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	<title>Eu-Datenschutzverordnung &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Eu-Datenschutzverordnung &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Hängt die NSA bestimmt mit drin &#8211; Digitale Presseschau 51/2013</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Dec 2013 16:26:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Peter Schaar verabschiedete sich unlängst mit einem Dank an die NSA von seinem Amt als Bundesbeauftragter für den Datenschutz. Tatsächlich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Peter Schaar verabschiedete sich unlängst mit einem Dank an die NSA von seinem Amt als Bundesbeauftragter für den Datenschutz. Tatsächlich wäre ohne sie, und wie hinzuzufügen wäre: Edward Snowden, Datenschutz und Netzpolitik nicht so ein großes Thema im ausklingenden Jahr. Untersuchungsausschüsse, UN-Resolutionen, EU-Verordnungen, ein Geheimdienstkoordinator im Kanzleramt und noch so vieles mehr in immerhin fünf Ministerien. Dennoch bleibt das Gefühl, dass mit möglichst viel Aufwand möglichst wenig verändert wird. Immerhin scheint woanders auch noch was zu passieren: Das Internet der Dinge, Netzfeminismus und der Einfluss des Internets auf die Sprachenvielfalt sind in dieser Woche Thema. Aber da hat die NSA sicher auch ihre Finger im Spiel.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=aI7Zuwu_MbA&amp;hd=1" title="Das neue Spiel - Pitchfilm" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/aI7Zuwu_MbA?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Im Video der Woche wirbt Michael Seemann für das Crowdfunding seines noch zu verfassenden Buches &#8220;Das Neue Spiel. Nach dem Kontrollverlust&#8221;.</p>
<h3><a href="http://www.heute.de/bundestag-bekommt-internetausschuss-31189230.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ergebnisloses Chaos oder Wirrwarr mit System?</a></h3>
<p>Fünf Ministerien sollen sich zukünftig um Netzpolitik kümmern. Für manche bedeutet das die Fortführung des destruktiven Chaos, für andere, wie Sonja Schünemann auf heute.de, ein „Zuständigkeits-Wirrwarr mit System“. Andrea Voßhoff als neue Bundesdatenschützerin und Klaus-Dieter Fritsche als erster Geheimdienstkoordinator werden allenthalben als eindeutige Absage an unabhängige Kontrollinstitutionen gesehen. Und der Internetausschuss kommt erst mal doch nicht. <a href="http://blogs.faz.net/deus/2013/12/19/schlammcatchen-der-popcornminister-statt-internetausschuss-1880/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zumindest einer freut sich</a> und zieht der konzertierten Lobbypolitik in einem Ausschuss das ergebnislose „Schlammcatchen der Popcornminister“ vor. Neuland solle Neuland bleiben.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/gastbeitrag-fuer-einen-anderen-new-deal-12710154.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Placebo-New-Deal</a></h3>
<p>Einen digitalen New Deal in Europa fordert der EU-Parlamentsabgeordnete der Grünen Jan-Philipp Albrecht auf faz.net. In Absage an nationale Tendenzen in Deutschland müsse eine gemeinsame Wertebasis geschaffen werden und Europa die digitale Unabhängigkeit erklären. Die EU-Datenschutzverordnung sei dazu der erste Schritt. <a href="http://www.carta.info/68290/datenschutz-zuruck-zum-thema/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf Carta meldet Simon Assion dagegen Zweifel an:</a> Bisherige Datenschutzpolitik, einschließlich der EU-Verordnung, sei reines Placebo und würde nur die kleinen Akteure gängeln, während die Großen unbeschadet weiter sammeln könnten. Daraus ließe sich das Paradox der Gleichzeitigkeit von einer Vielzahl von Datenschutzgesetzen und einer beispiellosen korporativen und staatlichen Überwachung erklären.</p>
<h3><a href="http://www.golem.de/news/nsa-affaere-eu-ausschuss-fordert-stopp-von-safe-harbor-1312-103474.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snowden, der Bankräuber</a></h3>
<p>In einem Zwischenbericht vom Mittwoch hat der NSA-Untersuchungsausschuss der EU einige Forderungen gestellt. Wie Friedhelm Greis auf golem.de berichtet, fordern die Parlamentarier die Suspendierung sowohl des Safe-Harbour-, als auch des Swift-Abkommens. Auch eine EU-Cloud sei im Sinne des Ausschusses. <a href="https://netzpolitik.org/2013/drohgebaerden-und-kuschelkurs-vorsitzender-des-geheimdienstausschusses-mike-rogers-in-bruessel/#more-60263" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie netzpolitik.org berichtet,</a> hatte noch am Dienstag der US-Politiker Mike Rogers die EU-Parlamentarier für ihre Kurzsichtigkeit gerügt und Edward Snowden mit einem Bankräuber verglichen, der zur Finanzkrise befragt würde.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-12/usa-geheimdienste-bericht-nsa-obama/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Forderungen mit Hintertüren</a></h3>
<p>Auf 300 Seiten haben Experten in den USA die Überwachungspraktiken der Geheimdienste kritisiert. Diese würden zugunsten von Sicherheitsinteressen Freiheitsrechte einschränken und verletzen. Till Schwarze hat auf Zeit Online die wichtigsten Forderungen zusammengestellt. Allerdings stehen die Experten prinzipiell zur NSA, und der Bericht lässt laut <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/us-spaehaffaere-die-hintertueren-im-nsa-bericht-a-940067.html#ref=rss" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konrad Lischka auf Spiegel Online</a> einige Hintertüren, die mögliche Beschränkungen und Kontrollen aufweichen könnten.</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/internet-der-dinge-maschine-chattet-mit-maschine-1.1845758" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Maschinen mit Maschinen</a></h3>
<p>Die Vernetzung von Geräten untereinander gilt als die nächste große Entwicklung. Immer mehr Kommunikation über Netzwerke würde dann nicht mehr nur maschinen-vermittelt funktionieren, sondern verliefe gänzlich zwischen Maschinen. Am Beispiel des kalifornischen Konzerns Cisco zeigt Nikolaus Piper auf süddeutsche.de die Potenziale und Gefahren des „Internet of Things“ auf. Denn nur mit einem effektiven Datenschutz würde die Kommunikation zwischen Maschinen das Leben der Menschen verbessern.</p>
<h3><a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2013/12/sprachenkiller-internet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Back to Babel</a></h3>
<p>In der digitalen Welt können 96,3 Prozent aller bekannten Sprachen als ausgestorben gelten, so das Ergebnis der Studie „Digital Language Death“. Jochen Dreier stellt die Studie auf Hyperland vor und spricht vom „Sprachenkiller“ Internet. <a href="http://netzwertig.com/2013/12/19/vom-aussterben-bedroht-das-internet-verdraengt-viele-sprachen-gut-so/#more-31543" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Martin Weigert</a> hingegen begrüßt auf netzwertig.com diese Sprachvereinheitlichung. Auch wenn Weigert stark verkürzt argumentiert und die Bedeutung von sprachlichen Missverständnissen oder Nicht-Verstehen für die großen Probleme der Menschheit überschätzt: Er bezieht Stellung in einer Debatte, die geführt werden sollte.</p>
<h3><a href="http://irights.info/das-internet-ist-das-problem-und-seine-losung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#Aufschrei sei Dank!</a></h3>
<p>Dass Feminismus wieder salonfähig in „Mainstreamdebatten“ geworden ist, sei größtenteils dem Hashtag #Aufschrei zu verdanken, so das Fazit von Annina Luzie Schmid auf irights.info. Mit dem Hashtag, der im vergangenen Jahr auch den Grimme Online- Award erhalten hat, sei es gelungen, „eine Brücke zwischen digitaler Szene und dem Rest der Welt zu bauen“. In ihrem Beitrag skizziert sie, durch welche Projekte und dank welcher Protagonistinnen das Thema Sexismus auch nach der intensiven #Aufschrei- Debatte öffentliche Sensibilisierung erfährt. Denn das Internet sei nicht nur Plattform für Sexismus, sondern auch emanzipatives Werkzeug.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Ein Entwurf ist noch lange kein Gesetz. Bleiben die EU-Datenschutzreformen auf der Strecke?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Irena Sargsyan]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Oct 2013 11:47:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Eu-Datenschutzverordnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die geplanten EU-Datenschutzreformen werden von Datenschützern, Politikern und Unternehmen unterschiedlich aufgefasst. Trotz einigen verbesserungswürdigen Punkten kann und darf man auf [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Facebook1.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-133926" alt="Facebook" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Facebook1.jpg" width="640" height="280" /></a>Die geplanten EU-Datenschutzreformen werden von Datenschützern, Politikern und Unternehmen unterschiedlich aufgefasst. Trotz einigen verbesserungswürdigen Punkten kann und darf man auf die EU-Datenschutzverordnung nicht verzichten.<b><br />
</b><br />
Es ist ein <a href="http://www.bpb.de/internationales/europa/europaeische-union/42965/grafik-gesetzgebung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">langwieriges Verfahren</a>, wenn Entwürfe oder Gesetze im Europäischen Parlament verabschiedet werden. Bevor ein Gesetz zustande kommt, müssen viele Zwischeninstanzen durchlaufen werden: Verschiedene Ausschüsse stimmen zunächst über die Gesetzentwürfe ab. Danach ist der sogenannte Trilog an der Reihe. Gemeint sind die drei EU-Institutionen: die Europäische Kommission, der Rat der Europäischen Union und das Europäische Parlament. Die Europäische Kommission übernimmt dabei die Rolle des Moderators.  Wenn der EU-Minsterrat die Gesetzesvorschläge ablehnt, schaltet sich der Vermittlungsausschuss ein, und der ganze Gesetzgebungsprozess verzögert sich weiter.<br />
Am 21. Oktober 2013, nach langen hartnäckigen Verhandlungen, stimmte der Innenausschuss des Europäischen Parlaments dem Entwurf zur Datenschutzreformen  zu. Der Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE) gab damit grünes Licht für die Sichtung des Papiers durch den Ministerrat.<br />
Bei keinem anderen Gesetzesvorhaben hat es vorher jemals so viele Änderungsanträge gegeben wie bei der EU-Datenschutzverordnung, es waren <a href="http://www.janalbrecht.eu/themen/datenschutz-und-netzpolitik/alles-wichtige-zur-datenschutzreform.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">3.133</a> an der Zahl. Das ist durchaus verständlich, schließlich handelt es sich hierbei um ein Gesetzesvorhaben, das über Jahrzehnte hinweg die Rechte der Internet-User und der IT-Industrie bestimmen soll.<br />
Strenge Regelungen können dabei nicht nur den Handlungsraum der Unternehmen beschränken, sondern sich auch auf ihren Jahresumsatz auswirken. Um das zu verhindern, betrieben große Unternehmen der IT-Industrie, wie Facebook, Google, Amazon und Yahoo eine starke Lobbyarbeit.<br />
Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung sorgt nun seit einigen Tagen für heiße Debatten unter Politikern, Datenschützern und Unternehmen. Die Meinungen und Bewertungen gehen dabei auseinander.</p>
<h3>Geheimdienste und Internet</h3>
<p>Die neue Datenschutzverordnung regelt nach wie vor nicht die Arbeit von Geheimdiensten. Dafür tragen laut EU-Vertrag allein die Mitgliedstaaten die Verantwortung. Allerdings konnte die Verordnung an einer anderen Stelle eine Regelung finden: Unternehmen dürfen den Geheimdiensten nicht aktiv oder passiv Zugriff auf die Daten der Nutzer erlauben. Haben sie dazu keine Erlaubnis, erwarte sie harte Strafen, betont der deutsche <a href="http://www.janalbrecht.eu/home.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EU-Parlamentarier Jan Philipp Albrecht</a> von den Grünen in einem Interview mit politik-digital.de. Albrecht hatte bei der <a href="http://politik-digital.de/die-reform-des-europaeischen-datenschutzrechts-teil-1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ausarbeitung</a> der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung mitgewirkt und sich besonders für das Recht auf Vergessenwerden im Internet eingesetzt. Auch schreckte der grüne Parlamentarier im EU-Parlament nicht davor zurück, sich mit Großkonzernen wie Facebook, Google oder Yahoo anzulegen.</p>
<h3>„Das Recht auf Vergessenwerden“</h3>
<p>Währenddessen konnten die Lobbyisten der IT-Industrie erreichen, dass „das Recht auf Vergessenwerden“ etwas abgeschwächt wird, so der Medienrechtler an der Hochschule der Medien in Stuttgart, <a href="http://www.hdm-stuttgart.de/view_news?ident=news20121207134630" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Professor Dr. Tobias Keber</a>. Das Recht auf Vergessenwerden meint, dass einst im Internet gespeicherte Daten zu einer Person nicht dauerhaft zugänglich sein dürfen. Ursprünglich habe in dem Entwurf gestanden, dass Facebook beispielsweise auf Wunsch des Users nicht nur Bilder zu löschen hat, sondern auch dafür sorgen muss, dass Daten auch auf Webseiten Dritter gelöscht werden müssen. Das sei in dem jetzigen Entwurf „weichgespült“ worden, erklärt Keber. Demnach braucht sich Facebook nun nicht weiter darum kümmern, was mit den Daten noch passiert.</p>
<h3>Positive Bewertung der Datenschutzreformen</h3>
<p>So schlecht sei der Entwurf jedoch trotzdem nicht zu bewerten, meint Keber: „Man muss etwas realistisch bleiben. Letztlich müssen sich mehr oder weniger 28 Mitgliedstaaten auf einen gemeinsamen Entwurf einigen. Und da kriegen sie nie das strengste Datenschutzgesetz hin, das überhaupt denkbar ist. Da geht es einfach um die Frage: Können wir ein Level erreichen, mit dem alle leben können? Man kann über einige Punkte natürlich streiten,  aber von der grundsätzlichen Maßrichtung her ist das der richtige Weg, um zu einem Konsens zu gelangen. “<br />
Eine positive Veränderung zum bislang gültigen Recht sieht Professor Keber auch im Rechtsmechanismus selbst. Bei dem Entwurf handelt es sich nämlich nicht mehr um eine Richtlinie, die von den 28 Mitgliedstaaten frei ausgelegt werden kann. Die Datenschutzgrundverordnung soll künftig direkt in den Mitgliedstaaten  als ein einheitliches Gesetz wirken.<br />
Die neue Datenschutzverordnung sei moderner als die alte Richtlinie aus dem Jahr 1995 und gehe in manchen Teilen auch sehr weit. Insbesondere beim Schadensersatz. Besteht ein Verstoß gegen den Datenschutz, müssen die Unternehmen demnächst mit fünf Prozent ihres Jahresumsatzes als Strafsumme rechnen. Das sind bei den großen Firmen Beträge in Höhe von mehreren Millionen Euro. „Das tut den Unternehmen richtig weh“, so Keber. Auch beinhalte die alte Datenschutzrichtlinie keine  aktuellen Themen wie die nutzerfreundliche Voreinstellung „privacy by default“ zugunsten der Privatsphäre. Solche Probleme hätten sich vor 15 Jahren noch gar nicht gestellt. Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung hingegen thematisiert das Problem. „Sollte der Entwurf so verabschiedet werden, wie sie heute ist, dann wird Facebook gezwungen sein, seinen Dienst so anbieten, dass die datenschutzfreundlichen Einstellungen schon Voreinstellungen sind. Heute hingegen müssen sich die User aktiv um den Datenschutz ihrer Facebook-Konten kümmern.“</p>
<h3>Forderungen der Datenschützer berücksichtigt</h3>
<p>Auch der Abgeordnete Jan Philipp Albrecht weist auf die Vorteile hin, die der Entwurf mit sich bringt. Viele Forderungen der Datenschützer, unter anderem die Einwilligung der User zur Datenverarbeitung, eine starke Zweckbindung der Daten, das Recht auf Datenübertragbarkeit sowie die Einschränkung von „Scoring“ seien in dem Entwurf des Europäischen Parlaments definiert und würden darin sogar gestärkt, so Albrecht. „Scoring“ ist eine Auswertungstechnik, die <a href="https://netzpolitik.org/2008/was-ist-eigentlich-scoring/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">anhand bestimmter Kriterien</a> potentielle Kunden für Unternehmen ausfindig machen kann.<br />
„Die Lage für Internetnutzerinnen und -nutzer würde sich mit dieser EU-Datenschutzverordnung dramatisch verbessern. Heute finden viele Datensammlungen statt, ohne dass grundlegende Informationspflichten und Verbraucherrechte beachtet werden. Das liegt vor allem daran, dass Unternehmen sich im Internet quasi aussuchen dürfen, an welches Recht in der Welt oder zumindest in Europa sie sich halten wollen. Natürlich suchen sie sich dabei eher die Länder aus, in denen der Datenschutz nicht so scharf geregelt und durchgesetzt wird. Das soll sich mit der EU-Verordnung ändern.“</p>
<h3>Hürden auf dem Weg zu Verabschiedung des Datenschutzgesetzes</h3>
<p>Laut <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/eu-datenschutzverordnung-innenminister-friedrich-kritisiert-regeln-a-929196.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegle-Online</a> äußerte sich Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) jedoch trotz der offensichtlichen Verbesserungen negativ über die neue EU-Datenschutzgrundverordnung. Konkrete Argumente für seine Unzufriedenheit nennt Friedrich aber nicht. Jüngst plädierte er allerdings für eine vollumfängliche Klarnamenpflicht im Internet, obwohl das deutsche Recht den Nutzern die Möglichkeit gibt, im Internet anonym und pseudonym unterwegs sein zu können. Angesichts seiner früheren strengen Haltung gegenüber dem Datenschutz sorgte Friedrich durch seine Aussagen <a href="http://politik-digital.de/eu-datenschutzverordnung-bundesregierung-muss-verordnung-vorantreiben/">für Empörung und Skepsis.</a><br />
Jan Philipp Albrecht von den Grünen befürchtet, dass dadurch eine Verzögerung der Verabschiedung des EU-Datenschutzgesetzes erreicht werden soll. „Während  Länder wie Spanien, Polen und Österreich die baldige Verabschiedung der Verordnung fordern, bremst die Bundesregierung die bereits eineinhalb Jahre andauernden Verhandlungen immer wieder mit absurden Vorschlägen und Fragen aus.“<br />
Auch der Medienrechtler Keber äußerte seine Befürchtungen in diesem Zusammenhang: „Der Entwurf ist ein Entwurf und sein Inhalt kann modifiziert werden. Die Verabschiedung des EU-Datenschutzgesetzes, die im Mai nächsten Jahres ansteht, könnte sogar scheitern, wenn viele Mitgliedsstaaten dagegen sind.“ Keber nennt das Vereinigte Königreich als einen der schwierigen Verhandlungspartner. „Die Briten haben ein anderes Verständnis vom Datenschutz. Beim NSA-Skandal hat sich ja herausgestellt, dass nicht nur die USA, sondern auch die Briten geschnüffelt haben. Es könnte daher sein, dass sie sich dafür einsetzen, dass es nicht ganz so kommt, wie es momentan noch im Entwurf steht.“<br />
Wie auch immer die Verhandlungen zu den Datenschutzreformen ausgehen werden, Jan Philipp Albrecht gibt den Nutzern einen wichtigen Rat mit auf den Weg: „Niemals mehr personenbezogene Daten rausgeben, als absolut nötig und tatsächlich gewollt.“<br />
&nbsp;<br />
Bild:  Duncan Hull (CC BY 2.0)</p>
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			</item>
		<item>
		<title>EU-Datenschutzverordnung: &#034;Bundesregierung muss Verordnung vorantreiben&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Irena Sargsyan]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Oct 2013 14:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach langen Verhandlungen stimmte der Innenausschuss des EU-Parlaments (LIBE) am 21. Oktober 2013 dem Entwurf zur Datenschutzgrundverordnung zu. Welche Konsequenzen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><!--[if !mso]&gt;--></p>
<p class="MsoNormal"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Server-Center.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-133824" alt="Server Center" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Server-Center.jpg" width="640" height="428" /></a><strong>Nach langen Verhandlungen stimmte der Innenausschuss des EU-Parlaments (LIBE) am 21. Oktober 2013 dem Entwurf zur Datenschutzgrundverordnung zu. Welche Konsequenzen die neuen Reformen für die Bürger haben und was sie noch für ihre Rechte tun können, erläutert Florian Glatzner vom Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.</strong></p>
<p class="MsoNormal"><b>politik-digital.de: </b>Müssen die Bürger weiterhin intensiv um die Durchsetzung ihrer Rechte im Internet kämpfen oder hat die neue EU-Datenschutzverordnung ihnen diese Sorge abgenommen?</p>
<figure id="attachment_133825" aria-describedby="caption-attachment-133825" style="width: 155px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/florian-glatzner-presse.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-133825 " alt="florian-glatzner-presse" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/florian-glatzner-presse.jpg" width="155" height="214" /></a><figcaption id="caption-attachment-133825" class="wp-caption-text">Florian Glatzner studierte Politikwissenschaft in Münster. Er war beim FoeBuD e.V. tätig (seit 2012 <a href="http://digitalcourage.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digitalcourage e.V.</a>) und arbeitete als Datenschutzberater und externer Datenschutzbeauftragter. Seit Anfang 2011 ist er Referent beim Verbraucherzentrale Bundesverband im Projekt „Verbraucherrechte in der digitalen Welt“<a href="http://www.vzbv.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">. Der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.</a> (vzbv) vertritt die Interessen der Verbraucher gegenüber Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.</figcaption></figure>
<p class="MsoNormal"><strong>Florian Glatzner: </strong>Als erstes müssen wir alle darum kämpfen, dass die Datenschutz-Grundverordnung überhaupt noch vor der Neuwahl des EU-Parlaments kommenden Mai beschlossen wird. Auch wenn auf EU-Ebene nicht das Diskontinuitätsprinzip gilt, würde sonst der Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens in weite Ferne rücken. Daher ist nun der EU-Rat gefragt, schnell zu einer gemeinsamen Position zu kommen, um in die Verhandlungen mit dem EU-Parlament eintreten zu können.</p>
<p class="MsoNormal">Sollten die Regelungen aber, wie jetzt vom EU-Parlament abgestimmt, in Kraft treten, würde dies die Durchsetzung des Verbraucherdatenschutzes im Internet erleichtern. Beispielsweise sollen sich auch Unternehmen, die keinen Sitz in der EU haben, nach der Verordnung richten müssen, wenn sie sich mit Diensten oder Produkten an EU-Verbraucher wenden. Verbraucher sollen sich zukünftig mit Beschwerden an den Datenschutzbeauftragten bei ihnen vor Ort wenden können, wenn ein Unternehmen aus einem anderen Staat ihre Rechte verletzt. Zudem sollen Daten- und Verbraucherschutzorganisationen mit dem Recht ausgestattet werden, im Namen von Betroffenen gegen Datenschutzverstöße zu klagen. Dies entlastet die Aufsichtsbehörden und stärkt die Rechtsdurchsetzung der Verbraucher.</p>
<p class="MsoNormal"><b>politik-digital.de: </b>Falls der Entwurf immer noch verbesserungswürdig ist, ist es für Änderungen nun nicht mehr zu spät? Was können die Bürger diesbezüglich noch tun?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Florian Glatzner:</strong> Im nächsten Schritt wird das EU-Parlament in die Verhandlungen mit dem EU-Rat eintreten, der die Mitgliedsstaaten vertritt. In diesen Verhandlungen kann der Rat noch weitere Verbesserungen einbringen. Wichtig wäre aber, dass sich der Rat schnell auf eine gemeinsame Position einigt, damit die Verhandlungen überhaupt starten können. An dieser Stelle ist nun vor allem die Bundesregierung gefragt, die im Rat eine starke Position hat. Sie muss die Verordnung vorantreiben.</p>
<p class="MsoNormal">Wir alle müssen daher unseren Volksvertretern – insbesondere von denen der zukünftigen Koalitionsparteien – klar machen, wie wichtig uns starke und durchsetzbare Datenschutzregelungen sind, die auch in absehbarer Zeit in Kraft treten.</p>
<p class="MsoNormal"><b>politik-digital.de </b>Obwohl die Abstimmung im Mai geplant war, verzögerten offenbar u.a. Lobbyisten der IT-Industrie die Reformen um einige Monate und brachten ihre Vorschläge in den Entwurf ein. Haben sich die Lobbyisten und Großunternehmen Ihrer Einschätzung nach in den für sie relevanten Punkten durchsetzen können? Wenn ja, welche Punkte sind das?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Florian Glatzner: </strong>Auch wenn der Entwurf in weiten Teilen zu begrüßen ist, gibt es doch einige Stellen, die uns zu schwach ausgefallen sind und an denen es noch Nachbesserungsbedarf gibt. So bleibt unklar, wann Unternehmen Daten wegen eines „berechtigten Interesses“ verarbeiten dürfen. Es fehlt an einer Definition oder einem Beispiel, wann ein „berechtigtes Interesse“ des Unternehmens das Interesse der Verbraucher an Privatheit überwiegt und die Datenverarbeitung damit gestattet sein soll. Die Entscheidung, welches Interesse überwiegt, darf von Unternehmen nicht ohne eine nachweisbar gewissenhafte Abwägung getroffen werden.</p>
<p class="MsoNormal">Die Regelungen zur Bildung von Verbraucherprofilen sehen nur noch das Recht vor, der Profilbildung zu widersprechen. Explizit nicht rechtens soll eine Profilbildung nur sein, wenn sie zur Diskriminierung verwendet oder alleine mit sensitiven Daten durchgeführt wird. Um dem Gefahrenpotential der Profilbildung aber angemessen gerecht zu werden, sollte der Verbraucher nur in Ausnahmefällen oder nach seiner expliziten Einwilligung einer Profilbildung unterworfen werden dürfen.</p>
<p class="MsoNormal">Außerdem muss der besonderen Schutzbedürftigkeit von Kindern Rechnung getragen und die Altersgrenze für die Einwilligung in die Datenverarbeitung heraufgesetzt werden. Das 13. Lebensjahr ist zu niedrig angesetzt. Hier ist es wichtig, dass Medienpädagogen und Datenschutzaufsichtsbehörden gemeinsam erforschen, ab welchem Alter es sinnvoll ist, dass Kinder in die Datenverarbeitung einwilligen.</p>
<p class="MsoNormal"><b>politik-digital.de: </b>Der Abgeordnete des Europäischen Parlaments Jan Philipp Albrecht von den Grünen und Christian Horchert vom Chaos Computer Club bewerteten den Entwurf als <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-10/eu-datenschutzreform-abstimmung-libe">überraschend positiv</a>. <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/eu-datenschutzverordnung-innenminister-friedrich-kritisiert-regeln-a-929196.html">Bundesinnenminister Friedrich</a> hingegen geht der Entwurf nicht weit genug. Worauf beruhen Ihrer Meinung nach die unterschiedlichen Einordnungen?</p>
<p><strong>Florian Glatzner: </strong>Diese Frage ist schwer zu beantworten, denn leider lässt Herr Dr. Friedrich nicht erkennen, an welchen Stellen die Verordnung seiner Meinung nach nachgebessert werde müsste. Seine Aussage verwundert auch dahingehend, dass er selbst fast zwei Jahre Zeit hatte, im EU-Rat für die von ihm angemahnten Verbesserungen Sorge zu tragen. Wenn er also Verbesserungen notwendig hält, liegen diese in seiner Hand.</p>
<p class="MsoNormal">Was allerdings nicht passieren darf ist, dass der pauschale Verweis auf mögliche Verbesserungen dazu führt, dass die Datenschutz-Grundverordnung noch weiter verschoben wird. Schon im Jahr 2001 kam ein vom Bundesministerium des Innern in Auftrag gegebenes Gutachten zu dem Ergebnis, dass eine Modernisierung des Datenschutzrechts dringend notwendig sei. Hinsichtlich der Modernisierung ist seither nichts passiert, aber eine Überarbeitung der Regelungen ist inzwischen noch viel dringender geworden. Die Verbraucher können nicht noch weitere zwölf Jahre warten, bis sich die nächste Chance für eine Novelle des Datenschutzes ergibt.</p>
<p class="MsoNormal"><b>politik-digital.de: </b>Haben nicht in gewisser Weise auch die Internetnutzer selbst den aktuellen Datenschutz verschuldet &#8211; durch ihre Unkenntnis, unbegründetes Vertrauen in die Internet-Unternehmen und letztendlich durch ihre passive Haltung? Falls ja, welche Maßnahmen sollten dagegen unternommen werden?</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Florian Glatzner: </strong>Die Hauptverantwortung für die Fehlentwicklungen im Datenschutz bei den Verbrauchern zu suchen greift etwas zu kurz. Die technischen Systeme werden immer komplexer, die mit ihnen verbundenen Datenverarbeitungen immer schwerer zu überblicken. Verbraucher, die die neuen Produkte und Dienstleistungen nutzen, aber gleichzeitig die Kontrolle über ihre Daten behalten wollen, stehen derzeit vor einem Problem. Sie müssten Fachmann für die Einstellungsmöglichkeiten der verschiedenen sozialen Netzwerke oder die Tracking-Technologien der Internetwerbewirtschaft werden. Und sie müssen sich stets über neue technische Entwicklungen und Funktionen auf dem Laufenden halten. Vielen Menschen macht das Spaß, andere haben nicht die Fähigkeiten oder die (zeitlichen) Ressourcen, sich intensiv mit diesen Fragen auseinander zu setzen. Sie wollen die neuen Technologien nutzen, die viele Möglichkeiten bieten und mit ihnen an der heutigen Gesellschaft Teil haben.</p>
<p class="MsoNormal">Natürlich liegt es in der Verantwortung des Verbrauchers, wie wichtig ihm der Datenschutz ist und er sollte die Freiheit haben, selbst zu bestimmen, was mit seinen Daten passiert. Eine höhere Transparenz und eine bessere Verbraucherbildung sind dafür wichtige Grundlagen. Aber er sollte trotzdem auch ein begründetes Vertrauen in die Wirtschaft haben können, dass mit seinen Daten verantwortungsvoll und nach seinen Wünschen umgegangen wird. Dafür sind allerdings klare gesetzliche Regelungen notwendig. Die Datenschutz-Grundverordnung bietet derzeit die große Chance, diese Regelungen zu schaffen.</p>
<p><!--[if gte mso 9]&gt;--><br />
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&nbsp;<br />
Bilder:  Beraldo Leal (CC BY 2.0), Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.</p>
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		<title>Bitkom: Wirtschaftsfreundlicher Datenschutz und Netzneutralität &#034;light&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 2013 08:50:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[BITKOM]]></category>
		<category><![CDATA[Petition]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz-Grundverordnung]]></category>
		<category><![CDATA[Eu-Datenschutzverordnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Alle vier Jahre, im Wahlkampf, öffnet sich ein Zeitfenster für Begehrlichkeiten. Politiker müssen Farbe bekennen und geben Lobbyisten so die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelbildBitkom.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-129090" alt="ArtikelbildBitkom" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelbildBitkom.jpg" width="640" height="480" /></a>Alle vier Jahre, im Wahlkampf, öffnet sich ein Zeitfenster für Begehrlichkeiten. Politiker müssen Farbe bekennen und geben Lobbyisten so die Chance, mit ihren Forderungen auf Gehör zu stoßen. Der Bitkom, der &#8220;Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien&#8221;, hat zu diesem Zwecke einen umfangreichen Forderungskatalog erstellt. Er deckt eine breite Palette von Netz- und Technologiethemen ab. Darunter sind Positionen beim „Datenschutz“ und „Geistigen Eigentum“ – an denen sich Verfechter eines freien, anonymen Netzes stören werden. Zur heiß diskutierten Netzneutralität steht kein expliziter Satz im Papier.<br />
Der Verband Bitkom vertritt die Interessen von insgesamt mehr als 2.000 Unternehmen aus den Bereichen Software, Hardware und IT-Dienstleistungen (u. a. Provider). BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf hat die Forderungen zur Bundestagswahl in einem wenig überraschenden Fazit gebündelt: Die Digitalisierung der Wirtschaft muss politisch stärker gefördert werden. Positiv sei, wie Kempf in Anspielung auf die kürzlich <a href="http://politik-digital.de/abschluss-der-internet-enquete-digitale-presseschau/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">abgeschlossene Enquete-Kommission</a> feststellt, dass das Internet nun im Bundestag angekommen ist. Insgesamt berühren die Wünsche des Bitkom <a href="http://www.bitkom.org/de/themen/75591.aspx" target="_blank" rel="noopener noreferrer">19 Themenfelder</a>, die auch die digitale Entwicklung auf Feldern wie „Verkehr“ oder „Mittelstand“ abdecken. Unterstrichen wird immer wieder die Wichtigkeit einer Politik, die Innovationen und Wettbewerb fördert. Am Beispiel des Datenschutzes zeigen sich die Bruchstellen zwischen Wirtschaftsinteresse und Privatsphäre.</p>
<h3>Daten sind Gold wert</h3>
<p>Der EU-weite Datenschutz könnte sich bald verändern. Derzeit wird an den Vorschlägen zur einheitlichen Regelung <a href="http://politik-digital.de/offener-brief-europa-braucht-starken-datenschutz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mächtig gezerrt</a>. Vereine wie digitalcourage warnen davor, dass Daten-Gesetze Lücken bekommen, durch die personengebundene Informationen unkontrolliert zwischen Unternehmen zirkulieren. Die Unternehmensseite hat tendenziell genau das vor Augen. Fairen Wettbewerb und Rechtssicherheit will der Bitkom erreichen, wozu „Datenschutz nicht nur als Grundrechtsschutz, sondern auch als Standortpolitik gesehen werden [sollte].“ Überhaupt dürfe die Datenverarbeitung nicht generell eingeschränkt werden, stattdessen müsse man Datenmissbrauch verhindern. Der Schutz von Daten sei ohnehin keine ausschließliche Aufgabe der Legislative, er solle auch per Selbstregulierung der Unternehmen erfolgen. Der Kampfslogan heißt „weniger Bürokratie!“.<br />
Die Maßnahmen sind schwammig formuliert, typisch für eine Lobbygruppe. Konkreter wurde der Bitkom <a href="http://www.computerbase.de/news/2013-05/debatte-ueber-ziel-der-eu-datenschutzreform/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">auf einer Diskussion</a> mit dem Bundesverband der Verbraucherzentralen, wo er vorschlug, Unternehmen zur Anonymisierung und Pseudonymisierung von Nutzerdaten anzuleiten. An der grundlegenden Ausrichtung besteht jedoch kein Zweifel: Der Datenfluss soll nicht an Hürden verebben, er braucht freie Bahn. Denn Daten sind Geld.</p>
<h3>Das Urheberrecht bleibt aktuell</h3>
<p>Inwieweit Urheberrechte in digitalen Zeiten durchgesetzt werden können und sollen, ist heftig umstritten. Kritiker weitreichender Schutzrechte für immaterielle Güter stoßen sich daran, dass diese vielerorts als „Geistiges Eigentum“ bezeichnet werden. Die Verbreitung von Ideen dürfe den Kritikern zufolge nicht durch Eigentumsrechte unterbunden werden. Im Positionspapier der Bitkom wird der Begriff des „Geistigen Eigentums“ ohne Problematisierung verwendet. Auch wird klar darauf gepocht, dass Urheberrechte, Marken und Patente besonders protektionsbedürftig seien, weil sie Investitionen und Innovationen stimulierten.<br />
Der Bitkom sieht im Themenkomplex des Urheberrechts durchaus Reformbedarf. Er will z. B. die technologieneutrale Gestaltung und eine Reform des Pauschalabgabensystems. Gleichzeitig betont der Verband aber die Bedeutung von Ideen und ihrer Verwertungsmöglichkeit – auch im Digitalzeitalter.</p>
<h3>Netzneutralität, abgespeckt</h3>
<p>Die Debatte um das Für und Wider der Netzneutralität ist derzeit in sozialen Netzwerken und auf Politik-Seiten Brandbeschleuniger Nr. 1. Der BITKOM hat dazu eine vergleichsweise eindeutige Haltung: Die Priorisierung von Inhalten und/oder Diensten wird abgelehnt, doch für die Bevorzugung ganzer Datengruppen (Videos, Mails) ist man offen. Diese differenzierte Sicht unterscheidet sich etwa von den Forderungen, die in der aktuellen <a href="http://politik-digital.de/telekom-drosselung-petition-will-netzneutralitaet-zum-gesetz-machen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundestags-Petition</a> des Physikstudenten Johannes Scheller erhoben werden. Er verlangt die grundsätzliche Gleichbehandlung aller Datenpakete.<br />
Interessanterweise wird die Netzneutralität in den Bitkom-Positionen zur Bundestagswahl an keiner Stelle explizit erwähnt. Auf Nachfrage verwies Marc Konarski, zuständiger Bereichsleiter, auf einen Punkt im Absatz zur Telekommunikationspolitik. Dort heißt es: „Der geltende Regulierungsrahmen hat sich grundsätzlich bewährt“. Daher seien neue Gesetze nicht vonnöten.<br />
Warum war dem Verband die Thematik „Netzneutralität“ keine Vertiefung wert? Zum Redaktionsschluss der Bitkom-Thesensammlung – vor Bekanntwerden der Telekom-Pläne, Übertragungsraten zu drosseln und eigene Dienste zu bevorzugen – seien andere Aspekte wichtiger gewesen, die Meinung zudem durch diverse Stellungnahmen dokumentiert. Das stimmt, aber eine aktuelle Pressemitteilung ist bis heute nicht erschienen. Und im September schließt sich das Zeitfenster für Begehrlichkeiten wieder.<br />
Bild: Steamtalks (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC 2.0</a>)</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>Offener Brief: Europa braucht starken Datenschutz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 May 2013 14:24:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Petition]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz-Grundverordnung]]></category>
		<category><![CDATA[Eu-Datenschutzverordnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die EU-Kommission will den Datenschutz in Europa per Verordnung vereinheitlichen. Die neue Datenschutzgrundverordnung soll die bisher gültige Richtlinie von 1995 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelOffenerBrief.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-129035" alt="ArtikelOffenerBrief" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelOffenerBrief.jpg" width="640" height="480" /></a>Die EU-Kommission will den Datenschutz in Europa per Verordnung vereinheitlichen. Die neue Datenschutzgrundverordnung soll die bisher gültige Richtlinie von 1995 ablösen, die unterschiedlich strikt in nationales Recht umgesetzt wurde. Der Anfang dieses Jahres vorgelegte Entwurf ruft Widerstand hervor – ein offener Brief fordert Innenminister Friedrich dazu auf, in Brüssel gegen die Aufweichung der neuen Regeln zu kämpfen.<br />
<b></b><br />
Der offene Brief findet sich auf den Seiten des Vereins <a href="https://petition.digitalcourage.de/digitalcourage/IM-briefen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digitalcourage</a>. Initiiert wurde das Schreiben von einer Arbeitsgruppe beim AktiVCongreZ 2013, einem Kongress für netzpolitisch Aktive. Die Unterzeichner, darunter Campact, der Chaos Computer Club und der DGB, appellieren an Minister Friedrich, sich im EU-Ministerrat für einen strikten Datenschutz einzusetzen. Denn sie befürchten, dass Wirtschaftslobbyisten den Entwurf verwässern und Datenschutzstandards damit im eigenen Interesse aufweichen. Die Aktivisten haben ein <a href="http://www.youtube.com/watch?v=n_YHyXVxHhc&amp;feature=youtu.be" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video </a>verlinkt, in dem die Interessenvertreter der Unternehmen scharf kritisiert werden. So würden die geforderten Abänderungen dazu führen, das europäische Grundrecht auf Datenschutz in einen „Schweizer Käse“ zu verwandeln.</p>
<h3>Datenschutz: klar, streng, umfassend</h3>
<p>Die Befürworter der Datensicherheit haben in ihrem Brief sechs Forderungen formuliert, mit denen sie das deutsche Datenschutzniveau als Mindeststandard in Europa durchsetzen wollen. Konkret treten sie u. a. dafür ein, dass Unternehmen für die Datenverarbeitung ausdrückliche Zustimmung brauchen, Daten nicht veruntreuen und keine substantiellen Ausnahmen bekommen dürfen. Digitale Unterschriften für den offenen Brief werden noch bis zum 2. Juni gesammelt.</p>
<h3>Was sagen die Unternehmen?</h3>
<p>„Daten sind das neue Öl“, diese Binsenweisheit treibt viele Firmen an. Insofern ist neben den Unterstützern des offenen Briefes auch die Wirtschaftslobby daran interessiert, die Datenschutzgrundverordnung in ihrem Sinne zu beeinflussen. In besonderem Maße gilt dies für Unternehmen, die Dialogmarketing betreiben – also per Prospekt, Telefon oder soziale Netzwerke Kunden werben. Daten sind ihr Arbeitsmaterial. Der entsprechende Interessenverband (DDV) warnt, die Folgen der Datenschutzgrundverordnung könnten „<a href="http://www.ddv.de/index.php?id=751" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gravierend</a>“ sein. Wohl auch deshalb ist die <a href="http://www.ddv.de/index.php?id=751" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Liste</a> der verbandsorganisierten Lobbyaktivitäten so lang, die eine Umformulierung des diskutierten Verordnungsentwurfs zum Zwecke haben. Sie beginnt im Dezember 2011, reicht bis in den April 2013 und enthält Stellungnahmen, Positionspapiere, Eingaben, Vorträge und Politikergespräche. <a href="http://www.ddv.de/index.php?id=941&amp;tx_ttnews[pointer]=3&amp;tx_ttnews[backPid]=938&amp;tx_ttnews[tt_news]=2021&amp;cHash=335a2118572dbf8c838f6912b87e3ee3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wichtig ist</a> dem Verband unter anderem, dass personenbezogene Daten in bestimmten Fällen für Werbung genutzt werden können, ohne dass die betroffene Person einwilligen muss. Ansonsten würde die Neukundenwerbung unmöglich gemacht.<br />
Datenschutz versus Profit – ein klassischer Zielkonflikt, der bei Betroffenen aller Seiten Begehren weckt. Dementsprechend viele Forderungskataloge hat die Watch-Plattform LobbyPlag <a href="http://lobbyplag.eu/docs" target="_blank" rel="noopener noreferrer">online gestellt</a>. Wie auch immer sich die EU-Organe am Ende <a href="http://politik-digital.de/die-reform-des-europaeischen-datenschutzrechts-teil-1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">entscheiden</a>: Richtig zufrieden wird vermutlich keiner sein.<br />
Ein Überblick zur Diskussion (Stand Mitte 2012) findet sich im Blog <a href="http://www.moenikes.de/ITC/2012/06/15/eu-datenschutzgrundverordnung-ein-uberblick/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">moenikes.de</a>.<br />
Bild: Martin Ehrenhauser (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a>)</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>LobbyPlag: „Instrument der Machtkontrolle“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/lobbyplag-instrument-der-machtkontrolle-126907/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexa Schaegner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Feb 2013 16:24:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[LobbyPlag]]></category>
		<category><![CDATA[Eu-Datenschutzverordnung]]></category>
		<category><![CDATA[legislativer Fußabdruck]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach GuttenPlag und SchavanPlag ging jüngst eine Plattform online, die der Suche nach Plagiaten eine neue Dimension gibt. Abgeordnete des [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="size-full wp-image-126936 alignnone" title="CC-BY-SA Gerd Altmann, pixelio.de" alt="Europa unter der  Lupe " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/607343_web_R_K_B_by_Gerd-Altmann_pixelio.de-1-Europa_3.jpg" width="630" height="420" />Nach GuttenPlag und SchavanPlag ging jüngst eine Plattform online, die der Suche nach Plagiaten eine neue Dimension gibt. Abgeordnete des Europaparlaments sollen Gesetzesentwürfe zur EU- Datenschutzreform von LobbyistInnen übernommen haben, was jetzt auf lobbyplag.eu sichtbar gemacht wird.<i> </i><br />
Bei Recherchen über die Reform der <a href="http://politik-digital.de/die-reform-des-europaeischen-datenschutzrechts-teil-1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EU-Datenschutzverordnung</a> fiel dem Wiener Studenten und Netzaktivisten <a href="http://politik-digital.de/facebook-trifft-groessten-kritiker/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Max Schrems </a> etwas Erstaunliches auf. Offensichtlich waren einige Änderungsanträge der EU-Verordnung teilweise wörtlich aus Unternehmenspapieren von Amazon oder Ebay übernommen worden. Nach den Hinweisen von Schrems wird <a href="http://lobbyplag.eu/#/compare/overview" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LobbyPlag</a> nun als nicht kommerzielles Projekt von „Open Data City“ betrieben und von dem Journalisten und Mitgründer der Seite Richard Gutjahr auf seinem eigenen <a href="http://gutjahr.biz/2013/02/lobbyplag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a> begleitet.<br />
Die Seite funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Im Stil der <a href="http://politik-digital.de/guttenplag-wiki-preisverdaechtig/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikis GuttenPlag</a> oder <a href="http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Home" target="_blank" rel="noopener noreferrer">VroniPlag</a>, auf denen Plagiate der Doktorarbeiten deutscher PolitikerInnen aufgedeckt wurden, vergleichen die MacherInnen von LobbyPlag Papiere von Unternehmen mit Gesetzesentwürfen.</p>
<h3>Positive mediale Resonanz</h3>
<p>Seitdem die Plattform am vergangenen Sonntag online ging, erhielt sie bereits viel <a href="http://www.heute.de/LobbyPlag-Wie-Konzerne-Gesetze-diktieren-26540978.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">positive</a> <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/lobbyplag-zeigt-lobby-einflussname-bei-eu-datenschutz-richtlinie-a-882567.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mediale</a> Resonanz. Zu den Kritikpunkten gehört jedoch der noch schwache Crowdsourcing-Aspekt der Seite. Im Vergleich zu anderen Plagiats-Plattformen seien die Beteiligungsmöglichkeiten der Masse noch sehr begrenzt. Mitinitiator Gutjahr <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/lobbyplag100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erklärte</a> dies mit der Aktualität der EU- Datenschutzverordnung und dem Zeitdruck bei der Entwicklung der Webseite: „ Wir wollten mit unseren Erkenntnissen jetzt online gehen, und nicht warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist“.<br />
Kritik kam auch von Seiten der EU selbst. So warf der EU Abgeordnete Alexander Alvaro LobbyPlag Einseitigkeit vor, weil nicht nur Unternehmen Einfluss auf die Gesetzgebung nehmen würden sondern auch BürgerrechtlerInnen oder NetzaktivistInnen ihre Ideen einbrächten. LobbyPlag-Mitbegründer Gutjahr <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/lobbyplag100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">entgegnet</a> der Kritik, dass alle Hinweise auf „Plagiate“ veröffentlicht würden, egal aus welcher Quelle sie stammten.</p>
<h3>Transparenz in Zeiten des Internets</h3>
<p>Forderungen nach Transparenz im mitunter sehr undurchsichtigen politischen Prozess sind generell kein neues Phänomen und erreichen dennoch seit GuttenPlag und Co. ein neues Ausmaß an öffentlicher Resonanz. Die aktuelle Aufmerksamkeit für Plagiate und Intransparenz hänge eng mit dem technischen Fortschritt zusammen, so Dr. Christian Humborg, Geschäftsführer von Transparency Deutschland, im Gespräch mit politik-digital.de. Erst durch technische Neuerungen sei es auf einer solchen Plattform möglich, Dokumente miteinander zu vergleichen und für alle sichtbar zu machen. Generell seien die Transaktionskosten für Transparenz mit der Einführung des Internets gen Null gesunken. „Und Transparenz ist ein Instrument der Machtkontrolle“, bekräftigt Humborg.<br />
In der öffentlichen Debatte scheint insgesamt Einigkeit darüber zu bestehen, dass LobbyPlag neben den vorhandenen Schwächen etwas Notwendiges und gesellschaftlich Wünschenswertes ist. Aber warum eigentlich? Dass außerparlamentarische AkteurInnen die Gesetzgebung beeinflussen, ist weder strafbar noch ungewöhnlich, sondern Teil unserer politischen Kultur.</p>
<h3>Führt LobbyPlag zum  &#8220;legislativen Fußabdruck&#8221;?</h3>
<p>Für Christian Humborg ist die Einflussnahme auf Gesetzgebung nicht generell verwerflich, unter der Voraussetzung, dass sie öffentlich und transparent gemacht wird. Problematisch findet er vor allem, dass die Chance auf Einflussnahme durch Unternehmen aufgrund von besseren finanziellen Ressourcen deutlich höher ist als durch andere AkteurInnen<br />
Ob es LobbyPlag gelingen wird, Abgeordnete und GesetzgeberInnen langfristig zum Umdenken zu bewegen oder im Falle der EU-Datenschutzverordnung sogar den Einfluss von LobbyistInnen zu begrenzen, bleibt abzuwarten. Im Netz wurde bereits die Frage <a href="http://www.ikosom.de/2013/02/11/lobbyplags-starken-und-schwachen-gute-visualisierung-tolle-idee-falsches-ziel-kein-crowdsourcing/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aufgeworfen</a>, ob ParlamentarierInnen mit dem Wissen über die Seite in Zukunft nicht einfach geschickter abschreiben werden als bisher. Humborg hofft, dass mit einer solchen Plattform Druck auf den Gesetzgeber ausgeübt wird, und plädiert dafür, dass ParlamentarierInnen in Zukunft einen „legislativen Fußabdruck“ hinterlassen sollen. Die Einführung des „Legislativen Fußabdrucks“, als Offenlegung der kontaktierten LobbyistInnen im Gesetzgebungsprozess, war bereits 2011 im Rahmen einer <a href="http://www.europarl.europa.eu/news/de/pressroom/content/20110510IPR19128/html/EP-unterst%C3%BCtzt-gemeinsames-Register-f%C3%BCr-Lobbyisten-andere-Interessenvertreter" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Debatte</a> über die Geschäftsordnung des EU-Parlaments diskutiert worden. In jedem Fall scheinen aber Websites wie diese einen Schritt auf dem Weg zu mehr Transparenz im politischen Prozess markieren zu können.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/internationale-datenschutzkonferenz-von-paragrafenreitern-und-versaeumnissen/cc-lizens/" rel="attachment wp-att-121978"><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-121978" alt="CC-BY-SA-Lizenz" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x53.png" width="305" height="53" /></a></p>
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