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	<title>Ernst-Ludwig Winnacker &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Ernst-Ludwig Winnacker &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Keine Eliteunis in Ostdeutschland</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bbergevoet]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Oct 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Hochschule]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Montag, 16. Oktober, war Ernst-Ludwig Winnacker, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Er diskutierte mit den Nutzern über die Exzellenzinitiative für deutsche Hochschulen.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Montag, 16. Oktober, war Ernst-Ludwig Winnacker, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Er diskutierte mit den Nutzern über die Exzellenzinitiative für deutsche Hochschulen.<br />
<!--break--></p>
<p>
Herzlich willkommen zu 60 Minuten tagesschau-Chat. Zu Gast im ARD-Hauptstadtstudio ist heute Ernst-Ludwig Winnacker. Er ist Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).<br />
Sein Name steht &#8211; wie der seiner Organisation &#8211; für den Elitewettbewerb, der zwei Hochschulen in München und einer in Karlsruhe jüngst Fördermittel in Millionenhöhe eingebracht hat. Mit am Tisch sitzt auch der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Peter Strohschneider. Herr Winnacker, können wir beginnen?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>coulomb:</b> Warum waren an der Entscheidung zur Exzellenzinitiative 90 Prozent ausländische Wissenschaftler beteiligt? Hätten nicht viel mehr deutsche Wissenschaftler, die die beengten Möglichkeiten deutscher Universitäten kennen, stärker in die Begutachtung eingebunden werden müssen? Amerikanische Verhältnisse können aufgrund der vorgegebenen deutschen Rahmenbedingungen doch gar nicht erreicht werden!
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Es waren 60 Prozent Europäer, 30 Prozent aus Übersee und zehn Prozent Deutsche. Hätten wir mehr Deutsche verwendet, wären diese befangen gewesen &#8211;<br />
sie hätten über sich selbst entscheiden müssen. Das halte ich für undenkbar. Außerdem ging es nicht über beengte Verhältnisse, sondern um wissenschaftliche Qualität.
</p>
<p>
<b>carell:</b> Ich habe Herrn Winnacker in der Tagesschau gesehen, wo er sehr dafür angegriffen wurde, dass die Preise nur nach Süddeutschland gegangen sind. Ich fand, dass Herr<br />
Winnacker zu weich und ausweichend geantwortet hat. Er hätte mehr die Kompetenz der internationalen Gutachter mit Ihrer Fachkompetenz in die Waagschale legen sollen und ganz klar zum Ausdruck bringen sollen: Wer Spitzenleistungsuniversitäten will, der darf nicht nach dem Proporz gehen.
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Einverstanden.
</p>
<p>
BrainDrain2007: Ich gehe, wie viele meiner Kollegen, ins Ausland. Dort rekrutieren Top-Universitäten auf Lebenszeit, während hier mittelmäßige Universitäten mit Zweijahresverträgen locken. Wann stellen sich die deutschen Universitäten dem globalen Wettkampf und führen ein Research Assessment Exercise (RAE) ein wie in Großbritannien? Hier freuen sich Universitäten, wenn Professuren für einige Jahre unbesetzt bleiben &#8211; das würde in Großbritannien sofort mit Ranking-Verlust bestraft.
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Die Exzellenzinitiative ist die RAE, von der Sie sprechen. Außerdem gibt es seit Jahren ein Förderranking der DFG, das die Qualitätsunterschiede der deutschen Universitäten seit langem dokumentiert.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Herr Winnacker, Sie haben Aachen, Heidelberg und Freiburg gute Chancen für die zweite Runde der Exzellenzinitiative eingeräumt. Aber auch andere Universitäten, etwa in Berlin, machen sich große Hoffnungen. Wollen Sie eine Art Nervenkrieg entfachen oder sind solche Aussagen bereits eine Vorankündigung?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Ich habe nur gesagt, dass sie automatisch in die zweite Runde kommen. Das sieht der Wettbewerb so vor.
</p>
<p>
<b>Peter Strohschneiderr:</b> Diese Universitäten können, wenn sie wollen, mit ihren Anträgen dabei sein. Das wird dann sicher nicht zu einem Nervenkrieg führen, aber doch zu einer Schärfung des Wettbewerbs. Und das ist gewollt mit der Exzellenzinitiative.
</p>
<p>
<b>bvogler:</b> Ich bin selbst Professor an einer amerikanischen Universität und würde über alles dem deutschen System den Vorzug geben. Der ständige Zwang &quot;Geld zu jagen&quot; führt sicherlich zu extremen Verzerrungen. Die Ausbildung in Deutschland war zu meiner Zeit sehr viel besser als das, was amerikanische Universitäten heute leisten. Ein Problem: Massen-Uni, hier viel mehr als in Deutschland. Ich bin seit fünf Jahren hier.
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Es gibt in Amerika eine viel größere Differenzierung der Universitäten. Es gibt ca. 4500 Universitäten und darunter etwa 100 Forschungsuniversitäten, während es in Europa 2500 Universitäten gibt, die alle den Anspruch erheben, Spitzenuniversitäten zu sein. Das führt notwendigerweise zu einer Verwässerung der Ressourcen.
</p>
<p>
<b>albrecht möller:</b> Peinlich, peinlich; seit 1984 ist Prof. Winnacker mit München innig verbunden, jetzt sorgt er mit Forschungsmillionen für seine bayrische Kamarilla.
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Völlig abwegig. Der Präsident der DFG hat in keinem Förderverfahren eine Stimme, auch in diesem nicht. Außerdem haben DFG und Wissenschaftsvorsitzende extrem strikte Befangenheitsregeln in allen Stufen des Verfahrens. Und so haben Prof. Strohschneider und ich an keinen Beratungen über München teilgenommen.
</p>
<p>
<b>Dr. Schorsch:</b> Wie kann man den politischen Druck in weiteren Runden, doch noch die &quot;Gießkanne&quot; zu zücken, abwehren? Kann es auch eine Runde (bei den &quot;Eliteunis&quot;) ohne Sieger geben?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Es kann in einem solchen Wettbewerb natürlich nicht ohne &quot;Sieger&quot; und &quot;Verlierer&quot; abgehen. Die Politik hat sich auf ein strikt wissenschaftsgeleitetes Verfahren festgelegt und genau so haben wir es auch durchgeführt.
</p>
<p>
<b>Peter Strohschneiderr:</b> Das wird auch so bleiben.
</p>
<p>
<b>cycologist: </b>Wann wird es in Deutschland endlich Auswahlverfahren für Studierende geben? &quot;Eliteuniversitäten&quot; wie Harvard, Yale oder Princeton sichern ihren Bestand vor allem aus der Rekrutierung der besten Bewerber die über den S.A.T. und andere Eingangstests ausgewählt werden. Diese Auswahl soll dem Ideal einer Meritokratie dienen, in der die Bildungselite nicht nach Abstammung, Staatsangehörigkeit, oder Wohlstand ausgewählt wird, sondern nach Eignung.
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Gibt es längst. Es gibt zahllose Bachelor &#8211; und Masterstudiengänge, in denen Studierende im Wettbewerb ausgewählt werden.
</p>
<p>
<b>markus76: </b>Kann es sein, dass abgesehen von finanziellen und politischen Problemen in Deutschland vor allem auch ein kulturelles Problem dafür sorgt, dass die deutsche Forschung international nicht anschlussfähig ist? Ich war einige Jahre Teil des deutschen Systems und beobachte es jetzt aus Nordamerika. Im Vergleich hat man das Gefühl, dass das mittelalterliche Ständesystem sich in die Universitäten zurückgezogen hat.
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Die deutsche Forschung ist durchaus anschlussfähig, in vieler Hinsicht. In diesen Bereichen sind die auch die Hierarchien längst abgeschafft.
</p>
<p>
<b>elitestudent:</b> Warum gibt es kein Geld für &quot;arme Unis&quot;? Die brauchen es doch am meisten?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Die Entscheidung wurde nicht nach Armut und Reichtum der Universitäten getroffen, sondern nach der wissenschaftlichen Qualität ihrer Anträge. Es zahlt sich eben jetzt aus, wenn man über Jahrzehnte hinweg in die Forschung in den Universitäten investiert hat.
</p>
<p>
<b>moechtegernphd:</b> Heißt Förderung der Spitzenuniversitäten gleichzeitig Vernachlässigung der anderen Universitäten?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Nein, überhaupt nicht. Ich habe immer das Bild einer Pyramide im Blick, mit einer breiten soliden Basis, aber mit einer Spitze. Die Spitze haben wir in der Vergangenheit vernachlässigt.
</p>
<p>
<b>unitrier:</b> Wie sehen die Konzepte aus, damit in Zukunft kleinere und abgelegenere Universitäten nicht zu reinen Ausbildungsstätten verkommen, sondern auch dort weiterhin qualitative Forschung betrieben werden kann?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Die Exzellenzinitiative ist ein Instrument, ein ganz bestimmtes Problem zu bearbeiten: Das Fehlen der Spitzen.
</p>
<p>
<b>Peter Strohschneiderr:</b> Die Initiative ist kein Instrument zur Lösung aller und jeder Probleme im deutschen Wissenschaftssystem, insbesondere nicht der Unterfinanzierung.
</p>
<p>
<b>ExInt_Fan:</b> Herr Prof. Winnacker, warum versuchen<br />
wir in Deutschland, die amerikanischen Universitäten wie Stanford,<br />
Harvard oder das MIT krampfhaft zu kopieren? Haben wir nicht andere<br />
Stärken, die wir umsetzen sollten?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Tun wir das wirklich? Es gibt viele Wege<br />
nach Rom. Und diese haben wir im Laufe der ersten Runde auch kennen<br />
gelernt.
</p>
<p>
<b>Björn:</b> In Deutschland fehlt es nicht an guten<br />
Ideen oder qualifizierten Akademikern. Eine Möglichkeit, mehr<br />
Forschungsgelder zu erhalten, sehe ich in der stärkeren Zusammenarbeit<br />
zwischen Hochschulen und der Industrie und die dadurch beschleunigte<br />
Entwicklung marktreifer Produkte. Welche Möglichkeiten sehen<br />
sie diese Zusammenarbeit auszubauen? Was muss die Politik der Länder<br />
und des Bundes tun?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Das Ergebnis zeigt genau, dass mit sehr<br />
unterschiedlichen Modellen &#8211; durchaus nicht nur mit solchen, die<br />
sich an wenigen amerikanischen Universitäten orientieren &#8211;<br />
in der Exzellenzinitiative erfolgreich sein kann. Auch das war oder<br />
ist in der Exzellenzinitiative vorgesehen. Dafür gibt es gute<br />
Beispiele.
</p>
<p>
<b>Peter Strohschneiderr:</b> Vor allem auf der Ebene der Cluster.
</p>
<p>
<b>thomas1962: </b>Lieber Herr Winnacker, was mich an<br />
Deutschland immer so irritiert, ist diese Fixierung auf bestimmte<br />
Lebensplanungen. Man muss bis 35 angekommen sein, sonst wird es<br />
schwierig. Ich bin gerade dabei, aus den USA zurückzukehren.<br />
Dort habe ich eher das Gefühl, es kommt darauf an &quot;can<br />
he/she do the job?&quot; Und nicht &quot;ist der/die nicht schon<br />
über 40?&quot;
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Ich denke, dass der Reichseinheitsbrei<br />
des deutschen Hochschulsystems längst passé ist und<br />
auch vielleicht auch so nie existiert hat. Inzwischen sind Altersgrenzen<br />
weithin abgeschafft.
</p>
<p>
<b>Webmaster5:</b> Darf es sich Deutschland denn erlauben,<br />
keine Elite-Universität in der Hauptstadt zu bieten?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Natürlich darf es das.
</p>
<p>
<b>Peter Strohschneiderr:</b> Deutschland ist aus vielen Gründen ein<br />
föderaler, dezentraler Staat und es steht viel kultureller<br />
und intellektueller Reichtum darin, dass es so ist.
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Außerdem haben die<br />
Berliner Unis noch eine zweite Chance.
</p>
<p>
<b>PP: </b>Bringt die Exzellenzinitiative denn überhaupt<br />
so viel Geld pro Universität? Die Ludwig-Maximilians-Universität<br />
München zum Beispiel erhält doch gerade mal zehn Prozent<br />
ihres bisherigen Budgets extra?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> 15 Prozent, wie ich gehört habe und<br />
das ist natürlich schon ein beachtlicher Freiraum.
</p>
<p>
<b>Peter Strohschneiderr:</b> Es gibt ein hartes sachliches Argument: Man<br />
muss die Mittel aus der Exzellenzinitiative nicht nur zu den Gesamtetats<br />
in ein Verhältnis setzen, sondern zu dem, worüber die<br />
Uni frei disponieren kann. Und diese Beträge in den Haushalten<br />
werden durch die Exzellenzinitiative dramatisch gesteigert
</p>
<p>
<b>Kai Jennrich: </b>Fakultäten an Hochschulen ohne<br />
das &quot;Elite&quot;-Prädikat, die aber über anerkannt<br />
hervorragende Lehrreputation verfügen und deren Absolventen<br />
sollten nicht Opfer eines undifferenzierenden Etiketten-Wettbewerbs<br />
in der Öffentlichkeit werden &#8211; nach dem Motto: &quot;Elite&quot;-Kleider<br />
machen Leute. Ist diese Besorgnis begründet? Auf welche Weise<br />
wirkt die Deutsche Forschungsgemeinschaft einer solchen verallgemeinernden<br />
und fatalen Fehlentwicklung entgegen?
</p>
<p>
<b>Peter Strohschneiderr:</b> Durch Differenzierung in der Exzellenzinitiative.
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Außerdem wird dieses Label nicht<br />
auf Ewigkeit verliehen, sondern muss sich immer wieder neu erarbeitet<br />
werden. Aber eines ist auch klar: Es wird in Deutschland Universitäten<br />
mit eher regionaler Bedeutung geben oder mit internationaler Bedeutung.<br />
Daran werden wir uns gewöhnen müssen.
</p>
<p>
<b>a-j-k85:</b> Herr Winnacker, auf welche Art können<br />
sich Universitäten beim Ranking der Exzellenzinitiative hervortun?<br />
Auch durch bessere Bedingungen in der Lehre oder nur durch Programme<br />
für die Forschung?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Die Zukunftsperspektiven beziehen sich<br />
im Wesentlichen auf die Forschung, aber gute Forschung ist in der<br />
Regel von guter Lehre nicht zu trennen. Deswegen wird am Ende auch<br />
die Lehre von diesen Entscheidungen profitieren.
</p>
<p>
<b>Phelps:</b> Wie kommt es zu dieser Konzentration von<br />
Eliteuniversitäten ausschließlich im Süden der Bundesrepublik<br />
Deutschland?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Weil man Jahrzehntelang in die Forschung<br />
und die Hochschulen insgesamt investiert hat. Und weil dies auch<br />
zu einer Ansammlung von außeruniversitärer Forschung<br />
geführt hat.
</p>
<p>
<b>biologisch: </b>Müsste der Bundesetat für<br />
Bildung und Forschung nicht der allergrößte Etatposten<br />
eines Landes sein, das angeblich die Ressource &quot;Wissen&quot;<br />
stärken möchte?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Natürlich.
</p>
<p>
<b>Merlin:</b> Soll sich die Politik wirklich in die<br />
Entscheidung dieser Initiative einmischen dürfen?
</p>
<p>
<b>Peter Strohschneiderr:</b> Die Politik hat sich auf ein strikt wissenschaftsgeleitetes<br />
Gefahren festgelegt. Dafür sind wir sehr dankbar. Und sie hat<br />
sich auch an diese Festlegung gehalten
</p>
<p>
<b>ziggeding:</b> Wie vertragen sich Forschungsqualität<br />
und Studiengebühren, die nicht an die Universitäten gehen?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Überhaupt nicht. Ich bin immer davon<br />
ausgegangen, dass Studiengebühren an die Universitäten<br />
gehören.
</p>
<p>
<b>ringo star:</b> Wenn man Eliteuniversitäten in<br />
anderen Ländern betrachtet, findet man sowohl in den Ländern,<br />
als auch bei den Universitäten eine &quot;Kultur&quot; der<br />
Eliteuniversitäten. Glauben sie, dass &quot;künstlich&quot;<br />
benannte Eliteuniversitäten, wie im Rahmen der Exzellenzinitiative,<br />
wirklich einen vergleichbaren Status sowohl national als auch international<br />
erlangen können? Wenn ja, in welchem Zeitraum?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Die Ernennung einiger der Unis zu Spitzen-Universitäten<br />
ist erst der Anfang. Die entsprechenden Kulturen müssen sich<br />
erst noch entwickeln. Hoffen wir, dass in zehn Jahren die erste<br />
der geförderten Unis in den internationalen Ranglisten ganz<br />
vorne auftauchen.
</p>
<p>
<b>seltmann:</b> Bundesministerin Schavan hatte im Bewilligungsausschuss<br />
ja die Zustimmung der Politik an die Bedingung geknüpft, in<br />
der zweiten Runde das Verfahren abzuändern, damit die Politiker<br />
mehr Einfluss auf die Entscheidungen nehmen können. Wie wollen<br />
sie diesmal verhindern, dass sich die Wissenschaft dem Druck der<br />
Politik beugt?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Weder hat sich die Wissenschaft der Politik<br />
noch hat sich die Politik der Wissenschaft gebeugt, sondern beide<br />
der Sache, nämlich der wissenschaftlichen Exzellenz. Ich bin<br />
überzeugt, dass sich daran nichts ändern wird. Was nicht<br />
heißt, dass die Politik noch frühzeitiger informiert<br />
wird. Es war ja das erste Mal, dass wir so was deutschlandweit gemacht<br />
haben. Wir haben bei dem Verfahren viel gelernt und wir werden das<br />
sicher in Einzelheiten optimieren.
</p>
<p>
<b>Trude: </b>Im Ausland (USA) ist die Spitze der deutschen<br />
Forschung meist als Max-Planck-Institut bekannt. Wäre es nicht<br />
von Vorteil, diese im Ausland bekannte Spitze so zu fördern,<br />
dass auch Topwissenschaftler aus den USA nach Deutschland gehen<br />
würden? Das ist das wahre Geheimnis der Elite-Unis in den USA:<br />
Es werden oftmals sehr gute Professoren weltweit abgeworben.
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Das ist ja das Problem. In der Max-Planck-Gesellschaft<br />
ist der Anteil ausländischer Wissenschaftler sehr viel höher<br />
als bei den Universitäten. Genau das sollte die Exzellenzinitiative<br />
verbessern. Und verbessert es hoffentlich auch.
</p>
<p>
<b>kajac: </b>Ich bin Professorin an einer kleineren<br />
Universität. Für mich scheint sich eine Zwei-Klassen-Gesellschaft<br />
der Universitäten anzubahnen: Die großen machen die Forschung,<br />
die kleinen die Lehre.
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Das ist nicht meine Beobachtung. Wir haben<br />
auch Cluster an kleineren Universitäten eingerichtet. Aber<br />
natürlich bedarf es in vielen Fällen für Spitzenforschung<br />
auch der kritischen Masse.
</p>
<p>
<b>sophie:</b> Das einzige Kriterium bei dem Verfahren<br />
soll doch &quot;wissenschaftliche Exzellenz&quot; sein. Kann ein<br />
in der ersten Runde abgelehnter Antrag, der automatisch in die zweite<br />
Runde geht, dann überhaupt in der zweiten Runde genehmigt werden?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Wir reden hier von einem sehr hohen Niveau.<br />
Es ist durchaus denkbar, dass die antragstellenden Wissenschaftler<br />
ihre Anträge dann auch noch modifizieren. Im Januar wird ja<br />
nur über Antragsskizzen entschieden, über Anträge<br />
erst in einem Jahr.
</p>
<p>
<b>TA:</b> Sie haben gesagt, der Titel der Exzellenzinitiative<br />
kann einer Hochschule auch verlustig gehen. Für wie lange wird<br />
er verliehen?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Die Förderdauer ist zunächst<br />
auf fünf Jahre festgelegt. Die Bundesministerin Frau Annette<br />
Schavan hat angekündigt, den Wettbewerb verstetigen zu wollen.<br />
Schon aus diesem Grund, also der Möglichkeit, auch anderen<br />
eine neue Chance zu geben, begrüße ich das sehr.
</p>
<p>
<b>pi-nutzz:</b> Sie waren ja bereits selbst als Forscher<br />
in Amerika. Gibt es etwas, dass sie an den Unis dort besonders beeindruckt<br />
hat, das Sie sich auch für unsere Unis wünschen würden?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Was mich dort vor allem beeindruckt ist<br />
die frühe Selbständigkeit der jungen Wissenschaftler,<br />
die ganz selbstverständlich auf Augenhöhe respektiert<br />
werden. Das habe ich versucht, in meiner Arbeit bei der Deutschen<br />
Forschungsgemeinschaft möglich zu machen.
</p>
<p>
<b>tecker: </b>Spitzenforschung sollte dort gefördert<br />
werden, wo sie ist. Aber wenigstens eine Uni im Osten und im Norden<br />
sollte doch zumindest dahingehend gefördert werden, Spitzenforschung<br />
leisten zu können &#8211; oder?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Das war aber nicht die Aufgabe des Exzellenzwettbewerbs.<br />
Die Voraussetzungen für Exzellenz müssen die Länder<br />
schaffen, die ausschließlich für die Hochschulen zuständig<br />
sind. Die Hochschulen in Ostdeutschland hatten bisher nur wenig<br />
Zeit, sich zu entwickeln. Dennoch gibt es wunderbare Beispiele für<br />
Spitzenforschung in Ostdeutschland, denken sie nur an Dresden oder<br />
denken sie nur an die wunderbaren Max-Planck-Institute in Ostdeutschland.<br />
40 Jahre Misswirtschaft sind eben nicht von heute auf morgen zu<br />
beseitigen.
</p>
<p>
<b>Titanmond:</b> Im Tagesspiegel werden Sie zitiert<br />
mit den Worten: &quot;Es waren nicht mehr gute Anträge da&quot;.<br />
Ist es dann realistisch, dass in der zweiten Phase mehr als drei<br />
weitere Universitäten Exzellenzzentren werden und wenn ja,<br />
was stimmt Sie so optimistisch?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Neues Spiel, neues Glück. Und außerdem<br />
werden alle Beteiligten ihre Anträge noch einmal anschauen<br />
und gegebenenfalls überarbeiten. Dazu ist auch noch genügend<br />
Zeit.
</p>
<p>
<b>pede:</b> Warum werden ganze Universitäten gefördert.<br />
Wäre es nicht sinnvoller, einzelne Teilgebiete hervorzuheben,<br />
die wirklich auch international mithalten können?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Es geschieht beides. Bei den Hochschulen<br />
und den Exzellenzclustern werden nur bestimmte Fachgebiete gefördert.<br />
Auch die Mittel der dritten Säule werden nicht nach dem Gießkannenprinzip<br />
verteilt werden, sondern auf bestimmte Gebiete der Universitäten.
</p>
<p>
<b>Evam:</b> Was ich sehr bedenklich an dem ganzen Verfahren<br />
finde ist, dass es ein so deutliches Übergewicht an naturwissenschaftlichen<br />
und technischen Anträgen, die gefördert wurden, gibt.<br />
Wenn ich das richtig sehe, gibt es lediglich eins von 18 Exzellenzclustern<br />
aus den Geisteswissenschaften. Ich glaube nicht, dass die naturwissenschaftlichen<br />
Anträge einfach besser waren und ich finde eine solche Förderpolitik<br />
skandalös. Wie können Sie das ändern?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Ich denke, dass auf die Dauer sich der<br />
Anteil der Geisteswissenschaften erhöhen wird. An sich sind<br />
Exzellenzcluster auch ideale Instrumente für die Geisteswissenschaften,<br />
wenn sie denn richtig verstanden würden, das heißt als<br />
ein großes Dach unter dem Vieles Platz hat. Auf jeden Fall<br />
hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft viele andere Förderinstrumente,<br />
die auf die Bedürfnisse der Geisteswissenschaften vielleicht<br />
besser zugeschnitten sind. Bei den Graduiertenschulen übrigens<br />
ist die Lage schon sehr viel besser: Bei den Anträgen waren<br />
es noch 27 Prozent, was höher ist als der übliche Anteil<br />
der Geisteswissenschaften an der Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft.<br />
Wir werden unser bestes tun, die Gutachtergruppen noch besser auf<br />
die kulturellen Unterschiede der verschiedenen Fächer einzustimmen.
</p>
<p>
<b>Sarah:</b> Wieso gibt es keine bessere Förderung<br />
hochbegabter Studenten?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Eine gute Frage. Seit Mitte ca. 1850 gibt<br />
es in Bayern die Einrichtung des Maximilianeums, in dem Personen<br />
mit einem Einser-Abitur, was aber nicht einmal ausreicht, aufgenommen<br />
werden. Die bayerische Staatsregierung hat schon 2002 mit dem Ausbau<br />
sogenannter Elitenetzwerke begonnen &#8211; auch hier geht es um nichts<br />
anderes als die Förderung besonders begabter Studierender.<br />
Außerdem gibt es die Studienstiftung des Deutschen Volkes<br />
und die Begabtenförderung, die das, was sie gefordert haben,<br />
ebenfalls leisten. Es ist eindrücklich, wie oft die Leibnitz-Preisträger<br />
der Deutschen Forschungsgemeinschaft auch Studienstifter waren.<br />
Auch die auskömmliche Finanzierung der Begabtenförderung,<br />
insbesondere der Studienstiftung, sollte auf Dauer gesichert werden.
</p>
<p>
<b>MKno:</b> Was kann ich als Student an der Ludwig-Maximilians-Universität<br />
(Diplom-Geographie) nun konkret von der Ernennung meiner Universität<br />
zur Elite-Universität erwarten? Wird sich die Förderung<br />
überhaupt in den Studienbedingungen bemerkbar machen?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Ich hoffe es, weiß allerdings nichts<br />
über die Einzelheiten, die die Universität nun zu fördern<br />
beabsichtigt. Vielleicht entwickeln sie selbst ein paar Vorschläge<br />
aus bester Kenntnis vor Ort, die sie dem Rektorat übermitteln.<br />
Das wäre doch ein guter Aufhänger. Als Rektor würde<br />
ich mich über so was freuen.
</p>
<p>
<b>Schwertsik:</b> Herr Prof. Winnacker, mir ist nicht<br />
ganz klar, was denn nun das Ergebnis des Auswahlverfahrens ist.<br />
Haben wir nun tatsächlich &quot;Elite-Universitäten&quot;<br />
oder nicht doch eher &quot;Elitestrukturen&quot; bzw. &quot;Elite-Institute&quot;?<br />
Gibt es ein Gesetz, eine Vereinbarung, ab wann sich eine Universität<br />
offiziell Elite-Universität nennen darf?
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Nein, das wird eine Abstimmung mit den<br />
Füßen klären. Es wird am Ende darauf ankommen, wie<br />
weit die nun geförderten Universitäten international sichtbar<br />
werden und wie weit es ihnen gelingt, die besten Studierenden und<br />
Lehrenden anzuziehen.
</p>
<p>
<b><b>Moderator:</b></b> Das waren 60 Minuten tagesschau.de-Chat. Wir bedanken<br />
uns bei allen, die mitgemacht haben. Unsere Bitte um Verständnis<br />
an jene, die wir heute mit ihrer Frage nicht berücksichtigen<br />
konnten. Unser besonderer Dank gilt Herrn Winnacker und Herrn Strohschneider,<br />
dass Sie sich für uns Zeit genommen haben. Der nächste<br />
Chat findet am kommenden Mittwoch, den 18. Oktober, mit der CDU-Bundestagsabgeordneten<br />
Anette Widmann-Mauz statt. Los geht’s um dreizehn Uhr. Das<br />
letzte Wort gehört Ihnen, Herr Winnacker.
</p>
<p>
<b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Ich bedanke mich für diese interessanten<br />
Fragen. Es war eine spannende Zeit, die wir hinter uns haben. Ich<br />
drücke die Daumen für alle Beteiligten und für das<br />
System, dass es wirklich besser wird.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Die Embryonenforschung wird kommen&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_embryonenforschung_wird_kommenquot-367/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Sep 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschen Forschungsgemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst-Ludwig Winnacker]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Genforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Stammzellen]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chat mit Ernst-Ludwig 
Winnacker, Präsident der DFG</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chat mit Ernst-Ludwig<br />
Winnacker, Präsident der DFG</b></span><!--break--> </p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ewinnacker4.jpg" align="left" height="134" width="112" /><b>Moderator:</b><br />
Sehr geehrter Herr Professor Winnacker, wir heissen Sie ganz herzlich im dritten<br />
gemeinsamen Chat von politik-digital und der DFG willkommen. Sie nehmen sich<br />
heute zwei Stunden Zeit, um über das Potential der Genforschung für die Medizin<br />
der Zukunft zu sprechen. Sicher werden wir auch auf die Risiken der Genforschung<br />
zu sprechen kommen. Fangen wir aber erst einmal bei den grundsätzlicheren Fragen<br />
an:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chris:</b> Worin unterscheiden sich adulte und embryonale Stammzellen? Adulte<br />
Stammzellen sind doch ethisch unbedenklich!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Adulte Stammzellen sind in einer späteren Phase<br />
der Entwicklung als embryonale Stammzellen. Adulte Stammzellen lassen sich in<br />
der Regel nicht gut zum Teilen anregen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mkn:</b> Sehen Sie einen ethisch-moralischen Unterschied zwischen der Nutzung<br />
embryonaler beziehungsweise adulter Stammzellen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Selbstverständlich. Darum geht ja die ganze<br />
Diskussion.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Warum besteht da ein Unterschied?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Weil embryonale Stammzellen aus Embryonen in<br />
einem sehr frühen Stadium ihrer Entwicklung hergestellt werden. Dies führt zur<br />
Zerstörung des Embryos.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>KleinerOnkel:</b> Kann man mit der Stammzellenforschung nicht warten, bis<br />
man mit adulten Stammzellen arbeiten kann?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Warten kann man immer! Die Frage ist, ob man<br />
adulte Stammzellen überhaupt ohne embryonale Stammzellen bearbeiten kann und<br />
auf eine Therapie hin entwickleln kann.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Äule:</b> Woher kommen eigentlich embryonale Stammzellen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Wenn der Embryo sich bis zum 100. Zellstadium<br />
entwickelt hat, sieht er aus wie ein Hohlkugel. Im Innern dieser Kugel befinden<br />
an einer Stelle circa 10 bis 20 Zellen, die man isolieren und als embryonale<br />
Stammzellen in Kultur vermehren kann.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Das ist die biologische Erklärung, wie ist es mit der Verwendung<br />
von embryonalen Stammzellen? Ist das in Deutschland erlaubt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Die Herstellung von embryonalen Stammzellen<br />
ist in Deutschland verboten, weil gemäß Embryonenschutzgesetz eine fremdnützige<br />
Verwendung von Embryonen untersagt ist. Die Herstellung von embryonalen Stammzellen<br />
wäre eine solche fremdnützige Nutzung. Nicht verboten ist aber die Verwendung<br />
bereits im Ausland hergestellter Zellen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kurtmmayer:</b> Sollen deutsche Forscher die Möglichkeit bekommen, embryonale<br />
Stammzellen im Land herzustellen, oder genügen die im Ausland vorhandenen Linien?<br />
Und: Muss das Embryonenschutzgesetz geändert werden, um Linien in Deutschland<br />
herstellen zu dürfen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Derzeit genügen vermutlich die bereits im Ausland<br />
hergestellten Zellinien. Sollte sich herausstellen, daß sie nicht genügen, und<br />
dafür gäbe es sicherlich Gründe, hat die DFG vorgeschlagen, in Überlegungen<br />
einzutreten, das Embryonenschutzgesetz diesbezüglich zu ändern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Faust2:</b> Warum halten sie es für notwendig importierte Embryonen zu Forschungszwecken<br />
zu verwenden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Weil wir die Mechanismen der Reifung von Zellen<br />
bislang nicht verstehen. Dies müssen wir aber, um am Ende entweder adulte oder<br />
embryonale Stammzellen medizinisch einsetzen zu können.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Vielleicht mal ganz grundlegend: Für welche medizinischen<br />
Zwecke braucht man embryonale Stammzellen, für welche Zwecke adulte Stammzellen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Im Prinzip für die Behandlung sogenannter degenrativer<br />
Erkrankungen, also von Krankheiten die durch den Verlust von Zellen entstehen,<br />
zum Beispiel Parkinson, Multiple Sklerose, vielleicht Herzinfarkt etc.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Ist es bei diesen Krankheiten unerheblich, ob es sich um<br />
adulte oder embryonale Stammzellen handelt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Nicht unbedingt. Das wissen wir eben nicht.<br />
Das entwicklungsbiologische Potential der verschiedenen Zellen ist unterschiedlich.<br />
Außerdem stehen bei adulten Stammzellen nicht beliebig viele Quellen zur Verfügung.<br />
Realistisch vielleicht nur Stammzellen des blutbildenden Systems oder der Haut.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dalderson:</b> Wie weit sind die Forschungen an tierischen Stammzellen vorangeschritten?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Embryonale Stammzellen der Maus gibt es seit<br />
1981 (Evans). Embryonale Stammzellen des Menschen erst seit Ende 1998. Adulte<br />
Stammzellen sind in der Maus ebenfalls seit längerem bekannt, auch beim Menschen.<br />
Daß sie sich aber ineinander umwandeln können ist, genauso wie die Tatsache,<br />
daß es Stammzellen im Gehirn gibt. Es gibt also noch Hoffnung für uns alle,<br />
auch für die über 60-jährigen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Peter:</b> Befürworten sie eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Derzeit ist dies nicht notwendig. Wenn denn<br />
die existierenden Stammzellinien nicht ausreichen, dann sollte man dies ins<br />
Auge fassen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gabrielczyk:</b> Lassen sich Stammzellen überhaupt in den Mengen und der<br />
Reinheit produzieren, die für einen therapeutischen Einsatz erforderlich wären?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Das ist genau das Problem, weswegen noch sehr<br />
viel Forschung in diese Systeme investiert werden muss. Adulte Stammzellen,<br />
etwa des blutbildenden Systems, muß man aus Knochenmark isolieren und kann sie<br />
nicht einfach beliebig vermehren. Embryonale Stammzellen teilen sich, aber müssen<br />
natürlich in geeigneten Mengen dann auch umgewandelt werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cornelia:</b> Wie viele Embryonen benötigt man in einem Jahr in Deutschland<br />
schätzungsweise für die Forschung?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Im Moment gar keine. Es ist verboten. Man arbeitet<br />
auf diesem Felde mit sogenannten Zellinien. Die Herstellung einer solchen Linie<br />
bedarf sicher einiger Versuchsansätze, vielleicht fünf Embryonen. Dann aber<br />
kann man die Linien in Kultur halten und vermehren. In der Maus werden heute<br />
fünf solcher Zellinien für 95% aller Versuche verwendet.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Was sind Zelllinien?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Das sind Zellen, die man einmal aus einem Organ<br />
isoliert und dann in Kultur in einer Nährflüssigkeit hält. Dort teilen sie sich.<br />
Wenn die Petrischale gefüllt ist, nimmt man ein Drittel der Zellen und züchtet<br />
sie weiter. Die anderen zwei Drittel friert man ein, um sie bei Gelegenheit<br />
wieder zu verwenden. Bei menschlichen Zellen kann man dies nicht beliebig oft<br />
machen. Sie durchlaufen nach 50 Teilungen eine sogenannte Krise und sterben<br />
alle. Krebszellen haben diese Eigenschaft nicht und lassen sich immer weiter<br />
züchten. Ähnliches gilt für embryonale Stammzellen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>stammzelle:</b> Was ist der unterschied zwischen der Verwendung überschüssiger<br />
Embryonen und extra zu Forschungszwecken hergestellten Embryonen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Welche Stammzelle fragt? Adult?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Wahrscheinlich &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Bei der künstlichen Befruchtung können Embryonen<br />
übrig bleiben, die nicht gebraucht werden, weil die Beteiligten entweder dazu<br />
nicht mehr in der Lage oder interessiert sind. Das geschieht selten, aber es<br />
geschieht. Diese Embryonen werden dann eingefroren und warten der Dinge die<br />
da kommen. Diese &#8211; und nur diese &#8211; überzähligen Embryonen sollen hier verwendet<br />
werden. Die Herstellung nur zu Forschungszwecken lehnen wir ab.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>saba:</b> Embryonale Stammzellen besitzen aber, so weit mir bekannt ist,<br />
auch keine unbegrenzte Lebensdauer, das heißt, irgendwann wird es nicht vermeidbar<br />
sein, immer wieder neue Stammzellen zu generieren?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Im Maussystem sind die Mengen so groß, daß man<br />
in der Tat lange damit arbeiten kann. Im menschlichen System ist die Sache längst<br />
nicht so weit gediehen. Hier muß man sogar auf Feederlayer, zu deutsch Zellrasen<br />
von anderen Zellen züchten, was derzeit sicherlich das Arbeiten erschwert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gabrielczyk:</b> Wie lange können diese Zellinien menschlicher embryonaler<br />
Stammzellen in Kultur gehalten werden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> In den Originalarbeiten ist zu lesen, daß sie<br />
über viele Monate hinweg gehalten werden können. Da es sie erst seit 1998 gibt,<br />
kann ich das nicht abschliessend beantworten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chris:</b> Wenn man nur mit einigen Zelllininen forscht, sind die Ergebnisse<br />
dann überhaupt allgemein gültig?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> In der Regel schon. Es ist in der Tat aber wichtig,<br />
daß es schon einige Zellinien sind. In der Maus wissen wir, daß sie leicht unterschiedliche<br />
Entwicklungspotentiale aufweisen. Nun sind Menschen keine Mäuse, so dass auch<br />
hier Unsicherheiten bestehen. Deswegen muß eben auch mit diesen Linien gearbeitet<br />
werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Kommen wir mal zum Einsatz der Stammzellen:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna:</b> Wie gut stehen die Chancen degenerative Erkrankungen mit Stammzellen<br />
zu heilen beziehungsweise zu stoppen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Wir reden hier über Forschung. Die Anwendung<br />
wird einige Jahre auf sich warten lassen. Immerhin werden Stammzellen des blutbildenden<br />
Systems schon in der Medizin eingesetzt, allerdings zu etwas anderen Zwecken,<br />
beispielsweise in der Therapie von Blutkrebs.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gabrielczyk:</b> Welche Risiken müssen erforscht werden, bevor sich Stammzellen<br />
therapeutisch einsetzen lassen. Gibt es etwa Infektionsrisiken durch Viren der<br />
Mauszellen, auf denen die embryonalen Stammzellen kultiviert werden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Viren sind sicherlich ein wichtiger Punkt. Weiterhin<br />
ist die Reinheit der Zellen ein Problem und auch die Frage der Transformation,<br />
also die Frage, ob sie nicht zur Krebsentstehung befähigt sind.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hinrich:</b> Bei Herz-Patienten werden körpereigene Stammzellen verwendet<br />
(letzte Woche gemeldet). Ist das keine Alternative?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Leider wissen auch die beteiligten Ärzte nicht,<br />
ob hier überhaupt Stammzellen eine Rolle gespielt haben. Ein einziger Fall ist<br />
eben keine Statistik. Ob adulte Stammzellen des blutbildenden Systems bei Herzinfarkt<br />
eine Alternative werden könnten, ist weiterhin offen. Wir hoffen es und unterstützen<br />
Forschungsarbeiten, die genau diese Frage bei der Maus untersuchen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Kurz zur Info: Die Fragen zu moralischen Risiken kommen noch!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gabrielczyk:</b> Ist es richtig, daß sich die potentiellen Zellersatztherapien<br />
auf Stammzellbasis vor allem zur Behandlung von Krankheiten eignen, die weit<br />
nach dem 50. Lebensjahr gehäuft auftreten (Alterdiabetes, Alzheimer, koronare<br />
Herzrankheiten)?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Ist das eine Drohung?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gabrielczyk:</b> Nein<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Das kann man so nicht sagen. Degenerative Erkrankungen<br />
gibt es auch bei ganz jungen Leuten, zum Beispiel MS oder Herzkrankheiten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Gabrielczyik: Meine vorige Antwort bezog sich<br />
nicht auf ihre Frage, sondern die der Moderatorin.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Keine Drohung, Herr Winnacker &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Es geht schon los!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Stammzelle:</b> Was wir eigentlich meinten: Warum darf an überschüssigen<br />
Embryonen geforscht werden? Wo ist der moralische Unterschied??<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> An die Moderatorin. Sie sollten mich nicht immer<br />
ernst nehmen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig-Winnacker:</b> Überzählige Embryonen haben keinerlei Chance<br />
und Lebensperspektive mehr, so daß ich meine, dass man in dieser Hinsicht einen<br />
Abwägungsprozess durchführen darf zwischen menschlichem Leben, das keine alternativen<br />
Chancen mehr besitzt und den Interessen schwerkranker Patienten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mehnert:</b> Haben Sie selbst ethische oder auch moralische Vorbehalte hinsichtlich<br />
der Stammzellenforschung beziehungsweise der Genforschung überhaupt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Selbstverständlich. Wenn Sie unsere Empfehlungen<br />
oder Äusserungen zu diesem Thema lesen, dann wird dies sehr deutlich. Seit 20<br />
Jahren publiziere ich über die Fragen der Chancen und Risiken der Gentechnik<br />
bei ihren verschiedenen Anwendungen am Menschen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>BiMi:</b> Denken sie nicht, dass es gegen ethische Grundsätze verstößt,<br />
generell an Embryonen zu forschen???<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> und andernfalls vernichtet würden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Hier ist etwas verloren gegangen &#8230; Ich werde<br />
es noch einmal versuchen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Danke.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Wir empfehlen auch nicht generell, an Embryonen<br />
zu forschen. Es geht nur um die erwähnten überzähligen Embryonen, die andernfalls<br />
vernichtet würden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Relikurs:</b> In welchem Stadium beginnt das menschliche, schützenswerte<br />
Leben?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Schützenswert ist es meiner Ansicht nach immer.<br />
Auch Ei- und Samenzellen &quot;leben&quot;. Individuelles Leben beginnt allerdings erst<br />
dann, wenn die Phase der Möglichkeit der Zwillingsbildung vorbei ist. In jedem<br />
Falle bin ich der Meinung, daß in diesen allerfrühesten Phasen ein abgestufter<br />
Lebensschutz postuliert werden kann.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gabrielczyk:</b> Lange Zeit haben Sie sich öffentlich gegen die Forschung<br />
mit embryonalen Stammzellen gewandt. Dann haben Sie Ihre Meinung offenbar geändert.<br />
Was war für diesen Sinneswandel entscheidend??<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Es ist ziemlich einfach. Das Arbeiten mit embryonalen<br />
Stammzellen konnte man nicht gut empfehlen, solange es diese nicht gab. In den<br />
letzten Monaten hat es aber auf diesem Felde so große Fortschritte gegeben,<br />
daß man darüber die Öffentlichkeit informieren musste. Das ist die Aufgabe der<br />
DFG.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rutz:</b> Wie sieht dieser &quot;abgestufte Lebensschutz&quot; aus?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Er sieht so aus, daß wir eben nur mit überzähligen<br />
Embryonen arbeiten wollen. Bekanntlich ist der Embryo auch in seinen frühesten<br />
Entwicklungsphasen auch im Mutterleib nur sehr eingeschränkt geschützt. Nur<br />
etwa 20% der natürlicherweise entstandenen Embryonen kommen überhaupt bis zur<br />
Einnistung in dieGebärmutter.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hinrich:</b> Als MS-Betroffener lechze ich nach Hilfe. Ist Ethik und Moral<br />
nur eine Frage jener, die es sich leisten können?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Diese Frage dürfen Sie eigentlich mir nicht<br />
stellen. Wir versuchen ja gerade, in dieser Sache etwas zu unternehmen. Ohne<br />
die von uns befürwortete Grundlagenforschung wird es keine Entwicklungen geben,<br />
die Ihnen helfen könnten. In der Tat!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ungers:</b>Ich bin selbst seit sechs Jahren an MS erkrankt und trotzdem<br />
sehr skeptisch gegenüber der embryonalen Stammzellforschung.Glauben sie, daß<br />
sie eine Hoffnung ist?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Ich kann jedenfalls nicht ausschliessen, dass<br />
es keine ist. Deswegen muß ich als Wissenschaftler diesen Weg zu eröffnen versuchen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>g659574:</b> Gibt es für Sie Grenzen für den Wunsch, zu heilen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Selbstverständlich. Die Forschungsfreiheit ist<br />
nicht absolut. Die Artikel 1 und 2 des Grundgesetzes sind für die Wissenschaft<br />
genauso wertvoll und verbindlich, wie für alle anderen auch.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Gutes Stichwort, kommen wir mal zu den rechtlichen Fragen,<br />
die hier aufkommen:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Nadine:</b> Wie sieht denn die rechtliche Situation der Stammzellenforschung<br />
aus?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> An adulten, gewebespezifischen Stammzellen kann,<br />
vorbehaltlich der Regeln des Standesrechts und Arzneimittelgesetzes etcc. gearbeitet<br />
werden. Die Herstellung embryonaler Stammzellen ist gemäß Embryonenschutzgesetz<br />
untersagt, ihre Verwendung aber nicht. Da in anderen Ländern die Herstellung<br />
erlaubt ist, wäre bei uns ein Import solcher Zellinien möglich.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chris:</b> Ist das nicht paradox?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> In der Tat. Deswegen haben wir auch empfohlen,<br />
für den Fall, daß diese Zellen nicht wissenschaftsadäquat import werden können,<br />
das heißt gemäß unserer eigenen Auflagen und Vorstellungen, diese auch bei uns<br />
hergestellt werden müssten. Dies erschien uns ehrlicher, als allein auf den<br />
Import zu setzen und die Forschungsrisiken samt ihrer moralischen Implikationen<br />
auf andere abzuwälzen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Wieder zum Rechtsrahmen:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sylvia:</b> Wie stellen sich sich eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes<br />
vor und in wie weit können Sie dabei auschließen, dass Artikel 1 des Grundgesetzes<br />
verletzt wird ?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Das Embryonenschutzgesetz kann nur der Gesetzgeber,<br />
also der Bundestag, ändern. Vielleicht ist dies aber auch gar nicht nötig. Meiner<br />
Ansicht nach ist eben die Menschenwürde von solchen Embryonen nicht verletzt,<br />
die keinerlei Chancen haben, zu Menschen zu werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>informationer:</b> Meiner Meinung nach sollte der Widerspruch zwischen Artikel<br />
2 und 5 GG geklärt werden, welche den Schutz menschlichen Lebens sowie die Freiheit<br />
der Forschung regeln und sich bis jetzt in diesem Punkt widersprechen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Da sehe ich keinen Widerspruch. Artikel 5 gilt<br />
nicht uneingeschränkt und ist den Artikeln 1 und 2 nachgeordnet. Menschenwürde<br />
und menschliches Leben haben immer Vorrang. Aber auch Schwerkranke haben Menschenwürde.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Herr Winnacker, hier sind echte Freiwillige aufgetaucht:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marie:</b> Ich halte die Stammzellforschung für hoffnungsvoll. Kann ich<br />
mich freiwillig zur Eizellspende melden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Eizellspenden sind nur einer Spenderin erlaubt,<br />
die sich der künstlichen Befruchtung für sich selbst unterziehen will. Der Spende<br />
geht ja eine sehr belastende medizinische Behandlung voraus, die sogenannte<br />
Superovulation, die ihre Risiken birgt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Kurzer Einschub: Da wir leider nicht alle der zahlreichen<br />
Fragen im Chat beantworten können, hat die DFG eine Service-Hotline geschaltet.<br />
Nach dem Chat können Sie dort ihre Fragen an die Experten der DFG richten. Die<br />
kostenlose Nummer lautet: 0800-5600969<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Mal grundlegend gefragt:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dalderson:</b> Sieht sich die &#8216;deutsche Wissenschaft&#8217; einem höheren Rechtfertigungsdruck<br />
gegenüber der Öffentlichkeit ausgesetzt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Die Diskussion über diese Fragen finden in vielen<br />
Ländern statt. Angesichts unserer Geschichte und angesichts der rechtlichen<br />
Situation verläuft sie bei uns allerdings unter veränderten Randbedingungen.<br />
Diese hat auch die Wissenschaft zu berücksichtigen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>informationer:</b> Wie sehen sie die rechtliche Entwicklung weltweit? Ist<br />
hier überhaupt noch eine Kontrolle möglich? Speziell in den USA habe ich starke<br />
rechtliche Bedenken!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Selbstverständlich sind hier Kontrollen möglich.<br />
Präsident Bush erlaubt ausschließlich die Forschung mit öffentlichen Mitteln<br />
an Zellinien, die bis zum 9. August hergestellt waren. Wir und andere bemühen<br />
uns, diese Fragen international zu regeln, um die Übersicht über die existierenden<br />
Zellinien zu behalten, beziehungsweise zu bekommen. Das ist auch aus rein wissenschaftlichen<br />
Gründen wichtig.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gabrielczyk:</b> Was nützt aus Ihrer Sicht ein Verbot des therapeutischen<br />
Klonens in Deutschland, wenn es in anderen Staaten, wie etwa Großbritannien,<br />
gleichzeitig unter strengen Auflagen möglich ist? möglich<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Es gibt eben ein internationales Rechtsgefälle.<br />
Das enthebt mich nicht der Verpflichtung darauf hinzuweisen, daß diese Technologie<br />
beträchtliche Risiken wissenschaftlicher und ethischer Natur besitzt, und daß<br />
es zunächst im Tierversuch bearbeitet werden muß. Bekanntlich entstehen beim<br />
Kerntransfer a la Dolly geklonte Tiere nur in geringsten Ausbeuten und mit vielerlei<br />
Missbildungen. Ursache hierfür ist die stochastische Natur der Reprogrammierungsprozesse,<br />
die hier nötig, aber nicht verstanden sind.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>konrad:</b> Sehen Sie eine Gefahr für den Wissenschaftsstandort Deutschland<br />
bei einem eventuellen Verbot der Forschung an ES-Zellen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Für den Wissenschaftsstandort, ja!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>saba:</b> Befürchten Sie nicht, daß fähige Wissenschaftler unter diesen<br />
Bedingungen ins Ausland gehen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Im Moment nicht, da, wie erwähnt, das Arbeiten<br />
mit embryonalen Stammzellinien nicht verboten ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Beni:</b> Wieviel Geld wird eigentlich in die Embryonenforschung investiert?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> In Deutschland nichts. In das Arbeiten mit adulten<br />
Stammzellen investiert allein die DFG circa 5 bis 6 Mio DM pro Jahr.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ChrisS:</b> Warum werden die Bonner Forscher nicht engagierter gefördert<br />
?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Weil die öffentliche Diskussion voll im Gange<br />
ist und der Bundestag gebeten hat, bis zur Entscheidung des Ethikrates beziehungsweise<br />
der Enquetekommission und seiner Entscheidung hierzu zu warten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b>Stichwort Enquetekommission:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dalderson:</b> Welche Rolle spielt der Nationale Ethikrat bei der Diskussion<br />
über Stammzellforschung?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Er ist ein vom Bundeskanzler eingesetztes Beratungsgremium.<br />
Seine Meinung wird sicherlich in der Öffentlichkeit gehört werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Und die Enquetekommission, was macht die?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Die Enquetekommission hat wohl ein sehr viel<br />
breiteres Mandat und befasst sich längst nicht nur mit Stammzellforschung.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Snethlage:</b> Wieviel Einfluß besitzt der Nationale Ethikrat auf die Entscheidungsfindung<br />
im Bundestag?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Da müssen sie die Mitglieder des Bundestages<br />
fragen!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Paul:</b> Sie sind ja auch Mitglied bei der Ethikkommision: Wie ist dort<br />
der Stand der Diskussion (quasi aus erster Hand!)?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Ich bin Mitglied im Nationalen Ethikrat. Er<br />
wird sich bis Ende des Jahres mit der Frage des Imports von Stammzellinien befassen.<br />
Er hat aber erst zweimal getagt, um sich überhaupt erst einmal kennen zu lernen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Breher:</b> Werden auch die deutschen &quot;Akademien der Wissenschaft&quot; zu diesen<br />
Problemstellungen befragt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Jeder kann sich in diesem Lande zu dieser Frage<br />
äußern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>saba:</b> Ist die Entscheidung des Ethikrates für die Forschung bindend?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker: </b>Für die Forschung bindend ist das Gesetz, mit<br />
anderen Worten der Deutsche Bundestag. Der Ethikrat ist eine beratende Instanz.<br />
Wenn bis 7.12. die Rechtslage nicht geändert ist, wird die DFG auf der Basis<br />
des geltenden Rechts entscheiden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Ein wissenschaftliches Einzelschicksal:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>anne:</b> Ich würde gerne wissen, warum bis heute der bereits im letzten<br />
Jahr von Dr. Brüstle/Dr. Wiesler von der Uni Bonn gestellte Forschungsantrag<br />
mit embryonalen Stammzellen zwecks MS-Heilungsabsichten noch immer auf &quot;Eis<br />
liegt&quot;, obwohl das Importieren und somit Forschen mit embryonalen Stammzellen<br />
eigentlich erlaubt ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Weil höchste Vertreter dieses Staates, inklusive<br />
der Bundestag, die DFG gebeten haben, diese Entscheidung zurückzustellen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Die DFG-Service Hotline zum Thema Genforschung ist nach dem<br />
Chat geschaltet: 0800-5600969. Machen wir zum schluss noch mal einen Querschnitt<br />
durch die wichtigsten Themengebiete.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Bitte!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Sozusagen ein Frequently Asked &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jojo:</b> Ich fände es wirklich interessant zu wissen, wann &quot;menschliches<br />
Leben&quot; nach der Definition von Herrn Winnacker beginnt &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzellen.<br />
Aber: Auch Samen- und Eizellen sind für sich menschliches Leben. Menschliches<br />
Leben hat letztlich keinen Anfang und Ende, sondern ist ein Kreisprozess, der<br />
sich immer wieder auf die Keimzellen reduziert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Zu den Embryonen:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jeanne:</b> Liegt nicht das Risiko darin, dass man eines Tages viele Zellen<br />
brauchen und deshalb Embryonen züchten wird?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Das ist, nach allem was wir aus tierischen Systemen<br />
wissen, eben nicht zu erwarten. Adulte Stammzellen beispielsweise würden immer<br />
nur für einen einzigen Patienten gewonnen. Embryonale Stammzellen lassen sich<br />
vermehren, und stehen daher unbegrenzt zur Verfügung. In der Maus ist dies jedenfalls<br />
so.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>miriam:</b> Wo sind die Grenzen der Genforschung und vor allem wer kann<br />
entscheiden wo sie liegen ?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Jedenfalls nicht die Wissenschaft. Zu entscheiden<br />
hat der Souverän. Die Grenzen liegen beim Umgang mit dem Menschen, und damit<br />
mit den bereits diskutierten Punkten Menschenwürde etccc.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>RalphNeumann:</b> Was halten Sie von dem Vorschlag (der von einem Autor<br />
aus der FAZ stammt &#8211; näheres weiß ich leider nicht mehr), Stammzellen &quot;zentral&quot;<br />
von einer Organisation weltweit zu vergeben? Dies würde weitgehend soziale,<br />
rechtliche und ethische Regelungen auf internationaler Ebene ermöglichen und<br />
denen, die nicht im geheimen in diesem Bereich forschen wollen, eine rechtliche<br />
Absicherung ermöglichen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker: </b>Die DFG hat in ihren Empfehlungen in der Tat<br />
gefordert, im Sinne der Transparenz und der Standardisierung der Arbeit genau<br />
das zu tun. Vorgespräche und Überlegungen hierzu sind längst im Gange.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Welche Organisation käme da in Frage?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Eine möglichst autonome Instanz, wie zum Beispiel<br />
die Fertility Authority in England. Dies wäre uns durchaus ein Vorbild. Denkbar<br />
wäre auch ein Modell à la ZKBS (Zentrale Kommission für die biologische Sicherheit),<br />
die sich schon seit 23 JAhren bei uns bewährt hat.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>saba:</b> Wie verhält es sich mit Stammzellen aus Nabelschnurblut &#8211; sind<br />
sie eher zu den adulten Stammzellen zu rechnen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Eher zu den adulten. Aber: Das Problem ist,<br />
es gibt nur sehr wenige davon. Die Hoffnung besteht darin, diese in Zukunft<br />
besser züchten zu können. Ich glaube, es gibt nur 1500 bis 5000 Zellen im Nabelschnurblut.<br />
In diesem Zustand ist eben alles noch sehr klein. Aber: Es gibt in Düsseldorf<br />
eine Bank, wo man sich einfrieren lassen kann, ich meine, das Nabelschnurblut.<br />
Man merkt die zwei Stunden!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Wir sind auch bald am Ende, in Sachen Chat zumindest!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bundesgesundheitsmin:</b> Wie denken Sie, sieht die entfernte Zukunft der<br />
embryonalen Stammforschung aus?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Sie wird kommen. Wir wünschen uns, daß es die<br />
von uns angestrebten und vorgeschlagenen internationalen Lösung geben wird.<br />
Ob am Ende embryonale Stammzellen oder adulte therapeutisch Bedeutung gewinnen<br />
und in welchem Therapiefeld, ist offen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>saba:</b> Ist es nicht möglich, den Menschen durch Information in einer<br />
Sprache, die sie verstehen, sprich umgangssprachlich, die Angst vor der Forschung<br />
mit Stammzellen zu nehmen? Dieses Interview ist ein Ansatz, aber auch Tage der<br />
offenen Tür in Forschungseinrichtungen etc. &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Sie sagen es: Ich versuche es immer wieder.<br />
Wir wissen alles über Mallorca, aber nur wenig über die frühesten Phasen unserer<br />
Entwicklung. Ich erinnere an den Wissenschaftssommer nächste Woche in Berlin,<br />
wo alles gut erklärt wird.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Wissenschaftsommer?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Der Wissenschaftssommer beginnt nächste Woche<br />
in Berlin. Auftakt ist eine Veranstaltung mit dem Bundeskanzler am 12. September,<br />
nachmittags auf dem Marlene Dietrich Platz. Ein passender Ort.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Noch zwei Fragen, Herr Winnacker:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dalderson:</b> Haben Sie überhaupt noch Zeit, selber zu forschen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Leider nein! Aber zu denken!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Schon fast ein gutes Schlusswort &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gizmo:</b> Hätten Sie als junger Biochemiker gedacht, dass Sie sich jemals<br />
mit solch zukunftsweisenden Fragen beschäftigen würden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Ja. Ich wollte immer Biochemie studieren. Damals<br />
konnte man das aber nicht, jedenfalls nicht in Deutschland.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Sie haben diese Brisanz in der Genforschung also vorausgeahnt??<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Nein, sicher nicht. Aber als sie 1969 entdeckt<br />
wurde, war ich in Berkeley, und wir haben nächtelang darüber geredet, bis es<br />
dann zu Asilomar kam. Asilomar (bei San Francisco) war eine Konferenz im Frühjahr<br />
1975, als die Wissenschaft erstmals mit diesem Thema an die Öffentlichkeit ging.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Sehr geehrter Herr Professor Winnacker, haben Sie ganz herzlichen<br />
Dank für diesen anschaulichen und spannenden Wissenschaftschat. Ich denke, mit<br />
dem Chat und dem Transkript, das wir später veröffentlichen werden, haben wir<br />
einige grundlegende Fragen verständlich beantwortet. Mir hat es Spass gemacht,<br />
Ihnen hoffentlich auch. Danke auch im Namen der Chatter! Und hoffentlich bis<br />
zum nächsten Mal!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ernst-Ludwig Winnacker:</b> Ich bedanke mich. Es hat Spaß gemacht!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Die Hotline der DFG ist nun geschaltet. Unter 0800-5600969<br />
können Sie mit den Experten der DFG über ihre Fragen zur Genforschung sprechen.<br />
Die Hotline ist kostenlos!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gizmo:</b> Vielen Dank und Tschüß!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Der nächste Chat an dieser Stelle: Frank Steffel, Spitzenkandidat<br />
der Berliner CDU am 14. September von 17:30 bis 18:30!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Für alle, deren Fragen nicht beantwortet werden konnten:<br />
Unter 0800-5600969 ist eine Experten-Hotline geschaltet!<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Paul:</b> Es war sehr informativ, danke!</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Expertenchat mit der DFG zum Thema BSE</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Feb 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Ortwin Simon]]></category>
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					<description><![CDATA[<table border="0" width="99%">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="right" valign="top">
			<p>
			<b>Moderator: </b>
			</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<table border="0" width="99%">
<tbody>
<tr>
<td align="right" valign="top">
<p>
			<b>Moderator: </b>
			</p>
</td>
<td>Sehr geehrter Herr Professor Winnacker, Herr Professor Pohlenz und<br />
			Herr Professor Simon, im Namen der Deutschen Forschungsgemeischaft und<br />
			von politik-digital heiße ich Sie herzlich willkommen! Wir freuen<br />
			uns, heute einen Chat mit ausgewiesenen Experten veranstalten zu können,<br />
			um so mehr als dass es um ein schwieriges Thema geht: Wahnsinn BSE: Was<br />
			tut die Forschung? Die Fragen werden sicher zahlreich sein, deswegen legen<br />
			wir gleich los:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Brad: </b></td>
<td>BSE: Was ist das eigentlich für eine Krankheit?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>BSE ist eine Krankheit des Rindes. Eine Krankheit bei der es zu Auflösungserscheinungen<br />
			im Gehirn kommt &#8211; mit der Folge, dass die Tiere schreckhaft sind und sich<br />
			ungewöhnlich verhalten.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Krudio: </b></td>
<td>Wie werden BSE und CJK übertragen? &#8211; Evtl. auch über Körperflüssigkeiten?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Die BSE wird durch Aufnahme von kontaminierten Rinderfutter übertragen,<br />
			nach oraler Aufnahme über den Verdauungstrakt. Eine Übertragung<br />
			durch Körperflüssigkeiten ist bisher nicht bekannt.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>An Prof. Winnacker:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g810975:</b></td>
<td>Erik Maronde fragt: Wie ernst zu nehmen sind andere Ursachen als Prionen<br />
			für BSE ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Alle Evidenz spricht dafür, dass Prionen die Ursache für<br />
			BSE sind.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>und wir bleiben bei Prof. Winnacker&#8230;</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Krudio:</b></td>
<td>Wie ist der Zusammenhang zw. BSE und CJK? </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td> Es wird aus englischen Forschungsberichten beschrieben, dass<br />
			Menschen die an der neuen Variante der CJD erkrankt sind, durch das BSE<br />
			Agens infiziert wurden, weil man Anhaltspunkte hat, dass bei Gehirnuntersuchungen<br />
			dieser Probanden ein Verteilungsmuster im Gehirn nachzuweisen ist, dass<br />
			dem der BSE entspricht</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Eine kurze klärende Zwischenfrage:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Krudio:</b></td>
<td>Als Laie frage ich mich und jetzt sie: Was sind Prionen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Prionen ist ein Ausdruck für infektiöse Proteine. Proteine<br />
			sind Eiweißbestandteile unseres Körper, und sind normalerweise<br />
			nicht infektiös. Die Prionen wirken dadurch, dass sie in zwei Varianten<br />
			vorkommen, einer natürlichen, die harmlos ist, und einer infektiösen,<br />
			die die Eigenschaft hat, die natürliche Variante in die infektiöse<br />
			Form umzuwandeln.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>wolfi:</b></td>
<td>Frage an Professor Winnacker: Bestünde die Möglichkeit, dass<br />
			das BSE-Prion nicht in der Lage ist. sich an das entsprechende (gesunde)<br />
			menschliche Prion anzulagern und diesem die krankheitsauslösende Raumstruktur<br />
			aufzuzwingen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Das BSE Prion kann in der Tat nicht an jede Art von Prionen anlagern,<br />
			im Falle des menschlichen Prions ist dies aber der Fall. Vielleicht ergänzend:<br />
			BSE Prionen können Schafprionen erkennen, auch Katzen etcc. Aber bislang<br />
			ist von Hund und Pferd nichts bekannt.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Jo:</b></td>
<td>Wie sieht die Prognose darüber aus, inwiefern BSE-Erreger irgendwann<br />
			auch bei Schweinen und Hühnern nachgewiesen werden können ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Beim Huhn sind experimentelle Untersuchungen durchgeführt, die<br />
			bisher negativ verlaufen sind.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Und bei anderen Tieren?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Es gibt soviel Tiere!</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>ok, Schweine und Schafe z.B?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>In zoologischen Gärten sind Kudus Antilopen und andere Wildwiederkäuer<br />
			nachweislich erkrankt, ebenso Feliden das sind katzenartige Chitas und<br />
			Ozelot sowie Löwen und Pumas </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Bei Schweinen sind orale Infektionsversuche negativ ausgegangen. Intrazerebrale<br />
			Infektionen dagegen waren möglich. In der Praxis sind auch bei älteren<br />
			Tieren (Sauen, Eber) keine Infektionen bekannt.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>TB: </b></td>
<td>Wie erklären Sie es sich, dass in den meisten Betrieben mit BSE<br />
			immer nur ein Tier positiv getestet wurde?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Es ist bekannt, dass viele Tiere aus einer gleichen Altersgruppe nicht<br />
			in die Zucht kommen. Wir sehen die Krankheit nur bei älteren Tieren.<br />
			Entsprechend kann nur ein geringer Prozentsatz erkranken, außerdem<br />
			ist die Verdünnung der im Futter vorhandenen Infektionsmasse sehr<br />
			groß, so dass nur wenige Tiere das Agens aufnehmen.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g446673:</b></td>
<td>Hat man schon Anhaltspunkte über die infektiöse Dosis? Im<br />
			Rinderfutter ist der Tiermehlanteil relativ gering und darin sind sicher<br />
			nicht viele Prionen enthalten, und doch sind Rinder infiziert worden.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Die Dosis scheint gering zu sein. Nur wenige Gramm von positiven Gehirnmaterial<br />
			reichen aus, um eine Infektion zu erzeugen, aber das Agenz muß sich<br />
			in den Körperzellen anreichern, um dann im Gehin oder Rückenmarksmaterial<br />
			gefangen infektiös zu sein</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Infektionsversuche aus Großbritannien haben gezeigt, dass etwa<br />
			ein Gramm Gehirnmasse erkrankter Tiere ausreicht, auf getrocknete Futtermittel<br />
			bezogen (Tiermehl) würde das einer Menge von 200 Miligramm entsprechen.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b> Moderator: </b></td>
<td>Bleiben wir beim Futter, Herr Professor Simon:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Slide: </b></td>
<td>Warum wird nun Tiermehl verboten? Und ist das überhaupt sinnvoll?<br />
			Wird das BSE-Erreger eliminieren?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon: </b></td>
<td>Tiermehl ist deshalb verboten, weil es als ursächlicher Träger<br />
			des Agens betrachtet wird. Das Verbot bezog sich zunächst seit 1994<br />
			in der EU auf Tiermehle zur Verfütterung an Wiederkäuer. Dabei<br />
			handelte es sich um Produkte aus Säugetiergewebe. Gegenwärtig<br />
			gilt ein generelles Verbot von Futtermitteln die tierische Proteine enthalten<br />
			(Außnahme Milchprodukte) zur Verfütterung an alle Nutztiere.<br />
			Dies ist eine Vortsichtsmaßnahme.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g898646:</b></td>
<td>Wie ist BSE in den Milchaustauscher der Kaelber geraten? </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon: </b></td>
<td>Milchaustauscher werden gegenwärtig als Möglichkeit zur BSE-Übertragung<br />
			diskutiert. Milchaustauscher enthalten neben Milcheiweißen tierische<br />
			Fette. Das können auch Rindertalg oder Knochenfette gewesen sein.<br />
			Eine Kontamination mit Proteinen aus Risikomaterial kann nicht ausgeschlossen<br />
			werden.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>bleiben wir bei der Milch&#8230;.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Slide: </b></td>
<td>Kann ich mich auch durch Milchprodukte infizieren?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Englische Untersuchungen haben gezeigt, dass Milch und Milchdrüsengewebe<br />
			das BSE Agens nicht enthält</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>judymobil:</b></td>
<td>Ist es möglich, dass BSE über andere Fleischsorten übertragen<br />
			werden, bei deren Tieren die Krankheit aber nicht ausbricht?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Das BSE Agens ist bisher noch nie im Fleisch nachgewiesen und man darf<br />
			annehmen, dass das für alle Tierspezies gilt.</td>
</tr>
<tr valign="top">
<td align="right" valign="top"><b>pete:</b></td>
<td>Würden Sie mir nun raten, Fleisch von ökologisch betriebenen<br />
			Höfen zu kaufen oder ist da kein Unterschied bzgl. des BSE-Risikos?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Sie können wählen welches Fleisch auch immer sie möchten</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon: </b></td>
<td>Wenn die Frage eher auf die Häufigkeit des Auftretens voon BSE<br />
			abzielt, so ist abzuschätzen dass die Gefährdung durch Produkte<br />
			aus dem Ökologischen Landbau weniger wahrscheinlich ist.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Die gilt nur solange im ökologischen Landbau garantiert wird,<br />
			dass keine Einträge, die nicht betriebseigen sind, in die Nahrungsmittelkette<br />
			der Tiere erfolgen. </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Nach den Richtlinien, die in den meisten Verbänden des ökologischen<br />
			Landbaus gelten, hat die Aufzucht von Kälbern mit Vollmilch zu erfolgen,<br />
			vorzugsweise der Mutter. Tiermehle sind ohnehin nicht zulässig.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g218636:</b></td>
<td>Wie wahrscheinlich ist die Infektion , wenn ich Fleisch von einem erkrankten<br />
			Tier esse?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Eine solche Infektion wäre genau so ungefährlich wie von<br />
			einem nichterkrankten Tier, solange es sich nur um das Fleisch handelt.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Slide:</b></td>
<td>Kann ich eigentlich testen lassen, ob ich mich bereits infiziert habe?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Es gibt bisher keinen Test für Tiere und meines Wissens auch nicht<br />
			für Menschen, die diese Krankheit erkennen könnten, bevor Krankheitssymptome<br />
			auftreten</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Und noch mal Herr Pohlenz:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g388333:</b></td>
<td>Müssen wir in Deutschland mit nCJK-Erkrankungen rechnen bzw. liegen<br />
			schon Verdachtsfälle vor?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Ja. Bisher liegen keine Verdachtsfälle vor. Man muß grundsätzlich<br />
			damit rechnen, weil auch eine Infektion bei Reisen ins Ausland durchaus<br />
			möglich ist</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Zur Prävention:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g472781: </b></td>
<td>Gibt es bereits irgendwelche Ansätze, das Prion mittels Antikörpern<br />
			zu markieren und über das Immunsystem zu zerstören?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Es gibt in der Tat Antikörper, aber noch keine Ansätze, mit<br />
			deren Hilfe Prionen zu zerstören.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Eine Impfung wird also in absehbarer Zeit nicht möglich sein?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker: </b></td>
<td>Nein! Einige Arbeitsgruppen denken aber über Therapien nach. Dies<br />
			allerdings steht erst ganz am Anfang.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g481542:</b></td>
<td>Frage an alle: Können Sie ausschliessen, dass es die nvCJD nicht<br />
			auch schon in früheren Zeiten gab und zumindest teilweise nur das<br />
			Ergebnis einer jetzt vorhandenen bzw. verbesserten Diagnostik ist?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Wir können das nicht ausschließen. Es hat aber seit vielen<br />
			Jahren &#8211;  in Deutschland ganz besonders, aber auch weltweit &#8211; ein<br />
			CJD Monitoringsystem gegeben und dabei sind derartige Befunde nicht aufgefallen</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Möchte noch jemand ergänzen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Es gab in Frankreicht Fälle von jungen Menschen , die nach Verabfolgung<br />
			von Wachstumshormon,  das aus Hirnanhangsdrüsen von Erwachsenen,<br />
			die erkrankt waren, hergestellt wurde im früheren Lebensalter erkrankten </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Inzwischen wird Wachstumshormon gentechnisch hergestellt, so dass diese<br />
			Gefahr nicht mehr besteht.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g141550:</b></td>
<td>Wenn CJK durch BSE übertragen wird, müssten dann nicht schon<br />
			mehr Menschen an CJK erkrankt sein oder rechnet man mit einer starken Zuhnahme<br />
			dieser Erkrankung ? </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Die Inkubationszeit für diese Art von Krankheiten ist sehr lang,<br />
			genaues aber ist nicht bekannt. In England gab es bislang 91 Fälle.<br />
			Wir wissen aber nicht, ob dies der Anfang eines wirklichen Ausbruches ist.<br />
			Dies wird man wohl erst 2004-2005 richtig einschätzen können.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Bleiben wir bei Ihnen, Herr Winnacker und bei den Prionen</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Telopher:</b></td>
<td>Wieso werden Prionen in den Medien als infektiös dargestellt,<br />
			obwohl eine direkte Übertragung noch nie nachgewiesen werden konnte?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>In Tierversuchen ist es mit infektiösem Material gemacht worden.<br />
			Das wirkliche Experiment, dass das Koch&#8217;sche Postulat erfüllen würde,<br />
			fehlt bislang. Wichtig ist die Beobachtung, dass Prion-Gen- freie Tiere<br />
			keine Krankheit bekommen.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g446673: </b></td>
<td>Was ist die Aufgabe von nichtkrankmachenden Prionen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Vielleicht sollte ich ergänzen. Das Koch&#8217;sche Postulat würde<br />
			bedeuten, dass man mit hochgereinigten Prionen auch tatsächlichen<br />
			infizieren kann.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Weiss man also gar nicht genau, wofür Prionen &quot;gut&quot; sinde?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Nicht wirklich. Aber man kann natürlich ganz allgemein davon ausgehen,<br />
			dass die Evolution solche Gene längst eliminiert hätte, hätten<br />
			sie nicht doch irgendeine Bedeutung.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g810975: </b></td>
<td>Erik Maronde fragt: 1.)Wie geht es nach den veränderten Prionen<br />
			weiter in der Pathogenese? 2. Gibt es Menschen, die genetisch gegen das<br />
			neue CJK gefeit sind, so wie bei HIV ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Es ist aus englischen Untersuchungen bekannt, dass aus allen bisher<br />
			erkannten Fällen eine genetische Prädisposition vorliegt und<br />
			zwar codieren diese auf dem Codon 129 für eine bestimmte Arminosäurebindung.<br />
			Dies ist in der Homozygotie nur bei etwa 40% in der englischen Bevölkerung<br />
			der Fall</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Ergänzend: Zur Frage 1: Das infektiöse Prion ist extrem unlöslich<br />
			und verdrängt gewissermaßen die Nervenzellen, tötet sie<br />
			bei dieser Gelegenheit, so dass es zu diesen schwammartigen Erscheinungen<br />
			im Gehirm kommt. Zur Frage 2: Homozygote Individuen sind solche, die zwei<br />
			identische Kopien eines Gens tragen. Bei Rindern ist die Genetik der Empfänglichkeit<br />
			für BSE nicht bekannt. Bei Schafen hinwieder gibt es Untersuchungen<br />
			zur Genetik der Empfänglichkeit gegenüber Scrapie, des lange<br />
			bekannten Schafwahnsinns (Traberkrankheit).</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g472781: </b></td>
<td>Wie erklärt es sich, das das BSE-Prion von der Magensäure<br />
			nicht denaturiert wird und warum durchquert es die Blut-Hirn-Schranke?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Man weiß, dass Anteile des Prionproteins selbst gegen die Proteinnase<br />
			K  resistent sind &#8211; worauf der Test beruht.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Könnten Sie das etwas allgemeinverständlicher formulieren?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker: </b></td>
<td>Ergänzend: Proteines K ist ein Gemisch von Eiweißspaltenden<br />
			Enzymen, das noch viel aktiver ist, als alles, was im Magen in dieser Hinsicht<br />
			vorkommt.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Das ist übrigens nicht ein Einzelfall, auch von anderen Proteinen,<br />
			die als Futterzusatzmittel eingesetzt werden (z.B. Betaglucanasen) ist<br />
			bekannt, dass sie bis Ende Dünndarm aktiv bleiben.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>FaustGymnasium-10b:</b></td>
<td>Warum kann man Prionen nicht bekämpfen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Prion-Proteine sind bisher im Blut nicht nachgewiesen. Ihr Weg vom<br />
			Darm ins Gehirn ist bisher nicht sicher bekannt, eventuell benutzen sie<br />
			perineuronale Lymphscheiden, um an den Hirnstamm zu gelangen</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Prionen sind zunächst einmal keine klassischen Erreger. Sie vermehren<br />
			sich also nicht. Was passiert ist, dass die Masse an Prion im Gehirn konstant<br />
			bleibt, aber nach und nach in eine unlösliche Form umgewandelt wird.<br />
			Dieser Umwandlungsprozess müßte zu einer Bekämpfung beeinflusst<br />
			werden. Zu diesem Zweck müßte man ihn im Reagenzglas beherrschen.<br />
			Dies ist bislang nicht wirklich der Fall.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Eine Frage an Herrn Pohlenz&#8230;</td>
</tr>
<tr>
<td><b>Milchproduzent aus S-H.:</b></td>
<td>Wann ist der Test am lebenden Tier möglich?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Kürzlich wurde berichtet, dass voreilige Mitteilungen hierüber<br />
			nicht der Wahrheit entsprechen und wir vor  Mitte des Jahres 2002<br />
			keine zuverlässige Nachweismethode zu erwarten haben</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Sue: </b></td>
<td>Meine Frage: Ist es nicht möglich, am lebenden Tier Rückenmark<br />
			zu punktieren, um dann dieses auf BSE-Erreger zu untersuchen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Man müßte im Hirnstammbereich testen und dieser ist so schwer<br />
			zugängig, dass das nicht ohne schwerwiegende Folgen für das Tier<br />
			bleiben würde </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>TB:</b></td>
<td>Ist es wirklich sinnvoll, bei einem nachgewiesenen BSE Fall den gesamten<br />
			Stall zu räumen, oder könnte man da systematischer Vorgehen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Die emotionale Frage gibt dem Landwirt die Möglichkeit, alle Tiere<br />
			zu entfernen und so hat er keine Nachteile und wird nicht aus der Gesellschaft<br />
			ausgeschlossen. Bei einer Neubestückung seines Bestandes kann er wieder<br />
			Milch und Fleich/Tiere verkaufen.   Die fachliche Beurteilung<br />
			rechtfertigt die totale Tötung aller Tiere nicht unbedingt, weil wir<br />
			wissen, dass nur einzelne Tiere erkranken Aber in Deutschland ist bisher<br />
			in 2 Fällen nachgewiesen, dass auch 2 Tiere aus einem Bestand betroffen<br />
			waren</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>hier wird Protest laut:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>wolfi:</b></td>
<td>An Professor Pohlenz: Ihre Aussage ist falsch. Ein Mainzer Universitäts-Professor<br />
			hat eben einen solchen Test seit 18.01.2001 in Tübingen zur Zulassung<br />
			vorliegen!</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Das ist ein erfreulicher Fortschritt 🙂</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Kennen Sie den Test?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Nein! Es wäre gut, wenn sich der Erfinder/Entdecker in diese Diskussion<br />
			einschaltet </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Solange noch mal zur Ernährung, Herr Simon:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>pete: </b></td>
<td>Ist argentinisches Rindfleisch sicher? Wenn ja &#8211; warum?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Da wir die Ernährung der Tiere in Argentinien von hier aus nicht<br />
			beurteilen können, ist die Frage so nicht zu beantworten. Sofern es<br />
			sich um eine extensive Haltung handelt, ohne Zufütterung, ist es als<br />
			sicher zu betrachten.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Jo: </b></td>
<td>Wie ist die Tatsache zu begründen, dass tierische Fette, die theoretisch<br />
			in Lebensmitteln eingesetzt werden dürfen, für best. Futtermittel<br />
			nicht mehr zugelassen sind ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Die Gesetzgebung in Deutschland hat versucht, durch das umfangreiche<br />
			Verbot von Proteinen und Fetten tierischer Herkunft jegliche Kontaminationen<br />
			und Verwechslungsmöglichkeiten auszuschließen. Prinzipiell sollte<br />
			für die Zukunft in Deutschland und in der EU die Option offen gehalten<br />
			werden, Futtermittel, die aus Schlachtabfällen mit Lebensmittelqualität<br />
			stammen, einsetzen zu können. In der EU ist der Einsatz von tierischen<br />
			Fetten übrigens nicht verboten</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g189607:</b></td>
<td>Viele der Tiere in den 90&#8217;ern wurden auch mit Wachstumshormonen behandelt,die<br />
			aus den Drüsen erkrankter Tiere stammen könnten. Wurde dieser<br />
			Infektionsweg ebenfalls in der Forschung berücksichtigt ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Ja, die Pharmazeutische Industrie ist sich seit vielen Jahren über<br />
			diese kritische Frage im klaren. Es wurde vorher bereits darauf hingewiesen,<br />
			dass heute Hormone syntetisch hergestellt werden</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Sämtliche Hormone zum Zweck der Leistungsförderung sind in<br />
			der gesamten EU seit Ende der 80er-Jahre verboten &#8211; dies im Gegensatz zur<br />
			U.S.A.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table border="0" width="100%">
<tbody>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Der grosse Rahmen:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g586464: </b></td>
<td>Fällt BESE unter die Definition &quot;Tierseuche&quot;? Wenn nein &#8211; sind<br />
			dann aus der Seuchenbekämpfung abgeleitete Methoden zur Eindämmung<br />
			und Kontrolle der Krankheit akzeptabel?</td>
</tr>
<tr valign="top">
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td> Die BSE ist nicht von Tier zu Tier übertragbar. Trotzdem<br />
			ist die Maßnahme diese wenig gut erkannte Krankheit, die in England<br />
			ein seuchenhaften Verlauf angenommen hatte, durch unsere Maßnahmen,<br />
			die man durch die Tierseuchengesetzgebung hat, zu maßregeln. Es gibt<br />
			keine andere Wahl. Zum zweiten Teil der Frage muß man sich überlegen,<br />
			dass durchaus das Schweizer Modell der Kohortentötung eine sinnvolle<br />
			Maßnahme sein kann &#8211; das bedeutet, dass in einem Bestand in dem ein<br />
			erktanktes Tier festgestellt wird, wie folgt gemaßregelt wird: Direkt<br />
			verwandte Tiere zu dem Tier werden getötet, ebenso wie die Tiere aus<br />
			dem Jahrgang davor und danach, weil man annimmt, dass diese mit gleichen<br />
			Jungtierfutter gefüttert wurden. In der Schweiz liegen mit dieser<br />
			Methode gute Erfahrunge vor. Man kann auf die Art ein drittel Verlust von<br />
			Tieren akzeptieren und es bleibt genetischen Potential aus der Herde erhalten</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>M@xx: </b></td>
<td>Woher weiß ich, ob ich mit Prionen infiziert wurde?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Dies ist leider nicht nachzuweisen.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Segel:</b></td>
<td>Ich habe gehört, dass es auch in den USA erste Fälle von<br />
			BSE gibt. Ist das richtig und würde die Gefahr evtl auch auf das argentinische<br />
			Rindfleisch übergehen können ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Es wurde in der FT vor einer Woche mitgeteilt, dass diese Möglichkeit<br />
			besteht. Dies ist bisher nicht bewiesen.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Kommen wir mal zum Engagement der Forschung:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g835013: </b></td>
<td>Wieviel Gelder werden insgesamt von der Bundesregierung, den Ländern<br />
			und der EU für Forschungszwecke zur Verfügung gestellt?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>In England wurden seit Anfang der Seuche 140 Millionen Pfund zur Verfügung<br />
			gestellt. Die DFG hat in den vergangenen zehn Jahren zu neurodegenerativen<br />
			Erkrankungen DM 30 Millionen und seit 1994 zum Thema Prionen rund 6.5 Millionen<br />
			ausgegeben.  Zudem sind von der EU eine Reihe von Projekten gefördert<br />
			worden, wahrscheinlich in ähnlicher Größenordnung. Derzeit<br />
			werden in den Ländern zum Teil größere Projekte aufgelegt,<br />
			deren Größenordnung noch nicht genau bekannt ist.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>pete:</b></td>
<td>Gibt es seit der BSE-Krise eine Forschungsinitiave? Vom Bund initiert<br />
			und gefördert? Hat die Wissenschaft vorher geschlafen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Die DFG hat schon seit langem junge Wissenschaftler zu entsprechenden<br />
			Labors in der EU geschickt. In diesem Lande werden seit über 10 Jahren<br />
			Projekte zum Thema Prionenkrankheiten gefördert. Die Zahl der Arbeitsgruppen<br />
			ist allerdings in der Tat nur gering. Wegen der langen Inkubationszeit<br />
			ist die Forschung extrem aufwendig Die Forschung ist auch mit Sicherheitsrisiken<br />
			behaftet. Zudem war infektöses Material nicht zugänglich. Eine<br />
			größere Forschungsinitiative gibt es demnächst in München.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Samuel:</b></td>
<td>Warum ist die Forschung mit Sicherheitsrisiken behaftet?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Weil das Material infektös ist, und in Sicherheitslabors gearbeitet<br />
			worden ist. Im Prinzip könnten sich Mitarbeiter infizieren, wovor<br />
			sie geschützt werden müssen</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>kurzer Zwischenschub:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>wolfi:</b></td>
<td>An Herrn Professor Pohlenz: bei dem Erfinder und Entdecker handelt<br />
			es sich um Herrn Professor W.E.G. Mueller, Universitaet Mainz</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Ich danke für diesen Hinweis. </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ChristianKoth:</b></td>
<td>Was wird in Deutschland in Jahr 2001 für BSE-Forschung zur Verfügung<br />
			stehen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Bayern wird ein 12 Mio Programm für zwei Jahre auflegen, Baden-Würtemmberg<br />
			15 Millionen für 5 Jahre, der Bund hat eine größere Summe<br />
			angekündigt. Bei der DFG wissen wir es nicht genau. Es kommt auf die<br />
			Anträge an, die eingereicht werden. Das BMBF hat angekündigt,<br />
			für dieses Jahr und für nächstes Jahr DM 15 Mio zur Verfügung<br />
			zu stellen, die gleiche Summe stand in den vergangenen fünf Jahren<br />
			zur Verfügung.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Und zum Abschluss noch mal ganz praktisch:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g790390:</b></td>
<td>Welche Nahrungsmittel sollte man nicht mehr essen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Gehirn, Rückenmark, Auge, und lymphatisches Gewebe aus dem Darm</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Guten Appetit ;-))</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Es handelt sich dabei um die als SRM spezifierte Risikomaterialien,<br />
			die besonders behandelt werden und nicht in die Nahrungskette gelangen<br />
			können.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g64829:</b></td>
<td>Wann können wir mit einem Medikament gegen BSE / Creuzfeld-Jakob-Krankheit<br />
			rechnen und welche Firmen entwickeln dieses?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Daran wird gearbeitet. Die Fortschritte sind langsam, in einem der<br />
			letzten Nature-Hefte fand sich dazu ein Bericht. Einzelheiten über<br />
			Firmen sind uns nicht bekannt. </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>marco: </b></td>
<td>Warum hat man das Verfüttern von Tiermehl erlaubt?</td>
</tr>
<tr valign="top">
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Tiermehle werden in Deutschland etwa schon seit 80 Jahren hergestellt.<br />
			Der ursprüngliche Grund war, dass es eine Seuchenbekämpfungsmaßnahme<br />
			war. Die Rohstoffe die zur Herstellung verwendet werden, sind zu etwa 10<br />
			% Kadaver gewesen, der Rest waren Schlacht-Nebenprodukte. Auf Grund des<br />
			hohen Eiweiß-Gehaltes, der günstigen Aminosäuren-Zusammensetzung<br />
			und des hohen Anteils an verfügbaren Phosphors stellen sie hochwertige<br />
			Futtermittel dar. Sie wurden übrigens schon anfang des vergangenen<br />
			Jahrhunderts als Futtermittel auch an Wiederkäuer und Pferde eingesetzt.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>So, zur letzten Frage. zum Abschluss ;-))</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Veganer:</b></td>
<td>Essen sie selbst denn noch Fleisch ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Ja! Ich esse Fleisch und esse auch Rindfleisch</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Das geht Sie zwar nichts an, aber ich sage in diesem Falle: Ja.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Ja, ich esse sogar noch deutsches Rindfleisch, kaufe es aber in einem<br />
			Laden, von dem ich glaube, dass die Herkunft des Fleisches gut kontrolliert<br />
			ist.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Sehr geehrter Herr Professor Winnacher, Herr Professor Pohlenz und<br />
			Herr Professor Simon, vielen, vielen Dank für den spannenden Chat.<br />
			Es sind sehr viele Fragen unbeantwortet geblieben, von ganz grundlegenden<br />
			bis zu sehr wissenschaftlichen&#8230; Weitere Infos finden alle, die noch offene<br />
			Fragen haben unter www.dfg.de/foerder/pge. Das Transkript dieses Chats<br />
			können Sie nachlesen bei der DFG und bei politik-digital. Vielen Dank<br />
			und hoffentlich &quot;auf Wiederchat&quot;!</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Schlussbemerkung: Wir bedanken uns für das große Interesse<br />
			und hoffen, wir konnten die Fragen zu ihrer Zufriedenheit beantworten.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon: </b></td>
<td>Auch mir hat dieser Chat Spaß gemacht, leider bestand offensichtlich<br />
			wenig Interesse an den zukünftigen Fütterungsstrategien unserer<br />
			landwirtschaftlichen Nutztiere. Die Ernährung ist aber gesichert. </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Ich halte es für ausgesprochen wichtig, dass die Öffentlichkeit<br />
			sachlich informiert wird und bin erfreut, dass diese Information auf diesem<br />
			Wege möglich wurde.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Die DFG hofft, dass ihre Bemühungen zur Finanzierung der Forschung<br />
			auf diesem Gebiet bald zu Durchbrüchen führen.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/expertenchat_mit_der_dfg_zum_thema_bse-409/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Chat mit Ernst-Ludwig Winnacker</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat_mit_ernstludwig_winnacker-480/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jul 2000 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschen Forschungsgemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst-Ludwig Winnacker]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschule]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftspolitik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/chat_mit_ernstludwig_winnacker-480/</guid>

					<description><![CDATA[<table border="0">
	<tbody>
		<tr valign="top">
			<th align="right">Moderator:</th>
			<td>
			Sehr geehrter Herr Prof. Winnacker, im Namen von politik-digital
			begrüssen wir Sie herzlich zu einer virtuellen Fragestunde live von der
			Expo. Wir hoffen, eine kurzweilige Stunde zu verbringen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<table border="0">
<tbody>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>
			Sehr geehrter Herr Prof. Winnacker, im Namen von politik-digital<br />
			begrüssen wir Sie herzlich zu einer virtuellen Fragestunde live von der<br />
			Expo. Wir hoffen, eine kurzweilige Stunde zu verbringen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Hallo, bin sehr gespannt.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">broesel:</th>
<td>
			Wofür ist die DFG eigentlich zuständig?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">TanteEmma:</th>
<td>
			hallo her prof. winnacker
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Für alle Gebiete der Wissenschaft, von der Anglistik bis zur Zoologie
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">TanteEmma:</th>
<td>
			chatten sie nun selber, oder schreibt der moderator für sie?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Nein, ich chatte selbser
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">joker:</th>
<td>
			Herr Winnacker, wie wird man DFG-Präsident?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			man wird es nicht,man ist es plötzlich
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Dr.Faust:</th>
<td>
			Fühlen Sie sich eher als Wissenschaftspolitiker oder als Wissenschaftler?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Eigentlich als Wissenschaftler
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">TanteEmma:</th>
<td>
			Herr winnacker, wie kann man schule attraktiver machen, sodass man den faulsten schüler zur einer guten Bildung verhilft?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Indem man einen interessanten Unterricht macht
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			aber auch die Ausstattung der Schulen muß besser werden. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Tubs:</th>
<td>
			Sehr geehrter Herr Winnacker, es interessiert mich vor allen Dingen,<br />
			wie eine Karriereentwicklung für Wissenschaftlerinnen verlaufen kann<br />
			bzw. welche Wissenschaftskultur und innerhalb dieser Kultur welche<br />
			Hindernisse und Barrieren für Frauen bestehen? Im internationalen<br />
			Vergleich liegt Deutschland deutlich hinter den Ländern wie USA,<br />
			Frankreich, Italien was den Frauenanteil in C4 und C3 Professuren<br />
			angeht so lag dieser in 1996 noch bei 4 bzw. 7 % an den bundesdeutschen<br />
			Hochschulen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Eine Frage, die mich sehr bewegt. Wir planen, ein ganz ausfeiltes Mentoring netzwerk aufzubauen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Wir wollen vor allem auch den Wissenschaftlerinnen und den Wissenschaftlern helfen, Familie und Beruf zu verienbaren.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">muffin:</th>
<td>
			Wird die Abschaffung der Habilitation in nächster Zeit Realität?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Sie ist in vielen Fächern schon Realität. In den, wo sie es noch nicht ist, hoffentlich bald.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">ramon:</th>
<td>
			Gibt es einen konkreten Zeitplan zur schaffung von Jungprofessuren?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Frau Ministerin Bulmahn sagt, es gäbe noch in diesem sommer einen Referentenentwurf. Außerdem gibt es ja Emmy-Noether!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>
			Ein Gast aus Pakistan hat ein persönliches Anliegen:
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">ToseefAhmadKhanAbbot:</th>
<td>
			I have done Masters in Mathematics. Thereafter, i started my career as<br />
			Office Manager with GTZ. I am still working with GTZ in Abbottabad<br />
			city. I want to know whether i can get a higher degree from Germany,<br />
			preferably in Business administration 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">ToseefAhmadKhanAbbot:</th>
<td>
			The standard of studies in Pakistan is too low to get a good job in<br />
			pakistan. So I want to return to pakistan with a valuable degree from<br />
			Germany 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Probably. Please adress DAAD (www.daad.de)
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">GradkollHohenheim:</th>
<td>
			Hat der wissenschaftliche Nachwuchs in der Forschungslandschaft der BRD Zukunftschancen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Ich denke ja. Die Zeit war noch nie so gut wie heute.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">r4743622:</th>
<td>
			Hier in Deutschland sind die hierarchischen Strukturen noch sehr<br />
			dominant und damit die eigene Entwicklung sehr eingeschränkt! Wann wird<br />
			sich das ändern?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Derzeit ändert sich viel. Die DFG hat gerade einen Bericht zur Lage des Nachwuchses veröffentlicht.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Wir haben das Emmy&#8211;Noether Programm, das die Beantragung der eigenen STelle ermöglicht. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Ellen-Media:</th>
<td>
			Wieso ist die Zeit noch nie so gut wie heute? Ergänzungen bitte!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Weil sich gerade in dieser Zeit in unserem Forschungssystem so viel<br />
			passiert. Ich denke an die Internationalisierung, oder an die<br />
			Reformierung des Diensrechts. Bald wird es Juniorprofessoren geben,<br />
			d.h. klarere Karrieremöglichkeiten.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">alang:</th>
<td>
			Wie steht&#8217;s denn mit der DFG-Nachwuchsfoerderung? Ab wann wird es moeglich die eigene Stelle bei der DFG zu beantragen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Über Emmy-Noether jetzt schon. Im Herbst werden zur Frage der eigenen<br />
			STellen in unseren Gremien die Entscheidungen fallen. Wir wollen sogar<br />
			in die Schulen!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">GradkollHohenheim:</th>
<td>
			Gibt es Ihrer Meinung nach nicht einen Widerspruch zwischen<br />
			Exzellenzförderung in Graduiertenkollegs und fehlender sozialer<br />
			Absicherung nach Beendigung des Stipendiums? 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Muß es eine solche Absicherung wirklich geben? In den meisten Fächern werden uns die Graduierten aus den Fingern gerissen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Sinja:</th>
<td>
			Im deutschen Promotionssystem ist i.d.R. nicht ausreichend für die<br />
			Weiter- und Fortbildung von Doktoranden gesorgt. Man hat seinen<br />
			Wissenshöhepunkt zur Diplomprüfung bzw. Staatsexamen erreicht, danach<br />
			geht&#8217;s meistens rapide bergab. Wie kann man diesem Umstand abhelfen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Z.B. in den Graduiertenkollegs, in denen die Ausbildung zur promotion<br />
			besser strukturiert wird. Leider gibt es nur Grakos bei der DFG. Damit<br />
			werden nur 20% der doktoranden erfasst.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Tarkan:</th>
<td>
			Warum wird von vielen Nachwuchswissenschaftlern das Forschungsklima im<br />
			Ausland &#8211; bevorzugt in den USA &#8211; als deutlich angenehmer empfunden und<br />
			was müssen wir in diesem Punkt ändern?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Viele Antworten sind hier verlangt. Frühe Selbständigkeit, die Klarheit<br />
			der Karrierewege, unnötige Hierarchien und natürlich die schlechte<br />
			Situation der Ausstattung der Hochschulen. Deswegen eben ein Bündnis<br />
			für Bildung.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">butterfly:</th>
<td>
			Sie sagen immer wieder, Sie wollen die Position der Frauen in der<br />
			Wissenschaft stärken. Und dennoch sind von den erst kürzlich gewählten<br />
			DFG-Gutachtern weniger als 8 Prozent Frauen. Wie passt das zusammen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Sie werden nicht von mir gewählt, sondern vom System insgesamt. Wir<br />
			überlegen uns aber derzeit, dieses Auswahlsystem zu ändern, sodaß es<br />
			bei der nächsten Wahl schon ganz anders aussehen wird.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Spitzname:</th>
<td>
			Warum gibt es in Deutschland nicht vermehrt die Möglichkeit als<br />
			Nachwuchswissenschaftler zwischen Industrie und Hochschule zu pendeln?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Hier geht um das Tarifrecht, die Mitnahme der Versorgungsansprüche. ich<br />
			denke, wir brauchen einen Wissenschaftstarif. Und schließlich ist das<br />
			Verhältnis Wissenschaft/Wirtschaft bei uns noch sehr gespannt.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Solange es unethisch erscheint, Patente zu schreiben, solange wird es schwierig bleiben.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Floki:</th>
<td>
			Welche Kriterien gelten für anglistische Projekte, um Fördermittel der DFG zu erhalten?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Wissenschaftliche Exzellenz, wie bei allen anderen Projekten auch. jedermann der promoviert ist, kann einen Antrag stellen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Presse:</th>
<td>
			Offensichtlich gehen die besten Nachwuchskräfte in die Wirtschaft. Blutet die Forschung dann nicht aus?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Solange nicht, wie der Nachschub kommt. Dieser aber bleibt derzeit in<br />
			den Naturwissenschaften und den Ingenieurwissenschaften derzeit aus.<br />
			Deswegen wollen wir eben unsere Arbeit auch zum Grundstudium oder die<br />
			Schulen hin ausdehnen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Beantragen Sie eine Emmy-Noether-Arbeitsgruppe und suchen Sie sich<br />
			einen Arbeitsplatz aus. In unserem Jahresbericht (auch auf CD und im<br />
			Internet) finden Sie solche Arbeitsplätze, hoffentlich. Vielleicht<br />
			wenden Sie sich auch einmal direkt an die Geschäftsstelle.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">malty:</th>
<td>
			Herr Winnacker, Wenn Unis zukünftig als Unternehmen begriffen werden<br />
			sollen, dann ist es für sie äußerst wichtig, sich um ihren Nachwuchs zu<br />
			kümmern. Was unternimmt die DFG in dieser Richtung?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Nachwuchsförderung steht bei uns hoch im Kurs. Wir wollen Möglichkeiten<br />
			schaffen, Studierende schon in den ersten Semestern an die Forschung<br />
			heranzuführen, z.B. über Undergraduate Colleges oder Sommerschulen oder<br />
			Kongressreisen, oder als studentische Hilfskräfte in<br />
			Forschungsprojekten. Haben Sie noch andere Ideen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">hape:</th>
<td>
			Für welchen Fachbereich haben Sie eigentlich Ihre Professur erhalten?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Ich selbst habe Chemie studiert und in organischer Chemie promoviert. Jetzt habe ich eine Professur für Biochemie.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Ellen-Media:</th>
<td>
			Werden durch Graduiertenkollegs der DFG nicht nur die Arbeitslosenzahlen verschönt?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Nein, gerade nicht, denn die Absolventen sind über zwei Jahre jünger<br />
			als der Durchschnitt und finden in der Regel ganz schnell Stellen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Gaya:</th>
<td>
			Betrifft Abschaffung der Habilitation: Vermutlich soll diese Maßnahme<br />
			auch die Frauenförderung vorantreiben: Ist hier nicht die Gefahr<br />
			gegeben, dass eine Art &quot;Professur zweiter Klasse&quot; geschaffen wird?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Dies ist dann nicht der Fall, wenn die Alternative &quot;ohne Habilitation&quot;<br />
			zur Regel würde, was ja bei den Naturwissenschaften schon jetzt<br />
			zunehmend der Fall ist.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">slubby:</th>
<td>
			Begutachtung von DFG-Antraegen &#8211; es waere wuenschenswert, im Falle der<br />
			Ablehnung, die Moeglichkeit einer Stellungnahme zu den ablehnenden<br />
			Argumenten der Gutachtern zu haben. Bedenken Sie bitte, dass meist 1-2<br />
			Jahre experim. Vorabeiten einer Antragsstellung zugrunde liegen plus 3-<br />
			6 Monate fuer die Antragsschreibung selber . Werden Sie das Verfahren<br />
			der Begutachtung ueberdenken ?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Seit Jahren werden die Ablehnungsgründe ausnahmslos mitgeteilt.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Das Verfahren der Begutachtung selbst wird derzeit internationalisiert,<br />
			die Zahl der Fachgutachter ist um ein Viertel erhöht worden. Wir denken<br />
			uns überdies eine Ausweitung der Gutachterbasis aus.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">anita:</th>
<td>
			Wie schätzen Sie den Mehrwert von unternehmerisch &quot;gesponsorten&quot;<br />
			Professuren ein? Besteh nicht di Gefahr, die universitäre Bildung zur<br />
			beuflichen Qualifikation verkommen zu lassen? Werden mit der<br />
			zunehmenden Praxisorientierung aus Unis FHs?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Ich denke, daß das Wort Sponsor nicht mißverstanden werden darf. Ein<br />
			Sponsor darf und kann nicht darüber bestimmen, was im einzelnen gelehrt<br />
			und geforscht wird. Außerdem ist berufliche Qualifikation nichts<br />
			&quot;Verkommenes&quot;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">gabi:</th>
<td>
			sitzt herr winnacker selbst am pc oder läßt er  schreiben ?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Ich stehe am Terminal und schreibe selbst. Als Klavierspieler ist das nicht so schwierig.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">DJ:</th>
<td>
			Sie sagen, dass sie vermehrt in Schulen aktiv werden wollen, warum wird<br />
			es Schülern dennoch so schwer gemacht, einen Einblick in die heutige<br />
			Forschung zu gewinnen. Dies können wir aus eigener Erfahrung behaupten.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Sie haben sicherlich recht. Mir schwebt das Beispiel der Belmonte-Zentrums vor.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Hier hat die Hebräische Universität in Jerusalem Chemie, Biologie und<br />
			Physiksäle zur Verfügung gestellt, die technisch auf dem letzten Stand<br />
			sind, und von Schülern und Lehrern besucht werden. Warum so etwas nicht<br />
			auch bei uns? Es würde Schüler und Lehrer motivieren. In Göttingen gibt<br />
			es dafür erste Ansätze.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">tom:</th>
<td>
			Herr Winnacker, welche Förderungsmöglichkeiten stellt die DFG für<br />
			habilitierte Wissenschaftler zur Verfügung (außer Heisenberg<br />
			Stipendium) die durch die Kürzungen an den Universitäten wohl keine<br />
			Professorenstelle erhalten werden
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Sie können jederzeit einen Antrag stellen, sei es im Einzelverfahren,<br />
			sei es in einem Sonderforschungsbereich. Kontake zu SFBs beschaffen wir<br />
			gerne.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">hugo:</th>
<td>
			Ist es denkbar, die DFG-Gutachter aus der Industrie zu wählen, um Objektivität und Relevanz zu gewährleisten?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Gutachter aus der Industrie gibt es schon längst, wenn diese die<br />
			notwendige Qualifikation besitzen. Objektivität erreicht man auch<br />
			dadurch, daß man ausländische Gutachter beteiligt, oder mehrere<br />
			Gutachten erbittet.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">slubby:</th>
<td>
			SFBs &#8211; durch die millionenschwere Foerderung eines spez. Themenbereichs<br />
			entsteht an den Unis die Struktur alles zu diesem Themenberich zu<br />
			foerdern, jedoch Neu-einsteiger mit anderen Themen kaum Chancen zu<br />
			geben, bzw. bei Neu-Einstellungen von Wissenschaftlern an Nicht-SFB<br />
			Instituten fest zulegen, das Thema des SFBs zu uebernehmen, um bei der<br />
			naechsten Foerderungsperiode auch dabei zu sein. K U R Z : jede Form<br />
			der eigenstaendigen, kreativen Forschung ausserhalb der SFBs wird nicht<br />
			gefoerdert &#8211; sollte die DFG nicht letztere foerdern und dafuer die<br />
			SFB-Millionen kuerzen ?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			An sich ist dies aus meiner Sicht so nicht ganz richtig. Mehr als zwei<br />
			Drittel unserer Mittel geben wir für die Einzelförderung aus. Wir<br />
			werden dieses Verhältnis auch sicherlich nicht zu Gunsten der SFBs<br />
			verschieben. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pixie:</th>
<td>
			Wie wird ihre Aktivität an Schulen aussehen ?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Da gibt es viele Möglichkeiten. Begabte und interessierte Schüler<br />
			sollen in Zukunft die Möglichkeit erhalten, selbst in der Forschung zu<br />
			arbeiten, jedenfalls an Hochschulorten. Außerdem sollen unsere<br />
			Antragsteller vermehrt die Möglichkeit erhalten, auch finanzielle<br />
			Möglichkeiten, zusammen mit der Schule die Lehrinhalte zu verbessern.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">suede:</th>
<td>
			Haben sie beruflich und/oder privat viel mit dem Internet zu tun?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Eigentlich schon, weil ich es als Informationsquelle nutzen muß und gerne nutze.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Floki:</th>
<td>
			Wie lange dauert die Bearbeitungszeit für einen Projektantrag bei der DFG durchschnittlich?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Augenblicklich liegt der Durchschnitt bei knapp über fünf Monaten.<br />
			Damit liegen wir weltweit ganz vorne, und sind auch ein wenig stolz<br />
			darauf.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Gaya:</th>
<td>
			Bereits im Studium ist es häufig so, dass Professoren durch ihre<br />
			Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen etwa Seminare thematisch nach<br />
			diesen wirtschaftl. Interessen ausrichten. Wenn Sie als<br />
			(Forschungs)-Vorbild im Interview mit der ZEIT Ihre Verbindung von<br />
			Wissenschaft und Wirtschaft als positives Signal für junge Leute<br />
			werten, sehen Sie da nicht ein Problem ? (Interessenskonflikte,<br />
			Freiheit der Forschung)
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Natürlich kann es hier und da Interessenkonflikte geben. Aber wir<br />
			fördern beispielsweise in Transferbereichen die Forschung nur im<br />
			vorwettbewerblichen Bereicht. Und noch etwas. Als Professor muß ich im<br />
			Grunde nur einen Nachfolger/in ausbilden. Alle anderen gehen ohnehin in<br />
			die Wirtschaft.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pixie:</th>
<td>
			Gibt es Möglichkeiten als Abiturient sich schonmal einen Einblick in<br />
			die Arbei der Naturwissenschaften zu verschaffen, beispielsweise durch<br />
			Praktika o.ä. ?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>
			Wir werden gerade videoübertragen auf www.telebuddy.de (spontan und ungeplant :-))
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Genau das wollen wir in Zukunft als DFG ermöglichen. Das<br />
			Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie in Pfinztal ermöglich<br />
			dies mit seinem Projekt TheoPrax schon jetzt. Aber ich würde auch bei<br />
			lokalen Hochschulinstitute einfach mal nachfragen, z.B. in Göttingen,<br />
			aber auch bei meinem alten Institut in München (Genzentrum)
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">gabi:</th>
<td>
			was machen belmonte-zentren ?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Ellen-Media:</th>
<td>
			Wie sind die Belmonte-Zentren organisiert?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Das ist eine Einrichtung der Hberäischen Universität in Jerusalem.<br />
			Diese stellt Experimentallabors auf dem letzten Stand der Technik zur<br />
			Verfügung. Lehrer mit ihren Schülen machen dort ihren eigenen<br />
			Unterricht. Außerdem gibt es dort Lehrerfortbildung.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">suede:</th>
<td>
			Warum werden die Geisteswissenschaften oft so stark unter-, die<br />
			Wirtschafts- und Naturwissenschaften so überbewertet? Haben die<br />
			&quot;Dichter und Denker&quot; ein Imageproblem?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Bei der DFG ist das nicht der Fall. Und wenn man insgesamt an<br />
			Studienanfänger denkt, dann auch nicht. Die Zahl der Anfänger in den<br />
			Naturwissenschaften bricht derzeit stark ein. DAs Imageproblem haben in<br />
			Deutschland die Naturwissenschaftler.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">suede:</th>
<td>
			Wie sehen sie die Chancen für Nachwuchswissenschaftler in neuen<br />
			Fachbereichen wie zum Beispiel Medienwissenschaft? Wird es da in<br />
			nächster Zeit einen Boom geben oder ist es nur eine Modeerscheinung?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Ich glaube ehrer nicht, daß es eine Modeerscheinung ist. In dieser<br />
			Medienwelt bedarf es auch einer wissenschaftlichen Untermauerung und,<br />
			vor allem, guter Ausbildung.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">login:</th>
<td>
			Wie erklären Sie sich das zurückgehende Interesse an den Naturwissenschaften?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Wer nicht glaubt, daß ich selber antworte, kann mich im Internet unter www.telebuddy.de sehen!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pixie:</th>
<td>
			Wo werden ihre Ergebnisse wegen der Praktika dann zu erfahren sein ?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Dafür gibt es viele Gründe, z.B. die Tatsache, daß unsere Hochschulen<br />
			so stark unterfinanziert sind. Siehe meinen Aufsatz in der heutigen<br />
			&quot;Die Woche&quot;. Vielleicht liegt es auch an der Scientific Literacy. In<br />
			diesem Lande ist man in einigen Kreisen sogar stolz darauf, nichts über<br />
			Mathematik oder Physik zu wissen. Das muß sich ändern!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			WAs wir, die DFG, in SAchen Schule tut oder tun wird, erfahren sie im Internet unter www.dfg.de.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Jetzia:</th>
<td>
			Abgesehen von den von Ihnen empfohlenen Praktika, wie finde ich zum richtigen Studiengang an der richtigen Uni 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Erfahren Sie demnächst im Internet, den unsere www-Seiten werden gerade überarbeitet.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Es gibt einerseits gute Vorbilder, siehe unsere Preisträger. Außerdem<br />
			machen Sie bitte immer das, was Ihnen Spaß macht, und worin Sie gut<br />
			sind. Außerdem haben deutsche Unis in der Regel inzwischen sehr gute<br />
			Studienberatung. Die Wissenschaftler selbst wären natürlich gut<br />
			beraten, sich für eine solche Beratung in den Schulen zur Verfügung zu<br />
			stellen. Wenn Sie an einem Uniort sind, rufen Sie doch einmal einen<br />
			Professor an. Er oder sie beißen sie meistens nicht.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Nina:</th>
<td>
			Zum Emmy-Noether-Programm: Welche Chance räumen Sie Absolventen dieser<br />
			Förderung ein, tatsächlich an einer deutschen Universität berufen zu<br />
			werden?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Beste Chancen. Das Programm läuft erst seit einem Jahr, so daß wir noch<br />
			keine Erfahrungen haben. Die Auslese auf Exzellenz ist jedoch so<br />
			streng, daß die Hochschulen sich um die Kandidaten am Ende reißen<br />
			werden.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pixie:</th>
<td>
			gibt es ihrer Meinung nach gute Fachzeitschriften um auf dem was die<br />
			Naturwissenschaften betrifft, Laufenden zu bleiben ? Das meißte<br />
			Spezielle, was hier angesprochen wird, ist für einen Neuling wie mich<br />
			doch sehr fremd.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wz:</th>
<td>
			Informationen zu den deutschen Universitäten gibt es auch unter www.hrk.de
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Es gibt zahllose Möglichkeiten. Gut sind natürlich Science und Nature,<br />
			aber auch Science-next-wave, im Internet, wo sie auch etwas über<br />
			Karriere möglichkeiten erfahren. Neuerdings sind auch die<br />
			Tageszeitungen eine hervorragende Quelle für naturwissenschaftliche<br />
			Information.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">suede:</th>
<td>
			Haben sie ein Vorbild?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Vielleicht Martin Luther.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">login:</th>
<td>
			Die Entwicklung im BEreich des Informatikstudiums stimmt hoffnungsvoll.<br />
			Doch macht die Politik alles wieder &quot;kaputt&quot; durch die unzureichende<br />
			finanzielle Unterstützung der Universitäten?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			In der Tat, aber es ist längst nicht nur die Politik. Ich denke daß<br />
			vermehrt auch die anderen Ressourcen dieses Landes sich ihrer<br />
			Universitäten mehr besinnen müssen, als bisher. Ich weiß auch ganz<br />
			konkret, daß einige Bundesländer im Bereich der Informatik selbst aktiv<br />
			werden. Die DFG hat gerade einen Bioinformatik-Wettbewerb abgeschlossen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">d_mike_p:</th>
<td>
			Wird es in Zukunft eine deutschlandweite einheitliche Regelung fuer den Bachelor und den Master geben?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Wichtig sind hier internationale Lösungen, und wichtig, daß überhaupt<br />
			ein Creditsystem geschaffen wird, das die Mobilität tatsächlich<br />
			erlaubt. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Ringo:</th>
<td>
			Frage zu einem anderen Thema: Stimmt es , das die DFG das Pilotprojekt<br />
			mit der Moeglichkeit volle Stellen fuer Doktoranden wieder gestoppt hat?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Nein, wir haben es gerade sogar verstärkt, und zwar für alle Bereiche, in denen die Nachfrage besonders groß ist.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">gabi:</th>
<td>
			bin journalistin/dpa, wie resümieren sie diesen ersten live-chat herr winnacker ?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Es hat spaß gemacht. Warum nicht bald einen zweiten!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Tubs:</th>
<td>
			Letzte Frage: Wie kann die DFG dazu beitragen, dass der Frauenanteil in<br />
			den wissenschaftlichen Spitzenpositionen ansteigt? Was wird die DFG<br />
			beispielsweie in ihren Regularien einräumen, um die Situation und die<br />
			wissenschaftliche Karriere für Frauen zu fördern. Als Beispiel sei<br />
			genannt, dass in den Richtlinien der DFG für die Zuteilung von<br />
			Projektmittel berücksichtigt werden könnte, dass Frauen durch<br />
			Mutterschaft und ggf. Erziehungsurlaub eine Verlängerung ihrer<br />
			Projektzeiten und damit eine Erhöhung ggf. von Projektmitteln<br />
			erforderlich wäre. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Dies geschieht teilweise schon jetzt und soll in Zukunft auf alle unsere Programme ausgedehnt werden.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>
			Lieber Professor Winnacker, wir von politik-digital möchten uns ganz<br />
			herzlich bei Ihnen für diesen Chat bedanken, und erst recht dem<br />
			Publikum welches so zahlreich erschienen ist!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>
			Wir möchten uns noch beim idw für die Bereitstellung von Internet und Technik herzlich danken!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Schreiben Sie mir an die DFG, wenn Sie noch Fragen haben. Den nächsten<br />
			Chat werden wir wieder rechtzeitig ankündigen. Herzlichen Dank für die<br />
			Fragen!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pixie:</th>
<td>
			Vielen Herzlichen Dank an Herr Winnacker für seine Antworten 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Tubs:</th>
<td>
			wie kann ich die ersten Teile des Chats nochmal lesen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>
			Erscheint in Kürze auf www.politik-digital.de im Transcripte-Bereich.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Ellen-Media:</th>
<td>
			Auch wir danken!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Jetzia:</th>
<td>
			Wo werden sie den nächsten Chat ankündigen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Wie dieses Mal, in Tageszeitungen und auf unserer Web-Page.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">login:</th>
<td>
			Ciao und Tschüß
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">godi:</th>
<td>
			Wie kann man den Rückblick einsehen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>
			Geben Sie uns 5 Minuten ihn zu erstellen.. 😉
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">henk64:</th>
<td>
			Auf Wiedersehen, alle.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">E.-L.Winnacker:</th>
<td>
			Eben erfahre ich, daß Mitarbeiter der GEschäftsstelle zuhören oder zusehen. Guten Appetit!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">wz:</th>
<td>
			danke
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Pixie:</th>
<td>
			Auf Wiedersehen, bis dann</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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