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	<title>Entwicklungsländer &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Entwicklungsländer &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Entwicklungsarbeit: Transparenz per Blockchain</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Vivian Knopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Aug 2018 13:42:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungszusammenarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Transparenz, Vertrauen, Nachvollziehbarkeit – das sind wichtige Elemente der Entwicklungszusammenarbeit. Dazu maßgeblich beitragen könnte der Einsatz von Blockchain-Technologie. Zu diesem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Digital-Kontrovers-Titelbild.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-155075 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Digital-Kontrovers-Titelbild-630x276.jpg" alt="" width="630" height="276" /></a></p>
<p>Transparenz, Vertrauen, Nachvollziehbarkeit – das sind wichtige Elemente der Entwicklungszusammenarbeit. Dazu maßgeblich beitragen könnte der Einsatz von Blockchain-Technologie. Zu diesem Ergebnis kam die Veranstaltung „Digital kontrovers – Blockchain Hype // dezentrale Disruption“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am Dienstag, den 21. August, in Berlin.</p>
<p>Über konkrete Anwendungsmöglichkeiten in der Entwicklungsarbeit, aber auch die dabei entstehenden Herausforderungen von Blockchain und Kryptowährungen sprachen Sam Liban, Operations Manager bei The Sun Protocol und Rüdiger Weis, Professor für Informatik an der Beuth-Hochschule für Technik in Berlin. Konkreten Input aus der Entwicklungsarbeit steuerte außerdem Kathleen Ziemann, Beraterin beim Sektorprogramm Digitalisierung für nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, bei.</p>
<h3>Lösung grundlegender Probleme der digitalen Gesellschaft</h3>
<p>Sam Liban sieht vor allem die Chancen  der dezentralen automatisierten Technologie. Aus seiner Sicht kann Blockchain dazu beitragen, grundsätzliche Probleme der digitalen Gesellschaft zu lösen, weil es ermögliche, wirtschaftlich digital zu agieren und Werte eindeutig auszutauschen. Entscheidend ist für ihn die direkte wirtschaftliche Transaktion ohne Dritte. Durch Blockchain könnten die Transaktionskosten für Rücküberweisungen in Herkunftsländer erheblich reduziert werden. So könne man Mittlerinstitutionen, die ihre Vertrauensposition momentan missbrauchen würden, umgehen. Weitere Anwendungsgebiete sieht Liban in der Datenkontrolle und Schlüsselverwaltung von Identitäten, die in die dezentrale Datenbank eingespeichert werden könnten. Der Verschlüsselungsaspekt sei dabei entscheidend und schütze persönliche Daten. Doch auch Liban sieht die Gefahr von Scoring-Systemen, die Bürger bewertbar machten und zur globalen Gefahr werden könnten, wenn Institutionen auf die Idee kämen, Blockchain als Kontrollmöglichkeit zu benutzen. Er betont abschließend, dass viele Technologien, die in Europa kaum eine Rolle spielten, in anderen Teilen der Welt äußerst wirkungsvoll sein könnten.</p>
<h3>Gefahr des Onlineprangers<strong><br />
</strong></h3>
<p>Auch Rüdiger Weis sieht viele Vorteile in der Blockchain für die Entwicklungszusammenarbeit. Sie könne dabei helfen, alternative Vertrauensstrukturen zu schaffen, indem sie ermögliche, Daten zu verbreiten und gegen Änderungen zu schützen. Er erkennt ebenso wie Liban, dass dies besonders für Länder ohne Finanz- und Bankwesen von Bedeutung sein könnte: „Neue Konzepte in Ländern ohne bestehende Konzepte erlauben Möglichkeiten zur Entwicklung, in dem sich bestimmte Strukturpunkte und Technologielevel überspringen lassen.“ Ebenso könne sie in Ländern, in denen der Internetzugang einfacher als der Zugang zu Konten sei, eine Chance für finanzielle Selbstbestimmung und Teilhabe an Kryptowährungen sein. Er weist aber noch stärker als sein Vorredner auf die Probleme hin, die die Technologie mit sich bringt. Kritisch sei der exorbitante Stromverbrauch (der jährliche Verbrauch der für Bitcoin verwendeten Blockchain entspricht dem jährlichen Energieverbrauch von Dänemark), für den man Lösungen finden müsse. Außerdem mahnt Weis, die Gefahr des Onlineprangers für Privatpersonen nicht zu unterschätzen. Veröffentlichungen der sexuellen Orientierung oder religiösen Gesinnung, die sich kaum wieder aus der Blockchain entfernen lassen, könnten in manchen Gebieten der Welt gravierende Folgen haben.</p>
<h3>Blockchain in der Entwicklungsarbeit</h3>
<figure id="attachment_155077" aria-describedby="caption-attachment-155077" style="width: 246px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class=" wp-image-155077" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Digital-kontrovers-Personen-305x312.jpg" alt="Digital kontrovers - Blockchain in der Entwicklungsarbeit" width="246" height="251" /><figcaption id="caption-attachment-155077" class="wp-caption-text">Kathleen Ziemann und Rüdiger Weis sprechen über Anwendungsbeispiele von Blockchain in der Entwicklungsarbeit.</figcaption></figure>
<p>Konkrete Beispiele für Blockchain in der Entwicklungsarbeit führt außerdem Kathleen Ziemann an. Zum einen ermögliche die Datenbank eine Stärkung von Institutionen: Indem zum Beispiel das Katasteramt Grundbucheinträge digitalisiere und öffentlich zur Verfügung stelle, könne es Partizipation und Transparenz bewirken und Vertrauen schaffen. Zum anderen sei Blockchain beim Monitoring von öffentlichen Geldern der internationalen Zusammenarbeit interessant. Auch hier könne damit Transparenz und Nachvollziehbarkeit, wofür die Gelder vergeben werden, geschaffen werden. Und zuletzt können die Technologie dabei helfen, Lieferketten nachzuvollziehen und internationale Übereinkünfte einzuhalten. Konkret nennt Ziemann zum Beispiel das Kimberley Agreement, bei dem durch das Einspeichern von „Diamantenfingerabdrücken“ in der Blockchain, der Handel mit sogenannten Blutdiamanten verhindert werden könne.</p>
<p>Auch Liban sieht die Stärke der Digitalisierung insgesamt in der Freilegung von Wertschöpfungsketten. Jedoch erkennen beide Redner den „Point of Failure“ im Dateneintrag, also der Schnittstelle zwischen der digitalen und analogen Welt am Beispiel der Lieferketten. Wer die Daten prüft und in das System eingibt, kann so auch die Möglichkeiten besitzen, diese zu manipulieren. Das spreche aber nicht zwingend gegen die Technologie, sondern erfordere Lösungen in der analogen Welt, wie sie sich in der Entwicklungsarbeit bereits in Form von unabhängigen Prüfern und Authorisierungen finden ließen.</p>
<p>Auch wenn so deutlich wird, dass die Blockchain auch Probleme und Gefahren mit sich bringt und viele Projekte der Entwicklungsarbeit, die Blockchain nutzen, erst in den Anfängen stehen, lassen sich einige vielversprechende Anwendungsmöglichkeiten finden. Sam Liban ist deshalb überzeugt: „Blockchain ist die Pferdekutsche ohne Pferd, der Motor ist schon da. Entscheidend ist, was wir daraus machen.“ Ähnlich sieht es auch Professor Weis: „Die Technologie allein macht die Welt nicht automatisch besser. Aber in den richtigen Händen bietet sie viel Potential.“</p>
<p>Titelbild und Bild im Text: © Alle Rechte bei Reinaldo Coddou H. 2018</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Digitalisierung in Guatemala: Alte Probleme und neue Lösungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lina Carnap]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Feb 2017 11:23:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[App]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungsländer]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung der Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung in Guatemala]]></category>
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					<description><![CDATA[Kann die Digitalisierung den Fortschritt in Entwicklungsländern wie Guatemala beschleunigen? Die bisherigen Erfahrungen in Guatemala lassen hoffen. Durch Ideen wie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/child.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/child.png" alt="child" width="640" height="280" /></a>Kann die Digitalisierung den Fortschritt in Entwicklungsländern wie Guatemala beschleunigen? Die bisherigen Erfahrungen in Guatemala lassen hoffen. Durch Ideen wie neu entwickelte Apps im Bereich Migration und die zunehmende Digitalisierung in der Schule könnte Guatemala aufschließen. Doch das Land steht immer noch vor großen gesellschaftlichen und politischen Herausforderung wie Korruption, Armut und Kriminalität. Ohne Lösungen für diese Probleme bleiben auch viele Chancen des digitalen Fortschritts ungenutzt.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Dass das Internet weniger entwickelten Ländern die Chance bietet, zu den prosperierenden Ländern aufzuschließen, gehört zu den Erwartungen, die oft mit der Digitalisierung verknüpft sind. Die Hoffnung ist, dass durch neue Technologien und das Vernetzen per Internet Länder wie Guatemala die Chance bekommen, aufzuholen und beispielsweise durch die Digitalisierung der Bildung die Nachteile einer schlechten schulischen und universitären Infrastruktur auszugleichen. Generell lautete die Annahme, dass durch Leapfrogging, also das Überspringen einzelner technischer Entwicklungsstadien, Entwicklungsländer schneller Anschluss finden. Betrachtet man die Entwicklungen am Beispiel des mittelamerikanischen Landes Guatemala genauer, lassen sich jedoch nicht nur positive Effekte beobachten. Durch die schwierigen strukturellen Gegebenheiten in Guatemala ist das Mithalten in technischen Bereichen schwer. </span><span style="font-weight: 400;">Es besteht sogar die Gefahr, dass Länder mit schlechteren Voraussetzungen wie Guatemala beim rasanten Fortschritt abgehängt werden.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Durch eine schwache Netz-Infrastruktur, vor allem in ländlichen Gebieten, kann Guatemala nur schwer im internationalen Vergleich bestehen. In den Regionen, wo die Menschen in extremer Armut (13,3%) leben und der Analphabetismus verbreitet ist, ist das Radio die einzige Quelle für Informationen. In den anderen Gebieten ist vor allem der Fernseher das Hauptmedium. Im Durchschnitt werden sieben Stunden pro Tag pro Haushalt ferngesehen, meist einer der vier Kanäle von Alba Vision. Dabei dreht sich fast alles um Sport, Fußball um genau zu sein. Wenn man sich in Guatemala länger aufhält, kommt man um die Frage “Madrid oder Barcelona?” nicht rum. Vorsicht bei der Antwort ist hier allemal geboten. Aber die Chancen für die richtige Antwort stehen ungefähr bei 50:50. Regionaler Fußball spielt hier so gut wie keine Rolle. </span></p>
<p>Einen eigenen Computer und Zugriff auf das Internet hat bislang nur ein geringer Teil der Bevölkerung (16%). Davon haben gerade einmal ein Prozent Anschluss über Breitband. Einen Antrag zum staatlichen Ausbau der Breitband-Infrastruktur lehnte die Regierung 2010 ab. Dies führte in Folge zum Ausbau des Mobilfunknetzes von privaten Betreibern.</p>
<p>In Guatemala wird vor allem das Smartphone für den Zugang zum Internet genutzt. Nicht nur für Whatsapp, Facebook und Co, sondern auch um fernzusehen oder Radio zu hören. Besonders für die Jugend Guatemalas spielt das Smartphone eine große Rolle. Mangels Alternativen gehen die Menschen meist mobil ins Internet. Vor allem die sozialen Medien, wie Instagram und Twitter, stehen hier hoch im Kurs. So bekommt man zum Beispiel ein Prepaid-Angebot für umgerechnet 25 Euro, welches 4GB Internet und zusätzlich unbegrenzten Zugriff auf Facebook und Whatsapp im Monat gewährt. In der Hauptstadt allerdings sind Technik und das Internet allgegenwärtig. Auch deswegen zählen guatemaltekische Unternehmen in Lateinamerika zu den Vorreitern der Digitalisierung. So hat selbst das staatlich geförderte Bussystem freien Wifi-Zugang. In der Praxis hapert es allerdings oft noch beim Verbinden.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Obwohl die Digitalisierung in Guatemala insgesamt hinterher hinkt, tut sich in einigen Bereich was. So zum Beispiel in den Bereichen Bildung und Migration.</span></p>
<h3>Digitale Fernschule für guatemaltekische Kinder</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">In einem Land, wo der Bildungssektor mit der Unterernährung der SchülerInnen alle Hände voll zu tun hat, wo Dorfschulen überfüllt sind, die Kommunikation zwischen LehrerIn und SchülerInnen durch Sprachbarrieren oft erschwert ist, der Unterricht selten kontinuierlich stattfindet und Kinderarbeit nach wie vor ein Thema ist, spielt dort die Digitalisierung überhaupt eine wichtige Rolle?</span></p>
<p>VertreterInnen aus dem guatemaltekischen Bildungssektor meinen: JA! Und zwar lautstark. Auf einer Präsentation der Stiftung Telefonica wurden im Sommer 2016 einige Pilotprojekte vorgestellt. In einer qualitativen Studie wurden SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen von 17 Schulen befragt. Der Tenor: Wir brauchen mehr davon, mehr Kommunikations- und Informationstechnologien an den Schulen. Denn gerade mal knapp über 10% der öffentlichen Schulen in Guatemala haben Zugang zu technologischen Hilfsmitteln wie Tablets oder Computer. Dabei ist der Zugang zum (funktionierenden) Internet eher die Ausnahme. 2014 ware von insgesamt 32.000 öffentlichen Schulen lediglich 2.000 mit einem Computerraum ausgestattet und nur 193 hatten einen funktionierenden Internetzugang. Das liegt unter anderem auch daran, dass ein Großteil des Landes, vor allem in den abgelegenen Gebieten, keine Elektrizität hat. Oder es fehlt schlichtweg das Geld.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der digitale Analphabetismus, also die Unkenntnis über die Bedienung eines Computer oder das Nutzen des Internets, ist in Guatemala weit verbreitet. Guatemala kämpft immer noch mit einer hohen Rate an Analphabeten, auch wenn offizielle Stellen nur von 13 % Analphabeten sprechen. Doch auch die Quote von 68% digitalen Analphabeten ist erschreckend. Allerdings hat man in Guatemala erkannt, dass Computerkenntnisse immer wichtiger werden. Vor allem ist es den Eltern bewusst. Laut einer Studie der Stiftung Telefonica sehen vor allem die Eltern, welche Chancen den Kindern das Erlernen der Technologien in der Schule eröffnet. Das Wissen über und der Umgang mit Computern kann einen entscheidenden Vorteil bedeuten. Der ist wichtig, um einen guten Job zu bekommen. Einen guten Job meint hier zunächst einen Arbeitsvertrag mit geregelten Arbeitsbedingungen. Denn derzeit ist der informelle Sektor beunruhigend groß. 74% der arbeitenden Bevölkerung zwischen 15 und 29 Jahren arbeitet ohne Arbeitsvertrag. 78% von ihnen haben keine Sozial- und Krankenversicherung. </span></p>
<p>Aber was lernen die Kinder, die Zugriff auf Computer oder Tablets haben? In der Grundschule geht es vor allem um ein erstes Kennenlernen der Computer und Programme. Vor allem Programme wie Paint, Encarta (Enzyklopädie) oder Mecanet (10-Finger-Lernmethode) werden von den SchülerInnen oft benutzt. Aber natürlich stehen auch Spiele bei den Kids hoch im Kurs. In der Oberschule wird vermehrt mit Word, Excel und Powerpoint gearbeitet. Doch auch das Erstellen und Hochladen von selbstgedrehten Videos über die Gemeinde zählen die SchülerInnen begeistert auf. Ein weiteres zentrales Element ist das Wissen darüber, wie man Suchmaschinen zielgerichtet verwendet. Kinder und LehrerInnen berichten übereinstimmend, welche positiven Aspekte die digitalen Medien auf die Lernmotivation haben.</p>
<p>DirektorInnen, Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen sind sich einig: Dringender Verbesserungsbedarf besteht bei der Zahl der zur Verfügung stehenden Computer und bei dem Zugang zum Internet. Außerdem sehen vor allem auch die LehrerInnen selbst den Bedarf von mehr Schulung für das Personal. Sie können das Potenzial, das die Technologien mitbringen, oft nicht ausschöpfen. Eine fundierte Ausbildung und Begleitung könnte den LehrerInnen das fehlende Know-How und die Unsicherheit nehmen.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Eine wichtige Frage ist die der Finanzierung. Generell scheinen vor allem internationale Akteure Computer, Tablets und Know-How zu spenden. Dazu gehören unter anderem die Europäische Union, die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, die Weltbank, aber auch Unternehmen wie Microsoft und Intel. Heftige Kritik entzündet sich an der Rolle der Regierung. Durch Korruption (Korruptionsindex 2016: 136/176) und schlechter Administration wurden beispielsweise in 2016 nur 0.12% des Haushalts für Bildung von insgesamt 1,6 Milliarden Euro für Investitionen genutzt. Ein Bruchteil macht da die Digitalisierung aus, da zunächst Grundlegendes wie Waschräume für die SchülerInnen bereitgestellt werden muss.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Doch die Zeichen stehen auf Wandel. In Guatemala ist man sich im Klaren, dass das Erlernen der neuen Technologien notwendig ist, um der Gesamtentwicklung des Landes zu helfen. Laut des guatemaltekischen Think Tanks ASIES sind es bislang vor allem Privatschulen, die am technischen Wandel teilnehmen. Dennoch, am heutigen 23. Februar will die Regierung ein Konzept vorstellen, das unter anderem die sogenannte Fernschule einführt. In sechs Departamentos sollen versuchsweise ab der ersten Klasse SchülerInnen und junge Erwachsene die Chance haben, ihren Schulalltag flexibel zu gestalten. Durch eine oder einen TutorIn vor Ort und technologische Ausstattung sollen die SchülerInnen Anleitung und Aufgaben bekommen. Somit können sie einerseits in die Schule gehen und andererseits ihre Eltern bei der Arbeit unterstützen. Dies könnte eine Übergangslösung sein. .</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Guatemala blickt nach vorne und versucht, mit Hilfe der Technologien mehr Kindern die Möglichkeit zur Bildung zu ermöglichen. Dafür muss die Regierung jetzt handeln und investieren. Mit neuen Reformanstößen, die die weitgehende Korruption und Fehler der Justiz bekämpfen will, könnte man diesem Ziel näher kommen.</span></p>
<h3>Neu entwickelte App soll guatemaltekischen Migranten und Rückkehrenden helfen</h3>
<p>Auch bei einem anderen gesellschaftlichen Thema setzen die GuatemaltekInnen auf die Nutzung von Technologien. Migration ist in Lateinamerika seit jeher ein Thema. Das Ziel der meisten: die USA. 2010 lebten beispielsweise rund 13 % der guatemaltekischen Gesamtbevölkerung in den USA. Aber bei weitem schaffen es nicht alle bis in die USA oder dürfen dort bleiben. Einige von ihnen müssen zurückkehren. 2016 waren es 83.166 Guatemaltecos, darunter auch viele Kinder. Diese haben es meist äußerst schwer, in der Gesellschaft wieder aufgenommen zu werden. Das Stigma der RückkehrerInnen ist für einige unüberwindbar. Dies bringt neue Probleme und Schwierigkeiten mit sich. Wie zum Beispiel den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Gelingt der nicht, flüchten sich einige in die Kriminalität oder den Alkohol.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Eval Rodas möchte mit seinen neu entwickelten Apps genau hier ansetzen. Während eine App MigrantInnen im Ausland unterstützen soll, versucht die zweite App den RückkehrerInnen die Resozialisierung zu erleichtern. Mit finanzieller Unterstützung der Internationalen Organisation für Migration und der Vereinten Nationen hat Eval ein Tool entwickelt, das über Daten und Zahlen der </span>MigrantInnen verfügt und dadurch gleichzeitig vor allem Kinder und Jugendlichen konsularisch unterstützen kann. Mit der App können MigrantInnen zusätzlich aktuelle Informationen und Adressen der Botschaften und Konsulate abrufen und Termine direkt reservieren. Außerdem kann im Notfall, vor allem bei Naturkatastrophen, schnell Hilfe geleistet werden. Dafür soll nun im nächsten Schritt ein Zentrum für die Koordination entstehen. Zusätzlich soll die App auch als Kommunikationsmittel genutzt werden und der Vernetzung und gegenseitigen Unterstützung der MigrantInnen dienen.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Für Eval war es klar, dass sich diese Ziele am ehesten mit einer App erreichen lassen. Beinahe alle MigrantInnen haben ein Smartphone.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Aktuell arbeitet Eval schon an der nächsten App. Damit greift er ein weiteres Problem direkt auf. Die neue App soll rückkehrenden MigrantInnen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern. Die App soll dabei ein Portal werden, in dem Unternehmen Jobangebote reinstellen und rückkehrende MigrantInnen ein Profil erstellen können.</span></p>
<p><b>Ausblick in die guatemaltekische digitalisierte Zukunft </b></p>
<p>Die Digitalisierung sollte Entwicklungsländern wie Guatemala eine Chance geben aufzuholen. Die Realität sieht meistens aber anders aus. Obwohl die Bevölkerung und die Regierung sich der Chancen bewusst sind, verhindern bislang gesellschaftliche Herausforderungen und politische Strukturen den Anschluss.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Es bleibt daher abzuwarten wie sich Guatemala weiterhin entwickelt. Sollte die Regierung nicht auf Digitalisierung im großen Stil setzen, wird es schwer werden. Dennoch, abseits der Regierung entwickeln sich an einigen Stellen großartige Ideen, die für Fortschritt sorgen können.</span></p>
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<p>Titelbild:  child by sasint via<a href="https://pixabay.com/en/truth-newspaper-news-printed-text-166853/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> pixabay</a>, licensed CC0 Public Domain</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-630x110.png" alt="cc-lizenz-630x11011" width="453" height="79" /></a></p>
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		<title>Digitale Lösungen in Entwicklungsländern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jana Schwenk]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Mar 2016 09:43:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungsländer]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungshilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Internet der Dinge]]></category>
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					<description><![CDATA[Neue Technologien steigern den Anbau von Nahrungsmitteln in afrikanischen Ländern. Eine immer größere Rolle neben Apps spielt hierbei das Internet [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/BauermitHandy-Ken-Banks-Kiwanja.net-CC-BY-SA-2.0-via-flickr1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148738 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/BauermitHandy-Ken-Banks-Kiwanja.net-CC-BY-SA-2.0-via-flickr1.jpg" alt="BauermitHandy-Ken Banks, Kiwanja.net-CC-BY-SA 2.0-via flickr" width="640" height="280" /></a></p>
<p>Neue Technologien steigern den Anbau von Nahrungsmitteln in afrikanischen Ländern. Eine immer größere Rolle neben Apps spielt hierbei das Internet der Dinge.</p>
<p>Bis 2050 sollen laut Berechnungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen 9,1 Milliarden Menschen auf der Erde leben, allein für die Regionen der Subsahara wird ein Bevölkerungswachstum von 108% vorausgesagt. Diese Menschen gilt es dann auch zu ernähren, dabei können Technologien unterstützend wirken. Hierzu gibt es drei große Trends in Entwicklungsländern. Erstens: Wissen vermitteln, um den Anbau effizienter zu machen. Zweitens: Durch Crowdfunding Projekte die Finanzierung sichern. Und Drittens: Versicherungen, um Erträge zu sichern. Alle drei Trends basieren darauf, dass auch stark rurale Gebiete immer mehr Mobilfunknetze haben. Bis 2020 soll bereits knapp die Hälfte der Bevölkerung der Subsahara eine Mobilfunkverbindung haben.</p>
<h3>Trend #1: Wissen ist Macht</h3>
<p>Das einfachste Mittel zur Kommunikation in entlegenen Gegenden ist das Handy. Über das Handy bekommen die Bauern Informationen, wie zum Beispiel den aktuellen Marktpreis ihres Gutes. Oft sind die Bauern nicht in der Lage, selbst auf Märkten ihre Waren anzubieten, sondern verkaufen sie an einen Händler, der sie am Markt weiterverkauft. Dabei waren die Bauern lange auf die Ehrlichkeit und das Wissen der Händler angewiesen und konnten selbst nicht kontrollieren, für wie viel Geld ihr Produkt weiterverkauft wurde. Dank der Informationen über den Marktpreis können die Bauern in faire Verhandlungen treten. Unternehmen wie Esoko haben derzeit schon mehr als 350.000 Kunden in zehn Ländern und senden diesen nicht nur Informationen zum Marktpreis, sondern ermöglichen auch Planung durch Wettermeldungen. Die Meldungen kommen dabei ganz einfach per SMS. Aber auch ganz praktische Tools wie Tipps zum Anbau werden angeboten. Das Problem der hohen Analphabetenrate umgehen die Anbieter ganz pragmatisch: Die Tipps werden einfach per Sprachnachricht verschickt. In Indien ist man schon einen ganzen Schritt weiter, neben den Informationen zum Anbau bietet Nano Ganesh die Möglichkeit, Bewässerungsanlagen über Handy zu steuern.</p>
<h3>Trend #2: Sharing is caring – die Kuh gehört vielen</h3>
<p>Nicht nur Tipps zum Anbau finden ihren Weg zu den Bauern. Mit der App iCow können kenianische Bauern Daten zu ihren Herden eingeben und bekommen dafür personalisierte Informationen und Erinnerungen zum Melken und Impfen. Andere Anbieter gehen noch weiter: Farmable zum Beispiel bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, kleine Summen in eine Kuh zu investieren. Nach der Schlachtung der Kuh wird das Fleisch verkauft und die Investoren bekommen ihre Dividende. Diese Art des Crowdfundings ermöglicht Bauern die Anschaffung von Tieren, die sie sich sonst womöglich nicht leisten könnten. Um Diebstahl vorzubeugen, wird den Tieren ein RFID-Chip eingepflanzt. Dieser Chip ermöglicht es Bauern ihre Herden online zu verfolgen, so können auch verirrte Tiere wiedergefunden werden.</p>
<h3>Trend #3: Versicherungen stellen Lebensunterhalt sicher</h3>
<p>„Weil wir das Wetter nicht kontrollieren können“- damit wirbt die wohl bekannteste Versicherungsgesellschaft für Kleinbauern in Afrika, Kilimo Salama. Kilimo Salama, zu deutsch „Sichere Landwirtschaft“, versichert Bauern, deren Erträge für große Versicherungsgesellschaften nicht interessant sind. Abgesehen vom Vertragsabschluss läuft alles online ab. Die Bauern zahlen 10% ihres Aufwandes für Samen an Kilimo Salama als Versicherungsprämie und werden mit einer Wetterstation ausgestattet. Die Wetterstationen senden regelmäßig Daten an die Versicherung, die so schnell mitbekommt, wenn Dürren oder zu starker Regen die Ernte bedrohen. In diesem Falle werden automatisch Entschädigungen an die Bauern gezahlt. Auch das geschieht online, über ein mobiles Zahlungssystem. Für die Bauern ist damit der Lebensunterhalt gesichert, ohne dass in einem langwierigen Prozess zunächst ein Gutachter zu der Farm reisen muss.</p>
<p>Immer mehr Kleinbauern in Afrika versichern so ihre Ernte. Das Projekt, das es seit 2009 gibt, zählt derzeit mehr als 800.000 Kunden. Neben den afrikanischen Staaten Kenia, Ruanda, Tansania, Botswana und Zimbabwe soll die Versicherung auch bald im asiatischen Raum angeboten werden.</p>
<h3>Internet der Dinge – Chance für Entwicklungsländer</h3>
<p>Viele dieser Technologien, wie zum Beispiel die automatischen Erinnerungen an Impfungen und die Wetterdatenübertragung, basieren auf dem Internet der Dinge (IoT). Darunter versteht man in erster Linie alle Geräte, die als „intelligent“ bezeichnet werden, also mit anderen Geräten kommunizieren können. Bekannt sind hierzulande vor allem Anwendungsfelder wie die <a href="http://politik-digital.de/news/internet-der-dinge-teil-7-industrie-4-0-141454/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Industrie 4.0</a> oder <a href="http://politik-digital.de/news/internet-der-dinge-teil-4-smart-cars-141164/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">selbstfahrende</a> Autos. In Entwicklungsländern werden große Hoffnungen in das Internet der Dinge gesetzt und für viele akute Probleme enstehen durch das IoT neue Lösungsmöglichkeiten: So gibt es neben den Unterstützungen für Bauern <a href="http://www.betterplace-lab.org/de/das-internet-der-dinge/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Projekte</a>, die die Kühlkette von Impfstoffen überwachen. Die oft sehr hitzeempfindlichen Stoffe werden in Kühlbehältern gelagert, die bei Überschreiten einer bestimmten Temperatur Alarm schlagen. Auch in der Katastrophenhilfe hat sich das Internet der Dinge bereits bewährt, durch Sensoren, die seismografische Veränderungen aufzeichnen, können Frühwarnsysteme Betroffene per Push-Benachrichtigung warnen. Nach Katastrophen können durch Ortungssysteme Opfer leichter gefunden und Hilfe organisiert werden.</p>
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<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/kiwanja/3170270786/in/gallery-140176341@N05-72157664059938159/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ken Banks, kiwanja.net</a><span class="licensetpl_attr">,</span> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 2.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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