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	<title>Enquete Kommission &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Enquete Kommission &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Neues von der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Philip Matthiessen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Oct 2018 12:26:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 28. Juni 2018 setze der Bundestag die Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche Potenziale“ ein. Zielsetzungen seien [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/181016_KILunchtalk.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-155423" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/181016_KILunchtalk-630x312.jpg" alt="Lunch-Talk von AI Hub Europe" width="630" height="312" /></a></p>
<p>Am 28. Juni 2018 setze der Bundestag die Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche Potenziale“ ein. Zielsetzungen seien vor allem die Formulierung von Handlungsempfehlungen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI), so die Mitteilung des Deutschen Bundestags. Doch was ist seit Juni passiert, welche konkreten Aufgaben hat die Kommission und wie kann sie ihre Ziele erreichen?</p>
<p>Diesen Fragen stellten sich am Dienstag die Vorsitzende der Kommission, Daniela Kolbe (SPD) und die Obfrau von Bündnis 90/Die Grünen in der Kommission, Anna Christmann beim Lunch-Talk &#8220;Künstliche Intelligenz in Politik &amp; Wirtschaft&#8221; auf Einladung vom <a href="http://ai-europe.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AI-Hub Europe</a> und Telefónica Deutschland. An der Diskussion nahmen außerdem der Veranstalter Markus Heimann, Director Business &amp; Market Intelligence bei Telefónica Deutschland und Jörg Bienert, Vorstand des KI-Bundesverbandes teil. Die Moderation übernahm Daniel Abbou, Gründer des Newsportals AI-Hub Europe.</p>
<p>Einführend erläuterte Heimann die Chancen von Machine/Deep Learning, für Telefónica Deutschland. So seien konkrete Anwendungsbeispiele z.B. ein Algorithmus, der Datensätze von Netzwerkelementen auswertet, erkennt, wo Systeme in der Vergangenheit ausgefallen sind oder aktuell ausfallen und darauf aufbauend Prognosen erstellt, wo zukünftig wahrscheinlich Systemelemente ausfallen werden. Dies ermögliche optimale Ressourceneffizienz, so Heimann. Ein anderes Beispiel seien sogenannte Chat-Bots, die jetzt schon eine große Hilfe im Kundensupport seien und zukünftig noch wichtiger würden. In seinem Plädoyer wünscht sich Heimann neben mehr Förderung von KI-Forschung durch Bundesgelder auch die Weiterentwicklung der schulischen und akademischen Ausbildung, um zukünftig die Nachfrage nach Data-Scientists und anderen branchenrelevanten Talenten zu bedienen.</p>
<p>Die Einsetzung der Enquete-Kommission erfolge zu einem spannenden Zeitpunkt, da die meisten Parteien noch kein wirkliches KI-Programm haben, viele Unternehmen aber schon damit experimentieren würden und das Thema in der öffentlichen Debatte präsent sei. Die Kommission soll nun Orientierung geben und Antworten auf Fragen wie „Was wollen wir mit KI erreichen – gesellschaftlich und unternehmerisch?“ finden, so die Vorsitzende Kolbe. Ein konkreter Arbeitsplan könne noch in diesem Jahr erwartet werden.</p>
<p>Christmann schlägt als Teil der Kommission vor, sich in der zukünftigen Arbeit an der französischen Strategie zu orientieren, die sozusagen im Alleingang vom Parlamentarier Cedric Villani geschrieben wurde. Villani, preisgekrönter Mathematiker, hält darin fest, für eine erfolgreiche Entwicklung von Künstlicher Intelligenz und dem Umgang damit seien drei Dinge zentral, Experten, umfassende Daten und eine belastbare Infrastruktur. Oberste Priorität hätten für Villani ökologische Anwendungen, so Christmann weiter.</p>
<p>Insgesamt sind sich die Diskussionsteilnehmer einig, dass mehr in die Bildung und vor allem in die digitale Bildung investiert werden muss, damit Deutschland wettbewerbsfähig bleibt. Entscheidend sei auch, dass mehr Chancen für risikofreudige Unternehmensgründungen im KI-Bereich geschaffen und eine möglichst enge europäische Abstimmung auf dem Gebiet, beginnend mit einer deutsch-französischen Partnerschaft, erreicht werden muss.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: © <a href="http://ai-europe.eu/2nd-ai-hub-europe-event-with-telefonica-basecampberlin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AI-Hub Europe</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>&#034;Digital Natives&#034;: Von Ureinwohnern und Einwanderern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Rieder]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Aug 2014 14:35:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Gerne behauptet und doch nie schlüssig belegt, geistert das Begriffspaar von „digitalen Ureinwohnern“ und „digitalen Einwanderern“ seit mehr als zehn [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/girl_pc_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145433" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/girl_pc_bearb.jpg" alt="girl_pc_bearb" width="640" height="280" /></a>Gerne behauptet und doch nie schlüssig belegt, geistert das Begriffspaar von „digitalen Ureinwohnern“ und „digitalen Einwanderern“ seit mehr als zehn Jahren durch Internet und analoge Welt. Es ist an der Zeit, die Buzzwords beiseite zu legen und sich endlich mit den Inhalten zu beschäftigen.<b> </b><br />
Vor Kurzem veröffentlichte der Schweizer Blogger und Lehrer Philippe Wampfler einen Aufruf: „Bitte verzichtet auf den Begriff &#8216;digital natives&#8217;!“– und traf damit einen Nerv<b>. </b>Der Begriff „Digital Natives“ ist eigentlich ein alter Hut. Geprägt wurde er 2001 von dem Manager und Pädagogen Marc Prensky, der in einem Aufsatz mit dem Titel <a href="http://www.marcprensky.com/writing/Prensky%20-%20Digital%20Natives,%20Digital%20Immigrants%20-%20Part1.pdf">„Digital Natives, Digital Immigrants“</a> forderte, Lehrer müssten sich auf eine Generation einstellen, die ihr ganzes Leben „umgeben von Computern, Videospielen, Handys und all den anderen Spiel- und Werkzeugen der Digitalen Ära“ verbracht hat. Prensky behauptete, Digital Natives verfügten als „Muttersprachler“ der digitalen Sprache nicht nur über profunde Kenntnisse im Umgang mit Technologie, sondern verarbeiteten Informationen auch fundamental anders als alle Generationen vor ihnen. Auch wenn Prensky seine Behauptungen nicht belegte und sich der Artikel vor allem wie ein Werbetext für die von ihm propagierte Methode des „Digital Game-based Learning“ liest, wurde die Unterscheidung zwischen Digital Natives und Digital Immigrants zu einem beliebten Aufhänger für Diskussionen über die Implikationen der Digitalisierung.<br />
Bis heute wird mit Vorliebe ein Generationenkonflikt heraufbeschworen zwischen denen, für die eine Trennung zwischen online und offline vermeintlich nicht mehr existiert, und denen, die nicht wie selbstverständlich bloggen, posten, twittern und chatten. Doch wie steht es eigentlich um die Fakten? Geht die „Netzgeneration“ wirklich so selbstverständlich und kompetent mit Technologie um? Und unterscheidet sich ihr Mediennutzungsverhalten tatsächlich grundsätzlich von dem der älteren User?</p>
<h3>Der Mythos bröckelt</h3>
<p>Laut <a href="http://www.initiatived21.de/2013/04/pressemitteilung-nonliner-atlas-2013-zahl-der-internetnutzer-steigt-wieder-nur-geringfugig-datenschutz-und-sicherheitsbedenken-sind-haufige-grunde-fur-nichtnutzung/">(N)Onliner Atlas 2013</a> haben 97 Prozent der unter 30-jährigen Deutschen einen Internetzugang, von den 60- bis 69-Jährigen nutzen fast zwei Drittel das Netz, und bei den über 70-Jährigen sind die Offliner mit 70 Prozent deutlich in der Mehrheit. Dass jüngere Menschen das Internet stärker nutzen, ist also nicht abzustreiten. Die Studie fand allerdings noch mehr Ungleichheiten: zwischen Stadt und Land, Männern und Frauen, Menschen mit hohem und solchen mit niedrigem Bildungsabschluss, Armen und Reichen. Nicht nur das Alter hat einen Einfluss darauf, ob und wie man im Netz unterwegs ist, sondern eine Vielzahl sozioökonomischer Faktoren.<br />
Nun macht einen Menschen allein der Fakt, dass er einen Internetzugang besitzt, noch lange nicht zu einem Digital Native. <a href="http://www.manager-magazin.de/unternehmen/it/a-625126-2.html">Begeisterte Anhänger</a> des Begriffs preisen die „neue Generation“ als eine, für die das Internet nicht nur Kommunikationsmittel, sondern ein Kulturraum sei, den sie durch selbst generierte Inhalte, soziale Vernetzung und pausenlose Partizipation immer weiter ausbaue. Digital Natives hätten nicht nur eine ganz eigene Vorstellung von Freundschaft, Privatheit und Identität, sondern nutzten wie selbstverständlich die Möglichkeiten des Netzes, um ihre Meinung kund zu tun und aktiv Einfluss auf das Weltgeschehen zu nehmen. Ein wirkmächtiges Bild &#8211; nur gibt es auch zur Mediennutzung junger Menschen mittlerweile zahlreiche Studien, die ganz deutlich dafür sprechen, dass es an der Zeit ist, den Begriff Digital Natives zu entmystifizieren.<br />
Zwar verbringen Jugendliche immer mehr Zeit im Netz, die Onlineaktivitäten ersetzen jedoch lediglich den Konsum klassischer Medien und nicht andere Freizeitaktivitäten. Nichtmediale Aktivitäten wie Treffen mit Freunden und Unternehmungen mit der Familie spielen weiter eine große Rolle. Wenn man die Nutzung des Netzes durch junge Menschen genauer betrachtet, wird außerdem deutlich, dass sie es eben nicht so proaktiv und andersartig anwenden, wie von Anhängern des Digital Natives-Konzepts behauptet. Den größten Stellenwert hat laut <a href="http://www.mpfs.de/?id=613">JIM-Studie 2013</a> der kommunikative Austausch über E-Mails, Chats und soziale Medien. Die kreative Produktion von Content ist im Alltag der jungen Generation unterdessen nur von marginaler Bedeutung.<br />
Es kann also keine Rede davon sein, dass die Nutzung des Internets durch alle seit 1980 Geborenen sich fundamental von der Nutzung durch ältere Menschen unterscheidet. Die Attribute, die den Digital Natives zugeschrieben werden, treffen höchstens auf eine kleine gesellschaftliche Elite zu, die sich nicht durch ihr Alter, sondern durch eine intensive Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des Internets auszeichnet. Einige „Silversurfer“ bewegen sich genauso sicher im Netz wie „Screenager“, entscheidend sind vor allem individuelle Interessen und sozioökonomische Faktoren.</p>
<h3>Digitale Kompetenz geht alle Altersgruppen etwas an</h3>
<p>Die Einteilung in Digital Natives und Digital Immigrants ist aber nicht nur faktisch falsch, sondern auch konzeptuell problematisch. Sie betreibt ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Othering">„Othering“</a> und stellt unüberwindbare Gegensätze her, wo keine existieren. Nicht alle jungen Menschen lassen sich in eine Schublade stecken, <a href="http://henryjenkins.org/2007/12/reconsidering_digital_immigran.html">es gibt nicht die eine einzige Erfahrungswelt oder Identität</a>, die alle teilen. Vielmehr existieren in der Generation der vermeintlichen Digital Natives genauso wie im Rest der Gesellschaft Unterschiede im Bezug auf Online-Kompetenzen, Erfahrungen und Identitäten. Nur weil Menschen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, möglicherweise weniger Hemmungen im Umgang mit neuen Medien haben, heißt das noch lange nicht, dass sie sie auch kompetent anwenden können.<br />
Und das ist das eigentliche Problem an der Unterscheidung zwischen Digital Natives und Digital Immigrants: Sie täuscht darüber hinweg, dass sich Kompetenzunterschiede im Umgang mit Medien durch das Nachrücken jüngerer Generationen nicht einfach von selbst erledigen, und sie vermittelt Älteren das Gefühl, sie seien qua Geburtsjahr vom technologischen Wandel ausgeschlossen. Bei all der berechtigten Euphorie über die Möglichkeiten neuer Informationstechnologien darf aber nicht vergessen werden, dass das Wissen um die Potentiale, die die digitale Welt bietet, niemandem in die Wiege gelegt wird, sondern Jung wie Alt vermittelt werden muss. Womit wir beim Thema digitale Medienkompetenz oder „Digital Literacy“ angelangt wären – einem Bildungsbereich, der noch immer sträflich vernachlässigt wird.<br />
Digital Literacy meint die Fähigkeit, Inhalte und Kommunikationsprozesse in den digitalen Medien zu verstehen und einzuordnen. Natürlich stellt sich die Frage, welche Fähigkeiten im Umgang mit Medien wertvoll sind &#8211; damit ist der Medienkompetenzbegriff immer normativ. Bei der Vermittlung eines kompetenten Umgangs mit dem Internet darf es deshalb auch nicht darum gehen, aus einer elitären Perspektive heraus Menschen zu verurteilen, die kein Tech-Blog oder Twitteraccount betreiben und stattdessen lieber den neusten Promiklatsch lesen oder Kochrezepte herunterladen. Zu welchem Zweck und in welchem Umfang das Internet genutzt wird, ist schließlich immer noch Geschmackssache. Ziel muss es viel mehr sein, Menschen, jung wie alt, nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch Mündigkeit im Umgang mit dem Medium Internet, also die kritische Rezeption der Inhalte und das Wissen über die Möglichkeit, selbst Inhalte zu produzieren, zu vermitteln. Denn obwohl das Erstellen von Content sicher nicht die einzig sinnvolle Nutzung des Netzes darstellt, gilt in der digitalen Welt genau wie in der analogen: Nur wer partizipiert, kann sich und seinem Anliegen Gehör verschaffen.</p>
<h3>Es fehlt ein schlüssiges Konzept</h3>
<p>Erst vor einigen Tagen erklärte die Bundesregierung in der <a href="http://politik-digital.de/14-berliner-hinterhofgespraech-alles-oder-nichts-die-digitale-agenda-der-bundesregierung-2014-2017/">Digitalen Agenda</a>, die digitale Medienkompetenz aller Generationen stärken zu wollen, damit „sich jede und jeder Einzelne sicher, informiert und aktiv in der digitalen Gesellschaft verwirklichen kann“. An koordinierten Programmen mangelt es aber bisher und die Digitale Agenda bietet auch nicht mehr als Absichtserklärungen. Einzig die Initiative „Ein Netz für Kinder“, die kindgerechte digitale Angebote fördert, wird als konkretes Projekt in dem Papier erwähnt. „Sichere Surfräume“ für Kinder zu schaffen, wie es das <a href="http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/kinder-und-jugend,did=131814.html">Bundesfamilienministerium</a> formuliert, ist eine nette Idee, viel relevanter wäre es jedoch, generationenübergreifend Kompetenzen für ein aufgeklärtes Surfen auch außerhalb von Schutzräumen zu vermitteln. Bereits im Oktober 2011 hatte die Internet-Enquete in einem Zwischenbericht angemahnt, die Förderung von Medienkompetenz sei eine wichtige staatliche und gesellschaftliche Aufgabe, und hatte eine bessere Vernetzung einzelner geförderter Initiativen sowie neue Bildungskonzepte und Aufklärungskampagnen gefordert. Doch seither hat sich wenig getan. Dazu, wie Jugendlichen von klein auf ein aufgeklärter Umgang mit digitalen Medien mitgegeben werden kann oder wie ältere Menschen für digitale Entwicklungen begeistert werden können, fehlen kohärente Konzepte. Die Förderung der Medien- und Informationskompetenz in der Praxis wird weitgehend den Landesmedienanstalten, privaten Vereinen und einzelnen Initiativen überlassen. Inwieweit und vor allem wie tiefgreifend digitale Medienkompetenz in Schulen vermittelt wird, ist ebenfalls Glückssache und hängt häufig von den Kenntnissen und vom Einsatz einzelner Lehrer ab.<br />
Dabei wäre ein schlüssiges Konzept zur Kompetenzvermittlung für alle Altersschichten wichtiger denn je. Allein der Umstand, dass immer mehr Informationen nur noch online verfügbar sind, sei es zu Anträgen beim Jobcenter oder zu Versicherungspolicen, und Entscheidungs- wie Beteiligungsprozesse durch Online-Petitionen, Bürgerhaushalte oder öffentliche Konsultationen zunehmend digitalisiert werden, macht deutlich, wie wichtig ein kompetenter Umgang mit den neuen Medien wirklich ist. Zudem ist die Vermittlung von Medienkompetenz die einzig praktikable Antwort auf viele „Gefahren“ des Netzes wie Identitätsdiebstahl, Betrug und Falschinformationen, die durch technische Mittel schwer zu bannen sind. Deshalb reicht es nicht, auf binäre Kategorien zurückzugreifen und sich damit abzufinden, dass einige nun mal Digital Natives und andere Digital Immigrants sind. Bildungsangebote und ein gleicher Ressourcenzugang für alle können dafür sorgen, dass jeder im Netz „heimisch“ werden kann.<br />
Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/benchan/10904338893" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Benjamin Chan</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Zwischen Transparenz und Themenlast &#8211; die schwierige Arbeit der Internet-Enquete</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/zwischen-transparenz-und-themenlast-die-schwierige-arbeit-der-internet-enquete-128294/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Apr 2013 15:44:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik im Bundestag]]></category>
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		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
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					<description><![CDATA[Ihre Aufgabe bestand darin, einen Pudding an die Wand zu nageln. Die &#8220;Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft&#8221; hatte vor, die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/zwischen-transparenz-und-themenlast-die-schwierige-arbeit-der-internet-enquete/fotogroesser-3/" rel="attachment wp-att-128311"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-128311" title="Magnus (CC BY-NC-ND 2.0)" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/FotoGroesser2.jpg" width="616" height="462" /></a>Ihre Aufgabe bestand darin, einen Pudding an die Wand zu nageln. Die &#8220;Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft&#8221; hatte vor, die mit dem Netz verbundenen Chancen und Probleme aufzuarbeiten, Bestandsaufnahme und Handlungsanweisung zugleich zu liefern. Das Ergebnis der etwa dreijährigen Arbeit wurde heute Nachmittag im Bundestag diskutiert. Es ist weniger ein Leitfaden für politisches Handeln geworden, mehr eine Analyse der aktuellen Lage. Als die durch 179 Gruppentreffen und 20 öffentlichen Sitzungen geschwappte Meinungsflut Ende Januar verebbte, waren alle schlauer. Und auch ziemlich erschöpft.<br />
Ihre Arbeit ließ alle Kommissionsmitglieder am eigenen Leib spüren, wo die Spannungsfelder des Internets liegen &#8211; einem Medium wohlgemerkt, das sich täglich verändert und alle Gesellschaftsbereiche berührt. Schwer genug, doch zu den Fragen um direkte Demokratie und Transparenz gesellten sich dann noch ganz traditionelle Probleme des Politikbetriebs: taktierende Abgeordnete und Themenüberfrachtung.<br />
Im März 2010 nahm die <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/125/1712550.pdf">Arbeit</a> der &#8220;Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft&#8221; ihren Anfang. Zu diesem Zeitpunkt fiel der Startschuss für eine Untersuchung, die in der Parlamentsgeschichte bis dato einzigartig ist, denn nie zuvor hat eine parlamentarische Kommission die Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft und Internet in dieser Tiefe und auf diese Art analysiert. Die dafür eingesetzte Untersuchungsgruppe bestand aus 17 Politikern und der gleichen Zahl an <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/mitglieder/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Experten</a>. Letztere wurden von den Bundestagsparteien berufen, wobei sich die quantitative Zusammensetzung aller Kommissionsmitglieder jeweils nach dem Parteienproporz richtete. Die Experten stammten aus unterschiedlichen Richtungen, u.a. aus der Softwareentwicklung, Kunst oder aus Verbänden. Insgesamt waren 29 Berufsgruppen vertreten, so dass die Enquete-Arbeitsgruppe genauso vielseitig war wie das Themenspektrum. Das deckte alle vom Netz erfassten oder ihm immanenten Felder ab, von speziellen Bereichen wie dem Urheberrecht bis hin zum allgemeinen Komplex &#8220;Wirtschaft, Arbeit, Green IT&#8221;.<br />
Neu an der Internet-Enquete war aber nicht nur das Thema, sondern auch die Tatsache, dass der Bürger als &#8220;<a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/Online-Buergerbeteiligung_Uebersicht/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">18. Sachverständiger</a>&#8221; online mit in die Diskussion einbezogen wurde. Er konnte die 20 öffentlichen Sitzungen per Stream verfolgen und sich über eine Online-Plattform an der Debatte beteiligen. Mitwirkungsmöglichkeit und Transparenz trugen weiter zur Einzigartigkeit des Projekts bei &#8211; streuten aber auch Sand ins Getriebe einer Maschine, die sowieso schon übertourt lief und unter dem Gewicht von Politik und Thema ächzte.<br />
Direkte, online-gestützte Demokratie und Transparenz sind zwei Forderungen, die insbesondere aus den Reihen netzpolitisch aktiver Bürger an Legislative und Regierung gestellt werden. Insofern war es nur konsequent, die Zwischenergebnisse der Kommission auf einer eigenen Webseite diskutieren zu lassen. Obgleich mit technisch bedingter Verzögerung online gegangen und von den Bürgern eher verhalten genutzt, wurde die Partizipationsoption nahezu von allen Experten befürwortet. Genau hier liegt aber ein Knackpunkt, war doch der Bürger-Input nach Meinung einiger Sachverständiger (noch) nicht gut genug organisiert. &#8220;Wir haben es leider oft nur geschafft, fertige Berichtsteile zur Diskussion zu stellen. Dabei sollte die Beteiligung nicht erst zum Ende einsetzen, sondern möglichst früh, um beispielsweise Probleme und Lösungswege in den Diskussionsprozess zu tragen&#8221;, so der Mitbegründer des Arbeitskreises gegen Internet-Sperren und Zensur, <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/mitglieder/freude_alvar/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alvar Freude</a>. Sein Statement findet sich im Schlussteil des Berichts, zusammen mit den Äußerungen anderer Experten.<br />
Die Bürgerbeteiligung wurde außerdem durch ein Problem gehemmt, das symptomatisch für die vernetzte Gesellschaft ist: der Zeitdruck. Jeder wollte auf die Bürger hören, kaum einer hatte die Zeit dazu. &#8220;Das war eine Komplexitätsstufe zu viel für mich“, gibt die Politikwissenschaftlerin <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/mitglieder/hofmann_jeanette/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jeanette Hofmann</a> zu, stellvertretend für ihre Kollegen. Grundsätzlich, schreibt die Social-Media-Beraterin <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/mitglieder/simon_nicole/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nicole Simon</a>, dürfe von keinem Abgeordneten verlangt werden, auf jede Anfrage sofort reagieren zu müssen. Erreichbarkeit kann also Zumutung werden &#8211; und Transparenz vielleicht auch?<br />
Neben den 20 Kommissionssitzungen wurden einige Treffen innerhalb der Projektgruppe ebenfalls im Internet gestreamt. Die Sachverständigen begrüßten die Offenlegung mehrheitlich, stießen sich aber in Teilen an der Konfliktinszenierung, die auf diese Weise begünstigt wurde. &#8220;Mir ist aufgefallen, dass sich die Parlamentarier, sobald die Kameras eingeschaltet waren, teilweise komplett anders als sonst verhielten. Die Gespräche in den Projektgruppen, die nicht gestreamt wurden, verliefen anders als die Enquete-Sitzungen, die übertragen wurden“, fasst der Juraprofessor <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/mitglieder/gersdorf_hubertus/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hubertus Gersdorf</a> seine Beobachtung zusammen. <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/mitglieder/tausch_cornelia/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cornelia Tausch</a> vom Dachverband der Verbraucherzentralen bringt die Arbeit vor der Kamera deutlich griffiger auf den Punkt: Die Show habe in den Streams stattgefunden, die Kooperation daneben. Dahinter steckt die Erfahrung, dass Politiker abseits des Rampenlichts eher bereit sind, ungefestigte Positionen zuzugeben und den Schlagabtausch mit dem gegnerischen Lager zurückzustellen.<br />
Überhaupt waren es auch Probleme der Offline-Welt, mit denen sich die Internet-Experten auseinandersetzen mussten. Einige problematisierten z. B. den Einfluss von Lobbygruppen. Zudem wünschte sich manch ein Sachverständiger größere Unabhängigkeit gegenüber der Partei, die ihn aufgestellt hatte. Alvar Freude etwa konstatierte, dass die Koalition &#8220;das Abstimmungsverhalten der von ihr benannten Sachverständigen erstaunlich gut im Griff“ hatte. <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/mitglieder/beckedahl_markus/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Markus Beckedahl</a>, Gründer von netzpolitik.org, machte Geschäftsordnungstricks aus, wann immer eine Mehrheit in Gefahr geriet. &#8220;Zu Beginn habe ich noch an das Werbeversprechen geglaubt, dass eine Enquete-Kommission als Untersuchungskommission ohne Parteibrillen sich dem Thema ergebnisoffen nähern möchte. Das sollte sich schnell als falsch erweisen.“<br />
Deswegen jedoch die beteiligten Politiker als rein machtgetrieben und vereinnahmend abzutun, greift ebenfalls zu kurz. Im Bericht finden sich auch Stimmen, die ihnen Sachkenntnis und Bereitschaft zur konstruktiven Diskussion bescheinigen. Zumal am Ende alle Beteiligten ein Problem gemeinsam hatten: die schier unerschöpfliche Themenvielfalt &#8211; die auch noch von tagesaktuellen Debatten verbreitert wurde, die gar nicht zum Arbeitsauftrag gehörten. Das passende Fazit vom Künstler und Netzaktivisten &#8220;<a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/mitglieder/padeluun/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">padeluun</a>&#8220;: &#8220;Wir hatten einfach viel zu viel Stoff für eine einzige Enquete – mit unseren Fragestellungen wären auch acht Kommissionen gut ausgelastet gewesen.“<br />
Vor dem Hintergrund der Probleme, on- wie offline, wirkt das Erreichte durchaus beachtlich &#8211; sei es die Verankerung des Digitalen in der politischen Diskussion, die (ausbauwürdige) Online-Bürgerbeteiligung und das in Berichtform gesammelte Fachwissen. Der Pudding wurde nicht an die Wand genagelt, beim Versuch haben die Beteiligten aber viel gelernt. Ihre Pause ist verdient.<br />
Zum Thema haben wir auch eine <a href="http://politik-digital.de/abschluss-der-internet-enquete-digitale-presseschau/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digitale Presseschau</a> zusammengestellt.</p>
<div>
Bild: Magnus (CC BY-NC-ND 2.0)<br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" />
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		<title>Enquete-Kommission stellt Gutachten vor</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/enquete-kommission-stellt-gutachten-vor-123750/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Germar Molter]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Nov 2012 16:26:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik im Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Enquete Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Montag stellte die Enquete-Kommission des Bundestags „Internet und digitale Gesellschaft“ ihre Zwischenberichte zu den Themen Demokratie und Staat sowie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/enquete-kommission-stellt-gutachten-vor/bundestag_u-bahn/" rel="attachment wp-att-123751"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-123751" alt="U-Bahnhof Bundestag" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bundestag_U-Bahn-630x419.jpg" width="630" height="419" /></a>Am Montag stellte die Enquete-Kommission des Bundestags „Internet und digitale Gesellschaft“ ihre Zwischenberichte zu den Themen Demokratie und Staat sowie Wirtschaft, Arbeit und Green IT vor. Bald soll aus ihr ein ständiger Ausschuss werden.</p>
<p>Die Kommission, die es seit rund zweieinhalb Jahren gibt, verabschiedet – wie andere Enquete-Kommissionen – zwar keine verbindlichen Beschlüsse, sondern Empfehlungen, doch lassen einige ihrer Ratschläge aufhorchen.</p>
<p>Eine zentrale Empfehlung der Enquete-Kommission: Ab der nächsten Legislaturperiode soll ein ständiger Bundestagsausschuss „Internet und digitale Gesellschaft“ eingerichtet werden. Die Fraktionen waren sich in diesem Punkt überparteilich einig – die Empfehlung wurde einstimmig verabschiedet.</p>
<h3>Wie frei sollen Informationen sein?</h3>
<p>Weiterhin kam die Enquete-Kommission überein, dass die anonyme oder pseudonyme Nutzung des Internets „essenziell“ sei für die freie Meinungsäußerung.</p>
<p>Innerhalb der Kommission blieb es aber umstritten, wie mit Auskunftsanfragen von Bürgern umgegangen wird: Soll der Bürger sein Informationsinteresse gegenüber einer Behörde begründen müssen oder soll die Behörde begründen, wenn sie dem Bürger die angefragte Auskunft nicht erteilt?</p>
<p>Uneinigkeit bestand auch im Umgang mit Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags. Forderungen nach Freigabe der Gutachten unter freier Lizenz nach einer Sperrfrist von sechs Monaten fanden keine Mehrheit. Ebenso verhielt es sich mit der Forderung, der Informationsfreiheit Verfassungsrang einzuräumen.</p>
<h3>Umweltaspekte im Blick</h3>
<p>Thema war zudem der Stromverbrauch von Servern. Hier soll die Initiative „Klimaneutrale Rechenzentren für Deutschland“ bis zum Jahr 2015 das Ziel erreichen, dass rund 40 % der Server in Deutschland klimaneutral betrieben werden.</p>
<p>Außerdem soll der IT-Bereich in Deutschland für Fachkräfte attraktiver und die Medienkompetenz der Arbeitnehmer verbessert werden. Im Auge behalten wird die Entwicklung der zunehmenden Entgrenzung von Arbeitszeit und Ruhe- oder Freizeit. Hier soll der Gesetzgeber gegebenenfalls prüfen, ein Recht der Arbeitnehmer auf Nicht-Erreichbarkeit zu verankern.</p>
<p>Die Sitzung der Enquete-Kommission ist als Video abrufbar auf der <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Homepage der Kommission</a>.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/internationale-datenschutzkonferenz-von-paragrafenreitern-und-versaeumnissen/cc-lizens/" rel="attachment wp-att-121978"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-121978 alignleft" alt="CC-BY-SA-Lizenz" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x53.png" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Internet-Enquete: Progression statt Stagnation?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/internet-enquete-progression-statt-stagnation-16396/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Wilke]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Mar 2012 14:29:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik im Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Adhocracy]]></category>
		<category><![CDATA[Enquete Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Enquete]]></category>
		<category><![CDATA[Liquid Democracy]]></category>
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					<description><![CDATA[Beim Thema politische Partizipation muss das Internet wesentlich gezielter genutzt werden, denn bislang hat es noch nicht seine volle Wirkung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/internet-enquete-progression-statt-stagnation/enquetebild/" rel="attachment wp-att-16406"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-16406" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Enquetebild-630x316.png" width="630" height="316" /></a>Beim Thema politische Partizipation muss das Internet wesentlich gezielter genutzt werden, denn bislang hat es noch nicht seine volle Wirkung entfalten können. Darüber herrschte bei der gestrigen öffentlichen Anhörung der Enquete-Kommission zum Thema „Internet und digitale Gesellschaft“ allgemeiner Konsens.</p>
<p>Geladen waren sechs Experten, die bereits im Vorfeld von den Parteien zu einigen Aspekten befragt worden waren, und zu denen die Gäste<a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/dokumentation/Sitzungen/20120319/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> schriftlich Stellung</a> genommen hatten. In den knapp vier Stunden der Sitzung stellten sie sich den Fragen der Abgeordneten und des „18. Sachverständigen“, der sich über die<a href="https://enquetebeteiligung.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Internetseite der Enquetebeteiligung</a> zu Wort melden konnte. Die Leitfragen der Diskussion waren unter anderem: Wie erreichen wir durch die Nutzung des Internet eine höhere Beteiligung der Bürger am politischen Prozess? Wie bedeutend ist die E-Partizipation und wie kann man sie noch attraktiver machen? Ist E-Partizipation generations-, geschlechts- oder bildungsspezifisch?</p>
<h3>Sachkenntnis und Wissen adäquat einbringen &#8211; dazu ist Disziplin erforderlich</h3>
<p>Zu diesen Fragen äußerten sich die Sachverständigen recht kritisch. So meinte der Politikwissenschaftler Professor Gerhard Vowe von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, dass etwa 50 Prozent der Bürger der politischen Partizipation aus dem Weg gingen. Die partizipierenden „Digitalbürger“ hingegen machten nur ein Fünftel der Bevölkerung aus und diese seien zumeist junge, hoch gebildete Menschen, die es von jeher gewohnt seien, das Internet umfangreich zu nutzen. Wichtig sei besonders, dass man sich der Schnelligkeit des Netzes anpasst. Dr. Markus  Linden, Politikwissenschaftler an der Universität Trier, sorgte mit seiner Aussage, dass die Forderung nach mehr E-Partizipation nur ein Krisenausgleich der Bundesregierung sei und sie vor allem an der Vielzahl der Anforderungen innerhalb der Diskussion kranke, für umfassenden Gesprächsstoff.</p>
<h3>Alle Akteure müssen teilnehmen können</h3>
<p>Schlechte Nachrichten gab es ebenfalls von Daniel Reichert, Vorstandsvorsitzender des Vereins Liquid Democracy. Nur 30 Prozent der rund 2.600 Nutzer der Adhocracy-Plattform glaubten an die Effektivität der Plattform und ihren Einfluss auf die Realpolitik, was nicht zuletzt dem fehlenden Feedback der Abgeordneten des Ausschusses geschuldet sei. Trotz dessen sei es aber ein Erfolg, so Reichert, dass es überhaupt die Möglichkeit der E-Partizipation gebe und jeder die Chance habe, diese auch zu nutzen. Daniel Reichert betonte weiterhin, dass die vorhandenen Beteiligungsplattformen noch einfacher gestaltet und zum Teil professionell moderiert werden müssten.</p>
<p>Die Bundesregierung kritisierte Reichert für die bisherige Nutzung der bekannten Tools und Angebote zur E-Partizipation. Statt enorme Summen in bundeseigene Plattformen zu stecken, sollten gemeinnützige Vereine mit ausgearbeiteten Konzepten unterstützt werden, ergänzte Stefan Wehrmeyer, Software-Entwickler bei der Open Knowledge Foundation Deutschland und Leiter des Projektes FragdenStaat.de. Professor Christian Neuberger von der Ludwig-Maximilians-Universität München ermahnte die Kommission, dass es momentan kein positives Leitbild für E-Partizipation gebe, was insbesondere daran liege, dass es bislang mehr Spekulation als Forschung betrieben würde und die vorhandenen Forschungsergebnisse nicht ausreichend berücksichtigt würden.</p>
<h3>Die Vertrauenskrise ist nicht durch Transparenz zu lösen</h3>
<p>Positiv  bewertete die bisherige Errungenschaften der Enquete-Kommission Christoph Kappes, Geschäftsführer der Fructus GmbH. Die Möglichkeit der Online-Partizipation durch den „Klick-Aktivismus“ sei zudem die zukünftige Form der Meinungsäußerung und dürfe deshalb nicht unterschätzt werden, so Kappes . Man dürfe ebenfalls  nicht davon ausgehen, dass mehr Transparenz in der Politik das fehlende Vertrauen der Bevölkerung wiederherstellen könne. Die Technik sei allerdings noch im embrionalen Stadium und müsse sich erst noch der rasanten Entwicklung der Netz-Gesellschaft anpassen. Ebenfalls gebe die weitere Entwicklung der Technik Grund zur Annahme, dass sich Massenmedien zu politischen Akteuren entwickeln könnten und deshalb ein neues Rollenverständnis entstehen müsse.</p>
<h3>Fazit der 15. Sitzung</h3>
<p>Nach der zweiten Fragerunde beendete der Vorsitzende der Internet-Enquete Axel E. Fischer die Anhörung. Was blieb, war die Frage: Werden die vielen Kritikpunkte in Zukunft berücksichtigt werden? Sofern man sich die <a href="http://politik-digital.de/neues-aus-der-internet-enquete/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ergebnisse der 14. Sitzung</a> vor Augen führt, sind bis auf kleine Verbesserungen (400 Mitglieder mehr auf der Internetseite der Enquete) nur wenige Erfolge zu verzeichnen. Das Gefühl, dass die digitale Beteiligung noch zu gruppenspezifisch und techniklastig ist, will nicht so recht weichen. Was bleibt, ist die Erkenntnis einiger Experten, dass Handlungsbedarf vonnöten ist. Konkrete Zugeständnisse konnte man gestern allerdings wieder nicht erwarten. Aber vielleicht wird sich die Mitgliederzahl auf enquetebeteiligung.de mit etwas Glück bis zur nächsten Sitzung um weitere 400 erhöht haben.</p>
<p>Wer sich ein eigenes Bild von der gestrigen Veranstaltung machen will, kann sich in der <a href="http://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp?instance=m187&amp;action=search&amp;mask=search&amp;contentArea=common&amp;categorie=Ausschusssitzungen&amp;committee=Enquete+Internet+und+digitale+Gesellschaft" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mediathek</a> auf der Seite des Bundestages die vollständige Sitzung anschauen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Internet-Enquete lauscht der digitalen Zukunft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/internet-enquete-lauscht-der-digitalen-zukunft-4941/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Bergemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 14:21:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik im Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Netzneutralität]]></category>
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		<category><![CDATA[Internet-Enquete]]></category>
		<category><![CDATA[Enquete Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
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					<description><![CDATA[WLAN im Sitzungssaal sowie eine hohe Professorendichte: Das waren die Neuerungen in der um neun Experten erweiterten Runde der <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Enquete-Kommission</a> 
&#34;Internet und digitale Gesellschaft&#34; des Deutschen Bundestags. In der Anhörung am 5. Juli 2010 stellten sich die Experten sowohl den Fragen der Kommissionsmitglieder, als auch einiger des &#34;18. Sachverständigen&#34; – des Bürgers. Diese durften über Twitter mitmischen - neue Diskussionsansätze aus dem Netz schafften es jedoch selten in die Anhörung.  
<center>
<p align="center">
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</p>
<p style="text-align: center">
<b>(4. Sitzung der Internet-Enquete)</b>
</p>
<p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>WLAN im Sitzungssaal sowie eine hohe Professorendichte: Das waren die Neuerungen in der um neun Experten erweiterten Runde der <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Enquete-Kommission</a> <br />
&quot;Internet und digitale Gesellschaft&quot; des Deutschen Bundestags. In der Anhörung am 5. Juli 2010 stellten sich die Experten sowohl den Fragen der Kommissionsmitglieder, als auch einiger des &quot;18. Sachverständigen&quot; – des Bürgers. Diese durften über Twitter mitmischen &#8211; neue Diskussionsansätze aus dem Netz schafften es jedoch selten in die Anhörung.  <br />
<center></p>
<p align="center">
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</p>
<p style="text-align: center">
<b>(4. Sitzung der Internet-Enquete)</b>
</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p align="left">
&quot;Die Enquete ist dazu da, sich Zeit zu nehmen und genauer hinzuschauen&quot;: Die 4. Sitzung des Ausschusses hätte kaum mit passenderen Worten eröffnet werden können. Obwohl: mit genauer <i>&quot;zuhören&quot;</i> hätte es der Kommissionsvorsitzende Axel E. Fischer (CDU) wohl noch besser getroffen, denn das war dieses Mal Hauptaufgabe der Enquete-Mitglieder. Das Wort hatten nämlich hauptsächlich die neun geladenen Experten. Die zweite Premiere in der noch jungen Enquete-Geschichte: Erstmals gab es einen gemeinsamen Internetzugang via WLAN im Sitzungssaal. Eine gute Gelegenheit, die Drahtlos-Konnektivität des unter den Enquete-Mitgliedern offensichtlich beliebten iPads zu testen. 
</p>
<p align="left">
<b>&quot;Harte Faktoren&quot; im Mittelpunkt</b>
</p>
<p align="left">
Die Experten machten von Anfang an klar, dass sich die Sicht auf das Internet in Deutschland verändern muss. Man sehe das Internet hierzulande &quot;zu negativ&quot;, sagte der mittelständische Unternehmer Peter Bisa. Auch sei es, laut Medienrechtler Thomas Hoeren, ein typisch deutsches Phänomen, alles regulieren zu wollen.
</p>
<p align="left">
&quot;Die deutsche Gesetzgebung hindert Innovation&quot;, urteilte XING-Gründer Lars Hinrichs aus Unternehmersicht. Es müsse &quot;größer und globaler gedacht werden&quot;. Die Medien- und Informationsexperten Jörg Müller-Lietzkow und Rainer Kuhlen empfahlen in diesem Zusammenhang den Blick nach Skandinavien, wo der Internetrevolution &quot;viel offener&quot; begegnet werde.
</p>
<p align="left">
<b>&quot;Kreisende Erregungen im Netzwerk&quot;</b>
</p>
<p align="left">
Der Psychologe Peter Kruse bemängelte, dass man sich vor der Veränderung der kulturellen Identität durch das Internet verstecke. Man stelle, wie auch in der Anhörung zu merken sei, die &quot;harten Faktoren&quot; wie Wirtschaft und Recht zu sehr in den Mittelpunkt. Dabei sei das &quot;vernetzte Denken&quot; für das Internet typisch – und mache es zugleich aber auch &quot;unvorhersehbar&quot;. &quot;Re-Tweets sind kreisende Erregungen im Netzwerk&quot;, so Kruse weiter. Diese seien die Stärke von Webkampagnen, die man im Übrigen nicht regulieren könne, so Kruse. Stattdessen empfahl er der Enquête &quot;nah dran zu sein&quot; am Leben im Web.
</p>
<p align="left">
Übereinkunft herrschte in der Expertenriege darin, dass die Medienkompetenz gestärkt werden müsse. Gerade jungen Leuten müsse von Beginn an vermittelt werden, dass ihre Daten etwas wert seien, sagte Müller-Lietzkow. Dazu gehöre auch &quot;die Bereitschaft, Daten wieder zu löschen&quot;. Marie-Thérèse Huppertz vom Software-Unternehmen SAP betonte gegenüber politik-digital.de, dass die Verantwortung zur Erziehung der Medienkompetenz auch eine Aufgabe von Wirtschaftsunternehmen sei. Diese sollten &quot;nachhaltig Verantwortung&quot; übernehmen, wenn sie das Internet als &quot;Wirtschaftsfaktor&quot; nutzen wollten.
</p>
<p align="left">
<b>&quot;Datenschutzdiskussion ist Rohrkrepierer&quot;</b>
</p>
<p align="left">
Kontroverse Standpunkte vertraten die Sachverständigen in Fragen des Datenschutzes und Urheberrechts. Für Lars Hinrichs ist die Datenschutzdiskussion in Deutschland ein &quot;Rohrkrepierer&quot;. Er lobte im Gespräch mit<br />
politik-digital.de, dass auch solche Sachverständige, die &quot;nicht nur<br />
regulative Ideen&quot; in Sachen Internet vertreten, in der Enquete angehört<br />
würden. Das sei &quot;mutig und fortschrittlich&quot;, so Hinrichs.<br />
Thomas Hoeren appellierte an die Politik: &quot;Machen Sie keine Gesetze.&quot; Man solle stattdessen die Möglichkeiten der &quot;Selbstregulierung und der Justiz&quot; besser ausnutzen. Eine klare Trennung der Rechte, die geltend gemacht werden können, würde die &quot;lobbyistsich verkleisterte&quot; Urheberrechtsdiskussion entschärfen, so Hoeren. 
</p>
<div style="text-align: center">
<a href="http://twicker.net/tag/eidg" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/eidg.jpg" alt="Trendverlauf für #eidg auf twicker.net" title="Trendverlauf für #eidg auf  twicker.net" height="234" width="396" /></a>
</div>
<div style="text-align: center">
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Enquête: Offline hui, online mau</b>
</p>
<p align="left">
Das Ende der Fragerunden bildete das <a href="http://forum.bundestag.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Enquete-Internetforum</a>, indem Fragen aus dem Netz an die Sachverständigen gestellt wurden. Da die Forumsbeteiligung immer noch vergleichsweise gering ist, brachten die Fragen des &quot;18. Sachverständigen&quot; jedoch keine wirklich neuen Diskussionsansätze in die Runde. Lebendiger ging es bei Twitter unter dem Hashtag <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23eidg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#eidg</a> zu, der es am Sitzungstag (6.7.) in die <a href="http://twicker.net/tag/eidg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Liste</a> auf Platz 7 der meist benutzten Hashtags in Deutschland schaffte.
</p>
<p align="left">
Auch das Sekretariat der Kommission twitterte: Allerdings blieb es bei monotonen und inhaltsarmen <a href="http://twitter.com/InternetEnquete" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tweets</a> à la: &quot;Abgeordneter XY fragt Sachverständigen AB&quot;. Andere Twitternutzer straften dies sofort ab: &quot;Die Tweets von @InternetEnquete habenen Informationsgehalt nahe 0. Dem Sekretariat sollte man beibringen Infos in 140 Zeichen zu packen&quot;, schrieb z.B. &quot;Jamiro_UCT&quot;.
</p>
<p></center></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Enquete wird social</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/enquete-wird-social-4939/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Dominique Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 17:13:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik im Bundestag]]></category>
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		<category><![CDATA[Digitale Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Anhörung]]></category>
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		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
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					<description><![CDATA[Rund vier Monate nach der Einsetzung der Enquete-Kommission &#34;Internet und digitale Gesellschaft&#34; des Deutschen Bundestages werden nun die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung an der Arbeit des Ausschusses verstärkt. Ab sofort wird das bis jetzt noch sparsam genutzte Forum durch ein <a href="https://blog.internetenquete.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a> und einen <a href="http://twitter.com/InternetEnquete" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitterkanal </a>ergänzt.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Rund vier Monate nach der Einsetzung der Enquete-Kommission &quot;Internet und digitale Gesellschaft&quot; des Deutschen Bundestages werden nun die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung an der Arbeit des Ausschusses verstärkt. Ab sofort wird das bis jetzt noch sparsam genutzte Forum durch ein <a href="https://blog.internetenquete.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a> und einen <a href="http://twitter.com/InternetEnquete" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitterkanal </a>ergänzt.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Am vergangenen Dienstag verkündete der Vorsitzende der Internet-Enquete Axel E. Fischer (CDU) den „Anpfiff für den Enquete-Blog“. In seinem jetzt geposteten ersten Eintrag erklärt er, wofür das Blog gedacht ist: Die Mitglieder der Enquete könnten dort die Gelegenheit wahrnehmen, dem Bürger ihre unterschiedlichen Sichtweisen darzulegen und mit ihnen zu diskutieren. Dabei wünscht er sich, &quot;dass man bei aller Schärfe in der Sache fair und respektvoll miteinander umgehen kann, um so die parlamentarische Tradition fortzuschreiben&quot;. 
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div style="text-align: center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/20100702_EIDG_Blog.jpg" title="Zum Blog der Internet-Enquête" alt="Zum Blog der Internet-Enquête" height="197" width="395" />
</div>
<p></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Es könnte sich jedoch erweisen, dass die gewünschte Interaktion nur schleppend in Gang kommt: Die bisherigen Texte haben wenig Gemeinsamkeiten mit üblichen Blogformaten, da beispielsweise keine Verlinkungen darin vorkommen. Zudem ist der bis dato (02.07.) einzige thematische Eintrag durchaus keine leichte Lektüre.
</p>
<p>
<b>Jungfräuliches Zwitschern</b>
</p>
<p>
Seit dem 29. Juni 2010 ist nun auch der schon länger eingerichtete, aber nicht verwendete <a href="http://twitter.com/InternetEnquete" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitterkanal der Enquete</a> aktiv. Derzeit knapp 400 Follower sind gespannt, wie der Channel in Zukunft genutzt wird. Bislang findet sich neben dem Start-Tweet nur eine Ankündigung des Anhörungstermins am kommenden Montag (Stand 02.07). Einen Tweet wert wäre ein Aufruf zur Mitarbeit in den <a href="http://forum.bundestag.de/forum.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internetforen</a> der Kommission. Hier tut sich wenig: 35 aktive Beiträge zählt politik-digital.de.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div style="text-align: center">
<a href="http://twitter.com/InternetEnquete" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/20100702_EIDG_Twitter.jpg" title="Twitter-Channel der Enquête" alt="Twitter-Channel der Enquête " height="132" width="395" /></a>
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Zeitgleich hat auch der Vorsitzende der Kommission, Axel E. Fischer, das Twittern für sich entdeckt. Unter <a href="http://twitter.com/axel_fischer" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.twitter.com/axel_fischer</a> startete seine Microblogging- Aktivität. 
</p>
<p>
<b>Digitalisierung der Gesellschaft im Fokus</b>
</p>
<p>
Die vierte öffentliche Sitzung der Internet-Enquete findet am Montag, den 5. Juli 2010 statt. In der Anhörung zum Thema: „Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Gesellschaft – Bestandsaufnahme und Zukunftsaussichten“ stellen sich neun Experten den <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/termine/2010_3Sitzung.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fragen der Kommissionsmitglieder</a>. Die ersten Stellungnahmen der Experten sind ebenfalls bereits veröffentlicht.
</p>
<p>
Auch die Nutzer können im Enquete-Forum Fragen stellen oder für andere Fragen stimmen. Die meistbewerteten sollen dann während der Sitzung von den Experten beantwortet werden. Zudem wird die Sitzung wieder im <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/parlamentsfernsehen/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Live-Stream</a> übertragen. Los geht es ab 13 Uhr.
</p>
<p><i>Unter Mitarbeit von <a href="/user/bbergemann">Benjamin Bergemann</a>. </i></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Enquete-Projektgruppen starten mit Netzneutralität</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/enquete-projektgruppen-starten-mit-netzneutralitaet-4917/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Bergemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 16:55:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik im Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Enquete Kommission]]></category>
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		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Die <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/" title="Webseite der Enquete" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Enquete-Kommission</a> &#34;Internet und digitale Gesellschaft&#34; hat in ihrer dritten Sitzung am 14. Juni zum Thema Netzneutralität beraten. Es wurde vor allem darüber debattiert, was überhaupt Netzneutralität ausmacht. Die vielfältigen Diskussionsbeiträge zeigten: Es liegt noch viel Arbeit vor der Kommission.  
<center>
<p align="center">
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</p>
<p style="text-align: center">
<b>(3. Sitzung der Internet-Enquete)</b>
</p>
<p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/" title="Webseite der Enquete" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Enquete-Kommission</a> &quot;Internet und digitale Gesellschaft&quot; hat in ihrer dritten Sitzung am 14. Juni zum Thema Netzneutralität beraten. Es wurde vor allem darüber debattiert, was überhaupt Netzneutralität ausmacht. Die vielfältigen Diskussionsbeiträge zeigten: Es liegt noch viel Arbeit vor der Kommission.  <br />
<center></p>
<p align="center">
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</p>
<p style="text-align: center">
<b>(3. Sitzung der Internet-Enquete)</b>
</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p align="left">
<b>Kontroverse Diskussionsrunde</b>
</p>
<p align="left">
Als einer der ersten Redner brachte Jimmy Schulz (FDP) das Ziel der Debatte auf den Punkt: Man solle zunächst einmal &quot;Fragen in den Vordergrund stellen&quot; und sich nicht in Lösungsversuchen &quot;einengen&quot;.<br />
Einigkeit herrschte darin, dass geklärt werden müsse, welche Akteure zur Netzneutralität beitragen. Genannt wurden Telekommunikationsanbieter, Nutzer und die Bereitsteller von Inhalten jeglicher Form zum Beispiel Medien, Softwareunternehmer und Blogger.<br />
Weiterhin forderten mehrere Redner, eine Bestandsaufnahme dessen vorzunehmen, was in der deutschen Rechtssprechung schon in die digitale Gesellschaft eingreift, wie Rundfunkvertrag und Telekommunikationsgesetz.
</p>
<p align="left">
Kontroverse Diskussion entwickelte sich bei der Bewertung von &quot;Diskriminierung&quot; im Netz. Medienrechtler Hubertus Gersdorf definierte Diskriminierungsfreiheit als die Freiheit des Marktes, der die Vielfalt der Angebote gewährleiste. Dr. Wolf Osthaus vom Internetanbieter 1&amp;1 merkte an, dass Diskriminierung nicht immer negativ zu betrachten sei. So könne die &quot;Priorisierung von Daten&quot; ein Vorteil für den Nutzer sein, wenn er zum Beispiel Angebote entsprechend seiner Interessen offeriert bekomme.
</p>
<p align="left">
Die Abgeordnete der Linkspartei Halina Wawzyniak dagegen betonte, dass &quot;sozial schlechter Gestellte&quot; im Nachteil seien, sobald finanzielle Mittel über die Qualität der Inhalte entschieden. Und der Datenschutzexperte padeluun sagte, das Internet dürfe nicht zur &quot;Deppenbespaßung&quot; werden, in der Nutzer nur noch Konsumenten und nicht mehr Aktive seien. Dies grenze das Internet vom Fernsehen ab.
</p>
<p align="left">
<b>Projektgruppen nehmen ihre Arbeit auf</b>
</p>
<p align="left">
Eine umfassende Klärung des Begriffs &quot;Netzneutralität&quot; soll nun in der gleichnamigen Projektgruppe der Enquete erarbeitet werden. Zwei weitere Projektgruppen beschäftigen sich mit den Themen Urheberrecht und Datenschutz. Die Konstituierung der Projektgruppen fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Auf Nachfrage von politik-digital.de erklärte das Büro des Enquete-Mitgliedes Manuel Höferlin (FDP), in der Gruppe Datenschutz hätte ein &quot;nettes Arbeitsklima&quot; geherrscht. Ergebnisse könne man aber aufgrund der Kürze der ersten Sitzung noch nicht erwarten. Es seien zunächst nur &quot;grobe Arbeitsstrukturen&quot; vorgelegt worden.  
</p>
<p></center></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wie offen wird die Internet-Enquete?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 May 2010 17:19:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Enquete]]></category>
		<category><![CDATA[Enquete Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Neue Formen der Bürgerbeteiligung verspricht die Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“, die an diesem Mittwoch (05.05.10) zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammenkam. Doch hinter den Kulissen wird noch darüber gestritten, wie offen der Ausschuss wirklich arbeiten soll.  
<center>
<p align="center">
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</p>
<p style="text-align: center">
<b>(Konstituierende Sitzung der Internet-Enquete)</b>
</p>
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Neue Formen der Bürgerbeteiligung verspricht die Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“, die an diesem Mittwoch (05.05.10) zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammenkam. Doch hinter den Kulissen wird noch darüber gestritten, wie offen der Ausschuss wirklich arbeiten soll.  <br />
<center></p>
<p align="center">
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</p>
<p style="text-align: center">
<b>(Konstituierende Sitzung der Internet-Enquete)</b>
</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p align="left">
Wer von den rund 40 Zuhörern auf der Besuchertribüne des Sitzungssaales 4.200 im Paul-Löbe-Haus dachte, heute gehe es gleich zur Sache, wurde zunächst einmal enttäuscht. Vor dem parlamentarischen Vergnügen steht die Arbeit. Die 17 Mitglieder des Bundestags und 17 Sachverständige haben sich auf der öffentlichen Gründungssitzung in Berlin zunächst mit protokollarischen Fragen beschäftigt.  
</p>
<p align="left">
<b>Protokoll statt Diskussion</b>
</p>
<p><b></b></p>
<p align="left">
Wer wird Vorsitzender (Axel E. Fischer, CDU) – wer sein Stellvertreter (Martin Dörmann, SPD)? Wie heißen die Mitarbeiter im Sekretariat der Kommission und wer sind eigentlich die 17 Sachverständigen? Doch schon beim ersten Tagesordnungspunkt kam es gleich zum ersten Disput des Tages. Eigentlich sollte es nur darum gehen, wann sich die Kommissionsmitglieder zu einer Klausurtagung treffen, um sich besser kennen zu lernen. In Vorgesprächen schienen die Rahmenbedingungen geklärt, ein Termin gefunden (16./17. Mai). Einzig die beiden parlamentarischen Vertreter der Linken hatten ein Problem mit dem Termin, da ihre Partei am gleichen Tag einen Bundesparteitag abhält, auf dem sie auch gerne anwesend wären. Doch die Sitzung war öffentlich, Kameras eingeschaltet und die Presse zahlreich vertreten. Eine gute Gelegenheit, das Thema wirksam noch einmal auf den Tisch zu bringen. Transparenz oder Buhlen um Aufmerksamkeit? Auf jeden Fall ein Vorgeschmack auf das, was da noch kommen mag.
</p>
<p align="left">
<b>Öffentlichkeit versus Sachlichkeit?</b>
</p>
<p><b></b></p>
<p align="left">
Für einige Vertreter der CDU schien dieses Verhalten eine Bestätigung für ihre Vorbehalte zu sein, jede Sitzung der Kommission öffentlich abzuhalten und ins Internet zu streamen. „Die Sache war längst geklärt – die wollen hier nur Aufmerksamkeit erzielen“, hörte man am Rande der Sitzung aus den Reihen der CDU. „Damit müssen wir leben und damit können wir leben“, war eine andere Meinung aus einer politisch anderen Richtung.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div style="text-align: center">
<a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/enquete_im_web.jpg" title="Webauftritt der Internet-Enquete" alt="Webauftritt der Internet-Enquete" height="306" width="395" /></a>
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p align="left">
So wird es also bei der Klausurtagung auch darum gehen müssen, ob jede Sitzung grundsätzlich öffentlich ist und nur in Ausnahmefällen hinter verschlossenen Türen stattfindet &#8211; oder anders herum die Sitzungen grundsätzlich nicht öffentlich sind, die interessierte Öffentlichkeit aber bei Bedarf herein gelassen werden kann. „Normalerweise sind Sitzungen einer Enquete-Kommission nicht öffentlich“, betonte die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Petra Pau, in ihrer Eröffnungsrede mit Hinweis auf die bisherigen 25 Enquete-Kommissionen, die es seit 1971 gab. „Aber ob Sie das ändern wollen, darüber entscheiden Sie“, betonte Pau. 
</p>
<p align="left">
<b>Partizipation erwünscht&#8230;</b>
</p>
<p><b></b></p>
<p align="left">
Ein zweiter Knackpunkt der Kommissionarbeit wurde auf der anschließenden Pressekonferenz deutlich. Auf die Frage, wie denn die Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürger an der Arbeit der Kommission aussehen solle, waren sich die Vertreter aller Fraktionen einig: „Wir wollen den Bürger auf möglichst vielen Kanälen und Plattformen an unserer Arbeit beteiligen, wir wollen auch den Rückkanal öffnen“, so stellvertretend für alle der Obmann der Grünen, Konstantin von Notz.
</p>
<p align="left">
<b>&#8230; aber der Bundesadler auf Facebook?<br />
</b>
</p>
<p><b></b></p>
<p align="left">
Doch offensichtlich herrscht über den Umfang der Offenheit noch keine Einigkeit mit dem Präsidium des Deutschen Bundestages, der als Dienstleister der Abgeordneten deren Wünsche umsetzen muss. Die Aussage des SPD-Abgeordneten Lars Klingbeil, „wir sind die Abgeordneten und wir sagen, was die Verwaltung umzusetzen hat“ zeigt ansatzweise den Grad der Unstimmigkeiten. Diskutiert werden Fragen, ob der Bundesadler auf Facebook zu sehen sein dürfe. Einig war man sich darüber, dass die Kommissionsmitglieder nun ihre Vorschläge beim Deutschen Bundestag vorlegen werden, um so schnell wie möglich die Beteiligungskanäle öffnen zu können.
</p>
<p align="left">
<b>Webauftritt gestartet</b>
</p>
<p><b></b></p>
<p align="left">
Ein erster Schritt wurde eher beiläufig vom Ausschuss-Vorsitzenden verkündet: Mit der Konstitutierung der Kommission ist unter<a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/index.jsp" title="Internetaufritt der Enquete" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> www.bundestag.de/internetenquete/index.jsp </a>ein erster Aufschlag im Web zu sehen, der nun kontinuierlich erweitert werden soll. Immerhin ein Forum (mit Registrierung) ist bereits freigeschaltet. Wenige Stunden nach der Auftaktsitzung war allerdings auf der Seite noch kein Eintrag zu finden. Auch hier muss die Kommission also noch arbeiten, um die Öffentlichkeit zur Teilnahme zu animieren. Aber der Anfang ist nun gemacht.
</p>
<p></center></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Medienpolitik: Viel Lärm um nichts</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/multimediapolitk/medienpolitik-viel-laerm-um-nichts-595/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/multimediapolitk/medienpolitik-viel-laerm-um-nichts-595/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans J. Kleinsteuber]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Oct 1999 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Multimediapolitk]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Enquete Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[&#34;Kein Stein wird auf dem anderen bleiben&#34;. So pathetisch begann der
Abschlußbericht einer Enquete-Kommission des Bundestages zu &#34;Zukunft
der Medien&#34;. Zweieinhalb Jahre lang saßen Parlamentarier und
Sachverständige beisammen und berieten, wie es mit &#34;Deutschlands Weg in
die Informationsgesellschaft&#34; weitergehen solle.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Kein Stein wird auf dem anderen bleiben&#8221;. So pathetisch begann der<br />
Abschlußbericht einer Enquete-Kommission des Bundestages zu &#8220;Zukunft<br />
der Medien&#8221;. Zweieinhalb Jahre lang saßen Parlamentarier und<br />
Sachverständige beisammen und berieten, wie es mit &#8220;Deutschlands Weg in<br />
die Informationsgesellschaft&#8221; weitergehen solle.<!--break--><br />
Was 1998 herauskam, war in mehrfacher Hinsicht Stückwerk. Zum einen<br />
wurde ein beeindruckender Strauß von fünf Zwischenberichten verfaßt,<br />
in denen Parteien, Interessenten und Einzelpersonen ihre Denkspur<br />
hinterließen. Zum anderen gab es den Schlußbericht, in dem alles noch einmal zusammengeführt werden sollte. Was so geordnet daherkommt, wird immer<br />
von ein wenig Improvisation und Chaos begleitet. Aber das ist der eher<br />
sympathische Teil. Wenn es zur Sache ging, kamen oft nur Gemeinplätze<br />
heraus. Wie der oben zitierte Einleitungssatz, der aus einem in Auftrag<br />
gegebenen Gutachten der Unternehmensberatung Roland Berger stammt.<br />
Wer sich in Plattheiten flüchtet, kaschiert damit oft Unbeweglichkeit und Richtungslosigkeit. Die Einrichtung dieser Enquete-Kommission war<br />
einst von den Grünen gefordert worden, die freilich &#8220;Mediengesellschaft&#8221;<br />
in den Mittelpunkt stellen wollten und eher an Konzentration und<br />
Niveauverfall interessiert waren. Die Sozialdemokraten gewannen sie als<br />
Bündnispartner, denn allein wären sie nicht antragsberechtigt gewesen.<br />
Die aber dachten viel mehr an High Tech, an Informations- und<br />
Kommunikationstechniken und sorgten dafür, daß es nun Chancen und<br />
Risiken der &#8220;Informationsgesellschaft&#8221; im Mittelpunkt standen. Dieser<br />
paradigmatische Begriff war 1994 vom eher geschwätzigen Kommissar<br />
Martin Bangemann in Brüssel lanciert worden.<br />
Als klar wurde, daß die Kommission kommen würde, bastelten auch<br />
Christdemokraten mit, setzten aber optimistische Akzente, nun war<br />
vor allem von Chancen die Rede, kaum mehr von Risiken.<br />
Das Interesse der Sozialdemokraten war verständlich, denn sie<br />
konnten auf den Vorsitz rechnen. Derartige Positionen sind unter<br />
Parlamentarien höchst begehrt, denn sie versprechen Machtressourcen,<br />
sprich Mitarbeiterstellen und jährlich sechsstellige Gelder für Gutachter.<br />
Vorsitzender werden, das markiert ein Ende des Hinterbänkler-Daseins<br />
und qualifiziert für höhere Amter. Der Ex-Vorsitzende Siegmar Mosdorf<br />
wußte seine Chance zu ergreifen. In der rot-grünen Regierung ist er zum Parlamentarischer Staatsekretär im Ministerium für Wirtschaft und<br />
Technologie avanciert.<br />
Die Besetzung einer Enquete-Kommission erfolgt auf beiden Seiten &#8211;<br />
Parlamentarier und Sachverständige &#8211; nach Parteiproporz:<br />
Die Größe der Fraktion bestimmt die Anzahl der Mitglieder.<br />
Formal sind die externen Sachverständigen, zumeist Wissenschaftler,<br />
gleichberechtigt. Faktisch wird ihnen vom ersten Tag an verklart,<br />
daß sie nur Gäste auf parlamentarischem Parkett sind.<br />
Zuarbeit und Formulierungshilfe sind erwünscht, ansonsten wird<br />
Fraktionsdisziplin und Unterordnung erwartet. So blieb das Management<br />
der Kommission in den Händen einiger weniger Parlamentarier, die sich<br />
eine von außen kaum durchschaubare informelle Struktur aufbauten. Der<br />
Name dafür lautet Obleutegremium, Treffen fanden im<br />
Bundestagsrestaurant oder im <a href="http://www.presseclub.de/_index.htm">Presseclub</a> statt. Dort wurden die<br />
Mitarbeiterstellen besetzt (auf die ausgeschriebenen fünf Positionen<br />
meldeten sich 700 Bewerber) und wie zufällig kamen die Glücklichen<br />
regelhaft aus den beiden großen Parteien.<br />
Obleutegremien begleiten in Bonn alle Ausschüsse und sollen unstrittige<br />
Dinge im Vorfeld bereinigen. Das gibt Sinn, nur waren bei uns zwei<br />
zentrale Vorgaben nicht eingehalten: Zum einen sind die nicht-<br />
parlamentarischen Sachverständigen von deren Arbeit vollständig<br />
ausgeschlossen, zum anderen entschieden diese Obleute anstelle der<br />
Kommission. Was sie beschieden, wurde sogleich von<br />
der Bundestagsverwaltung umgesetzt. Was hier wie eine Verirrung im<br />
parlamentarischen Prozedere wirkt, hatte weitreichende Konsequenzen.<br />
Zwar delegieren eigentlich alle, also auch kleine Parteien, in dieses<br />
Gremium Faktisch haben ihre Vertreter aber so viele Termine<br />
wahrzunehmen, daß sie kaum präsent sind. Folglich waren Vertreter der<br />
großen Parteien und ihre Leute im Kommissionssekretariat oft unter<br />
sich. Lag es da nicht nahe, Paketlösungen zwischen den beiden großen<br />
Parteien auszuhandeln? Im Klartext: Man saß in kleiner Runde beim Essen<br />
beinander und kungelte Steuergelder aus. Dabei ging es nicht nur um die<br />
Verteilung von Pfründen. Die großen Parteien wollten auch unliebsame<br />
Überraschungen vermeiden. Während die <a href="http://www.cdu.de/">CDU</a>/<a href="http://www.csu.de/">CSU</a>-Vertreter<br />
dafür sorgten, daß die aktuelle Medien- und Technologiepolitik der<br />
Bundesregierung nicht durchkreuzt wurde, profilierte sich die <a href="http://www.spd.de/">SPD</a><br />
mit viel Techno-Speak als zukunftsoffene Partei. Zwar waren sie sich<br />
nicht immer einig &#8211; etwa zu den öffentlich-rechtlichen Anstalten gibt<br />
es unversöhnliche Gegensätze -. Gleichwohl überwog das gemeinsame<br />
Interesse, einen argumentativen Mainstream nicht zu verlassen.<br />
Die Sorge vor unplanbaren Querschüssen war offensichtlich groß, so<br />
wurden vor allem bewährte Wissenschaftler im Umfeld der beiden<br />
großen Parteien beauftragt. Folgerichtig wirkten viel der vorgelegten<br />
Ergebnisse wie &#8220;recyclet&#8221;, ein berechenbares Mittelfeld wurde nicht<br />
verlassen. Der Nachteil ist offensichtlich: Neue Ideen hatten keine Chance.<br />
Das heftige Bemühen der Grünen, wenigstens einen Gutachtenauftrag<br />
zu ergattern, scheiterte an undurchsichtigen Haushaltskürzungen.<br />
So blieb ihr nicht ganz unwichtiges Thema, digitales Fernsehen,<br />
unbearbeitet. Ging es um die Ladung von Fachleuten, so sonnte man<br />
sich gern im Umfeld klingender Namen, weniger aus der Wissenschaft<br />
als aus der Wirtschaft. Und immer wieder tauchte SPD-Favorit<br />
Bertelsmann auf, der schon einen Sachverständigen in der Kommission<br />
stellen durfte. Sogar bei einer Anhörung von Wissenschaftlern trat ein<br />
Top-Manager des Hauses auf, ein Professoren-Titel qualifizierte ihn<br />
offensichtlich dafür. Wen wundert da noch, daß Ex-Vorsitzender<br />
Mosdorf sich inzwischen in Gremien der Bertelsmann-Stiftung tummelt?<br />
Die faktischen Macht-Hierarchien im <a href="http://www.bundestag.de/">Bundestag</a> hatten noch weitere<br />
Konsequenzen. Ein Politiker geht dorthin, wo etwas zu holen ist &#8211; also in die kleine Kungelrunde und nicht in die öffentlichen Hearings. Als sich eine<br />
Redakteurin der <a href="http://www.fr-aktuell.de/">Frankfurter Rundschau</a> in eine der wenigen öffentlichen<br />
Kommissions-Anhörungen verirrte, schlagzeilte sie: &#8220;Gähnende Leere<br />
auf den Stühlen der Volksvertreter&#8221; (19. 3. 1998). Der Vorsitzende<br />
war nach ihrer Beobachtung kurz nach der Begrüßung enteilt,<br />
so stellte sie lakonisch fest:&#8221;Den Volksvertretern scheint es weniger<br />
um sachverständige Beratung als um die Profilierung ihres Namens<br />
zu gehen.&#8221; Wohl wahr.<br />
Die High-Tech-Show der Kommission mit Lokalterminen bei<br />
IBM und der Telekom, bei AOL und der GMD überdeckte eigene<br />
Phantasielosigkeit. In festgefügten Bahnen diente sie der<br />
Selbstprofilierung Einzelner. Die Chance wurde vertan, über den<br />
parlamentarischen Tellerand zu schauen und einen offenen Diskurs über<br />
unser aller Zukunft zu führen. Dabei traf es nicht nur unangepasste<br />
Wissenschaftler. Auch Abgeordnete, die wirklich am Thema arbeiteten,<br />
wie der SPD-MdB Jörg Tauss und der grüne MdB Dr. Manuel Kiper hatten es<br />
schwer. Ihre Arbeiten zur Datensicherheit zählen zu den wenigen<br />
innovativen Beiträgen in der Kommissionsarbeit. Tauss, dem übrigens die<br />
Bundestagsverwaltung einst den Betrieb eines Modems am Telefon<br />
untersagte, sitzt auch 1999 noch auf der Hinterbank; Kiper wurde von<br />
der eigenen Partei nicht wieder aufgestellt. Umgekehrt saßen in der<br />
Kommission Personen, die eingestandenermaßen keinerlei praktische<br />
Erfahrung mit den neuen IuK-Techniken hatten. Trotz aller<br />
modernistischer Rhetorik: Da etliche Mitglieder über keine<br />
funktionsfähige Email-Adresse verfügten, wurden Berge von Papier<br />
versandt.<br />
Weil es um Öffentlichkeitswahrnehmung geht, sagt die Kommission in<br />
ihrem Schlußbericht ganz tolle Dinge zu &#8220;Bürger und Staat 21&#8221;. &#8220;Mehr<br />
Information für die Bürger&#8221; und &#8220;Neue Beteiligung der Bürger an der<br />
politischen Willensbildung&#8221; sind nur einige der Stichworte. Während<br />
hier Transparenz und elektronische Demokratie beschworen werden,<br />
praktizierten die Diadochen der Kommission das genaue Gegenteil. Dabei<br />
wurden offensichtlich sogar die Geschäftsordnung und eigene Beschlüsse<br />
des Hohen Hauses mißachtet. Das läßt sich korrigieren. Was bleibt ist,<br />
daß hinter Wortkaskaden von Modernisierung und Zukunftswillen alles<br />
nach den alten Regeln abläuft. Und die besagen, daß Politiker ihre<br />
Geschäfte so lange nach ihren Karrierevorstellungen gestalten, wie die<br />
Bürger ihnen dies durchgehen lassen. Kurz gefaßt: Wir haben die<br />
Politiker, die wir verdienen.<br />
Nehmen wir die allseits beschworene Transparenz. Schwer zu glauben,<br />
aber bereits der Zonenpresserat der ehemals britischen Zone<br />
beschäftigte sich 1949 mit Richtlinien für eine weitgehende<br />
Auskunftspflicht der Behörden. 50 Jahre später schimmeln immer<br />
noch Vorschläge zu einer &#8220;Freedom of Information&#8221;-Gesetzgebung<br />
in Bonner Schubladen. Politiker opponieren nicht offen, es bewegt sich<br />
nur nichts. Nun steht sie wenigstens im Koalitionsvertrag, wir werden<br />
sehen. Die Waffe gegen diesen Hofschranzen-Parlamentarismus ist<br />
nicht Revolution, sondern alltäglich realisierte Transparenz und Offenheit.<br />
Warum müssen Enquete-Kommissionen hinter verschlossenen<br />
Türen tagen? Warum werden in Berlin Ausschußräume ohne<br />
Zuschauer-Galerien gebaut? Die Öffentlichkeit von Aussschußsitzungen<br />
ist keine Verfassungschutz-verdächtige Forderung, im Freistaat Bayern<br />
wird sie längst praktiziert. Warum sprechen wir selten über einen<br />
Parlaments-TV-Kanal? Weil es rund um den Bundestag kaum öffentlich<br />
zugängliche Veranstaltungen gibt, die übertragen werden könnten.<br />
Das Plenum tagt (so will es das Grundgesetz) grundsätzlich öffentlich,<br />
alles andere ist regelhaft verschlossen. In Washington füllt die Parlamentsberichterstattung dagegen zwei 24-h-Kanäle: C-Span 1 und 2.<br />
Die Geheimniskrämerei unserer Parlamentarier ist funktional,<br />
sichert sie doch finanzkräftige Erbhöfe und fördert Gutsherrenallüren,<br />
mit denen sie ihre Hintersassen gut im Griff behalten. Die längst<br />
überfällige Reform kann nur von außen erzwungen werden.<br />
Bürger haben heute ein stärkeres Argument als jemals<br />
zuvor, weil das Internet geradezu nach Transparenz ruft: Per<br />
Videostream können problemlos alle parlamentarischen Sitzungen<br />
übertragen werden. Arbeitsmaterialien, längst in Datenbänken digital<br />
abgelegt, müssen Interessenten zugänglich gemacht werden. Statt<br />
inszenierter Öffentlichkeitsauftritte benötigen wir alltägliche<br />
Zugänglichkeit. Um in der Bergerschen Metapher zu bleiben: Das<br />
versteinerte Gefüge des Parlaments benötigt ein wenig Beben, damit<br />
durch die Maueröffnungen frischer Wind weht. Denn unsere Zukunft<br />
hat besseres als steinerne Phrasen verdient.<br />
Referenz: Enquete-Kommission Zukunft der Medien in Wirtschaft<br />
und Gesellschaft. Deutscher Bundestag (Hrsg): Deutschlands Weg<br />
in die Informationsgesellschaft. Bonn 1998.<br />
Der Autor war von Bündnis90/Die Grünen nominierter Sachverständiger<br />
in dieser Enquete-Kommission<br />
<em>erschienen: Journalist, Nr. 10, S. 26-28</em></p>
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