef von heute.de, argumentiert ähnlich: &#8220;Wir haben sehr viele Videos, die rauben uns die Platte.&#8221; Zwar seien beim letzten Relaunch &#8220;fast komplett&#8221; alle Inhalte gespeichert worden. Aber nur fürs interne Backup – für die Nutzer werden Inhalte nur gut ein Jahr vorgehalten: &#8220;Ausnahmen gibt es natürlich, wie zum Beispiel das Video von Saddams Festnahme.&#8221;<br />
                            <br />&#8220;Wen interessiert die fünfzigste Entwicklung der Gesundheitsreform?&#8221;<br />
                            <br />Nicht das Web ist endlich, aber offenbar Festplattenspeicher und Serverkapazitäten. Für die User macht das im Ergebnis wenig Unterschied. Nicht schlimm, findet Meier: &#8220;Das Tagesgeschäft ist irgendwann durch. Wen interessieren denn später noch drittrangige Themen von 1997?&#8221; Das Nutzerverhalten bestätige das, hat man in Mainz wie in München die Erfahrung gemacht. Martin-Jung: &#8220;Weder wir, noch irgendjemand sonst haben Lust, Sachen durchzulesen wie die fünfzigste Wendung in der Gesundheitspolitik. Das interessiert höchstens jemanden, der eine Doktorarbeit dazu schreibt.&#8221;<br />
                            <br />Also eventuell geplagte Minderheiten wie Medienwissenschaftler und Studenten, die sich mit dem Verfassen inhaltsanalytischer Diplomarbeiten plagen. Oder sollte es darüber hinaus von Belang sein, wenn sich in einigen Jahren die Frühzeit der Webmedien womöglich kaum noch nachvollziehen lässt, so wie heute einst auf 5 1/2 Zoll-Disketten gespeicherte Daten unlesbar, verloren oder nur mühsam rekonstruierbar sind?</p>
<p>                            <span class="fett">Mut zur Lücke<br />
                            <br /></span><br />
                            <br />Holger Meier von heute.de macht sich keine Sorgen über drohende Lücken im kulturellen Gedächtnis der Gesellschaft: &#8220;Ich wäre da nicht so kritisch.&#8221; Obwohl Printprodukte im Gegensatz zu digitalen Daten auch über Jahrzehnte und Jahrhunderten noch erhalten und lesbar bleiben: &#8220;Auch die Zeitungen haben ein lückenhaftes Archiv&#8221;, sagt er. Da würden Ausgaben nicht oder nur unvollständig abgeheftet. Und zunehmend würden auch Verlage ihre Archiv elektronisieren. Meier betont die Vorteile des XML-Formats, das es erlaubt, Texte bei einem Relaunch relativ problemlos von einem Design ins andere fließen zu lassen.<br />
                            <br />Der Webdesigner und Medienwissenschaftler Holger Rada sieht das ganz anders. &#8220;Mir macht es große Sorgen, dass Inhalt und Form voneinander getrennt werden. Beides gehört zusammen. Für die Lesbarkeit eines Textes und das Verständnis eines Beitrags sind typographische Gestaltung und Text-Bild-Relationen von großer Bedeutung&#8221;, sagt Rada. Er hat bereits 1999 in seiner Dissertation die Frühzeit der Online-Medien von 1994 bis 1999 analysiert. &#8220;Als ich aber für mein neues Projekt, eine Geschichte des Web-Designs, recherchiert habe, habe ich die bittere Erfahrung gemacht, dass das Design für die Online-Redaktionen überhaupt keine Rolle spielt.&#8221; So habe man sich bei heute.de nur für die &#8216;Artikel&#8217; interessiert. Rada: &#8220;Das Design ist Sache der Webmaster – wenn überhaupt.&#8221;<br />
                            <br />Wayback, Google Cache und die möglichen Folgen<br />
                            <br />Martin-Jung bereiten solche Archivierungslücken keine Kopfschmerzen: &#8220;Es gibt da ja eine Site, die das in verdienstvoller Weise für uns übernimmt.&#8221; Gemeint ist das Internet Archive, eine Non-Profit-Organisation, die den Sturz in ein Digital Dark Age durch das Abspeichern ganzer Websites dokumentierten will. Zumindest in dem Rahmen, den ihr Serverpark im alten Fort Presidio an der Golden Gate Bridge erlaubt. Mit der Wayback Machine des Internet Archive lassen sich die gespeicherten Sites durchsuchen. So kann man beispielsweise die Entwicklung der Stern-Website zumindest teilweise nachvollziehen.<br />
                            <br />Ähnlich funktioniert der Google Cache, in dem die Suchmaschine beim Crawlen einen Schnappschuss zwischenspeichert. Die Cache-Funktion zeigt die Seiten dann zumindest temporär so an, wie Google sie gefunden hat, auch wenn sie inzwischen geändert wurden: praktisch beim Suchen, aber möglicherweise folgenreich für Online-Redaktionen und private Webmaster.<br />
                            <br />&#8220;Das Abspeichern alter Seiten ist meinerseits erwünscht&#8221;, sagt stern.de-Leiterin Hamm. Das sehen nicht alle so. Denn Internet Archive und Google legen das Urheberrecht großzügig aus: Sie spiegeln Inhalte fremder Websites ohne Rücksicht auf Copyrights, es sei denn, ein Website-Betreiber legt ausdrücklich Widerspruch ein bzw. blockiert die Speicherung durch einen entsprechenden Eintrag in seiner robots.txt-Datei. So eröffnet sich ein Tummelfeld für Medienrechtler bis hin zu Abmahnexperten. In einer ausführlichen rechtlichen Bewertung folgerte der Jurist Martin Bahr 2002, &#8220;dass die Archivierung durch The Wayback Machine gegen geltendes deutsches Urheberrecht&#8221; verstoße. Der Google Cache sei hingegen als Proxy-ähnlicher Zwischenspeicher rechtlich gedeckt. Bahr sieht die durch die Wayback Machine &#8220;gerade auch in wissenschaftlicher Hinsicht [&#8230;] ungeahnte Möglichkeiten.&#8221; Aber er kennt seine Zunft und gibt zu bedenken: &#8220;Etwaige Urheberrechtsverstöße und Urheberrechtsverletzungen könnten auch nach der Löschung der Seite vom Webserver des Betreibers verfolgt werden.&#8221;<br />
                            <br />Versenden ist so eine Sache<br />
                            <br />&#8220;Es versendet sich viel&#8221;, meint Helmut Martin-Jung. Die Online-Leser seien nicht so aufmerksam wie bei einer Zeitung. Ruckzuck sind online kleine Tippfehler korrigiert, kann aus Militärquellen ein Armeepressesprecher samt Namen werden, sobald die zweite Agenturmeldung da ist oder aus 17 Toten zwölf Verletzte, drei Todesopfer und ein Selbstmordattentäter, sind doppelte Worte getilgt und fehlende Halbsätze ergänzt.<br />
                            <br />„Es versendet sich gar nichts&#8221;, sagt Holger Meier. Er meint das, was das Internet vom flüchtigen Medium Radio unterscheidet: &#8220;Es kommen täglich Mails von Nutzern. Wir überprüfen mögliche Fehler und korrigieren. Dann ist es Wurst, von wann der Text ist.&#8221; Auch Barbara Hamm freut sich über Mails aufmerksamer User. Das käme bei stern.de aber nicht sehr häufig vor: &#8220;Die meisten Fehler werden von der Redaktion selbst entdeckt.&#8221;<br />
                            <br />Und wenn sie nicht entdeckt werden? In den umfangreichen Archiven der Online-Magazine können sich potenzielle Zeitbomben verbergen: Was im Radio oder Fernsehen an Fehlern durchschlüpfen kann, bleibt im Netz weiter abrufbar.<br />
                            <br />Unsere Artikel erscheinen auf der Basis der zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Informationen&#8221;, erläutert Hamm. Beispiel: &#8220;Ein Konzern schließt 50 Filialen. Ändert sich der Stand der Dinge – der Konzern schließt nun 100 Filialen – so ist es unsere Aufgabe, die Entwicklung aufzuzeichnen. Somit wird ein neuer Artikel mit aktuellem Datum und dem Stand der Dinge verfasst und veröffentlicht.&#8221; Praxis bei stern.de, Alltag auch in vielen anderen Online-Redaktionen: Kleinere Operationen werden am lebenden Objekt durchgeführt, bei größeren wird ein neuer Artikel angelegt.<br />
                            <br />Aber viele Texte lassen sich im Archiv noch Wochen oder Monate später leicht aufspüren, auch wenn die Redaktion diese längst vergessen hat. Dank Wayback Machine und Google Cache möglicherweise sogar, wenn ein Artikel auf der eigentlichen Website längst nicht mehr online ist.<br />
                            <br />Ankläger aus dem Cache, Entlastungszeuge überschrieben<br />
                            <br />Ein Artikel im Online Journalism Review beschreibt die Beispiele aus der US-Praxis: Teilweise werden demnach dort in elektronischen Archiven nachträglich Namen korrigiert und Fakten geändert.<br />
                            <br />Ein Zwiespalt: Ohne nachträgliches Eingreifen werden Fehler womöglich dauerhaft weiter zur Verfügung gestellt – mit Folgen für die Nutzer, denen nicht auffällt, dass es sich um veraltete Informationen handelt, und möglicherweise mit gravierenden Konsequenzen für die Redaktionen. So kann ein Archiv-Artikel auch noch lange nach der Veröffentlichung juristische Angriffsfläche bieten, obwohl er doch zu diesem Zeitpunkt aufgrund der vorliegenden Informationen nach professionellen journalistischen Kriterien astrein schien (Meier: &#8220;Wir arbeiten so sauber, wie eine Nachrichtenredaktionen arbeiten kann.&#8221;).<br />
                            <br />Ein hypothetischer Extremfall: Ein Kläger hat mit einem Ausdruck aus Wayback Machine oder Google Cache ein mächtiges Beweismittel in der Hand. Die Redaktion hatte dagegen die umstrittene Textstelle innerhalb einer Stunde von der zweiten zur dritten Zwischenversion des Artikels entscheidend abgeändert. Leider kann sie dies nicht beweisen, weil auch die verbesserte Version wenig später überschrieben wurde und keine der beiden älteren wenigstens noch in elektronischer Version vorliegt.<br />
                            <br />&#8220;Auch wenn wir einen Artikel schon drei oder viermal aktualisiert haben, kann dann am Abend ein guter Korrespondentenbericht alles ersetzen&#8221;, sagt Meier. Wenn eine Online-Redaktion in solchen Fällen nicht aufpasst, bleibt zwar der Sachstand erhalten, aber die ursprüngliche Meldung verschwindet.</p>
<p>                            <span class="fett">Inakzeptabel für Nutzer?</span></p>
<p>Oder doch lieber nachträglich alle Fakten anpassen? Eine Sisyphos-Arbeit, die eigentlich niemand leisten kann. Und dann ließe sich wieder nachträglich nicht mehr die Berichterstattung nachvollziehen. Ein Dilemma – aber auch ein relevantes?<br />
                            <br />Die befragten Redaktionen sehen in der Praxis kein großes Problem. Natürlich, juristisch angefochtene Inhalte würden sofort aus dem Angebot entfernt, bestätigen sie. Beispiele aus der eigenen Berichterstattung kann oder will aber niemand nennen. Und auch Gefahren durch das Langzeitgedächtnis etwa der Wayback Machine fürchten sie momentan nicht.<br />
                            <br />Im WWW-Wirrwarr, wo Altes neben Neuem stehen kann, würden sich die Nutzer in den im Vergleich zur Gesamtheit des Netzes strukturierten Angeboten von Online-Medien gut zurechtfinden, meint man bei heute.de, stern.de und sueddeutsche.de. Zumal sich im eigenen Angebot direkte Links von aktuellen Meldungen auf ältere Artikel nur fänden, wenn diese noch relevant und nicht überholt seien.<br />
                            <br />Hamm, Meier und Jung-Martin sind sich einig: Dank Datumsstempeln in den Meldungen könnten Nutzer diese problemlos einordnen. Auch wenn das häufig jemandem, der durch interne oder externe Suchmaschinen auf einen Archiv-Artikel aufmerksam wird, wohl nicht so klar erscheinen wird. Kaum ein User kann auf Anhieb erkennen, ob ein Datumstempel nicht nur angibt, wann das letzte Mal ein Tippfehler in einer viel älteren Meldung korrigiert wurde. Medienwissenchaftler Rada kritisiert bei Online-Medien insgesamt einen sorglosen Umgang mit Texten und deren Urhebern: &#8220;Aus Nutzerperspektive ist das nicht zu akzeptieren.&#8221;<br />
                            </p>
<p class="fett">
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