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	<title>Erdbeben-Warnung &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Digitalisierung in Japan: Mobile Erdbebenwarnung per App</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Franziska Wiesner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Dec 2014 10:52:39 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Roboter verkaufen Kaffeemaschinen, und Getränkeautomaten empfehlen je nach Alter, Geschlecht und Wetter unterschiedliche Drinks – Japan besticht mit digitalem Ideenreichtum. So überrascht eine Erdbeben-Warnapp nicht, ist aber in ihrer Ausgereiftheit weltweit vorbildlich – und demonstriert, in welchem Maße die Digitalisierung in Japan alltäglich und lebenswichtig ist.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>„<a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=de.gempa.android.eqinfo&amp;hl=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EQInfo &#8211; Erdbeben weltweit</a>“ ist nur eines von vielen Beispielen für Erdbeben-Warnapps und gibt weltweit Informationen zu Erdbeben. Andere sind länderspezifisch angelegt und eher für geografisch und geologisch Interessierte von Bedeutung. Für Japan als erdbebenreichstes Land der Welt mit rund <a href="http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/Nodes/JapanSicherheit_node.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">1.500 seismisch registrierten Beben</a> pro Jahr reicht diese Art der App nicht aus, weil keine Warnung damit möglich ist.<br />
Die japanischen Erdbeben-Apps sind dementsprechend viel ausgereifter und variieren von Wetter-Apps, die neben der Wetteranzeige auch vor Naturkatastrophen warnen, bis hin zu speziellen Erdbeben-Frühwarn-Apps. Vor allem nach dem Tohoku-Erdbeben im März 2011, besser als Fukushima-Erdbeben bekannt, ist die Anzahl der Nutzer von Warn-Apps<a href="http://www.reuters.com/article/2011/04/26/uk-app-earthquake-idUSLNE73P02O20110426" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> sehr stark gestiegen</a>. „<a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=jp.co.rcsc.yurekuru.android" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Yurekuru Call</a>“ ist eine solche Frühwarn-App. Zuerst für das iPhone entwickelt, später auch auf Android nutzbar, informiert die App per Push-Notification über Erdbeben-Warnungen, inklusive errechneter seismischer Stufe. Diese 2010 auf den Markt gebrachte App ist eine effektive Verbreitungslösung für Erdbebenwarnungen und kann sogar personalisiert werden: So kann man individuell einstellen, ab welcher Stufe man gewarnt werden möchte und für welches Gebiet. Der Nutzen liegt auf der Hand: Smartphones sind weit verbreitet und durch einen selbst gewählten Signalton werden die User alarmiert. Da die Warnungen nur wenige Sekunden Vorwarnzeit geben, sollte man bei Alarm sofort Schutz unter einem Tisch suchen.</p>
<h3>Die App als logische Weiterentwicklung</h3>
<p>Diese Entwicklung ist die logische Folge eines langen Prozesses im Bereich der Katastrophenwarnung. Die App zur Erdbeben-Frühwarnung konnte jedoch erst mit den Smartphones ihre enorme Verbreitung finden. Als großer offizieller Player in der Warnung vor Katastrophen wie schwerem Regen, Vulkanaktivitäten, Tsunamis und Erdbeben spielt das <a href="http://www.jma.go.jp/jma/en/Emergency_Warning/ew_index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Japanische Wetteramt</a> mit den täglich aktuellen <a href="http://www.jma.go.jp/en/warn/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Warnungen</a> auf seiner Homepage schon lange eine wichtige Rolle. Seit 1995 wird das <a href="http://www.marketplace.org/topics/world/japans-quake/effectiveness-japans-earthquake-early-warning-system" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netz aus Seismographen</a> in und um Japan ausgebaut.<br />
Zunächst hatte das Japanische Wetteramt <a href="http://content.time.com/time/world/article/0,8599,2059780,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">über TV, Radio</a> und eigens dafür gebaute Geräte Warnungen verbreitet. Im Oktober 2007 veröffentlichte es ein <a href="http://www.jma.go.jp/jma/en/Activities/eew.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erdbeben-Frühwarnsystem</a>, und schon im selben Jahr wurde eine erste <a href="http://textually.org/textually/archives/2007/11/017990.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ausstattung</a> japanischer Mobiltelefone mit einem direkten Zugang zur Erdbebenwarnung angedacht. Die drei großen japanischen Handy-Hersteller, AU, Docomo und Softbank, haben ihre Geräte schrittweise auf automatischen Alarmempfang umgestellt. Die Warnungen des Wetteramtes werden heute <a href="http://blog.japantimes.co.jp/japan-pulse/an-early-warning-system-in-every-pocket/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">automatisch</a> an die Smartphones weitergeleitet und machen sich durch einen schrillen Signalton bemerkbar, auch bekannt als <a href="https://www.nttdocomo.co.jp/english/service/safety/areamail/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Area Mail</a>. Damit wird der Alarm nur an die in den betroffenen Gebieten georteten Geräte geschickt, die von Auswirkungen des Bebens betroffen sind. Die Anwendung ist kostenlos und auf japanischen Geräten vorinstalliert, es ist also keine zusätzliche App nötig. Das <a href="http://www.bbc.co.uk/news/technology-14614454" target="_blank" rel="noopener noreferrer">iPhone </a>kann übrigens seit dem iOS 5 (Ende 2011) auch automatisch die offiziellen Alarme empfangen.</p>
<h3>Das weltweit fortschrittlichste Frühwarnsystem</h3>
<p><a href="http://content.time.com/time/world/article/0,8599,2059780,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Japan ist führend</a> in der Erdbeben-Frühwarnung, dank eines ausgeklügelten Systems von rund 1.000 seismischen Sensoren, die um und vor Japan verteilt sind. Dadurch, dass  schon die schwächeren primären Wellen eines Erdbebens von den Seismographen erfasst werden, können wichtige Sekunden gewonnen werden. Die Lokalisierung des Epizentrums ermöglicht die Berechnung der Reichweite, so dass gezielt nur Personen in den betroffenen Gebieten gewarnt und die entsprechenden Schutzmaßnahmen für diese Region eingeleitet werden können. Die automatisierten Warnungen haben eine weitreichende Wirkung: <a href="http://earthquake-report.com/2011/04/22/2-examples-of-how-technology-made-the-difference-during-the-tohoku-earthquake-and-tsunami/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schnellzüge</a> werden angehalten, Fahrstühle gesichert, Maschinen heruntergefahren und <a href="http://www.tokyo-gas.co.jp/csr/report_e/6_society/safety1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gaszufuhren</a> gestoppt. Mit der automatischen Weiterleitung an mobile Endgeräte bzw. Smartphones ist die Frühwarnung umso effektiver.</p>
<h3>Potential und Grenzen des Warnsystems</h3>
<p>In Japan hat das Frühwarnsystem bereits viele Leben gerettet, aber auch das hat seine <a href="http://www.technologyreview.com/news/423274/80-seconds-of-warning-for-tokyo/?p1=A3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grenzen</a>. Problematisch ist zum Beispiel die unterschätzte Ausbreitung des Erdbebens, wenn Personen nicht rechtzeitig gewarnt werden, weil das Ausmaß falsch eingeschätzt wurde. Weniger fatal, aber eine nicht unbedeutende Fehlerquelle sind falsche Alarme, da die Sensoren sehr sensibel sind. Ebenfalls höchst <a href="http://www.jma.go.jp/jma/en/Activities/eew3.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">problematisch</a> ist, dass sehr nah am Epizentrum gelegene Regionen keine frühzeitige Warnung erhalten können, da das Erdbeben dort zeitgleich mit den Warnungen ankommt.<br />
Für nicht japanischsprachige Touristen gibt es seit September 2011 mit <a href="http://www.japantimes.co.jp/news/2014/11/07/national/jta-launches-quake-tsunami-warning-app-english/#.VH7W-mey7B1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SafetyTips</a> auch eine Warn-App auf Englisch, Koreanisch und Chinesisch. Ausgestattet mit einer Liste der letzten Erdbeben, einer Evakuierungsanleitung und praktischen Sätzen auf Japanisch für den Notfall bietet sie eine <a href="http://support.rcsc.co.jp/support/safetytips/support.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hilfe </a>für ausländische Besucher. Und die Technik entwickelt sich weiter. Um nur ein Beispiel zu nennen: <a href="http://www.gulli.com/news/25044-reflexionslose-3d-projektion-mit-infrarot-impulslaser-2014-11-05" target="_blank" rel="noopener noreferrer">3D-Projektoren</a> können bei Katastrophen der Orientierung dienen, indem sie im Straßenbild mobile Warnhinweise geben. Die Nutzung von digitalen Errungenschaften ist in Japan also aufgrund der vorhandenen Gefahren weit verbreitet und viel mehr als ein praktischer Luxus. Sie kann im Notfall Leben retten.<br />
Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/marcusuke/2795286591" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Marcus </a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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