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	<title>Energiewende &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Smart Meter: Der Datenschutz bleibt auf der Strecke</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Dec 2015 09:51:03 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Nicht nur finanziell sind intelligente Stromzähler kein gutes Geschäft. Auch beim Datenschutz gibt es zahlreiche Bedenken gegen die sogenannten Smart Meter. Die Verbrauchsdaten verraten sogar, welches Haushaltsgerät wann in Betrieb ist. Damit ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten für Big Data.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Es ist drei Uhr nachts. Wir befinden uns in einem klassischen Mehrfamilienhaus. Die gesamte Bewohnerschaft hat sich schon vor Stunden schlafen gelegt. Die Waschmaschine bei Müllers im zweiten Stock springt von alleine an – zweieinhalb Stunden Waschgang mit 1.300 Umdrehungen. Natürlich im längeren Energiesparmodus, schließlich möchte man möglichst die Umwelt schonen. Nur die darunter im ersten Stock lebende Familie findet das aber nicht ganz so lustig.</p>
<p>Waschen, wenn der Strom am günstigsten ist. Dies ist eines der Kernargumente der Befürworter von Smart Meter. Und dieser Logik kann man sich auch nicht verschließen: Wer möchte nicht an der Stromrechnung sparen? Dazu braucht es intelligente Haushaltsgeräte sowie sogenannte Smart Meter, die intelligenten Stromzähler. In einem Smart Grid können beliebige Geräte zur optimalen Zeit eingeschaltet werden – alles im Sinne des günstigen Strompreises und der Verschiebung von Lastzeiten. Doch das Waschmaschinen-Beispiel verdeutlicht, dass diese idealisierte Vorstellung meistens an der Realität scheitert.</p>
<h3>Welcher Film läuft im Fernsehen?</h3>
<p>Wie groß ist das Einsparpotential, das intelligente Stromzähler angeblich versprechen? Die meisten Studien kamen zum selben Schluss: Sie kosten viel und sparen wenig. Als die Europäische Union den Einbau von Smart Metern in Haushalten als Zielvorgabe formulierte, sollten die Mitgliedsländer Nützlichkeitsstudien in Auftrag geben. In Deutschland war es die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst &amp; Young, die aber feststellte: Nur für Großverbraucher lohnt sich die Anschaffung finanziell. Haushalte mit bis zu 6.000 Kilowattstunden Verbrauch würden nur 1,2 bis 1,8 Prozent einsparen. Auf dieser Grundlage entschied die Bundesregierung, nur Verbraucher mit mehr als 6.000 Kilowattstunden in die Pflicht zu nehmen.</p>
<p>Um die Energiesparpotentiale optimal ausnützen zu können, müssten Energieunternehmen oder automatisierte Smart Grids die Geräte in einem Haushalt von außen steuern können. Damit ergeben sich aber datenschutztechnische Probleme. Durch Smart Metering hätte ein Stromkonzern detaillierten Einblick in das Verbrauchsprofil eines Haushalts. Je nach Einstellung können die intelligenten Stromzähler auch im Minutentakt Informationen an den Energielieferanten schicken. <a href="http://politik-digital.de/news/smart-meter-1-147605/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das mag zwar gewisse Vorteile haben</a>, jedoch beginnt hier ein empfindlicher Bereich der Privatsphäre. Für die Bundesregierung als auch den Bundestag sind solche Informationen sensible Daten, die besonders vertraulich behandelt werden müssen. Und wer findet die Vorstellung, dass Haushaltsgeräte von alleine anspringen, nicht auch irgendwie gruselig?</p>
<p>Mittels solcher Daten kann präzise ermittelt werden, welche Haushaltsgeräte gerade benutzt werden. Eine von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Studie an der Fachhochschule Münster konnte genau nachvollziehen, welche Geräte in Betrieb waren und welche nicht. Kühlschrank, Mikrowelle und Co. haben spezifische Stromverbrauchsprofile. Vergleicht man die Daten, die der Smart Meter sendet, mit bekannten Verbrauchskurven, ist eine Identifizierung kein Problem mehr. Die Forscher waren sogar in der Lage festzustellen, welcher Film gerade im Fernsehen lief. So lassen sich darüber hinaus Rückschlüsse auf die Zahl der Personen in einem Haushalt schließen.</p>
<h3>Leichtes Spiel für Stromdiebe</h3>
<p>Bisher ist ein solches Ausforschen noch Zukunftsmusik. Der Smart Meter-Rollout bis zum Jahr 2020 eröffnet jedoch völlig neue Perspektiven für Big Data. Man mag es nicht so schlimm finden, wenn der Stromkonzern weiß, ob nun der Fernseher läuft oder nicht. Aber in Verbindung mit anderen Daten – Stichwort Big Data – lassen sich exakte Profile erstellen, die auch Einfluss auf andere Lebensbereiche haben können. Die Frau Schmidt sitzt also nur vor dem Fernseher und kommt nie vom Sofa hoch? Da kann die Krankenkasse doch mal die Beiträge anheben. Natürlich ist das ein überspitztes Szenario, das aber zur Realität werden kann, wenn wir uns der Konsequenzen von Big Data nicht bewusstwerden.</p>
<p>Aber nicht nur Konzerne könnten die Verbrauchsdaten interessant finden. Kriminelle können mithilfe der Informationen Einbrüche planen. Dafür ist meist nur ein Eindringen über Smart Meter nötig – <a href="http://politik-digital.de/news/smart-meter-einfallstor-hacker-147655/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kein unrealistisches Szenario</a>. Auch Stromdiebe können die Daten manipulieren, um hieraus ihren eigenen Vorteil zu ziehen. Bereits 2012 sollen Mitarbeiter des Stromkonzerns Enemalta über 1.000 Smart Meter manipuliert haben, um Energie abzuzweigen. Die intelligenten Stromzähler zeichneten einfach weniger Verbrauch auf. Wer die Täter bezahlte, durfte sich über eine kleinere Stromrechnung freuen. Insgesamt soll dadurch allein in einem Jahr ein Schaden in Höhe von 30 Millionen Euro entstanden sein.</p>
<h3>Verbraucherverbände warnen vor einer „Zwangsdigitalisierung“</h3>
<p>Die Hersteller von Smart Metern führen zu ihrer Verteidigung an, dass die gesetzlichen Vorgaben ausreichende datenschutzrechtliche Vorgaben machen. Unter anderem hat das <a href="https://www.bsi.bund.de/DE/Home/home_node.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik</a> ein Schutzprofil entwickelt – diesen Zertifizierungsprozess müssen Smart Meter durchlaufen. Darüber hinaus muss eine Firewall im Übertragungsmodul installiert werden. Außerdem gelte das Gebot der Datensparsamkeit. Eine minutengenaue Übermittlung der Daten an den Anbieter wird es nicht geben – zumindest vorerst.</p>
<p>Die <a href="http://www.vzbv.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verbraucherzentrale Bundesverband</a> warnt trotzdem deutlich vor einer „Zwangsdigitalisierung“ deutscher Haushalte durch den Einbau von Smart Metern. „Die neue ‚intelligente Infrastruktur‘ bringt für die Mehrzahl der Stromverbraucher mehr Kosten als Nutzen. Eine Modernisierungsoffensive in Deutschlands Kellern darf nicht per Zwang und auf Kosten der Verbraucher verordnet werden“, so Marion Jungbluth, Leitung Team Energie und Mobilität des vzbv. Die Verbraucherschützer plädieren stattdessen für den freiwilligen Einbau. „Darüber hinaus sei das Potenzial der Vernetzung auf Haushaltsebene für die Hebung von Effizienzpotenzialen auf der Netzebene gering“, stellt die Verbraucherzentrale <a href="http://www.vzbv.de/pressemitteilung/smart-meter-verbraucher-lehnen-zwangsdigitalisierung-ab-0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in einer Pressemitteilung</a> fest.</p>
<p><em><strong>Lesen Sie den <a href="http://politik-digital.de/news/smart-meter-1-147605/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ersten Teil der Reihe</a>:</strong></em> Eine erfolgreiche Energiewende braucht nicht nur umweltfreundliche Stromquellen, sondern auch geeignete Abnehmer. Hier kommen intelligente Stromzähler ins Spiel. Darauf aufbauende „Smart Grids“ ermöglichen eine effiziente Energienutzung in einem von starken Schwankungen und dezentralisierten erneuerbaren Energien gekennzeichneten System.</p>
<p><em><strong>Lesen Sie den <a title="Intelligente Stromzähler: Einfallstor für Hacker" href="http://politik-digital.de/news/smart-meter-einfallstor-hacker-147655/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zweiten Teil der Reihe</a>:</strong></em> Intelligente Stromzähler sind künftig unumgänglich. Die sogenannten Smart Meter stehen jedoch im Verdacht, besonders anfällig für Hacker-Angriffe zu sein. Im schlimmsten Fall könnten so ganze Stromnetze lahmgelegt werden.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/eigirdas/2609315441/in/photolist-4Yzqzg-qUWAkV-2deze-5D8GNf-8vXtWh-sQhXu5-vHo6Ng-ouwxoG-5T6X6j-9koxEe-5WeCyV-YDzD-hHeTJN-dhcrhL-68AWeZ-nszzHu-7eKpi2-8ZjSgP-oVcUF-wHNEV7-5K7cna-byksZV-7uXJ64-8byG1L-67t6gQ-51SJ9d-5FjNXX-kXBmWn-9mqoBT-7buwjo-4UX3zP-qRKyHh-kuwNwa-dmnM9X-5UQhBV-4BDBPS-eMzno9-7BrXe-5migh-9NNu3z-6mbccG-wCU4GV-4P7ZdJ-kXBXhz-7Jc27G-B1m1n-ew3TfW-CENQ2-ft3oNz-oHaWD6" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Elglrdas</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Intelligente Stromzähler: Einfallstor für Hacker</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Dec 2015 09:22:53 +0000</pubDate>
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</div><div class="uncode_text_column" ><p>Eine fortschreitende Vernetzung erhöht die potenziellen Angriffsflächen von kritischen Infrastrukturen. „Die Erfahrung bei anderen Technologien zeigt, dass Sicherheitssysteme über kurz oder lang immer »geknackt« wurden, wenn der Anreiz dazu nur hoch genug ist.“ So ernüchternd lautet die Einschätzung des Deutschen Bundestags in seiner 2015 erschienenen Technikfolgenabschätzung zum Thema „Moderne Stromnetze“. Bei Smart Metern wird es nicht anders laufen. Dieser Ansicht sind fast alle Experten. Auch Dominik Spannheimer vom Übertragungsnetzbetreiber <a href="http://www.50hertz.com/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">50Hertz</a> sagt <a href="http://www.sdtb.de/index.php?id=2500&amp;termin=1&amp;tid=3051&amp;tbl=%2FKalender.164.0.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">auf einer Podiumsdiskussion Mitte November</a>: „Es gibt keine hundertprozentige IT- und damit auch Netz-Sicherheit.“</p>
<p>Einerseits kann das Eindringen auf physischem Wege geschehen. Kritische Infrastrukturen sind heute noch zentralisiert und dadurch weitgehend abgesichert – sei es nur der Zaun um das Umspannwerk. In Zukunft wird es aufgrund der großen Zahl von installierten Smart Metern deutlich mehr Angriffspunkte geben. Wer Zugang zu Smart Metern hat, kann diese auch manipulieren. Jedoch ist der Aufwand für einen solchen Einbruch meist zu hoch.</p>
<h3>Wie gehen Angreifer vor?</h3>
<p>Vielmehr versuchen sich Angreifer, über lückenhafte Software und Kommunikationsschnittstellen in das System einzuklinken. Das ist laut Experten oft auch der viel einfachere Zugang. Ein Einfallstor sind zum Beispiel sogenannte SCADA-Systeme, die der Überwachung und Visualisierung der Steuerungsprozesse in einem System dienen. Auch einer der bekanntesten Cyber-Würmer machte sich an diesen zu schaffen: Stuxnet. Veraltete Virensoftware, fehlende Systemupdates, schwache Authentifizierung (Passwörter) oder selten durchgeführte Sicherheitstests sind Schwachstellen von solchen Systemen. Der Bundestag betont in seiner Technikfolgenabschätzung: „Stuxnet ist unter dem Strich weniger in seiner Eigenschaft als konkrete Schadsoftware alarmierend – wichtig ist vielmehr der nun vorliegende Nachweis über die Möglichkeit von Angriffen solcher Qualität. […] Durch Stuxnet wird deutlich, dass die gesamte Sicherheitskonzeption von Systemen zur Prozesssteuerung dringlich zu überdenken und, wo notwendig, der aktuellen Bedrohungslage anzupassen ist.“</p>
<p>Ein großes Problem ist dabei die Standardisierung der Technik. Hätte jedes Messgerät eine andere Software, wäre der Aufwand, in genügend Systeme einzudringen, viel höher. Durch Standard-Komponenten wird es natürlich leichter, in mehr als nur einen einzigen Smart Meter einzudringen. Knacken Hacker einen, knacken sie alle.</p>
<p>Eine der größten Bedrohungen für die Sicherheit von Systemen und damit auch einem intelligenten Stromnetz ist und bleibt darüber hinaus der Faktor Mensch. Ungeschulte Mitarbeiter oder alltägliche Fehler können ein Einfallstor für Angreifer sein. Schon alleine das Öffnen infizierter E-Mails reicht aus, um in ein System einzudringen. Bei einem Test sind kürzlich <a href="http://www.netzpiloten.de/phishing-polizei-sicherheit-mensch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mehr als 50 Prozent der Polizeibeamten auf solche Phishing-Mails hereingefallen</a>. Dass dieses Szenario auf dem Strommarkt nicht nur in der Theorie existiert, beweist eine als „Dragonfly“ bekanntgewordene Hacker-Gruppe. Die IT-Sicherheitsfirma <a href="http://www.netzpiloten.de/phishing-polizei-sicherheit-mensch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Symantec</a> <a href="http://www.symantec.com/connect/blogs/dragonfly-western-energy-companies-under-sabotage-threat" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtete im Sommer 2014</a> über einen breit angelegten Angriff auf die IT-Anlagen der westlichen Energiewirtschaft. „Dragonfly“ nutzt üblicherweise verseuchte E-Mails, um in die Systeme einzudringen. Die eingeschleuste Malware spionierte dann Systeminformationen und Passwörter aus. Wenn die Gruppe die Möglichkeiten genutzt hätte, die ihr offenstanden, so Symantec, hätte die Energieversorgung in den betroffenen Ländern großen Schaden nehmen können. Unter anderem wurden Netzbetreiber, Energieproduzenten und Hersteller für die Industrie infiziert. Betroffen waren vor allem Spanien und die USA. Aber auch deutsche Unternehmen gerieten ins Fadenkreuz der professionell vorgehenden Hacker.</p>
<h3>Was können Angreifer im Stromnetz anrichten?</h3>
<p>Sobald sich die Angreifer Zugang zum System geschaffen haben, stehen ihnen fast alle Möglichkeiten offen. Auf der anderen Seite können Eindringlinge auch systemische Krisen auslösen. Über Smart Meter gelangen sie in die Kommunikationsinfrastruktur und können so durch böswillige Kommandos dem Netzbetreiber sowie dem Smart Grid erheblichen Schaden zufügen. Durch das Senden verfälschter Informationen an den Betreiber können unter anderem falsche Steuerungsaktionen ausgelöst werden. Überlastungen im Stromnetz wären eine mögliche Folge. Wenn die Angreifer die Kontrolle über das System haben, dürfte es auch ein leichtes sein, beispielsweise die Energiezufuhr in U-Bahnen auszuschalten. Doch es könnte auch weitaus gravierendere Folgen haben, so eine entsprechende <a href="https://www.infosys.tuwien.ac.at/staff/skopik/ait/2012_giinf.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie aus Österreich von 2012</a>: „So könnte etwa ein (klassischer) IT-Angriff (z. B. ein Wurm) zum Totalausfall des Stromnetzes führen.“</p>
<h3>Wie wahrscheinlich sind solche Szenarien?</h3>
<p>Die Bedrohungslage ist deutlich. Doch existiert diese nur in der Theorie? Grundsätzlich gilt: Je vernetzter ein System ist, beispielsweise eine Stadt, desto größer ist die Zahl potenzieller Angriffsflächen. Bereits 2012 stellte das Innenministerium fest, dass es immer mehr Cyber-Attacken auf Informationsstrukturen gibt, die gleichzeitig zunehmend professioneller durchgeführt werden. „Zwei bis drei Mal pro Woche bekommen wir einen Angriff mit“, schildert Dominik Spannheimer seine Erfahrungen beim Netzbetreiber 50Hertz.</p>
<p>Smart Meter stehen in besonderem Verdacht, anfällig für Angriffe auf sich selbst und das gesamte Stromnetz zu sein. „In verschiedenen Untersuchungen von IT-Experten wurde gezeigt, dass die Sicherheit marktgängiger Smart Meter mit nicht allzu komplexen und relativ verbreiteten Angriffstechniken kompromittiert werden kann“, stellt der Bundestag in seiner Technikfolgenabschätzung fest. Bereits die Kontrolle über wenige Smart Meter reicht aus, <a href="//www.syssec-project.eu/m/page-media/3/costache-ec2nd11.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">so eine Studie</a>, um gefährliche Spannungsspitzen zu verursachen, die letztendlich zum Blackout führen können. Die öffentliche Sicherheit wäre in der Folge gefährdet.</p>
<p>Der Roman <a href="http://www.randomhouse.de/Buch/BLACKOUT-Morgen-ist-es-zu-spaet-Roman/Marc-Elsberg/e394832.rhd" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Blackout“ von Marc Elsberg</a> beschrieb vor einigen Jahren genau dieses Szenario. Unter anderem hatten Angreifer Smart Meter manipuliert, um das europäische Stromnetz lahmzulegen. Möglich ist das Szenario, wenn auch nicht sehr wahrscheinlich. Die geschilderte Aneinanderreihung fällt wohl in die Kategorie „One in a Million“. Dennoch werden wir uns in Zukunft auf Stromausfälle einstellen müssen. Auf der Podiumsdiskussion Mitte November über die Netzsicherheit warnt Karsten Pieschke von der <a href="http://www.psi.de/de/home/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PSI AG</a>: Wir dürfen uns bezüglich der Netzsicherheit bloß nicht in falsche Sicherheit wiegen. Die PSI AG bietet Leitsystemsoftware für große Versorgungsnetze. Die Software optimiert und steuert den weitaus größten Teil der Deutschen Strom- und Gasnetze sowie viele Versorgungsnetze in Europa und Asien. Vor allem lokale Blackouts werden häufiger vorkommen, so Pieschke. Intelligente Stromzähler und Netze, merkt Dominik Spannheimer an, machen das Roman-Szenario aber durchaus wahrscheinlicher.</p>
<h3>Was kann man dagegen machen?</h3>
<p>IT-Systeme sind niemals zu 100 Prozent sicher. Mit dieser ernüchternden Erkenntnis müssen wir heutzutage leben. Dennoch kann man versuchen, die Wahrscheinlichkeit für erfolgreiche Angriffe auf das Stromnetz zu reduzieren. Dazu braucht es effektive Sicherungsmaßnahmen. Der Deutsche Bundestag zieht bisher aber ein kritisches Fazit: Insbesondere „in den Verteilnetzen, in denen die Automatisierung von Prozessen und die Nutzung von IT bisher keineswegs zum Standard gehören, stellt dies vielfach absolutes Neuland dar.“ Problem ist häufig die Finanzierung, da IT-Sicherheit oftmals noch als Kosten, nicht als Zukunftsinvestition gesehen wird. Viele Sicherungsmethoden sind in der Theorie bekannt, werden in der Praxis aber kaum angewandt, da sie entweder zu teuer oder zu komplex sind.</p>
<p>Das <a href="https://www.bsi.bund.de/DE/Home/home_node.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)</a> hat einen Mindeststandard für die IT-Sicherheit von Smart Metern entwickelt, der in den Augen vieler ausreichend ist. Sandro Gaycken, Direktor der <a href="https://de.esmt.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">European School of Management and Technology</a> und Berater für Cyber-Security, ist jedoch skeptisch. Acht bis zehn Jahre brauche es definitiv noch, bis es gute Sicherheitskonzepte gibt. Viele der heutigen Technologien und deren Markt seien noch nicht ausgereift genug.</p>
<h3>Wie soll man mit der Bedrohung umgehen?</h3>
<p>Praktisch versuche man bei 50Hertz zum Beispiel, Internet und Stromsysteme klar voneinander zu trennen, um Angriffe zu vermeiden. Auch der schlichte physische Schutz von Smart Metern, beispielsweise mit Schlössern, wäre ein Mittel der Sicherung. Regelmäßige Tests der Systeme und Updates sollten vor allem bei den Netzbetreibern und Energieunternehmen selbstverständlich sein. Insgesamt ist es aber trotzdem schwierig, die Sicherheit im Smart Grid zu gewährleisten, da es viele Beteiligte und kaum zentrale Stellen gibt, wodurch die Zahl der Angriffsflächen steigt. Die Offenheit des digitalen Raums hat außerdem zur Folge, dass Angriffe verschleiert und auch fremde Computer für die Attacken missbraucht werden können. Die Möglichkeiten zur Abwehr sowie die Rückverfolgung sind dadurch enorm begrenzt.</p>
<p>Die KRITIS-Strategie des Innenministeriums setzt angesichts der Unvermeidbarkeit solcher Angriffe vor allem auch einen Schwerpunkt auf die Nachsorge. Eine offene Risikokommunikation oder Selbstverpflichtungen oder Selbsthilfe-Fähigkeiten werden von Nöten sein. Das Krisenmanagement muss effizient sein und der Regelbetrieb schnell wiederaufgenommen werden.</p>
<p>Intelligente Stromnetze können niemals zu 100 Prozent sicher sein. Es ist vor allem eine Frage unseres Umgangs mit den möglichen Bedrohungen. Mit einer passenden Vorsorge ist es zumindest möglich, die Wahrscheinlichkeit und Häufigkeit erfolgreicher Angriffe zu verkleinern und ihre Folgen zu minimieren.</p>
<p><em><strong>Lesen Sie den <a href="http://politik-digital.de/news/smart-meter-1-147605/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ersten Teil der Reihe</a>:</strong></em> Eine erfolgreiche Energiewende braucht nicht nur umweltfreundliche Stromquellen, sondern auch geeignete Abnehmer. Hier kommen intelligente Stromzähler ins Spiel. Darauf aufbauende „Smart Grids“ ermöglichen eine effiziente Energienutzung in einem von starken Schwankungen und dezentralisierten erneuerbaren Energien gekennzeichneten System.</p>
<p><em><strong>Lesen Sie den <a title="Smart Meter: Der Datenschutz bleibt auf der Strecke" href="http://politik-digital.de/news/smart-meter-datenschutz-147749/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dritten Teil der Reihe</a>:</strong></em> Nicht nur finanziell sind intelligente Stromzähler kein gutes Geschäft. Auch beim Datenschutz gibt es zahlreiche Bedenken gegen die sogenannten Smart Meter. Verbraucherverbände warnen vor einer „Zwangsdigitalisierung“.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/nayukim/5704133786" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nayu Kim</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Smart Meter – der zweite Schritt der Energiewende</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2015 13:46:32 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-2"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Eine erfolgreiche Energiewende braucht nicht nur umweltfreundliche Stromquellen, sondern auch geeignete Abnehmer. Hier kommen intelligente Stromzähler ins Spiel. Darauf aufbauende „Smart Grids“ ermöglichen eine effiziente Energienutzung in einem von starken Schwankungen und dezentralisierten erneuerbaren Energien gekennzeichneten System.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Bundesregierung plant eine flächendeckende Versorgung mit intelligenten Stromzählern. Bis 2020 sollen die kleinen Computer in allen Haushalten mit einem Verbrauch über 6.000 Kilowattstunden installiert werden. Für Großverbraucher mit mehr als 10.000 Kilowattstunden Nutzung sind sie sogar schon ab 2017 verpflichtend. Das geschieht auf Grundlage einer EU-Richtlinie (<a href="http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2009:211:0055:0093:de:PDF" target="_blank" rel="noopener noreferrer">2009/72 EG</a>), wonach 2020 insgesamt 80 Prozent aller Haushalte mit Smart Metern ausgestattet sein sollen. Die Mitgliedsstaaten sollten hierfür Bedarfsprüfungen durchführen, auf deren Grundlage der wirtschaftliche Nutzen von Smart Metern bewertet wird. Die intelligenten Stromzähler werden nur in jenen Haushalten eingebaut, wo die Einsparungen die Kosten des Einbaus und des Betriebs übersteigen.</p>
<p>Das „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ wird im Frühjahr 2016 im Bundestag beraten. Bereits seit 2010 ist der Einbau von intelligenten Messsystemen für Neubauten und nach umfangreichen Renovierungen Vorschrift.</p>
<h3>Was sind Smart Meter?</h3>
<p>Smart Meter sind digitale intelligente Messgeräte zur Bestimmung des Stromverbrauchs in einem Haushalt oder einem Betrieb. Sie ermöglichen eine wechselseitige Kommunikation zwischen Verbraucher und Versorger. Die bisher üblichen analogen Zähler arbeiteten mittels Aufsummierung des Verbrauchs, während digitale Zähler zu einer zeitgenauen Messung des Strombedarfs verhelfen. Dem Energieunternehmen kann so beispielsweise im 1-, 2-, 15- oder auch 60-Minuten-Takt der Stromverbrauch übermittelt werden.</p>
<p>Ein Smart Meter allein macht aber noch kein intelligentes Messsystem. Das entsteht erst in Kombination mit einem kommunikationstechnischen Modul, dem Smart Meter Gateway. Kommen vereinfacht gesprochen eine Vielzahl von Gateways, entsprechenden Rechenzentren, Steuerungszentralen sowie Energieproduzenten zusammen, spricht man von einem Smart Grid – das intelligente Stromnetz. In ihm werden Angebot und Nachfrage von einer Vielzahl an Akteuren und Technologien auf dem Strommarkt effizient in ein Gesamtsystem integriert.</p>
<h3>Welche Vorteile haben Smart Grids?</h3>
<p>Durch Smart Grids ergeben sich für die Netzbetreiber einige Vorteile, ohne die die Energiewende wohl kaum möglich wäre. Netzkapazitäten können durch die Verschiebung von Spitzenlastzeiten in lastschwächere Zeiten besser genutzt werden. Im Idealzustand schaltet sich die Waschmaschine um drei Uhr nachts von alleine ein. Zu dieser Zeit sind Stromverbrauch und Preis pro Kilowattstunde gering. Vor allem nach dem Aufstehen, während der Mittagszeit und in den Abendstunden treten in Deutschland wochentags Spitzenlasten auf.</p>
<p>Ohne das intelligente Stromnetz kann die Energiewende in Deutschland nicht gelingen. Solar- und Windenergie sind nicht planbar – mal schiebt sich eine Wolke vor die Sonne, mal kommt ein starker Sturm auf. Im Norden weht der Wind, im Süden gibt es blauen Himmel. Die stark schwankenden erneuerbaren Energien bedeuten großen Stress für das Stromnetz. Smart Grids können auf solche Verschiebungen in der Produktion reagieren und sie klug ausbalancieren. Drohende Überlastungen und Engpässe können deutlich besser erkannt, gegengesteuert und vermieden werden.</p>
<p>Allerdings ergeben sich aus der Verwendung von intelligenten Stromzählern und Smart Grids auch Herausforderungen und Probleme &#8211; Cyber-Sicherheit, Datenschutz, Wirtschaftlichkeit, über die wir in den nächsten Wochen berichten werden.</p>
<p><em><strong>Lesen Sie den <a href="http://politik-digital.de/news/smart-meter-einfallstor-hacker-147655/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zweiten Teil der Reihe</a>:</strong></em> Smart Meter stehen im Verdacht, besonders anfällig für Hacker-Angriffe zu sein. Das hat nicht nur Auswirkungen auf den einzelnen Verbraucher. Im schlimmsten Fall könnten so ganze Stromnetze lahmgelegt werden.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.nasa.gov/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NASA</a> (gemeinfrei)</p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-2" data-row="script-row-unique-2" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-2"));</script></div></div></div>
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		<title>Daten aller Länder, vereinigt euch! – Digitale Presseschau KW31</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Aug 2014 13:57:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im Fußball ist die deutsche Mannschaft Weltmeister geworden. Bis hierzulande auch die Internetverbindungen weltmeisterlich werden, kann man aber wohl noch [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Fußball ist die deutsche Mannschaft Weltmeister geworden. Bis hierzulande auch die Internetverbindungen weltmeisterlich werden, kann man aber wohl noch eine Weile warten, wie unser Video der Woche zeigt. Außerdem in der Presseschau zu lesen: Wie die Digitalisierung den Kapitalismus besiegt, warum mathematische Vorurteile immer noch Vorurteile sind, und wie Zeitreisen mit Google funktionieren. Und, damit das klar ist, „Online sein“ ist ohnehin out. Schon seit 1998.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=qfF46JSYI8E" title="Breitband-Internet: Wie Deutschland hinterhersurft" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/qfF46JSYI8E?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Aus gegebenem Anlass: Unser Video der Woche zeigt eindrücklich, wie sehr Deutschland beim Thema Breitband hinterhersurft. In der Eifel wird beim Mailversand nebenher Mittag gekocht und in Berlin-Mitte ist DSL nicht überall verfügbar. Da darf das ZDF-Magazin Frontal 21 schon mal nachfragen, ob die Bundesregierung wirklich glaubt, das würde schon alles irgendwie „marktgetrieben“ funktionieren. Denn die Telekom, seit einiger Zeit ja Mitglied in diesem Markt, sagt dazu nur: „Eine Versorgungsverpflichtung haben wir nicht!“.</p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://green.wiwo.de/die-energiewende-wird-digital-und-strom-gibt-es-kuenftig-fast-umsonst/">Marx Digital</a></h3>
<p>Was hat die digitale Revolution mit der Energiewende zu tun? Eine ganze Menge! Forscher der Stanford-Universität haben ausgerechnet, dass mit dem auf der Welt zur Verfügung stehenden Wind der weltweite Energiebedarf gleich siebenmal gedeckt werden könnte, wie die grüne Wirtschaftswoche berichtet. Voraussetzung: Die Energie muss intelligent verteilt werden – Stichwort Internet der Dinge. Diese Ausgangslage treibt den Ökonomen Jeremy Rifkin so weit, nicht nur das Ende der Energiewirtschaft, sondern gleich das des Kapitalismus zu prophezeien. Mit der Stillung der menschlichen Grundbedürfnisse lasse sich bald kein Geld mehr machen. Man sollte ihm zuhören: In seinem 2001 erschienen Buch „Access“ prognostizierte er die Sharing-Ökonomie  – und wurde belächelt.<br />
<a href="http://green.wiwo.de/die-energiewende-wird-digital-und-strom-gibt-es-kuenftig-fast-umsonst/"><em>green.wiwo.de</em></a></p>
<h3></h3>
<h3><a href="https://netzpolitik.org/2014/how-to-analyze-everyone-teil-ix-predictive-policing-oder-wenn-vorurteile-algorithmen-fuettern/">Der ganz große Minority Report</a></h3>
<p>Der Begriff „Predictive Policing“ ist eng mit der Verbrechensbekämpfung in den USA verbunden. Der Traum eines jeden Polizisten: dank Big Data schon vor dem Täter am Tatort sein. Doch die Zahlen, nach denen solche Programme funktionieren, sind mitnichten neutral, erklärt Anna Biselli auf netzpolitik.org. Wenn Vorurteile zu Algorithmen verhackstückt werden, wird auch das Programm „ausrechnen“, dass dunkelhäutige Migranten mit Rastalocken öfter kontrolliert werden müssen. Während der weiße Herr im Anzug daneben mit ein paar Kilo Koks über die Grenze spaziert.<br />
<a href="https://netzpolitik.org/2014/how-to-analyze-everyone-teil-ix-predictive-policing-oder-wenn-vorurteile-algorithmen-fuettern/"><em>netzpolitik.org</em></a></p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/digitale-kommunikation-sprechen-sie-cobol-1.2063095">Nach der Pause: Programmieren!</a></h3>
<p>Jetzt sind auch noch Java und Objective-C Weltsprachen! Und weil die Schule schließlich auf die Welt vorbreitet, muss man die dort lernen. Anne Schüssler plädiert dafür in ihrem Gastbeitrag auf Süddeutsche.de. So weit, so richtig. Bleibt nur die Frage, wie dann noch Chinesisch und Maschinenbau in den Stundenplan passen, das brauchen wir ja auch. Und das Ganze in G8-Rekordzeit! Dumm nur, dass nach den anschließenden drei Jahren Regelbachelor das gute alte Schulzeit-Programmieren schon kein Mensch mehr kennt. Doch die Autorin kann uns beruhigen: „Wenn man es erst mal begriffen hat, ist es halb so schwer.“<br />
<a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/digitale-kommunikation-sprechen-sie-cobol-1.2063095"><em>sueddeutsche.de</em></a></p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-digital-debatte/digitale-ueberwachung-wir-ahnungslosen-versuchskaninchen-13069122.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2">&#8230;Und Big Data sprach: &#8220;Selber schuld!&#8221;</a></h3>
<p>Big Data hat realen Nutzen. Je mehr Lebensbereiche vermessen und analysiert sind, desto mehr liegt es in der Verantwortung jedes Einzelnen, diese Informationen für sich zu nutzen. Schaurigschön fatalistisch erklärt Evgeny Morozov in der FAZ, warum es dann auch die Schuld der Armen ist, wenn sie arm bleiben: Hätten sie mal auf die guten Tipps ihres Smartphones gehört! Das ist die Überwachungsdividende: Missstände werden optimiert, aber keine Probleme behoben.<br />
<a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-digital-debatte/digitale-ueberwachung-wir-ahnungslosen-versuchskaninchen-13069122.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2"><em>faz.net</em></a></p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://connected.tante.cc/2014/07/28/archivliebe/">Digitale Zeitreise</a></h3>
<p>Das Internet ist dynamisch, innovativ, immer in Bewegung. Bei seiner ganzen Unbeständigkeit ist es aber auch eines: ein riesiges Archiv. Und wie jedes große Archiv (und das Internet ist ohne Zweifel das größte) ist es ohne Index wertlos. Suchmaschinen wie Google stehen dafür zur Verfügung, sie ermöglichen ganze Zeitreisen. Doch ihre Funktion wird bedroht durch das „Recht auf Vergessen“. Denn was passiert in der Bücherei, wenn das Buch zwar noch da ist, aber keiner weiß mehr, wo?, fragt Jürgen Geuter auf seinem Blog.<br />
<a href="http://connected.tante.cc/2014/07/28/archivliebe/"><em>connected.tante.cc</em></a><br />
<strong>Und übrigens</strong>: Wisst Ihr noch, damals, als &#8220;Online Gehen&#8221; wieder total out war? Dieser Ausschnitt aus der <a href="http://www.crackajack.de/2012/09/29/online-gehen-lohnt-sich-das-bravo-screen-fun-1998/">Bravo</a> von 1998 hat uns die Woche versüßt!<br />
Foto: Screenshot<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Durch die Decke denken: Interview mit Juergen Erbeldinger</title>
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		<pubDate>Wed, 22 May 2013 10:46:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wenn wir vor einem Problem stehen, haben wir die Lösung häufig schon im Kopf und kommen immer wieder zu den [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a style="font-size: 16px" href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bild_Designthinking1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-128936" alt="Bild_Designthinking" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bild_Designthinking1.jpg" width="640" height="426" /></a>Wenn wir vor einem Problem stehen, haben wir die Lösung häufig schon im Kopf und kommen immer wieder zu den gleichen Antworten. Dass es auch anders gehen kann, haben Juergen Erbeldinger und Thomas Ramge in ihrem Buch „Durch die Decke denken“ beschrieben. Dahinter steht das Konzept des Design Thinking, eine Management- und Innovationsmethode, die künftig stärker in der Politik eingesetzt werden soll. Wie das gehen kann, erklärt Autor Juergen Erbeldinger im Interview.<br />
<strong>politik-digital:</strong> Fangen wir mal von hinten an: Was beschäftigt Sie, nachdem das Buch erschienen ist, derzeit beim Thema Design Thinking?<br />
<strong>Juergen Erbeldinger</strong>: Derzeit beschäftigt mich das fünfte Kapitel. Im Buch haben wir uns dafür entschieden, nach vier Kapiteln Schluss zu machen. Das erste Kapitel behandelt die Frage: Wie funktioniert Design Thinking konkret? Wie führt man Workshops und Projekte durch, wie verändert man Unternehmen? Das, was mich jetzt sehr stark interessiert, ist die Frage „Wie kann man Design Thinking als Methodenset einsetzen, um gesellschaftspolitisch relevante Fragen zu behandeln?&#8221;. Das wird das fünfte Kapitel.<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><strong>Dr. Juergen Erbeldinger</strong> beschäftigt sich seit zehn Jahren mit Innovations-Management. Er ist Gründer und CEO der <a href="http://partake.de/">partake AG</a> mit Sitz in Berlin. Erbeldinger studierte Volkswirtschaftslehre und Mathematik an der Freien Universität Berlin. Zusammen mit dem Wirtschaftstheoretiker Professor Ulrich Baßeler beschäftigte er sich mit der Simulation von ökonomischen Prozessen und promovierte über die Zusammenhänge zwischen Geldpolitik und Ökonomie. Er berät Unternehmen und Organisationen mit Schwerpunkt auf Innovation von Geschäftsmodellen und -prozessen.<br />
Das Buch <strong><a href="https://www.facebook.com/DurchDieDeckeDenken" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Durch die Decke denken – Design Thinking in der Praxis“</a> </strong>schrieb er gemeinsam mit dem Journalisten Thomas Ramge.</div></div><br />
<strong>politik-digital:</strong> Wie kann Design Thinking interessant für die Politik werden?<br />
<strong>Juergen Erbeldinger:</strong> Wenn man mit alten Methoden und immer den gleichen Ansätzen an Fragestellungen herangeht, dann kommen immer wieder dieselben Antworten heraus. Wenn man immer mit demselben Team arbeitet, bekommt man immer wieder die gleichen Aussagen. Deswegen ist die Herangehensweise im Design Thinking: Wenn es ein vertracktes Problem gibt und es bisher keine Lösung für dieses Problem gibt,muss man mit anderen Methoden arbeiten. Ein Beispiel: Stuttgart 21. Der Umbau des Stuttgarter Innenstadtbereiches ist ein solches Problem. Da sollte man nicht einfach auf ein über 15 Jahre laufendes Planänderungsverfahren setzen, und dann glauben, dass damit die Probleme gelöst werden.<br />
<strong>politik-digital:</strong> Was wäre demnach die Strategie für dieses Problem?<br />
<strong>Juergen Erbeldinger:</strong> Der Planungsansatz bei Stuttgart 21 war gekennzeichnet durch folgendes Vorgehen: “Ich weiß, was die Lösung ist, und jetzt beschreibe ich den Weg dahin“. Das waren alte Planungsansätze. Beim Design Thinking wird die Fragestellung umgedreht: Das Ergebnis bleibt erst mal unscharf und ungewiss. Vielmehr sollte die Frage nach der richtigen Frage gestellt werden! Um beim Thema S21 zu bleiben: Ist es die Aufgabe von S21 gewesen, den Zugfahrt nach Paris um 7 Minuten zu verkürzen? War das der Anlass für das Projekt? Mit gesundem Menschenverstand hätte man sich hier schon sehr früh fragen müssen, wie viele Leute denn überhaupt von Stuttgart nach Paris fahren und ob es das wirklich wert ist, dafür derart viel Geld auszugeben. Vermutlich hätte man dann schon sehr früh sehen können, dass es eigentlich um etwas ganz anderes geht. Wahrscheinlich wäre herausgekommen, dass es bei S21 konkret darum geht, den Güterbahnhof zu trennen, um damit eine Bundesstraße zu entlasten, denn da fehlte eine Zugstrecke.<br />
Auf diese Art und Weise schält man Schicht von Schicht von jedem Problem herunter, bis man den Kern der Sache entdeckt. Und erst dann fängt man an, daran zu arbeiten. Aus diesem iterativen Vorgehen, dem Arbeiten mit Unsicherheit, entstehen neue Lösungen. Da sollte man auch mal für fünf Minuten zulassen, dass man das Ergebnis nicht kennt und noch nicht weiß, wie man dahin kommt.<br />
<strong>politik-digital:</strong> Dieses Vorgehen ist für Politiker natürlich sehr untypisch, denn sie geben gerne vor, schon genau zu wissen, was sie wollen. Wie kriegt man Politiker dazu, dass sie Nichtwissen eingestehen?<br />
<strong>Juergen Erbeldinger:</strong> Politiker treten gerne vor die Öffentlichkeit und behaupten, sie wüssten, wie es geht. Das tun sie, weil sie glauben, damit wiedergewählt zu werden und erfolgreich zu sein. Die Umkehrung von dem Prinzip wäre ja, dass Politiker bekennen „Ich weiß es nicht, aber ich beschäftige mich vernünftig mit dem Problem“. Wenn dieses Bekenntnis Erfolge bringt, dann wird sich etwas ändern. Deswegen muss man den Politikern verständlich machen, dass sie auch dann gewählt werden, wenn sie nicht behaupten, sie wüssten alles und würden alle Lösungen kennen. Weil es ihnen sowieso niemand abnimmt. Und ich glaube, dass wir an diesem Punkt anfangen, Verhaltensänderungen hervorzubringen.<br />
<strong>politik-digital:</strong> Ist es auch ein Teil der Design Thinking-Methode, Verhaltensänderung bei den Rezipienten zu bewirken?<br />
<strong>Juergen Erbeldinger:</strong> Ich bin mir sicher, wenn jemand erlebt, wie stark diese Methode echte Lösungen bringt, wenn man am Anfang die Lösung nicht kennt , dann wird er anfangen, das zu leben und sich verändern. Ich habe das am eigenen Leibe erlebt. Ich bin Volkswirtschaftler und noch dazu Theoretiker und habe mich mit der Bildung von Theorien beschäftigt. Analytischer und strukturierter geht es nicht! Dazu kommt meine zweite Profession als Mathematiker. Ich hab irgendwann gemerkt, dass etwas fehlt, wenn man immer nur analytische, dekonstruktivistische Ansätze wählt. Es geht mehr! Und tatsächlich sind Intuition, Pluralität, Transdisziplinarität und Kreativität Themen, die in diesem Jahrtausend eine riesige Rolle spielen werden. Weil sie viel angemessener für die Fragestellungen sind, als das, was wir in den letzten 100 Jahren gemacht haben.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2012_Dr_Juergen_Erbeldinger.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-128937 alignleft" alt="2012_Dr_Juergen_Erbeldinger" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2012_Dr_Juergen_Erbeldinger.jpg" width="236" height="220" /></a><br />
<strong>politik-digital:</strong> Als „Wunderheilmittel“ gegen Politikverdrossenheit werden seit einiger Zeit Partizipation und Bürgerbeteiligung genannt. Aber die Beteiligung der Bürger bleibt oft intransparent in diesen Verfahren. Meist wird nicht deutlich, was denn nun genau vom Bürger übernommen wurde. Ist es für Design Thinking nicht ein Ausschlusskriterium, wenn der Bürger nur konsultiert wird, aber nicht mitentscheiden kann?<br />
<strong>Juergen Erbeldinger:</strong> Ich finde es grundsätzlich richtig, wenn man die Möglichkeit hat, den Bürger zumindest einzubinden, indem man ihn um seine Meinung fragt. Dafür bietet sich das Internet als Medium an, um ganz direkt Stellung zu verschiedenen Dingen zu beziehen. Wenn jemand eine Entscheidung trifft und dafür eintritt, muss er aber auch mit den Konsequenzen leben. Auch dann, wenn sein Vorschlag scheitert. Das unterscheidet den Bürger vom Politiker. Als Politiker übernehme ich politische Verantwortung und habe dann die Möglichkeit des politischen Rücktritts, wenn das, was ich vertrete, nicht funktioniert.<br />
<strong>politik-digital:</strong> Verspricht Partizipation auf kommunaler Ebene mehr Erfolg, weil hier die Bezugspunkte zum täglichen Leben näher sind?<br />
<strong>Juergen Erbeldinger:</strong> Ja. Ich denke, dass der Wunsch nach Teilhabe und Partizipation der Bürger größer ist, je näher die Politik an der Lebenswirklichkeit der Bürger ist. Natürlich ist ein Bürger, dem durch den Bau einer Starkstromtrasse eine Wertminderung seines Grundstücks ins Haus steht, sehr daran interessiert, dass diese Trasse nicht gebaut wird. Aber schon, wenn es darum geht, dass der Bau dieser Stromtrasse zu mehr Arbeitsplätzen führt und somit in vielerlei Hinsicht von Vorteil für diese Gemeinde ist, fällt auf, dass die Probleme vielschichtig sind. An dieser Stelle kommt Design Thinking wieder ins Spiel: Wenn die Leute mit ihren verschiedenen Interessen an einen Tisch geholt werden, wenn sie mal, etwa im Rahmen einer Simulation, Rollen tauschen und somit Gegenperspektiven kennenlernen, bringt das schon die erste Kommunikation. Design Thinking kann also durchaus ein Prozess sein, der die Art der Meinungsbildung entscheidend prägt und unter Umständen auch ganz andere Lösungen hervorbringen kann. Man sollte bei diesem Beispiel die Fragen stellen, ob die Trasse überhaupt in der Form gebaut werden muss oder ob es nicht Alternativen gibt. Darum geht es bei diesen Design Thinking-Konzepten.<br />
<strong>politik-digital:</strong> Hätten Sie der Bundeskanzlerin nach Fukushima geraten, erst einmal zu warten, bevor der Atomausstieg beschlossen wird? Im Sinne des Design Thinking hätte sie Zeit und Raum benötigt, den die Regierung nicht hatte. Wie bringt man Zeit und den Zwang zur Reaktion im politischen Umfeld unter einen Hut?<br />
<strong>Juergen Erbeldinger:</strong> Design Thinking braucht nicht notwendigerweise Zeit. Damit kann man sehr schnell reagieren. Zwar braucht man Zeit, um eine Energiewende zu bewerkstelligen, aber man braucht vor allen Dingen politischen Willen! Das betrifft aber nicht nur die Regierungsparteien. Als Rot-Grün damals den Atomausstieg verabschiedet hat, hätte man mit aller Macht darauf drängen müssen, Antworten auf die Frage zu finden: „Wie sieht denn jetzt das neue energiepolitische Konzept aus, mit dem wir die bundesdeutsche Wirtschaft in die Zukunft führen wollen?“.<br />
Man hat zu spät angefangen, konsequent einen energiepolitischen Konsens zu finden und zu fragen, mit welchem Energiemix man zukünftig arbeiten will. Heute werden keine Pumpenkraftwerke mehr gebaut, weil Erdgas so billig ist. Was ist das denn bitte für eine kurzfristige Perspektive? Diese Fragen sollte man mal angehen! Und da ist Design Thinking eine der Methoden, mit der man da arbeiten kann.<br />
<strong>politik-digital:</strong> Das wäre aber schon eine kleine Revolution, weil das ja eine andere Haltung bedingt. Sehen Sie Politiker, mit denen man so arbeiten könnte?<br />
<strong>Juergen Erbeldinger:</strong> Ja, auf jeden Fall! Und das auch parteiübergreifend. Wir arbeiten an einem Format, das sich „governancelab“ nennt. Wir versuchen, einen Raum zu finden, in dem sich Politiker, Industrie und Bürger treffen können. Wir bieten Methodenwerkzeuge, Räume und vor allem auch erfahrene Moderatoren, um Probleme mit Design Thinking zu bearbeiten. Dieses Format haben wir im Bundestag vorgestellt. Viele MdBs sind offen für die Idee, mal einen neuen Meinungsbildungsprozess auszuprobieren. Und für viele war es vor allem interessant, in ihren Heimatwahlkreisen damit Themen zu besetzen. Hier sieht man wieder den Bezug zur regionalen Bindung. Interessanterweise haben sich auch die Industrieunternehmen, die wir angesprochen haben, in der gleichen Weise geäußert, da sie das alte Lobbying für tot erklärt haben. Ich glaube, dass man mit Design Thinking etwas aufbauen kann, was eine ganz große Akzeptanz haben wird.<br />
<strong>politik-digital:</strong> Das heißt also, dass Lobbyvertreter in solche Prozesse mit einbezogen werden sollten?<br />
<strong>Juergen Erbeldinger:</strong> Genau. Auf der einen Seite die Politik, also Politiker und Verwaltung, auch die Ministerialebene sollte mit einbezogen werden. Gleichzeitig müssen die betroffenen Unternehmen durch die vertretenden Lobbyisten mit an den Tisch. Und natürlich auch die Bürger.<br />
<strong>politik-digital</strong>: Aber wer vertritt eigentlich die Bürger? Wie würden Sie die Bürger mit einbeziehen? Brauchen wir da eine Organisation?<br />
<strong>Juergen Erbeldinger</strong>: Als Design-Thinker würde ich sagen, wir brauchen jeweils sehr starke segmentspezifische, beobachtende Benutzergruppen. Also würde man tatsächlich mal fragen, wer von dieser bestimmten Politikmaßnahme betroffen ist. Das genau ist der Gedanke: „Triff keine Annahme über deine Zielgruppe, sondern lade deine Zielgruppe mal ein“. Dann wird oft festgestellt, dass es gar nicht die richtige Zielgruppe ist. Das Ergebnis kann sehr verblüffend sein. Einfach nicht mit dem Bürger zu sprechen, weil man ihn nicht kennt, ist jedenfalls der falsche Weg.<br />
<strong>politik-digital:</strong> Lässt sich Design Thinking auch digitalisieren bzw. virtualisieren oder ist der direkte, persönliche Kontakt nicht zu ersetzen?<br />
<strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cover_durchdiedecke_3D_klein.png"><img decoding="async" class="size-full wp-image-128962 alignleft" alt="cover_durchdiedecke_3D_klein" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cover_durchdiedecke_3D_klein.png" width="200" height="287" /></a>Juergen Erbeldinger:</strong> Ja und Nein. Man kann sehr viel über digitale Medien machen. Man kann sehr gut und schnell Informationen finden und verteilen. Man kann zusammen an unterschiedlichen Orten arbeiten, man kann sich austauschen, man kann skypen. Das alles hilft, Design Thinking zu ermöglichen, weil wir nicht im selben Raum sitzen müssen, aber wir müssen auch miteinander reden. Zudem lassen sich mit den digitalen Medien sehr gut Fragebogentechniken abbilden, Beobachtungssituationen jedoch weniger gut, weil die Kamera immer nur einen festen Punkt hat. Wenn ich aber mit dabei, also im selben Raum bin, dann kann ich selbst den Raum ganz anders wahrnehmen. Und diese Beobachtungssessions, also, wenn man einen Kunden einen ganzen Tag oder eine ganze Woche lang begleitet, und schaut, was er macht, das lässt sich aus meiner Sicht nicht digitalisieren.<br />
<strong>politik-digital:</strong> Brauchen wir eine andere Haltung bei den Politikern, diese Sachen selbst erleben zu wollen, zu erfahren und zu teilen? Ist es eine Plattitüde zu sagen, die Politiker früher waren ja noch „Leute wie wir, wie das Volk“?<br />
<strong>Juergen Erbeldinger</strong>: Ich finde die Plattitüde an der Stelle sehr hilfreich. Aus des Volkes Mitte, das ist doch gut. Ich möchte mich jetzt nicht als Helmut Kohl-Fan outen, aber das war jemand, der in seinem Wahlkreis sehr stark verankert war. Johannes Rau genauso. Aber je mehr man sich entfernt von den Leuten, die man vertritt, braucht man Instrumente, um zu verstehen, wen man da überhaupt vertritt, wer das überhaupt ist. Da würde ich ansetzen, und da kann Design Thinking einen großen Beitrag leisten. Ein Verständnis haben für denjenigen, den man vertritt und für dessen Bedürfnisse. Eine Innovation der Methoden, wie man zu Entscheidungen kommt und natürlich auch der Prozess, mit dem man arbeitet. Auch Liquid-Themen will ich da nicht ausschließen.<br />
&nbsp;<br />
Bilder: <a href="http://www.flickr.com/photos/joerg-u/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HainYogi</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY NC SA</a>), partake AG , Redline Verlag</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>Energiewende kollaborativ gestalten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Schumacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Oct 2012 15:33:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Energiewende]]></category>
		<category><![CDATA[Kollaborative Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftung Neue Verantwortung]]></category>
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					<description><![CDATA[Ohne Stromnetzausbau keine Energiewende &#8211; die Bundesregierung ist sich in diesem Punkt einig. Nicht so die Bevölkerung, bei der die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/energiewende-kollaborativ-gestalten/netzausbau/" rel="attachment wp-att-121539"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-121539" title="Foto: Christoph Schrief cc-by-nc-sa-3.0" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Netzausbau.jpg" alt="" width="630" height="420" /></a>Ohne Stromnetzausbau keine Energiewende &#8211; die Bundesregierung ist sich in diesem Punkt einig. Nicht so die Bevölkerung, bei der die groß angelegten Stromautobahnen weiter in der Kritik stehen. Was kann gegen die fehlende Akzeptanz getan werden? Die gemeinnützige Denkfabrik “Stiftung Neue Verantwortung“ hat sich sich in den vergangenen Monaten mit der Thematik befasst und nun Handlungsempfehlungen vorgestellt.</p>
<p>Was haben wir von Stuttgart 21 gelernt? Diese Frage beschäftigte ein Team von Experten für die <a title="Stiftung Neue Verantwortung" href="http://www.stiftung-nv.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stiftung Neue Verantwortung</a> in den letzten 18 Monaten. Ihr Auftrag: Die Erstellung eines &#8220;Policy Brief&#8221;, der nicht als Fahrplan, sondern als Baukasten für künftige umstrittene Großprojekte herhalten soll. Und da es momentan kein größeres (und umstritteneres) Projekt als die Energiewende gibt, befasste sich das Team von Experten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit dem Thema Netzausbau und dessen fehlender Akzeptanz der Bevölkerung. Das Ergebnis, das vergangenen Donnerstag im Rahmen einer Podiumsdiskussion in Berlin vorgestellt wurde, ist der <a href="http://www.stiftung-nv.de/THINK-TANK/Themenschwerpunkte/Projekte-2011_2012/150799,1031,146951,-1.aspx" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Policy Brief „Deutschlands Energiewende – Demokratie kollaborativ gestalten“</a>. Dabei sehen die Spezialisten in der Umsetzung der Energiewende auch eine Chance, die Demokratie in Deutschland weiterzuentwickeln. Dreh- und Angelpunkt dabei ist das von der Idee einer Open-Source-Demokratie inspirierte Konzept einer kollaborativen Demokratie. Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen, ist nach Meinung der Autoren nur machbar durch Partizipation der Bürger, auch beim Thema Netzausbau.</p>
<h3>Sechs Stufen informeller Beteiligung</h3>
<p>Wie die Expertengruppe feststellte, ist das bestehende &#8220;Netzausbaubeschleunigungsgesetz Übertragungsnetz&#8221; (NABEG) sehr formell gehalten und binde Bürger nur sporadisch ein. Dies sei ein Problem, wenn man durch die Beteiligung der Bürger größere Akzeptanz schaffen wolle. Den Vorwurf, dass Bürgerbeteiligung und eine Beschleunigung des Netzausbaus nicht vereinbar seien, hält das Expertenteam für unsinnig. Im Gegenteil sei es unerlässlich, Bürger an Großprojekten zu beteiligen, so ihre Empfehlung. Deshalb hat das Team sechs Stufen informeller Beteiligung erarbeitet, die auch bei der <a href="http://www.bmu.de/energiewende/beschluesse_und_massnahmen/doc/46503.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesfachplanung</a> greifen sollen, mit der die Netzbetreiber ihre Pläne für Korridore und konkrete Trassenverläufe vorlegen müssen.</p>
<p>Im <strong>ersten</strong> Schritt müsse danach der Träger des Vorhabens (und die Behörden) <strong>das gesellschaftliche Umfeld</strong>, in dem die Planung stattfinden wird, umfassend <strong>analysieren</strong>. Durch &#8220;Stakeholder-Mapping&#8221;, Feedbacksammlung und Befragungen sollen nicht nur relevante Akteure ermittelt werden, sondern auch potentielle Konflikte aufgeführt werden.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><strong>Hintergrund:</strong> Die Stiftung Neue Verantwortung ist eine gemeinnützige Denkfabrik, die interdisziplinäres und sektorübergreifendes Denken entlang der wichtigsten gesellschaftspolitischen Themen unabhängig und überparteilich fördern will. Die Stiftung baut dabei auf eine enge Verzahnung von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. </div></div> Der<strong> zweite</strong> Schritt umfasst die Informationspolitik: Der Planungs- und Bauprozess sollte laut den Experten von einer möglichst <strong>offenen und zugänglichen Informationsarbeit</strong> begleitet werden. Eine notwendige Maßnahme, wenn man sich die <a href="http://www.netzentwicklungsplan.de/content/konsultation-2012" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konsultation des Netzentwicklungsplans</a> (NEP) anschaut. Viele Bürger beklagten dabei die fehlende Informationspolitik der Netzbetreiber zu den konkreten Trassenverläufen. Bürgerforen, mobile Infoboxen, Online-Plattformen oder Begehungen könnten für die unverzichtbare Dialogbereitschaft mit den Bürgern sorgen, so die Empfehlung.</p>
<p>Die Experten setzen sich im <strong>dritten</strong> Schritt für einen zentralen Ort des Dialoges ein. Im Geiste eines <strong>Runden Tisches</strong> sollen sich Vorhabenträger, Behörden und betroffene Akteure zusammensetzen und sachlich sowie konstruktiv tragfähige Lösungen auf Augenhöhe suchen. Damit das Ganze nicht in eine reine Schauveranstaltung ausartet, sollten sich die Behörden und Vorhabenträger bereit erklären, die gemeinsam entwickelten Ergebnisse des Dialogforums verbindlich zu prüfen und in die Planung einzuarbeiten, raten die Experten.</p>
<p>Durch das sogenannte Joint Fact Finding im <strong>vierten</strong> Schritt, soll eine <strong>gemeinsame Faktenbasis</strong> geschaffen werden. Im oben genannten Dialogforum soltlen Fragestellung, Ausschreibung und die Vergabe von Gutachten mit allen beteiligten Parteien beschlossen werden, um eine Erhärtung der Fronten zu vermeiden.</p>
<p>Der <strong>fünfte</strong> Schritt beinhaltet die gemeinsame Planung bzw. einen <strong>Planungsdialog</strong>. Hiermit sollen die unterschiedlichen Perspektiven der Bevölkerung aufgenommen und mit konkreten Trassenplanungen in Einklang gebracht werden, um Konfliktsituationen erst gar nicht aufkommen zu lassen. Das könne ebenfalls im Dialogforum geschehen, aber auch im Online-Dialog, so die Expertengruppe.</p>
<p>Der<strong> sechste </strong>Schritt befasst sich mit der <strong>finanziellen Beteiligung von Bürgern</strong>. Wie erste Bürgerbeteiligungsprojekte von Offshore-Windparks zeigen, akzeptieren Bürger Großprojekte mehr, wenn sie in irgendeiner Form finanziell daran beteiligt sind. Die Experten der Stiftung Neue Verantwortung schlagen deshalb eine Art Bundesnetzbrief im Stile einer Bundesanleihe vor.</p>
<p>Die Stiftung Neue Verantwortung und ihr Expertenteam haben mit ihrem Policy Brief „Deutschlands Energiewende – Demokratie kollaborativ gestalten“ die vorhandenen Beteiligungsstrategien gelungen herausgearbeitet und gut zusammengefasst. Den sechs Möglichkeiten der informellen Beteiligung fehlt jedoch größtenteils der Bezugspunkt zur Energiewende. Zunächst angedacht für die Bundesfachplanung, scheint der Plan vielmehr ein generelles Konzept zu sein, als eine echte Lösung zu versprechen. Spannend ist nun die Frage, inwieweit sich Netzbetreiber oder Behörden auf einen solchen Vorschlag einlassen werden.</p>
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		<title>Energiewende: „Einbindung der Bürger zwingend erforderlich“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Schumacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Jul 2012 10:11:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Energiewende]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Josef Fell]]></category>
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					<description><![CDATA[Der geplante Stromnetzausbau stellt die Bundesregierung vor ein Problem: Wie soll sie das Verfahren beschleunigen, ohne die Interessen der Bürger [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/energiewende-einbindung-der-buerger-zwingend-erforderlich/abgeordneter-hans-josef-fell-b%c2%9fndnis90-die-gr%c2%9fnen/" rel="attachment wp-att-118725"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-118725" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/hans-josef-fell-e1341482893760.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a><br />
<strong>Der geplante Stromnetzausbau stellt die Bundesregierung vor ein Problem: Wie soll sie das Verfahren beschleunigen, ohne die Interessen der Bürger auf der Strecke zu lassen? politik-digital.de und hoechstspannend.de setzen sich gemeinsam dafür ein, den (Online-)Dialog zwischen Bürgern, Netzbetreibern und staatlichen Stellen zu fördern. Im Interview hat der energiepolitische Sprecher der Grünen, Hans-Josef Fall, genau das gefordert.</strong></p>
<p><strong>politik-digital:</strong> Herr Fell, Sie sind seit 2005 energiepolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion und der Kopf hinter dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Für wie wichtig halten Sie den Netzausbau für eine erfolgreiche Energiewende?</p>
<p><strong>Hans-Josef Fell:</strong> Die erneuerbaren Energien haben eine ganz andere Struktur als die konventionelle Energieversorgung, vor allem durch den hohen schwankenden Anteil von Sonne und Wind. Deshalb brauchen wir auch eine Veränderung unseres Netzsystems, um die großen Strommengen, die wir aus den erneuerbarer Energien neu erschließen, dorthin zu bringen, wo die Stromnachfrage groß ist. Darüber hinaus muss über eine neue Netzinfrastruktur ein Ausgleich für diese Schwankungen organisiert werden.</p>
<p><strong>politik-digital:</strong> Vor wenigen Wochen wurde der Netzentwicklungsplan der vier Netzbetreiber vorgestellt. Was halten Sie von dem Plan?</p>
<p><strong>Hans-Josef Fell:</strong> Zunächst muss man wissen, dass es nur ein Netzentwicklungsplan ist, den vier Unternehmen vorgestellt haben, die im Höchstspannungsbereich tätig sind. Dementsprechend ist der Blick sehr stark auf die Wirtschaftlichkeit gerichtet.<br />
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, flexibel auf die Schwankungen von Sonne und Wind zu reagieren und diese auszugleichen. Das beginnt bei den Verteilnetzen, über die wir schon viel ausgleichen können, und geht weiter mit der intelligenten Zusammenschaltung erneuerbarer Energie-Technologien. Beispielsweise kann Biogas Lücken in der Sonnen- und Windenergie ausgleichen. Oder man richtet sich beim Verbrauch stärker nach dem Windstromangebot. Den Plan der Netzbetreiber für den Bau neuer Hochspannungsleitungen halte ich für überdimensioniert. Wir könnten viel mehr auf die bestehenden Leitungen zurückgreifen. Das heißt aber nicht, dass wir keine neuen Hochspannungsleitungen brauchen. Ich denke, da wird es einen Bedarf geben, aber hier müssen wir erst einmal auch die anderen Möglichkeiten nutzen.</p>
<p><strong>politik-digital:</strong> Wir von politik-digital sind an einem Dialog zwischen Staat, Netzbetreiber und den Bürgern interessiert. Inwieweit sehen Sie Konfliktpotential bei den geplanten Stromautobahnen und wie kann man einen potentiellen Konflikt Ihrer Einschätzung nach umgehen? Was hat die Politik aus Stuttgart21 gelernt?</p>
<p><strong>Hans-Josef Fell:</strong> Natürlich wird das nicht ganz ohne Konflikte von statten gehen. Einfach deshalb, weil es um den Bau neuer technischer Leitungen geht. Man kann sie nicht verstecken, selbst die Erdverkabelung hat noch einen gewissen Einfluss, auch wenn sie natürlich viel besser akzeptiert ist, weil sie optisch viel unauffälliger ist. Wir müssen die Menschen vor Ort sehr stark in die Planung und Entwicklung einbinden. Wir müssen ihnen gut erklären, dass genau diese Leitungen gebraucht werden und nicht beispielsweise der Ausbau eines Kohlekraftwerks. Wenn die Bürger Vorschläge machen können, wie Trassenleitungen eventuell anders gelegt werden können, wird das die Akzeptanz in der Bevölkerung erhöhen. Das würde den Ausbau leichter machen.</p>
<p><strong>politik-digital:</strong> In den Medien hört man ja viel von der fehlenden Akzeptanz der Energiewende beziehungsweise des Netzausbau durch die Bürger. Wie könnte man diese Akzeptanz von staatlicher Stelle weiter fördern?</p>
<p><strong>Hans-Josef Fell:</strong> Die Akzeptanz können wir dann erhöhen, wenn die Bürger gut eingebunden sind. Der Vorschlag von Herrn Rösler, eine Bürgerbeteiligung auf sechs Wochen zu beschränken, ist das glatte Gegenteil. Wir brauchen genügend Zeit. Das wird den Ausbau letztlich auch beschleunigen, denn wenn es keine Akzeptanz in der Bevölkerung gibt, müssen wir mit Klagen rechnen, und dann wird alles viel länger dauern. Dies gilt es zu vermeiden und deswegen ist eine gute Einbindung der Bürger zwingend erforderlich.</p>
<p><strong>politik-digital:</strong> Sehen Sie Vorteile und Chancen in der Online-Bürgerbeteiligung? Und in der Möglichkeit, Themen online zu diskutieren und die verschiedenen Akteure miteinander zu vernetzen?</p>
<p><strong>Hans-Josef Fell:</strong> Die Frage, wie man nun die Bürgerbeteiligung am besten organisiert, hängt davon ab, welche Angebote man den Bürgern macht. Da ist das klassische Angebot der Bürgerversammlungen und Anhörungen. Auch Eingaben dürfen nicht vergessen werden. Wir müssen aber auch Plattformen im Internet nutzen, weil viele Bürger schnell Zugriff darauf haben und ihre Meinung kundtun können. Das ist eine große Chance, aber es darf nicht die einzige Möglichkeit der Beteiligung sein, denn es gibt Bürger, die das Internet nicht nutzen, und auch die müssen gehört werden.</p>
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		<title>E-Partizipation: Beteiligungsportal höchst-spannend.de eröffnet Energiewende-Dialog</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ralf Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 May 2012 10:45:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Energiewende]]></category>
		<category><![CDATA[neueVerwaltung]]></category>
		<category><![CDATA[E-Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Aktivisten]]></category>
		<category><![CDATA[DEMOS]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Informations- und Beteiligungsportal höchst-spannend.de trägt Informationen zum Netzausbau zusammen und ermöglicht allen Beteiligten eine Diskussionsplattform. Nun öffnet das Forum [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/e-partizipation-beteiligungsportal-hoechst-spannend-de-eroeffnet-energiewende-dialog/windpark_2/" rel="attachment wp-att-116583"><img decoding="async" class="size-full wp-image-116583 alignnone" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/windpark_2.jpg" alt="" width="580" height="386" /></a><br />
Das Informations- und Beteiligungsportal höchst-spannend.de trägt Informationen zum Netzausbau zusammen und ermöglicht allen Beteiligten eine Diskussionsplattform. Nun öffnet das Forum seine Pforten.</p>
<p>Ziel der E-Plattform ist es, Netzbetreibern, Naturschutzverbänden, Bürgerinitiativen und Genehmigungsbehörden einen Dialog zum Thema Energiewende zu ermöglichen. Tagesaktuelle und medienübergreifende Nachrichten und Veranstaltungshinweise geben ebenso Aufschluss über den Stand des Netzausbaus wie Studien, Audio- und Videobeiträge sowie Stellungnahmen von Netzbetreibern, Bürgerinitiativen, Wissenschaftlern und weiteren Akteuren. Auf einer interaktiven Karte werden sämtliche Informationen zu den geplanten Stromtrassen dargestellt. Weiter bietet höchst-spannend.de moderierte Internetdiskussionen und Video-Live-Chats sowie Hinweise auf Informationsveranstaltungen und Beteiligungsmöglichkeiten an.</p>
<p>Der Startschuss für <a href="http://hoechstspannend.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">höchst-spannend.de</a> fällt im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema „Netzausbau und Partizipation“ beim <a href="http://www.neue-verwaltung.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kongress neueVerwaltung</a>, der vom 22. bis 23. Mai in Leipzig stattfindet. Teilnehmer sind Rüdiger Kruse (MdB, CDU), Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Landesverband Hamburg e. V. (SDW), Dr. Dirk Manthey, Verantwortlicher für Projektkommunikation bei der 50Hertz Transmission GmbH, Rotraut Hänlein, Projektmanagerin Netzintegration bei der Deutschen Umwelthilfe e.V. und Klaus Rohmund, Vorsitzender der Bürgerinitiative „BI 380-kV-Werra-Meißner“ e.V.</p>
<p>Idee, Konzept und Umsetzung von höchst-spannend.de stammen von dem E-Partizipationsanbieter <a href="http://www.demos-deutschland.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DEMOS</a>. Als Projektpartner unterstützen der Geoinformationsdienstleister <a href="http://www.geoglis.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GeoGLIS</a> und <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a> das Beteiligungsportal.</p>
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